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  • „Ihr sollt heilig sein“
    Der Wachtturm (Studienausgabe) 2021 | Dezember
    • „WERDET ... IN EUREM GANZEN LEBENSWANDEL HEILIG“

      9. Was erwartet uns, wenn wir uns jetzt mit 3. Mose, Kapitel 19 beschäftigen?

      9 Da wir unserem heiligen Gott gefallen wollen, möchten wir natürlich wissen, wie wir heilig werden können. Jehova zeigt uns, wie uns das in der Praxis gelingen kann. 3. Mose, Kapitel 19 gibt uns dazu wertvolle Anhaltspunkte. Der Bibelkommentator Marcus Kalisch schrieb: „Dieses bemerkenswerte Kapitel ist womöglich der umfassendste, facettenreichste und in mancher Hinsicht wichtigste Teil von Levitikus, wenn nicht sogar des Pentateuchs.“ Sehen wir uns nun einige Verse aus diesem Kapitel an, die wertvolle Lehren für unseren Alltag enthalten. Behalten wir dabei im Sinn, dass sie auf die einleitenden Worte folgen: „Ihr sollt heilig sein.“

      Collage: 1. Ein erwachsener Sohn besucht seine Eltern und hilft in der Küche mit. 2. Der Sohn, seine Frau und seine Tochter waren für die Eltern einkaufen. 3. Die Eltern freuen sich über den Videoanruf ihres Sohnes.

      Wozu sollte uns das Gebot, Respekt vor den Eltern zu haben, aus 3. Mose 19:3 motivieren? (Siehe Absatz 10-12)c

      10, 11. Welcher Aspekt eines heiligen Lebenswandels wird in den ersten Versen von 3. Mose, Kapitel 19 hervorgehoben, und wie sollten wir darüber denken?

      10 Gleich nachdem Jehova die Israeliten aufgefordert hatte heilig zu sein, sagte er: „Jeder von euch soll seine Mutter und seinen Vater respektieren ... Ich bin Jehova, euer Gott“ (3. Mo. 19:2, 3).

      11 Auch wir sollten die Aufforderung, unsere Eltern zu ehren, beherzigen. Als Jesus einmal von einem Mann gefragt wurde: „Was muss ich Gutes tun, um ewiges Leben zu bekommen?“, forderte Jesus ihn unter anderem auf, Vater und Mutter zu ehren (Mat. 19:16-19). Und die Pharisäer und Schriftgelehrten verurteilte er dafür, dass sie diese Verpflichtung umgehen wollten. So hatten sie Gottes Wort „außer Kraft gesetzt“ (Mat. 15:3-6). Zum Wort Gottes gehörten die Worte aus 3. Mose 19:3 und auch das fünfte der Zehn Gebote (2. Mo. 20:12). Wie gesagt, folgt die Aufforderung, Vater und Mutter zu respektieren, aus 3. Mose 19:3 unmittelbar auf die Aussage: „Ihr sollt heilig sein, weil ich, Jehova, euer Gott, heilig bin.“

      12. Welche Frage könnten wir uns zu 3. Mose 19:3 stellen?

      12 Wenn wir an das Gebot, unsere Eltern zu ehren, denken, könnten wir uns einmal fragen: „Wie sieht es da bei mir aus?“ Falls du Nachholbedarf siehst, wäre jetzt eine gute Zeit, etwas zu verbessern. Die Vergangenheit kannst du nicht ändern, aber du kannst dir vornehmen, ab jetzt mehr mit deinen Eltern und für deine Eltern zu tun. Könntest du mehr Zeit mit ihnen verbringen, sie finanziell oder emotional unterstützen oder im Glauben aufbauen? All das entspricht der Aufforderung aus 3. Mose 19:3.

      13. (a) Welchen weiteren Hinweis enthält 3. Mose 19:3? (b) Wie können wir uns an dem, was Jesus gemäß Lukas 4:16-18 getan hat, ein Beispiel nehmen?

      13 In 3. Mose 19:3 finden wir noch einen weiteren Hinweis zum Thema Heiligkeit. Es geht um den Sabbat. Als Christen stehen wir nicht unter dem Gesetz und sind nicht verpflichtet den Sabbat zu halten. Trotzdem können wir viel daraus lernen, wie die Israeliten den Sabbat begingen und was ihnen das brachte. Der Sabbat war ein Wochentag, an dem man von seiner Arbeit ausruhte und sich Zeit für den Glauben nahm.b Dazu passt, dass Jesus an diesem Tag in die Synagoge seiner Heimatstadt ging und aus Gottes Wort vorlas (2. Mo. 31:12-15; lies Lukas 4:16-18). Dass die Israeliten laut 3. Mose 19:3 Gottes „Sabbate halten“ sollten, ist für uns eine schöne Motivation, im Alltag Zeit für unseren Glauben zu reservieren. Siehst du da bei dir noch Raum für Verbesserungen? Wenn wir uns regelmäßig Zeit nehmen, unseren Glauben zu stärken, werden wir eine enge Freundschaft zu Jehova aufbauen, was eine Voraussetzung dafür ist, heilig zu werden.

      VERTIEFE DEINE FREUNDSCHAFT ZU JEHOVA

      14. Welche unumstößliche Tatsache wird in 3. Mose, Kapitel 19 hervorgehoben?

      14 In 3. Mose, Kapitel 19 wird wiederholt eine unumstößliche Tatsache erwähnt, die uns helfen kann heilig zu bleiben. Vers 4 endet mit den Worten: „Ich bin Jehova, euer Gott.“ Diese und ähnliche Formulierungen kommen in diesem Kapitel 16 Mal vor. Das erinnert uns an das erste Gebot: „Ich bin Jehova, dein Gott ... Du sollst außer mir keine anderen Götter haben“ (2. Mo. 20:2, 3). Jeder Christ, der heilig sein möchte, darf nichts und niemand zwischen sich und seine Freundschaft mit Gott kommen lassen. Und weil wir den Namen Jehovas Zeugen tragen, wollen wir nichts tun, was irgendwie Schande auf Gottes heiligen Namen bringen könnte (3. Mo. 19:12; Jes. 57:15).

      15. Wozu motivieren uns die Aussagen über Tieropfer in 3. Mose, Kapitel 19?

      15 Jehova als ihren Gott anzuerkennen bedeutete für die Israeliten, sich an seine Gesetze zu halten. In 3. Mose 18:4 lesen wir: „Führt meine Rechtsentscheidungen aus, haltet euch an meine Bestimmungen und befolgt sie. Ich bin Jehova, euer Gott.“ Eine Reihe dieser „Bestimmungen“ finden wir in Kapitel 19. In den Versen 5 bis 8, 21 und 22 geht es zum Beispiel um Tieropfer. Sie mussten so dargebracht werden, dass nichts „entweiht“ wurde, „was für Jehova heilig ist“. Diese Verse zu lesen sollte uns motivieren, Jehova annehmbare „Opfer des Lobpreises“ darzubringen und ihm Freude zu machen (Heb. 13:15).

      16. Welches Gesetz erinnert uns daran, dass wir als Gottes Diener anders sein müssen?

      16 Heiligkeit erfordert, dass wir bereit sind anders zu sein. Das ist nicht immer leicht. Es kann sein, dass uns Klassenkameraden, Arbeitskollegen, andersgläubige Verwandte oder andere zu etwas überreden wollen, das in Konflikt mit unserer Anbetung steht. Dann müssen wir eine Entscheidung treffen. Was kann uns helfen, richtig zu entscheiden? Interessant ist hier ein Grundsatz, der sich aus 3. Mose 19:19 ableiten lässt, wo es heißt: „Tragt keine Kleidung aus zwei verschiedenen Arten Garn.“ Dieses Gesetz trug dazu bei, dass sich die Israeliten von den umliegenden Völkern unterschieden. Als Christen haben wir nichts gegen Kleidung aus Mischgewebe einzuwenden – beispielsweise Baumwolle und Polyester oder Wolle und Viskose. Was wir allerdings nicht wollen, ist, wie Menschen zu sein, deren Verhalten und Ansichten mit der Bibel unvereinbar sind, selbst wenn es sich bei ihnen um Klassenkameraden, Arbeitskollegen oder Verwandte handelt. Natürlich lieben wir unsere Verwandten und Mitmenschen. Dennoch sind wir als Zeugen Jehovas bereit, uns durch unsere Lebensführung von anderen zu unterscheiden. Denken wir daran, dass zu Heiligkeit gehört, für Gott abgesondert zu sein – nur so können wir heilig sein (2. Kor. 6:14-16; 1. Pet. 4:3, 4).

      Was sollte 3. Mose 19:23-25 den Israeliten vor Augen führen, und was kann das für dich bedeuten? (Siehe Absatz 17, 18)d

      17, 18. Was können wir aus 3. Mose 19:23-25 lernen?

      17 Die Aussage „Ich bin Jehova, euer Gott“, sollte die Israeliten daran erinnern, ihrer Freundschaft mit Jehova absolute Priorität einzuräumen. Ein Beispiel, wie sie das tun konnten, finden wir in 3. Mose 19:23-25. (Lies.) Denken wir einmal darüber nach, was diese Anweisung für die Israeliten im verheißenen Land bedeutete. Wer einen Obstbaum pflanzte, durfte drei Jahre lang nichts vom Ertrag essen. Im vierten Jahr war der Ertrag für Gottes Heiligtum reserviert. Erst im fünften Jahr durfte der Besitzer die Früchte essen. Das führte den Israeliten vor Augen, dass sie nicht zuerst an sich denken sollten. Sie mussten darauf vertrauen, dass Jehova für sie sorgt, und seine Anbetung an die erste Stelle setzen. Er würde sicherstellen, dass sie genug zu essen haben. Jehova wollte sie dadurch auch motivieren, das Heiligtum, das Zentrum seiner Anbetung, großzügig zu unterstützen.

      18 Das Gesetz aus 3. Mose 19:23-25 erinnert uns an etwas, das Jesus in der Bergpredigt sagte: „Hört auf, euch ... Sorgen zu machen, ... was ihr essen oder trinken sollt.“ Jesus erklärte: „Euer himmlischer Vater weiß doch, dass ihr das alles braucht.“ Wenn Jehova schon für die Vögel sorgt, wird er auch für uns da sein (Mat. 6:25, 26, 32). Wir vertrauen darauf, dass Jehova für uns sorgen wird. Und wir sind bereit anderen, die in Not sind, diskret etwas zukommen zu lassen. Auch tragen wir gern dazu bei, die Unkosten der Versammlung zu decken. Jehova nimmt unsere Großzügigkeit wahr und wird uns dafür belohnen (Mat. 6:2-4). So zeigen wir, dass wir die Bedeutung von 3. Mose 19:23-25 verstanden haben.

      19. Was nimmst du aus dieser Besprechung von 3. Mose für dich mit?

      19 Wir haben uns jetzt einige Stellen aus 3. Mose, Kapitel 19 angesehen, die uns helfen, wie unser heiliger Gott zu sein. Wir nehmen uns ihn zum Vorbild und wollen in unserem „ganzen Lebenswandel heilig“ werden (1. Pet. 1:15). Unsere gute Lebensführung ist auch schon vielen Außenstehenden aufgefallen. Und manche von ihnen hat das dazu bewogen, Gott zu verherrlichen (1. Pet. 2:12). Aber 3. Mose, Kapitel 19 hat uns noch viel mehr zu sagen. Im nächsten Artikel geht es um weitere Lebensbereiche, in denen wir der Aufforderung von Petrus folgen und auf Heiligkeit hinarbeiten können.

  • Wie wir andere behandeln sollten – Lehren aus 3. Mose
    Der Wachtturm (Studienausgabe) 2021 | Dezember
    • STUDIENARTIKEL 49

      Wie wir andere behandeln sollten – Lehren aus 3. Mose

      „Du sollst deinen Mitmenschen lieben wie dich selbst“ (3. MO. 19:18)

      LIED 109 Liebt einander von ganzem Herzen

      VORSCHAUa

      1, 2. Womit haben wir uns im vorigen Artikel beschäftigt, und worum geht es jetzt?

      IM VORIGEN Artikel haben wir einige Lehren kennengelernt, die wir aus 3. Mose, Kapitel 19 für unseren Alltag ableiten können. In Vers 3 zum Beispiel wurden die Israeliten aufgefordert, ihre Eltern zu respektieren. Wie wir gesehen haben, kann das für uns heute bedeuten, unseren Eltern praktische Hilfe zu leisten, ihnen emotional beizustehen und sie im Glauben aufzubauen. Im selben Vers geht es auch darum, den Sabbat zu halten. Wir sind heute zwar nicht mehr an das Sabbatgesetz gebunden, aber wir orientieren uns an dem Grundsatz dahinter, wenn wir regelmäßig Zeit für unseren Glauben reservieren. Das alles sind Möglichkeiten, uns um Heiligkeit zu bemühen, wozu wir in 3. Mose 19:2 und 1. Petrus 1:15 aufgefordert werden.

      2 Auch in diesem Artikel geht es darum, was wir aus 3. Mose, Kapitel 19 lernen können. Wir werden uns mit folgenden Fragen auseinandersetzen: Wie können wir auf Menschen mit Behinderungen Rücksicht nehmen? In geschäftlichen Angelegenheiten ehrlich sein? Und unseren Mitmenschen Liebe zeigen? Wir wollen heilig sein, so wie unser Gott heilig ist.

      RÜCKSICHT AUF MENSCHEN MIT BEHINDERUNG

      Zu welchem Verhalten gegenüber Gehörlosen und Blinden motiviert uns 3. Mose 19:14? (Siehe Absatz 3-5)c

      3, 4. Wie sollten Gehörlose und Blinde gemäß 3. Mose 19:14 behandelt werden?

      3 Lies 3. Mose 19:14. Jehova erwartete von seinem Volk, auf Menschen mit Behinderungen Rücksicht zu nehmen. Zum Beispiel durften die Israeliten einen Gehörlosen nicht verfluchen. Jemanden zu verfluchen konnte bedeuten, ihn zu bedrohen oder ihm etwas Böses zu wünschen. Was für eine Gemeinheit gegenüber einem Gehörlosen! Er konnte ja nicht hören, was über ihn gesagt wurde, und sich deshalb auch nicht verteidigen.

      4 Wie wir aus Vers 14 außerdem erfahren, durften die Israeliten „kein Hindernis vor einen Blinden legen“. In einem Bibelkommentar heißt es, dass Menschen mit Behinderungen „früher im Nahen Osten oft ausgenutzt und grausam behandelt wurden“. Vielleicht legte jemand aus Boshaftigkeit oder weil er einen abartigen Sinn für Humor hatte, ein Hindernis vor einen Blinden. Wie lieblos! Durch das Gebot in Vers 14 wollte Jehova sein Volk zu Mitgefühl gegenüber Benachteiligten anhalten.

      5. Wie können wir Menschen, die körperlich eingeschränkt sind, Mitgefühl zeigen?

      5 Jesus hatte Mitgefühl mit Menschen, die körperlich eingeschränkt waren. Er ließ Johannes dem Täufer einmal ausrichten: „Blinde können jetzt sehen, Lahme können laufen, Aussätzige sind wieder gesund, Gehörlose können hören, Tote werden auferweckt.“ Welche Reaktion löste all das aus? „Alle Leute, die das beobachteten, priesen Gott“ (Luk. 7:20-22; 18:43). Als Christen möchten wir wie Jesus mitfühlend sein. Deshalb behandeln wir Menschen mit körperlichen Einschränkungen freundlich, rücksichtsvoll und geduldig. Natürlich hat uns Jehova nicht die Macht gegeben, Wunder zu wirken. Aber wir dürfen Menschen, die buchstäblich oder im übertragenen Sinn krank sind, eine gute Botschaft bringen – die Botschaft von einer Welt, in der jeder vollkommen gesund ist und eine intakte Beziehung zu Jehova hat (Luk. 4:18). Diese gute Nachricht hat schon viele veranlasst, Gott zu preisen.

      EHRLICHKEIT IM GESCHÄFTSLEBEN

      6. Wie hilft uns 3. Mose, Kapitel 19, die Zehn Gebote besser zu verstehen?

      6 Einige Verse in 3. Mose, Kapitel 19 erweitern das Verständnis der Zehn Gebote. Zum Beispiel lautete das achte Gebot schlicht und einfach: „Du sollst nicht stehlen“ (2. Mo. 20:15). Jemand, der nie etwas an sich nahm, das ihm nicht gehörte, konnte schlussfolgern, dass er dieses Gebot befolgte. Aber möglicherweise hat er in anderer Hinsicht gestohlen.

      7. Wie hätte ein Händler das achte Gebot übertreten können?

      7 Ein Händler war vielleicht stolz darauf, dass er noch nie jemandem etwas weggenommen hatte. Doch wie sah es mit seinen Geschäftspraktiken aus? In 3. Mose 19:35, 36 forderte Jehova die Israeliten auf: „Ihr sollt beim Abmessen von Länge, Gewicht und Inhalt nicht unehrlich sein. Verwendet eine genaue Waage, genaue Gewichtssteine, ein genaues Trockenmaß und ein genaues Flüssigkeitsmaß.“ Ein Händler, der eine ungenaue Waage oder ein ungenaues Maß verwendete, um seine Kunden zu betrügen, hat sie im Endeffekt bestohlen. Das wird durch weitere Verse aus 3. Mose, Kapitel 19 deutlich.

      Zu welcher Selbstprüfung regt uns 3. Mose 19:11-13 in geschäftlichen Angelegenheiten an? (Siehe Absatz 8-10)d

      8. Wie verdeutlichte 3. Mose 19:11-13 den Grundsatz hinter dem achten Gebot, und warum ist das für uns wertvoll?

      8 Lies 3. Mose 19:11-13. Vers 11 beginnt mit den Worten: „Ihr sollt nicht stehlen.“ Und in Vers 13 wird eine Verbindung zu unehrlichen Geschäftsmethoden hergestellt. Dort heißt es: „Du sollst deinen Mitmenschen nicht betrügen.“ Unehrlichkeit im Geschäftsleben wird also damit in Zusammenhang gebracht, andere zu bestehlen. Das achte Gebot untersagte Diebstahl, aber die Details in 3. Mose machten den Juden klar, wie sie den Grundsatz hinter diesem Gebot befolgen konnten. Auch für uns ist es wertvoll, über Jehovas Standpunkt zu Unehrlichkeit und Diebstahl nachzudenken. Wir könnten uns einmal fragen: „Wenn ich an 3. Mose 19:11-13 denke, gibt es etwas in meinem Leben, das ich angehen sollte? Müsste ich etwas an meinen Geschäftsmethoden oder an meiner Arbeitsmoral ändern?“

      9. Welchen Schutz bot das Gesetz aus 3. Mose 19:13?

      9 Für einen Christen, der andere beschäftigt, gibt es in puncto Ehrlichkeit noch etwas anderes zu berücksichtigen. In 3. Mose 19:13 steht: „Du sollst den Lohn eines Lohnarbeiters nicht über Nacht bis zum Morgen behalten.“ In der damaligen Agrargesellschaft musste man einem Arbeiter am Ende des Tages seinen Lohn auszahlen. Geschah das nicht, hatte seine Familie an diesem Tag vielleicht nicht genug zu essen. Jehova erklärte: „Er ist in Not und sein Leben hängt von seinem Lohn ab“ (5. Mo. 24:14, 15; Mat. 20:8).

      10. Welche Lehre enthält 3. Mose 19:13?

      10 Heutzutage werden Löhne und Gehälter in der Regel ein- oder zweimal im Monat und nicht jeden Tag ausgezahlt. Aber der Grundsatz hinter 3. Mose 19:13 gilt noch immer. Manche Arbeitgeber nutzen ihre Beschäftigten aus und zahlen ihnen weit weniger, als fair wäre. Sie wissen, dass ihren Arbeitnehmern womöglich nichts anderes übrig bleibt, als für einen Hungerlohn zu arbeiten. Solche Arbeitgeber halten sozusagen den „Lohn eines Lohnarbeiters“ zurück. Das würde ein Christ bestimmt nicht wollen. Was können wir aus 3. Mose, Kapitel 19 noch lernen?

      „DEINEN MITMENSCHEN LIEBEN WIE DICH SELBST“

      11, 12. Was unterstrich Jesus dadurch, dass er aus 3. Mose 19:17, 18 zitierte?

      11 Jehova erwartet mehr von uns, als unseren Mitmenschen nicht zu schaden. Das wird durch 3. Mose 19:17, 18 deutlich. (Lies.) Dort heißt es unmissverständlich: „Du sollst deinen Mitmenschen lieben wie dich selbst.“ Daran geht für einen Christen, der Gott gefallen möchte, kein Weg vorbei.

      12 Jesus maß dem Gebot aus 3. Mose 19:18 große Bedeutung bei. Ein Pharisäer fragte ihn einmal: „Welches ist das wichtigste Gebot im Gesetz?“ Jesus antwortete, „das wichtigste und erste Gebot“ sei, Jehova mit unserem ganzen Herzen, unserer ganzen Seele und unserem ganzen Denken zu lieben. Dann zitierte er 3. Mose 19:18 und sagte: „Das zweite ist ihm ähnlich und lautet: ‚Du sollst deinen Mitmenschen lieben wie dich selbst‘“ (Mat. 22:35-40). Es gibt unzählige Möglichkeiten, unseren Mitmenschen Liebe zu zeigen, und einige davon lernen wir in 3. Mose, Kapitel 19 kennen.

      13. Wieso entspricht Josephs Verhalten dem späteren Gebot aus 3. Mose 19:18?

      13 Eine Möglichkeit, unseren Mitmenschen Liebe zu zeigen, besteht darin, 3. Mose 19:18 zu beherzigen: „Du sollst dich nicht an den Söhnen deines Volkes rächen oder ihnen etwas nachtragen.“ Die meisten von uns kennen jemanden, der einem Arbeitskollegen, Klassenkameraden oder jemandem aus der Familie etwas übel nimmt – vielleicht sogar schon seit Jahren! So war es auch bei den zehn Halbbrüdern von Joseph. Der Ärger, der sich bei ihnen angestaut hatte, führte schließlich zu einer schrecklichen Tat (1. Mo. 37:2-8, 25-28). Joseph dagegen verhielt sich ganz anders. Als er in der Position war, sich an seinen Halbbrüdern zu rächen, behandelte er sie barmherzig. Joseph war nicht nachtragend. Sein Verhalten entspricht dem Gebot aus 3. Mose 19:18 (1. Mo. 50:19-21).

      14. Woran wird deutlich, dass die Grundsätze hinter 3. Mose 19:18 immer noch gültig sind?

      14 Dadurch dass Joseph nicht nachtragend war und sich nicht rächte, sondern seinen Brüdern verzieh, gab er uns als Christen ein gutes Beispiel. Das passt zum Mustergebet, wo Jesus uns auffordert, denen zu vergeben, die gegen uns gesündigt haben (Mat. 6:9, 12). Der Apostel Paulus schrieb an seine Mitchristen: „Rächt euch nicht selbst, ihr Lieben“ (Röm. 12:19). Außerdem riet er ihnen: „Ertragt einander weiterhin und vergebt einander großzügig, selbst wenn jemand Grund hat, sich über einen anderen zu beklagen“ (Kol. 3:13). Jehovas Grundsätze ändern sich nicht. Das gilt auch für die Grundsätze hinter dem Gebot aus 3. Mose 19:18.

      Collage: 1. Eine lächelnde Schwester mit einem Pflaster am Finger. 2. Die Schwester runzelt die Stirn und kratzt an ihrer bandagierten Hand herum.

      Genauso wie es nicht gut ist, ständig an einer Wunde herumzukratzen, sollte man auch nicht ständig über eine Kränkung nachdenken. Besser, man versucht sie zu vergessen (Siehe Absatz 15)e

      15. Wie lässt sich veranschaulichen, dass es wichtig ist, nicht nachtragend zu sein?

      15 Verletzte Gefühle können wie eine Wunde sein. Es gibt kleine und große Wunden. Beim Öffnen eines Briefumschlags zum Beispiel könnten wir uns eine kleine Schnittwunde zuziehen. Das kann wirklich wehtun, aber hinterlässt wahrscheinlich keinen bleibenden Schaden. Nach ein, zwei Tagen wissen wir vielleicht nicht einmal mehr, wo der Schnitt war. Auch manche Kränkungen sind nicht weiter schlimm. Wenn uns beispielsweise ein Freund aus Gedankenlosigkeit verletzt hat, fällt es uns nicht unbedingt schwer, ihm zu vergeben. Tiefere Wunden dagegen müssen oft von einem Arzt genäht und verbunden werden. Ständig daran herumzukratzen würde die Sache nur noch schlimmer machen. Genau das kann passieren, wenn man tief verletzt ist. Man denkt dann vielleicht ständig darüber nach, wie sehr der andere einem wehgetan hat. Doch wer nachtragend ist, schadet sich nur selbst. Es ist so viel besser, sich an den Rat aus 3. Mose 19:18 zu halten.

      16. Wie sollten Fremde im alten Israel laut 3. Mose 19:33, 34 behandelt werden, und was bedeutet das für uns heute?

      16 Das Gebot, seine Mitmenschen zu lieben, beschränkte sich nicht nur auf die eigenen Landsleute. Jehova wollte, dass die Israeliten auch die Fremden in ihrer Mitte liebten. Das ist die klare Botschaft in 3. Mose 19:33, 34. (Lies.) Ein Fremder sollte „wie ein Einheimischer“ behandelt werden und die Israeliten sollten „ihn lieben“ wie sich selbst. Zum Beispiel durften sowohl die Armen als auch die Fremden auf den Feldern der Israeliten Nachlese halten (3. Mo. 19:9, 10). Der Grundsatz dahinter gilt auch für Christen heute (Luk. 10:30-37). Es gibt Millionen von Migranten und einige leben wahrscheinlich auch in unserer Nähe. Diese Männer, Frauen und Kinder verdienen es, dass wir sie mit Würde und Respekt behandeln.

      WAS NICHT IN 3. MOSE, KAPITEL 19 STEHT

      17, 18. (a) Wozu sollten uns 3. Mose 19:2 und 1. Petrus 1:15 motivieren? (b) Zu welcher wichtigen Tätigkeit fordert uns Petrus auf?

      17 Sowohl in 3. Mose 19:2 als auch in 1. Petrus 1:15 wird Gottes Volk aufgefordert heilig zu sein. Aus vielen weiteren Versen in 3. Mose, Kapitel 19 erfahren wir, was wir konkret tun können. Wir haben uns hier nur mit einigen wenigen Versen beschäftigt, die uns zeigen, was wir tun beziehungsweise unterlassen sollten, um Gottes Anerkennung zu haben.b Die Christlichen Griechischen Schriften enthalten ganz ähnliche Grundsätze. Doch der Apostel Petrus erwähnt noch etwas anderes.

      18 Natürlich gibt es vieles, was wir für Jehova und für andere tun können. Doch der Apostel Petrus stellt eine Sache besonders heraus. Bevor er uns auffordert, in unserem ganzen Lebenswandel heilig zu werden, sagt er: „Stellt euch auf Tätigkeit ein“ (1. Pet. 1:13, 15). Was für eine Tätigkeit? Wie Petrus sagte, würden Christi gesalbte Brüder „die hervorragenden Eigenschaften dessen weit und breit“ verkünden, der sie berufen hat (1. Pet. 2:9). Heute darf sich jeder Christ an diesem wichtigen Werk beteiligen. Durch kein anderes Werk wird so viel Gutes erreicht. Was für eine Ehre, dass wir als heiliges Volk regelmäßig und eifrig die gute Botschaft bekannt machen dürfen! (Mar. 13:10). Geben wir unser Bestes, die Grundsätze aus 3. Mose, Kapitel 19 anzuwenden, und zeigen wir so unsere Liebe zu Gott und unseren Mitmenschen. Dadurch beweisen wir, dass wir den Wunsch haben, in unserem ganzen Lebenswandel heilig zu werden.

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