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  • Unser Streben nach einem längeren Leben
    Der Wachtturm 1999 | 15. Oktober
    • Unser Streben nach einem längeren Leben

      „Der Mensch, von einer Frau geboren, ist kurzlebig und mit Erregung gesättigt. Wie eine Blüte ist er hervorgekommen und wird abgeschnitten, und er enteilt wie der Schatten und bleibt nicht bestehen“ (Hiob 14:1, 2).

      JENE Worte wurden zwar vor etwa 3 500 Jahren niedergeschrieben, aber noch heute würde kaum jemand dieser Äußerung über die Kürze des Lebens widersprechen. Für den Menschen war es schon immer unbefriedigend, nur kurz die Blüte des Lebens zu genießen und dann alt zu werden und zu sterben. Methoden zur Lebensverlängerung waren deshalb von jeher gefragt.

      In den Tagen Hiobs aßen die Ägypter die Hoden von Tieren und versuchten damit vergeblich, ihre Jugendkraft zurückzuerlangen. Im Mittelalter war es eines der ersten Ziele der Alchimie, ein lebensverlängerndes Elixier herzustellen. Zahlreiche Alchimisten glaubten, künstliches Gold verleihe unvergängliches Leben, und es sei lebensverlängernd, von goldenen Tellern zu essen. Die Taoisten im alten China dachten, sie könnten unsterblich werden, wenn sie den Chemismus des Körpers veränderten, zum Beispiel durch Meditationstechniken, Atemübungen und Diäten.

      Der spanische Entdeckungsreisende Juan Ponce de León ist bekannt für seine unermüdliche Suche nach dem Jungbrunnen. Ein Arzt des 18. Jahrhunderts riet in seinem Buch Hermippus Redivivus dazu, Jungfrauen zur Frühlingszeit in ein Zimmerchen zu führen, ihren Hauch in Flaschen kondensieren zu lassen und das Kondensat als lebensverlängernden Trank zu verwenden. Es erübrigt sich zu sagen, daß keine dieser Methoden etwas nützte.

      Heute, 3 500 Jahre nachdem Moses Hiobs Äußerung aufzeichnete, ist der Mensch auf dem Mond gelandet, hat Autos und Computer erfunden sowie das Atom und die Zelle erforscht. Doch trotz des technischen Fortschritts ist der Mensch weiterhin „kurzlebig und mit Erregung gesättigt“. Die Lebenserwartung in den Industrieländern ist zwar in den letzten 100 Jahren deutlich gestiegen. Doch das ist auf verbesserte medizinische Versorgung, wirksamere Hygienemaßnahmen und bessere Ernährung zurückzuführen. Zum Beispiel stieg in Schweden von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Anfang der 1990er Jahre die durchschnittliche Lebenserwartung von 40 auf 75 Jahre für Männer und von 44 auf 80 Jahre für Frauen. Ist aber dadurch das Verlangen des Menschen, länger zu leben, gestillt worden?

      Nein, denn in manchen Ländern erreichen zwar mehr Menschen ein hohes Alter, doch die Worte, die Moses einst schrieb, gelten unverändert: „Die Tage unserer Jahre an sich sind siebzig Jahre; und wenn sie zufolge besonderer Kraft achtzig Jahre sind ...; denn es wird bestimmt schnell vorübergehen, und hinweg fliegen wir“ (Psalm 90:10). Wird sich in naher Zukunft daran etwas ändern? Wird der Mensch doch einmal bedeutend länger leben? Diese Fragen werden im nächsten Artikel behandelt.

  • Wie kann das Streben nach längerem Leben zum Erfolg führen?
    Der Wachtturm 1999 | 15. Oktober
    • Wie kann das Streben nach längerem Leben zum Erfolg führen?

      MANCHE hoffen zuversichtlich, daß die Menschheit im neuen Jahrtausend in dem Streben nach einem längeren Leben einen Durchbruch erzielen wird. Zu ihnen gehört Dr. Ronald Klatz. Er ist Präsident der American Academy of Anti-Aging Medicine, einer Organisation von Ärzten und Wissenschaftlern, die sich der Verlängerung des menschlichen Lebens widmen. Er und seine Mitarbeiter haben sich vorgenommen, sehr lange zu leben. „Ich denke, ich werde mindestens 130 Jahre alt werden“, sagt Dr. Klatz. „Wir halten das Altern nicht für unabwendbar. Jetzt haben wir die Technologie zur Hand, den körperlichen Abbau und die Krankheit, Altern genannt, zu verlangsamen, anzuhalten und sogar maßgeblich umzukehren.“ Dr. Klatz selbst nimmt in seinem Streben nach Lebensverlängerung täglich etwa 60 Tabletten ein.

      Hormonbehandlung und Genetik — Gründe zur Hoffnung?

      Die Hormonbehandlung ist ein Gebiet, das Hoffnungen erweckt. Laborversuche mit dem Hormon DHEA (Dehydroepiandrosteron) scheinen bei Tieren das Altern zu verlangsamen.

      In bezug auf das Pflanzenhormon Kinetin zitierte die schwedische Tageszeitung Aftonbladet Dr. Suresh Rattan, Professor an der Universität Aarhus (Dänemark), wie folgt: „Hautzellen, die in Kinetin kultiviert werden, verändern sich, wie unsere Laborversuche zeigen, nicht auf die gewohnte altersbedingte Weise. Sie bleiben ihr Leben lang jung.“ Insekten, die mit dem Hormon behandelt werden, sollen 30 bis 45 Prozent länger leben als normal.

      Behandlungen mit Melatonin sollen das Leben von Mäusen um immerhin 25 Prozent verlängert haben. Außerdem hätten die Mäuse jünger, gesünder und kräftiger ausgesehen.

      Ideologische Befürworter des menschlichen Wachstumshormons (HGH) behaupten, es führe zu frischer Haut, erhöhter Muskelmasse, gesteigertem Geschlechtstrieb, besserer Stimmung, größerem Scharfsinn und einem Stoffwechsel wie dem eines Teenagers.

      Viele erhoffen sich etwas von der Genetik. Wissenschaftler folgerten, sie könnten durch Genmanipulation die Lebensspanne von Nematoden oder Fadenwürmern beeinflussen. Und es gelang ihnen auch, einige von ihnen sechsmal so lange am Leben zu erhalten wie normal. Dies hat Hoffnungen geweckt, beim Menschen ähnliche Gene zu finden und zu manipulieren. In der Zeitschrift Time wurde Dr. Siegfried Hekimi von der McGill University (Montreal) wie folgt angeführt: „Wenn wir alle menschlichen Gene, die für das Altern verantwortlich sind, finden, können wir sie vielleicht etwas verlangsamen und so das Leben verlängern.“

      Wissenschaftlern ist schon seit langem bekannt, daß ein Endabschnitt der Chromosomen, Telomer genannt, sich bei jeder Zellteilung verkürzt. Hat das Telomer 20 Prozent seiner Länge eingebüßt, wird die Zellteilungsfähigkeit abgeschaltet, und die Zelle geht zugrunde. Ein bestimmtes Enzym, die Telomerase, kann das Telomer in voller Länge wiederherstellen und damit bewirken, daß sich die Zelle weiter teilen kann. In den meisten Zellen wird dieses Enzym unterdrückt und ist inaktiv, aber es ist gelungen, aktive Telomerase in bestimmte Zellen einzuschleusen, woraufhin diese wuchsen und sich viel öfter als normal teilten.

      Forscher meinen, es täten sich dadurch sensationelle Möglichkeiten auf, Alterskrankheiten zu bekämpfen. Wie verhält es sich zum Beispiel mit dem Ersatz von Stammzellen des Körpers (Zellen, die für die Regeneration von Körpergewebe sorgen) durch Zellen, die mit Hilfe von aktiver Telomerase „immortalisiert“ worden sind? Dr. William A. Haseltine sagt: „Hierbei handelt es sich um eine deutlich umrissene Vorstellung von der Unsterblichkeit, die in den nächsten 50 Jahren allmählich an Boden gewinnen wird“ (The New York Times).

      Sind Nanotechnologie oder Kryonik die Lösung?

      Die Nanotechnologie, der Bau von Maschinen im Nanometerbereich (ein Milliardstel eines Meters), weckt ebenfalls große Hoffnungen. Optimisten behaupten, künftig könnten computergesteuerte Maschinen gebaut werden, die kleiner sind als eine Zelle, und es könnten auf molekularer Ebene alternde Zellen, alterndes Gewebe und alternde Organe repariert und verjüngt werden. Auf einer Tagung über Antialterungstherapien trug ein Forscher die Überlegung vor, daß Ärzte im 21. Jahrhundert dem Menschen mit Hilfe der Nanotechnologie physische Unsterblichkeit zu verleihen vermöchten.

      Ein anderes Verfahren ist die Kryonik, bei welcher der Körper des Menschen eingefroren wird in der Hoffnung, die Wissenschaft werde künftig tote Zellen wiederbeleben, also den Körper zum Leben erwecken können. Eingefroren wird entweder der ganze Körper oder nur das Gehirn. Ein Mann ließ sogar ein Bettlaken einfrieren. Warum ein Laken? Es gehörte einem verstorbenen Freund und beherbergte einige Hautzellen und ein paar Haare. Er wollte sie eingefroren haben, damit seinem Freund die Möglichkeit offensteht, zum Leben zurückzukehren, wenn die Wissenschaft soweit ist, daß sie den Menschen aus wenigen oder nur einer seiner Zellen rekonstruieren kann.

      Worauf sollten wir vertrauen?

      Der Mensch möchte von Natur aus nicht sterben, sondern leben. Deshalb wird der wissenschaftliche Fortschritt in dieser Sparte sofort bejubelt, und man knüpft daran große Hoffnungen. Bis heute ist jedoch nicht sicher nachgewiesen, daß Substanzen wie DHEA, Kinetin, Melatonin, HGH oder andere das Altern des Menschen wirklich aufhalten können. Skeptiker befürchten, durch die Manipulation der Telomerase entstünden lediglich potentielle Krebszellen. Und der Einsatz der Nanotechnologie und der Kryonik ist eher als Zukunftsmusik denn als Realität zu bezeichnen.

      Die Wissenschaft hat vielen Menschen zu einem längeren, gesünderen Leben verholfen, aber ewiges Leben wird sie niemandem verleihen können. Warum nicht? Einfach gesagt, weil die Ursache des Alterns und des Todes außerhalb des Bereiches der menschlichen Wissenschaft liegt.

      Die Ursache des Alterns und des Todes

      Unter den meisten Wissenschaftlern herrscht Einigkeit darüber, daß der Alterungsprozeß und der Tod irgendwie in den Genen festgeschrieben sind. Die Frage ist daher: Wann, wie und warum sind Altern und Tod sozusagen in die Erbanlagen hineingelangt?

      Die Bibel liefert eine einfache Antwort — wenn auch nicht mit Hilfe der Genetik oder der DNS. In Römer 5:12 heißt es: „... wie durch e i n e n Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und sich so der Tod zu allen Menschen verbreitet hat, weil sie alle gesündigt hatten.“

      Adam, der erste Mensch, hatte die Aussicht, ewig zu leben. Sein Körper war so beschaffen, daß er immer leben und sich des Lebens erfreuen konnte. Gleichwohl war ewiges Leben an eine Bedingung geknüpft. Adam mußte mit dem Quell des Lebens, seinem Schöpfer, zusammenarbeiten und ihm gehorchen, damit ihm sein Leben für immer erhalten bliebe (1. Mose 1:31; 2:15-17).

      Adam zog es vor, seinem Schöpfer nicht zu gehorchen. Im Grunde genommen behauptete er sogar, es sei besser, wenn der Mensch unabhängig von Gott entscheide. Daher sündigte Adam. Von da an schienen die Erbanlagen verändert zu sein. Statt seinen Nachkommen ewiges Leben zu vererben, übertrug Adam ihnen Sünde und Tod (1. Mose 3:6, 19; Römer 6:23).

      Die wahre Hoffnung

      Dieser Zustand sollte jedoch nicht für immer andauern. In Römer 8:20 heißt es: „Die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen worden, nicht durch ihren eigenen Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat aufgrund der Hoffnung.“ Der Schöpfer des Menschen, Jehova Gott, unterwarf die Menschen dem Tod, weil sie gegen ihn sündigten, aber gleichzeitig schuf er auch eine Grundlage zur Hoffnung.

      Diese Grundlage trat deutlich hervor, als Jesus auf die Erde kam. In Johannes 3:16 wird gesagt: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe.“ Inwiefern kann uns aber das Ausüben von Glauben an Jesus Christus vom Tod retten?

      Wenn die Ursache des Todes die Sünde ist, dann muß sie entfernt werden, bevor der Tod zunichte gemacht werden kann. Johannes der Täufer sagte zu Beginn des Dienstes Jesu als Christus: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!“ (Johannes 1:29). Jesus Christus war völlig ohne Sünde. Somit war er nicht dem Tod unterworfen, der Strafe für Sünde. Dennoch ließ er zu, daß andere ihn zu Tode brachten. Warum? Weil er dadurch den Preis für unsere Sünden bezahlte (Matthäus 20:28; 1. Petrus 3:18).

      Mit der Bezahlung jenes Preises wurde allen, die Glauben an Jesus ausüben, die Möglichkeit eröffnet zu leben, ohne je sterben zu müssen. Die Wissenschaft trägt vielleicht in sehr begrenztem Umfang dazu bei, unser Leben zu verlängern, aber der wirkliche Weg zu ewigem Leben besteht darin, Glauben an Jesus auszuüben. Jesus und seine treuen Apostel erlangten dieses Leben im Himmel, und andere werden es ebenfalls erhalten. Doch die meisten von uns, die Glauben an Jesus ausüben, werden auf der Erde ewig leben, wenn Jehova Gott das Paradies auf der Erde wiederhergestellt haben wird (Jesaja 25:8; 1. Korinther 15:48, 49; 2. Korinther 5:1).

      Ewiges Leben auf einer paradiesischen Erde

      Ein Mann stellte die Frage: „Wie viele Menschen werden das Leben als lebenswert betrachten, wenn sie einmal nicht mehr sterben müssen?“ Wird das Leben langweilig sein, wenn niemand mehr stirbt? Die Bibel sichert uns das Gegenteil zu. „Alles hat er schön gemacht zu seiner Zeit. Auch die unabsehbare Zeit hat er in ihr Herz gelegt, damit der Mensch das Werk nie herausfinde, das der wahre Gott gemacht hat vom Anfang bis zum Ende“ (Prediger 3:11). Die Schöpfung Jehovas ist so vielfältig und kompliziert, daß sie uns, solange wir leben, ja für immer, faszinieren, anregen und erfreuen wird.

      Ein Mann, der sich zum Beispiel mit dem Unglückshäher befaßte, bezeichnete ihn als „einen außergewöhnlich bezaubernden Gesellen“ und meinte, es sei eines seiner erfreulichsten Erlebnisse im Leben gewesen, diesen Vogel zu beobachten. Je mehr er sich mit dem Vogel befaßte, um so faszinierender fand er ihn. Wie er sagte, seien seine Studien selbst nach 18 Jahren bei weitem noch nicht abgeschlossen. Wenn nur eine Vogelart einen intelligenten Mann während seines 18 Jahre dauernden intensiven Studiums faszinieren und erfreuen konnte, wieviel Freude und Befriedigung doch dann das Studium der gesamten irdischen Schöpfung bringen muß!

      Malen wir uns all die interessanten Wissenschaftsbereiche aus, die sich für jemand auftun, der unendlich viel Zeit hat. Stellen wir uns all die reizvollen Gegenden vor, die es zu entdecken gibt, und all die Menschen, denen man dort begegnet. Versuchen wir uns die unbegrenzten Möglichkeiten vorzustellen, Dinge zu ersinnen und zu konstruieren. Wir werden unsere Kreativität unbegrenzt fördern und gebrauchen können. Die Ewigkeit ist das einzige Zeitmaß, das den Möglichkeiten, die das Leben bietet, gerecht wird — das ist offensichtlich, wenn wir über die Vielfalt in der Schöpfung nachdenken.

      Die Bibel zeigt, daß Verstorbene durch die Auferstehung ebenfalls in den Genuß des ewigen Lebens kommen können (Johannes 5:28, 29). Vieles, was im Dunkel der Geschichte verlorenging, mag sich aufklären, wenn die Augenzeugen die fehlenden Einzelheiten liefern und unsere Fragen beantworten können. Man denke nur daran, welch umfassendes Verständnis die Auferstandenen über verschiedene Zeitabschnitte der Geschichte vermitteln werden (Apostelgeschichte 24:15).

      Wenn wir über diese Zeit nachsinnen, verstehen wir, daß der auferstandene Hiob die Äußerung in Hiob 14:1 revidieren möchte. Vielleicht wird er sagen: „Der Mensch, von einer Frau geboren, lebt jetzt ewig und ist mit Zufriedenheit gesättigt.“

      Für diejenigen, die ihr Vertrauen auf Jehova setzen und Glauben an Jesus ausüben, ist die Lebensverlängerung bis über die Grenzen der Zeit hinaus kein unerfüllbarer Traum. Er wird bald wahr werden. Altern und Tod werden aufhören. Dies stimmt mit Psalm 68:20 überein, wo es heißt: „Jehova, dem Souveränen Herrn, gehören die Auswege aus dem Tod“ (Offenbarung 21:3, 4).

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