Welche Rolle Jesus heute spielt
JESU Aussehen ist zwar von Interesse, aber weit wichtiger ist herauszufinden, was er heute tut und wo er ist. Welche Rolle spielt er in Gottes Vorsatz hinsichtlich der Menschheitsfamilie?
Die weltliche Geschichte kann nicht mit Antworten aufwarten. Diese findet man einzig und allein in dem Dokument, das Gott für Wahrheitssucher verfaßt hat. Gemeint ist die Bibel, die Heilige Schrift, das am weitesten verbreitete Buch in der Weltgeschichte.
Die Bibel ist nicht einfach irgendein von Menschen verfaßtes Buch. Gott gebrauchte zwar Menschen als Schreiber, aber der eigentliche Urheber ist er selbst: „Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich zum Lehren, zum Zurechtweisen, zum Richtigstellen der Dinge, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes völlig tauglich sei, vollständig ausgerüstet für jedes gute Werk“ (2. Timotheus 3:16, 17).
Der Apostel Paulus erkannte die Schriften als das an, was sie sind, denn er schrieb: „Als ihr Gottes Wort, das ihr von uns hörtet, empfingt, habt ihr es nicht als Menschenwort angenommen, sondern als das, was es wahrhaftig ist, als das Wort Gottes“ (1. Thessalonicher 2:13).
Gott ist der allmächtige Schöpfer des Universums mit den Milliarden von Galaxien und Milliarden von Sternen in jeder Galaxie. Was für eine eindrucksvolle Macht dahinterstecken muß, all das zu erschaffen! Mit Sicherheit konnte der Allmächtige, der das bewundernswerte Universum ins Dasein brachte, ein Buch verfassen, das für jeden Wahrheitssucher eine verläßliche Richtschnur sein würde.
Was die Bibel sagt
Gottes Wort räumt mit den endlosen Theorien und Spekulationen über Jesus auf. Beachten wir einige Einzelheiten, die über ihn enthüllt werden:
• Jesus war das erste und einzige direkte Schöpfungswerk Gottes im Himmel vor unzähligen Zeiten — vor den Engeln und dem stofflichen Universum. Deshalb wird er Gottes „einziggezeugter Sohn“ genannt. Die gesamte übrige Schöpfung kam durch diesen Sohn, Gottes „Werkmeister“, während seiner vormenschlichen Existenz zustande (Johannes 3:16; 6:38; 8:58; Sprüche 8:30; Kolosser 1:16).
• Vor rund 2 000 Jahren übertrug Gott das Leben Jesu in den Mutterleib einer jüdischen Jungfrau, so daß er als Mensch geboren werden konnte. Heute können selbst Menschen durch künstliche Befruchtung etwas in gewisser Hinsicht Vergleichbares bewirken (Matthäus 1:18; Johannes 1:14).
• Jesus war weit mehr als nur ein guter Mensch. Als Erwachsener spiegelte er vollkommen die liebevolle, mitfühlende, gerechte Persönlichkeit von Jehova Gott, seinem himmlischen Vater, wider (Johannes 14:9, 10; Hebräer 1:3; 1. Johannes 4:7-11, 20, 21).
• Als Gottes Vertreter auf der Erde kümmerte sich Jesus um die Nöte der Armen und Unterdrückten, ohne aber die Reichen zu diskriminieren. Unterstützt von Gottes mächtigem heiligen Geist, vollbrachte Jesus Wunderheilungen und auferweckte sogar Tote. Durch diese Wunder demonstrierte er im kleinen, was er weltweit tun würde, nachdem er von den Toten zu himmlischem Leben auferweckt worden wäre und der König von Gottes himmlischem Königreich geworden wäre (Matthäus 11:4-6; Lukas 7:11-17; Johannes 11:5-45).
• Um dieses himmlische Königreich Gottes lehrte Jesus seine Nachfolger zu beten, und dieses Königreich sollten sie in ihrem Leben an die erste Stelle setzen. Wenn es ganz und gar aufgerichtet sein wird, „wird [es] alle diese Königreiche [Königreiche, die heute existieren] zermalmen und ihnen ein Ende bereiten, und selbst wird es für unabsehbare Zeiten bestehen“. Dann wird das Königreich die einzige Regierung der Erde sein. Es ist die einzige Hoffnung für die verzweifelte Menschheit (Daniel 2:44; Matthäus 6:9, 10).
• Gott war der Vater Jesu, und Jesus war Gott treu. Als man Jesus tötete, war er somit ein vollkommener Mensch. Er gab bereitwillig sein vollkommenes Leben als Loskaufsopfer hin, das er dann Gott darbrachte, um das wiederzuerlangen, was Adam durch die Rebellion gegen Gott verwirkt hatte. Dadurch eröffnete Jesus allen, die Glauben an ihn ausüben, den Weg zu ewigem Leben (Johannes 3:16; Römer 3:23, 24; 1. Johannes 2:2).
• Als der von Gott eingesetzte himmlische König wird Jesus Gottes Vorsatz ausführen, indem er das Böse von der Erde beseitigt und gehorsame Menschen zu körperlicher und geistiger Vollkommenheit emporhebt. Die Menschheit wird dann in Frieden und Glück auf einer paradiesischen Erde leben — unter guten Wohnverhältnissen und mit Nahrung im Überfluß für alle. Mit Krankheit, Leid und Tod wird es für immer vorbei sein. Sogar die Toten werden auferweckt werden und die Gelegenheit haben, ewig auf der Erde zu leben (1. Mose 1:26-28; 2:8; Psalm 37:10, 11, 29; Sprüche 2:21, 22; Jesaja 25:6; 65:21-23; Lukas 23:43; Apostelgeschichte 24:15; Offenbarung 21:3, 4).
Aus der Bibel ist somit klar zu ersehen, daß Jesus die Zentralfigur in Gottes Vorsatz ist, der darin besteht, hier auf der Erde eine gerechte neue Welt zu schaffen. Wegen seiner tragenden Rolle konnte Jesus zu Recht sagen: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Johannes 14:6; 2. Petrus 3:13).
Ein mitfühlender Herrscher
Demütige Menschen wünschen sich Jesus als Herrscher in der neuen Welt. Und wie erfrischend anders er als Herrscher sein wird! Das demonstrierte er zum Beispiel durch die erstaunlichen Heilungen, die er auf der Erde vollbrachte (Matthäus 15:30, 31). Aber beachten wir auch, was für eine Art Herrscher er sein wird.
Werfen wir als erstes einen Blick auf das, was die Regierenden unserer Welt erreicht haben. Wir stellen fest, daß es zu allen Zeiten grausame und herzlose Herrscher gegeben hat, die ihrem Volk unzählige Kriege, Greueltaten, Inquisitionen und Massaker beschert haben. Allein in unserem 20. Jahrhundert sind weit über 100 Millionen Menschen in Kriegen hingeschlachtet worden.
Stellen wir nun die Verhaltensweisen der Regierenden dieser Welt und das, was sie erreicht haben, dem gegenüber, was Jesus erreichte und wie er sich im Umgang mit den Armen, Unterdrückten und Machtlosen verhielt. Wir lesen: „Als er die Volksmengen sah, empfand er Mitleid mit ihnen, weil sie zerschunden waren und umhergestoßen wurden wie Schafe, die keinen Hirten haben.“ Deshalb sagte er zu ihnen: „Kommt zu mir alle, die ihr euch abmüht und die ihr beladen seid, und ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin mild gesinnt und von Herzen demütig, und ihr werdet Erquickung finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht“ (Matthäus 9:36; 11:28-30).
Wie mitfühlend Jesus doch war! Darin ahmte er seinen himmlischen Vater nach. Jesus war die Liebe in Person, und er lehrte auch seine Jünger, wahre, grundsatztreue Liebe zueinander zu haben. Dann würden sie sich ihre internationale Einheit nicht durch Rassenzugehörigkeit, Nationalität, wirtschaftlichen Status, frühere Religion oder irgend etwas anderes zerstören lassen (Johannes 13:34, 35; Apostelgeschichte 10:34, 35). Jesus liebte die Menschen so sehr, daß er sein Leben für sie hingab (Epheser 5:25). Er ist die Art Herrscher, die die Welt braucht und auch bekommen wird.
Jesus — heute ein „schöner“ König
Gottes prophetisches Wort läßt erkennen, daß Jesus heute ein mächtiger himmlischer König ist. Über ihn prophezeite der Psalmist: „Du bist wirklich schöner als die Menschensöhne. ... in deiner Pracht zieh hin zum Erfolg; fahre einher in der Sache der Wahrheit und Demut und Gerechtigkeit ... Du hast Gerechtigkeit geliebt, und du haßt Bosheit. Darum hat dich Gott, dein Gott, mit dem Öl des Frohlockens gesalbt“ (Psalm 45:2, 4, 7).
Als himmlischer, von Gott gesalbter König hat Jesus den Auftrag, in Aktion zu treten und seine Liebe zur Gerechtigkeit ebenso wie seinen Haß gegen Bosheit zum Ausdruck zu bringen. Daher wird er in der Bibel als unsterblicher Sieger beschrieben, als „König der Könige“, der bald alle Feinde Gottes hinrichten wird. Außerdem wird er die Erde in einen paradiesischen Zustand zurückführen und die erlösbare Menschheit zur Vollkommenheit emporheben (Offenbarung 19:11-16).
Die neue Rolle Jesu ist nicht die eines „leidenden Messias“, der von Gegnern verhöhnt, geschlagen und umgebracht wird. Statt dessen ist seine neue Rolle die eines „Starken Gottes“, des Herrschers über die Erde (Jesaja 9:6). Das ist für die meisten irdischen Herrscher keine willkommene Nachricht, denn ihre Königreiche werden, wie in Daniel 2:44 vorhergesagt, bald zermalmt werden. Mit Christus als Urteilsvollstrecker wird Gott „gewiß Könige zerschmettern am Tag seines Zorns. Er wird Gericht üben unter den Nationen“ (Psalm 110:5, 6).
Dabei wird Christus, wie Jesaja prophezeite, „viele Nationen aufschrecken. Vor ihm werden Könige ihren Mund verschließen.“ Weshalb? „Denn was ihnen nicht erzählt worden war [von ihren religiösen Vertrauten], werden sie tatsächlich sehen, und dem, was sie nicht gehört hatten, werden sie ihre Beachtung schenken“ (Jesaja 52:15).
„Sturm ernten“
Jesaja sagte ein Pflichtversäumnis von seiten religiöser Führer voraus. Beispielsweise lehren sie nicht die biblische Wahrheit, sondern vermitteln ihren Gläubigen unbiblische Lehren, unter anderem über die ewige Qual im Höllenfeuer, die Dreieinigkeit, das heißt drei Götter in einem, und die Unsterblichkeit der Seele — allesamt Lehren heidnischen Ursprungs. Zudem hat die Geistlichkeit alle Kriege unterstützt, die ihr Land führte, selbst wenn das bedeutete, daß Angehörige ihrer eigenen Religion umgebracht wurden. Das ist eine direkte Übertretung der Gebote Gottes (1. Johannes 2:3, 4; 3:10-12; 4:8, 20, 21).
Darüber hinaus präsentieren die Geistlichen ihren Gläubigen schön anzusehende, aber in Gottes Augen wertlose religiöse Bilder, Gewänder, kostspielige Kathedralen und mit heidnischem Gedankengut ausgeschmückte Gemälde, wozu auch der Nimbus des Sonnengottes gehört. Und das, obwohl Gott seinen Dienern geboten hat: „Weichet, weichet, zieht von dort aus, rührt nichts Unreines an ..., die ihr die Geräte Jehovas tragt“ (Jesaja 52:11; 2. Korinther 6:14-18).
Diejenigen, die Gott zu vertreten behaupten, dabei aber Gottes Gebote verletzen und andere ebenfalls dazu verleiten, werden das ernten, was sie gesät haben. Sie werden ein Strafgericht empfangen und die Folgen tragen müssen, wenn das gegenwärtige System der Dinge vernichtet wird. Wie der Prophet Hosea sagte: „Sie säen Wind und werden Sturm ernten“ (Hosea 8:7, Lutherbibel; siehe auch Offenbarung 17:1-3, 15, 16).
Aufrichtige Menschen lernen die Wahrheit kennen
Die Falschdarstellung Gottes und Jesu durch Geistliche wird aufrichtige Menschen nicht davon abhalten, die Wahrheit über Jesus kennenzulernen. Das war schon im 1. Jahrhundert so, denn nach den Worten Paul Barnetts in seinem Buch The Two Faces of Jesus „ist Christus kein Fallschirmspringer, der einfach so — unangekündigt — vom Himmel in die Geschichte sprang“. Ja, damals wurde der Messias in biblischen Prophezeiungen genau „angekündigt“, damit seine loyalen Jünger eine Bestätigung für sein Kommen hätten. Heute gibt es noch weit mehr Beweise, daß Jesus von Gott ermächtigt wurde, als herrlicher, himmlischer „König der Könige“ zu regieren (Matthäus 24:3-13; 2. Timotheus 3:1-5, 13).
Ja tatsächlich: „Diese gute Botschaft vom Königreich [Gottes Königreich mit Christus als Herrscher] wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (Matthäus 24:14). Genau das tun Jehovas Zeugen, die weltweit gut 5 Millionen zählen. Wer also den echten Jesus kennenlernen möchte, hat gewiß die Möglichkeit dazu (Johannes 10:14; 1. Johannes 5:20). Und es ist unerläßlich, ihn sowohl zu kennen als auch ihm zu gehorchen, wenn man die „große Drangsal“ überleben will, die in Kürze über die Erde hereinbrechen wird (Offenbarung 7:9-14; Johannes 17:3; 2. Thessalonicher 1:6-10).
Jehovas Zeugen sind anderen gern behilflich, das ansprechende Porträt, das die Bibel von Gottes Sohn zeichnet, kennenzulernen.
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Als mächtiger König wird Christus das Böse beseitigen
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Unter der liebevollen Herrschaft Christi wird aus unserer Erde ein Paradies werden