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Missionare fördern die weltweite AusdehnungJehovas Zeugen — Verkündiger des Königreiches Gottes
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Edna Waterfall, die nach Peru geschickt wurde, vergaß nicht so leicht die erste Haustür, an der sie versuchte, in Spanisch Zeugnis zu geben. Ihr brach der kalte Schweiß aus, als sie ihre auswendiggelernte Predigt stammelte, Literatur anbot und mit der Wohnungsinhaberin, einer älteren Dame, ein Bibelstudium vereinbarte. Dann sagte diese in perfektem Englisch: „Einverstanden, das ist alles sehr schön. Ich werde mit Ihnen studieren, und zwar werden wir es in Spanisch tun, um Ihnen zu helfen, Spanisch zu lernen.“ Ganz verwirrt erwiderte Edna: „Sie können Englisch und hören mir seelenruhig zu, wie ich gebrochen Spanisch spreche?“ „Es war zu Ihrem Nutzen“, antwortete sie. Sie hatte recht. Und Edna merkte bald, daß beim Erlernen einer Sprache das Sprechen sehr wichtig ist.
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Missionare fördern die weltweite AusdehnungJehovas Zeugen — Verkündiger des Königreiches Gottes
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Das Lernen der Landessprache trug entscheidend dazu bei, das Vertrauen der Menschen zu gewinnen. In einigen Ländern ist man Ausländern gegenüber mißtrauisch eingestellt. Hugh und Carol Cormican sind als Ledige und als Ehepaar in fünf afrikanischen Ländern tätig gewesen. Sie wissen wohl, daß die Afrikaner gegen die Europäer Mißtrauen hegen. Aber sie sagen: „Wenn man bald die Sprache der Einheimischen spricht, kann man dieses Gefühl abbauen. Und einige, die die gute Botschaft nicht von ihren Landsleuten annehmen wollen, hören uns bereitwillig zu, nehmen Literatur entgegen und studieren, weil wir uns die Mühe machen, mit ihnen in ihrer eigenen Sprache zu reden.“ Deswegen lernte Bruder Cormican fünf Sprachen und Schwester Cormican sechs.
Natürlich können beim Erlernen einer neuen Sprache auch Schwierigkeiten auftreten. Auf Puerto Rico machte ein Bruder den Menschen an der Tür das Angebot, ihnen eine biblische Botschaft auf Schallplatte vorzuspielen. Wenn ein Wohnungsinhaber dann sagte: „¡Como no!“, schloß er das Grammophon wieder und ging an die nächste Tür. Er verstand immer nur „no“, und es dauerte eine ganze Weile, bis er herausfand, daß der Ausdruck „Warum nicht?!“ bedeutete. Manchmal verstanden es die Missionare jedoch nicht, wenn die Wohnungsinhaber sagten, sie hätten kein Interesse, und fuhren einfach mit ihrer Predigt fort. Für einige verständnisvolle Wohnungsinhaber wirkte sich das zu ihrem Guten aus.
Es gab auch komische Situationen. Leslie Franks, der nach Singapur gesandt worden war, stellte fest, daß er achtgeben mußte, nicht „Kokosnuß“ („kelapa“) zu sagen, wenn er „Kopf“ („kepala“) meinte, und nicht „Gras“ („rumput“), wenn er „Haar“ („rambut“) meinte. Ein Missionar auf Samoa sprach ein Wort nicht richtig aus und fragte deshalb einen Einheimischen: „Wie geht es Ihrem Bart?“ (Der Mann hatte gar keinen.) In Wirklichkeit wollte sich der Bruder aber höflich nach dem Wohlbefinden der Ehefrau erkundigen. Als in Ecuador ein Busfahrer abrupt anfuhr, verlor Zola Hoffman, die in dem Bus stand, den Halt und fiel einem Mann auf den Schoß. Es war ihr peinlich, und sie wollte sich entschuldigen. Statt dessen sagte sie: „Con su permiso“ („Erlauben Sie bitte“). Als der Mann gutmütig erwiderte: „Nur zu, junge Frau“, brachen die anderen Fahrgäste in Gelächter aus.
Trotzdem erzielten die Missionare gute Ergebnisse, denn sie bemühten sich eifrig. Lois Dyer — sie kam 1950 nach Japan — erinnert sich an einen Rat von Bruder Knorr: „Gebt euer Bestes, und selbst wenn ihr Fehler macht, tut etwas!“ Sie und viele andere befolgten diesen Rat. In den folgenden 42 Jahren konnten die Missionare in Japan beobachten, wie die Zahl der Königreichsverkündiger dort von einigen wenigen auf über 170 000 anstieg, und die Zunahme geht weiter. Welch schöne Belohnung dafür, daß sie im Vertrauen auf Jehovas Führung bereit waren, sich anzustrengen!
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