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Sollte man an die Reinkarnation glauben?Der Wachtturm 1997 | 15. Mai
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Gottes Persönlichkeit und das Gesetz des Karmas
„Das Karma-Gesetz ist unerbittlich“, sagte Mohandas K. Gandhi, „aus ihm gibt es kein Entrinnen. Daher ist es schwerlich vonnöten, daß Gott eingreift. Er gab das Gesetz und zog sich sozusagen zurück.“ Gandhi empfand das als beunruhigend.
Die Verheißung einer Auferstehung offenbart dagegen das große Interesse Gottes an seiner Schöpfung. Um einen Verstorbenen zum Leben auf einer paradiesischen Erde zurückbringen zu können, muß Gott alles über ihn wissen und im Gedächtnis haben. Gott sorgt wirklich für uns alle (1. Petrus 5:6, 7).
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Sollte man an die Reinkarnation glauben?Der Wachtturm 1997 | 15. Mai
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Doch es war Indien, wo sich der Glaube an die Reinkarnation zu voller Blüte entfaltete. Indische Philosophen zerbrachen sich den Kopf über die globalen Probleme des Bösen und des menschlichen Leids. „Wie läßt sich das mit der Vorstellung von einem gerechten Schöpfer vereinbaren?“ fragten sie sich. In dem Bemühen, die Diskrepanz zwischen Gottes Gerechtigkeit und den Ungerechtigkeiten und unvorhergesehenen Unglücken auf der Welt zu erklären, ersannen sie mit der Zeit das „Karma-Gesetz“, das Gesetz von Ursache und Wirkung — mit anderen Worten: „Was ein Mensch sät, das wird er ernten.“ Sie entwarfen ein detailliertes „Abrechnungssystem“, wobei das Verhältnis zwischen Verdiensten und Fehlern im Leben dafür ausschlaggebend sein soll, ob man im nächsten Leben belohnt oder bestraft wird.
„Karma“ bedeutet einfach „Tat“ oder „Werk“. Von einem Hindu sagt man, daß er gutes Karma hat, wenn er den gesellschaftlichen und religiösen Normen entspricht, und schlechtes Karma, wenn das nicht der Fall ist. Seine Zukunft in jeder Wiedergeburt wird von seinem Handeln oder Karma bestimmt. „Alle Menschen werden geboren mit einer bestimmten Charakterveranlagung, die in der Hauptsache geprägt ist durch ihre Taten in früheren Leben, obwohl ihre physischen Eigenschaften durch Vererbung bestimmt werden“, schrieb der Philosoph Nikhilananda. „Der Mensch ist [somit] der Architekt seines eigenen Schicksals, der Schmied seines eigenen Glücks.“ Das Endziel besteht indessen in der Befreiung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten und der Vereinigung mit Brahman — der letzten Wirklichkeit. Dies, so glaubt man, ist durch das Streben nach gesellschaftlich akzeptiertem Verhalten und nach besonderem hinduistischen Wissen zu erreichen.
Die Lehre von der Reinkarnation fußt demnach auf der Lehre von der Unsterblichkeit der Seele und entwickelt diese durch das Gesetz des Karmas weiter. Sehen wir uns doch einmal an, was Gottes inspiriertes Wort, die Bibel, zu diesen Vorstellungen zu sagen hat.
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