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Könige (Bücher)Einsichten über die Heilige Schrift, Band 2
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Die Bücher der Könige haben im jüdischen Kanon schon immer ihren Platz gehabt; sie gelten als kanonisch, und das mit gutem Grund, denn sie entwickeln das wichtigste Thema der Bibel weiter: die Rechtfertigung der Souveränität Jehovas und die endgültige Verwirklichung seines Vorhabens mit der Erde durch sein Königreich unter Christus, dem verheißenen Samen. Außerdem werden drei führende Propheten – Elia, Elisa und Jesaja – hervorgehoben, und es wird gezeigt, wie sich ihre Prophezeiungen unweigerlich erfüllten. Ereignisse, von denen in den Königsbüchern berichtet wird, werden auch an anderen Stellen der Bibel erwähnt und erläutert. Jesus bezieht sich dreimal auf den Inhalt dieser Bücher. Er führt an, was über Salomo (Mat 6:29), die Königin des Südens (Mat 12:42; vgl. 1Kö 10:1-9) und die Witwe von Zarephath sowie über Naaman (Luk 4:25-27; vgl. 1Kö 17:8-10; 2Kö 5:8-14) geschrieben steht. Paulus erwähnt den Bericht über Elia und die 7000 Männer, die nicht vor Baal das Knie gebeugt hatten (Rö 11:2-4; vgl. 1Kö 19:14, 18). Jakobus spricht von Elias Gebeten um Trockenheit und um Regen (Jak 5:17, 18; vgl. 1Kö 17:1; 18:45). Diese Bezugnahmen auf Handlungen von Personen, die in den Büchern der Könige angeführt werden, bestätigen die Kanonizität dieser Schriften.
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Könige (Bücher)Einsichten über die Heilige Schrift, Band 2
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Archäologische Funde. Man hat viele Artefakte gefunden, die bestätigen, dass die Bücher der Könige historisch und geografisch genau sind. Die Archäologie und die noch vorhandenen Zedern im Libanon beweisen, dass es in der Vergangenheit dort Zedernwälder gab, aus denen Salomo Stämme für seine Bauprojekte in Jerusalem holte (1Kö 5:6; 7:2). Im Stromgebiet des Jordan, wo früher Sukkoth und Zarethan lagen, wurden viele Funde gemacht, die von industrieller Tätigkeit zeugen (1Kö 7:45, 46).
Das feindliche Vordringen Schischaks in Juda zur Zeit Rehabeams (1Kö 14:25, 26) wird durch den Bericht bezeugt, den Pharao selbst anfertigen ließ und der auf den Tempelmauern in Karnak (Ägypten) zu finden ist. Ein schwarzer Basaltobelisk des assyrischen Königs Salmanassar III., der 1846 in Nimrud gefunden wurde, stellt vermutlich einen Gesandten Jehus dar, der sich vor Salmanassar verbeugt. Obwohl eine entsprechende Begebenheit in den Büchern der Könige nicht erwähnt wird, bestätigt diese Darstellung die Historizität des israelitischen Königs Jehu. Die ausgedehnte Bautätigkeit Ahabs wird durch die Ruinen in Samaria, einschließlich ‘des Hauses von Elfenbein, das er gebaut hatte’, bestätigt (1Kö 22:39).
Auf dem Mesa-Stein wird einiges über den Aufstand König Mesas gegen Israel berichtet, allerdings vom Standpunkt des moabitischen Herrschers aus (2Kö 3:4, 5). Diese Inschrift, die in Alphabetschrift verfasst ist, enthält auch das Tetragrammaton.
Der Name Pekach erscheint in einer chronologisch geordneten Aufzeichnung, die Tiglath-Pileser III. zugeschrieben wird (2Kö 15:27). Der Feldzug Tiglath-Pilesers III. gegen Israel wird in seinen königlichen Annalen und in einer assyrischen Inschrift auf einem Gebäude erwähnt (2Kö 15:29). Auch der Name Hoschea konnte aus Inschriften, die über den Feldzug Tiglath-Pilesers berichten, entziffert werden (2Kö 15:30; Ancient Near Eastern Texts, herausgegeben von J. B. Pritchard, 1974, S. 282 bis 284; siehe ferner Textbuch zur Geschichte Israels, herausgegeben von K. Galling, 1979, S. 59).
Auf einige Kriege, die der assyrische König Sanherib führte, wird in seinen Annalen Bezug genommen. Nicht erwähnt wird jedoch die vernichtende Niederlage, die seinem 185 000 Mann starken Heer, das Jerusalem bedrohte, durch einen Engel beigebracht wurde (2Kö 19:35), und es ist auch nicht verwunderlich, dass man in seinen Aufzeichnungen, die voller Prahlereien sind, keinen Bericht über diese große Niederlage findet. Eine bemerkenswerte Bestätigung der letzten Angaben in den Königsbüchern liefern die Keilschrifttafeln, die in Babylon ausgegraben wurden. Aus diesen Tafeln geht hervor, dass sich Ia-ʼu-ú-kīn (Jojachin) in Babylon im Gefängnis befand und aus dem Königsschatz Zuwendungen bekam (2Kö 25:30; Ancient Near Eastern Texts, S. 308; siehe ferner Textbuch zur Geschichte Israels, herausgegeben von K. Galling, 1979, S. 79; H. Bardtke, Bibel, Spaten und Geschichte, Leipzig 1967, S. 100, 102).
Die Erfüllung von Prophezeiungen. Die Königsbücher enthalten mehrere Prophezeiungen und berichten, wie sie sich auf beeindruckende Weise erfüllten. In 1. Könige 2:27 wird beispielsweise gezeigt, wie sich das Wort Jehovas erfüllte, das er gegen das Haus Elis geredet hatte (1Sa 2:31-36; 3:11-14). Prophezeiungen gegen Ahab und sein Haus erfüllten sich. (Vgl. 1Kö 21:19-21 mit 1Kö 22:38 und 2Kö 10:17.) Das, was über Isebel und ihren Leichnam vorhergesagt worden war, bewahrheitete sich. (Vgl. 1Kö 21:23 mit 2Kö 9:30-36.) Und die Geschichte bestätigt die Wahrhaftigkeit der Prophezeiung über die Vernichtung Jerusalems (2Kö 21:13).
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