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  • „Einer ist euer Führer, der Christus“
    Der Wachtturm 2010 | 15. September
    • „E i n e r ist euer Führer, der Christus“

      „Lasst euch nicht ‚Führer‘ nennen, denn e i n e r ist euer Führer, der Christus“ (MAT. 23:10).

      1. Wen nur erkennen Jehovas Zeugen als ihren Führer an? Warum?

      DIE Kirchen der Christenheit haben Menschen als Führer, wie etwa den Papst oder die Patriarchen und Metropoliten der orthodoxen Kirche. Jehovas Zeugen dagegen sind keine Jünger oder Nachfolger eines Menschen, den sie als ihren Führer anerkennen würden. Das passt zu dem, was Jehova über seinen Sohn voraussagen ließ: „Siehe! Als Zeugen für die Völkerschaften habe ich ihn gegeben, als Führer und Gebieter für die Völkerschaften“ (Jes. 55:4). Die internationale Versammlung der gesalbten Christen und der „anderen Schafe“ möchte niemand anders zum Führer haben als den, den Jehova ihnen gegeben hat (Joh. 10:16). Sie stehen voll und ganz hinter der Aussage Jesu: „E i n e r ist euer Führer, der Christus“ (Mat. 23:10).

      Der Engelfürst Israels

      2, 3. Welche Rolle spielte der Sohn Gottes zugunsten des Volkes Israel?

      2 Jahrhunderte bevor die Christenversammlung gegründet wurde, hatte Jehova einen Engel als Führer über sein Volk Israel eingesetzt. Nachdem er sie aus Ägypten befreit hatte, sagte er ihnen: „Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, um dich auf dem Weg zu bewahren und dich an den Ort zu bringen, den ich bereitet habe. Nimm dich in Acht seinetwegen, und gehorche seiner Stimme. Benimm dich nicht rebellisch gegen ihn, denn er wird eure Übertretung nicht verzeihen; denn mein Name ist in ihm“ (2. Mo. 23:20, 21). Bei diesem Engel, von dem Jehova sagte: „Mein Name ist in ihm“, handelte es sich ganz offensichtlich um Gottes erstgeborenen Sohn.

      3 Bevor Gottes Sohn als Mensch zur Erde kam, hieß er offenbar Michael. Mit diesem Namen wird im Bibelbuch Daniel „euer Fürst“, also der Fürst Israels, bezeichnet (Dan. 10:21). Der Jünger Judas deutet an, dass Michael schon lange vor der Zeit Daniels mit den Angelegenheiten der Israeliten befasst war. Nachdem Moses gestorben war, wollte Satan seinen Leichnam anscheinend irgendwie für seine Zwecke missbrauchen, vermutlich um Israel zum Götzendienst zu verleiten. Michael schritt ein und verhinderte das. Judas berichtet: „Als aber der Erzengel Michael mit dem Teufel uneins wurde und sich mit ihm wegen des Leibes Mose auseinandersetzte, wagte er nicht, über ihn in lästernden Worten ein Gericht zu bringen, sondern sprach: ‚Jehova schelte dich‘ “ (Jud. 9). Zweifellos war es ebenfalls Michael, der „Fürst des Heeres Jehovas“, der wenig später Josua erschien, um ihm vor der Belagerung Jerichos Gottes Unterstützung zuzusichern. (Lies Josua 5:13-15.) Und als ein Engel, der dem Propheten Daniel eine wichtige Botschaft übermitteln sollte, von einem Dämonenfürsten aufgehalten wurde, kam ihm der Erzengel Michael zu Hilfe (Dan. 10:5-7, 12-14).

      Der angekündigte Führer kommt

      4. Was wurde über das Kommen des Messias vorausgesagt?

      4 Vor diesem Vorfall hatte Jehova den Engel Gabriel mit der Prophezeiung von dem „Messias, dem Führer“, zu Daniel geschickt (Dan. 9:21-25).a Genau zum vorhergesagten Zeitpunkt wurde Jesus im Herbst 29 u. Z. von Johannes getauft. Der heilige Geist wurde auf ihn ausgegossen und dadurch wurde er zum Gesalbten — zum Christus, dem Messias (Mat. 3:13-17; Joh. 1:29-34; Gal. 4:4). Als solcher sollte er ein Führer ohnegleichen werden.

      5. Wie erwies sich Christus während seines Dienstes auf der Erde als Führer?

      5 Von Anfang seines Dienstes auf der Erde an wurde Jesus dem Titel „Messias, der Führer“, gerecht. Binnen weniger Tage scharte er Jünger um sich und wirkte sein erstes Wunder (Joh. 1:35 bis 2:11). Seine Jünger begleiteten ihn, während er das ganze Land durchwanderte und die gute Botschaft vom Königreich predigte (Luk. 8:1). Er bildete sie für das Predigen und Lehren aus und ging selbst mit gutem Beispiel darin voran (Luk. 9:1-6). Christliche Älteste heute sind gut beraten, sich da an ihm zu orientieren.

      6. Wie hat sich Christus als Hirte und Führer erwiesen?

      6 Jesus wies noch auf eine weitere Facette seiner Aufgabe als Führer hin: Er verglich sich mit einem liebevollen Hirten. Im Nahen Osten gehen Hirten ihren Herden buchstäblich voran. William Thomson schrieb darüber in dem Buch The Land and the Book: „Der Hirte geht nicht nur vor der Herde her, um ihr den Weg zu weisen, sondern auch, um festzustellen, ob er gangbar und sicher ist. . . . Mit [seinem] Stab dirigiert und leitet er die Herde zu grünen Weiden und verteidigt sie gegen ihre Feinde.“ Jesus bewies, dass er ein echter Hirte und Führer ist, denn er erklärte: „Ich bin der vortreffliche Hirte; der vortreffliche Hirte gibt seine Seele zugunsten der Schafe hin. Meine Schafe hören auf meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir“ (Joh. 10:11, 27). Und er sagte das nicht nur, sondern opferte wirklich sein Leben für seine Schafe. Jehova aber hat ihn „zum Führer und Retter erhöht“ (Apg. 5:31, Revidierte Elberfelder Bibel; Heb. 13:20).

      Aufseher der Christenversammlung

      7. Wodurch leitet Jesus die Christenversammlung?

      7 Kurz vor seiner Rückkehr in den Himmel sagte der auferstandene Jesus zu seinen Jüngern: „Mir ist alle Gewalt im Himmel und auf der Erde gegeben worden“ (Mat. 28:18). Um ihnen zu helfen, in die christliche Wahrheit hineinzuwachsen, ließ ihnen Jehova durch Jesus heiligen Geist zukommen (Joh. 15:26). An Pfingsten 33 u. Z. goss Jesus diesen Geist auf die ersten Christen aus (Apg. 2:33). Damit wurde die Christenversammlung gegründet. Jehova setzte seinen Sohn als himmlischen Führer der Versammlung auf der Erde ein. (Lies Epheser 1:22; Kolosser 1:13, 18.) Jesus leitet die Christenversammlung durch Jehovas heiligen Geist. Auch stehen ihm Engel zu Diensten, die „ihm unterworfen“ wurden (1. Pet. 3:22).

      8. Welches Werkzeug gebrauchte Christus im ersten Jahrhundert, um seine Jünger auf der Erde zu leiten? Wen gebraucht er heute?

      8 Ebenfalls durch heiligen Geist hat Christus der Versammlung „Gaben in Form von Menschen“ gegeben, einige davon „als Hirten und Lehrer“ (Eph. 4:8, 11). Der Apostel Paulus legte christlichen Aufsehern ans Herz: „Gebt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher euch der heilige Geist zu Aufsehern ernannt hat, um die Versammlung Gottes zu hüten“ (Apg. 20:28). Zu Beginn waren diese Männer alle geistgesalbt. Die Apostel und die Ältesten der Versammlung in Jerusalem bildeten eine leitende Körperschaft. Christus gebrauchte sie als Werkzeug, um alle seine gesalbten „Brüder“ auf der Erde zu leiten (Heb. 2:11; Apg. 16:4, 5). Heute, in der Zeit vor dem Ende, hat Christus „seine ganze Habe“ — alles, was auf der Erde mit dem Königreich zu tun hat — seinem „treuen und verständigen Sklaven“ anvertraut, vertreten durch die leitende Körperschaft, eine Gruppe geistgesalbter Männer (Mat. 24:45-47). Die Gesalbten und die mit ihnen verbundenen „anderen Schafe“ erkennen an: Dadurch, dass sie sich von der heutigen leitenden Körperschaft führen lassen, folgen sie in Wirklichkeit dem Christus als ihrem Führer.

      Christus setzt das Predigtwerk in Gang

      9, 10. Welche Anleitung gab Christus für die Verkündigung der guten Botschaft vom Königreich?

      9 Von Anfang an leitete Jesus persönlich das weltweite Predigt- und Lehrwerk. Er legte fest, in welcher Reihenfolge die gute Botschaft vom Königreich den Bewohnern der Erde übermittelt werden sollte. Seine Apostel wies er an: „Begebt euch nicht auf die Straße der Nationen, und tretet nicht in eine samaritische Stadt ein, sondern geht stattdessen immer wieder zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Während ihr hingeht, predigt, indem ihr sagt: ‚Das Königreich der Himmel hat sich genaht‘ “ (Mat. 10:5-7). Daher gaben sie fleißig Juden und Proselyten Zeugnis, vor allem nach Pfingsten 33 u. Z. (Apg. 2:4, 5, 10, 11; 5:42; 6:7).

      10 Später sorgte Jesus durch heiligen Geist dafür, dass auch Samariter und danach andere Nichtjuden die Königreichsbotschaft zu hören bekamen (Apg. 8:5, 6, 14-17; 10:19-22, 44, 45). Um die Verbreitung der guten Botschaft unter allen Nationen voranzutreiben, wurde Jesus persönlich aktiv und bekehrte Saulus von Tarsus zum Christentum. Er wies seinen Jünger Ananias an: „Steh auf, geh in die Straße, die man die Gerade nennt, und such im Haus des Judas einen Mann namens Saulus aus Tarsus. . . . Geh hin, denn dieser Mann ist mir ein auserwähltes Gefäß, um meinen Namen sowohl zu den Nationen als auch zu Königen und den Söhnen Israels zu tragen“ (Apg. 9:3-6, 10, 11, 15). „Dieser Mann“ wurde zum Apostel Paulus (1. Tim. 2:7).

      11. Wie sorgte Christus durch heiligen Geist dafür, dass das Predigtwerk ausgedehnt wurde?

      11 Als es so weit war, die Verkündigung der Königreichsbotschaft auf die nichtjüdischen Nationen auszudehnen, wurde Paulus durch den heiligen Geist auf Missionsreisen nach Kleinasien und später nach Europa gesandt. Lukas berichtet darüber in der Apostelgeschichte: „Während sie [christliche Propheten und Lehrer in der Versammlung im syrischen Antiochia] Jehova öffentlich dienten und fasteten, sprach der heilige Geist: ‚Sondert mir von allen Personen Barnabas und Saulus für das Werk aus, zu dem ich sie berufen habe.‘ Da fasteten und beteten sie und legten ihnen die Hände auf und ließen sie gehen“ (Apg. 13:2, 3). Jesus hatte Saulus von Tarsus persönlich berufen, als sein „auserwähltes Gefäß“ seinen Namen zu den Nationen zu tragen. Demnach kam dieser neue Impuls für das Zeugniswerk von Christus, dem Führer der Versammlung. Dass Jesus das Werk tatsächlich durch heiligen Geist leitete, wurde während der zweiten Missionsreise des Paulus ganz offensichtlich. Dem Bericht zufolge gab „der Geist Jesu“ — also Jesus durch heiligen Geist — die Reiseroute des Paulus und seiner Begleiter vor und veranlasste sie durch eine Vision dazu, nach Europa zu gehen. (Lies Apostelgeschichte 16:6-10.)

      Jesu Führungsrolle über seine Versammlung

      12, 13. Wie geht aus der Offenbarung hervor, dass Christus genau beobachtet, was in jeder Versammlung vor sich geht?

      12 Jesus verfolgte aufmerksam, was in den Versammlungen seiner gesalbten Nachfolger im ersten Jahrhundert vor sich ging. Er war bestens damit vertraut, in welcher Verfassung sich jede Versammlung befand. Das wird deutlich, wenn wir Offenbarung, Kapitel 2 und 3 lesen. Jesus wandte sich dort an sieben Versammlungen, die alle in Kleinasien lagen (Offb. 1:11). Wir können davon ausgehen, dass er mit der geistigen Verfassung aller übrigen Versammlungen seiner Nachfolger auf der Erde damals genauso vertraut war. (Lies Offenbarung 2:23.)

      13 Jesus lobte einige Versammlungen dafür, dass sie ausharrten, trotz Prüfungen treu blieben, sein Wort bewahrten und keine Abtrünnigen duldeten (Offb. 2:2, 9, 13, 19; 3:8). Andererseits gab er mehreren Versammlungen auch deutlichen Rat, weil ihre Liebe zu ihm abgekühlt war, weil sie Götzendienst und Unsittlichkeit tolerierten oder weil sie nichts gegen Sektierertum unternahmen (Offb. 2:4, 14, 15, 20; 3:15, 16). Als liebevoller Aufseher — auch derer, die er streng ermahnte — sagte Jesus: „Alle, zu denen ich Zuneigung habe, weise ich zurecht und nehme sie in Zucht. Sei also eifrig und bereue“ (Offb. 3:19). Er befand sich zwar im Himmel, führte die Versammlungen seiner Jünger auf der Erde aber durch heiligen Geist. Am Ende seiner Botschaften an diese Versammlungen erklärte er: „Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt“ (Offb. 3:22).

      14—16. (a) Wie hat sich Jesus als mutiger Führer des Volkes Jehovas auf der Erde erwiesen? (b) Wie hat es sich ausgewirkt, dass Jesus „alle Tage bis zum Abschluss des Systems der Dinge“ „bei“ seinen Jüngern gewesen ist? (c) Worum geht es im nächsten Artikel?

      14 Wie wir gesehen haben, erwies sich der Erzengel Michael (Jesus) als furchtloser Führer der Israeliten. Später war Jesus ein mutiger Führer und liebevoller Hirte für seine ersten Jünger. Während seines Dienstes auf der Erde ging er führend im Predigtwerk voran, und nach seiner Auferstehung beaufsichtigte er sehr genau, wie die Königreichsbotschaft verbreitet wurde.

      15 Durch den heiligen Geist sollte Jesus schließlich dafür sorgen, dass das Evangelisierungswerk bis an die Enden der Erde ausgedehnt würde. Vor seiner Himmelfahrt sagte er zu seinen Jüngern: „Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet Zeugen von mir sein sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis zum entferntesten Teil der Erde“ (Apg. 1:8; lies 1. Petrus 1:12). Unter der Leitung Christi wurde im ersten Jahrhundert ein gewaltiges Zeugnis gegeben (Kol. 1:23).

      16 Doch Jesus selbst hatte darauf hingewiesen, dass diese Tätigkeit bis in die Zeit des Endes fortgesetzt werden sollte. Nachdem er seine Nachfolger beauftragt hatte, zu predigen und aus Menschen aller Nationen Jünger zu machen, versprach er ihnen: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Abschluss des Systems der Dinge“ (Mat. 28:19, 20). Seit Christus 1914 mit Königsmacht ausgestattet wurde, gilt mehr denn je: Er ist „bei“ seinen Jüngern und erweist sich als ihr aktiver Führer. Welche emsige Tätigkeit er seit 1914 entfaltet hat, zeigt der folgende Artikel.

      [Fußnote]

      a Im Detail wird diese Prophezeiung in Kapitel 11 des Buches Die Prophezeiung Daniels — achte darauf! behandelt.

  • Unser dynamischer Führer heute
    Der Wachtturm 2010 | 15. September
    • Unser dynamischer Führer heute

      „Er zog aus, siegend und um seinen Sieg zu vollenden“ (OFFB. 6:2).

      1, 2. (a) Wie wird Christi Tätigkeit als König seit 1914 in der Bibel beschrieben? (b) Was hat Christus seit seiner Thronbesteigung unternommen?

      CHRISTUS wurde 1914 zum König des messianischen Königreiches Jehovas gekrönt. Was für ein Bild machen wir uns heute von ihm? Ist es das eines Herrschers, der in Gedanken versunken auf seinem Thron sitzt und ab und zu einen Blick auf die Erde wirft, um nachzuschauen, wie es seiner Versammlung wohl ergeht? Dann würden wir uns gründlich täuschen! In den Psalmen und in der Offenbarung wird er als dynamischer König beschrieben, der dem endgültigen „Erfolg“ entgegenreitet — „siegend und um seinen Sieg zu vollenden“ (Offb. 6:2; Ps. 2:6-9; 45:1-4).

      2 Die erste Amtshandlung Christi nach seiner Thronbesteigung bestand darin, den „Drachen und seine Engel“ zu besiegen. Als Erzengel mit Befehlsgewalt über andere Engel warf Michael Satan und die Dämonen aus den heiligen Himmeln und beschränkte ihre Bewegungsfreiheit auf die Umgebung der Erde (Offb. 12:7-9). Danach kam Jesus in seiner Rolle als „Bote des Bundes“ an der Seite seines Vaters zu einer Besichtigung des geistigen Tempels (Mal. 3:1). Er richtete die Christenheit, den verwerflichsten Teil „Babylons, der Großen“, und verurteilte sie, weil sie große Blutschuld auf sich geladen und sich durch die Einmischung in die Politik dieser Welt verunreinigt hatte (Offb. 18:2, 3, 24).

      Seinen „Sklaven“ auf der Erde reinigen

      3, 4. (a) Was hat Christus als „Bote“ Jehovas getan? (b) Was ergab die Besichtigung des Tempels? (c) Welche Ernennung hat Jesus als Haupt der Versammlung vorgenommen?

      3 Die Besichtigung durch Jehova und seinen „Boten“ ergab auch, dass sich in dem irdischen Vorhof des geistigen Tempels eine Gruppe echter Christen aufhielt, die nicht zu den Kirchen der Christenheit gehörte. Doch selbst diese gesalbten Christen, die „Söhne Levis“, waren nicht frei von Verunreinigungen. Es verhielt sich genau so, wie vom Propheten Maleachi vorausgesagt: „Er [Jehova] soll als Läuterer und Reiniger von Silber sitzen und soll die Söhne Levis reinigen; und er soll sie läutern wie Gold und wie Silber, und sie werden bestimmt für Jehova solche werden, die eine Opfergabe in Gerechtigkeit darbringen“ (Mal. 3:3). Jehova gebrauchte seinen „Boten des Bundes“, Christus Jesus, um diese geistigen Israeliten zu reinigen.

      4 Gleichwohl traf Christus jene treuen gesalbten Christen dabei an, wie sie ihr Bestes gaben, den Haushalt des Glaubens mit zeitgemäßer geistiger Speise zu versorgen. Seit 1879 hatten sie auf den Seiten des Wachtturms die Wahrheit der Bibel über Gottes Königreich bekannt gemacht — in schweren wie in guten Zeiten. Jesus hatte vorausgesagt, dass er „bei der Ankunft“ während des „Abschlusses des Systems der Dinge“ seine Hausknechte in Augenschein nehmen und einen Sklaven vorfinden würde, der „ihnen ihre Speise zur rechten Zeit“ gebe. Er werde ihn daraufhin glücklich preisen und „über seine ganze Habe“ auf der Erde setzen (Mat. 24:3, 45-47). Diesen „treuen und verständigen Sklaven“ hat Christus, das Haupt der Christenversammlung, dazu gebraucht, alles zu verwalten, was auf der Erde mit seinem Königreich zu tun hat. Anleitung lässt er den gesalbten „Hausknechten“ wie auch ihren Gefährten, den „anderen Schafen“, durch eine leitende Körperschaft zukommen (Joh. 10:16).

      Die Ernte der Erde einbringen

      5. Bei welcher Tätigkeit beobachtete der Apostel Johannes in einer Vision den messianischen König?

      5 Der Apostel Johannes erhielt eine Vision davon, was der messianische König nach seiner Thronbesteigung 1914 am „Tag des Herrn“ noch unternehmen würde. Johannes schrieb: „Ich sah, und siehe, eine weiße Wolke, und auf der Wolke saß einer gleich einem Menschensohn mit einer goldenen Krone auf seinem Haupt und einer scharfen Sichel in seiner Hand“ (Offb. 1:10; 14:14). Ihm rief ein Engel, den Jehova gesandt hatte, vor den Ohren des Johannes zu: „Schick deine Sichel hinein und ernte, . . . denn die Ernte der Erde ist ausgereift“ (Offb. 14:15, 16).

      6. Welche Entwicklung sagte Jesus voraus?

      6 Bei der „Ernte der Erde“ werden wir an Jesu Gleichnis vom Weizen und Unkraut erinnert. Sich selbst verglich Jesus darin mit einem Mann, der auf seinem Feld Weizen aussäte. Er hoffte auf eine reiche Ernte an „Söhnen des Königreiches“: echte Christen, die dazu gesalbt oder ernannt wurden, mit ihm zu regieren. Doch ein Feind, „der Teufel“, übersäte das Feld im Schutz der Dunkelheit mit Unkraut: den „Söhnen dessen, der böse ist“. Der Sämann wies seine Arbeiter an, den Weizen zusammen mit dem Unkraut heranwachsen zu lassen, und zwar bis zur Ernte — „beim Abschluss eines Systems der Dinge“. Dann würde er seine Engel aussenden, um den Weizen vom Unkraut zu trennen (Mat. 13:24-30, 36-41).

      7. Wie bringt Jesus die „Ernte der Erde“ ein?

      7 Wie in der Vision des Johannes vorausgesehen, hat Jesus die Leitung über eine weltweite Ernte übernommen. Die „Ernte der Erde“ nahm ihren Anfang damit, dass die restliche Anzahl der 144 000 „Söhne des Königreiches“ eingesammelt wurde — der „Weizen“ aus Jesu Gleichnis. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Unterschied zwischen echten und falschen Christen immer deutlicher erkennbar, was schließlich dazu beitrug, dass der zweite Teil der „Ernte der Erde“ eingesetzt hat: die Einsammlung der „anderen Schafe“. Bei ihnen handelt es sich nicht um „Söhne des Königreiches“, sondern um eine aus allen „Völkern, Völkerschaften und Sprachen“ stammende „große Volksmenge“ von Menschen, die sich gern dem messianischen Königreich unterstellen: Christus Jesus und den 144 000 „Heiligen“, die mit ihm diese himmlische Regierung bilden (Offb. 7:9, 10; Dan. 7:13, 14, 18).

      Die Versammlungen führen

      8, 9. (a) Was lässt darauf schließen, dass Christus nicht nur das Verhalten ganzer Versammlungen beobachtet, sondern auch die Lebensführung jedes Einzelnen? (b) Was sind einige der „tiefen Dinge des Satans“, mit denen wir uns nicht abgeben sollten? (Siehe dazu das Bild auf Seite 26.)

      8 Im vorigen Artikel haben wir gesehen, wie genau Christus über die geistige Verfassung jeder einzelnen Versammlung im ersten Jahrhundert im Bild war. Als regierender König, der über „alle Gewalt im Himmel und auf der Erde“ verfügt, leitet Christus, unser Führer, weltweit alle Versammlungen und ihre Aufseher (Mat. 28:18; Kol. 1:18). Jehova hat ihn zum „Haupt über alle Dinge für die Versammlung“ der Gesalbten gemacht (Eph. 1:22). In dieser Eigenschaft entgeht auch nichts von dem, was in jeder der über 100 000 Versammlungen der Zeugen Jehovas heute vor sich geht, seiner Aufmerksamkeit.

      9 Der Versammlung im alten Thyatira sandte Jesus folgende Botschaft: „Diese Dinge sagt der Sohn Gottes, er, der Augen hat gleich einer Feuerflamme . . .: ‚Ich kenne deine Taten‘ “ (Offb. 2:18, 19). Diejenigen in der Versammlung, die ein unsittliches, genusssüchtiges Leben führten, wies er mit den Worten zurecht: „Ich [bin] es . . ., der Nieren und Herzen erforscht, und ich will euch, jedem Einzelnen, gemäß euren Taten geben“ (Offb. 2:23). Das lässt darauf schließen, dass Christus nicht nur das Verhalten jeder Versammlung als Gruppe beobachtet, sondern auch die Lebensführung jedes Einzelnen in der Versammlung. Er lobte die Christen in Thyatira, die „nicht die ‚tiefen Dinge des Satans‘ . . . kennengelernt“ hatten (Offb. 2:24). Auch heute freut er sich über alle, ob jung oder alt, die sich nicht mit den „tiefen Dingen des Satans“ abgeben — sich also von Internetseiten oder Computer- und Videospielen mit entsprechenden Inhalten ebenso fernhalten wie von allzu liberalem Gedankengut. Zu beobachten, wie gewissenhaft sich so viele Christen heute bemühen, sich wirklich in allen Bereichen ihres Lebens von ihm leiten zu lassen, und welche Opfer sie dafür oft bringen, macht ihn bestimmt sehr glücklich!

      10. (a) Wodurch wird veranschaulicht, dass Christus die Ältesten in der Versammlung leitet? (b) Was müssen sie alle anerkennen?

      10 Für liebevolle Aufsicht seiner Versammlungen auf der Erde sorgt Christus durch die Ältesten (Eph. 4:8, 11, 12). Im ersten Jahrhundert waren alle Aufseher geistgesalbte Christen. Sie werden in der Offenbarung als Sterne in der rechten Hand Christi dargestellt (Offb. 1:16, 20). Heute gehören die meisten Ältesten zu den „anderen Schafen“. Auch von ihnen kann gesagt werden, dass sie unter Christi Leitung oder lenkender Hand stehen, denn bevor sie ernannt werden, wird viel gebetet und die Anleitung des heiligen Geistes gesucht (Apg. 20:28). Natürlich erkennen sie an, dass Christus eine kleine Gruppe gesalbter christlicher Männer als leitende Körperschaft gebraucht, um seine Jünger auf der Erde zu führen und zu leiten. (Lies Apostelgeschichte 15:6, 28-30.)

      „Komm, Herr Jesus“

      11. Warum warten wir sehnsüchtig darauf, dass unser Führer „eilends kommt“?

      11 In der Offenbarung an den Apostel Johannes wird Jesus wiederholt mit den Worten zitiert: „Ich komme eilends“ (Offb. 2:16; 3:11; 22:7, 20). Zweifellos meinte er damit sein Kommen, um das Gericht an Babylon, der Großen, zu vollstrecken sowie am übrigen bösen System des Teufels (2. Thes. 1:7, 8). Sehnsüchtig darauf wartend, dass all die wunderbaren angekündigten Ereignisse stattfinden würden, rief der betagte Apostel Johannes aus: „Amen! Komm, Herr Jesus.“ Auch wir heute, in der Zeit vor dem Ende dieses Systems, warten sehnsüchtig darauf, dass unser Führer und König kommt und seine königliche Macht einsetzt, um den Namen seines Vaters zu heiligen und seine Souveränität zu verteidigen.

      12. Welche Tätigkeit wird Christus abschließen, bevor die vernichtenden „Winde“ losgelassen werden?

      12 Bevor Jesus kommt, um Satans sichtbare Organisation zu vernichten, wird der letzte derer, die zum geistigen Israel gehören, endgültig versiegelt worden sein. Die Bibel sagt klar und deutlich, dass die „Winde“, durch die Satans System vernichtet wird, erst losgelassen werden, wenn die Versiegelung der 144 000 abgeschlossen ist (Offb. 7:1-4).

      13. Wie wird Christi Gegenwart in der ersten Phase der „großen Drangsal“ deutlich erkennbar werden?

      13 Die meisten Erdbewohner haben Christi „Gegenwart“ seit 1914 nicht wahrgenommen (2. Pet. 3:3, 4). Doch bald wird er deutlich zu erkennen geben, dass er gegenwärtig ist: wenn er nämlich Jehovas Strafurteil an den verschiedenen Teilen des teuflischen Systems vollstreckt. Das „Offenbarwerden seiner Gegenwart“ wird nicht zu übersehen sein, wenn „der Mensch der Gesetzlosigkeit“ — die Geistlichkeit der Christenheit — vernichtet wird. (Lies 2. Thessalonicher 2:3, 8.) Das wird ein greifbarer Beweis dafür sein, dass Christus als der von Jehova eingesetzte Richter in Aktion getreten ist. (Lies 2. Timotheus 4:1.) Die Vernichtung des verwerflichsten Teils von Babylon der Großen, ist der Auftakt dafür, jenes böse Weltimperium der falschen Religion vollständig auszulöschen. Jehova wird es politischen Führern ins Herz geben, diese sinnbildliche Hure zu verwüsten (Offb. 17:15-18). Das wird die erste Phase der „großen Drangsal“ sein (Mat. 24:21).

      14. (a) Warum wird die erste Phase der „großen Drangsal“ verkürzt werden? (b) Was bedeutet das „Zeichen des Menschensohnes“ für Jehovas Diener?

      14 Jesus sagte voraus, die Tage jener Drangsal würden verkürzt werden, und zwar „um der Auserwählten willen“ — dem noch auf der Erde lebenden Überrest gesalbter Christen (Mat. 24:22). Jehova wird nicht zulassen, dass bei dem vernichtenden Angriff auf die falsche Religion auch die Gesalbten und die „anderen Schafe“ mit ausradiert werden. Jesus sagte weiter, „nach der Drangsal jener Tage“ werde es Zeichen an Sonne, Mond und Sternen geben und dann solle „das Zeichen des Menschensohnes im Himmel erscheinen“. Daraufhin würden sich die Nationen auf der Erde „wehklagend schlagen“. Im Gegensatz dazu werden die Gesalbten und ihre Gefährten, denen ewiges Leben im Himmel beziehungsweise auf der Erde in Aussicht steht, seine Worte beherzigen: „Dann richtet euch auf und hebt eure Häupter empor, denn eure Befreiung naht“ (Mat. 24:29, 30; Luk. 21:25-28).

      15. Was wird Christus noch tun, wenn er „kommt“?

      15 Bevor der Menschensohn seinen Sieg vollendet, „kommt“ er noch auf eine andere Weise. Er sagte selbst voraus: „Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit gekommen sein wird und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf seinen Thron der Herrlichkeit setzen. Und alle Nationen werden vor ihm versammelt werden, und er wird die Menschen voneinander trennen, so wie ein Hirt die Schafe von den Ziegenböcken trennt. Und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken“ (Mat. 25:31-33). Das bezieht sich auf Christi Kommen als Richter, der Menschen „aller Nationen“ in zwei Gruppen aufteilt: zum einen „die Schafe“, also Menschen, die Christi „Brüder“ (gesalbte Christen auf der Erde) tatkräftig unterstützt haben, zum anderen „die Ziegenböcke“, also Personen, „die der guten Botschaft über unseren Herrn Jesus nicht gehorchen“ (2. Thes. 1:7, 8). Die „Schafe“ — auch als „die Gerechten“ bezeichnet — werden „das ewige Leben“ auf der Erde erhalten, die „Ziegenböcke“ hingegen werden „in die ewige Abschneidung weggehen“, also vernichtet werden (Mat. 25:34, 40, 41, 45, 46).

      Jesus vollendet seinen Sieg

      16. Wie wird Christus, unser Führer, seinen Sieg vollenden?

      16 Sind alle, die mit Christus als Könige und Priester herrschen sollen, endgültig versiegelt und sind die „Schafe“ zu ihrer Rettung als solche kenntlich gemacht und zur Rechten Christi platziert, dann kann Christus darangehen, „seinen Sieg zu vollenden“ (Offb. 5:9, 10; 6:2). An der Spitze eines Heeres mächtiger Engel — zu dem zweifellos auch seine auferstandenen Brüder gehören — wird er Satans gesamtes irdisches System, bestehend aus Politik, Militär und Wirtschaft, komplett auslöschen (Offb. 2:26, 27; 19:11-21). Wenn dieses böse System vernichtet ist, wird Christi Sieg vollendet sein. Anschließend wird er Satan und die Dämonen für tausend Jahre in den Abgrund verbannen (Offb. 20:1-3).

      17. (a) Wohin wird Christus seine „anderen Schafe“ während der Tausendjahrherrschaft führen? (b) Wozu sollten wir fest entschlossen sein?

      17 Über die „große Volksmenge“ aus „anderen Schafen“, die die „große Drangsal“ überlebt, sagte der Apostel Johannes voraus, dass „das Lamm, das inmitten des Thrones ist, sie hüten und sie zu Wasserquellen des Lebens leiten wird“ (Offb. 7:9, 17). Demnach wird Christus die „anderen Schafe“, die wirklich auf seine Stimme hören, die gesamte Tausendjahrherrschaft hindurch leiten und zum ewigen Leben führen. (Lies Johannes 10:16, 26-28.) Folgen wir daher treu unserem König und Führer — heute schon und wenn er uns in die neue Welt bringt, die Jehova versprochen hat!

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