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Ihre Zuflucht — eine LügeDer Wachtturm 1991 | 1. Juni
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Gemäß Jesaja 28:17, 18 sagt Jehova: „Und ich will das Recht zur Meßschnur und die Gerechtigkeit zur Setzwaage machen; und der Hagel soll die Zuflucht der Lüge wegfegen, und die Wasser, sie werden sogar das Versteck hinwegschwemmen. Und euer Bund mit dem Tod wird gewiß aufgelöst werden, und eure Vision mit dem Scheol, sie wird nicht bestehen. Die überströmende Sturzflut, wenn sie hindurchzieht — ihr sollt für sie auch eine Stätte der Zertretung werden.“
22. Was wird das Ergebnis sein, wenn mit der Christenheit nach vollkommener Gerechtigkeit verfahren wird?
22 Wenn Jehovas richterliche Entscheidung ausgeführt wird, erfolgt dies nach vollkommener Gerechtigkeit. Und die Grundlage des Vertrauens der Christenheit — ihr „Bund mit dem Tod“ — wird gleichsam von einer überströmenden Sturzflut vollständig hinweggefegt. Jesaja sagte weiter: „Morgen um Morgen wird sie hindurchziehen, bei Tag und bei Nacht; und es soll nur ein Grund zum Erbeben werden, um andere verstehen zu machen, was gehört worden ist“ (Jesaja 28:19). Wie schrecklich es für Beobachter sein wird, Zeuge der vollen Macht des Strafgerichts Jehovas zu sein! Wie furchtbar für die Geistlichkeit der Christenheit und ihre Anhänger, wenn sie feststellen werden — und zwar zu spät —, daß sie auf eine Lüge vertraut haben!
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Weiterhin vor Jehovas ungewöhnlichem Werk warnenDer Wachtturm 1991 | 1. Juni
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„Jehova wird aufstehen wie am Berg Perazim, er wird erregt sein wie in der Tiefebene bei Gibeon“ (JESAJA 28:21).
1, 2. Welches ungewöhnliche Werk wirkte Jehova in den Tagen Davids zugunsten seines Volkes?
EINE seltsame Tat! Ein äußerst ungewöhnliches Werk! Das war es, was Jehova zugunsten seines Volkes im 11. Jahrhundert v. u. Z. wirkte. Und diese seltsame Tat war ein Muster für ein noch ungewöhnlicheres Werk, das er in naher Zukunft wirken wird. Worum handelte es sich bei der befremdenden Tat Jehovas in alter Zeit? Ausgelöst wurde sie bald nach der Inthronisierung Davids zum König in Jerusalem durch einen Angriff der benachbarten Philister. Zunächst fielen die Philister in die Tiefebene Rephaim ein. David befragte Jehova, was er tun solle, und erhielt die Anweisung, zum Angriff überzugehen. Er gehorchte dem Wort Jehovas und bereitete dem mächtigen Heer der Philister bei Baal-Perazim eine gehörige Niederlage. Aber die Philister fanden sich mit dieser Niederlage nicht ab. Bald kehrten sie zurück, um in der Tiefebene Rephaim erneut zu plündern und zu rauben, und wieder suchte David die Leitung Jehovas.
2 Diesmal wurde er angewiesen, mit seinen Truppen einen Hinterhalt gegen die Philister zu legen. Jehova sagte: „Es geschehe, wenn du das Geräusch eines Einherschreitens in den Wipfeln der Baka-Sträucher hörst, daß du zu jener Zeit entschieden handeln sollst, denn zu jener Zeit wird Jehova vor dir her ausgezogen sein, um das Lager der Philister niederzuschlagen.“ So kam es auch. David wartete, bis Jehova in den Wipfeln der Baka-Sträucher — vielleicht durch einen starken Wind — das Geräusch eines Einherschreitens hervorrief. Sogleich sprangen er und seine Truppen aus dem Versteck, griffen die verwirrten Philister an und schlugen sie mit einer großen Schlachtung. Die Götzenbilder, die die Philister auf dem Schlachtfeld liegenließen, wurden eingesammelt und vernichtet (2. Samuel 5:17-25; 1. Chronika 14:8-17).
3. Warum war Jehovas befremdende Tat für die Juden der Tage Jesajas von Interesse, und warum sollte sie für die Christenheit heute von Interesse sein?
3 Das war ein ungewöhnliches Werk, eine befremdende Tat Jehovas gegen die Philister und zugunsten seines gesalbten Königs. Diese bemerkenswerte Tat ist von besonderem Interesse, weil der Prophet Jesaja warnend darauf hinwies, daß Jehova gegen die geistigen Trunkenbolde Judas auf ebenso befremdende und machtvolle Weise vorgehen würde. Die untreuen religiösen Führer der Tage Jesajas sollten also aufmerken. Und die Christenheit heute sollte ebenfalls aufmerken, denn was Juda widerfuhr, war ein Muster für das endgültige Geschick der Christenheit.
„Das Lager hat sich als zu kurz erwiesen“
4, 5. (a) Wie beschrieb Jesaja anschaulich die unbequeme Lage der religiösen Führer seiner Tage? (b) Was ist die Ursache für die unbequeme Lage der Christenheit heute?
4 Jesaja entlarvte zuerst die politischen Verträge, auf die die damaligen geistigen Trunkenbolde vertrauten, als eine Täuschung, als eine Lüge. Dann beschrieb er anschaulich, daß sich diejenigen, die auf diese Lüge hofften, in einer äußerst unbequemen Lage befanden. Er sagte: „Das Lager hat sich als zu kurz erwiesen, um sich darauf auszustrecken, und das gewebte Laken ist zu schmal, wenn man sich einwickelt“ (Jesaja 28:20). Wer sich in einem Bett ausstreckt, das zu kurz ist, stellt fest, daß er die Füße in die Kälte hinausstrecken muß. Wenn er andererseits die Knie anzieht, um sich dem kurzen Bett anzupassen, erweist sich die Bettdecke als zu schmal, und ein Großteil seines Körpers ist immer noch ungeschützt. Was er auch unternimmt, ein Teil von ihm ist in der Kälte.
5 In dieser Lage befanden sich in den Tagen Jesajas, sinnbildlich gesprochen, diejenigen, die auf die Zuflucht der Lüge vertrauten. Und in derselben unbequemen Lage befinden sich heute alle, die wie die Christenheit ihr Vertrauen auf die Zuflucht der Lüge setzen. Es ist nicht an der Zeit, Behaglichkeit in weltlichen Einrichtungen zu suchen, die dem Frieden und der Sicherheit dienen sollen. Im Schatten der bevorstehenden richterlichen Taten Gottes schaffen Bündnisse mit politischen Herrschern für die Christenheit keine behagliche Wärme.
Jehovas befremdende Tat
6. Wie wollte Jehova gegen Juda vorgehen, und wie wird er gegen die Christenheit vorgehen?
6 Nachdem Jesaja die unbequeme Lage des untreuen Jerusalem seiner Tage — und der neuzeitlichen untreuen Christenheit — beschrieben hatte, sagte er weiter: „Jehova wird aufstehen wie am Berg Perazim, er wird erregt sein wie in der Tiefebene bei Gibeon, damit er seine Tat tue — seine Tat ist befremdend — und damit er sein Werk wirke — sein Werk ist ungewöhnlich“ (Jesaja 28:21). Ja, bald würde Jehova, wie Jesaja warnend betonte, wie bei Baal-Perazim aufstehen. Doch dieses Mal würde er gegen sein treuloses Volk vorgehen, und zwar wie eine unwiderstehliche Flut, die sich aus dem Riß eines einstürzenden Dammes ergießt. Jerusalems Bund mit dem Tod würde sich als null und nichtig erweisen. Ähnlich wird Jehova in naher Zukunft gegen die Christenheit vorgehen, und sie wird feststellen, daß alle ihre berauschenden Abkommen mit der Welt bedeutungslos sind. Ihre riesige Organisation wird zerschmettert, ihre Anhänger werden zerstreut und ihre falschen Götter vollständig verbrannt werden.
7. Warum wurden Jehovas Vorsätze in bezug auf Juda als „befremdend“ und „ungewöhnlich“ bezeichnet?
7 Warum bezeichnete Jesaja das Vorgehen Jehovas gegen Jerusalem als ein befremdendes und ungewöhnliches Werk? Jerusalem war das Zentrum der Anbetung Jehovas und die Stadt des gesalbten Königs Jehovas (Psalm 132:11-18). Als solche war es nie zerstört worden. Der Tempel war nie niedergebrannt worden. Das königliche Haus Davids, das einst in Jerusalem gegründet worden war, war nie gestürzt worden. So etwas war undenkbar. Es war höchst ungewöhnlich, daß Jehova beabsichtigte, so etwas zuzulassen.
8. Wie warnte Jehova vor seiner bevorstehenden ungewöhnlichen Tat?
8 Aber Jehova ließ fairerweise durch seine Propheten warnend ankündigen, daß sich Schockierendes ereignen würde (Micha 3:9-12). Zum Beispiel sagte der Prophet Habakuk, der im siebten Jahrhundert v. u. Z. lebte: „Seht unter den Nationen, und schaut zu, und starrt einander staunend an. Staunt; denn da ist eine Tätigkeit, die man in euren Tagen vollführt, ihr werdet es nicht glauben, obwohl davon erzählt wird. Denn siehe, ich erwecke die Chaldäer, die erbitterte und ungestüme Nation, die an die weit offenen Stellen der Erde zieht, um Wohnsitze in Besitz zu nehmen, die ihr nicht gehören. Schrecklich und furchteinflößend ist sie“ (Habakuk 1:5-7).
9. Wie verwirklichte Jehova das, was er Jerusalem warnend angekündigt hatte?
9 Im Jahr 607 v. u. Z. verwirklichte Jehova seine warnende Ankündigung. Er ließ zu, daß die babylonischen Heere gegen Jerusalem vorrückten, und gestattete ihnen, die Stadt und den Tempel völlig zu zerstören (Klagelieder 2:7-9). Ja er ließ zu, daß Jerusalem ein zweites Mal zerstört wurde. Warum? Nun, nach 70 Jahren Exil durften reumütige Juden in ihr Heimatland zurückkehren, und in Jerusalem wurde schließlich ein anderer Tempel erbaut. Doch wieder wandten sich die Juden von Jehova ab. Im ersten Jahrhundert u. Z. zitierte Paulus die Worte Habakuks und wandte sie auf die Juden seiner Tage an, wodurch er warnend darauf hinwies, daß diese Prophezeiung noch eine weitere Erfüllung haben sollte (Apostelgeschichte 13:40, 41). Jesus selbst hatte ausdrücklich gesagt, daß die Stadt Jerusalem und ihr Tempel wegen des Unglaubens der Juden zerstört würden (Matthäus 23:37 bis 24:2). Schenkten die Juden im ersten Jahrhundert jenen Worten Beachtung? Nein. Wie ihre Vorväter schlugen sie Jehovas Warnung völlig in den Wind. Daher wiederholte Jehova sein befremdendes Werk. Jerusalem und der Tempel wurden 70 u. Z. von römischen Legionen zerstört.
10. Wie wird Jehova in naher Zukunft gegen die Christenheit vorgehen?
10 Warum sollte also jemand auf den Gedanken kommen, Jehova würde in unserer Zeit so etwas nicht tun? Tatsache ist, daß er seinen Vorsatz verwirklichen wird, selbst wenn es Zweiflern befremdend und ungewöhnlich erscheint. Ziel seines Vorgehens ist diesmal die Christenheit, die wie das alte Juda vorgibt, Gott anzubeten, aber hoffnungslos verderbt ist. Durch den größeren David, Christus Jesus, wird Jehova zu einer Stunde über die „Philister“ der Christenheit kommen, zu der sie es nicht erwarten. Er wird sein ungewöhnliches Werk so gründlich ausführen, daß auch nicht die geringste Spur von den Religionssystemen der Christenheit übrigbleibt (Matthäus 13:36-43; 2. Thessalonicher 1:6-10).
Warnung vor Jehovas richterlicher Tat
11, 12. Wie haben Jehovas Zeugen vor den kommenden Strafgerichten Jehovas gewarnt?
11 Jehovas Zeugen haben viele Jahre vor dieser richterlichen Tat Jehovas gewarnt. Sie haben darauf hingewiesen, daß die Zerstörung der Stadt Jerusalem und ihres Tempels 607 v. u. Z. und 70 u. Z. eine prophetische Warnung vor dem darstellt, was der Christenheit widerfahren soll. Außerdem haben sie bewiesen, daß die Christenheit zufolge ihrer Abtrünnigkeit zu einem Teil Babylons der Großen geworden ist, des Weltreiches der falschen Religion. Gottes Strafgerichte an Babylon der Großen werden besonders über die Christenheit kommen, denn sie ist der schuldigste Teil dieses satanischen Konglomerats (Offenbarung 19:1-3).
12 Jehovas Zeugen haben auf die prophetische Ankündigung der Bibel hingewiesen, daß sich die politischen Liebhaber Babylons der Großen zu Jehovas bestimmter Zeit über sie hermachen werden. In der Offenbarung heißt es von diesen politischen Mächten, die durch die zehn Hörner eines scharlachfarbenen wilden Tieres sinnbildlich dargestellt werden: „Die zehn Hörner, die du sahst, und das wilde Tier, diese werden die Hure [Babylon die Große] hassen und werden sie verwüsten und nackt machen und werden ihre Fleischteile auffressen und werden sie gänzlich mit Feuer verbrennen“ (Offenbarung 17:16). Die religiöse Christenheit wird zusammen mit der gesamten falschen Religion verbrannt und vernichtet werden. Das wird Jehovas befremdende Tat sein — sein ungewöhnliches Werk in unseren Tagen.
13. Worin gleichen die Reaktionen auf die Warnungen Jehovas heute denen zur Zeit Jesajas?
13 Wenn Jehovas Zeugen vor dieser bevorstehenden Katastrophe warnen, ist die Reaktion oftmals spöttisches Gelächter. Die Menschen fragen sich, wie sie denn überhaupt dazu kommen, so etwas zu sagen. Die Christenheit ist ihrer Meinung nach sehr stabil, sehr gut gegründet. Und einige glauben, ihre Position verbessere sich sogar. Regierungen, von denen die christliche Religion früher unterdrückt worden ist, gewähren ihr seit kurzem größere Handlungsfreiheit. Dennoch sollte die Christenheit den Rat Jesajas beachten: „Zeigt euch nicht als Spötter, damit eure Bande nicht stark werden, denn es gibt eine Ausrottung, ja etwas Beschlossenes, was ich von dem Souveränen Herrn, Jehova der Heerscharen, für das ganze Land gehört habe“ (Jesaja 28:22; 2. Petrus 3:3, 4).
14. Wieso werden die Bande der Christenheit immer stärker und enger?
14 Die Christenheit wird sich gegenüber dem König und dem Königreich weiterhin größtenteils feindlich verhalten (2. Thessalonicher 2:3, 4, 8). Währenddessen werden aber ihre Bande immer stärker und enger. Mit anderen Worten: Ihre Vernichtung wird immer sicherer. Jehova wird von seinem Beschluß, die Christenheit vernichten zu lassen, genausowenig abrücken, wie er seinen Beschluß rückgängig machte, 607 v. u. Z. die Zerstörung der Stadt Jerusalem und ihres Tempels zuzulassen.
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