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Ist man dem Leben hilflos ausgeliefert?Erwachet! 2015 | Juli
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TITELTHEMA
Ist man dem Leben hilflos ausgeliefert?
WENN man jung ist, hat man noch Träume . . . heiraten, sein Talent ausleben, Karriere machen. Aber das Leben läuft nicht immer so, wie man es sich vorgestellt hat. Viel zu schnell kann etwas passieren, was das Leben völlig auf den Kopf stellt. So war es bei Anja, Delina und Gregory.
Anja lebt in Deutschland. Mit 21 wurde bei ihr Krebs festgestellt und im Moment kann sie das Haus quasi nicht verlassen.
Delina aus den Vereinigten Staaten leidet zufolge einer Krankheit, Dystonie genannt, an Bewegungsstörungen. Außerdem kümmert sie sich um ihre drei Geschwister, die eine Behinderung haben.
Gregory aus Kanada lebt mit einer Angststörung, die ihn stark einschränkt.
Trotz der schwierigen Lebenssituationen ist allen dreien die Kontrolle über ihr Leben nicht entglitten. Wie haben sie das geschafft?
Schon ein alter Bibelspruch sagt: „Läßt du am Tage der Noth den Muth sinken; so ist gesperret deine Kraft“ (Sprüche 24:10, van Eß). Aus diesen Worten kann man klar erkennen: Entscheidend ist die Einstellung. Wer alles nur noch schwarz sieht, wird auch das letzte bisschen Kontrolle über sein Leben leicht aus der Hand geben. Wer optimistisch ist, kann eher die Kraft dafür aufbringen, im eigenen Leben das Ruder wieder fest in die Hand zu nehmen.
Anja, Delina und Gregory haben genau das erlebt.
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Lebenssituation: Den Umständen ausgeliefertErwachet! 2015 | Juli
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TITELTHEMA | IST MAN DEM LEBEN HILFLOS AUSGELIEFERT?
Lebenssituation: Den Umständen ausgeliefert
EINE chronische Krankheit, eine Scheidung, der Tod eines lieben Menschen — und schon ist nichts mehr so, wie es war. Womöglich wünscht man sich nur noch hinaus aus dem eigenen Leben. Kann man das Ruder wieder in die Hand nehmen?
BEISPIEL AUS DER BIBEL: PAULUS
Im 1. Jahrhundert reiste der Apostel Paulus weite Strecken als einsatzfreudiger Missionar. Damit war es schlagartig vorbei, als er unschuldig verhaftet und für zwei Jahre zu Hausarrest unter strenger Bewachung verurteilt wurde. Statt zu verzweifeln, konzentrierte er sich auf das, was er noch tun konnte. Für jeden, der ihn besuchte, hatte er ein liebes Wort oder einen guten Rat aus den Schriften. In dieser Zeit schrieb er sogar einige der Briefe, die heute in der Bibel zu finden sind (Apostelgeschichte 28:30, 31).
SO MACHT ES ANJA
Wie schon im ersten Artikel erwähnt, ist Anja ans Haus gefesselt. Sie sagt: „Seitdem ich Krebs habe, ist alles anders geworden. Ich darf es mir absolut nicht erlauben, mich irgendwo anzustecken. Arbeiten oder Leute treffen ist deshalb im Moment so gut wie gar nicht möglich.“ Wie geht sie mit ihrer Situation um? „Ich hab mein Leben umstrukturiert. Dazu hab ich mir überlegt, was für mich wirklich wichtig ist. Außerdem weiß ich, wo meine Grenzen liegen, und dementsprechend hab ich dann meinen Rhythmus angepasst. Jetzt hab ich wieder das Gefühl, mein Leben ein Stück weit im Griff zu haben.“
„Ich habe gelernt, in jeder Lebenslage zufrieden zu sein“ (Zitat von Paulus, nach Philipper 4:11, Neue Genfer Übersetzung)
WAS MAN SELBST MACHEN KANN
Hier ein paar Vorschläge, wenn man sich den Umständen hilflos ausgeliefert fühlt:
Sich auf das konzentrieren, was man tun kann. Zum Beispiel kann man nicht immer verhindern, dass man krank wird, aber für ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung und genügend Ruhe kann man schon sorgen.
Sich darüber klar werden, was man aus seinem Leben machen will. Den Weg dahin in kleine Schritte aufteilen und wenn möglich jeden Tag ein bisschen Zeit investieren, um darauf hinzuarbeiten.
Etwas tun, was einem ein kleines Erfolgserlebnis beschert — auch wenn es noch so wenig ist. Vielleicht den Tisch abräumen und das Geschirr spülen. Sich schick anziehen. Die Dinge, die am wichtigsten sind, immer gleich morgens erledigen.
Der Situation Pluspunkte abgewinnen. Vielleicht lernt man ja gerade, wie man mit Problemen besser umgeht? Kann man anderen mit der eigenen Erfahrung weiterhelfen?
Unterm Strich: Die Umstände mag man nicht bestimmen können, aber man hat in der Hand, wie man darauf reagiert.
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Lebenssituation: Von Erwartungen überfordertErwachet! 2015 | Juli
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TITELTHEMA | IST MAN DEM LEBEN HILFLOS AUSGELIEFERT?
Lebenssituation: Von Erwartungen überfordert
JEDER will etwas — und zwar sofort. Der Chef. Die Kinder. Der Ehepartner. Die kranke Mutter . . . So hat man sich sein Leben eigentlich nicht vorgestellt, doch man steckt mittendrin. „Aber wie soll es denn anders laufen? Es brauchen mich doch alle“, denkt man vielleicht. Nur: Man hilft weder sich noch den anderen, wenn man immer auf jeden Wunsch eingeht. Was kann man tun, damit einem nicht alles entgleitet?
BEISPIEL AUS DER BIBEL: MOSES
Eine Zeit lang hatte das ganze Volk Israel nur einen einzigen Richter: Moses. Und Moses dachte wahrscheinlich, er tut einfach, was getan werden muss. Aber sein Schwiegervater sagte zu ihm: „Es ist nicht richtig, wie du das machst. So richtest du dich selbst zugrunde.“ Er machte Moses einen Vorschlag: Er solle auch andere geeignete Männer als Richter einsetzen und sie würden nur die schwierigen Fälle an ihn weiterleiten. Welchen Vorteil hätte das? Sein Schwiegervater erklärte: „Wenn du das tust . . . , bleibst du der Aufgabe gewachsen und die Leute hier können alle zufrieden heimgehen“ (2. Mose 18:17-23, Einheitsübersetzung).
SO MACHT ES DELINA
Wie schon im ersten Artikel erwähnt, leidet Delina an Dystonie, einer Bewegungsstörung. Und um ihre drei Geschwister, die eine Behinderung haben, kümmert sie sich auch noch. Sie erzählt: „Ich nehm einen Tag nach dem anderen in Angriff und versuch, nichts vor mir herzuschieben. Das nimmt etwas den Stress weg. Weil ich inzwischen ganz offen über meine Situation spreche, bekomme ich mehr Unterstützung, auch von meinem Mann. Außerdem kümmere ich mich jeden Morgen ein bisschen um meine Pflanzen. Das tut mir echt gut.“
„Für alles gibt es eine bestimmte Zeit“ (Prediger 3:1)
WAS MAN SELBST MACHEN KANN
Hier ein paar Vorschläge, wenn man sich überfordert fühlt:
Andere direkt um Hilfe bitten. Wohnen die Kinder zum Beispiel noch zu Hause, könnte man sie einspannen. Oder wohnen in der Nähe vielleicht Freunde oder jemand aus der Familie, die einem unter die Arme greifen könnten?
Aus der eigenen Situation kein Geheimnis machen. Wenn der Chef zu hohe Anforderungen stellt, könnte man mit ihm darüber sprechen und fragen, ob er die Arbeitslast verringern kann. Das heißt nicht, dass man mit der Kündigung droht, sondern dass man ihn einfach wissen lässt, was man alles zu stemmen hat. Vielleicht lässt sich da von seiner Seite etwas tun.
Auflisten, was in einer Woche alles anliegt. Könnten andere davon vielleicht etwas übernehmen?
Hat man eine Einladung bekommen? Wenn man nicht genug Zeit oder Kraft dafür hat, lieber freundlich Nein sagen.
Unterm Strich: Wer versucht alles zu schaffen, schafft womöglich bald gar nichts mehr.
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Lebenssituation: In negativen Gefühlen gefangenErwachet! 2015 | Juli
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Lebenssituation: In negativen Gefühlen gefangen
WENN starke Gefühle — wie Traurigkeit, Wut oder Verbitterung — im Leben den Ton angeben, kann das ganz schön an den Kräften zehren. Und zwar so sehr, dass man das wirklich Wichtige im Leben aus den Augen verliert. Was kann man tun?a
BEISPIEL AUS DER BIBEL: DAVID
König Davids Gefühlswelt war wirklich groß. Er wusste, was Angst und tiefe Traurigkeit bedeutet. Wie schaffte er es, sich von seinen eigenen Gefühlen nicht völlig vereinnahmen zu lassen? Er legte alles in Gottes Hand (1. Samuel 24:12, 15). Er schrieb seine Gefühle auf. Und er vertraute Gott als seinem Freund auch immer alles an.b
SO MACHT ES GREGORY
Wie schon im ersten Artikel erwähnt, muss Gregory mit einer Angststörung leben. Er erzählt: „Das mit meiner Angst war einfach nicht mehr normal und geriet immer mehr außer Kontrolle.“ Was gab ihm das Gefühl, das Ruder wieder in die Hand zu bekommen? „Um mein Gleichgewicht wiederzugewinnen, hab ich mir von meiner Frau und auch von meinen Freunden helfen lassen. Außerdem ging ich zum Arzt und informierte mich mehr über meinen Zustand. Als ich dann etwas in meinem Leben veränderte, merkte ich langsam, wie ich die Kontrolle zurückbekam. Manchmal überkommen mich meine Ängste zwar immer noch, aber ich weiß jetzt, was sie auslöst, und kann damit umgehen.“
„Fröhlichkeit ist gut für die Gesundheit“ (Sprüche 17:22, Gute Nachricht Bibel)
WAS MAN SELBST MACHEN KANN
Hier ein paar Vorschläge, wenn negative Gefühle das Leben beherrschen:
Aufschreiben, was man empfindet, zum Beispiel in einem Tagebuch.
Einem engen Freund oder Verwandten anvertrauen, was in einem vorgeht.
Innerlich einen Schritt zurücktreten und die Gefühle hinterfragen. Man könnte zum Beispiel überlegen: „Ist es wirklich berechtigt, dass ich so schlecht von mir denke?“
Sich nicht von Angst, Wut oder Verbitterung vereinnahmen lassen. Die Kräfte besser auf etwas Sinnvolleres konzentrieren.c
Unterm Strich: Oft ist nicht die Situation an sich der Auslöser für negative Gefühle, sondern die eigene Sichtweise.
a Negative Gefühle können eine tieferliegende Ursache haben. Dann ist möglicherweise ärztliche Hilfe gefragt. Dazu gibt Erwachet! keine speziellen Empfehlungen. Was man in so einer Situation tut, sollte man persönlich sorgfältig abwägen.
b Davon zeugen viele Gebete, die David aufschrieb und die heute als Psalmen zur Bibel gehören.
c Mehr dazu im Wachtturm vom 1. Juli 2015: „Wie soll es weitergehen?“
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Das Leben in die Hand nehmenErwachet! 2015 | Juli
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TITELTHEMA | IST MAN DEM LEBEN HILFLOS AUSGELIEFERT?
Das Leben in die Hand nehmen
EIN Sprichwort sagt: „Es geht im Leben nicht darum, gute Karten zu haben, sondern mit einem schlechten Blatt ein gutes Spiel zu machen.“ Im Leben ist nicht immer alles gerecht verteilt. Wie kann man trotzdem Herr der Lage bleiben? Oft ist das Geheimnis: Lernen, die Umstände als gegeben zu akzeptieren, und den Freiraum innerhalb der bestehenden Grenzen nutzen. Wenn man das Ruder trotz schwieriger Umstände wieder in die Hand bekommt, ist das gut. Wenn sich die Umstände irgendwann zum Positiven verändern, ist es noch besser. Aber das Allerbeste kommt erst noch!
Die Bibel spricht von einer Zeit, in der endlich jeder das richtige Maß an Kontrolle über sein Leben haben wird. Jeder wird das Leben dann richtig genießen können — keine frustrierenden Einschränkungen, kein Alltagsstress mehr und nichts, was einen deprimiert (Jesaja 65:21, 22). Die Bibel nennt das „das wirkliche Leben“ (1. Timotheus 6:19).
„Sie werden Häuser bauen und bewohnen, und Weinberge pflanzen und ihre Frucht essen. Sie werden nicht bauen und ein anderer bewohnt, sie werden nicht pflanzen, und ein anderer isst. Denn wie die Lebenszeit des Baumes wird die Lebenszeit meines Volkes sein, und meine Auserwählten werden das Werk ihrer Hände genießen“ (Jesaja 65:21, 22, Revidierte Elberfelder Bibel)
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