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„Harrt auf mich“Der Wachtturm 1996 | 1. März
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Gründe für Jehovas glühenden Zorn
4. Mit welchen Worten brachte Jehova seinen Zorn über Juda und Jerusalem zum Ausdruck?
4 Jehova hatte allen Grund, auf die Führer und die Einwohner Judas und Jerusalems, dessen Hauptstadt, zornig zu sein. Er erklärte durch seinen Propheten Zephanja: „Ich will meine Hand gegen Juda und gegen alle Bewohner Jerusalems ausstrecken, und ich will von diesem Ort die Übriggebliebenen des Baal wegtilgen, den Namen der Priester fremdländischer Götter samt den Priestern und diejenigen, die sich auf den Dächern vor dem Heer der Himmel niederbeugen, und diejenigen, die sich niederbeugen, wobei sie Jehova Eidschwüre leisten und bei Malkam Eidschwüre leisten“ (Zephanja 1:4, 5).
5, 6. (a) Welche religiöse Situation herrschte zur Zeit Zephanjas in Juda? (b) Wie verhielten sich die bürgerlichen Führer und ihre Untergebenen?
5 Juda hatte sich mit den entarteten Fruchtbarkeitsriten der Baalsanbetung besudelt, mit dämonischer Astrologie und mit der Verehrung des heidnischen Gottes Malkam. Falls dieser mit Molech identisch war, wie einige meinen, schloß Judas falsche Anbetung scheußliche Kinderopfer ein. Solche religiösen Praktiken waren abscheulich in den Augen Jehovas (1. Könige 11:5, 7; 14:23, 24; 2. Könige 17:16, 17). Die Götzendiener steigerten Jehovas Zorn sogar noch dadurch, daß sie immer noch in seinem Namen schworen. Er wollte diese religiöse Unreinheit nicht länger dulden und beabsichtigte, heidnische und abtrünnige Priester zu Tode zu bringen.
6 Auch die bürgerlichen Führer Judas waren verdorben. Die Fürsten glichen raubgierigen ‘brüllenden Löwen’, und die Richter waren mit räuberischen ‘Wölfen’ vergleichbar (Zephanja 3:3). Ihre Untergebenen wurden beschuldigt, „das Haus ihrer Herren mit Gewalttat und Trug [zu] füllen“ (Zephanja 1:9). Der Materialismus war weit verbreitet. Viele nutzten die Situation aus, um Vermögen anzuhäufen (Zephanja 1:13).
Zweifel am Tag Jehovas
7. Wie lange vor dem ‘großen Tag Jehovas’ prophezeite Zephanja, und wie war es um den Glauben vieler Juden bestellt?
7 Wie bereits festgestellt wurde, läßt die katastrophale religiöse Situation in Zephanjas Tagen darauf schließen, daß er sein Werk als Zeuge und Prophet durchführte, bevor König Josia um das Jahr 648 v. u. Z. mit seinem Feldzug gegen den Götzendienst begann (2. Chronika 34:4, 5). Demnach prophezeite Zephanja offenbar, mindestens 40 Jahre bevor der „große Tag Jehovas“ für das Königreich Juda kam. In der Zwischenzeit begannen viele Juden, Zweifel zu hegen, und sie ‘zogen sich davon zurück’, Jehova zu dienen, wurden also gleichgültig. Zephanja sprach von solchen, „die Jehova nicht gesucht haben und ihn nicht befragt haben“ (Zephanja 1:6). Offensichtlich gab es in Juda Personen, die gleichgültig waren und sich über Gott keine Gedanken machen wollten.
8, 9. (a) Warum wollte Jehova „Männern Aufmerksamkeit schenken, die auf ihren Hefen erstarren“? (b) Auf welche Weise würde Jehova seine Aufmerksamkeit auf die Bewohner Judas sowie auf ihre bürgerlichen und geistlichen Führer richten?
8 Jehova gab seinen Vorsatz bekannt, diejenigen zu besichtigen, die sich als sein Volk bezeichneten. Aus den Reihen seiner angeblichen Anbeter würde er alle die heraussuchen, die in ihrem Herzen zweifelten, ob er fähig oder willens war, in die Angelegenheiten der Menschen einzugreifen. Er erklärte: „Es soll geschehen zu jener Zeit, daß ich Jerusalem sorgfältig mit Leuchten durchsuchen werde, und ich will den Männern Aufmerksamkeit schenken, die auf ihren Hefen erstarren und die in ihrem Herzen sprechen: ‚Jehova wird nicht Gutes tun, und er wird nicht Böses tun‘“ (Zephanja 1:12). Mit dem Ausdruck ‘Männer, die auf ihren Hefen erstarren’ (eine Bezugnahme auf die Weinherstellung) sind diejenigen gemeint, die sich niedergelassen hatten gleich der Hefe am Boden eines Fasses und die nicht durch die Verkündigung eines bevorstehenden Eingriffs in die Angelegenheiten der Menschen gestört werden wollten.
9 Jehova würde seine Aufmerksamkeit nicht nur auf die Bewohner Judas und Jerusalems richten, sondern auch auf ihre Priester, die seine Anbetung mit heidnischen Elementen vermischt hatten. Falls sie sich sicher fühlten — gleichsam im Schutz der Nacht innerhalb der Mauern Jerusalems —, würde er sie aufspüren wie mit hellen Lampen, die die geistige Finsternis durchdringen würden, in die sie sich geflüchtet hatten. Er würde sie aus ihrer religiösen Gleichgültigkeit aufrütteln, zunächst durch furchteinflößende Gerichtsbotschaften, dann durch die Vollstreckung der Strafurteile.
„Der große Tag Jehovas ist nahe“
10. Wie beschrieb Zephanja den ‘großen Tag Jehovas’?
10 Jehova inspirierte Zephanja, folgendes zu verkünden: „Der große Tag Jehovas ist nahe. Er ist nahe, und er eilt sehr. Der Schall des Tages Jehovas ist bitter“ (Zephanja 1:14). Tatsächlich standen allen — den Priestern, den Fürsten und dem Volk —, die nicht auf die Warnung hören und zur reinen Anbetung zurückkehren wollten, bittere Tage bevor. Die Prophezeiung lieferte eine nähere Beschreibung von dem Tag des Strafvollzugs: „Jener Tag ist ein Tag des Zornausbruchs, ein Tag der Bedrängnis und Angst, ein Tag des Sturms und der Verödung, ein Tag der Finsternis und der Dunkelheit, ein Tag des Gewölks und dichten Dunkels, ein Tag des Horns und des Alarmsignals gegen die befestigten Städte und gegen die hohen Ecktürme“ (Zephanja 1:15, 16).
11, 12. (a) Welche Gerichtsbotschaft wurde gegen Jerusalem verkündet? (b) Würde materieller Wohlstand die Juden retten?
11 In wenigen Jahrzehnten sollten die Heere Babylons in Juda eindringen. Jerusalem würde nicht entrinnen. Die Wohn- und Geschäftsviertel sollten verwüstet werden. „‚Es soll an jenem Tag geschehen‘, ist der Ausspruch Jehovas, ‚daß ein Geschrei vom Fischtor her erschallt und ein Geheul vom zweiten Stadtteil her und ein großes Krachen von den Hügeln her. Heult, ihr Bewohner von Machtesch [ein Teil Jerusalems], denn alles Volk der Händler ist zum Schweigen gebracht worden; alle, die Silber darwiegen, sind weggetilgt worden‘“ (Zephanja 1:10, 11, Fußnote).
12 Viele Juden, die nicht glauben wollten, daß der Tag Jehovas nahe war, gingen völlig in ihren einträglichen geschäftlichen Unternehmungen auf. Doch Jehova sagte durch seinen treuen Propheten Zephanja voraus: „Ihr Vermögen soll zum Raub werden und ihre Häuser zu einer wüsten Einöde.“ Sie würden den Wein nicht trinken, den sie herstellten, und ‘weder ihr Silber noch ihr Gold würde sie am Tag des Zornausbruchs Jehovas befreien können’ (Zephanja 1:13, 18).
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„Harrt auf mich“Der Wachtturm 1996 | 1. März
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18. (a) Wie wurde das göttliche Strafurteil an Jerusalem vollstreckt, und warum? (b) Wie erfüllte sich das, was Zephanja über Moab und Ammon prophezeit hatte?
18 Viele Juden, die weiterhin auf Jehova harrten, sahen zu ihren Lebzeiten auch, wie er sein Strafurteil an Juda und Jerusalem vollstreckte. Über Jerusalem hatte Zephanja folgendes prophezeit: „Wehe der rebellierenden und sich verunreinigenden, der bedrückenden Stadt! Sie hörte nicht auf eine Stimme; sie nahm keine Zucht an. Auf Jehova vertraute sie nicht. Ihrem Gott nahte sie nicht“ (Zephanja 3:1, 2). Jerusalem wurde wegen seiner Treulosigkeit zweimal von den Babyloniern belagert und 607 v. u. Z. schließlich eingenommen und zerstört (2. Chronika 36:5, 6, 11-21).
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