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Alkoholmissbrauch und GesundheitErwachet! 2005 | 8. Oktober
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Erkrankungen der Leber und Krebs
Die Leber spielt eine wichtige Rolle beim Nahrungsstoffwechsel und bei der Infektionsabwehr; sie hilft, die Durchblutung zu regulieren und Giftstoffe wie Alkohol aus dem Körper zu schaffen. Auf Dauer schädigt Alkohol die Leber in drei Phasen. In der ersten Phase verlangsamt der Ethanolabbau die Fettverdauung, wodurch sich Fette in der Leber ansammeln. Man spricht dann von einer alkoholischen Fettleber. Mit der Zeit kommt es zu einer chronischen Entzündung der Leber, zu Hepatitis. Alkohol kann zwar unmittelbar Hepatitis verursachen, senkt aber offensichtlich auch die Widerstandsfähigkeit des Körpers gegen Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Viren.a Wenn nichts unternommen wird, bersten die entzündeten Zellen und sterben ab. Der Schaden wird dadurch noch verschlimmert, dass Alkohol anscheinend den natürlichen programmierten Zelltod (Apoptose) auslösen kann.
Die letzte Phase ist die Leberzirrhose. Der Teufelskreis aus ständiger Entzündung und Zerstörung von Zellen führt zur irreversiblen Vernarbung. Schließlich ist die Leber nicht länger schwammartig, sondern verklumpt. Das vernarbte Gewebe verhindert die normale Durchblutung, was zu Leberversagen und zum Tod führt.
Alkohol hat eine weitere heimtückische Nebenwirkung, da er die Fähigkeit der Leber schwächt, krebserregende Substanzen unschädlich zu machen. Somit nimmt nicht nur das Risiko von Leberkrebs zu, Alkohol erhöht auch erheblich das Risiko von Krebs der Mundhöhle, des Rachens, des Kehlkopfs und der Speiseröhre. Außerdem macht Alkohol die Mundschleimhaut durchlässiger für krebserregende Substanzen in Tabak, wodurch das Risiko für Raucher zusätzlich zunimmt. Frauen, die täglich Alkohol konsumieren, sind stärker brustkrebsgefährdet. Wie eine Studie ergab, hatten Frauen, die täglich drei oder mehr alkoholische Getränke zu sich nahmen, ein 69 Prozent höheres Brustkrebsrisiko als Nichttrinkerinnen.
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Alkoholmissbrauch und GesundheitErwachet! 2005 | 8. Oktober
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a Nach einer französischen Studie ist das Zirrhoserisiko bei starken Trinkern, die mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) infiziert sind, doppelt so hoch wie bei HCV-Patienten mit mäßigem Alkoholkonsum. HCV-Patienten wird geraten nur sehr wenig Alkohol zu trinken oder ganz darauf zu verzichten.
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