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Die Suche nach dem SinnErwachet! 1992 | 22. April
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Die Suche nach dem Sinn
Wir Menschen suchen instinktiv nach dem Sinn in unserem Leben, was deutlich unterstreicht, daß der Schöpfer den Menschen für einen bestimmten Zweck erschaffen hat. Der Psychologe Gilbert Brim sagte über das natürliche Bedürfnis, einen Sinn im Leben zu sehen: „Viele Menschen finden Entwicklungsmöglichkeiten und Herausforderungen am Arbeitsplatz. Diejenigen, die das nicht können, wollen anderswo gefordert werden und etwas leisten: Sie machen eine Abmagerungsdiät, schießen Tore, bereiten ein perfektes Omelett zu oder suchen nach Abenteuern — die können im Drachenfliegen bestehen oder im Experimentieren mit neuen Gerichten.“ Der Psychiater Viktor Frankl behauptete sogar: „Das Bestreben, im Leben einen Sinn zu finden, ist die vorrangige Triebkraft im Menschen.“
Deshalb möchten wir uns nun mit ein paar Zielen befassen, die sich einige Menschen in ihrem Leben gesteckt haben.
Was gibt dem Leben Sinn?
Eine Jugendliche antwortete auf die Frage, worin für sie der Sinn des Lebens bestehe: „Mein Traum ist ein eigenes schönes Haus, ein schicker Wagen und dazu ein flotter Mann. Ich tu’, was mir gefällt, und denke erst mal an mich. Schließlich will ich das, was mich glücklich macht, und nicht das, was die ganze Gesellschaft glücklich macht.“ Das klingt vielleicht selbstsüchtig und ist es auch. Aber leider ist diese Einstellung nicht selten.
Doch stillt das Streben nach materiellen Dingen und nach Vergnügungen das Bedürfnis nach einem Sinn im Leben? Nein. Wenn Vergnügen zum Selbstzweck wird, ist es unbefriedigend. Wer es zu seinem Lebensinhalt macht, wird in der Regel schließlich in seinem Herzen so empfinden wie ein reicher König in alter Zeit, der seine Kraft und seinen Reichtum darauf verwandte, verschiedenen Vergnügungen nachzugehen. Er kam zu dem Schluß:
„Ich häufte mir auch Silber und Gold an und Besitz, wie er Königen und den Gerichtsbezirken eigen ist. Ich verschaffte mir Sänger und Sängerinnen und die Wonnen der Menschensöhne, eine Dame, ja Damen. ... und siehe, alles war Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind“ (Prediger 2:8, 11).
Viele finden ihre Erfüllung in einer Karriere oder darin, ihre intellektuellen oder körperlichen Fähigkeiten für anscheinend lohnende Ziele einzusetzen. Auf lange Sicht gesehen, stillt eine Karriere jedoch nicht das Bedürfnis nach einem Sinn im Leben. Peter Lynch, der als „Superstar unter den Investmentbankern“ bezeichnet wurde, gab seine einträgliche Karriere auf, als er merkte, daß ihm im Leben etwas Wichtiges fehlte. Was war es? Zeit für seine Familie. Er gab zu: „Ich liebte meine Beschäftigung, aber dann dachte ich wie andere auch: Wofür ... mache ich das eigentlich? Ich kenne niemanden, der sich auf dem Sterbebett gewünscht hat, er hätte mehr Zeit im Büro verbracht.“
Eine Jugendliche war daher recht ausgeglichen, als sie über ihre Ziele im Leben sagte: „Einer meiner Träume ist, Karriere zu machen. Aber ich denke, mein schönster Traum ist eine glückliche Familie.“ Ja, die Familie kann dem Leben Sinn und Inhalt geben. Eine junge Ehefrau erzählte: „Von klein auf sah ich einen Sinn im Leben darin, Mutter zu werden; es stand für mich immer außer Frage, daß man dazu geboren wird.“
Manch einer sucht den Sinn des Lebens auf anderem Weg. Einige (wozu wahrscheinlich auch jene Wissenschaftler gehören, die behaupten, das Leben sei durch Zufall entstanden) sehen ihn in dem Streben nach Wissen. Der Evolutionist Michael Ruse schrieb: „Wir sind wissensdurstig, und das unterscheidet uns von den Tieren. ... Zu unseren größten Bedürfnissen und Pflichten gehört, unseren Kindern das Wissen zu vermitteln, das wir uns in der Vergangenheit angehäuft haben, genauso wie unsere Lebensfreude und unsere Leistungen. ... Das erfolgreiche Streben nach Wissen zeichnet den menschlichen Geist auf hervorragende Weise aus.“
Nicht wenige meinen, den Sinn des Lebens zu finden, wenn sie einer guten Sache dienen. Sie engagieren sich für die Erhaltung seltener Tierarten. Oder sie kämpfen gegen die Verschmutzung und die Zerstörung der Umwelt. Fürsorgliche Menschen verteidigen die Rechte der Kinder oder setzen sich für Obdachlose und Arme ein. Oder sie kämpfen gegen die Verbreitung der Drogensucht. Solche Personen können manchmal viel Gutes bewirken, und ihr eigenes Leben wird dadurch bereichert und erhält einen Sinn.
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Die Suche nach dem SinnErwachet! 1992 | 22. April
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Wollen diese allzu wahren Worte andeuten, daß das Leben doch keinen Sinn hat? Sind die verschiedenen Ziele der Menschen nur eine Hilfe, die 70, 80 oder bei einigen 90 Jahre hinter sich zu bringen? Sind diese Ziele an und für sich sinnlos? Nein. Im Gegenteil, sie verraten sogar etwas Wichtiges über die Art und Weise, wie wir gemacht worden sind, und beweisen, daß das Leben tatsächlich einen wunderbaren Sinn hat.
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