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Ehe, HeiratEinsichten über die Heilige Schrift, Band 1
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Als Gott den Israeliten das Gesetz gab, setzte er nicht den ursprünglichen Maßstab für die Ehe durch, sondern er regelte die Scheidung, um zu verhindern, dass es in Israel zu einem Verfall der Familie kam und unnötige Härten entstanden. Doch zu Gottes bestimmter Zeit wurde sein ursprünglicher Maßstab wieder eingeführt. Jesus nannte den Grundsatz, der für die Christenversammlung gilt, nämlich dass „Hurerei“ (gr. pornéia) der einzige gültige Scheidungsgrund ist. Er erklärte, dass Gott diesem Maßstab wegen der Herzenshärte der Israeliten durch Moses nicht Geltung verschaffte (Mat 19:3-9; Mar 10:1-11).
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Ehe, HeiratEinsichten über die Heilige Schrift, Band 1
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Unter dem mosaischen Gesetz konnte sich ein Mann von seiner Frau scheiden lassen, wenn er etwas „Anstößiges“ an ihr gefunden hatte. Das schloss natürlich nicht Ehebruch ein, denn darauf stand die Todesstrafe. Zu den Vergehen, die eine Scheidung rechtfertigten, gehörten möglicherweise große Respektlosigkeit gegenüber dem Ehemann oder dem Haus seines Vaters oder eine Tat, die Schmach auf die Hausgemeinschaft des Mannes brachte. Der Mann war verpflichtet, der Frau ein schriftliches Scheidungszeugnis zu geben, was zeigt, dass er in den Augen der Gemeinde triftige Gründe für eine Scheidung haben musste. Da das Zeugnis eine gesetzliche Urkunde war, liegt der Gedanke nahe, dass der Mann vorher die älteren, befugten Männer der Stadt konsultieren musste. Die Frau konnte dann wieder heiraten, wobei das Zeugnis sie schützte, falls sie später des Ehebruchs bezichtigt werden sollte. Einem Mann war die Scheidung untersagt, wenn er die Frau vor der Heirat verführt hatte oder wenn er sie nach der Heirat fälschlicherweise beschuldigt hatte, ihn angelogen zu haben, zur Zeit der Heirat noch jungfräulich gewesen zu sein (5Mo 22:13-19, 28, 29).
Heiratete eine Frau nach der Scheidung einen anderen Mann und ließ sich dieser Mann später von ihr scheiden oder starb er, konnte ihr erster Mann sie nicht wieder heiraten. Dadurch sollte verhindert werden, dass man übereinkam, eine Scheidung von dem zweiten Mann zu erzwingen oder vielleicht sogar seinen Tod zu verursachen, um eine Wiederverheiratung des ursprünglichen Paares zu ermöglichen (5Mo 24:1-4).
Jehova hasste eine ungerechtfertigte Scheidung, besonders wenn eine seiner treuen Anbeterinnen hintergangen wurde und ihr Mann Pläne schmiedete, sich mit einer Heidin zu verheiraten, die nicht zu Gottes auserwähltem Bundesvolk gehörte (Mal 2:14-16; siehe SCHEIDUNG).
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