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  • Ein König entweiht das Heiligtum Jehovas
    Der Wachtturm 1993 | 1. November
    • Ein König entweiht das Heiligtum Jehovas

      „Was ... das Volk derer betrifft, die ihren Gott kennen, sie werden obsiegen“ (DANIEL 11:32).

      1, 2. Im Zeichen welches dramatischen Konflikts steht die Menschheitsgeschichte seit über 2 000 Jahren?

      ZWEI rivalisierende Könige sind in einem erbitterten Kampf um die Vorherrschaft aneinandergeraten. Während des zweitausendjährigen Kampfs gewinnt erst der eine und dann der andere die Oberhand. In unseren Tagen sind die meisten Menschen auf der Erde von diesem Kampf betroffen worden, und Gottes Volk wurde dadurch in seiner Lauterkeit geprüft. Der Kampf endet mit einem für beide Mächte unvorhergesehenen Ereignis. Diese dramatische Entwicklung ist in alter Zeit dem Propheten Daniel im voraus offenbart worden (Daniel, Kapitel 10 bis 12).

      2 Die Prophezeiung, die mit der fortwährenden Feindschaft zwischen dem König des Nordens und dem König des Südens zu tun hat, wurde eingehend in dem Buch „Dein Wille geschehe auf Erden“a behandelt. In dem Buch wurde gezeigt, daß ursprünglich das nördlich von Israel gelegene Syrien der König des Nordens war. Später übernahm Rom diese Rolle. König des Südens war anfänglich Ägypten.

      Der Konflikt in der Zeit des Endes

      3. Wann sollte man gemäß der Aussage des Engels die Prophezeiung über den König des Nordens und den König des Südens verstehen, und wie sollte das geschehen?

      3 Der Engel, der Daniel diese Dinge offenbarte, sagte: „Was dich betrifft, o Daniel, halte die Worte geheim, und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes. Viele werden umherstreifen, und die wahre Erkenntnis wird überströmend werden“ (Daniel 12:4). Ja, die Prophezeiung hat mit der Zeit des Endes zu tun — einem Zeitabschnitt, der 1914 begann. Während dieser gekennzeichneten Zeit würden viele in der Heiligen Schrift „umherstreifen“, und mit der Hilfe des heiligen Geistes würde die wahre Erkenntnis, einschließlich des Verständnisses der biblischen Prophezeiungen, überströmen (Sprüche 4:18). Je weiter diese Zeit fortschreitet, desto mehr Einzelheiten aus den Prophezeiungen Daniels werden erhellt. Wie ist also die Prophezeiung über den König des Nordens und den König des Südens im Jahre 1993, 35 Jahre nach der Veröffentlichung des Buchs „Dein Wille geschehe auf Erden“, zu verstehen?

      4, 5. (a) Wo gibt es in der Prophezeiung Daniels über den König des Nordens und den König des Südens einen Hinweis auf das Jahr 1914? (b) Was sollte gemäß dem Engel 1914 geschehen?

      4 Der Beginn der Zeit des Endes im Jahre 1914 war durch den Ersten Weltkrieg und andere Weltbedrängnisse gekennzeichnet, die Jesus vorausgesagt hatte (Matthäus 24:3, 7, 8). Findet sich in der Prophezeiung Daniels ein Hinweis auf dieses Jahr? Ja. Der Beginn der Zeit des Endes ist die ‘bestimmte Zeit’, von der in Daniel 11:29 die Rede ist. (Siehe „Dein Wille geschehe auf Erden“, Seite 269, 270.) Es handelt sich um eine Zeit, die Jehova bereits in den Tagen Daniels festgelegt hatte, da sie an die 2 520 Jahre anschloß, auf die die prophetisch bedeutsamen Ereignisse aus Daniel, Kapitel 4 hinwiesen.

      5 Diese 2 520 Jahre, die von der Zerstörung Jerusalems 607 v. u. Z., als Daniel noch ein Jugendlicher war, bis 1914 u. Z. zählten, wurden als „die bestimmten Zeiten der Nationen“ bezeichnet (Lukas 21:24). Welche politischen Ereignisse sollten deren Ende kennzeichnen? Das wurde Daniel von einem Engel offenbart. Dieser sagte: „Zur bestimmten Zeit wird er [der König des Nordens] zurückkehren, und er wird tatsächlich gegen den Süden kommen; aber es wird sich erweisen, daß es zuletzt nicht gleich ist wie zuerst“ (Daniel 11:29).

      Der König verliert einen Krieg

      6. Wer war 1914 König des Nordens, und wer war König des Südens?

      6 Die Rolle des Königs des Nordens hatte im Jahre 1914 Deutschland inne, dessen Regent Kaiser Wilhelm war. („Kaiser“ ist von dem römischen Titel „Cäsar“ abgeleitet.) Der Ausbruch der Feindseligkeiten in Europa war lediglich eine von vielen Konfrontationen zwischen dem König des Nordens und dem König des Südens. Die Rolle des letzteren, des Königs des Südens, nahm damals Großbritannien ein, das rasch Ägypten besetzte, das Herrschaftsgebiet des ursprünglichen Königs des Südens. Im Laufe des Kriegs stellten sich die Vereinigten Staaten, eine der ehemaligen Kolonien Großbritanniens, an seine Seite. Die anglo-amerikanische Weltmacht, das mächtigste Weltreich der Geschichte, war nun König des Südens.

      7, 8. (a) Inwiefern war es im Ersten Weltkrieg ‘nicht gleich wie zuerst’? (b) Wie ging der Erste Weltkrieg aus, doch wie würde der König des Nordens der Prophezeiung gemäß reagieren?

      7 Aus früheren Auseinandersetzungen zwischen den beiden Königen war das Römische Reich als König des Nordens stets siegreich hervorgegangen. Diesmal ‘war es nicht gleich wie zuerst’. Warum nicht? Weil der König des Nordens den Krieg verlor. Ein Grund war, daß „die Schiffe von Kittim“ gegen den König des Nordens kamen (Daniel 11:30). Was waren das für Schiffe? Zur Zeit Daniels hieß Zypern Kittim, und zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde Zypern von Großbritannien annektiert. Gemäß einem Werk schließt der Name Kittim „in erweitertem Sinn den W[esten] im allgemeinen ein, bes[onders] allerdings den seefahrenden W[esten]“ (The Zondervan Pictorial Encyclopedia of the Bible). In einer englischen Bibelübersetzung wird der Ausdruck „Schiffe von Kittim“ mit „Schiffe der westlichen Küstengegenden“ wiedergegeben (New International Version). Im Ersten Weltkrieg erwiesen sich die Schiffe von Kittim als die Schiffe Großbritanniens, das vor der Westküste des europäischen Festlands liegt. Später wurde die britische Marine durch Schiffe von dem westlich gelegenen nordamerikanischen Kontinent verstärkt.

      8 Unter diesem Angriff mußte der König des Nordens „verzagen“ und 1918 seine Niederlage eingestehen. Doch er war noch nicht am Ende. „Er wird tatsächlich zurückkehren und Strafankündigungen gegen den heiligen Bund schleudern und wirksam handeln; und er wird zurückgehen müssen und wird denen Beachtung schenken, die den heiligen Bund verlassen“ (Daniel 11:30). So prophezeite es der Engel, und so geschah es.

      Der König handelt wirksam

      9. Was führte zum Aufstieg Adolf Hitlers, und inwiefern ‘handelte er wirksam’?

      9 Nach dem Kriegsende 1918 zwangen die siegreichen Alliierten Deutschland einen demütigenden Friedensvertrag auf, der offensichtlich darauf abzielte, das deutsche Volk für lange Zeit fast ein Hungerdasein führen zu lassen. Die große Not, unter der Deutschland einige Jahre litt, ebnete allerdings den Weg für den Aufstieg Adolf Hitlers. Er kam 1933 an die Macht und begann sofort einen heftigen Angriff gegen „den heiligen Bund“, vertreten durch die gesalbten Brüder Jesu Christi. In dieser Hinsicht handelte er wirksam gegen die loyalen Christen, von denen er viele grausam verfolgte.

      10. Mit wem verband sich Hitler auf der Suche nach Unterstützung, und wozu führte das?

      10 Hitler verzeichnete wirtschaftliche und diplomatische Erfolge und handelte auch auf diesem Gebiet wirkungsvoll. Im Verlauf weniger Jahre machte er Deutschland zu einem Staat, mit dem man rechnen mußte, und bei diesem Bemühen halfen ihm diejenigen, „die den heiligen Bund verlassen“. Wer war damit gemeint? Offensichtlich die Führer der Christenheit, die behaupteten, in einem Bundesverhältnis mit Gott zu stehen, aber schon lange aufgehört hatten, Jünger Jesu Christi zu sein. Hitler gelang es, sich den Beistand derjenigen zu sichern, „die den heiligen Bund verlassen“. Der Papst schloß mit ihm ein Konkordat, und sowohl die katholische Kirche als auch die protestantischen Kirchen unterstützten Hitler während seiner 12jährigen Schreckensherrschaft.

      11. Wie hat der König des Nordens ‘das Heiligtum entweiht und das beständige Opfer entfernt’?

      11 So erfolgreich war Hitler, daß er einen Krieg anzettelte, wie der Engel korrekt vorausgesagt hatte: „Und da werden Streitarme sein, die aufstehen werden, von ihm ausgehend; und sie werden tatsächlich das Heiligtum, die Festung, entweihen und das beständige Opfer entfernen“ (Daniel 11:31a). Im alten Israel war das Heiligtum ein Teil des Tempels in Jerusalem. Doch als die Juden Jesus verwarfen, verwarf Jehova sie und ihren Tempel (Matthäus 23:37 bis 24:2). Seit dem ersten Jahrhundert ist der Tempel Jehovas daher ein geistiger Tempel mit dem Allerheiligsten im Himmel und mit einem geistigen Vorhof auf der Erde, in dem die gesalbten Brüder Jesu, des Hohenpriesters, dienen. Seit den 30er Jahren bringt die große Volksmenge gemeinsam mit dem gesalbten Überrest Anbetung dar; deshalb wird von ihnen gesagt, daß sie ‘in Gottes Tempel’ dienen (Offenbarung 7:9, 15; 11:1, 2; Hebräer 9:11, 12, 24). Der irdische Vorhof des Tempels wurde durch die erbarmungslose Verfolgung des gesalbten Überrests und seiner Gefährten in den vom König des Nordens beherrschten Ländern entweiht. Die Verfolgung war so schwer, daß das beständige Opfer — das öffentliche Schlachtopfer der Lobpreisung des Namens Jehovas — entfernt wurde (Hebräer 13:15). Wie die Geschichte jedoch zeigt, predigten die treuen gesalbten Christen gemeinsam mit den „anderen Schafen“ im Untergrund weiter (Johannes 10:16).

      Das „abscheuliche Ding“

      12, 13. Was war das „abscheuliche Ding“, und wann und wie erfolgte dessen Rückkehr, wie der treue und verständige Sklave vorausgesehen hatte?

      12 Als das Ende das Zweiten Weltkriegs absehbar war, nahm etwas anderes Formen an. „Sie werden gewiß das abscheuliche Ding, das Verwüstung verursacht, aufstellen“ (Daniel 11:31b). Das „abscheuliche Ding“, das auch Jesus erwähnte, war bereits als der Völkerbund identifiziert worden, das scharlachfarbene wilde Tier, das gemäß der Offenbarung in den Abgrund gehen würde (Matthäus 24:15; Offenbarung 17:8; siehe das Buch Licht, 2. Band, Seite 91). Das geschah beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Doch auf dem Theokratischen Neue-Welt-Kongreß der Zeugen Jehovas im Jahre 1942 behandelte Nathan H. Knorr, der dritte Präsident der Watch Tower Bible and Tract Society, die Prophezeiung aus Offenbarung 17 und wies warnend darauf hin, daß das wilde Tier wieder aus dem Abgrund herauskommen werde.

      13 Die Geschichte bestätigt die Wahrheit dieser Worte. Zwischen August und Oktober 1944 wurde in Dumbarton Oaks in den Vereinigten Staaten begonnen, eine Charta für jene Organisation auszuarbeiten, die schließlich als Vereinte Nationen bezeichnet wurde. Die Charta wurde von 51 Nationen angenommen, einschließlich der Sowjetunion, und als sie am 24. Oktober 1945 in Kraft trat, kam der außer Funktion gesetzte Völkerbund tatsächlich aus dem Abgrund herauf.

      14. Wann und wie änderte sich die Identität des Königs des Nordens?

      14 Deutschland war in beiden Weltkriegen der Hauptgegner des Königs des Südens gewesen. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte in einem Teil Deutschlands eine Neuorientierung, so daß dieser Teil zu einem Verbündeten des Königs des Südens wurde. Der andere Teil Deutschlands schloß sich dagegen einem anderen mächtigen Reich an. Der kommunistische Block, zu dem nun auch ein Teil Deutschlands gehörte, stellte sich mit aller Kraft gegen die anglo-amerikanische Allianz, und die Rivalität zwischen den beiden Königen entwickelte sich zum kalten Krieg. (Siehe „Dein Wille geschehe auf Erden“, Seite 264 bis 284.)

      Der König und der Bund

      15. Wer sind „diejenigen, die in böser Weise gegen den Bund handeln“, und wie war ihr Verhältnis zum König des Nordens?

      15 Der Engel sagte weiter: „Diejenigen, die in böser Weise gegen den Bund handeln, wird er mit glatten Worten zum Abfall verleiten“ (Daniel 11:32a). Wer handelt in boshafter Weise gegen den Bund? Auch in diesem Fall kann es sich nur um die Führer der Christenheit handeln, die sich zwar als Christen bezeichnen, aber durch ihre Handlungen den Namen des Christentums in den Schmutz ziehen. Während des Zweiten Weltkriegs „machte die Sowjetregierung Anstrengungen, die materielle und moralische Hilfe der Kirchen für die Verteidigung des Vaterlandes zu gewinnen“ (Walter Kolarz, Die Religionen in der Sowjetunion). Nach dem Krieg versuchten die Kirchenführer, diese Freundschaft aufrechtzuerhalten, und das trotz der atheistischen Politik jener Macht, die jetzt der König des Nordens war.b Auf diese Weise machte sich die Christenheit mehr denn je zu einem Teil der Welt — eine abscheuliche Abtrünnigkeit in den Augen Jehovas (Johannes 17:14; Jakobus 4:4).

      16, 17. Wer sind diejenigen, „die Einsicht haben“, und wie ist es ihnen unter dem König des Nordens ergangen?

      16 Doch wie verhielt es sich mit den wahren Christen? „Was aber das Volk derer betrifft, die ihren Gott kennen, sie werden obsiegen und wirksam handeln. Und was die betrifft, die Einsicht haben unter dem Volk, sie werden den vielen Verständnis verleihen. Und sie werden gewiß durch Schwert und durch Flamme, durch Gefangenschaft und durch Plünderung zum Straucheln gebracht werden, einige Tage lang“ (Daniel 11:32b, 33). Die Christen im Herrschaftsbereich des Königs des Nordens waren zwar „den obrigkeitlichen Gewalten untertan“, aber sie waren kein Teil der Welt (Römer 13:1; Johannes 18:36). Sie waren sorgsam darauf bedacht, Cäsars Dinge Cäsar zurückzuzahlen, „Gottes Dinge aber Gott“ (Matthäus 22:21). Deshalb wurde ihre Lauterkeit geprüft (2. Timotheus 3:12).

      17 Die Folge? Es heißt, daß sie sowohl ‘obsiegten’ als auch „zum Straucheln gebracht“ wurden. Sie strauchelten insofern, als sie verfolgt wurden und schwer leiden mußten, ja einige von ihnen wurden sogar getötet. Doch sie obsiegten, da die meisten treu blieben. Sie haben tatsächlich, genau wie Jesus, die Welt besiegt (Johannes 16:33). Außerdem hörten sie nie auf zu predigen, selbst wenn sie sich im Gefängnis oder im Konzentrationslager befanden. Dadurch ‘verliehen sie den vielen Verständnis’. Trotz Verfolgung nahm die Zahl der Zeugen Jehovas in den vom König des Nordens beherrschten Ländern zu. Dank der Treue derjenigen, „die Einsicht haben“, ist ein sich ständig vergrößernder Teil der „großen Volksmenge“ in diesen Ländern zum Vorschein gekommen (Offenbarung 7:9-14).

      18. Welche ‘kleine Hilfe’ haben Glieder des gesalbten Überrests, die unter dem König des Nordens leben, erhalten?

      18 Mit Bezug auf die Verfolgung des Volkes Gottes sagte der Engel voraus: „Aber wenn sie zum Straucheln gebracht werden, wird ihnen mit einer kleinen Hilfe geholfen werden“ (Daniel 11:34a). Wie ist das geschehen? Zum einen brachte der Triumph des Königs des Südens im Zweiten Weltkrieg eine wesentliche Erleichterung für die Christen mit sich, die unter dem gegnerischen König lebten. (Vergleiche Offenbarung 12:15, 16.) Zum anderen wurde denjenigen, die von dem Nachfolgekönig verfolgt wurden, von Zeit zu Zeit Erleichterung zuteil, und als der kalte Krieg abflaute, erkannten viele Politiker, daß treue Christen keine Bedrohung darstellen, und gewährten ihnen daher die gesetzliche Anerkennung.c Eine große Hilfe ist auch von seiten der zunehmenden großen Volksmenge gekommen, die auf das treue Predigen der Gesalbten positiv reagiert und ihnen in der in Matthäus 25:34-40 beschriebenen Weise geholfen hat.

      Eine Reinigung des Volkes Gottes

      19. (a) Inwiefern haben sich einige ‘mit Glätte angeschlossen’? (b) Was ist mit dem Ausdruck „bis zur Zeit des Endes“ gemeint? (Siehe Fußnote.)

      19 Nicht alle, die sich in dieser Zeit dafür interessierten, Gott zu dienen, hatten lautere Beweggründe. Der Engel äußerte die Warnung: „Viele werden sich ihnen gewiß mit Glätte anschließen. Und einige von denen, die Einsicht haben, werden zum Straucheln gebracht werden, um ihretwegen ein Läuterungswerk zu tun und um sie zu reinigen und weiß zu machen bis zur Zeit des Endes; denn es ist noch für die bestimmte Zeit“ (Daniel 11:34b, 35).d Manche zeigten Interesse für die Wahrheit, aber sie waren nicht bereit, sich Gott wirklich hinzugeben und ihm zu dienen. Andere, die die gute Botschaft scheinbar annahmen, waren in Wirklichkeit Agenten im Auftrag des Staates. Aus einem Land wurde berichtet: „Einige dieser skrupellosen Individuen waren geschworene Kommunisten, die sich in die Organisation des Herrn eingeschlichen und großen Eifer an den Tag gelegt hatten, so daß ihnen verantwortungsvolle Dienste zugeteilt worden waren.“

      20. Warum ließ Jehova zu, daß einige treue Christen durch heuchlerische Infiltranten „zum Straucheln gebracht“ wurden?

      20 Die eingeschleusten Agenten waren dafür verantwortlich, daß einige Treue den Behörden in die Hände fielen. Warum ließ Jehova das zu? Zum Zweck der Läuterung oder Reinigung. Genau wie Jesus „Gehorsam [lernte] durch die Dinge, die er litt“, lernten auch diese treuen Personen durch die Prüfung ihres Glaubens ausharren (Hebräer 5:8; Jakobus 1:2, 3; vergleiche Maleachi 3:3). Sie wurden auf diese Weise ‘geläutert, gereinigt und weiß gemacht’. Große Freude erwartet diese Treuen, wenn die bestimmte Zeit kommt, in der sie für ihr Ausharren belohnt werden. Das wird die weitere Erörterung der Prophezeiung Daniels zeigen.

      [Fußnoten]

      a Herausgegeben von der Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft und 1958 in Englisch auf dem internationalen Kongreß der Zeugen Jehovas „Göttlicher Wille“ freigegeben.

      b Die World Press Review für November 1992 enthielt einen Artikel aus der Zeitung The Toronto Star, in dem es hieß: „In den letzten Jahren mußten die Russen mit ansehen, wie Dutzende von einst unangreifbaren Vorstellungen, die Geschichte ihres Landes betreffend, den Tatsachen nicht standhielten. Die Enthüllungen über die Zusammenarbeit der Kirche mit dem kommunistischen Regime waren jedoch der härteste Schlag.“

      c Siehe Wachtturm vom 15. Juli 1991, Seite 8—11.

      d „Bis zur Zeit des Endes“ könnte auch „während der Zeit des Endes“ bedeuten. Das hier mit „bis“ übersetzte Wort erscheint im aramäischen Text von Daniel 7:25 und bedeutet dort „während“ oder „für“. Eine ähnliche Bedeutung hat das Wort im hebräischen Text von 2. Könige 9:22, Hiob 20:5 und Richter 3:26. In den meisten Übersetzungen wird es in Daniel 11:35 allerdings mit „bis“ wiedergegeben, und wenn das das richtige Verständnis ist, dann muß die „Zeit des Endes“ hier das Ende des Ausharrens des Volkes Gottes sein. (Vergleiche „Dein Wille geschehe auf Erden“, Seite 286.)

  • Der Endsieg Michaels, des großen Fürsten
    Der Wachtturm 1993 | 1. November
    • Der Endsieg Michaels, des großen Fürsten

      „Während jener Zeit wird Michael aufstehen, der große Fürst, der zugunsten der Söhne deines Volkes steht“ (DANIEL 12:1).

      1. Was für eine Einstellung gegenüber der Souveränität Jehovas haben viele Weltherrscher offenbart, und inwiefern bildet der König des Nordens keine Ausnahme?

      „WER ist Jehova, daß ich seiner Stimme gehorchen und Israel wegsenden sollte?“ (2. Mose 5:2). Diese höhnenden Worte sprach Pharao zu Moses. Pharao weigerte sich, Jehova als höchsten Gott anzuerkennen, und er war entschlossen, Israel weiterhin in Sklaverei zu halten. Andere Herrscher zeigten Jehova gegenüber ähnliche Verachtung, und die Könige in der Prophezeiung Daniels bilden gewiß keine Ausnahme (Jesaja 36:13-20). Der König des Nordens ging sogar noch weiter. So sagte der Engel: „Er wird sich überheben und sich groß machen über jeden Gott; und gegen den Gott der Götter wird er Verwunderliches reden. ... Und dem Gott seiner Väter wird er keine Beachtung schenken; und dem Begehren von Frauen und jedem anderen Gott wird er keine Beachtung schenken, sondern über jeden wird er sich groß machen“ (Daniel 11:36, 37).

      2, 3. Inwiefern verwarf der König des Nordens den „Gott seiner Väter“, um einen anderen Gott anzubeten?

      2 In Erfüllung dieser prophetischen Worte verwarf der König des Nordens den „Gott seiner Väter“ (oder: „die Götter, die seine Vorfahren verehrten“, Die Gute Nachricht), ob es die heidnischen Götter Roms waren oder der dreieinige Gott der Christenheit. Hitler machte sich beim Verfolgen seiner eigenen Ziele die christlichen Religionsgemeinschaften zunutze, doch er hatte offensichtlich vor, sie durch eine neue germanische Kirche zu ersetzen. Der nach ihm kommende König des Nordens förderte offen den Atheismus. Dadurch, daß er sich ‘über jeden groß gemacht hat’, machte er sich selbst zu einem Gott.

      3 Die Prophezeiung lautet weiter: „Dem Gott der Festungen wird er in seiner Stellung Herrlichkeit geben; und einem Gott, den seine Väter nicht kannten, wird er Herrlichkeit geben mit Gold und mit Silber und mit kostbarem Stein und mit begehrenswerten Dingen“ (Daniel 11:38). Tatsächlich hat der König des Nordens sein Vertrauen auf den modernen wissenschaftlichen Militarismus, den „Gott der Festungen“, gesetzt. Während der gesamten Zeit des Endes hat er sich von diesem „Gott“ Rettung erhofft und deshalb auf seinem Altar enorme Summen geopfert.

      4. Was für Erfolge konnte der König des Nordens verzeichnen?

      4 „Er wird gegen die am stärksten befestigten Festungen wirksam handeln zusammen mit einem fremdländischen Gott. Wer immer ihm Anerkennung gezollt hat, den wird er überströmend machen an Ehre, und er wird sie tatsächlich unter vielen herrschen lassen; und den Erdboden wird er gegen einen Preis austeilen“ (Daniel 11:39). Im Vertrauen auf seinen militaristischen „fremdländischen Gott“ hat der König des Nordens höchst „wirksam“ gehandelt und sich in den „letzten Tagen“ als ernstzunehmende Militärmacht erwiesen (2. Timotheus 3:1). Wer seine Ideologie unterstützte, wurde mit politischer, finanzieller und manchmal militärischer Unterstützung belohnt.

      „In der Zeit des Endes“

      5, 6. Wie hat sich der König des Südens ‘auf Zusammenstöße eingelassen’, und wie hat der König des Nordens reagiert?

      5 Daniel 11:40a lautet: „In der Zeit des Endes wird sich der König des Südens mit ihm auf Zusammenstöße einlassen.“ Von diesem Vers und den folgenden Versen nahm man an, sie würden sich erst in Zukunft erfüllen. Doch wenn mit der „Zeit des Endes“ hier dasselbe gemeint ist wie in Daniel 12:4, 9, müßte die Erfüllung dieser Worte während des gesamten Verlaufs der letzten Tage zu sehen sein. Hat der König des Südens in dieser Zeit nach dem König des Nordens ‘gestoßen’? Auf jeden Fall. Der demütigende Friedensvertrag nach dem Ersten Weltkrieg war bestimmt ein ‘Stoß’, der Rachegelüste auslöste. Nach seinem Sieg im Zweiten Weltkrieg richtete der König des Südens furchterregende Atomwaffen auf seinen Rivalen und organisierte gegen ihn eine mächtige militärische Allianz, die NATO. Im Laufe der Jahre gehörten zu seinen ‘Stößen’ auch High-Tech-Spionage sowie diplomatische und militärische Offensiven.

      6 Wie reagierte der König des Nordens darauf? „Gegen ihn wird der König des Nordens mit Wagen und mit Reitern und mit vielen Schiffen anstürmen; und er wird in die Länder gewiß einziehen und sie überfluten und hindurchziehen“ (Daniel 11:40b). Ein charakteristisches Kennzeichen der Geschichte der letzten Tage war die Expansionspolitik des Königs des Nordens. Im Zweiten Weltkrieg flutete der nationalsozialistische „König“ über seine Grenzen in die umliegenden Länder. Am Ende dieses Kriegs errichtete der Nachfolge„könig“ ein mächtiges Reich außerhalb seiner eigenen Grenzen. Während des kalten Kriegs kämpfte der König des Nordens in Stellvertreterkriegen und Aufständen in Afrika, Asien und Lateinamerika gegen seinen Rivalen. Er verfolgte wahre Christen und schränkte ihre Tätigkeit ein (ohne ihr jedoch Einhalt gebieten zu können). Und durch seine militärischen und politischen Offensiven brachte er eine Reihe von Staaten unter seine Kontrolle. Es verhielt sich genauso, wie es der Engel prophezeit hatte: „Er wird auch tatsächlich in das Land der ‚Zierde‘ [der geistige Zustand des Volkes Gottes] einziehen, und es wird viele Länder geben, die zum Straucheln gebracht werden“ (Daniel 11:41a).

      7. Welche Grenzen wurden den Expansionsgelüsten des Königs des Nordens gesetzt?

      7 Obwohl der König des Nordens — vom Standpunkt seines Rivalen aus gesehen — stets drohend gegenwärtig war, konnte er keine Weltherrschaft erlangen. „Diese sind es, die aus seiner Hand entrinnen werden: Edom und Moab und der Hauptteil der Söhne Ammons“ (Daniel 11:41b). In alter Zeit lagen Edom, Moab und Ammon in etwa zwischen Ägypten und Syrien. Sie stehen möglicherweise für heutige Nationen und Organisationen, auf die es der König des Nordens abgesehen hatte, die er seinem Einflußbereich jedoch nicht einverleiben konnte.

      ‘Ägypten wird nicht entrinnen’

      8, 9. Inwiefern hat der König des Nordens selbst auf seinen Hauptrivalen Einfluß ausgeübt?

      8 Der Engel fuhr fort: „Er wird fortwährend seine Hand gegen die Länder ausstrecken; und was das Land Ägypten betrifft, es wird sich nicht als eine Entronnene erweisen. Und er wird tatsächlich über die verborgenen Schätze des Goldes und des Silbers und über all die begehrenswerten Dinge Ägyptens herrschen. Und die Libyer und die Äthiopier werden seinen Schritten folgen“ (Daniel 11:42, 43). Selbst „Ägypten“, der König des Südens, konnte sich den Folgen der Expansionspolitik des Königs des Nordens nicht entziehen. Er erlitt beispielsweise eine empfindliche Niederlage in Vietnam. Und was ist mit den ‘Libyern und den Äthiopiern’? Diese Nachbarländer des alten Ägypten könnten durchaus Nationen darstellen, die geographisch gesehen Grenznachbarn des neuzeitlichen „Ägypten“ sind und zeitweise dem König des Nordens nachgefolgt oder ‘seinen Schritten gefolgt’ sind.

      9 Hat der König des Nordens über ‘die verborgenen Schätze Ägyptens’ geherrscht? Nun, er hat den König des Südens gewiß nicht besiegt, und 1993 scheint es angesichts der Weltlage eher unwahrscheinlich zu sein, daß er es jemals tun wird. Er hat jedoch einen starken Einfluß darauf gehabt, wie der König des Südens seine finanziellen Mittel gebraucht hat. Die Angst vor seinem Rivalen zwang den König des Südens jedes Jahr dazu, beträchtliche Summen für den Unterhalt starker Land-, See- und Luftstreitkräfte aufzuwenden. In dieser Hinsicht könnte vom König des Nordens gesagt werden, daß er über die Verteilung des Reichtums des Königs des Südens ‘geherrscht’ oder sie kontrolliert hat.

      Der letzte Feldzug des Nordkönigs

      10. Wie beschrieb der Engel das Ende der Rivalität zwischen den beiden Königen?

      10 Wird die Rivalität zwischen den beiden Königen endlos andauern? Nein. Der Engel sagte zu Daniel: „Es wird Berichte geben, die ihn [den König des Nordens] in Bestürzung versetzen werden, vom Sonnenaufgang her und vom Norden her, und er wird gewiß mit großem Grimm ausziehen, um viele zu vertilgen und der Vernichtung zu weihen. Und er wird seine Palastzelte zwischen dem großen Meer und dem heiligen Berg der ‚Zierde‘ aufpflanzen; und er wird völlig zu seinem Ende kommen müssen, und es wird für ihn keinen Helfer geben“ (Daniel 11:44, 45).

      11, 12. Welche politischen Entwicklungen der jüngsten Zeit haben etwas mit der Rivalität zwischen dem König des Nordens und dem König des Südens zu tun, und was wissen wir noch nicht?

      11 Da diese Ereignisse noch in der Zukunft liegen, können wir nicht im einzelnen sagen, wie sich diese Prophezeiung erfüllen wird. Unlängst hat sich in bezug auf die politische Situation der beiden Könige einiges geändert. Die erbitterte Rivalität zwischen den Vereinigten Staaten und den osteuropäischen Staaten hat sich gelegt. Außerdem wurde die Sowjetunion 1991 aufgelöst; sie existiert nicht mehr. (Siehe die Wachtturm-Ausgabe vom 1. März 1992, Seite 4, 5.)

      12 Wer ist also heute der König des Nordens? Kann er mit einem der Staaten gleichgesetzt werden, die früher zur Sowjetunion gehörten? Oder ändert sich seine Identität völlig, wie schon einige Male zuvor? Das können wir nicht sagen. Wer wird König des Nordens sein, wenn Daniel 11:44, 45 in Erfüllung geht? Wird die Rivalität zwischen den beiden Königen wieder aufflammen? Und was ist mit den ungeheuren Atomwaffenarsenalen, die in einigen Ländern immer noch vorhanden sind? Die Zeit wird zeigen, wie die Antworten auf diese Fragen lauten.

      13, 14. Was wissen wir über die Zukunft der beiden Könige?

      13 Eines wissen wir allerdings. Der König des Nordens wird bald einen offensiven Feldzug führen, ausgelöst durch „Berichte ..., die ihn in Bestürzung versetzen werden, vom Sonnenaufgang her und vom Norden her“. Dieser Feldzug wird seinem „Ende“ unmittelbar vorausgehen. Die Betrachtung weiterer biblischer Prophezeiungen vermittelt uns mehr Aufschluß über diese „Berichte“.

      14 Zunächst gilt allerdings zu beachten, daß nicht gesagt wird, das Vorgehen des Königs des Nordens richte sich gegen den König des Südens. Sein Ende wird keineswegs durch die Hand seines großen Rivalen herbeigeführt. Ebensowenig wird der König des Südens vom König des Nordens vernichtet. Der Südkönig (in anderen Prophezeiungen als letztes Horn, das an einem wilden Tier erscheint, dargestellt) wird „ohne [menschliche] Hand“ durch Gottes Königreich beseitigt werden (Daniel 7:26; 8:25). Tatsächlich werden alle irdischen Könige schließlich in der Schlacht von Harmagedon durch Gottes Königreich ausgelöscht werden, und offensichtlich widerfährt genau das dem König des Nordens (Daniel 2:44; 12:1; Offenbarung 16:14, 16). In Daniel 11:44, 45 werden Ereignisse beschrieben, die zu diesem Schlußkampf führen. Kein Wunder, daß es für den König des Nordens „keinen Helfer geben [wird]“, wenn er sein Ende findet!

      15. Welche bedeutsamen Fragen müssen noch behandelt werden?

      15 Welche weiteren Prophezeiungen werfen Licht auf die „Berichte“, die den König des Nordens veranlassen, viele „der Vernichtung zu weihen“? Und wer sind die ‘vielen’, die er vernichten möchte?

      Ein Bericht vom Sonnenaufgang her

      16. (a) Welches herausragende Ereignis muß vor Harmagedon eintreten? (b) Wer sind „die Könige vom Sonnenaufgang“?

      16 Vor dem Schlußkrieg von Harmagedon muß ein großer Feind der wahren Anbetung vernichtet werden — die hurengleiche Babylon die Große, das Weltreich der falschen Religion (Offenbarung 18:3-8). Ihre Vernichtung wurde durch das Ausgießen der sechsten Schale des Grimmes Gottes auf den symbolischen Strom Euphrat vorgeschattet. Der Strom trocknet aus, „damit für die Könige vom Sonnenaufgang der Weg bereitet werde“ (Offenbarung 16:12). Wer sind diese Könige? Niemand anders als Jehova Gott und Jesus Christus!a

      17. (a) Was erfahren wir aus der Bibel über die Vernichtung Babylons der Großen? (b) Was könnte sich als der Bericht „vom Sonnenaufgang her“ erweisen?

      17 Die Vernichtung Babylons der Großen wird in der Offenbarung anschaulich beschrieben: „Die zehn Hörner, die du sahst [die „Könige“, die in der Zeit des Endes herrschen], und das wilde Tier [das scharlachfarbene wilde Tier, das die Vereinten Nationen darstellt], diese werden die Hure hassen und werden sie verwüsten und nackt machen und werden ihre Fleischteile auffressen und werden sie gänzlich mit Feuer verbrennen“ (Offenbarung 17:16). Ja, die Nationen ‘fressen viel Fleisch’ (Daniel 7:5). Doch warum werden die Herrscher, einschließlich des Königs des Nordens, Babylon die Große vernichten? Weil ‘Gott es ihnen ins Herz gibt, seinen Gedanken auszuführen’ (Offenbarung 17:17). Der Bericht „vom Sonnenaufgang her“ könnte sich auf diesen Akt Jehovas beziehen, wenn er auf eine von ihm gewählte Weise den menschlichen Führern ins Herz gibt, die große religiöse Hure zu vertilgen (Daniel 11:44).

      Ein Bericht vom Norden her

      18. Welches weitere Ziel hat der König des Nordens, und wo befindet er sich somit, wenn sein Ende kommt?

      18 Der Grimm des Königs des Nordens richtet sich jedoch auch noch gegen ein anderes Ziel. Gemäß dem Engel wird er „seine Palastzelte zwischen dem großen Meer und dem heiligen Berg der ‚Zierde‘ aufpflanzen“ (Daniel 11:45). In Daniels Tagen war das große Meer das Mittelmeer, und der heilige Berg war Zion, wo einst Gottes Tempel stand. In der Erfüllung der Prophezeiung führt der ergrimmte König des Nordens somit einen militärischen Feldzug gegen Gottes Volk. Wenn er heute in geistigem Sinne „zwischen dem großen Meer und dem heiligen Berg“ steht, befindet er sich in dem geistigen Land der gesalbten Diener Gottes, die aus dem „Meer“ der feindlichen Menschheit herausgekommen sind und die Hoffnung haben, mit Jesus Christus auf dem himmlischen Berg Zion zu regieren (Jesaja 57:20; Hebräer 12:22; Offenbarung 14:1).

      19. Wie können wir durch einen Hinweis aus der Prophezeiung Hesekiels feststellen, welcher Bericht Gogs Angriff auslöst? (Siehe Fußnote.)

      19 Hesekiel, ein Zeitgenosse Daniels, prophezeite für den „Schlußteil der Tage“ ebenfalls einen Angriff auf Gottes Volk. Gemäß seinen Worten werden die Feindseligkeiten von Gog von Magog ausgehen, der ein Sinnbild für Satan, den Teufel, ist (Hesekiel 38:16). Aus welcher Richtung kommt Gog, symbolisch gesehen? Jehova sagte durch Hesekiel: „Du wirst gewiß von deinem Ort kommen, von den entlegensten Teilen des Nordens“ (Hesekiel 38:15). Bei dem Bericht „vom Norden her“ könnte es sich durchaus um Satans Propaganda handeln, durch die der König des Nordens und alle übrigen Könige aufgestachelt werden, Jehovas Volk anzugreifen.b (Vergleiche Offenbarung 16:13, 14; 17:14.)

      20, 21. (a) Warum wird Gog die Nationen — einschließlich des Königs des Nordens — dazu aufstacheln, Gottes Volk anzugreifen? (b) Wird sein Angriff gelingen?

      20 Gog organisiert diesen Großangriff wegen der Wohlfahrt des ‘Israels Gottes’, das wie die große Volksmenge anderer Schafe kein Teil der Welt mehr ist (Galater 6:16; Johannes 10:16; 17:15, 16; 1. Johannes 5:19). Mißtrauisch beobachtet Gog „ein aus den Nationen gesammeltes Volk, eines, das [geistiges] Vermögen und Eigentum ansammelt“ (Hesekiel 38:12; Offenbarung 5:9; 7:9). In Erfüllung dieser Worte hat Jehovas Volk heute Gedeihen wie nie zuvor. In vielen Ländern Europas, Afrikas und Asiens, in denen Jehovas Zeugen früher verboten waren, können sie heute ungehindert ihre Religion ausüben. Zwischen 1987 und 1992 kamen weit über eine Million der „begehrenswerten Dinge“ aus den Nationen in Jehovas Haus der wahren Anbetung. Geistig gesehen sind Jehovas Zeugen reich, und sie haben Frieden (Haggai 2:7; Jesaja 2:2-4; 2. Korinther 8:9).

      21 Da Gog das geistige Land der Christen für ‘offenes Land’ hält, das leicht einzunehmen ist, unternimmt er die größten Anstrengungen, dieses Hindernis auf dem Weg zur totalen Kontrolle über die Menschheit zu beseitigen (Hesekiel 38:11). Es gelingt ihm jedoch nicht. Wenn die Könige der Erde Jehovas Volk angreifen, werden sie ‘völlig zu ihrem Ende kommen’. Wie?

      Ein dritter König

      22, 23. Wer steht zugunsten des Volkes Gottes auf, wenn Gog angreift, und was werden die Folgen sein?

      22 Wie Hesekiel zeigte, ist Gogs Angriff für Jehova das Signal, zugunsten seines Volkes aufzustehen und Gogs Streitkräfte „auf den Bergen Israels“ zu vernichten (Hesekiel 38:18; 39:4). Das erinnert uns an das, was der Engel Daniel mitteilte: „Während jener Zeit wird Michael aufstehen, der große Fürst, der zugunsten der Söhne deines Volkes steht. Und es wird gewiß eine Zeit der Bedrängnis eintreten, wie eine solche nicht herbeigeführt worden ist, seitdem eine Nation entstanden ist, bis zu jener Zeit. Und während jener Zeit wird dein Volk entrinnen, jeder, der im Buch aufgeschrieben gefunden wird“ (Daniel 12:1).

      23 Im Jahre 1914 wurde Jesus — der himmlische Kriegsmann Michael — König des himmlischen Königreiches Gottes (Offenbarung 11:15; 12:7-9). Seitdem steht er ‘zugunsten der Söhne des Volkes Daniels’. Bald wird er allerdings im Namen Jehovas als unbesiegbarer Kriegsmann und König „aufstehen“, wenn er „an denen Rache übt, die Gott nicht kennen, und an denen, die der guten Botschaft über unseren Herrn Jesus nicht gehorchen“ (2. Thessalonicher 1:8). Alle Nationen der Erde, einschließlich der Könige aus der Prophezeiung Daniels, werden sich „wehklagend schlagen“ (Matthäus 24:30). Da sie in ihrem Herzen immer noch böse Gedanken gegen das ‘Volk Daniels’ hegen, werden sie durch die Hand ‘Michaels, des großen Fürsten’, endgültig vernichtet (Offenbarung 19:11-21).

      24. Wie sollte sich das Studium der Prophezeiungen Daniels auf uns auswirken?

      24 Sehnen wir uns nicht danach, den großen Triumph Michaels und seines Gottes, Jehova, zu erleben? Dieser Sieg wird für wahre Christen schließlich ihr ‘Entrinnen’, ihr Überleben, bedeuten. (Vergleiche Maleachi 4:1-3.) Während wir mit gespannter Erwartung in die Zukunft blicken, behalten wir daher die Worte des Apostels Paulus im Sinn: „Predige das Wort, halte dringend darauf in günstiger Zeit, in unruhvoller Zeit“ (2. Timotheus 4:2). Wir wollen uns weiterhin mit festem Griff an das Wort des Leben klammern und eifrig nach den Schafen Jehovas suchen, während noch günstige Zeit dafür ist. Im Wettlauf um das Leben befinden wir uns auf der Zielgeraden. Die Belohnung ist in Sicht. Seien wir alle entschlossen, bis zum Ende auszuharren, damit wir zu denen gehören, die gerettet werden (Matthäus 24:13; Hebräer 12:1).

      [Fußnoten]

      a Siehe das von der Wachtturm-Gesellschaft herausgegebene Buch Die Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!, Seite 229, 230.

      b Andererseits könnte es sich auch erweisen, daß der Bericht „vom Norden her“ von Jehova ausgeht, angesichts seiner Worte an Gog: „Ich werde ... Haken in deine Kinnbacken legen und dich herausführen.“ „Ich will dich ... heraufkommen lassen aus den entlegensten Teilen des Nordens und dich auf die Berge Israels bringen“ (Hesekiel 38:4; 39:2; vergleiche Psalm 48:2).

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