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Erwachet! 1999
g99 8. 7. S. 31

Samen, der Jahre später aufging und Frucht trug

Folgender Brief ging ein als Reaktion auf den Artikel „Sieben Söhne großziehen — Eine schwierige, aber schöne Aufgabe“, der im „Erwachet!“ vom 8. Januar 1999 erschien.

Lieber Bruder Dickman, liebe Schwester Dickman,

nachdem ich soeben Eure Lebensgeschichte gelesen habe, muß ich Euch erst einmal schreiben. Ich kenne Eure Familie noch aus der Zeit, als ich in Mississippi wohnte [1960/61]. Ja, ich ging sogar mit Euren Söhnen in dieselbe Schule und kam recht oft zu Euch nach Hause, um mit den Jungs zu spielen. Aber es war nicht das, was bei mir in jungen Jahren einen äußerst tiefen Eindruck hinterließ. Was mich als kleines Mädchen so beeindruckte, war, daß Eure Jungs in der Schule wegen ihres christlich geschulten Gewissens nicht beim Fahnengruß mitmachten. Einer von ihnen erklärte mir einmal, warum er das nicht tue, und wenngleich ich der Baptistenkirche Grandview angehörte, leuchtete mir seine Argumentation ein.

Eines Tages gab mir einer Eurer Söhne das Buch Vom verlorenen Paradies zum wiedererlangten Paradies.a Vielleicht ließ ich es aber auch einfach mitgehen; das weiß ich nicht mehr so genau. Jedenfalls las ich es von vorn bis hinten durch. Damals war es für mich einfach ein schönes Geschichtenbuch. Ich ahnte ja nicht, daß dadurch Wahrheitssamen gesät wurde, der jahrelang in mir schlummern würde.

Als unsere Familie 1964 in den Norden zog, hörte ich auf, zur Kirche zu gehen. Die Heuchelei in den Kirchen hatte mich jeglicher Illusionen beraubt, so daß ich jahrelang nichts mit organisierter Religion zu tun haben wollte.

Jahre später, als ich anfing, mir über den Sinn des Lebens ernsthaft Gedanken zu machen, wurde in mir der Wunsch nach einem Verhältnis zum Schöpfer wach. Doch ich wollte ihm ohne die Heuchelei der Kirchen nahe sein. Der Wahrheitssamen, der Jahre zuvor gesät worden war, fing an zu keimen; ich wußte es nur noch nicht.

Ich machte mir Gedanken, weil ich nicht in den Himmel kommen wollte. Ich wollte einfach hier auf der Erde leben. Meiner Meinung nach war unser Planet von Gott wunderbar erschaffen worden. Warum sollte er ihn vernichten? Ich glaubte auch nicht daran, daß Jesus Gott sei. Wäre er Gott, dann wäre sein Opfertod eine Vortäuschung gewesen. Diese Gedanken und Gefühle sowie meine innere Überzeugung — wenn man es so nennen kann — ließen sich mit dem, was ich in der Baptistenkirche gelernt hatte, nicht vereinbaren. So begann ich aus tiefstem Herzen zu beten, und Jehova ließ nicht auf sich warten. Innerhalb weniger Tage kamen Zeugen Jehovas an meine Tür und begannen sofort, mit mir die Bibel zu studieren. Ich hatte zwar seit der Bekanntschaft mit Eurer Familie bis zu dem Zeitpunkt, wo ich zu studieren anfing, mit Jehovas Zeugen keinen Kontakt mehr gehabt, aber ich hatte stets Achtung vor Euren Söhnen und schätzte es, wie mutig sie für das, was richtig ist, eingetreten waren. Nachdem ich erst einmal mit dem Studium angefangen und Erkenntnis erlangt hatte, war mir alles klar. Ich brauchte eineinhalb Jahre, um mein Leben in Ordnung zu bringen, doch schließlich ließ ich mich 1975 taufen.

Wann immer es darum geht, daß wir durch unseren Wandel ein Zeugnis geben können, auch wenn wir uns dessen nicht einmal bewußt sind, muß ich an Eure Familie denken. Und ist davon die Rede, wie wichtig es ist, Königreichssamen reichlich auszusäen, da wir meist nicht wissen, wo oder wann er Wurzeln schlagen wird, dann kann ich das aus eigener Erfahrung bestätigen.

Ich möchte mich bei Euch bedanken, daß ich heute Jehovas Volk angehören darf, weil Ihr damals für Euren Glauben eingestanden seid. Ohne es zu wissen, habt Ihr jemandem geholfen, die Wahrheit zu finden. Durch Euren Lebenswandel und durch Eure Überzeugung habt Ihr als Familie die Wahrheit hervorstrahlen lassen. Ich dachte immer, ich würde nie erfahren, was aus Euch geworden ist, und rechnete nicht mit einer Gelegenheit, Euch zu danken. Deshalb möchte ich nochmals sagen: Habt ganz herzlichen Dank!

In christlicher Liebe

L. O.

[Fußnote]

a Herausgegeben von der Wachtturm-Gesellschaft im Jahr 1959, heute vergriffen.

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