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  • Hat das Leben einen Sinn?
    Erwachet! 1992 | 22. April
    • Hat das Leben einen Sinn?

      „‚Warum sind wir hier?‘ Das ist die wichtigste Frage, mit der sich ein Mensch auseinandersetzen muß. ... Obwohl ich gesehen habe, daß so viele Menschen sinnlos sterben mußten, meine ich, daß das Leben einen Sinn hat. Der Tod ist sinnlos, das Leben nicht.“

      DAS schrieb der bekannte Schriftsteller Elie Wiesel, ein Überlebender der NS-Konzentrationslager. Wie vielen anderen wurde ihm von der Zeitschrift Life die Frage gestellt: „Warum sind wir hier?“ Er hatte das Leben von der schlimmsten Seite kennengelernt, dennoch war er überzeugt, daß das Leben einen Sinn hat.

      Allerdings dachte nicht jeder so. Ein Taxifahrer namens José Martínez antwortete auf dieselbe Frage folgendes: „Wir sind hier, um zu sterben, nichts weiter. Ich fahre Taxi, gehe manchmal fischen, führe mein Mädchen aus, zahle Steuern, lese ein bißchen und bereite mich dann auf den Tod vor ... Das Leben ist ein einziger Schwindel.“ Für José hat das Leben offensichtlich keinen Sinn oder Zweck.

      Überraschenderweise schien eine Reihe gebildeter Leute eher dem Taxifahrer beizupflichten als dem Schriftsteller. Die Evolutionisten Richard E. Leakey und Roger Lewin vertreten in ihrem Buch Wie der Mensch zum Menschen wurde die Ansicht: „Vielleicht ist die Spezies Mensch nur eine scheußliche biologische Fehlkonstruktion, die nicht mehr fähig ist, in Harmonie mit sich selbst und ihrer Umwelt zu leben!“ Zumindest ihrer Meinung nach ist das menschliche Leben sinnlos.

      Ähnlich äußerte sich der Evolutionist Stephen Jay Gould: „Wir sind hier, weil eine ungewöhnliche Fischart eine eigentümliche Flossenanatomie aufwies, aus der sich Beine für Lebewesen auf dem Land entwickeln konnten; ... weil eine kleine, schwache Spezies, die vor einer viertel Million Jahren in Afrika auftrat, es bis jetzt geschafft hat, irgendwie zu überleben. Wahrscheinlich wünschten wir uns eine ‚erhabenere‘ Antwort — aber die gibt es nicht.“ Für Gould ist das menschliche Leben ein sinnloser Zufall.

      Gould hat zumindest in einem Punkt recht. Viele wünschten sich wirklich eine „erhabenere“ Antwort als diejenige, die er zu bieten hat. Widerfährt jemandem ein Unglück, denkt manch einer dasselbe wie der 11jährige Jason, der über den Tod einer kleinen Freundin schrieb: „Als meine Freundin Kim an Krebs starb, fragte ich meine Mutti, warum Gott Kim überhaupt auf die Welt geschickt hatte, wenn er sie doch schon mit 6 Jahren sterben ließ.“ Instinktiv verstand Jason, daß das Leben einen Sinn haben sollte, und der tragische Tod seiner kleinen Freundin schien diesen Sinn zunichte zu machen.

      Die Frage ist von Belang

      Ist es wichtig zu wissen, ob das Leben einen Sinn hat oder nicht? Ist die Frage von rein philosophischer Bedeutung, oder geht sie jeden persönlich etwas an? Viele Menschen leben einfach nur so dahin, ohne sich über diese Frage Gedanken zu machen. Und wenn José Martínez recht hätte, hätten sie damit vielleicht sogar die bessere Wahl getroffen.

      Wenn jedoch Elie Wiesel recht hat und das Leben doch einen Sinn hat, sollte man versuchen, ihn herauszufinden. Sonst könnte man am Leben völlig vorbeigehen. Es wäre so, als würde man durch eine Kunstgalerie laufen, ohne sich die Bilder anzuschauen, oder als säße man in einem Restaurant und würde sich nichts bestellen.

      Wie kann man herausfinden, ob das Leben einen Sinn hat oder nicht? Im nächsten Artikel werden einige Gedanken besprochen, die diese Frage beantworten werden.

  • Die Suche nach dem Sinn
    Erwachet! 1992 | 22. April
    • Die Suche nach dem Sinn

      SEIT den Tagen Darwins haben Biologen die Theorie durchzusetzen versucht, das Leben sei als Produkt der Evolution im wesentlichen sinnlos. Viele lehnen das jedoch instinktiv ab. Ein junges Ehepaar kann sich beim Anblick seines süßen neugeborenen Babys nur schwerlich vorstellen, daß dieses neue Leben sinnlos sein soll. Für beide ist es ein Wunder, das ihr Leben bereichert.

      Selbst einige Wissenschaftler sind nicht der Meinung, das Leben sei durch Zufall entstanden. Warum? Wegen „der außerordentlichen Komplexität und Ordnung in lebenden Geschöpfen“, wie die Encyclopedia Americana es ausdrückt. Es heißt weiter: „Eine genaue Betrachtung der Blumen, Insekten oder Säugetiere verrät eine nahezu unglaublich präzise Anordnung.“

      Gemäß der Cape Times äußerte sich der südafrikanische Wissenschaftler Dr. Louw Alberts über die Komplexität und die einzigartige Ordnung, die sogar bei den einfachsten Lebensformen zu finden sind, wie folgt: „Es ist für mich verstandesmäßig befriedigender, einen Gott zu akzeptieren, als lediglich zu akzeptieren, daß alles durch Zufall geschah.“ Der britische Astronom Sir Bernard Lovell schrieb mit Bezug auf den chemischen Aufbau lebender Organismen: „Die Wahrscheinlichkeit ... eines zufälligen Geschehens, das zur Bildung eines einzigen der kleinsten Proteinmoleküle führte, ist unvorstellbar gering. ... Sie [ist] praktisch gleich Null.“

      Ähnlich äußerte sich der Astronom Fred Hoyle: „Die orthodoxe Biologie in ihrer Gesamtstruktur [hält] daran fest, daß Leben zufällig entstand. Seit jedoch die Biochemiker in steigendem Maße die ehrfurchtgebietende Komplexität des Lebens entdecken, ist sein zufälliger Ursprung ganz offensichtlich so wenig wahrscheinlich, daß man diese Möglichkeit völlig ausschließen kann. Leben kann nicht zufällig entstanden sein.“

      Was bedeutet das? Wenn das Leben nicht durch Zufall entstanden ist, muß es erschaffen worden sein. In diesem Fall muß ein Schöpfer dagewesen sein. Und was für ein Schöpfer! Der Psalmist sagte zu Recht: „Ich [bin] auf furchteinflößende Weise wunderbar gemacht“ (Psalm 139:14). Doch inwiefern hilft uns das in der Frage nach dem Sinn des Lebens weiter?

      Nun, auch Menschen entwerfen etwas und stellen es dann her. Sie bauen Flugzeuge, Ölraffinerien, Elektrizitätswerke und noch unzählige andere mehr oder weniger komplexe Dinge. Aber der Mensch entwirft und stellt solch komplizierte Dinge nicht ohne Grund her. Alles wird für einen bestimmten Zweck gemacht.

      Da das, was der Mensch geschaffen hat, nicht im geringsten an die ehrfurchteinflößende Komplexität der verschiedenen Lebensformen heranreicht, liegt es auf der Hand, daß das Leben nicht ohne einen Zweck erschaffen wurde. Es ist äußerst unlogisch, anzunehmen, wir seien „wunderbar gemacht“ worden und seien dann uns selbst überlassen worden, ohne einen Sinn im Leben zu haben.

      Die Suche nach dem Sinn

      Wir Menschen suchen instinktiv nach dem Sinn in unserem Leben, was deutlich unterstreicht, daß der Schöpfer den Menschen für einen bestimmten Zweck erschaffen hat. Der Psychologe Gilbert Brim sagte über das natürliche Bedürfnis, einen Sinn im Leben zu sehen: „Viele Menschen finden Entwicklungsmöglichkeiten und Herausforderungen am Arbeitsplatz. Diejenigen, die das nicht können, wollen anderswo gefordert werden und etwas leisten: Sie machen eine Abmagerungsdiät, schießen Tore, bereiten ein perfektes Omelett zu oder suchen nach Abenteuern — die können im Drachenfliegen bestehen oder im Experimentieren mit neuen Gerichten.“ Der Psychiater Viktor Frankl behauptete sogar: „Das Bestreben, im Leben einen Sinn zu finden, ist die vorrangige Triebkraft im Menschen.“

      Deshalb möchten wir uns nun mit ein paar Zielen befassen, die sich einige Menschen in ihrem Leben gesteckt haben.

      Was gibt dem Leben Sinn?

      Eine Jugendliche antwortete auf die Frage, worin für sie der Sinn des Lebens bestehe: „Mein Traum ist ein eigenes schönes Haus, ein schicker Wagen und dazu ein flotter Mann. Ich tu’, was mir gefällt, und denke erst mal an mich. Schließlich will ich das, was mich glücklich macht, und nicht das, was die ganze Gesellschaft glücklich macht.“ Das klingt vielleicht selbstsüchtig und ist es auch. Aber leider ist diese Einstellung nicht selten.

      Doch stillt das Streben nach materiellen Dingen und nach Vergnügungen das Bedürfnis nach einem Sinn im Leben? Nein. Wenn Vergnügen zum Selbstzweck wird, ist es unbefriedigend. Wer es zu seinem Lebensinhalt macht, wird in der Regel schließlich in seinem Herzen so empfinden wie ein reicher König in alter Zeit, der seine Kraft und seinen Reichtum darauf verwandte, verschiedenen Vergnügungen nachzugehen. Er kam zu dem Schluß:

      „Ich häufte mir auch Silber und Gold an und Besitz, wie er Königen und den Gerichtsbezirken eigen ist. Ich verschaffte mir Sänger und Sängerinnen und die Wonnen der Menschensöhne, eine Dame, ja Damen. ... und siehe, alles war Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind“ (Prediger 2:8, 11).

      Viele finden ihre Erfüllung in einer Karriere oder darin, ihre intellektuellen oder körperlichen Fähigkeiten für anscheinend lohnende Ziele einzusetzen. Auf lange Sicht gesehen, stillt eine Karriere jedoch nicht das Bedürfnis nach einem Sinn im Leben. Peter Lynch, der als „Superstar unter den Investmentbankern“ bezeichnet wurde, gab seine einträgliche Karriere auf, als er merkte, daß ihm im Leben etwas Wichtiges fehlte. Was war es? Zeit für seine Familie. Er gab zu: „Ich liebte meine Beschäftigung, aber dann dachte ich wie andere auch: Wofür ... mache ich das eigentlich? Ich kenne niemanden, der sich auf dem Sterbebett gewünscht hat, er hätte mehr Zeit im Büro verbracht.“

      Eine Jugendliche war daher recht ausgeglichen, als sie über ihre Ziele im Leben sagte: „Einer meiner Träume ist, Karriere zu machen. Aber ich denke, mein schönster Traum ist eine glückliche Familie.“ Ja, die Familie kann dem Leben Sinn und Inhalt geben. Eine junge Ehefrau erzählte: „Von klein auf sah ich einen Sinn im Leben darin, Mutter zu werden; es stand für mich immer außer Frage, daß man dazu geboren wird.“

      Manch einer sucht den Sinn des Lebens auf anderem Weg. Einige (wozu wahrscheinlich auch jene Wissenschaftler gehören, die behaupten, das Leben sei durch Zufall entstanden) sehen ihn in dem Streben nach Wissen. Der Evolutionist Michael Ruse schrieb: „Wir sind wissensdurstig, und das unterscheidet uns von den Tieren. ... Zu unseren größten Bedürfnissen und Pflichten gehört, unseren Kindern das Wissen zu vermitteln, das wir uns in der Vergangenheit angehäuft haben, genauso wie unsere Lebensfreude und unsere Leistungen. ... Das erfolgreiche Streben nach Wissen zeichnet den menschlichen Geist auf hervorragende Weise aus.“

      Nicht wenige meinen, den Sinn des Lebens zu finden, wenn sie einer guten Sache dienen. Sie engagieren sich für die Erhaltung seltener Tierarten. Oder sie kämpfen gegen die Verschmutzung und die Zerstörung der Umwelt. Fürsorgliche Menschen verteidigen die Rechte der Kinder oder setzen sich für Obdachlose und Arme ein. Oder sie kämpfen gegen die Verbreitung der Drogensucht. Solche Personen können manchmal viel Gutes bewirken, und ihr eigenes Leben wird dadurch bereichert und erhält einen Sinn.

      Frustrationen und Enttäuschungen

      Man muß allerdings einräumen, daß der Mensch bei der Verwirklichung seiner Ziele, selbst wenn es lohnenswerte Ziele sind, häufig enttäuscht wird. Eltern, die viel Liebe und Kraft in die Erziehung ihrer Kinder investieren, verlieren ihre Kinder mitunter durch Unfälle, Verbrechen, Krankheiten oder Drogen. Oder wenn die Kinder erwachsen sind, werden sie unter Umständen von dem selbstsüchtigen Geist der Welt angesteckt und vergessen, sich für die Liebe der Eltern zu revanchieren.

      Dem, der sich selbstlos für die Umwelt einsetzt, stehen oft kommerzielle Interessen oder die Sorglosigkeit der anderen im Weg. Wer sich um bessere Verhältnisse für die Armen bemüht, fühlt sich von dem ungeheuren Ausmaß dieser Aufgabe überfordert. Ein anderer, den seine Karriere ausfüllt, ist völlig entmutigt, wenn er in den Vorruhestand versetzt wird. Ein Forscher, den das Erlangen von Wissen absolut befriedigt hat, ist enttäuscht, wenn sich sein Leben dem Ende zuneigt und noch so viele Fragen ungelöst sind. Und wer sich ein Leben lang für Wohlstand abgerackert hat, muß feststellen, daß er seine Reichtümer eines Tages einem anderen überlassen muß.

      Der König aus alter Zeit, der zuvor zitiert wurde, beschrieb einige solcher Enttäuschungen mit den Worten: „Verhaßt wurde mein großes Werk mir, mit dem ich mich abmühte unter der Sonne. Muß ich es doch einem anderen lassen, der nach mir kommt, und wer weiß, ob er ein Weiser oder ein Dummkopf sein wird? Und doch wird er schalten und walten mit allem, für das ich Mühe und Klugheit aufwandte“ (Prediger 2:18, 19, Zink).

      Wollen diese allzu wahren Worte andeuten, daß das Leben doch keinen Sinn hat? Sind die verschiedenen Ziele der Menschen nur eine Hilfe, die 70, 80 oder bei einigen 90 Jahre hinter sich zu bringen? Sind diese Ziele an und für sich sinnlos? Nein. Im Gegenteil, sie verraten sogar etwas Wichtiges über die Art und Weise, wie wir gemacht worden sind, und beweisen, daß das Leben tatsächlich einen wunderbaren Sinn hat. Aber wie kann man ihn herausfinden?

      [Bilder auf Seite 7]

      Manch einer meint, daß das Erlangen von Wissen seinem Leben Sinn und Inhalt gibt

      Der Mensch stellt komplizierte Dinge für einen bestimmten Zweck her

      [Bildnachweis]

      Foto: NASA

  • Der wahre Sinn des Lebens
    Erwachet! 1992 | 22. April
    • Der wahre Sinn des Lebens

      STELL dir vor, du besuchst einen Freund in seiner Werkstatt. Er hat gerade einen Gegenstand fertiggestellt, der dich fasziniert. Er ist wunderschön und interessant geformt. Doch trotz aller Bemühungen weißt du nicht, wozu er gut sein soll. Wie findest du es heraus? Nun, du fragst einfach deinen Freund, der es dir sicher gern erzählt.

      Wie können wir also den Sinn des Lebens herausfinden? Warum nicht Gott, den „Quell des Lebens“, fragen? (Psalm 36:9). Wie kann man das tun? Glücklicherweise hat er sich uns durch die Bibel mitgeteilt. Er ließ seine Gedanken von glaubensvollen Männern auf eine für uns leichtverständliche Weise niederschreiben. Der Sinn des Lebens kann eigentlich mit wenigen Worten umschrieben werden: Wir sind hier, um Gott kennenzulernen und seinen Willen zu tun. Die Bibel sagt: „Der Abschluß der Sache, nachdem man alles gehört hat, ist: Fürchte den wahren Gott, und halte seine Gebote. Denn das ist des Menschen ganze Pflicht“ (Prediger 12:13).

      Hört sich das zu einfach an? Nun, es klingt nur so. Gott kennenzulernen und seinen Willen zu tun ist von großer Tragweite.

      Gottes ursprünglicher Vorsatz

      Gottes ursprünglichen Vorsatz hinsichtlich der Menschheit kennenzulernen wird uns helfen, den Sinn des Lebens besser zu verstehen, und auch erklären, weshalb einiges, was im vorhergehenden Artikel angesprochen wurde, dem Leben vieler Menschen heute in gewissem Maße Sinn und Bedeutung verleiht.

      Im Bibelbericht über die Schöpfung des Menschen heißt es: „Gott sprach weiter: ‚Laßt uns Menschen machen in unserem Bilde, gemäß unserem Gleichnis‘“ (1. Mose 1:26). Folglich konnten Menschen wie Gott sein, d. h., sie hatten gleich ihm herausragende Eigenschaften wie Weisheit, Macht, Gerechtigkeit und Liebe. Überrascht es daher, daß manche ihre Erfüllung darin sehen, ständig Neues zu lernen oder Tätigkeiten durchzuführen, die ihre geistigen oder körperlichen Fähigkeiten fordern? Oder verwundert es, daß viele ihre Befriedigung darin finden, anderen zu helfen? Ganz und gar nicht. Dazu wurden wir unter anderem erschaffen.

      Die Bibel zeigt ferner, daß der Mensch über alles andere Leben auf der Erde gesetzt wurde, wie über „die Fische des Meeres und die fliegenden Geschöpfe der Himmel ... und jedes sich regende Tier, das sich auf der Erde regt“ (1. Mose 1:26). Es ist somit nicht verwunderlich, daß manch einer auch heute noch Freude daran findet, Tiere um sich zu haben und mit ihnen zu spielen. Bei einigen ist das Verantwortungsgefühl gegenüber Tieren so ausgeprägt, daß sie sich tatkräftig für die Erhaltung bedrohter Arten einsetzen und energisch gegen Tierquälerei protestieren.

      Dem Menschen wurde auch geboten, ‘sich die Erde zu unterwerfen’ (1. Mose 1:28). Was bedeutete das? Sicher nicht, daß der Mensch die Schätze der Erde auf selbstsüchtige und unverantwortliche Weise ausbeuten, die Atmosphäre vergiften und die Meere und das Land zu Müllkippen machen sollte. Statt dessen zeigte Gott, nach welchem Muster die Erde unterworfen werden sollte, indem er „einen Garten in Eden [pflanzte], gegen Osten, und dorthin ... den Menschen [setzte], den er gebildet hatte“ (1. Mose 2:8). So wie der Garten Eden würde die ganze Erde werden. Er war ein Paradebeispiel für das, was Gott mit unserem Planeten vorhatte.

      Der Bibelbericht erklärt: „Auch segnete Gott sie [den ersten Mann und die erste Frau], und Gott sprach zu ihnen: ‚Seid fruchtbar, und werdet viele, und füllt die Erde, und unterwerft sie euch‘“ (1. Mose 1:28). Gott wollte, daß die Menschen Nachkommen hatten und die Erde bevölkerten. Er führte den ersten Mann und die erste Frau zusammen und schloß damit eigentlich die erste Ehe (1. Mose 2:22-24). Kein Wunder also, daß Ehe und Familie dem Leben vieler Menschen Sinn und Bedeutung verleihen.

      Wie das Leben hätte sein können

      Aus einem Studium der Bibel erfahren wir, daß Gott vorhatte, daß Adams Familie wachsen und den Garten Eden ausdehnen sollte, bis die Menschen schließlich die ganze Erde gefüllt hätten. Die unterworfene Erde wäre ein Paradies gewesen. Natürlich hätte der Mensch die Reichtümer der Erde für sich selbst verwendet; jedoch auf verantwortungsvolle Weise. Der Mensch sollte die Erde verwalten, nicht ausplündern. Die heutige Zerstörung der Erde ist gegen den Willen Gottes, und wer sich daran beteiligt, handelt dem Sinn des Lebens zuwider (Offenbarung 11:18).

      Außerdem lehrt uns der biblische Bericht, daß Gott nicht beabsichtigt hatte, daß Menschen sterben. Unsere Ureltern starben nur, weil sie Gott ungehorsam waren (1. Mose 2:16, 17). Durch ihren Ungehorsam verfehlten sie den Lebenszweck — sie taten nicht mehr den Willen Gottes. So mußten nicht nur sie, sondern auch alle ihre Nachkommen sterben, weil sie durch die ererbte Unvollkommenheit dem Tod unterworfen waren (Römer 5:12). Ursprünglich sollte der Mensch allerdings ewig leben und nicht sterben. Sicherlich deshalb sind viele frustriert, wenn sie darüber nachdenken, daß ihr Lebenswerk durch den Tod abrupt beendet werden kann.

      Den Vorsatz Gottes ausführen

      Der ursprüngliche Vorsatz Gottes hinsichtlich der Erde und der Menschheit hat sich nicht geändert. Gott möchte noch immer, daß eine paradiesische Erde von einer vollkommenen Menschheit bewohnt wird. Um die traurigen Folgen des Versagens unserer Ureltern auszuschalten, mußte er jedoch bestimmte Vorkehrungen treffen. Wer heute den Willen Gottes tun möchte, muß im Einklang mit diesen Vorkehrungen Gottes handeln. Glücklicherweise beschreibt die Bibel, wie sich sein Vorsatz Schritt für Schritt verwirklicht.

      Im ersten Buch der Bibel spricht Gott von einem „Samen“, der allen Schaden, den Adam und Eva dadurch verursachten, daß sie nicht den Willen Gottes taten, wiedergutmachen wird (1. Mose 3:15). In den Christlichen Griechischen Schriften (dem „Neuen Testament“) lesen wir, daß Jesus Christus als dieser „Same“ erschien, ein Leben ohne Sünde führte und von seinen Feinden umgebracht wurde. Sein Tod diente in Wirklichkeit als Opfertod für uns, denn er ermöglicht es uns, das ewige Leben wiederzuerlangen, das Adam und Eva verloren haben (Hebräer 7:26; 9:28). Ja, die Bibel sagt: ‘Jeder, der Glauben an ihn ausübt, wird nicht vernichtet werden, sondern ewiges Leben haben’ (Johannes 3:16).

      Aber das ist noch nicht alles. Nach seinem Tod wurde Jesus als unsterbliches Geistgeschöpf auferweckt und regiert jetzt als König in Gottes himmlischem Königreich. Dieses Königreich wird handeln und die gegenwärtigen menschlichen Regierungen bald durch eine Neue-Welt-Gesellschaft ersetzen, die die Verwaltung der Angelegenheiten des Menschen übernehmen wird. Die Bibel prophezeit: „Das Königreich selbst wird an kein anderes Volk übergehen. Es wird alle diese Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende bereiten, und selbst wird es für unabsehbare Zeiten bestehen“ (Daniel 2:44).

      Unter der Leitung des Königreiches wird dann die herrliche Aufgabe ausgeführt, die Erde in ein Paradies umzuwandeln und die Menschheit zur Vollkommenheit zurückzuführen. Die Bibel verheißt sogar, daß die Toten auferstehen, um ebenfalls an der Verwirklichung des großartigen Vorsatzes Gottes in bezug auf die Menschheit teilhaben zu können (Apostelgeschichte 24:15). So wird sich die wunderbare Verheißung erfüllen: „Die Sanftmütigen ... werden die Erde besitzen, und sie werden wirklich ihre Wonne haben an der Fülle des Friedens. Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen, und sie werden immerdar darauf wohnen“ (Psalm 37:11, 29).

      Persönlich daraus Nutzen ziehen

      Um aus der Verwirklichung des großartigen Vorsatzes Gottes hinsichtlich der Erde persönlich Nutzen zu ziehen, müssen wir als erstes Gott kennenlernen. Jesus Christus sagte: „Dies bedeutet ewiges Leben, daß sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus“ (Johannes 17:3). Wie können wir das tun? Wir können einiges über Gott herausfinden, wenn wir unsere Umgebung, die Schöpfung — wie zum Beispiel den Sternenhimmel —, genauer betrachten (Psalm 19:1). Doch vor allen Dingen die Bibel lehrt uns viel über Gott und auch über seinen Sohn, Jesus Christus. Wir erfahren Gottes Namen, welche Eigenschaften er hat und was er im einzelnen für die Menschheit getan hat. Aufgrund dieser Erkenntnis lernen wir ihn lieben und fühlen uns zu ihm und seinem Sohn hingezogen.

      Wenn wir Gott kennenlernen, möchten wir seinen Willen tun. Vielleicht haben wir gebetet, wie Jesus gebot: „Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde“ (Matthäus 6:10). Der wahre Sinn unseres Lebens — der uns echte Befriedigung schenkt — besteht darin, im Einklang mit diesem Willen Gottes zu leben.

      Was bedeutet es jedoch, Gottes Willen zu tun? Für Adam und Eva bedeutete es, das Tierreich und die Erde zu verwalten sowie die Erde mit vollkommenen Nachkommen zu füllen. Wenn wir heute Gottes Willen tun möchten, müssen wir alles über das Loskaufsopfer Jesu lernen und Glauben daran ausüben. Außerdem müssen wir Jesu Beispiel folgen und anderen von der ‘guten Botschaft vom Königreich Gottes’ erzählen (Matthäus 24:14).

      Gottes Willen zu tun bedeutet auch, eine gottgemäße Persönlichkeit zu entwickeln. Wir erfahren, welche Dinge Gott haßt (beispielsweise Lügen, Diebstahl, schadenstiftendes Geschwätz, Wutausbrüche), und verwerfen sie. Zugleich studieren wir die Eigenschaften, die Gott liebt (wie Liebe, Freude, Frieden, Freundlichkeit und Güte), und versuchen, sie mit Hilfe des heiligen Geistes Gottes hervorzubringen (Galater 5:19-24). Wenn wir ewiges Leben erlangen möchten, müssen wir uns als Menschen erweisen, von denen Gott wünscht, daß sie ewig leben. Gott kennenzulernen und seinen Willen zu tun verleiht unserem Leben mehr Sinn und Bedeutung als alles andere.

      Es ist von entscheidender Bedeutung

      Das Leben von Millionen Menschen in der ganzen Welt beweist, daß es wirklich von entscheidender Bedeutung ist, den wahren Sinn des Lebens zu kennen. Da ist zum Beispiel Wayne, der nach dem Tod seiner ersten Frau völlig verzweifelt war. Sein Pfarrer konnte ihn nicht trösten, weshalb er sich in eine ehrenamtliche Tätigkeit stürzte. Er war einer der Leiter des „Frontkämpferbundes“ und engagierte sich in der Politik. Dann heiratete er wieder, aber in der Ehe ging es drunter und drüber. Er und seine Frau hatten keinerlei Anleitung im Leben.

      Eines Tages nahm Wayne jedoch eine Bibel in die Hand und fing an zu lesen. Drei Monate später hatte er sie durchgelesen. Er erzählt: „Da wußte ich, daß es einen Sinn im Leben gibt und daß mit dem Tod nicht alles aus ist.“ Er sagte seiner Frau: „Wir sollten Menschen finden, die sich an die Bibel halten, und uns ihnen anschließen.“ Durch Gespräche mit Zeugen Jehovas, die sie kurz darauf kennenlernten, wurde ihr Wunsch, den Willen Gottes zu tun, verstärkt. Wayne und seine Frau gaben sich Gott hin, worauf sich ihr Familienleben erheblich verbesserte.

      Eine Tochter von presbyterianischen Missionaren namens Susan wollte in ihrem Leben etwas tun, was der Welt wirklich helfen würde. Ein Vortrag über die Gefahren der Atomkraft überzeugte sie davon, daß das eines der dringendsten Probleme war. Also verließ sie das College, um ihre ganze Zeit dafür einzusetzen, andere über die Gefahren aufzuklären. Mit 21 Jahren organisierte sie eine riesige Antinuklear-Kundgebung. Später wurde sie von Zeugen Jehovas besucht, die ihr zeigten, was die Bibel zu sagen hat. Mit der Zeit lernte sie den wahren Sinn des Lebens kennen. Natürlich macht sie sich immer noch darüber Sorgen, daß die Menschheit die Erde verdirbt, doch weiß sie, daß Gott dieses Problem durch sein Königreich lösen wird. Deshalb hilft sie anderen, daran zu glauben.

      Marielles Lebensinhalt bestand darin, alles, was die Welt an Schönem zu bieten hat, zu genießen. Sie wollte Karriere machen. Sie war bei allem dabei, was in Los Angeles (Kalifornien) „in“ war, einschließlich Partys und Drogen. Aber als sie ein Bibelstudium begann, Gott kennenlernte und ihm diente, erkannte sie, wie leer diese Dinge waren. Sie sagt, daß ihr Leben jetzt, wo es mit Gottes Vorsätzen in Übereinstimmung ist, mehr Sinn bekommen hat.

      Die Zahl derjenigen, deren Leben durch die Erkenntnis über den wahren Sinn des Lebens bereichert wird, steigt täglich um Hunderte. Es ist wirklich von entscheidender Bedeutung, unser Leben im Einklang mit dem wahren Sinn des Lebens zu gestalten, indem wir den Willen unseres liebevollen himmlischen Vaters tun. Das kann dein ganzes Leben zum Besseren verändern. Wir laden dich ein, dich selbst davon zu überzeugen. Dann wird dein Leben sinnvoller sein.

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      Der Lebengeber verfolgte einen bestimmten Zweck, als er den Menschen erschuf

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      Gott hat seinen Vorsatz hinsichtlich einer vollkommenen Menschheit auf einer paradiesischen Erde nicht aufgegeben

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