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    Der Wachtturm (Studienausgabe) 2021 | Dezember
    • STUDIENARTIKEL 50

      Hör auf die Stimme des guten Hirten

      „Sie werden auf meine Stimme hören“ (JOH. 10:16)

      LIED 3 Unser Fels, unser Gott, unsre Zuversicht

      VORSCHAUa

      1. Was könnte ein Grund dafür sein, dass Jesus seine Nachfolger mit Schafen verglich?

      JESUS verglich die Beziehung, die er zu seinen Nachfolgern hat, mit der engen Bindung eines Hirten zu seinen Schafen (Joh. 10:14). Das ist ein passender Vergleich. Die Schafe kennen ihren Hirten und reagieren auf seine Stimme. Ein Tourist hat das einmal selbst erlebt. Er berichtet: „Wir wollten einige Schafe filmen und versuchten, sie zu bewegen, etwas näher zu kommen. Aber sie hörten nicht auf uns, weil sie unsere Stimme nicht kannten. Dann kam ein kleiner Hirtenjunge daher; kaum hatte er sie gerufen, folgten sie ihm.“

      2, 3. (a) Wie hören wir auf die Stimme von Jesus? (b) Worum geht es in diesem und im nächsten Artikel?

      2 Was dieser Tourist erlebt hat, erinnert uns an Jesu Worte über seine Schafe – seine Jünger. Er sagte: „Sie werden auf meine Stimme hören“ (Joh. 10:16). Aber Jesus ist im Himmel. Wie können wir da auf ihn hören? Entscheidend dafür ist, dass wir uns nach seinen Lehren richten (Mat. 7:24, 25).

      3 In diesem und im nächsten Artikel geht es um einige Lehren von Jesus. Wie wir sehen werden, fordert der gute Hirte uns auf, mit bestimmten Dingen aufzuhören und andere Dinge zu tun. Beschäftigen wir uns zuerst mit dem, was wir nicht tun sollten.

      „HÖRT AUF, VOR UNGEWISSHEIT ANGESPANNT ZU SEIN“

      4. Was kann laut Lukas 12:29 Anspannung verursachen?

      4 Lies Lukas 12:29. Jesus forderte seine Nachfolger auf, sich keine Sorgen um ihren Lebensunterhalt zu machen. Er sagte: „Hört auf, vor Ungewissheit angespannt zu sein.“ Wir wissen, dass alles, was Jesus uns rät, weise und richtig ist. Wir wollen auf ihn hören, aber manchmal ist das gar nicht so leicht. Woran liegt das?

      5. Warum machen sich manche Sorgen um ihren Lebensunterhalt?

      5 Manche machen sich Sorgen um Essen, Kleidung und Wohnung. Vielleicht herrschen in ihrem Land schwierige wirtschaftliche Verhältnisse. Es ist dann nicht leicht, den Lebensunterhalt zu verdienen. Oder der Ernährer einer Familie ist gestorben und jetzt stehen die Hinterbliebenen ohne Einkommen da. Andere verfügen aufgrund der Covid-19-​Pandemie über deutlich weniger Geld oder haben sogar ihre Arbeit verloren (Pred. 9:11). Wie können wir in solchen oder ähnlichen Situationen Jesu Rat befolgen und aufhören uns Sorgen zu machen?

      Ein Bruder versinkt im Meer. Collage: 1. Der Bruder packt seine Sachen und räumt seinen Arbeitsplatz. 2. Beim Einkaufen mit seinen Kindern hat er nicht genug Geld für Lebensmittel. 3. Der Bruder und seine Familie müssen aus ihrer Wohnung ausziehen.

      Vertraue auf Jehova, statt sozusagen in deinen Sorgen zu versinken (Siehe Absatz 6-8)b

      6. Was erlebte Petrus einmal?

      6 Einmal befand sich Petrus mit den anderen Aposteln während eines Sturms auf dem See von Galiläa. Plötzlich sahen sie Jesus auf dem Wasser laufen. Da rief Petrus: „Herr, wenn du es bist, dann lass mich auf dem Wasser zu dir kommen.“ Jesus sagte: „Komm!“, und Petrus stieg aus dem Boot und „ging auf dem Wasser, Jesus entgegen“. Aber was geschah dann? „Plötzlich blickte er auf den Sturm und bekam Angst. Er fing an zu sinken und schrie: ‚Herr, rette mich!‘“ Jesus streckte die Hand aus und zog ihn hoch. Interessanterweise konnte Petrus auf dem aufgewühlten See laufen, solange er sich auf Jesus konzentrierte. Doch als er auf den Sturm blickte, packten ihn Angst und Zweifel, und er fing an zu sinken (Mat. 14:24-31).

      7. Was können wir von Petrus lernen?

      7 Wir können von Petrus etwas Wichtiges lernen. Als er aus dem Boot stieg, rechnete er nicht damit, abgelenkt zu werden und zu sinken. Er wollte auf dem Wasser bleiben, bis er seinen Herrn erreichte. Doch er blieb nicht auf sein Ziel fokussiert. Natürlich können wir heute nicht auf dem Wasser laufen. Aber auch unser Vertrauen wird auf die Probe gestellt. Wenn wir Jehova und seine Versprechen aus den Augen verlieren, kann unser Glaube schwach werden und wir versinken in unseren Sorgen. Ganz gleich welche Stürme des Lebens uns treffen: Wir müssen auf Jehova und seine Fähigkeit, uns zu helfen, fokussiert bleiben. Wie schaffen wir das?

      8. Wie können wir es schaffen, uns nicht von Sorgen ablenken zu lassen?

      8 Wir haben allen Grund, Ängste durch Zuversicht zu ersetzen. Schließlich hat uns unser Vater Jehova fest zugesichert, dass er für uns sorgt, wenn wir ihn an die erste Stelle setzen (Mat. 6:32, 33). Er hat unzählige Male bewiesen, dass auf ihn hundertprozentig Verlass ist (5. Mo. 8:4, 15, 16; Ps. 37:25). Wenn Jehova schon für die Blumen und die Vögel sorgt, brauchen wir uns mit Sicherheit keine Gedanken zu machen, was wir essen oder anziehen sollen (Mat. 6:26-30; Phil. 4:6, 7). So wie Eltern aus Liebe für ihre Kinder sorgen, sorgt auch unser Vater im Himmel aus Liebe für das, was sein Volk braucht. Da können wir absolut sicher sein!

      9. Was zeigt dir das Erlebnis eines Ehepaars?

      9 Hier ein Erlebnis, das zeigt, wie sich Jehova um uns kümmert. Ein Pionierehepaar fuhr über eine Stunde mit seinem alten Auto zu einem Flüchtlingslager, um einige Schwestern zur Zusammenkunft abzuholen. Der Bruder erzählt: „Nach der Zusammenkunft luden wir die Schwestern zu uns nach Hause ein. Aber dann merkten wir, dass wir gar nichts da hatten, was wir ihnen anbieten konnten.“ Was jetzt? Der Bruder berichtet weiter: „Als wir zu Hause ankamen, standen vor unserer Tür zwei große Tüten mit Lebensmitteln. Wir hatten keine Ahnung, wer sie da abgestellt hatte. Jehova hat für uns gesorgt.“ Einige Zeit später war das Auto des Ehepaars kaputt. Sie brauchten es für den Dienst, hatten aber kein Geld, es reparieren zu lassen. Während der Wagen in einer Werkstatt inspiziert wurde, kam plötzlich ein Mann und fragte: „Wem gehört dieses Auto da?“ Der Bruder sagte, es sei seins und dass es repariert werden muss. „Das macht nichts“, meinte der Mann. „Meine Frau möchte genau so ein Auto und genau in dieser Farbe. Wie viel wollen Sie dafür?“ Am Ende hatte der Bruder genug Geld für ein anderes Auto. Er sagt: „Ich muss wohl kaum erklären, wie wir uns am Ende des Tages gefühlt haben. Wir wussten: Das war kein Zufall. Das war Jehova.“

      10. Welchen Grund liefert Psalm 37:5, uns keine übermäßigen Sorgen zu machen?

      10 Wenn wir den Rat des guten Hirten befolgen und aufhören, uns übermäßig über unseren Lebensunterhalt Sorgen zu machen, können wir sicher sein, dass Jehova für uns da sein wird (lies Psalm 37:5; 1. Pet. 5:7). Denken wir an die Situation aus Absatz 5. Bis jetzt hat Jehova vielleicht durch den Ehemann und Vater oder einen Arbeitgeber dafür gesorgt, dass wir hatten, was wir brauchten. Wenn der Ernährer ausfällt oder der Arbeitsplatz weg ist, wird Jehova irgendwie anders für uns sorgen. Aber er wird für uns sorgen. Sehen wir uns jetzt noch etwas an, womit wir nach den Worten des guten Hirten aufhören sollen.

      „HÖRT AUF, EIN URTEIL ÜBER ANDERE ZU FÄLLEN“

      Unter dem Bild eines Rohdiamanten sieht man, wie ein junger Bruder zu spät zur Zusammenkunft kommt und von einem älteren Bruder kritisch angeschaut wird. Collage: Unter dem Bild eines geschliffenen Diamanten sieht man den jungen Bruder in drei Situationen. 1. Er gibt einem Mann auf einer Parkbank eine Kontaktkarte. 2. Er trägt Lebensmitteltüten für eine ältere Frau. 3. Er hilft bei der Gartenarbeit am Königreichssaal mit.

      Das Gute in anderen zu sehen kann uns dabei helfen, mit dem Urteilen aufzuhören (Siehe Absatz 11, 14-16)c

      11. Womit sollten wir laut Matthäus 7:1, 2 aufhören, und warum ist das nicht unbedingt leicht?

      11 Lies Matthäus 7:1, 2. Jesus wusste, dass seine Zuhörer wegen ihrer Unvollkommenheit dazu tendierten, andere kritisch zu beurteilen. Deshalb sagte er: „Hört auf, ein Urteil über andere zu fällen.“ Vielleicht arbeiten wir bereits sehr an uns. Aber wir sind alle unvollkommen. Was können wir tun, wenn wir manchmal eine kritische Einstellung bei uns beobachten? Nehmen wir uns Jesu Rat zu Herzen und strengen wir uns an, mit dem Urteilen aufzuhören.

      12, 13. Wie kann uns das Beispiel Jehovas helfen, damit aufzuhören, über andere ein Urteil zu fällen?

      12 Nehmen wir uns ein Beispiel an Jehova. Er konzentriert sich auf das Gute im Menschen. Das wird daran deutlich, wie er mit König David umging, der schwere Fehler machte. David beging zum Beispiel Ehebruch mit Bathseba und ließ dann auch noch ihren Mann umbringen (2. Sam. 11:2-4, 14, 15, 24). Dadurch schadete er nicht nur sich selbst, sondern tat auch seiner Familie weh, zu der seine anderen Frauen gehörten (2. Sam. 12:10, 11). Ein andermal vertraute er nicht voll auf Jehova und ordnete eine unerlaubte Zählung des israelitischen Heeres an. Vielleicht war er stolz auf die Größe seiner Armee und verließ sich auf ihre Schlagkraft. Wie ging die Sache aus? 70 000 Israeliten starben an der Pest! (2. Sam. 24:1-4, 10-15).

      13 Wie hättest du über David gedacht, wenn du damals in Israel gelebt hättest? Hätte er in deinen Augen die Barmherzigkeit Jehovas gar nicht verdient? Jehova sah das nicht so. Er sah das Gesamtbild – einen Mann, der immer wieder seine Treue bewiesen hatte und aufrichtig bereute. Deshalb vergab er ihm seine schweren Sünden. Jehova wusste, dass David ihn sehr liebte und das Richtige tun wollte. Wir können wirklich dankbar sein, dass sich Jehova auf das Gute in uns konzentriert (1. Kö. 9:4; 1. Chr. 29:10, 17).

      14. Welche Einstellung hat vielen geholfen, nicht über andere zu urteilen?

      14 Wenn Jehova mit unvollkommenen Menschen nachsichtig ist, sollten auch wir einander Fehler zugestehen und das Gute in anderen suchen. Fehler zu finden und kritisch zu sein ist relativ leicht. Doch wer sich an Jehova ein Beispiel nimmt, sieht die Fehler anderer vielleicht ebenfalls, kann aber trotzdem gut mit ihnen zusammenarbeiten. Ein Rohdiamant ist nicht unbedingt ansehnlich. Aber ein Kenner sieht nicht nur das raue Äußere, sondern weiß, was der Stein nach dem Schleifen und Polieren wert ist. Wie Jehova und Jesus müssen wir unter die Oberfläche schauen und die guten Eigenschaften des anderen sehen.

      15. Wie kann uns ein Blick auf die Lebensumstände anderer helfen, sie nicht zu verurteilen?

      15 Was kann uns noch helfen, andere nicht zu verurteilen? Versuchen wir uns vorzustellen, wie ihr Leben aussieht. Einmal beobachtete Jesus im Tempel, wie eine arme Witwe zwei winzige Münzen in einen Schatzkasten warf. Er fragte nicht: „Wieso hat sie nicht mehr gegeben?“ Jesus konzentrierte sich nicht auf den Betrag, sondern auf die Beweggründe und Lebensumstände der Witwe. Er lobte sie dafür, dass sie gegeben hatte, was sie konnte (Luk. 21:1-4).

      16. Was wird durch das Beispiel von Veronica deutlich?

      16 Wie wichtig es ist, die Lebensumstände anderer zu berücksichtigen, wird am Beispiel von Veronica deutlich. In ihrer Versammlung gab es eine Schwester, die ihren Sohn allein erziehen musste. Veronica gibt zu: „Ich hatte den Eindruck, dass sich die beiden nicht besonders in die Versammlung einbringen. Deshalb hatte ich ein negatives Bild von ihnen. Aber dann war ich mal mit der Mutter im Dienst. Sie hat mir erzählt, wie schwer es mit ihrem autistischen Sohn ist. Sie hat ihr Bestes gegeben, damit die beiden über die Runden kommen und im Glauben stark sind. Manchmal mussten sie wegen der Gesundheit des Jungen auf die Zusammenkünfte einer anderen Versammlung ausweichen. Ich hatte keine Ahnung, wie schwer sie es hat. Jetzt mag ich sie und hab richtig Respekt davor, was sie alles für Jehova tut.“

      17. Wozu fordert uns Jakobus 2:8 auf, und wie schaffen wir das?

      17 Was, wenn wir uns dabei ertappen, dass wir über einen Glaubensbruder ein Urteil gefällt haben? Wir dürfen nicht vergessen, dass es für uns ein Muss ist, unsere Brüder und Schwestern zu lieben. (Lies Jakobus 2:8.) Außerdem sollten wir Jehova aufrichtig darum bitten, dass er uns hilft, andere nicht mehr zu verurteilen. Unseren Teil können wir tun, wenn wir versuchen, mit demjenigen, den wir kritisch beurteilen, ins Gespräch zu kommen. So lernen wir ihn besser kennen. Wir könnten uns für den Predigtdienst verabreden oder ihn zum Essen einladen. Je besser wir ihn kennenlernen, desto eher können wir dem Beispiel von Jehova und Jesus folgen und das Gute in ihm sehen. So beachten wir den Rat des guten Hirten, mit dem Urteilen aufzuhören.

      18. Wie können wir auf die Stimme des guten Hirten hören?

      18 So wie Schafe auf die Stimme ihres Hirten hören, hören wir auf die Stimme Jesu. Jehova und Jesus werden uns mit Sicherheit segnen, wenn wir uns bemühen, damit aufzuhören, uns Sorgen über unseren Lebensunterhalt zu machen und ein Urteil über andere zu fällen. Hören wir immer auf die Stimme unseres guten Hirten, ganz gleich ob wir uns zur „kleinen Herde“ zählen oder zu den „anderen Schafen“ (Luk. 12:32; Joh. 10:11, 14, 16). Im nächsten Artikel geht es um zwei Dinge, die Nachfolger Jesu tun sollen.

  • „Hört auf ihn“ – immer!
    Der Wachtturm (Studienausgabe) 2021 | Dezember
    • STUDIENARTIKEL 51

      „Hört auf ihn“ – immer!

      „Das ist mein Sohn, mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen habe. Hört auf ihn!“ (MAT. 17:5)

      LIED 54 „Das ist der Weg“

      VORSCHAUa

      1, 2. (a) Wozu wurden drei Apostel aufgefordert, und wie reagierten sie darauf? (b) Worum geht es in diesem Artikel?

      NACH dem Passah 32 wurden die Apostel Petrus, Jakobus und Johannes Zeuge eines spektakulären Ereignisses. Auf einem hohen Berg, möglicherweise einem Ausläufer des Hermon, wurde Jesus vor ihren Augen verwandelt. „Sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Obergewänder strahlten wie Licht“ (Mat. 17:1-4). Am Ende der Vision hörten die Apostel Gott sagen: „Das ist mein Sohn, mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen habe. Hört auf ihn!“ (Mat. 17:5). Das taten die drei Apostel ihr Leben lang. Damit gaben sie uns ein gutes Beispiel.

      2 Im letzten Artikel ging es um Dinge, mit denen wir nach Jesu Worten aufhören sollen. Jetzt sehen wir uns zwei Dinge an, die wir tun sollen.

      „GEHT DURCH DAS ENGE TOR“

      3. Wozu fordert uns Jesus in Matthäus 7:13, 14 auf?

      3 Lies Matthäus 7:13, 14. Jesus spricht von zwei verschiedenen Toren, die zu zwei verschiedenen Wegen führen, einem „breiten“ und einem „schmalen“ Weg. Einen dritten gibt es nicht. Wir müssen uns entscheiden, welchen Weg wir gehen wollen. Es gibt keine wichtigere Entscheidung. Unser ewiges Leben hängt davon ab.

      4. Wie würdest du den „breiten“ Weg beschreiben?

      4 Wir müssen uns bewusst sein, wie sich die beiden Wege unterscheiden. Der „breite“ Weg ist beliebt, weil er bequem ist. Leider entscheiden sich viele, mit der Masse zu gehen und auf diesem Weg zu bleiben. Was sie nicht wissen: Es ist Satan, der diesen Weg propagiert, und letztlich führt er in eine Sackgasse (1. Kor. 6:9, 10; 1. Joh. 5:19).

      5. Was haben einige auf sich genommen, um den „schmalen“ Weg zu finden und auf ihm zu gehen?

      5 Der andere Weg dagegen ist „schmal“ und nach Jesu Worten würden ihn nur wenige finden. Woran liegt das? Interessanterweise warnt Jesus im nächsten Vers vor falschen Propheten (Mat. 7:15). Manchen Schätzungen zufolge gibt es Tausende Religions­gemeinschaften, und die meisten davon beanspruchen für sich, die Wahrheit zu haben. Millionen Menschen sind deswegen so orientierungslos oder verunsichert, dass sie gar nicht erst nach dem Weg zum Leben suchen. Aber man kann ihn finden. Jesus sagte: „Wenn ihr bei dem bleibt, was ich euch gesagt habe, dann seid ihr wirklich meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Joh. 8:31, 32). Du hast es geschafft, nicht der Masse zu folgen. Du hast nach der Wahrheit gesucht. Du hast dich intensiv mit der Bibel beschäftigt, um zu erfahren, was Gott von dir erwartet, und hast Jesu Lehren angenommen. Dir ist bewusst geworden, dass du die Lehren der falschen Religion ablehnen musst und dich nicht mehr an Feiern beteiligen kannst, die heidnische Wurzeln haben. Du hast auch gemerkt, dass es nicht immer leicht ist, ein Leben zu führen, das Gott gefällt, und schlechte Gewohnheiten aufzugeben (Mat. 10:34-36). Vielleicht war das manchmal richtig schwer für dich. Aber du hast nicht aufgegeben, weil du deinen himmlischen Vater liebst und ihm Freude machen möchtest. Wie muss ihn das freuen! (Spr. 27:11).

      WIE DU AUF DEM SCHMALEN WEG BLEIBEN KANNST

      Leitplanken, die für ein Fahrzeug auf einer engen Bergstraße ein Schutz sind. Collage: 1. Ein junger Bruder liest in der Bibel. 2. Ein Bruder wendet sich vom Bildschirm seines Smartphones ab. 3. Eine Schwester weist einen Jungen in der Schule ab. 4. Einer Schwester wird Werbematerial einer Universität gezeigt.

      Gottes Anweisungen und Maßstäbe helfen uns, auf dem „schmalen“ Weg zu bleiben (Siehe Absatz 6-8)d

      6. Was kann uns gemäß Psalm 119:9, 10, 45, 133 helfen, auf dem schmalen Weg zu bleiben?

      6 Was kann uns helfen auf dem schmalen Weg zu bleiben? Dazu ein Vergleich. Leitplanken an Serpentinenstraßen sind zum Schutz gedacht. Sie sollen verhindern, dass man zu nah an den Abgrund kommt und mit seinem Fahrzeug abstürzt. Kaum ein Fahrer würde sich darüber beschweren, dass diese Leitplanken ihm seine Freiheit nehmen. Die Maßstäbe, die Jehova in der Bibel festgehalten hat, sind wie so eine Leitplanke. Sie helfen uns, auf dem schmalen Weg zu bleiben. (Lies Psalm 119:9, 10, 45, 133.)

      7. Wie sollten junge Leute den schmalen Weg sehen?

      7 Bist du noch jung und hast manchmal das Gefühl, Jehovas Maßstäbe würden dich einengen? Genau das will der Teufel dir einreden. Er möchte, dass du auf die schaust, die auf dem breiten Weg unterwegs sind, und auf den Spaß, den sie zu haben scheinen. Durch das, was die anderen in der Schule machen oder was du im Internet siehst, will er dir das Gefühl geben, du verpasst etwas. Du sollst den Eindruck haben, Jehovas Maßstäbe würden dich daran hindern, das Leben voll zu genießen.b Was du nicht sehen sollst, ist, was am Ende des breiten Weges auf dich wartet. Jehova dagegen vermittelt dir ein klares Bild davon, was er für dich bereithält, wenn du auf dem Weg zum Leben bleibst (Ps. 37:29; Jes. 35:5, 6; 65:21-23).

      8. Was können junge Leute von Olaf lernen?

      8 Olafc wurde in der Schule unter Druck gesetzt, sich auf Unmoral einzulassen. Als er erklärte, dass Jehovas Zeugen nach der hohen Moral der Bibel leben, versuchten einige Mädchen aus seiner Klasse erst recht, ihn zum Sex zu überreden. Aber er blieb fest. Dann kam auch noch von einer anderen Seite Druck. Olaf erzählt: „Meine Lehrer redeten auf mich ein, ich soll doch studieren, damit ich es zu etwas bringe. Sie meinten, ohne Hochschulabschluss würde ich mir Chancen verbauen.“ Wie konnte Olaf diesem Druck standhalten? Er sagt: „Ich hab mir Freunde in der Versammlung gesucht. Sie wurden für mich wie eine Familie. Ich hab mich auch mehr mit der Bibel beschäftigt. Je intensiver ich das getan habe, desto überzeugter war ich, dass das die Wahrheit ist. Ich war fest entschlossen, Jehova zu dienen.“

      9. Was muss man tun, um auf dem schmalen Weg zu bleiben?

      9 Der Teufel hätte es am liebsten, wenn du den Weg zum Leben verlässt. Er möchte, dass du dich der Masse auf dem breiten Weg „in die Vernichtung“ anschließt (Mat. 7:13). Du kannst aber auf dem schmalen Weg bleiben, wenn du immer auf Jesus hörst und diesen Weg als Schutz siehst. Sehen wir uns jetzt noch etwas an, das wir tun sollen.

      VERSÖHNE DICH MIT DEINEM BRUDER

      10. Wozu fordert Jesus uns in Matthäus 5:23, 24 auf?

      10 Lies Matthäus 5:23, 24. Jesus beschreibt eine Situation, die für seine jüdischen Zuhörer von großer Bedeutung war. Stell dir einen Juden am Tempel vor, der einem Priester ein Opfertier übergeben möchte. Falls ihm in diesem Moment einfiel, dass ihm ein Bruder etwas übel nahm, sollte er das Tier dort lassen und weggehen. Warum? Was konnte wichtiger sein, als Jehova ein Opfer darzubringen? Jesus sagte klar und deutlich: „Versöhne dich zuerst mit deinem Bruder.“

      Kannst du dir an Jakob ein Beispiel nehmen, der demütig mit seinem Bruder Frieden schloss? (Siehe Absatz 11, 12)e

      11. Was unternahm Jakob alles, um sich mit Esau zu versöhnen?

      11 Von dem Patriarchen Jakob können wir viel über Versöhnung lernen. Nachdem Jakob ungefähr 20 Jahre in einem fremden Land gelebt hatte, forderte Jehova ihn durch einen Engel auf, in seine Heimat zurückzukehren (1. Mo. 31:11, 13, 38). Aber es gab da ein Problem: Sein Bruder Esau wollte ihn umbringen! (1. Mo. 27:41). Jakob hatte große Angst, dass sein Bruder immer noch wütend auf ihn war (1. Mo. 32:7). Was unternahm er, um sich mit ihm zu versöhnen? Zuerst betete er intensiv zu Jehova. Dann schickte er Esau ein großzügiges Geschenk (1. Mo. 32:9-15). Als die beiden Brüder dann aufeinandertrafen, ergriff Jakob die Initiative und verbeugte sich vor Esau – nicht ein Mal, auch nicht zwei Mal, sondern sieben Mal! Durch sein demütiges und respektvolles Verhalten konnte Jakob mit seinem Bruder Frieden schließen (1. Mo. 33:3, 4).

      12. Was können wir von Jakob lernen?

      12 Wir können viel daraus lernen, wie sich Jakob auf das Zusammentreffen mit seinem Bruder vorbereitete und wie er auf ihn zuging. Er bat Jehova demütig um Hilfe. Und er tat auch seinen Teil, damit das Wiedersehen mit seinem Bruder so harmonisch wie möglich verlief. Jakob fing keine Diskussion darüber an, wer im Recht und wer im Unrecht war. Ihm ging es darum, sich mit seinem Bruder zu versöhnen. Wie können wir uns da an ihm ein Beispiel nehmen?

      WIE MAN FRIEDEN SCHLIESST

      13, 14. Was können wir tun, wenn wir einen Bruder oder eine Schwester verletzt haben?

      13 Wer sich auf dem Weg zum Leben befindet, dem ist der Frieden mit seinen Brüdern wichtig (Röm. 12:18). Was können wir tun, wenn wir merken, dass wir einen Bruder oder eine Schwester verletzt haben? Wir sollten mit Jehova im Gebet darüber sprechen und ihn bitten, unsere Bemühungen um Frieden zu segnen.

      14 Wir können auch einmal in uns gehen und uns fragen: „Bin ich bereit, meinen Stolz hinunterzuschlucken, mich zu entschuldigen und Frieden zu schließen? Wie werden Jehova und Jesus empfinden, wenn ich den ersten Schritt zur Versöhnung mache?“ Diese Überlegungen können uns motivieren, auf Jesus zu hören und demütig auf unseren Bruder oder unsere Schwester zuzugehen. Machen wir es wie Jakob!

      15. Wie kann uns Epheser 4:2, 3 helfen, mit anderen Frieden zu schließen?

      15 Stell dir vor, Jakob wäre mit einer stolzen Haltung auf seinen Bruder zugegangen. Die Sache hätte dann vielleicht ein schlimmes Ende genommen. Wenn wir das Gespräch mit jemandem suchen, um uns mit ihm zu versöhnen, brauchen wir Demut. (Lies Epheser 4:2, 3.) In Sprüche 18:19 heißt es: „Ein gekränkter Bruder ist unnachgiebiger als eine befestigte Stadt und manche Streitigkeiten sind wie die Riegel einer Festung.“ Eine demütige Entschuldigung kann uns das Tor zu dieser Festung öffnen.

      16. Worüber sollten wir uns Gedanken machen und warum?

      16 Wir müssen uns auch gut überlegen, was wir sagen und wie wir es sagen. Unser Ziel sollte sein, die verletzten Gefühle des anderen zu heilen. Vielleicht sagt er erst einmal etwas, das für uns nicht schön zu hören ist. Da kann es schnell passieren, dass man sich ärgert oder sich rechtfertigen will. Aber wäre das hilfreich? Bestimmt nicht. Machen wir uns bewusst: Den Frieden wiederherzustellen ist wichtiger, als die Schuldfrage zu klären (1. Kor. 6:7).

      17. Was zeigt Gilberts Beispiel?

      17 Ein Bruder namens Gilbert hat sich sehr um Frieden bemüht. Er erzählt: „Ich hatte ziemliche Probleme mit jemandem in der Familie. Mehr als zwei Jahre lang habe ich durch ehrliche und ruhige Gespräche versucht, das gestörte Verhältnis zu reparieren.“ Was hat Gilbert noch gemacht? „Vor jedem Gespräch hab ich gebetet und mich mental darauf eingestellt, dass unfreundliche Bemerkungen fallen könnten. Ich musste bereit sein zu vergeben. Ich habe gelernt, nicht für meine Rechte zu kämpfen, und verstanden, dass es meine Aufgabe ist, den Frieden zu fördern.“ Wie ging die Sache aus? Gilbert sagt: „Heute habe ich inneren Frieden, weil ich mit allen in der Familie wirklich gut auskomme.“

      18, 19. Was sollten wir uns fest vornehmen, wenn wir jemanden verletzt haben, und warum?

      18 Was solltest du dir also fest vornehmen, wenn du merkst, dass du einem Bruder oder einer Schwester wehgetan hast? Befolge Jesu Anweisung, Frieden zu schließen. Sprich mit Jehova und vertrau darauf, dass der heilige Geist dir hilft den Frieden zu fördern. Das wird dich glücklich machen und du beweist, dass es dir wichtig ist, auf Jesus zu hören (Mat. 5:9).

      19 Wir sind dankbar, dass Jehova uns durch Jesus Christus, das „Haupt der Versammlung“, liebevoll anleitet (Eph. 5:23). Folgen wir wie die Apostel Petrus, Jakobus und Johannes der Aufforderung: „Hört auf ihn!“ (Mat. 17:5). Dazu müssen wir uns mit jemandem, den wir verletzt haben, versöhnen und auf dem schmalen Weg zum Leben bleiben. Das macht uns heute schon glücklich und uns erwartet eine endlose Zukunft voller Freude.

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