-
Überwältigt von dem, was sie sahenErwachet! 1991 | 22. Dezember
-
-
Nach einem Besuch des Kongresses in Ussolje-Sibirskoje (Sibirien) schrieb eine Reporterin der sowjetischen Zeitung Leninskij Put: „Die Höflichkeit und die Fähigkeit, die Bedürfnisse anderer zu sehen und darauf einzugehen, die unter Jehovas Zeugen zu beobachten sind, waren wirklich erstaunlich. Ich werde nie die Worte vergessen, die auf dem Kongreß geäußert wurden: ‚Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht lügen! Du sollst nicht [übermäßig] trinken! Sei fleißig! Hilf deinem Nächsten!‘ Eigentlich sind das Prinzipien, um die sich die Menschen im allgemeinen bemühen sollten. Doch oft vergessen wir sie.
Beeindruckend war auch die brüderliche Einstellung zueinander und die Bereitschaft zu helfen. Eine Frau bot uns eine Zeitung an, damit wir uns nicht auf die staubige Bank setzen mußten. Als es zu regnen anfing, gab mir die junge Frau, die neben mir saß, mit einem freundlichen Lächeln ihren Schirm, und nicht weit weg zog ein Mann einen nassen Jungen buchstäblich unter seinen Schirm. ...
Die ganze Atmosphäre auf dem Kongreß machte einen ein Stück besser, ein bißchen kultivierter, edler. Es war unmöglich, die Freundlichkeit, die einem von Fremden erwiesen wurde, nicht mit einem Lächeln zu erwidern. ... Beim Verlassen des Stadions kamen wir uns gereinigt vor und hatten das Gefühl, daß wir mit etwas Schönem in Berührung gekommen waren.“
-
-
Überwältigt von dem, was sie sahenErwachet! 1991 | 22. Dezember
-
-
Ein Zeitungsmann war beeindruckt, als er bei der Taufe während des Kongresses in Ussolje-Sibirskoje einige Russen beobachtete, die eine neugetaufte Person vom Volk der Burjaten umarmten und ihr gratulierten. In Sibirien gibt es zwar im allgemeinen keine nationalen Vorurteile, aber echte Freundschaften zwischen Russen und den Angehörigen asiatischer Völker sind doch selten. „Wie konnten Sie diese nationalen Schranken überwinden?“ fragte der Zeitungsmann.
„Durch die Beherzigung des biblischen Grundsatzes ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst‘“, lautete die Antwort.
-
-
Überwältigt von dem, was sie sahenErwachet! 1991 | 22. Dezember
-
-
Auch im Khimik-Stadion in Ussolje-Sibirskoje wurden für die Dauer des Kongresses zusätzlich 52 Toiletten errichtet.
-
-
Überwältigt von dem, was sie sahenErwachet! 1991 | 22. Dezember
-
-
In der Sowjetunion wurden freundlicherweise 11 Busse aus dem nahe gelegenen Angarsk auf ihrem Weg zum Kongreß in Ussolje-Sibirskoje von zwei Wagen der Verkehrspolizei eskortiert — ein Wagen vor dem Konvoi und einer dahinter.
Anstrengungen unternommen, um anwesend zu sein
Insbesondere die Delegierten einiger Kongresse in der Sowjetunion legten weite Strecken zurück, was mit hohen Kosten verbunden war. Manche kostete die Reise die Ersparnisse eines ganzen Jahres. Eine Delegation kam den weiten Weg von der Hafenstadt Wladiwostok am Pazifischen Ozean nach Ussolje-Sibirskoje und legte dabei über 3 200 Kilometer zurück. Zwölf Delegierte reisten von der Insel Sachalin an, die im Pazifischen Ozean nördlich von Japan liegt. Unter ihnen war ein 20jähriger, der von drei anderen jungen Leuten begleitet wurde, mit denen er die Bibel studiert.
Ein Busfahrer von Sajanogorsk, der sich in Ussolje taufen lassen wollte, bat seinen Arbeitgeber immer wieder um ein paar Tage Urlaub für den Besuch des Kongresses. Aber sein Chef wollte ihn nicht gehen lassen. Daher fuhr der Mann nach Abakan und besorgte sich eine Kopie des Sowjetdokuments vom 27. März dieses Jahres, das Jehovas Zeugen die offizielle Anerkennung als eine religiöse Organisation bescheinigt. Doch auch dieses Dokument konnte seinen Chef nicht dazu bewegen, ihm freizugeben. An dem Tag, an dem er abreisen wollte, betete der Busfahrer frühmorgens inbrünstig zu Gott und fragte noch einmal seinen Chef und erhielt schließlich die Erlaubnis.
-
-
Überwältigt von dem, was sie sahenErwachet! 1991 | 22. Dezember
-
-
[Bilder auf Seite 15]
Oben: Einige der Toiletten, die für den Kongreß in Ussolje-Sibirskoje (Sibirien) gebaut wurden
-