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Hört jemand zu, wenn wir beten?Der Wachtturm 2012 | 1. Juli
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Hört jemand zu, wenn wir beten?
„Ich hatte immer so meine Zweifel, ob es einen Gott gibt. Manchmal habe ich trotzdem gebetet, obwohl ich mir nicht sicher war, ob da oben irgendjemand ist, der mir zuhört — aber gehofft habe ich es schon. Ich war unglücklich und sah keinen Sinn im Leben. Es fiel mir schwer, an Gott zu glauben, weil ich dachte, das ist nur eine Art Krücke“ (PATRICIAa, IRLAND).
IN DEN Worten von Patricia können sich viele wiederfinden. Sie beten, obwohl sie Zweifel haben, dass es einen Gott gibt. Dazu einige Zahlen:
◼ Eine Umfrage in Großbritannien unter 2 200 Personen ergab, dass nur 22 Prozent der Befragten an einen persönlichen Gott glaubten, der die Welt erschaffen hat und Gebete erhört. 55 Prozent beteten jedoch zumindest gelegentlich.
◼ Bei einer Studie mit 10 000 Teilnehmern auf vier Kontinenten gaben annähernd 30 Prozent der Befragten, die sich als atheistisch bezeichneten, an, sie würden beten.
Warum haben sie Zweifel?
Allan aus England sagt: „Ich habe nicht an Gott geglaubt, weil ich immer dachte, die Religion ist dazu da, die Menschen unter Kontrolle zu halten und Geld zu kassieren. Und wenn es einen Gott geben würde, dann dürfte es nicht so ungerecht zugehen. Manchmal saß ich aber dann doch allein für mich da und betete — zu wem oder was wusste ich nicht. Mich beschäftigte auch die Frage: Warum bin ich überhaupt hier?“
Die Gründe, warum jemand daran zweifelt, ob Gebete erhört werden, sind individuell verschieden. Oft kommen Zweifel auf, weil man auf bestimmte Fragen keine Antwort hat. Zum Beispiel:
◼ Gibt es einen Schöpfer?
◼ Warum geschieht im Namen der Religion so viel Schlimmes?
◼ Warum lässt Gott Leid zu?
Wahrscheinlich würde manch einer über das Beten anders denken, wenn er die Antwort auf diese Fragen kennen würde.
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Wer ist der Hörer des Gebets?Der Wachtturm 2012 | 1. Juli
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Wer ist der Hörer des Gebets?
WENN es einen Hörer des Gebets gibt, muss es logischerweise der Schöpfer sein. Wer sonst könnte unsere Gedanken lesen, wenn nicht derjenige, der das menschliche Gehirn konstruiert hat? Wer sonst könnte auf Gebete reagieren und den Menschen bei ihren Problemen helfen? Ist es aber vernünftig, an einen Schöpfer zu glauben?
Viele denken, an einen Schöpfer zu glauben würde bedeuten, sich modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu verschließen. Doch die Annahme, der Glaube an Gott sei mit der Wissenschaft unvereinbar, ist nicht zu halten. Dazu das Ergebnis einer neueren Studie:
◼ Bei einer Befragung von 1 646 Wissenschaftlern an 21 Eliteuniversitäten in den Vereinigten Staaten identifizierte sich nur ein Drittel mit der Aussage: „Ich glaube nicht an Gott.“
Fakt ist, dass eine Anzahl von Wissenschaftlern an die Existenz Gottes glaubt.
Beweise für einen Schöpfer
Müssen wir einfach blind glauben, dass jemand unsere Gebete erhört? Keineswegs. Die Vorstellung, Glaube müsse ohne Beweise auskommen, ist falsch. Laut der Bibel ist Glaube „der offenkundige Erweis von Wirklichkeiten, obwohl man sie nicht sieht“ (Hebräer 11:1). Eine andere Übersetzung drückt es so aus: „Der Glaube . . . ist das Überzeugtsein von Tatsachen, die nicht mit bloßem Auge sichtbar sind“ (Das Buch). Hierzu ein Beispiel: Funkwellen kann man nicht sehen, aber niemand wird ihre Existenz bezweifeln, weil sie — wie etwa beim Handy — zur Sprachübertragung verwendet werden können. Mit dem Hörer des Gebets ist es ähnlich. Wir können ihn nicht sehen, doch es gibt überzeugende Beweise dafür, dass er existiert.
Wo findet man denn Beweise für die Existenz Gottes? Man braucht sich nur umzuschauen. Die Bibel argumentiert so: „Natürlich wird jedes Haus von jemandem errichtet, doch der, der alle Dinge errichtet hat, ist Gott“ (Hebräer 3:4). Eine bestechende Logik! Denkt man beispielsweise über die Ordnung im Universum nach, über den Ursprung des Lebens oder den Aufbau des menschlichen Gehirns, des komplexesten Gebildes auf der Erde, drängt sich einem da nicht der Schluss auf, dass es etwas Höheres als den Menschen geben muss?a
Durch die Natur können wir Gott allerdings nur begrenzt kennenlernen. Gottesbeweise in der Schöpfung wahrzunehmen ist, als würde man Schritte hinter einer Tür hören. Man weiß, dass da jemand ist, aber nicht wer. Will man es herausfinden, muss man die Tür aufmachen. Ähnlich ist es, wenn man wissen will, wer genau hinter der Schöpfung steht.
Die Bibel ist eine Tür, die zur Erkenntnis Gottes führt. Öffnet man diese Tür und befasst sich mit einigen detaillierten Prophezeiungen und ihrer Erfüllung, stößt man auf Beweise für die Existenz Gottes.b Mehr noch: Dadurch, dass die Bibel berichtet, wie Gott mit Menschen gehandelt hat, zeichnet sie ein Bild von der Persönlichkeit dessen, der unsere Gebete erhört.
Wie soll man sich den Hörer des Gebets vorstellen?
Wie aus der Bibel hervorgeht, ist der Hörer des Gebets eine Person, jemand, den man kennenlernen und begreifen kann. Nur eine Person kann uns zuhören und uns verstehen. Psalm 65:2 versichert: „O Hörer des Gebets, ja zu dir werden Menschen von allem Fleisch kommen.“ Gott hört Menschen, die im Glauben zu ihm beten. Und er hat einen Namen. Die Bibel sagt: „Jehova ist fern von den Bösen, aber das Gebet der Gerechten hört er“ (Sprüche 15:29).
Jehova hat Gefühle. Er ist „der Gott der Liebe“ und ein „glücklicher Gott“ (2. Korinther 13:11; 1. Timotheus 1:11). Die Bibel berichtet, wie er empfand, als die Schlechtigkeit auf der Erde sehr groß war: „Es schmerzte ihn in seinem Herzen“ (1. Mose 6:5, 6). Es stimmt nicht, dass Gott Leid verursacht, um Menschen zu prüfen. Die Bibel sagt: „Gott selbst handelt nicht böse“ (Hiob 34:12). Aber wenn Gott doch allmächtig ist und alles erschaffen hat, warum tut er dann nichts gegen das Leid?
Jehova hat uns Willensfreiheit gegeben. Das vermittelt uns eine Vorstellung davon, was für ein Gott er ist. Ist es uns nicht sehr viel wert, dass wir frei wählen können, wie wir leben möchten? Leider missbrauchen viele diese Freiheit und bringen Leid über sich und andere. Hier eine Frage, über die man intensiv nachdenken sollte: Wie könnte Gott das Leid beseitigen, ohne dem Menschen seine Freiheit zu nehmen? Mehr dazu im nächsten Artikel.
[Fußnoten]
a Die Broschüre Der Ursprung des Lebens: Fünf Fragen kritisch beleuchtet und das Buch Gibt es einen Schöpfer, der an uns interessiert ist?, die von Jehovas Zeugen herausgegeben werden, gehen genauer auf Beweise für die Existenz Gottes ein.
b Die Broschüre Ein Buch für alle Menschen und das Buch Die Bibel — Gottes oder Menschenwort?, die von Jehovas Zeugen herausgegeben werden, machen auf Beweise dafür aufmerksam, dass die Bibel von Gott stammt.
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