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Recht und Gerechtigkeit kennzeichnet alle Wege GottesDer Wachtturm 1989 | 1. März
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Recht und Gerechtigkeit kennzeichnet alle Wege Gottes
„Der FELS, vollkommen ist sein Tun, denn Gerechtigkeit sind alle seine Wege. Ein Gott der Treue, bei dem es kein Unrecht gibt; gerecht und gerade ist er“ (5. MOSE 32:4, NW, Stud.).
1. Welche Eigenschaften Jehovas stellte Moses in seinem Lied vor den Ohren der Söhne Israels heraus, bevor er starb, und wieso konnte er diese Worte äußern?
JEHOVA, der höchste Richter, Satzungsgeber und König, „liebt Gerechtigkeit und Recht“ (Psalm 33:5; Jesaja 33:22). Moses, der Mittler des Gesetzesbundes und ein Prophet, „den Jehova von Angesicht zu Angesicht kannte“, war mit Jehovas gerechten Wegen gut vertraut (5. Mose 34:10; Johannes 1:17). Kurz bevor Moses starb, stellte er mit Nachdruck eine überragende Eigenschaft Jehovas heraus: seine Gerechtigkeit. Vor den Ohren der ganzen Versammlung Israels ließ er die Worte des folgenden Liedes erschallen: „Hört hin, o Himmel, und laßt mich reden; und möge die Erde die Reden meines Mundes hören. ... Ich werde den Namen Jehovas verkünden. Schreibt Größe zu unserem Gott! Der FELS, vollkommen ist sein Tun, denn Gerechtigkeit sind alle seine Wege. Ein Gott der Treue, bei dem es kein Unrecht gibt; gerecht und gerade ist er“ (5. Mose 32:1, 3, 4, NW, Stud.).
2. Inwiefern zeichnet sich alles, was Jehova tut, stets durch Gerechtigkeit aus, und wieso ist das von Bedeutung?
2 Alles, was Jehova tut, zeichnet sich durch Gerechtigkeit aus, und sie kommt stets in völliger Harmonie mit seiner Weisheit, Liebe und Macht zum Ausdruck. Gottes Diener Elihu erinnerte Hiob gemäß Hiob 37:23 an folgendes: „Was den Allmächtigen betrifft, wir haben ihn nicht ergründet; er ist erhaben an Macht, und Recht und der Gerechtigkeit Fülle wird er nicht schmälern.“ Und König David schrieb: „Jehova liebt das Recht, und er wird seine Loyalgesinnten nicht verlassen“ (Psalm 37:28). Welch tröstliche Zusicherung! Auf all seinen Wegen wird Gott diejenigen, die ihm gegenüber loyal sind, keinen Augenblick im Stich lassen. Gottes Gerechtigkeit bürgt dafür.
Warum es Unrecht gibt
3. Was ist unter den Menschen heute sehr verbreitet, und wie hat sich das auf das Verhältnis des Menschen zu Gott ausgewirkt?
3 Warum gibt es aber unter den Menschen heute so viel Unrecht, wenn doch Jehova der Gott der Gerechtigkeit ist, derjenige, der das Recht liebt und der „der Schöpfer der äußersten Enden der Erde“ ist? (Jesaja 40:28). Moses antwortet gemäß 5. Mose 32:5: „Sie haben ihrerseits verderblich gehandelt; sie sind nicht seine Kinder, ihre eigene Fehlerhaftigkeit ist es, eine verkehrte und verdrehte Generation!“ Das verderbliche Tun des Menschen hat ihn so weit von seinem Schöpfer entfernt, daß, wie es heißt, Gottes Gedanken und Wege viel höher als die des Menschen sind, „wie die Himmel höher sind als die Erde“ (Jesaja 55:8, 9).
4. Welche Handlungsweise hat sich der Mensch erwählt, und was hat dies für ihn mit sich gebracht?
4 Vergessen wir nicht, daß der Mensch nicht so erschaffen wurde, daß er unabhängig von seinem Schöpfer handeln sollte. Die Lage, in der wir uns befinden, wird von Jeremia richtig beurteilt, wenn er sagt: „Ich weiß wohl, o Jehova, daß nicht beim Erdenmenschen sein Weg steht. Es steht nicht bei dem Mann, der da wandelt, auch nur seinen Schritt zu richten“ (Jeremia 10:23). Dadurch, daß der Mensch die gerechten Wege Gottes und seine Herrschaft verwarf, unterstellte er sich ganz anderen und äußerst einflußreichen unsichtbaren Mächten: Satan, dem Teufel, und seinen Komplizen, den Dämonen. Mit aller Deutlichkeit sagte der Apostel Johannes: „Die ganze Welt liegt in der Macht dessen, der böse ist.“ Die dämonischen Mächte sind nicht im geringsten daran interessiert, unter der Menschheit Recht und Gerechtigkeit zu stützen (1. Johannes 5:19).
5. Nenne Beispiele für den Mangel an Recht und Gerechtigkeit in der heutigen Welt.
5 Ein Beispiel für den Mangel an Recht und Gerechtigkeit in den letzten Tagen des gegenwärtigen Systems der Dinge führte 1984 der amerikanische Generalstaatsanwalt William French Smith an. Er kommentierte eine Untersuchung über die Gefängnisstrafen, die zwischen 1977 und 1983 in 12 amerikanischen Bundesstaaten verhängt wurden, folgendermaßen: „Die Öffentlichkeit glaubt, die schlimmsten Verbrecher — Mörder, Vergewaltigungstäter, Drogenhändler — säßen hohe Strafen ab. Die Studie des Büros ... zeigt, wie einfach es für Schwerverbrecher ist, auf die Straße zurückzugelangen, um neue Verbrechen zu begehen.“ Kein Wunder, daß Paul Kamenar von der Washingtoner Stiftung zur Förderung des Rechts sagte: „Das Rechtswesen ist meist zu lax.“
6. (a) In welchem Zustand befand sich Juda vor der Gefangenschaft? (b) Welche Fragen stellte Habakuk, und gelten sie auch heute?
6 Lax gehandhabt wurde das Recht auch überall im Land Juda, bevor dieses Königreich von den babylonischen Heeren im Jahre 607 v. u. Z. besiegt wurde. Demzufolge inspirierte Gott seinen Propheten Habakuk zu den Worten: „Das Gesetz [wird] kraftlos, und das Recht geht niemals hervor. Denn der Böse umgibt den Gerechten, darum kommt das Recht verdreht hervor“ (Habakuk 1:4). Dieser ungerechte Zustand veranlaßte den Propheten, Jehova zu fragen: „Warum schaust du auf diejenigen, die treulos handeln, schweigst fortwährend, wenn ein Böser einen, der gerechter ist als er, verschlingt?“ (Habakuk 1:13). Auch heute, wo auf allen Gebieten menschlichen Tuns Unrecht praktiziert wird, könnten die davon Betroffenen mit gutem Grund fragen: „Warum schaut der Gott der Gerechtigkeit fortwährend dem Unrecht zu, das auf der Erde verübt wird? Warum läßt er zu, daß ‘das Recht verdreht hervorkommt’? Warum ‘schweigt er fortwährend’?“ Das sind wichtige Fragen, und nur Gottes kostbares Wort, die Bibel, enthält zutreffende und befriedigende Antworten.
Warum Gott Ungerechtigkeit zuläßt
7. (a) Warum verlor der Mensch das Paradies, das Gott ihm gegeben hatte? (b) Welche Streitfragen wurden in Eden aufgeworfen, und wie reagierte Gott in seiner Gerechtigkeit darauf?
7 Gottes Werke sind vollkommen, wie Moses es bestätigte. Das traf auch auf das Menschenpaar zu, das Gott in das Edenparadies setzte (1. Mose 1:26, 27; 2:7). Die gesamte Vorkehrung, die Gott getroffen hatte, war für das Glück und das Wohl des Menschen optimal. Der göttliche Bericht sagt: „Nach diesem sah Gott alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut“ (1. Mose 1:31). Aber die paradiesische Ruhe hielt nicht lange an. Unter dem Einfluß eines rebellischen Geistgeschöpfes wurden Adam und Eva in eine Auseinandersetzung mit Jehova hineingezogen, bei der es um seine Regierungsweise ging. Die Rechtmäßigkeit der Gebote, die Gott ihnen gegeben hatte, wurde in Frage gezogen (1. Mose 3:1-6). Wichtige sittliche Streitfragen kamen auf, Streitfragen, durch die die Rechtmäßigkeit der Herrschaft Gottes angefochten wurde. Der historische Bericht über den treuen Hiob läßt darauf schließen, daß nun auch die Lauterkeit aller Geschöpfe Gottes angezweifelt wurde. Die Gerechtigkeit verlangte, daß Zeit eingeräumt wurde, um diese Streitfragen von universeller Bedeutung zu klären (Hiob 1:6-11; 2:1-5; siehe auch Lukas 22:31).
8. (a) In welch verhängnisvollem Zustand befanden sich die Menschen nun? (b) Welche Hoffnung spricht aus dem Lied Mose?
8 In welch verhängnisvollen Zustand die Menschen dadurch gerieten, daß sie die gerechten Wege Gottes verwarfen, faßte Paulus gemäß Römer 8:22 zusammen, indem er schrieb, daß „die gesamte Schöpfung zusammen fortgesetzt seufzt und zusammen in Schmerzen liegt bis jetzt“. Ein Großteil des ‘Seufzens’ und der „Schmerzen“ hat seine Ursache darin, daß es bisher unter den Menschen an Gerechtigkeit gefehlt und „der Mensch über den Menschen zu seinem Schaden geherrscht hat“ (Prediger 8:9). Dem allmächtigen Gott sei Dank, daß er diesen Hohn auf die Gerechtigkeit nicht in alle Ewigkeit zulassen wird! Beachte, was gemäß 5. Mose 32:40, 41 in dieser Hinsicht im Lied Mose weiter gesagt wird: „‚So wahr ich bis auf unabsehbare Zeit lebe‘, wenn ich [Jehova] mein blitzendes Schwert tatsächlich schärfe und meine Hand zum Gericht greift, will ich Rache erstatten meinen Widersachern und Vergeltung zollen denen, die mich aufs tiefste hassen.“
9. Erkläre, inwiefern ‘Jehovas Hand zum Gericht griff’, als sich der Mensch gegen ihn auflehnte.
9 Damals in Eden ‘griff Jehovas Hand zum Gericht’. Ohne Zögern verurteilte Gott den Menschen zu Recht zum Tode, weil er seine Anordnungen willentlich übertreten hatte. Er sagte zu Adam: „Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren“ (1. Mose 3:19). Jahrhunderte danach faßte der Apostel Paulus die traurigen Folgen, die sich aus der sündigen Handlungsweise Adams für die ganze Menschheitsfamilie ergaben, mit den Worten zusammen: „... so wie durch e i n e n Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und sich so der Tod zu allen Menschen verbreitet hat, weil sie alle gesündigt hatten“ (Römer 5:12).
10. Welche zwei „Samen“ haben sich seit der Auflehnung Adams entwickelt, und wie hat Jehova reagiert?
10 Außerdem erklärte Gott, nachdem sich die Menschen gegen ihn aufgelehnt hatten: „Ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zermalmen, und du wirst ihm die Ferse zermalmen“ (1. Mose 3:15, 17-19). Die Entwicklung der beiden „Samen“ ist mittlerweile während 6 000 Jahren vorangeschritten, und stets hat zwischen ihnen „Feindschaft“ geherrscht. Aber während der vielen Szenenwechsel auf der Erde sind Jehovas gerechte Wege unverändert geblieben. Durch seinen Propheten Maleachi sagte er: „Ich bin Jehova; ich habe mich nicht geändert“ (Maleachi 3:6). Das bürgt dafür, daß sich Gottes Wege im Umgang mit der unvollkommenen und rebellischen Menschheit jederzeit durch Recht und Gerechtigkeit ausgezeichnet haben. Kein einziges Mal ist Jehova von seinen erhabenen, gerechten Grundsätzen abgewichen, sondern er hat sie seinen wunderbaren Eigenschaften Weisheit, Liebe und Macht angeglichen.
Gott kommt dem Menschen zu Hilfe
11, 12. Inwiefern wird die schlimme Notlage des Menschen in Psalm 49 treffend geschildert?
11 Wie ein riesiger Krake mit seinen Fangarmen hat Satan mit seinem verderbten Einfluß die ganze Menschheit umschlossen. Ja wie dringend ist es doch, daß die Menschen befreit werden — nicht nur von der Verurteilung zum Tode, sondern auch von den ungerechten Systemen der unvollkommenen Menschenherrschaft!
12 Die schlimme Notlage, in der sich der Mensch befindet, seitdem über ihn das Todesurteil ausgesprochen wurde, wird in dem folgenden Psalm der Söhne Korahs treffend geschildert: „Hört dies, all ihr Völker. Leiht das Ohr, all ihr Bewohner des Systems der Dinge, ihr Menschensöhne wie auch ihr Mannessöhne, du Reicher und du Armer zusammen. Nicht einer von ihnen kann irgendwie selbst einen Bruder erlösen noch Gott ein Lösegeld für ihn geben (und der Erlösungspreis ihrer Seele ist so kostbar, daß er aufgehört hat auf unabsehbare Zeit), daß er immerdar weiterleben und die Grube nicht sehen sollte“ (Psalm 49:1, 2, 7-9, NW, Stud.). Das Ganze ist eine Folge der Gerechtigkeit Gottes.
13, 14. (a) Wer nur konnte den Menschen befreien, und wieso war derjenige, den Gott erwählte, geeignet? (b) Inwiefern wurden alle Verheißungen Gottes durch Jesus zum Ja?
13 Woher könnte denn Hilfe kommen? Wer könnte den Menschen von der Macht des Todes befreien? Die Antwort lautet: „Gott selbst [wird] meine Seele aus der Hand des Scheols erlösen“ (Psalm 49:15). Nur durch Gottes große Liebe, die im Einklang mit seiner Gerechtigkeit wirkt, kann der Mensch aus „der Hand des Scheols“ gerettet werden. Eine weitere Antwort auf unsere Fragen wurde in der nächtlichen Unterhaltung zwischen Jesus und dem vorsichtigen Pharisäer Nikodemus gegeben. Jesus sagte zu ihm: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe“ (Johannes 3:16). Bevor Gottes Sohn auf die Erde kam, hatte er bei seinem Vater im Himmel gelebt. Mit Bezug auf dieses vormenschliche Dasein heißt es, daß ‘die Dinge, die ihm lieb waren, bei den Menschensöhnen waren’ (Sprüche 8:31). Wie passend ist es doch daher, daß Jehova dieses besondere Geistgeschöpf — seinen einziggezeugten Sohn — dazu erwählte, die Menschheit zu erlösen!
14 Über Jesus sagte Paulus: „So viele Verheißungen Gottes es auch gibt, sie sind durch ihn zum Ja geworden“ (2. Korinther 1:20). Auf eine dieser inspirierten Verheißungen, die der Prophet Jesaja niederschrieb, wird in Matthäus 12:18, 21 Bezug genommen, wo wir im Hinblick auf Jesus lesen: „Siehe! Mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem meine Seele Wohlgefallen gefunden hat! Ich will meinen Geist auf ihn legen, und er wird den Nationen das Recht erklären. In der Tat, auf seinen Namen werden die Nationen hoffen.“ (Siehe Jesaja 42:1-4.)
15, 16. Wieso konnte Jesus der „Ewigvater“ der Nachkommen Adams werden?
15 Während seines irdischen Dienstes machte Jesus klar, daß Menschen aus allen Nationen schließlich auf seinen Namen hoffen und somit Nutzen aus der Gerechtigkeit Gottes ziehen könnten. Jesus erklärte: „Der Sohn des Menschen [ist] nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und seine Seele als ein Lösegeld im Austausch gegen viele zu geben“ (Matthäus 20:28). In Gottes vollkommenem Gesetz, das er der Nation Israel gegeben hatte, hieß es: „Seele wird für Seele sein“ (5. Mose 19:21). Demnach war Jesus, nachdem er sein vollkommenes Leben geopfert hatte und von Gott auferweckt worden war, um in den Himmel zurückzukehren, in der Lage, Jehova den Wert seines vollkommenen menschlichen Lebens im Austausch gegen Adams Lebensrechte darzubringen. So wurde Jesus „der letzte [oder zweite] Adam“, und er ist jetzt ermächtigt, gegenüber allen gläubigen Nachkommen Adams als „Ewigvater“ zu handeln (1. Korinther 15:45; Jesaja 9:6).
16 Gottes Weg der Rettung durch die liebevolle Vorkehrung des Loskaufsopfers seines Sohnes, Jesus Christus, ist auf diese Weise ‘den Nationen erklärt’ worden. Und er zeichnet sich ohne Zweifel durch göttliche Gerechtigkeit aus. Wie dankbar sollten wir Gott sein, daß er die Möglichkeit geschaffen hat, ‘unsere Seele aus der Hand des Scheols zu erlösen’!
Das Lösegeld verteidigen
17, 18. Welche Partnerschaft ging C. T. Russell in den 1870er Jahren ein, doch welche Überraschung bereitete ihm Barbour im Jahre 1878?
17 Wie die Christen im ersten Jahrhundert haben Jehovas Zeugen in der heutigen Zeit stets die Lehre vom Loskaufsopfer Jesu Christi verteidigt. Es ist interessant, sich daran zu erinnern, daß der erste Präsident der Watch Tower Society, Charles Taze Russell, einst Mitherausgeber und finanzieller Förderer einer religiösen Zeitschrift mit dem Titel The Herald of the Morning (Herold des Morgens) war. Diese Zeitschrift wurde ursprünglich von dem Adventisten N. H. Barbour aus Rochester (New York) herausgegeben. Russell war damals in den Zwanzigern, Barbour war viel älter als er.
18 Bis 1878 schien es in der Partnerschaft keine Probleme zu geben, doch dann veröffentlichte Barbour völlig überraschend einen Artikel, in dem er die Lehre vom Lösegeld leugnete. Russell schrieb darüber folgendes: „Mr. Barbour ... [schrieb] einen Artikel für den Herald, in welchem er die Lehre von der Versöhnung leugnete — leugnete, daß der Tod Christi der Loskaufspreis für Adam und sein Geschlecht sei. Er sagte, daß unseres Herrn Tod nicht mehr nützen könnte zur Bezahlung der Strafe für die Sünden der Menschen als das Durchstechen einer Fliege mit einer Nadel (wodurch sie leiden und sterben würde), das von irdischen Eltern als eine gerechte Sühnung für Verfehlungen ihres Kindes betrachtet würde.“
19. (a) Wie reagierte Russell auf Barbours Ansicht über das Lösegeld? (b) Hat sich Russells Wunsch bezüglich des Wachtturms erfüllt?
19 Russell hätte von seinem älteren Partner beeinflußt werden können; das geschah aber nicht. Mehrere Monate wurde auf den Seiten der Zeitschrift eine Kontroverse ausgetragen, indem Barbour das Lösegeld leugnete und Russell in seinen Artikeln dafür eintrat. Schließlich trennte sich Russell von Barbour und begann mit der Herausgabe dieser Zeitschrift, damals Zion’s Watch Tower and Herald of Christ’s Presence (Zions Wachtturm und Verkünder der Gegenwart Christi) genannt. C. T. Russell äußerte sich über seinen Standpunkt zu der neuen Zeitschrift wie folgt: „Von Anfang an hat dieses Blatt vor allem das ‚Lösegeld‘ verteidigt, und durch Gottes Gnade hoffen wir dies stets zu tun.“ Ist seine Hoffnung Wirklichkeit geworden? Ganz bestimmt! Eine Erklärung dazu findet man auf Seite 2 der vorliegenden Ausgabe, wo es heißt, daß die Zeitschrift „ermuntert, an den jetzt herrschenden König, Jesus Christus, zu glauben, dessen vergossenes Blut den Menschen ermöglicht, ewiges Leben zu erlangen“.
20. Welche Fragen bleiben noch offen?
20 Bis jetzt sind wir in unserer Betrachtung dem Weg der Gerechtigkeit Gottes gefolgt, was die Forderung eines Mittels betrifft, durch das die Menschheit von der auf ihr lastenden Sündhaftigkeit und dem Todesurteil befreit wird. Die Liebe sorgte für dieses Mittel. Doch bleiben zum Beispiel noch folgende Fragen offen: Wie werden uns die Segnungen des Loskaufsopfers Jesu Christi zuteil? Wie kann man persönlich daraus Nutzen ziehen, und wann bereits? Der nächste Artikel enthält Antworten, die deine Überzeugung stärken werden, daß Recht und Gerechtigkeit alle Wege Gottes kennzeichnet.
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Bald Gerechtigkeit für alle NationenDer Wachtturm 1989 | 1. März
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Bald Gerechtigkeit für alle Nationen
„Der Gerechtigkeit — der Gerechtigkeit solltest du nachjagen, damit du am Leben bleibest und das Land tatsächlich in Besitz nehmest, das Jehova, dein Gott, dir gibt“ (5. MOSE 16:20).
1. Was war Gottes ursprünglicher Vorsatz hinsichtlich des Menschen, und wie nur hätte der Mensch diesem Vorsatz entsprechen können?
JEHOVAS Vorsatz bei der Erschaffung des Mannes und der Frau bestand darin, die Erde mit vollkommenen Menschen zu füllen. Sie alle hätten ihn preisen und ihren Teil zur Unterwerfung der Erde beitragen sollen (1. Mose 1:26-28). Der Mensch wurde in Gottes Bild und Gleichnis erschaffen und hatte daher Eigenschaften wie Weisheit, Gerechtigkeit, Liebe und Macht. Nur durch die ausgewogene Anwendung dieser Eigenschaften konnte er je dem Vorsatz des Schöpfers entsprechen.
2. Wieso war es wichtig, daß die Söhne Israels der Gerechtigkeit nachjagten?
2 Wie in dem vorangegangenen Artikel gezeigt wurde, lehnte sich der Mensch gegen die Handlungsweise Gottes auf und wurde zum Tode verurteilt. Nun war es ihm wegen der Unvollkommenheit nicht mehr möglich, Gottes ursprünglichen Vorsatz die Menschheit betreffend auszuführen. Die Unfähigkeit des Menschen, vollkommene Gerechtigkeit zu bekunden, spielte bei diesem Versagen keine unbedeutende Rolle. Es verwundert deshalb nicht, daß Moses die Söhne Israels ermahnte: „Der Gerechtigkeit — der Gerechtigkeit solltest du nachjagen.“ Ihr Leben und die Fähigkeit, von dem Land der Verheißung Besitz zu ergreifen, hingen davon ab, daß sie der Gerechtigkeit nachjagten (5. Mose 16:20).
Ein Schatten kommender guter Dinge
3. Warum ist eine Betrachtung der Handlungsweise Jehovas mit Israel für uns heute von Bedeutung?
3 Jehovas Handlungsweise mit der Nation Israel stärkt unsere Zuversicht, daß er durch seinen erwählten Knecht, Jesus Christus, tatsächlich allen Nationen sein Recht erklären wird. Der Apostel Paulus sagt diesbezüglich: „Alles, was vorzeiten geschrieben wurde, ist zu unserer Unterweisung geschrieben worden, damit wir durch unser Ausharren und durch den Trost aus den Schriften Hoffnung haben können“ (Römer 15:4). Da Gott ‘Gerechtigkeit und Recht liebt’, forderte er von den Israeliten, ihn in ihrem Umgang miteinander nachzuahmen (Psalm 33:5). Das ist klar zu erkennen, wenn wir nur einige wenige der 600 Gesetze untersuchen, die dem Volk Israel gegeben wurden.
4. Wie wurden Probleme hinsichtlich der bürgerlichen Rechte unter dem mosaischen Gesetz behandelt?
4 Probleme hinsichtlich der bürgerlichen Rechte gab es nicht, wenn man sich an das mosaische Gesetz hielt. Für den Fall, daß ein Nichtisraelit ins Land kam und dort wohnen wollte, galt das Gebot aus 3. Mose 19:34: „Der ansässige Fremdling, der als Fremdling bei euch weilt, sollte euch wie einer eurer Einheimischen werden; und du sollst ihn lieben wie dich selbst.“ Welch eine gerechte und liebevolle Vorkehrung! Darüber hinaus wurden Richter und Zeugen gleichermaßen ermahnt: „Du sollst in bezug auf einen Streitfall nicht so zeugen, daß du mit der Menge abbiegst, um das Recht zu beugen. Was den Geringen betrifft, du sollst in einem ihn betreffenden Streitfall keine Bevorzugung bekunden“ (2. Mose 23:2, 3). Stellen wir uns das einmal vor — gleiches Recht für Arm und Reich!
5. Vergleiche die unter dem mosaischen Gesetz geltenden Strafgesetze mit den heutigen.
5 Die Strafgesetze, nach denen unter dem mosaischen Gesetz verfahren wurde, waren den Gesetzessammlungen heutiger Staaten weit überlegen. Zum Beispiel wurde ein Dieb nicht eingesperrt, so daß er den hart arbeitenden gesetzestreuen Bürgern zur Last gefallen wäre. Er mußte arbeiten und das Diebesgut doppelt oder mehrfach zurückerstatten. Der Bestohlene erlitt also keinen Verlust. Weigerte sich der Dieb, zu arbeiten und zu bezahlen, dann wurde er in die Sklaverei verkauft, und zwar für so lange, bis Ersatz geleistet worden war. Wenn er weiterhin eine störrische Haltung einnahm, brachte man ihn zu Tode. Auf diese Weise kam das Opfer zu seinem Recht, und für andere, die eine Neigung zum Diebstahl haben mochten, war es eine Abschreckung (2. Mose 22:1, 3, 4, 7; 5. Mose 17:12). Zudem wurde jeder Mörder zu Tode gebracht, weil das Leben in Gottes Augen heilig ist. Dadurch wurde ein böser, mordgieriger Mensch aus dem Volk entfernt. Unabsichtlichen Totschlägern erwies man allerdings Barmherzigkeit (4. Mose 35:9-15, 22-29, 33).
6. Zu welchem Schluß kommen wir aufgrund der Untersuchung der Gesetze Israels?
6 Wer könnte leugnen, daß sich Jehovas rechtliche Verfahrensweise mit der Nation Israel in allem durch Gerechtigkeit auszeichnete? Welch ein Trost, welch eine Hoffnung erfüllt uns doch, wenn wir darüber nachsinnen, daß Gottes Verheißung aus Jesaja 42:1 durch Christus Jesus verwirklicht werden wird! Dort wird uns die Zusicherung gegeben: „Das Recht wird er für die Nationen hervorbringen.“
Gerechtigkeit — gemildert durch Barmherzigkeit
7. Beschreibe Jehovas barmherzige Handlungsweise mit Israel.
7 Gottes Gerechtigkeit wird durch seine Barmherzigkeit gemildert. Das kam deutlich zum Ausdruck, als die Israeliten gegen Gottes gerechte Wege zu rebellieren begannen. Beachten wir, mit welchen Worten Moses beschreibt, wie sich Jehova während der 40 Jahre, in denen sie in der Wildnis waren, auf barmherzige Weise um sie kümmerte: „Er fand ihn dann im Lande einer Wildnis und in einer öden, heulenden Wüste. Er begann ihn zu umhegen, auf ihn achtzugeben, ihn zu behüten wie die Pupille seines Auges. So, wie ein Adler sein Nest aufstört, über seinen flüggen Jungen schwebt, seine Flügel ausbreitet, sie aufnimmt, sie auf seinen Schwingen trägt, hat Jehova allein ihn ständig geführt“ (5. Mose 32:10-12). Als die Israeliten später abtrünnig wurden, bat Jehova sie inständig: „Kehrt bitte um von euren schlechten Wegen und von euren schlechten Handlungen“ (Sacharja 1:4a).
8, 9. (a) In welchem Maß ließ Gott gegenüber den Juden Barmherzigkeit und Gerechtigkeit walten? (b) Welches Unglück kam schließlich über sie, doch was kann über Gottes Handlungsweise mit ihnen gesagt werden?
8 Jehova stieß jedoch mit seinem Angebot, den Israeliten Barmherzigkeit zu erweisen, auf taube Ohren. Durch den Propheten Sacharja sagte er: „Sie hörten nicht, und sie zollten mir keine Aufmerksamkeit“ (Sacharja 1:4b). Gottes Barmherzigkeit und seine Gerechtigkeit bewogen ihn, seinen einziggezeugten Sohn zu senden, um Israel zu helfen, zu ihm umzukehren. Johannes der Täufer stellte Gottes Sohn mit den Worten vor: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!“ (Johannes 1:29). Mehrere Jahre belehrte Jesus die Juden unermüdlich über Gottes rechte Wege und wirkte zahllose Wunder; so bewies er, daß er der vorhergesagte Befreier war (Lukas 24:27; Johannes 5:36). Aber das Volk hörte nicht auf Jesus und glaubte ihm nicht. Daher fühlte er sich veranlaßt auszurufen: „Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind — wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel versammelt! Ihr aber habt nicht gewollt. Seht! Euer Haus wird euch verödet überlassen“ (Matthäus 23:37, 38).
9 Gott hielt die Vollstreckung seines Gerichtsurteils weitere 37 Jahre zurück, bis er schließlich im Jahre 70 u. Z. den Römern gestattete, Jerusalem zu zerstören und Tausende von Juden in die Gefangenschaft wegzuführen. Wenn man in Betracht zieht, wie Jehova jahrhundertelang Langmut und Geduld übte, könnte man da leugnen, daß sich seine Handlungsweise mit dem Haus Israel durch Gerechtigkeit auszeichnete?
Gerechtigkeit für alle Nationen
10. Inwiefern ließ Gott allen Nationen Gerechtigkeit zuteil werden?
10 Nachdem Israel Jesus verworfen hatte, sagte Jakobus: ‘Gott wandte erstmals seine Aufmerksamkeit den Nationen zu, um aus ihnen ein Volk für seinen Namen herauszunehmen’ (Apostelgeschichte 15:14). Jenes „Volk“ einschließlich der wenigen Juden, die Jesus als den Messias annahmen, bildet, kollektiv betrachtet, „das [geistige] Israel Gottes“, das aus den 144 000 geistgezeugten Nachfolgern Christi Jesu besteht (Galater 6:16; Offenbarung 7:1-8; 14:1-5). Der erste unbeschnittene Nichtjude, der gläubig wurde, war Kornelius. Als er und seine Hausgemeinschaft Gottes Weg der Rettung annahmen, erklärte Petrus: „Bestimmt merke ich, daß Gott nicht parteiisch ist, sondern daß für ihn in jeder Nation der Mensch, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit wirkt, annehmbar ist“ (Apostelgeschichte 10:34, 35). Auch Paulus nimmt auf Jehovas Unparteilichkeit Bezug, wenn er sagt: „Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Sklave noch Freier, da ist weder männlich noch weiblich; denn ihr alle seid e i n e r in Gemeinschaft mit Christus Jesus. Überdies, wenn ihr Christus angehört, seid ihr wirklich Abrahams Same, Erben hinsichtlich einer Verheißung“ (Galater 3:28, 29).
11. Welche Verheißung wurde Abraham gegeben, und wie wird sie sich erfüllen?
11 Mit diesen Worten werden wir an eine wunderbare Verheißung erinnert, die Jehova Abraham gab. Aufgrund der Bereitwilligkeit des Patriarchen, seinen geliebten Sohn Isaak zu opfern, sicherte Jehova ihm zu: „Wegen der Tatsache, daß du dies getan hast und mir deinen Sohn, deinen einzigen, nicht vorenthalten hast, [werde] ich dich bestimmt segnen ... Und durch deinen Samen werden sich bestimmt alle Nationen der Erde ... segnen“ (1. Mose 22:16-18). Wie wird sich die Verheißung erfüllen? „Abrahams Same“, der sich aus Jesus Christus und seinen 144 000 gesalbten Nachfolgern, die sich bis in den Tod als treu erweisen, zusammensetzt, wird für tausend Jahre vom Himmel aus über die Menschheit regieren (Offenbarung 2:10, 26; 20:6). In bezug auf diese gesegnete Zeit versichert uns Jehova: „Für die Fülle der fürstlichen Herrschaft und den Frieden wird es kein Ende geben.“ Warum nicht? Weil die fürstliche Herrschaft des messianischen Königreiches ‘auf unabsehbare Zeit durch Recht und durch Gerechtigkeit gestützt werden wird’ (Jesaja 9:7).
12. In welchem Maß erleben Menschen bereits heute Segnungen des abrahamischen Bundes?
12 Man braucht jedoch nicht zu warten, bis die Tausendjahrherrschaft Jesu Christi beginnt, um sich der Segnungen des abrahamischen Bundes zu erfreuen. „Eine große Volksmenge ... aus allen Nationen und Stämmen und Völkern“ erlebt die Segnungen bereits heute. Dadurch, daß diese Menschen auf symbolische Weise ‘ihre Gewänder gewaschen und sie weiß gemacht haben in dem Blut des Lammes’, Jesus Christus, sind sie in einen gerechten Stand vor Jehova gelangt. Sie sind wie Abraham Freunde Jehovas geworden! Sein Weg der Rettung für Millionen aus allen Nationen ist tatsächlich durch Recht und Gerechtigkeit gekennzeichnet (Offenbarung 7:9, 14).
Reagierst du positiv auf Gottes gerechte Wege?
13, 14. (a) Woraufhin sollte jeder von uns sein Herz untersuchen? (b) Wie können wir unsere Dankbarkeit gegenüber Jehova zum Ausdruck bringen?
13 Ist dein Herz von Gottes Weg der Gerechtigkeit und Liebe berührt worden, die er dadurch gezeigt hat, daß er seinen einziggezeugten Sohn als Lösegeld für dich dahingab? Stell dir vor, wie Abraham empfunden haben muß, als Jehova ihn bat, seinen Sohn zu opfern, den einen, den er so sehr liebte! Aber Gott hat viel tiefere Empfindungen. Denke daran, wie er empfunden haben muß, als sein lieber Sohn gedemütigt wurde und sich die Lästerworte von Vorübergehenden anhören und qualvolle Schmerzen an einem Marterpfahl erleiden mußte. Stell dir vor, was in Jehova vor sich gegangen sein muß, als Jesus mit lauter Stimme rief: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Matthäus 27:39, 46). Dennoch mußte Jehova Gott zulassen, daß sein Sohn auf eine solche Weise starb, um seine Lauterkeit zu beweisen und um der Gerechtigkeit Gottes Genüge zu tun. Dadurch, daß Jehova seinen Sohn sterben ließ, erschloß er uns außerdem den Weg der Rettung.
14 Gewiß sollten wir uns daher aus Dankbarkeit gegenüber Jehova und seinem Sohn veranlaßt fühlen, öffentlich zu bekennen: „Die Rettung verdanken wir unserem Gott ... und dem Lamm“ (Offenbarung 7:10). Wenn wir auf diese Weise positiv reagieren, zeigen wir, daß wir den Worten Mose glauben: „Gerechtigkeit sind alle ... Wege [Jehovas]“ (5. Mose 32:4). Wie glücklich müssen doch Jehova und sein Sohn darüber sein, daß wir Gottes gerechte Wege zur Rettung der Menschheit anerkennen und sie auch einzuhalten suchen!
15. Von welcher Bedeutung ist das, was Jesus zu Nikodemus sagte, für uns?
15 Freuen wir uns nicht darüber, daß unsere Glaubensbrüder in den 1870er Jahren in der Streitfrage um das Lösegeld einen festen Standpunkt vertraten? Sind wir nicht froh, daß wir heute zu einer Organisation gehören, die genauso entschlossen ist, an Gottes gerechtem und liebevollem Weg zur Rettung des Menschen festzuhalten? Wenn ja, dann sollten wir die Worte besonders beachten, die Jesus gegenüber Nikodemus äußerte: „Gott sandte seinen Sohn nicht in die Welt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde. Wer Glauben an ihn ausübt, wird nicht gerichtet werden. ... Wer aber das tut, was wahr ist, kommt zum Licht, damit seine Werke als solche offenbar gemacht werden, die in Harmonie mit Gott gewirkt worden sind.“ Um Gottes Verurteilung zu entgehen, müssen wir unseren Glauben an den Sohn beweisen, indem wir ‘in Harmonie mit Gott wirken’ (Johannes 3:17, 18, 21).
16. Wie können Jesu Jünger den himmlischen Vater verherrlichen?
16 Jesus erklärte: „Mein Vater wird dadurch verherrlicht, daß ihr fortwährend viel Frucht tragt und euch als meine Jünger erweist. Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote des Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe“ (Johannes 15:8, 10). Welches sind einige dieser Gebote? Eines ist in Johannes 13:34, 35 zu finden, wo Jesus zu seinen Jüngern sagte: „Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebt ... Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt.“ Die Frucht der Liebe ist unter Jehovas Zeugen offenkundig. Jesus gebot ferner: „Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe“ (Matthäus 28:19, 20). Bist du persönlich damit beschäftigt, in diesem Sinne ‘in Harmonie mit Gott zu wirken’?
17. Welches Ergebnis beweist, daß das Predigt- und Lehrwerk ein Ausdruck der Gerechtigkeit Gottes ist?
17 Daß Jehovas Weg gerecht ist, kommt unter anderem dadurch zum Ausdruck, daß Jesu Nachfolger im Werk des Predigens und Lehrens mitwirken dürfen. Bedenken wir nur, was Jehovas Zeugen in einem einzigen Jahr bewirkt haben: 1988 wurden 239 268 neue Jünger getauft. Erfreut das nicht unser Herz?
Der Gott der Gerechtigkeit wird eilends handeln
18. Welche Fragen könnten angesichts der Verfolgung des Volkes Jehovas gestellt werden?
18 Das Zeugniswerk wird nicht ohne Widerstand durchgeführt. Jesus sagte zu seinen Nachfolgern: „Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen“ (Johannes 15:20). Die neuzeitliche Geschichte der Zeugen Jehovas bestätigt die Wahrhaftigkeit dieser Aussage. In mehreren Ländern hatten die Zeugen Verbote, Verhaftungen, Schläge und sogar Folterungen zu erdulden. Erneut kommen uns Habakuks prophetische Worte in den Sinn: „Das Gesetz [wird] kraftlos, und das Recht geht niemals hervor.“ Demzufolge mag sich gelegentlich auch Gottes Volk fragen: ‘Warum schaut Jehova auf diejenigen, die treulos handeln? Warum schweigt er fortwährend, wenn ein Böser einen, der gerechter ist als er, verschlingt?’ (Habakuk 1:4, 13).
19. Durch welches Gleichnis hilft uns Jesus, die Dinge vom Standpunkt Gottes aus zu betrachten?
19 Jesus erzählte einmal ein Gleichnis, das uns hilft, diese Fragen zu beantworten und die Dinge vom Standpunkt Gottes aus zu betrachten. Gemäß Lukas 17:22-37 beschrieb Jesus die durch Gewalttätigkeit gekennzeichneten Verhältnisse, die am Ende des gegenwärtigen Systems der Dinge herrschen würden. Er sagte, daß sie mit den Verhältnissen vor der Flut der Tage Noahs und vor der Zerstörung Sodoms und Gomorras zur Zeit Lots vergleichbar seien. Danach wandte er sich, wie es in Lukas 18:1-5 geschildert wird, an seine Jünger und „redete ... weiter in einem Gleichnis zu ihnen über die Notwendigkeit, daß sie allezeit beten und nicht nachlassen dürften“. Jesus erzählte von einer Witwe, die sich in großer Bedrängnis befand, und von einem ‘gewissen Richter’, der in der Lage war, ihr in ihrer Notlage zu helfen. Die Witwe bat fortwährend: „Sieh zu, daß mir von seiten meiner Gegenpartei Recht zuteil wird.“ Wegen ihrer Beharrlichkeit ‘sah der Richter zu, daß ihr Recht widerfuhr’.
20. Was lernen wir aus Jesu Gleichnis?
20 Was lernen wir heute daraus? Jesus stellte jenen ungerechten Richter Jehova gegenüber und sagte: „Hört, was der Richter, obwohl er ungerecht war, sprach! Wird Gott also bestimmt nicht auch seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, Recht verschaffen, auch wenn er ihnen gegenüber langmütig ist? Ich sage euch: Er wird ihnen eilends Recht verschaffen“ (Lukas 18:6-8a).
21. Wie sollten wir unsere persönlichen Probleme betrachten und angehen?
21 Denken wir immer daran, daß eine anscheinende Verzögerung einer Antwort auf unsere Bitten in bezug auf persönliche Probleme nicht auf eine Unwilligkeit seitens Gottes zurückzuführen ist (2. Petrus 3:9). Wenn uns wie jener Witwe irgendeine Art Verfolgung oder Ungerechtigkeit widerfahren sollte, können wir glauben, daß Gott dafür sorgt, daß letzten Endes Recht geübt wird. Wie können wir einen solchen Glauben beweisen? Indem wir fortwährend beten und unsere Gebete durch treues Handeln untermauern (Matthäus 10:22; 1. Thessalonicher 5:17). Durch unsere Treue werden wir beweisen, daß es Glauben auf der Erde gibt, daß es Menschen gibt, die wirklich das Recht lieben, und daß wir zu ihnen gehören (Lukas 18:8b).
„Seid fröhlich, ihr Nationen, mit seinem Volk“
22. Auf welch triumphale Weise ließ Moses sein Lied ausklingen?
22 Vor vielen Jahrhunderten ließ Moses sein Lied auf triumphale Weise ausklingen: „Seid fröhlich, ihr Nationen, mit seinem Volk, denn er wird das Blut seiner Diener rächen, und er wird Rache erstatten seinen Widersachern und wird in der Tat Sühne leisten für den Erdboden seines Volkes“ (5. Mose 32:43). Jehovas Tag der Rache rückt immer näher. Wie dankbar sind wir doch, daß Jehova weiterhin Geduld und Gerechtigkeit übt!
23. Welch glückliche Aussicht haben diejenigen, die mit Gottes Volk fröhlich sind?
23 Der Weg ist für Menschen aus allen Nationen immer noch offen, um zur ‘Reue zu gelangen’, aber es gilt, keine Zeit zu verlieren. Petrus sagte warnend: „Jehovas Tag wird kommen wie ein Dieb“ (2. Petrus 3:9, 10). Gottes Gerechtigkeit verlangt, daß das gegenwärtige böse System bald vernichtet wird. Mögen wir, wenn dies geschieht, zu denen gehören, die dem freudigen Ruf gefolgt sind: „Seid fröhlich, ihr Nationen, mit seinem Volk.“ Ja mögen wir unter den Glücklichen sein, die gesehen haben, daß Recht und Gerechtigkeit alle Wege Gottes kennzeichnet!
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