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  • Kennt Gott dich wirklich?
    Der Wachtturm 1993 | 1. Oktober
    • Kennt Gott dich wirklich?

      „O Jehova, ... du bist ja mit all meinen Wegen vertraut geworden“ (PSALM 139:1, 3).

      1. Wie weit verbreitet ist das Gefühl, daß andere nicht verstehen, mit welchen Sorgen, Ängsten und Problemen man konfrontiert wird?

      VERSTEHT wirklich jemand unsere Sorgen, Ängste und Probleme? Weltweit stehen Millionen junge wie alte Menschen ohne Angehörige oder Verwandte da, die sich darum kümmern würden, was mit ihnen geschieht. Selbst unter den Verheirateten haben viele Frauen — und auch Männer — das Gefühl, ihr Ehepartner verstehe nicht wirklich, welcher Druck auf ihnen lastet. Frustriert werfen sie ihrem Partner manchmal vor: „Du verstehst mich ja doch nicht!“ Sogar zahlreiche junge Leute sind der Meinung, niemand verstehe sie. Es gibt jedoch unter denen, die sich nach mehr Verständnis gesehnt haben, einige, deren Leben später einen echten Sinn bekommen hat. Worauf ist das zurückzuführen?

      2. Wieso können Anbeter Jehovas ein wirklich befriedigendes Leben führen?

      2 Das ist deshalb der Fall, weil sie — ungeachtet dessen, ob Mitmenschen ihre Gefühle völlig verstehen oder nicht — die Zuversicht haben, daß Gott versteht, was sie durchmachen, und daß sie als seine Diener nicht mit ihren Problemen allein gelassen werden (Psalm 46:1). Außerdem ist es ihnen durch Gottes Wort und durch die Hilfe verständiger christlicher Ältester möglich, nicht nur ihre Probleme zu sehen. Aus der Bibel erfahren sie, daß ihr treuer Dienst in Gottes Augen kostbar ist und daß es eine sichere Zukunft für diejenigen gibt, die ihre Hoffnung auf ihn setzen und auf die Vorkehrungen, die er durch Jesus Christus getroffen hat (Sprüche 27:11; 2. Korinther 4:17, 18).

      3, 4. (a) Wie kann uns die Erkenntnis, daß „Jehova Gott ist“ und daß er „uns gemacht hat“, helfen, in seinem Dienst Freude zu finden? (b) Warum vertrauen wir uneingeschränkt auf Jehovas liebevolle Fürsorge?

      3 Vielleicht kennen wir Psalm 100:2, wo es heißt: „Dient Jehova mit Freuden. Kommt vor sein Angesicht mit Jubelruf.“ Wie viele bringen Jehova ihre Anbetung wirklich auf diese Weise dar? Daß es gute Gründe dafür gibt, wird in Vers 3 gezeigt, der uns an folgendes erinnert: „Erkennt, daß Jehova Gott ist. Er ist es, der uns gemacht hat, und nicht wir selbst. Wir sind sein Volk und die Schafe seiner Weide.“ Im hebräischen Text wird Gott an dieser Stelle als ʼElohím bezeichnet, wodurch seine Größe in bezug auf Majestät, Würde und Erhabenheit angezeigt wird. Er ist der allein wahre Gott (5. Mose 4:39; 7:9; Johannes 17:3). Seine Diener erkennen seine Göttlichkeit an, und zwar nicht nur als Tatsache, die ihnen gelehrt worden ist, sondern als etwas, was sie aus eigener Erfahrung wissen, und sie beweisen dies durch Gehorsam, Vertrauen und Ergebenheit (1. Chronika 28:9; Römer 1:20).

      4 Weil Jehova der lebendige Gott ist, der sogar in unser Herz schauen kann, ist vor seinen Augen nichts verborgen. Er ist sich völlig im klaren, was in unserem Leben geschieht. Er versteht die Ursachen der Probleme, vor denen wir stehen, sowie den psychischen und emotionellen Aufruhr, den sie womöglich auslösen. Als Schöpfer kennt er uns besser als wir uns selbst. Er weiß auch, wie er uns helfen kann, damit wir mit unserer Situation fertig werden, und wie er für eine dauerhafte Erleichterung sorgen kann. Liebevoll möchte er uns helfen — gleich einem Hirten, der ein Lamm in seinem Busen trägt —, sofern wir ihm mit ganzem Herzen vertrauen (Sprüche 3:5, 6; Jesaja 40:10, 11). Ein Studium von Psalm 139 kann viel dazu beitragen, dieses Vertrauen zu stärken.

      Der Eine, der all unsere Wege sieht

      5. Was bedeutet es, daß Jehova uns „durchforscht“, und warum ist das so wünschenswert?

      5 Voll tiefer Wertschätzung schrieb der Psalmist David: „O Jehova, du hast mich durchforscht, und du kennst mich“ (Psalm 139:1). David war davon überzeugt, daß Jehova ihn nicht nur oberflächlich kannte. Gott sah David nicht so, wie die Menschen ihn sahen; er sah nicht nur seine Gestalt, seine Redefähigkeit oder seine Geschicklichkeit beim Harfenspiel (1. Samuel 16:7, 18). Jehova hatte Davids Inneres „durchforscht“, und zwar aus liebevoller Sorge um dessen geistiges Wohl. Wenn du ein ergebener Diener Jehovas bist, dann kennt er dich genauso gut, wie er David kannte. Löst das bei dir nicht ein Gefühl der Dankbarkeit und der Ehrfurcht aus?

      6. Wie geht aus Psalm 139:2, 3 hervor, daß Jehova alles weiß, was wir tun, und sogar alle unsere Gedanken kennt?

      6 Nichts, was David tat, blieb den Augen Jehovas verborgen, und David war sich dessen bewußt. „Du selbst hast mein Sitzen und mein Aufstehen erkannt“, schrieb der Psalmist. „Du hast meine Gedanken von fern bemerkt. Mein Wandern und mein Liegen hast du ermessen, und du bist ja mit all meinen Wegen vertraut geworden“ (Psalm 139:2, 3). Die Tatsache, daß sich Jehova im Himmel befindet, weit entfernt von der Erde, hinderte ihn nicht daran, zu wissen, was David tat und dachte. Er ‘ermaß’ oder untersuchte sorgfältig Davids Taten bei Tag und bei Nacht, um zu erkennen, welcher Art diese waren.

      7. (a) Nenne, gestützt auf Begebenheiten aus dem Leben Davids, einige Dinge in unserem Leben, von denen Gott weiß. (b) Wie sollte uns diese Erkenntnis berühren?

      7 Als sich der junge David, angetrieben von Liebe zu Gott und Vertrauen in dessen Macht zu befreien, freiwillig für den Kampf gegen den Philisterriesen Goliath meldete, wußte Jehova davon (1. Samuel 17:32-37, 45-47). Später, als die Feindschaft von Menschen David großen Herzensschmerz bereitete und der Druck schließlich so groß wurde, daß er nachts in Tränen ausbrach, tröstete ihn die Erkenntnis, daß Jehova sein Flehen hörte (Psalm 6:6, 9; 55:2-5, 22). Auch wenn Davids dankerfülltes Herz ihn in einer schlaflosen Nacht veranlaßte, über Jehova nachzusinnen, hatte dieser Kenntnis davon (Psalm 63:6; vergleiche Philipper 4:8, 9). Jehova entging ebenfalls nicht, daß David eines Abends die Frau eines Nachbarn beim Baden beobachtete, und er sah, was geschah, als David — wenn auch nur für kurze Zeit — einem sündigen Verlangen gestattete, Gott aus seinem Sinn zu verdrängen (2. Samuel 11:2-4). Als der Prophet Nathan dann zu David gesandt wurde, um diesem die Schwere seiner Sünde vor Augen zu führen, hörte Jehova nicht nur die Worte aus Davids Mund, sondern er sah auch das reumütige Herz, aus dem sie kamen (2. Samuel 12:1-14; Psalm 51:1, 17). Sollten wir uns angesichts dessen nicht ernsthaft Gedanken darüber machen, wohin wir gehen, was wir tun und was in unserem Herzen ist?

      8. (a) Wie beeinflussen die ‘Worte auf unserer Zunge’ unsere Stellung vor Gott? (b) Wie können wir Schwächen in Verbindung mit dem Gebrauch unserer Zunge überwinden? (Matthäus 15:18; Lukas 6:45).

      8 Da Gott von all unserem Tun weiß, sollte es uns nicht überraschen, daß ihm bekannt ist, wie wir die Glieder unseres Körpers gebrauchen, selbst wenn es sich um ein so kleines Glied wie unsere Zunge handelt. König David war sich dessen bewußt, und er schrieb: „Denn da ist kein Wort auf meiner Zunge, doch siehe, o Jehova, du weißt es schon ganz“ (Psalm 139:4). David wußte genau, daß nur solche Menschen als Gäste im Zelt Jehovas willkommen sind, die andere nicht verleumden und die sich weigern, mit ihrer Zunge eine gehörige Portion Geschwätz zu verbreiten und dadurch einen vertrauten Bekannten herabzusetzen. Nur wer sogar in seinem Herzen die Wahrheit redet, steht in der Gunst Jehovas (Psalm 15:1-3; Sprüche 6:16-19). Niemand von uns kann seine Zunge vollkommen beherrschen, aber David kam nicht vorschnell zu dem Schluß, daß er nichts tun könne, um seine Situation zu verbessern. Er verbrachte viel Zeit damit, Lieder zum Lobpreis Jehovas zu komponieren und zu singen. Außerdem erkannte er freimütig an, daß er Hilfe benötigte, und er bat Gott, sie ihm zu gewähren (Psalm 19:12-14). Müßten wir dem Gebrauch unserer Zunge ebenfalls ernsthaft Aufmerksamkeit schenken?

      9. (a) Wie genau kennt Gott unsere Situation, wie die Aussage in Psalm 139:5 erkennen läßt? (b) Welche Zuversicht können wir deshalb haben?

      9 Jehova sieht uns oder unsere Situation nicht bloß aus einer begrenzten Perspektive. Er kann sich ein vollständiges Bild machen. David gebrauchte eine belagerte Stadt als Vergleich und schrieb: „Hinten und vorn hast du mich belagert.“ In Davids Fall war Gott kein feindlicher Belagerer; er war vielmehr ein aufmerksamer Wächter. „Du legst deine Hand auf mich“, fügte David hinzu, wodurch er auf Gottes Überwachung und Schutz hinwies, die dem ewigen Wohl derjenigen dienen, die ihn lieben. „Solche Erkenntnis ist zu wunderbar für mich. Sie ist zu hoch, als daß ich sie erreichen kann“, mußte David eingestehen (Psalm 139:5, 6). So vollständig, so gründlich kennt Gott seine Diener, daß wir es nicht völlig begreifen können. Doch wir wissen genug, um die Zuversicht zu haben, daß Jehova uns wirklich versteht und daß er uns die beste Hilfe gewährt (Jesaja 48:17, 18).

      Gott kann uns helfen, wo wir auch sind

      10. Welche ermunternde Tatsache geht aus der anschaulichen Beschreibung in Psalm 139:7-12 hervor?

      10 Der Psalmist betrachtete die liebevolle Fürsorge Jehovas nun aus einem anderen Blickwinkel und fuhr fort: „Wohin kann ich gehen vor deinem Geist, und wohin kann ich enteilen vor deinem Angesicht?“ Er wollte gar nicht den Versuch unternehmen, von Jehova fortzueilen, sondern er wußte, daß Jehova bekannt wäre, wo immer er sich aufhalten würde, und daß er ihm durch seinen heiligen Geist helfen könnte. „Stiege ich zum Himmel hinauf“, sagte er weiter, „dort wärst du; und breitete ich mein Lager im Scheol aus, siehe, du wärst da. Nähme ich die Flügel der Morgenröte, so daß ich im entlegensten Meer weilte: Auch dort würde deine eigene Hand mich führen, und deine Rechte würde mich fassen. Und spräche ich: ‚Bestimmt wird Finsternis selbst mich erhaschen!‘, dann wäre die Nacht licht um mich her. Auch die Finsternis, sie würde sich dir nicht als zu finster erweisen, sondern sogar die Nacht würde leuchten so wie der Tag; die Finsternis könnte ebensogut das Licht sein“ (Psalm 139:7-12). Wohin wir auch gingen und welche Umstände uns auch träfen — nie würde Jehova uns aus den Augen verlieren und nie wären wir außerhalb der Reichweite seines Geistes, der uns helfen könnte.

      11, 12. (a) Wie zeigte sich in Jonas Fall die Fähigkeit Jehovas, zu sehen und zu helfen, obwohl Jona dies vorübergehend außer acht ließ? (b) Von welchem Nutzen ist die Erfahrung Jonas für uns?

      11 Das ließ der Prophet Jona bei einer Gelegenheit außer acht. Jehova hatte ihn beauftragt, den Bewohnern von Ninive zu predigen. Aus irgendeinem Grund war Jona der Meinung, den Auftrag nicht ausführen zu können. Angesichts des schlechten Rufs der Assyrer jagte Jona der Gedanke, in Ninive zu dienen, wahrscheinlich Angst ein. Daher versuchte er, sich zu verstecken. Im Hafen von Joppe erhielt er eine Mitfahrgelegenheit auf einem Schiff, das nach Tarschisch (was allgemein mit Spanien, über 3 500 Kilometer westlich von Ninive, in Verbindung gebracht wird) fahren sollte. Doch Jehova sah, daß Jona an Bord des Schiffes ging und sich im Laderaum schlafen legte. Gott wußte auch, wo sich Jona befand, als er später über Bord geworfen wurde, und Jehova hörte ihn, als er ihm im Bauch des großen Fisches versprach, seine Gelübde zu bezahlen. Nachdem sich Jona wieder auf trockenem Land befand, erhielt er erneut eine Gelegenheit, seinen Auftrag auszuführen (Jona 1:3, 17; 2:1 bis 3:4).

      12 Wieviel besser wäre es für Jona gewesen, von Anfang an darauf zu vertrauen, daß der Geist Jehovas ihm helfen würde, seinen Auftrag zu erfüllen. Doch später zeichnete Jona demütig den Bericht über seine Erlebnisse auf, und dieser Bericht hat seitdem vielen geholfen, Vertrauen zu Jehova zu beweisen, ein Vertrauen, das zu erlangen Jona offenbar so schwer fiel (Römer 15:4).

      13. (a) Welche Aufträge hatte Elia treu erfüllt, bevor er vor Königin Isebel floh? (b) Wie half Jehova Elia, selbst als sich dieser außerhalb von Israel zu verbergen suchte?

      13 Eine Erfahrung anderer Art machte Elia. Er hatte treu die Entscheidung Jehovas bekanntgemacht, daß Israel zur Strafe für Sünden unter einer Dürre leiden würde (1. Könige 16:30-33; 17:1). Mutig war er in der Kontroverse zwischen Jehova und Baal auf dem Berg Karmel für die wahre Anbetung eingetreten. Und er hatte alle 450 Propheten Baals im Wildbachtal Kischon hingerichtet. Doch als Königin Isebel zornentbrannt schwor, Elia zu Tode zu bringen, floh er aus dem Land (1. Könige 18:18-40; 19:1-4). War Jehova da, um ihm in dieser schweren Zeit zu helfen? Aber ja. Wenn Elia auf einen hohen Berg oder gleichsam in den Himmel hinaufgestiegen wäre, wenn er sich in einer Höhle in der Erde oder gleichsam im Scheol verborgen hätte, wenn er so schnell wie das Licht, das sich bei Tagesanbruch über die Erde ausbreitet, auf eine ferne Insel geflohen wäre — die Hand Jehovas wäre da gewesen, um ihm Kraft zu verleihen und ihn zu führen. (Vergleiche Römer 8:38, 39.) Und Jehova stärkte Elia nicht nur durch Speise für die Reise, sondern auch durch eine wunderbare Entfaltung seiner wirksamen Kraft. So gestärkt, führte Elia seinen nächsten Auftrag als Prophet aus (1. Könige 19:5-18).

      14. (a) Warum wäre die Schlußfolgerung falsch, daß Jehova allgegenwärtig ist? (b) Unter welchen Umständen hat Jehova seine Diener in der Neuzeit liebevoll gestützt? (c) Inwiefern wäre Gott sogar im Scheol, wenn wir uns dort befänden?

      14 Die prophetischen Worte in Psalm 139:7-12 bedeuten nicht, daß Gott allgegenwärtig ist, daß er persönlich zu allen Zeiten überall zugegen ist. Wie aus der Bibel deutlich hervorgeht, ist das nicht der Fall (5. Mose 26:15; Hebräer 9:24). Doch seine Diener befinden sich niemals außerhalb seiner Reichweite. Das trifft auf diejenigen zu, die sich wegen theokratischer Aufgaben an ferne Orte begeben. Es war der Fall bei den loyalen Zeugen in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern während des Zweiten Weltkriegs sowie bei den Missionaren, die Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre in China in Einzelhaft saßen. Nicht anders war es auch bei unseren lieben Brüdern und Schwestern in einem zentralafrikanischen Land, die wiederholt aus ihren Dörfern, ja sogar aus dem Land fliehen mußten. Nötigenfalls reicht der Arm Jehovas bis in den Scheol, das allgemeine Grab, hinein und kann Treue durch eine Auferstehung zum Leben zurückbringen (Hiob 14:13-15; Lukas 20:37, 38).

      Der Eine, der uns wirklich versteht

      15. (a) Ab wann kann Jehova bereits unsere Entwicklung beobachten? (b) In welchem Umfang kennt uns Gott, wie durch die Bezugnahme des Psalmisten auf die Nieren gezeigt wird?

      15 Der Psalmist machte unter Inspiration darauf aufmerksam, daß Gott uns sogar schon vor unserer Geburt kannte, als er sagte: „Denn du selbst brachtest meine Nieren hervor; du hieltest mich abgeschirmt im Leib meiner Mutter. Ich werde dich lobpreisen, weil ich auf furchteinflößende Weise wunderbar gemacht bin. Deine Werke sind wunderbar, wie meine Seele es sehr wohl weiß“ (Psalm 139:13, 14). Durch die Zusammenführung der Gene unseres Vaters und unserer Mutter bei der Empfängnis entsteht ein Muster, das grundlegenden Einfluß auf unsere physischen und geistigen Fähigkeiten hat. Gott kennt diese Fähigkeiten. In Psalm 139 wird speziell auf die Nieren Bezug genommen, die in der Bibel oft gebraucht werden, um die innersten Aspekte der Persönlichkeit zu beschreiben (Psalm 7:9; Jeremia 17:10).a Jehova kennt die uns betreffenden Einzelheiten schon vor unserer Geburt. Er ist es auch, der mit liebevoller Fürsorge den menschlichen Körper so gestaltet hat, daß eine befruchtete Zelle im Mutterleib eine Schutzhülle entstehen läßt, um den Embryo ‘abzuschirmen’ und zu schützen, während er heranwächst.

      16. (a) Wie wird Gottes durchdringendes Sehvermögen in Psalm 139:15, 16 hervorgehoben? (b) Warum sollte das für uns eine Ermunterung sein?

      16 Dann fügte der Psalmist hinzu, wobei er Gottes durchdringendes Sehvermögen hervorhob: „Mein Gebein war nicht vor dir verborgen, als ich insgeheim gemacht wurde, als ich in den untersten Teilen der Erde [offenbar eine poetische Bezeichnung für den Mutterleib, aber mit einer Anspielung auf Adams Erschaffung aus Staub] gewirkt wurde. Deine Augen sahen sogar den Embryo von mir, und in dein Buch waren alle seine Teile eingeschrieben hinsichtlich der Tage, da sie [die Körperteile] gebildet wurden und unter ihnen noch nicht einer [ein einzelner Körperteil] da war“ (Psalm 139:15, 16). Es steht völlig außer Frage, daß Jehova uns versteht — ob Mitmenschen uns verstehen oder nicht. Wie sollte uns das berühren?

      17. Wozu sollten uns die wunderbaren Werke Gottes veranlassen?

      17 Der Schreiber von Psalm 139 erkannte an, wie wunderbar Gottes Werke waren, über die er schrieb. Empfinden wir auch so? Etwas Wunderbares veranlaßt einen Menschen, eingehend darüber nachzudenken oder diesem vermehrte Aufmerksamkeit zu schenken. So ergeht es uns wahrscheinlich bei den stofflichen Schöpfungswerken Jehovas. (Vergleiche Psalm 8:3, 4, 9.) Doch denken wir in gleicher Weise auch über das nach, was Jehova in Verbindung mit der Aufrichtung des messianischen Königreichs getan hat, was er tut, indem er dafür sorgt, daß die gute Botschaft auf der ganzen Erde gepredigt wird, und wie sein Wort die menschliche Persönlichkeit umwandeln kann? (Vergleiche 1. Petrus 1:10-12.)

      18. Wie wirkt es sich auf uns aus, wenn uns Gottes Werke Furcht einflößen?

      18 Haben auch wir die Erfahrung gemacht, daß das Nachsinnen über Gottes Werke Furcht einflößt, daß es in uns eine gesunde Furcht hervorruft, eine Furcht, die uns wirkungsvoll antreibt sowie nachhaltige Auswirkungen auf unsere Persönlichkeit und unsere Lebensweise hat? (Vergleiche Psalm 66:5.) Wenn ja, dann wird unser Herz uns veranlassen, Jehova zu loben, ihn zu lobpreisen und Gelegenheiten zu schaffen, um auch anderen von seinen Vorsätzen und den wunderbaren Dingen zu erzählen, die er denjenigen in Aussicht stellt, die ihn lieben (Psalm 145:1-3).

  • „Durchforsche mich, o Gott“
    Der Wachtturm 1993 | 1. Oktober
    • „Durchforsche mich, o Gott“

      „Durchforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz. ... führe mich auf dem Weg der unabsehbaren Zeit“ (PSALM 139:23, 24).

      1. Wie behandelt Jehova seine Diener?

      WIR alle schätzen es, wenn jemand, mit dem wir es zu tun haben, verständnisvoll ist, unsere Umstände in Betracht zieht, uns hilft, wenn wir einmal einen Fehler gemacht haben, und nicht mehr von uns verlangt, als wir tun können. So behandelt Jehova Gott seine Diener. In Psalm 103:14 heißt es: „Denn er selbst kennt ja unser Gebilde, ist eingedenk dessen, daß wir Staub sind.“ Und Jesus Christus, der das genaue Abbild seines Vaters ist, läßt die herzliche Einladung ergehen: „Kommt zu mir alle, die ihr euch abmüht und die ihr beladen seid, und ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch [oder: „Kommt mit mir unter mein Joch“, Fußnote] und lernt von mir, denn ich bin mild gesinnt und von Herzen demütig, und ihr werdet Erquickung finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht“ (Matthäus 11:28-30).

      2. Zeige den Gegensatz zwischen der Ansicht Jehovas und der Ansicht der Menschen (a) in bezug auf Jesus Christus und (b) in bezug auf die Nachfolger Christi.

      2 Jehovas Ansicht über seine Diener unterscheidet sich oft völlig von der Ansicht der Menschen. Er betrachtet die Dinge von einem anderen Standpunkt aus und berücksichtigt Aspekte, die anderen unbekannt sind. Auf der Erde war Jesus Christus „verachtet und ... von Menschen gemieden“. Diejenigen, die nicht daran glaubten, daß er der Messias war, „hielten ihn für nichts“ (Jesaja 53:3; Lukas 23:18-21). Doch Gott, sein Vater, bezeichnete ihn als ‘seinen Sohn, den geliebten’, und er sagte zu ihm: „An dir habe ich Wohlgefallen gefunden“ (Lukas 3:22; 1. Petrus 2:4). Zu den Nachfolgern Jesu Christi gehören Menschen, auf die man herabblickt, weil sie materiell arm sind und viel Drangsal erdulden. Doch in den Augen Jehovas und seines Sohnes gelten die Betreffenden als reich (Römer 8:35-39; Offenbarung 2:9). Worauf ist die unterschiedliche Betrachtungsweise zurückzuführen?

      3. (a) Warum sieht Jehova Personen oft ganz anders, als es Menschen tun? (b) Warum müssen wir unbedingt überprüfen, was für Menschen wir im Innern sind?

      3 Die Antwort erhalten wir aus Jeremia 11:20: „Jehova ... prüft die Nieren und das Herz.“ Er sieht, was wir in unserem Innern sind — auch die Bestandteile unserer Persönlichkeit, die vor den Augen anderer verborgen sind. Wenn er uns prüft, legt er in erster Linie Wert auf Eigenschaften und Voraussetzungen, die für ein gutes Verhältnis zu ihm wichtig sind, also auf solche, die den dauerhaftesten Nutzen für uns haben. Das zu wissen ist beruhigend für uns; es ist allerdings auch ernüchternd. Da Jehova unserer innerlichen Beschaffenheit Aufmerksamkeit schenkt, müssen wir unbedingt überprüfen, was wir im Innern sind, wenn wir uns als die Art Mensch erweisen wollen, die er in seiner neuen Welt haben möchte. Sein Wort hilft uns, eine solche Prüfung vorzunehmen (Hebräer 4:12, 13).

      Wie kostbar sind doch Gottes Gedanken!

      4. (a) Was veranlaßte den Psalmisten zu der Äußerung, daß Gottes Gedanken für ihn kostbar sind? (b) Warum sollten Gottes Gedanken auch für uns kostbar sein?

      4 Nachdem der Psalmist David über die Breite und Tiefe der Erkenntnis Gottes seine Diener betreffend nachgesonnen hatte sowie über Gottes außergewöhnliche Fähigkeit, für jegliche Hilfe zu sorgen, die sie benötigen, schrieb er: „Wie kostbar also deine Gedanken für mich sind!“ (Psalm 139:17a). Diese Gedanken, die in seinem geschriebenen Wort geoffenbart werden, sind weit höher als alles von Menschen Ersonnene, ganz gleich, wie brillant ihre Gedanken erscheinen mögen (Jesaja 55:8, 9). Gottes Gedanken sind uns eine Hilfe, uns auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu konzentrieren und in seinem Dienst eifrig zu sein (Philipper 1:9-11). Sie zeigen uns, wie wir Dinge so betrachten können, wie Gott es tut. Sie helfen uns, mit uns selbst ehrlich zu sein, uns selbst einzugestehen, was für ein Mensch wir im Innern wirklich sind. Sind wir dazu bereit?

      5. (a) Was müssen wir gemäß Gottes Wort „mehr als alles sonst“ behüten? (b) Inwiefern kann der Bibelbericht über Kain für uns von Nutzen sein? (c) Wie hilft uns das mosaische Gesetz, zu verstehen, was Gott gefällt, obwohl wir nicht unter diesem Gesetz stehen?

      5 Menschen neigen dazu, zuviel Nachdruck auf Äußerlichkeiten zu legen, doch die Heilige Schrift enthält den Rat: „Mehr als alles sonst, was zu behüten ist, behüte dein Herz“ (Sprüche 4:23). Die Bibel hilft uns dabei sowohl durch Gebote als auch durch Beispiele. Sie berichtet uns, daß Kain nur der Form halber Opfer darbrachte, während er in seinem Herzen gegen seinen Bruder Abel Groll hegte, der schließlich in Haß umschlug. Und sie fordert uns dringend auf, nicht so zu sein wie er (1. Mose 4:3-5; 1. Johannes 3:11, 12). Wir erfahren aus der Bibel, daß Gehorsam ein Erfordernis des mosaischen Gesetzes war. Doch wie sie auch betont, bestand für Anbeter Jehovas das wichtigste Erfordernis des Gesetzes darin, ihn mit ihrem ganzen Herzen, ihrem ganzen Sinn, ihrer ganzen Seele und ihrer ganzen Kraft zu lieben; den Nächsten zu lieben wie sich selbst bezeichnet sie als zweitwichtigstes Gebot (5. Mose 5:32, 33; Markus 12:28-31).

      6. Welche Fragen sollten wir uns in Verbindung mit der Anwendung von Sprüche 3:1 stellen?

      6 In Sprüche 3:1 werden wir aufgefordert, Gottes Gebote nicht nur zu halten, sondern uns auch zu vergewissern, daß der Gehorsam wirklich aus dem Herzen kommt. Jeder von uns muß sich fragen: „Trifft das auf meinen Gehorsam gegenüber Gottes Anforderungen zu?“ Sollten wir erkennen, daß unsere Beweggründe oder unser Denken in mancher Hinsicht Mängel aufweist — und niemand von uns kann behaupten, fehlerlos zu sein —, müssen wir uns die Frage vorlegen: „Was tue ich, um die Situation zu verbessern?“ (Sprüche 20:9; 1. Johannes 1:8).

      7. (a) Inwiefern kann uns durch das, was Jesus gemäß Matthäus 15:3-9 über die Pharisäer sagte, geholfen werden, unser Herz zu behüten? (b) Welche Situationen mögen es erforderlich machen, drastische Maßnahmen zu ergreifen, um unseren Sinn und unser Herz in Zucht zu nehmen?

      7 Als jüdische Pharisäer vorgaben, Gott zu ehren, während sie verschlagen eine Handlungsweise förderten, die von Eigennutz motiviert war, stellte Jesus sie als Heuchler bloß und zeigte, daß ihre Anbetung vergeblich war (Matthäus 15:3-9). Jesus wies auch warnend darauf hin, daß Gott, der das Herz sieht, keinen Gefallen an einem Menschen findet, der lediglich nach außen ein moralisch einwandfreies Leben führt, sich gleichzeitig jedoch unmoralischen Gedanken hingibt, um ein leidenschaftliches Verlangen zu befriedigen. Wir müssen möglicherweise drastische Maßnahmen ergreifen, um unseren Sinn und unser Herz in Zucht zu nehmen (Sprüche 23:12; Matthäus 5:27-29). Eine solche Zucht wäre ebenfalls erforderlich, wenn wir bei unserer Berufstätigkeit, unseren Ausbildungswünschen oder der Wahl unserer Unterhaltung die Welt nachahmen und zulassen würden, daß sie uns gemäß ihren Maßstäben formt. Wir sollten nie vergessen, daß der Jünger Jakobus diejenigen, die vorgeben, Gott zu gehören, aber Freunde der Welt sein möchten, als „Ehebrecherinnen“ bezeichnete. Warum? Weil ‘die ganze Welt in der Macht dessen liegt, der böse ist’ (Jakobus 4:4; 1. Johannes 2:15-17; 5:19).

      8. Was müssen wir tun, um aus Gottes kostbaren Gedanken vollen Nutzen zu ziehen?

      8 Damit wir aus Gottes Gedanken zu diesen und zu anderen Angelegenheiten vollen Nutzen ziehen können, müssen wir uns Zeit reservieren, um sie zu lesen oder sie uns anzuhören. Ja wir müssen sie sogar studieren, darüber sprechen und darüber nachsinnen. Viele Leser des Wachtturms besuchen regelmäßig die Versammlungszusammenkünfte der Zeugen Jehovas, in denen die Bibel besprochen wird. Damit sie das tun können, kaufen sie die Zeit aus, indem sie andere Bestrebungen einschränken (Epheser 5:15-17). Und das, was sie dafür erhalten, ist weit mehr wert als materieller Reichtum. Denkst du nicht auch so?

      9. Warum machen einige, die die christlichen Zusammenkünfte besuchen, schneller Fortschritte als andere?

      9 Doch einige, die diese Zusammenkünfte besuchen, machen schneller Fortschritte als andere. Sie wenden die Wahrheit in ihrem Leben in noch vollerem Maße an. Worauf ist das zurückzuführen? Ausschlaggebend ist dafür häufig, wie eifrig sie persönlich studieren. Sie haben erkannt, daß wir nicht von Brot allein leben; täglich geistige Speise aufzunehmen ist genauso wichtig wie die regelmäßige buchstäbliche Nahrungsaufnahme (Matthäus 4:4; Hebräer 5:14). Daher bemühen sie sich, jeden Tag wenigstens etwas Zeit darauf zu verwenden, die Bibel oder eine bibelerklärende Veröffentlichung zu lesen. Sie bereiten sich auf die Zusammenkünfte der Versammlung vor, studieren den Stoff im voraus und schlagen die Bibeltexte nach. Sie lesen den Stoff nicht nur, sondern sinnen auch darüber nach. Es gehört zu ihren Studiengewohnheiten, ernsthaft darüber nachzudenken, wie sich das Gelernte auf ihr Leben auswirken sollte. Wenn ihr Geistiggesinntsein zunimmt, empfinden sie wie der Psalmist, der schrieb: „Wie liebe ich doch dein Gesetz! ... Deine Mahnungen sind wunderbar“ (Psalm 1:1-3; 119:97, 129).

      10. (a) Wie lange kann man Gottes Wort studieren und daraus Nutzen ziehen? (b) Wie geht das aus der Bibel hervor?

      10 Ob wir Gottes Wort nun seit einem Jahr, seit 5 Jahren oder seit 50 Jahren studieren, ist es doch niemals etwas Monotones — wenn uns Gottes Gedanken kostbar sind. Ganz gleich, wieviel wir schon aus der Bibel gelernt haben, gibt es doch immer noch so manches, was wir nicht wissen. „O Gott, auf wieviel beläuft sich ihre große Summe!“ sagte David. „Versuchte ich, sie zu zählen, so sind sie mehr als selbst die Körner des Sandes.“ Niemand von uns kann Gottes Gedanken zählen. Würden wir den ganzen Tag Gottes Gedanken zählen und darüber vom Schlaf übermannt werden, gäbe es am Morgen, wenn wir erwachten, immer noch mehr, worüber wir nachdenken könnten. Daher schrieb David: „Ich bin erwacht, und doch bin ich noch bei dir“ (Psalm 139:17, 18). In alle Ewigkeit werden wir mehr über Jehova und seine Wege lernen können. Es wird also nie so weit kommen, daß wir alles wissen (Römer 11:33).

      Das hassen, was Jehova haßt

      11. Warum ist es wichtig, nicht nur Gottes Gedanken zu kennen, sondern auch wie er zu empfinden?

      11 Unser Studium des Wortes Gottes dient nicht lediglich dazu, unseren Kopf mit Fakten zu füllen. Wenn wir Gottes Gedanken in unser Herz eindringen lassen, beginnen wir auch, wie Gott zu empfinden. Wie wichtig das doch ist! Was wäre die Folge, wenn wir diese Empfindungen nicht entwickeln würden? Wir könnten dann vielleicht wiederholen, was in der Bibel gesagt wird, aber trotzdem das, was verboten ist, als etwas Begehrenswertes betrachten oder das, was gefordert wird, als Belastung empfinden. Es stimmt zwar, daß wir selbst dann, wenn wir das Verkehrte hassen, aufgrund der menschlichen Unvollkommenheit einen Kampf führen müssen (Römer 7:15). Doch könnten wir erwarten, Jehova, dem „Prüfer der Herzen“, zu gefallen, wenn wir uns nicht ernstlich bemühen würden, unser Inneres mit dem, was recht ist, in Einklang zu bringen? (Sprüche 17:3).

      12. Wie wichtig sind gottgefällige Liebe und gottgefälliger Haß?

      12 Gottgefälliger Haß ist ein wirksamer Schutz vor der Sünde, genauso wie die gottgefällige Liebe bewirkt, daß es Freude bereitet, das Rechte zu tun (1. Johannes 5:3). Wiederholt werden wir in der Bibel aufgefordert, sowohl Liebe als auch Haß zu entwickeln. „O ihr, die ihr Jehova liebt, haßt das Böse“ (Psalm 97:10). „Verabscheut das Böse, haltet am Guten fest“ (Römer 12:9). Tun wir das?

      13. (a) Mit welchem Gebet Davids in bezug auf die Vernichtung der Bösen stimmen wir voll und ganz überein? (b) Wer waren, wie aus Davids Gebet hervorgeht, die Bösen, um deren Vernichtung er Gott bat?

      13 Jehova hat deutlich erklärt, daß sein Vorsatz darin besteht, die Bösen von der Erde zu vernichten und eine neue Welt herbeizuführen, in der Gerechtigkeit wohnt (Psalm 37:10, 11; 2. Petrus 3:13). Gerechtigkeitsliebende Menschen sehnen diese Zeit herbei. Sie stimmen voll und ganz mit dem Psalmisten David überein, der betete: „O daß du, o Gott, den Bösen töten würdest! Dann werden sogar die mit Blutschuld beladenen Männer gewiß von mir weichen, die Dinge über dich sagen gemäß ihrer Idee; sie haben deinen Namen auf unwürdige Weise gebraucht — deine Widersacher“ (Psalm 139:19, 20). David sehnte sich nicht danach, diese Bösen selbst zu töten. Er betete um Vergeltung durch die Hand Jehovas (5. Mose 32:35; Hebräer 10:30). Es handelte sich nicht lediglich um Menschen, die David in irgendeiner Hinsicht persönlich angegriffen hatten. Sie hatten Gott falsch dargestellt, seinen Namen auf unwürdige Weise gebraucht (2. Mose 20:7). Heuchlerisch gaben sie vor, ihm zu dienen, aber sie gebrauchten seinen Namen zur Förderung ihrer eigenen Interessen. David empfand keine Liebe zu denjenigen, die sich bewußt zu Gottes Feinden gemacht hatten.

      14. Gibt es böse Menschen, denen geholfen werden kann? Wenn ja, wie?

      14 Es gibt Milliarden von Menschen, die Jehova nicht kennen. Viele von ihnen tun aus Unwissenheit Dinge, die gemäß Gottes Wort böse sind. Wenn sie in diesem Lauf verharren, werden auch sie in der großen Drangsal umkommen. Doch Jehova hat keinen Gefallen am Tod des Bösen, und wir sollten es ebenfalls nicht haben (Hesekiel 33:11). Solange noch Zeit ist, bemühen wir uns, solchen Menschen zu helfen, die Wege Jehovas kennenzulernen und entsprechend zu handeln. Doch wie verhält es sich mit gewissen Menschen, die Jehova aufs tiefste hassen?

      15. (a) Welche Personen betrachtete der Psalmist als ‘wirkliche Feinde’? (b) Wie können wir heute zeigen, daß wir diejenigen „hassen“, die sich gegen Jehova auflehnen?

      15 Sie betreffend sagte der Psalmist: „Hasse ich nicht die, die dich, o Jehova, aufs tiefste hassen, und empfinde ich nicht Ekel vor denen, die sich gegen dich auflehnen? Mit vollendetem Haß hasse ich sie gewiß. Sie sind mir zu wirklichen Feinden geworden“ (Psalm 139:21, 22). David betrachtete sie deshalb mit Abscheu, weil sie Jehova aufs tiefste haßten. Die Abtrünnigen zeigen zum Beispiel ihren Haß auf Jehova dadurch, daß sie sich gegen ihn auflehnen. Abtrünnigkeit ist in Wahrheit Rebellion gegen Jehova. Manche Abtrünnige behaupten zwar, Gott zu kennen und ihm zu dienen, aber sie lehnen Lehren oder Anforderungen ab, die in seinem Wort dargelegt werden. Andere behaupten, an die Bibel zu glauben, verwerfen jedoch Jehovas Organisation und setzen alles daran, deren Werk zu behindern. Wenn sie bewußt solche Schlechtigkeit wählen, obwohl sie wissen, was recht ist, und wenn ihnen das Schlechte so in Fleisch und Blut übergegangen ist, daß es einen untrennbaren Bestandteil ihres Wesens bildet, dann muß ein Christ sie als solche hassen (im biblischen Sinn des Wortes), die sich mit der Schlechtigkeit unlösbar verbunden haben. Wahre Christen teilen Jehovas Empfindungen gegenüber Abtrünnigen; sie möchten gar nicht wissen, was für Vorstellungen diese vertreten. Im Gegenteil, sie ‘empfinden Ekel’ gegenüber denjenigen, die sich zu Gottes Feinden gemacht haben, aber sie überlassen es Jehova, Rache zu üben (Hiob 13:16; Römer 12:19; 2. Johannes 9, 10).

      Wenn Gott uns durchforscht

      16. (a) Warum wollte sich David von Jehova durchforschen lassen? (b) Was könnte in unserem Herzen vorhanden sein, so daß wir Gott um Hilfe bitten sollten, das festzustellen?

      16 David wollte den Bösen in keiner Hinsicht gleichen. Viele Menschen versuchen zu verbergen, was in ihrem Innern ist, aber David betete demütig: „Durchforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz. Prüfe mich, und erkenne meine beunruhigenden Gedanken, und sieh, ob in mir irgendein Weg des Schmerzes ist, und führe mich auf dem Weg der unabsehbaren Zeit“ (Psalm 139:23, 24). Bei der Bezugnahme auf das Herz meinte David nicht sein Körperorgan. In Übereinstimmung mit der symbolischen Bedeutung dieses Ausdrucks bezog er sich auf das, was er innerlich war, auf den inneren Menschen. Auch wir sollten den Wunsch haben, daß Gott unser Herz durchforscht und feststellt, ob in uns irgendwelche verkehrten Begierden, Neigungen, Gefühlsregungen, Absichten, Gedanken oder Beweggründe vorhanden sind (Psalm 26:2). Jehova lädt uns ein: „Mein Sohn, gib mir doch dein Herz, und deine Augen mögen an meinen Wegen Gefallen finden“ (Sprüche 23:26).

      17. (a) Was sollten wir tun, statt beunruhigende Gedanken zu verbergen? (b) Sollte es uns überraschen, böse Neigungen in unserem Herzen festzustellen, und was sollten wir dagegen unternehmen?

      17 Sollten in uns irgendwelche schmerzlichen, beunruhigenden Gedanken verborgen sein, sei es aufgrund von unrechten Begierden oder verkehrten Beweggründen oder wegen eines Fehlverhaltens unsererseits, dann möchten wir uns bestimmt von Jehova helfen lassen, die Angelegenheit zu bereinigen. Anstelle der Formulierung „irgendein Weg des Schmerzes“ heißt es in der von Pius Parsch herausgegebenen Übersetzung „Weg der Bosheit“; die Einheitsübersetzung sagt: „auf dem Weg ..., der dich [Gott] kränkt“. Wir mögen die uns beunruhigenden Gedanken selbst nicht richtig verstehen und daher nicht wissen, wie wir Gott unser Problem darlegen sollen, doch er sieht, in welcher Lage wir uns befinden (Römer 8:26, 27). Es sollte uns nicht überraschen, böse Neigungen in unserem Herzen festzustellen; wir dürfen sie allerdings nicht entschuldigen (1. Mose 8:21). Wir müssen Gottes Hilfe suchen, um sie auszumerzen. Wenn wir Jehova und seine Wege wirklich lieben, können wir uns hilfesuchend an ihn wenden, und zwar in dem Vertrauen, daß „Gott größer ist als unser Herz und alles weiß“ (1. Johannes 3:19-21).

      18. (a) Wie führt uns Jehova auf dem Weg der unabsehbaren Zeit? (b) Welches aufrichtige Lob können wir erwarten, wenn wir weiterhin die Anleitung Jehovas befolgen?

      18 Jehova handelt mit seinen demütigen, gehorsamen Dienern tatsächlich in Übereinstimmung mit dem Gebet des Psalmisten, ihn auf dem Weg der unabsehbaren Zeit zu führen. Er führt sie auf dem Weg, der nicht nur insofern ein langes Leben bedeutet, als sie nicht wegen Missetaten vorzeitig abgeschnitten werden, sondern der sogar zu ewigem Leben führt. Jehova prägt uns tief ein, wie sehr wir den sündensühnenden Wert des Opfers Jesu benötigen. Durch sein Wort und seine Organisation versorgt er uns mit lebenswichtiger Unterweisung, damit wir seinen Willen tun können. Nachdrücklich weist er uns darauf hin, wie wichtig es ist, auf seine Hilfe einzugehen, damit wir auch innerlich die Art Mensch sind, die wir äußerlich zu sein scheinen (Psalm 86:11). Und er ermuntert uns mit der Aussicht auf vollkommene Gesundheit in einer gerechten neuen Welt sowie auf ewiges Leben, das wir dazu gebrauchen, ihm, dem allein wahren Gott, zu dienen. Wenn wir weiterhin seine Anleitung befolgen, wird er zu uns tatsächlich dasselbe sagen wie zu seinem Sohn: „An dir habe ich Wohlgefallen gefunden“ (Lukas 3:22; Johannes 6:27; Jakobus 1:12).

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