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Bündnisse im Zusammenhang mit Gottes ewigem VorsatzDer Wachtturm 1989 | 1. Februar
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Der Gesetzesbund — vorübergehend hinzugefügt
15—17. (a) Warum wurde der Gesetzesbund dem abrahamischen Bund hinzugefügt? (b) Inwiefern wurde durch das Gesetz all das erreicht?
15 Wie würde die Linie des Samens — nachdem Gott mit dem Schließen des abrahamischen Bundes einen grundlegenden Schritt zur Verwirklichung seines Vorsatzes getan hatte — vor einer Verunreinigung oder vor der Ausrottung bewahrt werden, bis die Zeit seines Erscheinens gekommen wäre? Woran konnten wahre Anbeter den Samen erkennen, als er schließlich kam? Paulus beantwortete diese Fragen, indem er darauf aufmerksam machte, daß Gott in seiner Weisheit vorübergehend den Gesetzesbund hinzufügte. Der Apostel schrieb:
16 „Warum denn das GESETZ? Es wurde hinzugefügt, um Übertretungen kundzumachen, bis der Same gekommen wäre, dem die Verheißung gegeben worden war; und es wurde durch Engel übermittelt durch die Hand eines Mittlers. ... das GESETZ [ist] unser Erzieher geworden, der zu Christus führt, damit wir zufolge des Glaubens gerechtgesprochen werden könnten“ (Galater 3:19, 24).
17 Am Berg Sinai schloß Jehova einen einzigartigen nationalen Bund mit Israel: den Gesetzesbund, dessen Mittler Moses war (Galater 4:24, 25).b Das Volk erklärte sich mit diesem Bund einverstanden, der durch das Blut von Stieren und Ziegenböcken rechtsgültig gemacht wurde (2. Mose 24:3-8; Hebräer 9:19, 20). Durch den Bund erhielt das Volk Israel theokratische Gesetze und den Grundriß für eine gerechte Regierung. Der Bund verbot Ehen mit Heiden und die Beteiligung an unmoralischen Handlungen und falschen religiösen Bräuchen. Er war auf diese Weise für die Israeliten ein Schutz und wirkte einer Verunreinigung der Linie des Samens entgegen (2. Mose 20:4-6; 34:12-16). Da aber kein unvollkommener Israelit das Gesetz vollkommen halten konnte, machte es Sünden kund (Galater 3:19). Es wies gleichzeitig auf die Notwendigkeit eines vollkommenen, ständigen Priesters und eines Opfers hin, das nicht Jahr für Jahr dargebracht werden müßte. Das Gesetz glich einem Erzieher, der ein Kind zu dem Unterweiser führt, den es benötigt; dieser war der Messias oder Christus (Hebräer 7:26-28; 9:9, 16-22; 10:1-4, 11). Sobald der Gesetzesbund seinen Zweck erfüllt hätte, sollte er enden (Galater 3:24, 25; Römer 7:6; siehe „Fragen von Lesern“, Seite 31).
18. Welche weitere Aussicht war mit dem Gesetzesbund verbunden, doch wieso war dies schwierig zu verstehen?
18 Als Gott diesen vorübergehenden Bund schloß, erwähnte er folgenden begeisternden Zweck: „Wenn ihr meiner Stimme genau gehorchen und meinen Bund wirklich halten werdet, dann werdet ihr bestimmt mein besonderes Eigentum ... werden ... Und ihr, ihr werdet mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation werden“ (2. Mose 19:5, 6). Welch eine Aussicht! Eine Nation von König-Priestern. Wie wäre das jedoch möglich? Im Gesetz wurde später ausdrücklich festgelegt, daß dem Herrscherstamm (Juda) und dem Priesterstamm (Levi) unterschiedliche Verantwortlichkeiten zufielen (1. Mose 49:10; 2. Mose 28:43; 4. Mose 3:5-13). Niemand konnte sowohl Regent als auch Priester sein. Dennoch bildeten Gottes Worte aus 2. Mose 19:5, 6 die Grundlage, zu glauben, daß diejenigen, die unter dem Gesetzesbund standen, auf eine noch nicht geoffenbarte Weise Gelegenheit hätten, die Glieder eines ‘Königreiches von Priestern und einer heiligen Nation’ zu stellen.
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Bündnisse im Zusammenhang mit Gottes ewigem VorsatzDer Wachtturm 1989 | 1. Februar
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b „Die Bundesvorstellung [scheint] der israelitischen Religion eigen zu sein, denn nur hier wurde absolute Loyalität gefordert und die Möglichkeit mehrfacher Loyalität ausgeschlossen, wie sie in anderen Religionen erlaubt war“ (Theologisches Wörterbuch zum Alten Testament, Band I, Spalte 808).
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