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Ich wollte es selbst sehenErwachet! 1988 | 22. Juli
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„Abfall“ in einem Kloster
Die nächste Station auf meiner Reiseroute war England. Hier befindet sich die größte Sammlung von Bibelhandschriften in der Welt. Meine Erwartung steigerte sich, als ich in London die Stufen zu dem grandiosen Eingang des Britischen Museums hinaufstieg. In diesem Gebäude wird der berühmte Codex Sinaiticus aufbewahrt. (Die bemerkenswerte Geschichte über den Fund einiger Blätter dieses Manuskripts, die man 1844 in einem Papierkorb in einem Kloster auf dem Sinai entdeckt hat, ist in der Erwachet!-Ausgabe vom 8. Januar 1980 erschienen.) Zusammen mit dem Vaticanus bildet dieses Manuskript die Hauptgrundlage für den griechischen Text, auf den sich die Neue-Welt-Übersetzung stützt. Der Kodex war neben dem Codex Alexandrinus ausgestellt.
Das Format des Sinaiticus ist etwa doppelt so groß wie das der vorliegenden Zeitschrift. Jede Seite hat vier Spalten. Der Beschreibstoff ist feines Velin. Das internationale Zeichen für den Codex Sinaiticus ist א (ʼÁleph), der erste Buchstabe des hebräischen Alphabets. Auch dieser Kodex wird in das 4. Jahrhundert u. Z. datiert, aber man betrachtet ihn als etwas jünger als den Vaticanus.
Die Entdeckung von Manuskripten wie die des Codex Sinaiticus ist wichtig, weil vor solchen Funden von Exemplaren jüngeren Datums übersetzt werden mußte, die zahlreiche Abschreibfehler und sogar verfälschte Passagen enthielten. So ließen zum Beispiel der Sinaiticus und der Vaticanus erkennen, daß der Bericht aus Johannes 7:53 bis 8:11 über die Ehebrecherin später hinzugefügt wurde, da er in keiner der beiden Handschriften enthalten ist.
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Ich wollte es selbst sehenErwachet! 1988 | 22. Juli
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[Bild auf Seite 20]
Der Codex Sinaiticus bildete einen Teil der Grundlage für den griechischen Text, der der Neuen-Welt-Übersetzung zugrunde liegt
[Bildnachweis]
Mit freundlicher Genehmigung des Britischen Museums (London)
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