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Jehova wohlgefallen, indem man gütig und freundlich istDer Wachtturm 1991 | 15. Juli
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Jehova wohlgefallen, indem man gütig und freundlich ist
„Was fordert Jehova von dir zurück, als Recht zu üben und Güte zu lieben und bescheiden zu wandeln mit deinem Gott?“ (MICHA 6:8).
1. Warum sollte es uns nicht überraschen, daß Jehova von seinen Dienern erwartet, gütig und freundlich zu sein?
JEHOVA erwartet von seinen Dienern, gütig und freundlich zu sein. Das sollte uns nicht überraschen. Gott selbst ist gütig und freundlich zu allen, sogar zu Undankbaren, Bösen. Jesus Christus sagte diesbezüglich zu seinen Jüngern: „Fahrt fort, eure Feinde zu lieben und Gutes zu tun und ohne Zins zu leihen, ohne etwas zurückzuerhoffen; und euer Lohn wird groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein, denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Fahrt fort, barmherzig zu werden, wie euer Vater barmherzig ist“ (Lukas 6:35, 36).
2. Mit welchen Fragen in bezug auf Güte oder Freundlichkeit sollten wir uns befassen?
2 Wie aus Micha 6:8 hervorgeht, sollten Menschen, die mit Gott wandeln, eigentlich ‘Güte lieben’. Offensichtlich gefällt es Jehova, wenn seine Diener Güte lieben und ihr auf herzliche Weise Ausdruck verleihen. Aber was ist Güte oder Freundlichkeit? Von welchem Nutzen ist es, gütig und freundlich zu sein? Und wie kann man diese Eigenschaft zum Ausdruck bringen?
Was Freundlichkeit ist
3. Wie würdest du Freundlichkeit definieren?
3 Freundlichkeit ist eine Eigenschaft, die uns bewegt, reges Interesse an anderen zu bekunden. Sie zeigt sich durch hilfreiche Taten und taktvolle Worte. Gütig oder freundlich zu sein bedeutet, Gutes statt Schädliches zu tun. Eine freundliche Person ist gütig, sanft, mitfühlend und wohlwollend. Sie nimmt anderen gegenüber eine großzügige, rücksichtsvolle Haltung ein. Güte oder Freundlichkeit ist auch ein Bestandteil des sinnbildlichen Gewandes eines jeden wahren Christen, denn Paulus schrieb: „Kleidet euch ... mit der innigen Zuneigung des Erbarmens, mit Güte, Demut, Milde und Langmut“ (Kolosser 3:12).
4. Wie ist Jehova beispielhaft darin vorangegangen, der Menschheit Güte und Freundlichkeit zu erweisen?
4 Jehova geht im Erweisen von Güte und Freundlichkeit beispielhaft voran. Es verhält sich so, wie der Apostel Paulus sagte: „Als ... die Güte und die Liebe zum Menschen auf seiten unseres Retters, Gottes, offenbar wurde, rettete er uns ... gemäß seiner Barmherzigkeit durch das Bad, das uns zum Leben brachte, und durch unsere Erneuerung durch heiligen Geist“ (Titus 3:4, 5). Gott reinigt oder ‘badet’ die gesalbten Christen in Jesu Blut, indem er das Verdienst des Loskaufsopfers Christi auf sie anwendet. Überdies werden sie durch heiligen Geist erneuert und werden als geistgezeugte Söhne Gottes eine „neue Schöpfung“ (2. Korinther 5:17). Natürlich erstrecken sich Gottes Güte und Freundlichkeit sowie seine Liebe zum Menschen auch auf eine internationale „große Volksmenge“, Menschen, die „ihre langen Gewänder gewaschen und sie im Blut des Lammes weiß gemacht“ haben (Offenbarung 7:9, 14; 1. Johannes 2:1, 2). Außerdem befinden sich sowohl die Gesalbten als auch die große Volksmenge, die irdische Hoffnung hat, unter dem „sanften“ Joch Jesu (Matthäus 11:30).
5. Warum sollte man von denen, die sich von Gottes Geist leiten lassen, erwarten, daß sie zu anderen freundlich sind?
5 Die Freundlichkeit zählt zur Frucht des heiligen Geistes Gottes, das heißt seiner wirksamen Kraft. Wie Paulus sagte, „ist die Frucht des Geistes Liebe, Freude, Frieden, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Glauben, Milde, Selbstbeherrschung. Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz“ (Galater 5:22, 23). Was ist also von denen zu erwarten, die sich von Gottes Geist leiten lassen? Bestimmt sollten sie zu anderen freundlich sein.
6. Wie zu handeln, sollten Älteste und andere Christen durch Güte und Freundlichkeit veranlaßt werden?
6 Freundlich sein können wir auf vielerlei Weise. Wir bekunden Güte und Freundlichkeit, wenn wir barmherzig sind. Zum Beispiel sind christliche Älteste gütig und freundlich, wenn sie einem reumütigen Sünder Barmherzigkeit erweisen und ihm in geistiger Hinsicht zu helfen suchen. Die von Gott stammende Eigenschaft der Güte oder Freundlichkeit veranlaßt Aufseher, geduldig, rücksichtsvoll, mitfühlend und sanft zu sein. Sie werden durch Güte und Freundlichkeit bewogen, ‘die Herde zu schonen’ (Apostelgeschichte 20:28, 29). Die Geistesfrucht Freundlichkeit sollte genaugenommen alle Christen barmherzig, geduldig, rücksichtsvoll, mitfühlend, gütig und gastfreundlich machen.
Vermeide es, unangebrachte Güte oder Freundlichkeit zu bekunden
7. Warum würdest du sagen, daß unangebrachte Güte Schwäche ist?
7 Einige halten Güte oder Freundlichkeit für Schwäche. Sie meinen, man müsse hart sein, mitunter sogar grob, damit man andere durch seine Stärke beeindrucke. Treffend heißt es jedoch: „Durch Grobheit täuscht ein Schwacher Stärke vor.“ In Wirklichkeit erfordert es echte Stärke, wahrhaft gütig und freundlich zu sein und keine unangebrachte Güte zu bekunden. Unter Freundlichkeit, die eine Frucht des Geistes Gottes ist, darf man keine schwache, kompromißbereite Haltung gegenüber einer falschen Handlungsweise verstehen. Unangebrachte Güte ist eine Schwäche, die dazu verleitet, über Sünde hinwegzusehen.
8. (a) Inwiefern erwies sich Eli in bezug auf seine Söhne als lasch? (b) Warum müssen sich Älteste davor hüten, unangebrachte Güte zu bekunden?
8 Eli, ein Hoherpriester des Volkes Israel, war lasch, was die Zurechtweisung seiner Söhne Hophni und Pinehas betraf, die in der Stiftshütte als Priester amteten. Die Söhne Elis gaben sich nicht mit dem Anteil des Opfers zufrieden, der ihnen nach Gottes Gesetz zustand, und beauftragten jeweils einen Bediensteten, von dem Opfernden rohes Fleisch zu verlangen, bevor man das Fett des Opfers auf dem Altar in Rauch aufgehen ließ. Sie hatten sogar unsittliche Beziehungen mit den Frauen, die am Eingang der Stiftshütte dienten. Statt jedoch Hophni und Pinehas aus ihrem Amt zu entfernen, tadelte Eli sie nur milde und ehrte so seine Söhne mehr als Gott (1. Samuel 2:12-29). Kein Wunder, daß „das Wort von Jehova ... in jenen Tagen selten geworden“ war (1. Samuel 3:1). Christliche Älteste dürfen also nicht falschen Überlegungen nachgeben oder unangebrachte Güte bekunden, was für eine Versammlung eine geistige Gefahr darstellen könnte. Wahre Güte oder Freundlichkeit ist gegenüber bösen Worten und Taten, durch die Gottes Maßstäbe verletzt werden, nicht blind.
9. (a) Was kann uns helfen, keine unangebrachte Güte zu bekunden? (b) Inwiefern bekundete Jesus Stärke in der Art und Weise, wie er mit abtrünnigen Religionsanhängern umging?
9 Wenn wir es vermeiden möchten, unangebrachte Güte zu bekunden, müssen wir um Gottes Hilfe beten, damit wir die Kraft haben, die aus den Worten des Psalmisten spricht: „Weicht von mir, ihr Übeltäter, damit ich die Gebote meines Gottes beobachte“ (Psalm 119:115). Auch sollten wir das Beispiel Jesu Christi nachahmen, der niemals unangebrachte Güte bekundete. Jesus war die wahre Güte in Person. Er ‘empfand Mitleid mit den Menschen, weil sie zerschunden waren und umhergestoßen wurden wie Schafe, die keinen Hirten haben’. Daher hatten aufrichtige Menschen keine Hemmungen, sich an Jesus zu wenden und sogar ihre Kinder zu ihm zu bringen. Und stellen wir uns vor, welche Güte und Freundlichkeit und welches Mitgefühl er bekundete: „Er schloß die Kinder in seine Arme und begann sie zu segnen“ (Matthäus 9:36; Markus 10:13-16). Ja, Jesus war gütig und freundlich, dessenungeachtet beharrte er auf dem, was in den Augen seines himmlischen Vaters recht war. Nie sah er über Böses hinweg. Er hatte die von Gott stammende Kraft, die heuchlerischen religiösen Führer bloßzustellen. Gemäß Matthäus 23:13-26 sagte er mehrere Male: „Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler.“ Jedesmal nannte er den Grund für das göttliche Gericht.
Güte und Freundlichkeit mit Liebe verbunden
10. Wie erweisen Jesu Jünger Mitgläubigen Freundlichkeit, Güte und Liebe?
10 Bezüglich seiner Nachfolger erklärte Jesus: „Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt“ (Johannes 13:35). Und wodurch zeichnet sich die Liebe, an der Jesu wahre Jünger zu erkennen sind, unter anderem aus? Paulus sagte: „Die Liebe ist langmütig und gütig“ (1. Korinther 13:4). Langmütig und gütig zu sein bedeutet, daß wir die Unzulänglichkeiten und Schwächen anderer ertragen, genauso wie Jehova es gütigerweise tut (Psalm 103:10-14; Römer 2:4; 2. Petrus 3:9, 15). Christliche Liebe, Freundlichkeit und Güte zeigen sich auch, wenn unsere Glaubensbrüder irgendwo auf der Erde schwere Zeiten durchzumachen haben. Dann reagieren Christen an anderen Orten nicht nur aus „Menschenfreundlichkeit“, sondern bekunden Bruderliebe und spenden materielle Dinge, um solchen Anbetern Jehovas zu helfen (Apostelgeschichte 28:2).
11. Was ist liebende Güte, biblisch gesehen?
11 In dem Begriff „liebende Güte“, der in der Bibel häufig vorkommt, wird Güte mit Liebe verbunden. Diese Güte entspringt loyaler Liebe. Das hebräische Substantiv, das mit „liebende Güte“ wiedergegeben wird (chéßedh), schließt mehr ein als liebevolle Rücksichtnahme. Es ist Güte, die liebevoll an einer Sache festhält, bis der Zweck in Verbindung mit dieser Sache erfüllt ist. Jehovas liebende Güte oder loyale Liebe zeigt sich auf verschiedene Weise, zum Beispiel wenn er jemanden befreit oder beschützt (Psalm 6:4; 40:11; 143:12).
12. Wovon können Jehovas Diener überzeugt sein, wenn sie um Hilfe oder Befreiung beten?
12 Es verwundert also nicht, daß sich Menschen aufgrund der liebenden Güte Jehovas zu ihm hingezogen fühlen (Jeremia 31:3). Wenn Gottes treue Diener der Befreiung oder der Hilfe bedürfen, wissen sie, daß seine liebende Güte tatsächlich loyale Liebe ist und er sie daher nicht im Stich lassen wird. Deshalb können sie wie der Psalmist im Glauben beten: „Was mich betrifft, ich habe auf deine liebende Güte vertraut; es frohlocke mein Herz in deiner Rettung“ (Psalm 13:5). Da Gottes Liebe loyal ist, vertrauen seine Diener nicht umsonst auf seine liebende Güte. Wenn sie um Hilfe oder Befreiung beten, gilt seine Zusicherung: „Jehova wird sein Volk nicht aufgeben, noch wird er sein eigenes Erbe verlassen“ (Psalm 94:14).
Der Lohn der Güte und Freundlichkeit
13, 14. Warum hat ein gütiger und freundlicher Mensch loyale Freunde?
13 Jehovas Diener ahmen ihn nach und üben „liebende Güte und Erbarmungen gegeneinander“ (Sacharja 7:9; Epheser 5:1). „Das Begehrenswerte am Erdenmenschen ist seine liebende Güte“, und wer diese Eigenschaft offenbart, erhält reichen Lohn (Sprüche 19:22). Worin besteht der Lohn?
14 Güte oder Freundlichkeit bewirkt, daß wir taktvoll sind, und ist uns somit behilflich, zu anderen ein gutes Verhältnis zu bewahren. Eine taktvolle Person ist rücksichtsvoll und friedfertig, wenn sie etwas sagt oder tut oder wenn es darum geht, mit schwierigen Situationen fertig zu werden. Während der „Grausame“ in Verruf gerät, handelt „ein Mann von liebender Güte ... mit seiner eigenen Seele auf eine sich lohnende Weise“ (Sprüche 11:17). Eine grausame Person wird gemieden, doch zu jemandem, der liebende Güte bekundet, fühlt man sich hingezogen. Daher hat ein gütiger und freundlicher Mensch loyale Freunde (Sprüche 18:24).
15. Wie mag sich Freundlichkeit in einem in religiöser Hinsicht geteilten Haus auswirken?
15 Eine Christin, die mit einem ungläubigen Mann verheiratet ist, kann vielleicht durch eine Eigenschaft wie Freundlichkeit erreichen, daß er sich zur Wahrheit hingezogen fühlt. Bevor sie die Wahrheit kennengelernt und „die neue Persönlichkeit“ angezogen hatte, „die nach Gottes Willen in wahrer Gerechtigkeit und Loyalität geschaffen worden ist“, mag sie unfreundlich oder sogar streitsüchtig gewesen sein (Epheser 4:24). Wenn ihrem Mann bestimmte Texte aus dem Bibelbuch Sprüche bekannt gewesen wären, hätte er womöglich zugestimmt, daß „die Streitigkeiten einer Ehefrau ... wie ein undichtes Dach [sind], das einen forttreibt“, und daß es „besser ist ..., im Land einer Wildnis zu wohnen als mit einer streitsüchtigen Ehefrau und Verdruß dabei“ (Sprüche 19:13; 21:19). Aber nun mögen der keusche Wandel und der tiefe Respekt der christlichen Ehefrau zusammen mit Eigenschaften wie Freundlichkeit dazu beitragen, daß der Mann für den wahren Glauben gewonnen wird (1. Petrus 3:1, 2). Ja, das kann eine Belohnung für ihre Güte und Freundlichkeit sein.
16. Wieso könnte Güte oder Freundlichkeit, die man uns erweist, nützlich sein?
16 Güte oder Freundlichkeit, die man uns erweist, könnte insofern nützlich sein, als sie uns veranlaßt, mitfühlender zu sein und bereitwilliger zu vergeben. Wenn wir beispielsweise geistigen Beistand benötigten und freundlich und mild behandelt würden, wären wir dann nicht geneigter, mit anderen ebenso zu verfahren? Von geistig befähigten Männern kann erwartet werden, daß sie andere gütig, freundlich und mild behandeln, denn Paulus schrieb: „Brüder, wenn auch ein Mensch einen Fehltritt tut, ehe er es gewahr wird, so versucht ihr, die geistig Befähigten, einen solchen Menschen im Geist der Milde wieder zurechtzubringen, während du dich selbst im Auge behältst, damit nicht auch du versucht wirst“ (Galater 6:1). Älteste sprechen mild und freundlich, wenn sie versuchen, irrenden Mitgläubigen zu helfen. Doch was erwartet Gott von allen, die ihm dienen, ganz gleich, ob ihnen persönlich auf diese Weise geholfen worden ist oder nicht? Alle Christen sollten anderen gegenüber Güte und Freundlichkeit bekunden und den Rat des Paulus beachten: „Werdet ... gütig zueinander, voll zarten Erbarmens, einander bereitwillig vergebend, so wie auch Gott euch durch Christus bereitwillig vergeben hat“ (Epheser 4:32). Wenn uns jemand vergeben oder uns auf gütige und freundliche Weise aus geistigen Schwierigkeiten herausgeholfen hat, sollte dies unsere eigene Bereitschaft steigern, anderen zu vergeben sowie Mitgefühl, Güte und Freundlichkeit zu bekunden.
Gottes unverdiente Güte schätzen
17. Für welche Güte sollten wir besonders dankbar sein, da wir von Geburt an Sünder sind?
17 Wir alle wurden als zum Tode verurteilte Sünder geboren. Deshalb sollten wir für eine bestimmte Güte besonders dankbar sein, nämlich für die unverdiente Güte Jehovas. Daß Sünder von der Verurteilung zum Tod befreit und gerechtgesprochen werden, ist eine Güte, die völlig unverdient ist. Paulus, der Gottes unverdiente Güte in seinen 14 von Gott inspirierten Briefen 90mal erwähnt, schrieb an die Christen im alten Rom: „Alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes, und als freie Gabe werden sie durch seine unverdiente Güte gerechtgesprochen aufgrund der Befreiung durch das von Christus Jesus bezahlte Lösegeld“ (Römer 3:23, 24). Wie sehr sollten wir doch die unverdiente Güte Jehovas schätzen!
18, 19. Wie können wir es vermeiden, den Zweck der unverdienten Güte Gottes zu verfehlen?
18 Wären wir undankbar, dann könnten wir den Zweck der unverdienten Güte Gottes verfehlen. Diesbezüglich schrieb Paulus: „Wir sind daher Gesandte an Christi Statt, als ob Gott durch uns inständig bitte. An Christi Statt bitten wir: ‚Werdet versöhnt mit Gott.‘ Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir durch ihn Gottes Gerechtigkeit würden. Mit ihm zusammenarbeitend, bitten wir euch auch inständig, nicht die unverdiente Güte Gottes anzunehmen und ihren Zweck zu verfehlen. Denn er sagt [in Jesaja 49:8, Septuaginta]: ‚In einer annehmbaren Zeit habe ich dich erhört, und an einem Tag der Rettung habe ich dir geholfen.‘ Seht! Jetzt ist die besonders annehmbare Zeit. Seht! Jetzt ist der Tag der Rettung. In keiner Weise geben wir irgendeine Ursache zum Straucheln, damit unser Dienst nicht bemängelt werde, sondern in jeder Weise empfehlen wir uns als Gottes Diener“ (2. Korinther 5:20 bis 6:4). Was meinte Paulus damit?
19 Gesalbte Christen sind Gesandte an Christi Statt, und die Glieder der großen Volksmenge sind seine Bevollmächtigten. Gemeinsam fordern sie die Menschen auf, mit Gott versöhnt zu werden, damit sie gerettet werden können. Paulus wollte nicht, daß irgend jemand die unverdiente Güte Jehovas durch Jesus Christus annahm und ihren Zweck verfehlte. Das träfe aber auf uns zu, wenn wir nicht das Werk verrichteten, für das wir uns aufgrund dieser unverdienten Güte eignen. Da wir als mit Gott Versöhnte ein gutes Verhältnis zu ihm haben, wird uns seine unverdiente Güte nicht vergeblich zuteil, wenn wir den „Dienst der Versöhnung“ verrichten im Einklang damit, „daß Gott durch Christus eine Welt mit sich versöhnte“ (2. Korinther 5:18, 19). Wir erweisen anderen die größte Güte und Freundlichkeit, wenn wir ihnen helfen, mit Gott versöhnt zu werden.
20. Womit werden wir uns als nächstes befassen?
20 Jehovas Diener verwenden ihre Zeit und ihre Mittel für Taten der Güte und Freundlichkeit, wenn sie durch den christlichen Dienst Menschen in geistiger Hinsicht zu helfen suchen. Aber was können wir von biblischen Beispielen praktisch geübter Güte und Freundlichkeit lernen? Betrachten wir als nächstes einige dieser Beispiele sowie andere Möglichkeiten, Jehova wohlzugefallen, indem wir Güte und Freundlichkeit bekunden.
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Stets der liebenden Güte nachjagenDer Wachtturm 1991 | 15. Juli
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Stets der liebenden Güte nachjagen
„Wer der Gerechtigkeit und der liebenden Güte nachjagt, wird Leben, Gerechtigkeit und Herrlichkeit finden“ (SPRÜCHE 21:21).
1. Warum sollten wir erwarten, daß alle, die sich von Gottes Geist leiten lassen, gütig und freundlich sind?
JEHOVA ist freundlich, gütig und mitfühlend. Er ist „ein Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte und Wahrheit“ (2. Mose 34:6, 7). Zur Frucht seines heiligen Geistes zählen daher verständlicherweise auch Liebe, Freundlichkeit und Güte (Galater 5:22, 23).
2. Mit welchen Beispielen werden wir uns jetzt befassen?
2 Alle, die sich von Jehovas heiligem Geist, das heißt seiner wirksamen Kraft, leiten lassen, bekunden dessen Früchte Freundlichkeit und Güte. Sie offenbaren in ihren Beziehungen zu anderen liebende Güte. Ja, sie ahmen das Beispiel des Apostels Paulus nach, indem sie sich „durch Güte“ und auf andere Weise als Gottes Diener empfehlen (2. Korinther 6:3-10). Ihre Freundlichkeit, ihr Mitgefühl und ihre Bereitschaft zum Vergeben entsprechen der Persönlichkeit Jehovas, der „überströmend an liebender Güte“ ist und dessen Wort viele Beispiele der Güte und Freundlichkeit enthält (Psalm 86:15; Epheser 4:32). Was können wir von einigen dieser Beispiele lernen?
Freundlichkeit oder Güte hilft uns, selbstlos und gastfreundlich zu sein
3. Wieso bekundete Abraham beispielhafte Güte und Freundlichkeit, und welchen Rat gab Paulus in dieser Hinsicht?
3 Der Patriarch Abraham (Abram) — der „Freund Jehovas“ und „Vater all derer ..., die Glauben haben“ — gab ein gutes Beispiel im Erweisen von Güte (Jakobus 2:23; Römer 4:11). Er verließ zusammen mit seiner Hausgemeinschaft, einschließlich seines Neffen Lot, auf Gottes Gebot hin die chaldäische Stadt Ur und begab sich nach Kanaan. Obwohl er der Ältere und zudem das Haupt der Hausgemeinschaft war, ließ er Lot in gütiger und selbstloser Weise die Wahl, das beste Weideland für sich zu nehmen, während er das nahm, was übrigblieb (1. Mose 13:5-18). Auch wir können, durch Güte und Freundlichkeit bewogen, anderen auf unsere Kosten Vorteile einräumen. Solche selbstlose Güte oder Freundlichkeit ist im Einklang mit dem Rat des Apostels Paulus: „Jeder suche fortwährend nicht seinen eigenen Vorteil, sondern den des anderen.“ Paulus selbst war ‘allen Menschen in allen Dingen zu Gefallen, indem er nicht seinen eigenen Vorteil suchte, sondern den der vielen, damit sie gerettet würden’ (1. Korinther 10:24, 33).
4. Wie wurden Abraham und Sara dafür belohnt, daß sie Güte und Freundlichkeit in Form von Gastfreundschaft bekundet hatten?
4 Mitunter zeigt sich Güte oder Freundlichkeit durch von Herzen kommende Gastfreundschaft. Abraham und Sara, seine Frau, erwiesen einmal drei vorbeiziehenden Fremden Güte und Gastfreundschaft. Abraham überredete sie, eine Zeitlang zu bleiben, während er und Sara sich beeilten, für die Besucher ein vorzügliches Mahl zu bereiten. Schließlich stellte es sich heraus, daß es sich bei den Fremden um Engel Jehovas handelte, und einer von ihnen übermittelte die Verheißung, daß die betagte und kinderlose Sara einen Sohn haben werde (1. Mose 18:1-15). Welch ein Lohn für Freundlichkeit, Güte und Gastfreundschaft!
5. Auf welche Weise bekundete Gajus Güte und Freundlichkeit, und wie könnten wir ähnlich handeln?
5 Ja, eine Möglichkeit, anderen Güte und Freundlichkeit zu erweisen, steht allen Christen offen: Sie können gastfreundlich sein (Römer 12:13; 1. Timotheus 3:1, 2). Demgemäß erweisen Jehovas Diener reisenden Aufsehern in gütiger Weise Gastfreundschaft. Das erinnert an die Güte und Freundlichkeit, die Gajus, ein Christ im ersten Jahrhundert, offenbarte. Er leistete „treue Arbeit“, indem er Brüder, die zu Besuch weilten, gastfreundlich aufnahm — fremde Brüder, die er zuvor nicht gekannt hatte (3. Johannes 5-8). Gewöhnlich sind uns diejenigen bekannt, denen wir in gütiger Weise Gastfreundschaft erweisen können. Vielleicht beobachten wir, daß eine Schwester mutlos ist. Ihr Mann mag ungläubig sein, oder er wurde sogar ausgeschlossen. Welch eine Möglichkeit, Güte und Freundlichkeit zu bekunden, indem wir die Schwester von Zeit zu Zeit einladen, geistige Gemeinschaft mit unserer Familie zu pflegen und ein Essen mit uns einzunehmen! Wenn wir auch kein Festessen servieren, wird es uns bestimmt Freude bereiten, einer solchen Schwester Güte und Freundlichkeit zu erweisen. (Vergleiche Sprüche 15:17.) Zweifellos wird sie mündlich oder durch ein paar freundliche Zeilen des Dankes ihre Wertschätzung dafür zum Ausdruck bringen.
6. Wie bekundete Lydia Güte und Freundlichkeit, und warum sollte man sich für Freundlichkeiten dankbar erweisen?
6 Nachdem die gottesfürchtige Lydia getauft worden war, „bat sie [Paulus und seine Gefährten] inständig: ‚Wenn ich nach eurem Urteil Jehova treu bin, so tretet in mein Haus ein und haltet euch da auf.‘“ Lukas fügte hinzu: „Und sie nötigte uns dazu.“ Lydias Güte oder Freundlichkeit wurde zweifellos geschätzt (Apostelgeschichte 16:14, 15, 40). Keine Wertschätzung zu zeigen kann sich verheerend auswirken. Eine 80jährige Schwester bemühte sich mit ihrer begrenzten Kraft und ihren bescheidenen Mitteln einmal, ein Essen für einige Gäste zuzubereiten. Sie war besonders enttäuscht, als ein junger Mann sie nicht einmal davon benachrichtigte, daß er nicht kommen konnte. Bei einer anderen Gelegenheit erschienen zwei Schwestern nicht zu einem Essen, das eine junge Frau besonders für sie gekocht hatte. „Ich war völlig fertig“, sagte sie, „denn sie hatten es nicht etwa vergessen. ... Mir wäre es lieber gewesen, zu hören, daß sie das Essen verschwitzt hatten, aber keine der beiden war so freundlich oder liebevoll, mich wenigstens anzurufen.“ Würde dich die Geistesfrucht Freundlichkeit dazu bewegen, unter ähnlichen Umständen dankbar und rücksichtsvoll zu sein?
Freundlichkeit macht uns rücksichtsvoll
7. Was veranschaulicht das Bemühen, die Bestattungswünsche Jakobs zu erfüllen, in bezug auf Güte oder Freundlichkeit?
7 Freundlichkeit sollte uns veranlassen, auf andere und ihre berechtigten Wünsche gebührend Rücksicht zu nehmen. Folgendes diene als Veranschaulichung: Jakob (Israel) bat seinen Sohn Joseph, ihm liebende Güte zu erweisen und ihn nicht in Ägypten zu begraben. Obwohl dies bedeutete, daß Jakobs Leichnam eine weite Wegstrecke transportiert werden mußte, trugen Joseph und Jakobs andere Söhne ihn „in das Land Kanaan und begruben ihn in der Höhle des Feldes von Machpela, des Feldes, das Abraham als Grabstättenbesitz von Ephron, dem Hethiter, vor Mamre durch Kauf erworben hatte“ (1. Mose 47:29; 49:29-31; 50:12, 13). Sollte uns nicht liebende Güte und Freundlichkeit dazu bewegen, im Einklang mit diesem Beispiel auf biblisch annehmbare Bestattungswünsche eines christlichen Familienangehörigen einzugehen?
8. Was lehrt uns der Fall Rahabs in bezug auf das Vergelten von Güte und Freundlichkeit?
8 Wenn uns andere liebende Güte erweisen, sollten wir dann nicht unsere Wertschätzung dafür zum Ausdruck bringen oder uns auf irgendeine Weise erkenntlich zeigen? Bestimmt. Die Hure Rahab bekundete Güte und Freundlichkeit, indem sie die israelitischen Kundschafter versteckte. Daher erwiesen die Israeliten ihr liebende Güte, indem sie sie und ihre Hausgemeinschaft am Leben erhielten, als sie Jericho der Vernichtung weihten (Josua 2:1-21; 6:20-23). Welch ein vorzügliches Beispiel, das uns zeigt, daß wir Güte und Freundlichkeit dadurch vergelten sollten, daß wir selbst rücksichtsvoll, gütig und freundlich sind!
9. Warum würdest du sagen, es sei nicht verkehrt, jemand zu bitten, uns liebende Güte zu erweisen?
9 Es ist auch nicht verkehrt, jemand zu bitten, uns liebende Güte oder eine Freundlichkeit zu erweisen. Das tat zum Beispiel Jonathan, der Sohn Sauls, des ersten Königs Israels. Er bat seinen geliebten Freund David, der viel jünger war als er, ihm und seiner Hausgemeinschaft gegenüber liebende Güte zu üben (1. Samuel 20:14, 15; 2. Samuel 9:3-7). David erinnerte sich daran, als er die Gibeoniter rächte, denen Saul ein Unrecht angetan hatte. Er gedachte „des Eides Jehovas“, der zwischen ihm und Jonathan bestand, und übte liebende Güte, indem er das Leben Mephiboscheths, des Sohnes Jonathans, verschonte (2. Samuel 21:7, 8). Bedeutet auch unser Ja wirklich ja? (Jakobus 5:12). Sind wir als Versammlungsälteste genauso mitfühlend, wenn Glaubensbrüdern liebende Güte erwiesen werden sollte?
Güte oder Freundlichkeit stärkt die Verbundenheit
10. Wie wurde Ruth aufgrund ihrer liebenden Güte gesegnet?
10 Liebende Güte stärkt die Familienbande und fördert die Freude. Das ist im Falle der Moabiterin Ruth zu erkennen. Sie arbeitete in der Nähe von Bethlehem mühevoll als Ährenleserin auf dem Feld des Boas, eines älteren Israeliten, und sorgte so für Nahrung für sich und ihre verwitwete und bedürftige Schwiegermutter Noomi (Ruth 2:14-18). Später sagte Boas zu Ruth: „Du hast deine liebende Güte im letzten Fall noch besser zum Ausdruck gebracht als im ersten Fall, indem du nicht den jungen Männern, ob niedrig oder reich, nachgegangen bist“ (Ruth 3:10). „Im ersten Fall“ erwies Ruth Noomi liebende Güte. „Im letzten Fall“ bekundete die Moabiterin liebende Güte, indem sie bereit war, den wesentlich älteren Boas zu heiraten, um ihrem verstorbenen Ehemann und der betagten Noomi einen „Namen“ zu erwecken. Als Frau des Boas wurde Ruth die Mutter Obeds, des Großvaters Davids. Und Gott gewährte ihr den „vollkommenen Lohn“, eine Vorfahrin Jesu Christi zu werden (Ruth 2:12; 4:13-17; Matthäus 1:3-6, 16; Lukas 3:23, 31-33). Welche Segnungen doch Ruth und ihrer Familie zuteil wurden, weil sie liebende Güte übte! Wenn gottesfürchtige Familien heute liebende Güte üben, werden sie ebenfalls gesegnet, sie haben Freude und erfahren eine Stärkung ihrer Familienbande.
11. Wie wirkte sich die Güte und Freundlichkeit Philemons aus?
11 Durch Güte und Freundlichkeit wird auch die Verbundenheit in den Versammlungen des Volkes Jehovas gestärkt. Der Christ Philemon war dafür bekannt, daß er Mitgläubigen liebende Güte erwies. Paulus schrieb an ihn: „Ich danke meinem Gott allezeit, wenn ich dich in meinen Gebeten erwähne, da ich immer wieder von deiner Liebe und dem Glauben höre, den du gegenüber dem Herrn Jesus und gegenüber allen Heiligen hast ... Denn ich erhielt viel Freude und Trost wegen deiner Liebe, weil die Gefühle inniger Zuneigung der Heiligen durch dich, Bruder, erquickt worden sind“ (Philemon 4-7). Aus der Heiligen Schrift geht nicht hervor, auf welche Weise die Gefühle inniger Zuneigung der Heiligen durch Philemon erquickt wurden. Doch muß er anderen Gesalbten auf verschiedene Weise liebende Güte erwiesen haben, was für sie erquickend war und zweifellos auch die Verbundenheit zwischen ihnen stärkte. Ähnliches geschieht, wenn Christen heute liebende Güte bekunden.
12. Was ergab sich aus der Güte und Freundlichkeit, die Onesiphorus bekundete?
12 Die Güte und Freundlichkeit des Onesiphorus bewirkte ebenfalls Gutes. „Der Herr gewähre dem Hause des Onesiphorus Barmherzigkeit“, sagte Paulus, „denn oft hat er mir Erquickung verschafft, und er hat sich meiner Ketten nicht geschämt. Im Gegenteil, als er sich in Rom befand, suchte er fleißig nach mir und fand mich. Der Herr gewähre ihm, daß er bei Jehova Barmherzigkeit finde an jenem Tag. Und all die Dienste, die er in Ephesus geleistet hat, kennst du gut genug“ (2. Timotheus 1:16-18). Strengen wir uns an, Glaubensbrüdern liebende Güte zu erweisen, so werden wir glücklich sein und die Bande brüderlicher Zuneigung in der Christenversammlung stärken.
13, 14. Inwiefern war die Versammlung in Philippi vorbildlich, und wie reagierte Paulus auf ihre Güte?
13 Wenn alle in der Versammlung gegenüber ihren Glaubensbrüdern liebende Güte üben, werden die Bande zwischen ihnen gestärkt. Eine solche enge Bindung bestand zwischen Paulus und der Versammlung in Philippi. Ja, ein Grund, weshalb er seinen Brief an die Philipper schrieb, war, daß er seine Dankbarkeit für ihre Güte und Freundlichkeit sowie für ihre materielle Unterstützung zum Ausdruck bringen wollte. Er schrieb: „Ihr Philipper wißt ..., daß im Anfang der Verkündigung der guten Botschaft, als ich von Mazedonien abreiste, keine Versammlung mit mir in der Sache des Gebens und Empfangens teilnahm, außer ihr allein; denn selbst nach Thessalonich sandtet ihr mir sowohl einmal als auch ein zweites Mal etwas für meine Bedürfnisse. ... Jedoch habe ich alles vollauf und habe Überfluß. Ich habe in Fülle, jetzt, da ich von Epaphroditus die Dinge von euch erhalten habe, einen lieblichen Wohlgeruch, ein annehmbares Schlachtopfer, Gott wohlgefällig“ (Philipper 4:15-18).
14 Kein Wunder, daß Paulus die gütigen Philipper in seinen Gebeten erwähnte! Er sagte: „Ich danke meinem Gott allezeit bei jeder Erinnerung an euch, in all meinem Flehen für euch alle, wobei ich mein Flehen mit Freuden darbringe, wegen des Beitrages zur guten Botschaft, den ihr vom ersten Tag an bis zu diesem Augenblick geleistet habt“ (Philipper 1:3-5). Durch eine solche Herzensgüte und großzügige Unterstützung des Königreichspredigtwerkes wird eine Versammlung niemals arm. Nachdem die Philipper in dieser Hinsicht das ihnen Mögliche getan hatten, versicherte ihnen Paulus: „Mein Gott seinerseits wird alle eure Bedürfnisse nach dem Maße seines Reichtums in Herrlichkeit durch Christus Jesus völlig befriedigen“ (Philipper 4:19). Ja, Gott vergilt Freundlichkeit, Güte und Großzügigkeit. In seinem Wort lesen wir, „daß jeder, was immer er Gutes tun mag, dies von Jehova zurückerhalten wird“ (Epheser 6:8).
Wenn Frauen gütig und freundlich sind
15, 16. (a) Wie wurde der Güte und Freundlichkeit, die Dorkas bekundet hatte, gedacht, und was geschah, als sie gestorben war? (b) Auf welche Weise sind gutherzige Christinnen heute überströmend an guten Taten?
15 Die liebende Güte der Jüngerin Dorkas (Tabitha) aus Joppe blieb nicht ohne Belohnung. „Sie war überströmend an guten Taten und Gaben der Barmherzigkeit.“ Als „sie krank wurde und starb“, ließen die Jünger Petrus aus Lydda holen. Nach seiner Ankunft führte man ihn „in das Obergemach hinauf; und alle Witwen traten weinend zu ihm und zeigten viele innere Kleider und äußere Kleider, die Dorkas jeweils gemacht hatte“. Stellen wir uns die Szene vor: Traurige, weinende Witwen erzählten dem Apostel, wie gütig und freundlich Dorkas war, und zeigten ihm jene Kleider als Beweis ihrer Liebe, Güte und Freundlichkeit. Petrus schickte alle hinaus, kniete im Gebet nieder und wandte sich dem Körper zu. Er sagte: „Tabitha, steh auf!“ Und siehe! „Sie öffnete ihre Augen, und als sie Petrus erblickte, setzte sie sich auf. Er gab ihr die Hand und richtete sie auf, und er rief die Heiligen und die Witwen und stellte sie lebend dar“ (Apostelgeschichte 9:36-41). Welch ein Segen Gottes!
16 Das war die erste Auferweckung, die gemäß dem Bericht von einem Apostel Jesu Christi bewirkt wurde. Und die Umstände, die zu diesem Wunder führten, waren eigentlich der Güte und Freundlichkeit zuzuschreiben. Wer könnte sagen, daß Dorkas auferweckt worden wäre, wenn sie nicht überströmend an guten Taten und Gaben der Barmherzigkeit gewesen wäre — wenn sie nicht überaus große liebende Güte bekundet hätte? Außerdem wurden nicht nur Dorkas und jene Witwen gesegnet, sondern das Wunder ihrer Auferstehung war auch ein Zeugnis zur Verherrlichung Gottes. Ja, „das wurde in ganz Joppe bekannt, und viele kamen zum Glauben an den Herrn“ (Apostelgeschichte 9:42). Heute sind gutherzige Christinnen ebenfalls überströmend an guten Taten — vielleicht indem sie für Mitgläubige Kleider nähen, für Betagte unter uns kochen oder anderen Gastfreundschaft erweisen (1. Timotheus 5:9, 10). Welch ein Zeugnis ist das doch für Beobachter! Und wie sehr wir uns vor allem darüber freuen, daß dieses „große Heer“ Frauen von Gottergebenheit und liebender Güte gedrängt wird, die „gute Botschaft“ zur Ehre Jehovas, unseres Gottes, zu verkündigen! (Psalm 68:11).
Weiterhin der liebenden Güte nachjagen
17. Was wird in Sprüche 21:21 gesagt, und wieso treffen diese Worte auf gottesfürchtige Menschen zu?
17 Alle, die in Gottes Gunst stehen möchten, müssen der liebenden Güte nachjagen. Ein weiser Spruch lautet: „Wer der Gerechtigkeit und der liebenden Güte nachjagt, wird Leben, Gerechtigkeit und Herrlichkeit finden“ (Sprüche 21:21). Ein gottesfürchtiger Mensch jagt eifrig der Gerechtigkeit Gottes nach, indem er sich stets von göttlichen Maßstäben leiten läßt (Matthäus 6:33). Er erweist anderen in materieller und besonders in geistiger Hinsicht ständig loyale Liebe oder liebende Güte. So findet er Gerechtigkeit, da Jehovas Geist ihm hilft, gerecht zu leben. Ja, er ist wie der gottesfürchtige Hiob ‘mit Gerechtigkeit bekleidet’ (Hiob 29:14). Ein solcher Mensch sucht nicht seine eigene Ehre oder Herrlichkeit (Sprüche 25:27). Vielmehr empfängt er Ehre, soweit Jehova sie ihm zugesteht, vielleicht in Form des Respekts von Mitmenschen, die Gott veranlaßt, gütig zu ihm zu sein, weil er ihnen liebende Güte erwiesen hat. Darüber hinaus finden loyale Täter des Willens Gottes Leben — nicht nur ein paar flüchtige Jahre, sondern ewiges Leben.
18. Warum sollten wir der liebenden Güte nachjagen?
18 Mögen daher alle, die Jehova Gott lieben, weiterhin der liebenden Güte nachjagen. Diese Eigenschaft macht uns bei Gott und Menschen beliebt. Sie fördert die Gastfreundschaft und hilft uns, rücksichtsvoll zu sein. Güte oder Freundlichkeit stärkt die Bande in der Familie und in der Christenversammlung. Frauen, die liebende Güte bekunden, werden geschätzt und hochgeachtet. Und jeder, der dieser hervorragenden Eigenschaft nachjagt, ehrt Jehova, den Gott der liebenden Güte.
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