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Wozu leben wir?Erwachet! 2008 | Dezember
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So erging es Dave. Er verdiente gut, hatte eine schöne Wohnung und war gern mit seinen vielen Freunden zusammen. „Eines Abends ging ich sehr spät von einer Party nach Hause, als mir die Frage durch den Kopf schoss, ob das wirklich alles ist. Hab ich nur dieses kurze Leben und dann ist Schluss? Oder ist da mehr? Ich fand es erschreckend, wie sinnlos mein Leben war.“
Wie Viktor Frankl in seinem Buch . . . trotzdem Ja zum Leben sagen schildert, standen nicht wenige, die wie er das Konzentrationslager überlebt hatten, nach ihrer Befreiung plötzlich vor ähnlichen Fragen. So mancher Heimkehrer musste feststellen, dass seine Angehörigen gar nicht mehr lebten. Dazu Frankl: „Wehe dem, der jenen Augenblick, von dem er in tausend Träumen der Sehnsucht geträumt hat, nun wirklich erlebt, aber ganz anders, als er ihn sich ausgemalt.“
Sie stellten sich die Frage
Zu allen Zeiten haben sich Menschen gefragt, wozu sie eigentlich leben. Die Bibel berichtet von Personen, die bezweifelten, dass ihr Leben überhaupt einen Sinn hatte. Ein Beispiel ist Hiob, der alle seine Kinder und seinen ganzen Reichtum verlor und dann noch schwer krank wurde. Er fragte: „Warum starb ich vom Mutterschoß nicht weg? Warum kam ich aus dem Leib hervor und verschied dann nicht?“ (Hiob 3:11).
Der Prophet Elia empfand ähnlich, als er meinte, der Einzige zu sein, der Gott noch anbetete: „Es ist genug! Nimm jetzt, o Jehova, meine Seele hinweg“ (1. Könige 19:4). Mancher wird seine Verzweiflung gut nachempfinden können. Immerhin war Elia „ein Mensch mit Gefühlen gleich den unseren“ (Jakobus 5:17).
Ein befriedigender Lebensweg
Das Leben wird oft mit einer Reise verglichen, wobei mancher unterwegs zu sein scheint, ohne sich irgendwelche Gedanken über sein Ziel zu machen. Doch wer den wahren Zweck seines Lebens nicht kennt, läuft Gefahr, einfach von der „Geschäftigkeit des Lebens“ mitgerissen zu werden, wie es der Autor Stephen R. Covey formuliert. Er berichtet von Menschen, die eines Tages feststellen müssen, „dass sie leere Siege erringen. Sie erreichen Erfolg auf Kosten von Dingen, von denen sie plötzlich merken, dass sie ihnen wichtig waren.“
Würde es aber etwas nützen, das Tempo zu erhöhen, solange die Richtung nicht stimmt? Ebensowenig erhält das Leben durch übertriebene „Geschäftigkeit“ einen Sinn; statt echter Befriedigung bleibt nur ein Gefühl der Leere.
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Wo ist die Antwort zu finden?Erwachet! 2008 | Dezember
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Bei einer Befragung von Gläubigen waren zwei Drittel der Ansicht, die meisten christlichen oder jüdischen Glaubensgemeinschaften würden den Menschen nicht wirklich helfen, einen Lebenssinn zu finden.
Deshalb sehen sich viele anderswo nach Antworten um — beispielsweise bei der Wissenschaft oder bei diversen Philosophien, für die Bezeichnungen wie Humanismus, Nihilismus oder Existenzialismus stehen. Warum suchen die Menschen eigentlich immer weiter, obwohl das Ergebnis nur selten befriedigt?
Religiosität — ein Teil unserer Natur
Der Psychologe Dr. Kevin S. Seybold spricht von einem „offenbar ureigenen Drang des Menschen, etwas anzubeten“. In den letzten Jahren sind verschiedene Wissenschaftler zu dem Schluss gekommen, der Mensch verlange offensichtlich von Natur aus nach einem tieferen Sinn im Leben. Einige meinen sogar, genetische oder physiologische Hinweise auf ein angeborenes Bedürfnis des Menschen gefunden zu haben, sich einer höheren Macht verbunden zu fühlen.
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