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  • Warum wir heilig sein müssen
    Der Wachtturm 2014 | 15. November
    • 1. Wobei kann uns 3. Mose helfen?

      IN KEINEM anderen Bibelbuch wird Heiligkeit so oft erwähnt wie in 3. Mose. Dieses Buch zu verstehen und wertzuschätzen wird uns dabei helfen, heilig zu sein und zu bleiben. Schließlich ist Heiligkeit für alle wahren Anbeter Jehovas ein Erfordernis.

      2. Wodurch zeichnet sich 3. Mose aus?

      2 Das nach dem Schreiber benannte Buch 3. Mose ist Teil der „ganzen Schrift“, die nützlich ist zum Lehren (2. Tim. 3:16). In jedem Kapitel erscheint der Name Jehovas durchschnittlich zehnmal. Den Sinn von 3. Mose zu erfassen wird uns darin bestärken, auf gar keinen Fall Schmach auf Jehovas Namen zu bringen (3. Mo. 22:32). Durch den häufigen Gebrauch der Worte „Ich bin Jehova“ werden wir daran erinnert, auf Gott zu hören. In diesem und im nächsten Artikel befassen wir uns mit so mancher kostbaren Lehre aus 3. Mose — einem Geschenk Gottes, das uns hilft, in unserem Dienst für Jehova heilig zu sein und zu bleiben.

      HEILIGKEIT — EIN ERFORDERNIS

      3, 4. Was stellt die Waschung Aarons und seiner Söhne dar? (Siehe Anfangsbild.)

      3 Lies 3. Mose 8:5, 6. Jehova wählte Aaron aus, um für Israel als Hoher Priester zu amtieren, und seine Söhne wählte er als Priester aus. Aaron stellt Jesus Christus dar und Aarons Söhne Jesu gesalbte Nachfolger. Heißt das, Aarons Waschung stellt eine Reinigung Jesu dar? Nein, denn Jesus ist ohne Sünde und „ohne Makel“ und deshalb war eine Reinigung nicht nötig (Heb. 7:26; 9:14). Der saubere Zustand Aarons deutet jedoch auf Jesu reinen und gerechten Stand hin. Und was bedeutet die Waschung der Söhne Aarons?

      4 Die Waschung der Söhne Aarons stellt die Reinigung der zukünftigen Mitglieder der himmlischen Priesterschaft dar. Besteht ein Zusammenhang zwischen dieser Reinigung und der Taufe der Gesalbten? Nein, denn die Taufe kann keine Sünden wegwaschen. Vielmehr ist sie ein Zeichen dafür, dass sich jemand Jehova Gott bedingungslos hingegeben hat. Die Gesalbten werden „durch das Wort“ gereinigt und das erfordert von ihnen, Jesu Lehren von ganzem Herzen umzusetzen (Eph. 5:25-27). So werden sie gereinigt und geheiligt. Aber was ist mit den „anderen Schafen“? (Joh. 10:16).

      5. Warum kann man sagen, dass die anderen Schafe durch das Wort Gottes gereinigt werden?

      5 Aarons Söhne stellen nicht Jesu andere Schafe dar, zu denen die „große Volksmenge“ gehört (Offb. 7:9). Kann man trotzdem sagen, dass auch diese getauften Personen „durch das Wort“ gereinigt und geheiligt werden? Auf jeden Fall! Wenn diejenigen mit der Aussicht auf ewiges Leben auf der Erde durch das Lesen der Bibel erkennen, wie wichtig und wirksam Jesu vergossenes Blut ist, üben sie Glauben daran aus und verrichten Tag und Nacht heiligen Dienst (Offb. 7:13-15). Wie sich die fortlaufende Reinigung der Gesalbten und der anderen Schafe auswirkt, zeigt sich an ihrem vortrefflichen Lebenswandel (1. Pet. 2:12). Wie sehr es Jehova doch freuen muss, die Reinheit und die Einheit der Gesalbten und der anderen Schafe zu beobachten, die auf ihren Hirten Jesus hören und ihm loyal folgen!

      6. Welche Selbstprüfung ist wichtig?

      6 Dass die Priesterschaft in Israel körperlich rein sein musste, ist auch für Jehovas Volk heute von Bedeutung. Diejenigen, mit denen wir die Bibel studieren, bemerken oft die Sauberkeit unserer Anbetungsstätten und auch unser gepflegtes Äußeres. Doch die Reinheit der Priesterschaft hilft uns zu erkennen, dass jeder, der den erhabenen Berg der Anbetung Jehovas hinaufsteigen will, auch „reinen Herzens“ sein muss. (Lies Psalm 24:3, 4; Jes. 2:2, 3.) Nicht nur unser Körper, sondern auch unser Herz und unser Sinn müssen also rein sein, damit wir für Gott heiligen Dienst verrichten können. Deshalb ist eine ständige Selbstprüfung erforderlich. Manch einer stellt dabei fest, dass er tief greifende Änderungen vornehmen muss, um heilig sein zu können (2. Kor. 13:5). Beispielsweise sollte eine getaufte Person, die sich absichtlich mit Pornografie beschäftigt, fragen: „Erweise ich mich wirklich als heilig?“ Dann sollte sie um Hilfe bitten, um mit dieser abscheulichen Gewohnheit zu brechen (Jak. 5:14).

      DURCH GEHORSAM HEILIG SEIN

      7. Was lässt sich aus 3. Mose 8:22-24 in Bezug auf Jesus ableiten?

      7 Bei der Einsetzung von Israels Priesterschaft wurde etwas vom Blut eines Widders auf das rechte Ohr, den rechten Daumen und die rechte große Zehe des Hohen Priesters Aaron und seiner Söhne getan. (Lies 3. Mose 8:22-24.) Was bedeutete diese Verwendung von Blut? Sie sollte hervorheben, dass die Priester gehorsam ihr Bestes tun würden, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Das tat auch der Hohe Priester Jesus und gab den Gesalbten und den anderen Schafen damit ein vollkommenes Beispiel. Sein Ohr war darauf ausgerichtet, auf Gottes Anleitung zu hören. Seine Hände verwendete er, um Jehovas Willen zu tun, und seine Füße wichen nie vom Weg der Heiligkeit ab (Joh. 4:31-34).

      8. Was ist für alle Diener Jehovas wichtig?

      8 Genauso wie ihr Hoher Priester bleiben gesalbte Christen und die anderen Schafe auf dem Weg der Lauterkeit. Sie alle richten sich gehorsam nach den Anweisungen aus Gottes Wort, weil sie Jehovas heiligen Geist nicht betrüben wollen (Eph. 4:30). So schaffen sie „gerade Bahnen“ für ihre Füße (Heb. 12:13).

      9. (a) Wie haben sich drei Brüder über die Zusammenarbeit mit Mitgliedern der leitenden Körperschaft geäußert? (b) Wie können ihre Äußerungen uns dabei helfen, uns als heilig zu erweisen?

      9 Sehen wir uns die von Herzen kommenden Äußerungen von drei Brüdern an, die auf ewiges Leben auf der Erde hoffen und über Jahrzehnte eng mit Mitgliedern der leitenden Körperschaft zusammengearbeitet haben. Der erste erzählt: „Das Vorrecht ist zwar wirklich einzigartig, aber die enge Zusammenarbeit hat doch immer wieder mal gezeigt, dass auch diese gesalbten Brüder unvollkommen sind. Dennoch ist es über die Jahre mein Ziel gewesen, auf die zu hören, die die Führung übernehmen.“ Der zweite Bruder stellte fest: „Bibeltexte wie 2. Korinther 10:5, in denen es darum geht, ‚Christus gehorsam‘ zu sein, haben mir geholfen, auf die zu hören, die die Führung übernehmen. Das ist für mich Gehorsam, der von Herzen kommt.“ Der dritte Bruder sagte: „Das zu lieben, was Jehova liebt, und das zu hassen, was er hasst, sowie ständig seine Anleitung zu suchen und zu tun, was ihm gefällt, bedeutet: Gehorsam gegenüber seiner Organisation und gegenüber denen, die er gebraucht, um seinen Vorsatz bezüglich der Erde voranzubringen.“ Dieser Bruder hat erlebt, wie Nathan Knorr, der ein Mitglied der leitenden Körperschaft wurde, Aussagen aus dem Artikel „Die Geburt der Nation“ (Wacht-Turm, 1925) bereitwillig annahm, obwohl sie von anderen angezweifelt wurden. Dieser Gehorsam beeindruckte den Bruder tief. Über die Worte dieser drei Brüder nachzudenken kann es uns erleichtern, gehorsam zu sein und uns so als heilig zu erweisen.

      GOTTES GESETZ ÜBER BLUT BEFOLGEN

      10. Wie wichtig ist es, Gottes Gesetz über das Blut zu befolgen?

      10 Lies 3. Mose 17:10. Jehova gebot den Israeliten keinerlei Blut zu sich zu nehmen. Sich des Blutes zu enthalten — ob vom Tier oder Menschen — ist auch für Christen ein Erfordernis (Apg. 15:28, 29). Wir lieben Jehova und wollen ihm gern gehorchen. Allein der Gedanke, er könnte sich gegen uns richten und uns von seiner Versammlung „abschneiden“, ist für uns unerträglich. Deshalb sind wir selbst in einer lebensbedrohlichen Situation fest entschlossen, dem Drängen derjenigen nicht nachzugeben, die Jehova nicht kennen und ihm auch gar nicht gefallen wollen. Ja, wir rechnen damit, verspottet zu werden, weil wir uns des Blutes enthalten. Trotzdem ziehen wir es vor, Gott zu gehorchen (Jud. 17, 18). Was festigt unseren Entschluss, kein Blut zu uns zu nehmen und keine Bluttransfusion zu akzeptieren? (5. Mo. 12:23).

      11. Warum waren die Abläufe am Sühnetag nicht nur ein Ritual?

      11 Wie Gott Blut betrachtet, verstehen wir besser, wenn wir uns ansehen, wie der Hohe Priester im alten Israel das Blut von Tieren am jährlichen Sühnetag verwendete. Blut war einem besonderen Zweck vorbehalten, nämlich um die Sünden derer zu sühnen, die Jehovas Vergebung suchten. Das Blut des Stieres und des Bockes wurde auf und vor den Deckel der Bundeslade gespritzt (3. Mo. 16:14, 15, 19). Dadurch war es Jehova möglich, die Sünden der Israeliten zu vergeben. Außerdem gebot Jehova jedem, der ein Tier zum Verzehr tötete, das Blut auszugießen und es mit Staub zu bedecken, „denn die Seele [oder das Leben] von jeder Art Fleisch ist sein Blut“ (3. Mo. 17:11-14). War all das nur ein unbedeutendes Ritual? Nein. Denn die Verwendung von Blut am Sühnetag und das Gebot, Blut auf den Erdboden auszugießen, sind im Einklang mit Jehovas Gebot, das er schon Noah und seinen Nachkommen gegeben hatte (1. Mo. 9:3-6). Selbst zur Lebenserhaltung hatte Jehova Gott den Verzehr von Blut untersagt. Was bedeutet das für Christen?

      12. Wie wird im Hebräerbrief Blut mit der Sündenvergebung verknüpft?

      12 Der Apostel Paulus schrieb an die Hebräerchristen und sagte über die reinigende Macht des Blutes: „Fast alle Dinge werden mit Blut gereinigt nach dem Gesetz, und ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung“ (Heb. 9:22). Tieropfer hatten durchaus einen gewissen Wert. Doch wie Paulus erklärte, erinnerten sie die Israeliten nur an ihre Sündhaftigkeit und daran, dass mehr nötig war, um Sünden vollständig wegzunehmen. Ja, das Gesetz war nur ein „Schatten der künftigen guten Dinge, nicht aber das Wesen der Dinge selbst“ (Heb. 10:1-4). Wie wurde vollständige Sündenvergebung möglich?

      13. Wie berührt es dich, dass Jesus den Wert seines Blutes Jehova darbrachte?

      13 Lies Epheser 1:7. Jesus hat sich selbst bereitwillig für uns dahingegeben. Sein Opfertod wirkt sich tief greifend auf alle aus, die ihn und seinen Vater lieben (Gal. 2:20). Was uns allerdings wirklich befreit und die Vergebung unserer Sünden ermöglicht, ist das, was er nach seinem Tod und seiner Auferstehung tat. Durch Jesus wurde erfüllt, worauf der Sühnetag unter dem mosaischen Gesetz hindeutete. An diesem Tag nahm der Hohe Priester etwas vom Blut der Tieropfer mit in das Allerheiligste der Stiftshütte und später in den Tempel und brachte es sozusagen in Gottes Gegenwart dar (3. Mo. 16:11-15). In gleicher Weise begab sich Jesus mit dem Wert seines menschlichen Blutes in den Himmel und brachte ihn Jehova dar (Heb. 9:6, 7, 11-14, 24-28). Wie dankbar wir doch sein können, dass unsere Sünden vergeben und unser Gewissen gereinigt werden kann, weil wir Glauben an Jesu Blut ausüben!

      14, 15. Warum ist es wichtig, Jehovas Gesetz über Blut zu verstehen und zu befolgen?

      14 Verstehen wir jetzt besser, warum Jehova uns geboten hat, keinerlei Blut zu uns zu nehmen? (3. Mo. 17:10). Verstehen wir, warum Jehova Blut als heilig betrachtet? Für Jehova ist Blut gleichbedeutend mit Leben (1. Mo. 9:4). Sollten wir nicht Gottes Ansicht über das Blut teilen und sein Gebot, uns des Blutes zu enthalten, beachten? Wir können nur dann Frieden mit Gott haben, wenn wir an Jesu Loskaufsopfer glauben und verstehen, welche besondere Bedeutung Blut für unseren Schöpfer hat (Kol. 1:19, 20).

      15 Jeder — wir selbst, ein Familienmitglied oder ein guter Freund — könnte plötzlich mit der Blutfrage konfrontiert werden. In so einer Notsituation stehen auch Entscheidungen über Blutfraktionen und Behandlungsmethoden an. Deshalb ist es sehr wichtig, sich unter Gebet vorzubereiten und sich zu informieren — und zwar vor einem Notfall. Das wird uns helfen, keine Zugeständnisse zu machen und klar Stellung zu beziehen. Sicherlich wollen wir nichts tun, was in der Bibel verurteilt wird, und so Jehova enttäuschen! In der Hoffnung, Leben zu retten, fordern viele Ärzte und andere Befürworter von Bluttransfusionen dazu auf, Blut zu spenden. Für Jehova ist Blut jedoch heilig und sein heiliges Volk erkennt an, dass er das Recht hat zu sagen, wie mit Blut zu verfahren ist. Wir sind entschlossen seinem Gesetz über das Blut zu gehorchen. Und unser heiliger Lebenswandel zeugt von unserer Dankbarkeit für die lebensrettende Macht von Jesu Blut — dem einzigen Blut, das Sündenvergebung und ewiges Leben ermöglicht (Joh. 3:16).

      Eine Schwester liegt im Krankenhaus und spricht mit medizinischem Fachpersonal

      Bist du entschlossen, Jehovas Gesetz über Blut zu befolgen? (Siehe Absatz 14 und 15)

      JEHOVA ERWARTET VON UNS HEILIG ZU SEIN

      16. Warum muss Jehovas Volk heilig sein?

      16 Als Gott die Israeliten aus der Knechtschaft in Ägypten befreite, sagte er zu ihnen: „Ich bin Jehova, der euch aus dem Land Ägypten heraufführt, um mich euch als Gott zu erweisen; und ihr sollt euch als heilig erweisen, denn ich bin heilig“ (3. Mo. 11:45). Die Israeliten sollten also heilig sein, weil Jehova heilig ist. Und als Jehovas Zeugen wird auch von uns erwartet heilig zu sein. Daran lässt 3. Mose keinen Zweifel.

  • In allen Lebensbereichen heilig sein
    Der Wachtturm 2014 | 15. November
    • 1, 2. (a) Was erwartet Gott von seinen Dienern? (b) Welche Fragen werden beantwortet?

      DER Apostel Petrus verknüpfte die in 3. Mose hervorgehobene Heiligkeit mit der Notwendigkeit, dass Christen einen heiligen Lebenswandel führen. Dazu wurde er von Jehova inspiriert. (Lies 1. Petrus 1:14-16.) Jehova, der Heilige, erwartet sowohl von den Gesalbten als auch von den „anderen Schafen“, dass sie ihr Bestes geben, um heilig zu sein — und zwar in allen Lebensbereichen (Joh. 10:16).

      2 Weitere kostbare Lehren aus 3. Mose werden uns dabei helfen, immer heilig zu sein. Auf folgende Fragen gehen wir als Nächstes ein: Wie sollten wir über Zugeständnisse denken? Was lernen wir aus 3. Mose darüber, wie wir für Jehovas Souveränität eintreten können? Was können wir aus den Opfervorschriften ableiten?

      KEINE ZUGESTÄNDNISSE MACHEN

      3, 4. (a) Weshalb machen Christen bei biblischen Gesetzen und Grundsätzen keine Abstriche? (b) Warum wollen wir keinen Groll hegen und uns nicht rächen?

      3 Wir können Jehova nur gefallen, wenn wir für seine Gesetze und Grundsätze einstehen, und das ohne Zugeständnisse zu machen. Wir stehen zwar nicht unter dem mosaischen Gesetz, doch dessen Erfordernisse zeigen uns, was für Gott richtig oder falsch ist. So wurde den Israeliten beispielsweise geboten: „Du sollst nicht Rache nehmen an den Söhnen deines Volkes noch Groll gegen sie hegen; und du sollst deinen Mitmenschen lieben wie dich selbst. Ich bin Jehova“ (3. Mo. 19:18).

      4 Auch von uns wird also erwartet, keinen Groll zu hegen und uns nicht zu rächen (Röm. 12:19). Lassen wir die göttlichen Gesetze und Grundsätze außer Acht, machen wir dem Teufel eine Riesenfreude und werfen ein schlechtes Licht auf Jehova. Gott hat uns aber das Vorrecht gegeben, als „irdene Gefäße“ mit dem Schatz des Dienstes sozusagen erfüllt zu sein (2. Kor. 4:1, 7). In so einem „Gefäß“ hat Verbitterung nichts zu suchen! Selbst wenn uns jemand absichtlich verletzt hat, wollen wir daher kein „Gefäß“ voller Verbitterung werden.

      5. Was können wir aus Aarons Reaktion auf den Tod seiner Söhne lernen? (Siehe Anfangsbild.)

      5 In 3. Mose 10:1-11 lesen wir von einem tragischen Vorfall in Aarons Familie, der sich bei der Stiftshütte ereignete. Aarons Söhne Nadab und Abihu waren durch Feuer vom Himmel verzehrt worden. Die Familie muss bestürzt gewesen sein, dennoch durfte sie um ihre toten Verwandten nicht trauern. Was für eine Glaubensprüfung das für Aaron und seine Familie doch gewesen sein muss! Und wie sieht es bei uns aus? Erweisen wir uns als heilig, wenn es darum geht, keinen Umgang mit Ausgeschlossenen zu haben, auch nicht, wenn sie zur Familie gehören? (Lies 1. Korinther 5:11.)

      6, 7. (a) Was sollten wir in Betracht ziehen, wenn wir bei einer kirchlichen Trauung mitwirken sollen? (Siehe Fußnote.) (b) Wie könnten wir vorgehen, wenn uns ein Verwandter zu seiner kirchlichen Trauung einlädt?

      6 Uns trifft vielleicht nicht so eine schwere Prüfung wie Aaron und seine Familie. Aber angenommen, wir sind zu der kirchlichen Trauung eines Verwandten eingeladen und sollen dabei aktiv mitwirken. Es gibt zwar kein eindeutiges biblisches Verbot, anwesend zu sein, dennoch gibt es biblische Grundsätze, die sich auf unsere Entscheidung auswirken.a

      7 Unsere Entschlossenheit, in so einer Situation heilig zu bleiben, könnte unsere Verwandten befremden (1. Pet. 4:3, 4). Wir wollen sie natürlich nicht vor den Kopf stoßen, dennoch ist es das Beste, freundlich, aber offen mit ihnen zu reden, und das rechtzeitig. Danken wir ihnen doch für die Einladung, bei ihrer kirchlichen Trauung mitzuwirken, und sagen wir ihnen, dass wir uns darüber gefreut haben. Erklären wir ihnen dann, warum sich dabei durch unsere religiöse Haltung unangenehme Situationen ergeben könnten. Es ist ihr besonderer Tag und wir wollen auf keinen Fall ihre Freude trüben oder jemand in Verlegenheit bringen. So vorzugehen wird uns davor bewahren, unserer Überzeugung und unserem Glauben untreu zu werden.

      FÜR JEHOVAS SOUVERÄNITÄT EINTRETEN

      8. Wie wird in 3. Mose Jehovas Souveränität hervorgehoben?

      8 Die in 3. Mose erwähnten Gesetze werden mehr als 30 Mal Jehova zugeschrieben, wodurch seine Souveränität hervorgehoben wird. Moses erkannte Jehovas Herrscherrecht an und tat, was er ihm gebot (3. Mo. 8:4, 5). Auch wir sollten immer das tun, was sich Jehova, unser Souverän, wünscht. Darin werden wir durch seine Organisation unterstützt. Allerdings könnte unser Glaube geprüft werden, wenn wir allein sind, wie es bei Jesus in der Wildnis war (Luk. 4:1-13). Wenn wir uns dann auf Jehovas Souveränität konzentrieren, kann uns niemand dazu bringen, aus Menschenfurcht einen „Mittelweg“ zu gehen (Spr. 29:25).

      9. Warum wird Gottes Volk gehasst?

      9 Als Christi Nachfolger und Zeugen unseres Gottes Jehova werden wir in verschiedenen Ländern verfolgt. Darauf sind wir aber eingestellt, denn Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Dann wird man euch der Drangsal überliefern und wird euch töten, und ihr werdet um meines Namens willen Gegenstand des Hasses aller Nationen sein“ (Mat. 24:9). Trotz des Hasses harren wir im Predigtdienst aus und erweisen uns als heilig. Aber warum werden wir so gehasst, wenn wir doch ehrliche, anständige und gesetzestreue Bürger sind? (Röm. 13:1-7). Weil wir uns für Jehova als unseren Herrscher entschieden haben! Wir dienen „ihm allein“ und machen deshalb bei seinen Gesetzen nie Zugeständnisse und werden seinen Grundsätzen nicht untreu (Mat. 4:10).

      10. Wozu kam es, nachdem ein Bruder seine Neutralität aufgegeben hatte?

      10 Wir sind auch „kein Teil der Welt“. Deshalb sind wir in Bezug auf Kriege und politische Angelegenheiten neutral. (Lies Johannes 15:18-21; Jesaja 2:4.) Es hat Brüder gegeben, die nicht neutral geblieben sind. Doch viele bereuten und haben erneut ein gutes Verhältnis zu unserem barmherzigen, himmlischen Vater erlangt (Ps. 51:17). Einige wenige bereuten allerdings nicht. Im Zweiten Weltkrieg beispielsweise wurden 160 der zu Unrecht eingesperrten Brüder im Alter unter 45 Jahren aus allen Gefängnissen Ungarns in eine einzige Stadt gebracht. Dort wurde ihnen befohlen, in den Militärdienst einzutreten. Die meisten von ihnen blieben treu und lehnten dies strikt ab. Doch neun leisteten den Fahneneid und zogen Uniformen an. Zwei Jahre später fand sich einer von ihnen in dem Erschießungskommando wieder, das die treuen Zeugen hinrichten sollte — unter ihnen auch sein eigener leiblicher Bruder! Die treuen Zeugen wurden dann aber glücklicherweise nicht hingerichtet.

      JEHOVA UNSER BESTES GEBEN

      11, 12. Was können wir als Christen aus den Opfervorschriften im alten Israel ableiten?

      11 Unter dem mosaischen Gesetz sollten spezielle Opfer dargebracht werden (3. Mo. 9:1-4, 15-21). Da sie auf das vollkommene Opfer Jesu hinwiesen, mussten sie fehlerlos sein. Außerdem musste bei jedem Opfer besonders vorgegangen werden. So wurde nach der Geburt eines Kindes von der Mutter Folgendes erwartet: „Wenn sich die Tage ihrer Reinigung für einen Sohn oder für eine Tochter erfüllen, wird sie einen jungen Widder, der in seinem ersten Jahr steht, für ein Brandopfer und eine junge Taube oder eine Turteltaube für ein Sündopfer an den Eingang des Zeltes der Zusammenkunft zum Priester bringen“ (3. Mo. 12:6). Gottes Erfordernisse waren also eindeutig. Wie liebevoll und vernünftig Jehova aber trotzdem ist, lässt sein Gesetz deutlich erkennen. Wenn die Mutter sich kein Schaf leisten konnte, durfte sie zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben opfern (3. Mo. 12:8). Obwohl arm, wurde sie genauso geliebt und geschätzt wie eine Mutter, die mehr für ein Opfer aufbringen konnte. Was können wir daraus lernen?

      12 Der Apostel Paulus forderte seine Mitchristen auf, „Gott allezeit ein Schlachtopfer der Lobpreisung“ darzubringen (Heb. 13:15). Wir gebrauchen unsere Lippen, um Jehovas heiligen Namen öffentlich bekannt zu machen und die gute Botschaft zu verkünden. Gehörlose Brüder und Schwestern nutzen die Gebärdensprache, um Gott zu preisen. Auch wer das Haus nicht mehr verlassen kann, preist Jehova. Er schreibt Zeugnisbriefe, nutzt das Telefon oder spricht mit Besuchern und Pflegepersonal. Diese Schlachtopfer der Lobpreisung bringen wir Jehova gemäß dem dar, was unsere Gesundheit und unsere Möglichkeiten zulassen. Wir geben einfach unser Bestes (Röm. 12:1; 2. Tim. 2:15).

      13. Warum geben wir unseren Bericht ab?

      13 Unsere Schlachtopfer der Lobpreisung sind persönliche Opfer, die wir freiwillig darbringen, weil wir Jehova lieben (Mat. 22:37, 38). Trotzdem werden wir darum gebeten, über unseren Einsatz im Predigtdienst zu berichten. Wie sollten wir dazu eingestellt sein? Unser monatlicher Bericht ist ein Ausdruck der Gottergebenheit (2. Pet. 1:7). Natürlich soll sich niemand gezwungen fühlen, viele Stunden in den Dienst zu gehen, nur um hinterher mehr auf dem Bericht stehen zu haben. Daher kann ein Verkündiger, der sich in einem Pflegeheim befindet oder gesundheitlich stark eingeschränkt ist, Einheiten von 15 Minuten in den Bericht aufnehmen. Jehova schätzt diese Minuten sehr, weil sie das Beste sind, was der Verkündiger geben kann und weil sie beweisen, dass er Jehova liebt und das Vorrecht, sein Zeuge zu sein, sehr schätzt. Ähnlich wie bei den Israeliten, die sich nur eine Taube leisten konnten, sind für Jehova Diener mit eingeschränkter Gesundheit kostbar und auch ihr Bericht ist wichtig. Jeder einzelne Bericht fließt nämlich in den weltweiten Bericht ein und hilft der Organisation dabei, für das Predigtwerk zu planen. Erkennen wir, wie wichtig es ist, unseren Bericht abzugeben?

      UNSERE STUDIENGEWOHNHEITEN UND SCHLACHTOPFER DER LOBPREISUNG

      14. Warum sollten wir über unsere Studiengewohnheiten nachdenken?

      14 Nachdem wir nun einige kostbare Lehren aus 3. Mose kennengelernt haben, denken wir vielleicht: „Jetzt verstehe ich besser, warum dieses Buch in Gottes inspiriertem Wort enthalten ist“ (2. Tim. 3:16). Vielleicht sind wir jetzt noch entschlossener, heilig zu bleiben — nicht nur, weil Jehova es von uns erwartet, sondern auch, weil er es verdient, dass wir uns anstrengen ihm zu gefallen. Was wir aus 3. Mose gelernt haben, hat vielleicht unseren Wunsch vertieft, uns noch intensiver mit der Bibel zu beschäftigen. (Lies Sprüche 2:1-5.)

      Ein chaotisches Familienbibelstudium — jeder beschäftigt sich mit eigenen Dingen

      Haben das Familienbibelstudium und das persönliche Studium in unserem Leben Vorrang? (Siehe Absatz 14)

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