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„Für Jehova gibt es kein Hindernis“Ahmt ihren Glauben nach
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Loyaler Sohn und mutiger Soldat
Um zu verstehen, warum Jonathan den Vorposten der Philister angriff, müssen wir ihn besser kennenlernen. Er war der älteste Sohn Sauls, des ersten Königs von Israel. Als Saul zum König gesalbt wurde, war Jonathan bereits erwachsen; vielleicht war er 20 oder noch älter. Offensichtlich hatte er eine enge Bindung zu seinem Vater, der sich ihm oft anvertraute. Zu jener Zeit war Saul für Jonathan nicht nur ein großer, gutaussehender, mutiger Krieger, sondern, was noch wichtiger war: ein Beispiel des Glaubens und der Demut. Jonathan konnte gut verstehen, warum Jehova Saul als König ausgewählt hatte. Selbst der Prophet Samuel sagte, im ganzen Land würde es keinen geben wie Saul! (1. Samuel 9:1, 2, 21; 10:20-24; 20:2).
Für Jonathan muss es eine Ehre gewesen sein, unter dem Befehl seines Vaters gegen die Feinde von Jehovas Volk zu kämpfen.
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„Für Jehova gibt es kein Hindernis“Ahmt ihren Glauben nach
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Jonathan wusste nichts von dem voreiligen Eid seines Vaters. Vom Kampf erschöpft tauchte er seinen Stab in eine Honigwabe und aß etwas Honig. Sofort spürte er, wie er wieder auflebte. Da erzählte ihm einer seiner Männer von dem Verbot seines Vaters und Jonathan antwortete: „Mein Vater hat das Land in Verruf gebracht. Seht bitte, wie leuchtend meine Augen geworden sind, weil ich dieses bisschen Honig gekostet habe. Wie viel mehr so, wenn das Volk heute nur von der Beute seiner Feinde gegessen hätte, die es fand! Denn jetzt ist die Schlachtung an den Philistern nicht groß gewesen“ (1. Samuel 14:25-30). Jonathan hatte Recht. Er war zwar ein loyaler Sohn, doch seine Loyalität machte ihn nicht blind. Er nahm nicht einfach alles hin, was sein Vater sagte und tat. Diese Ausgeglichenheit brachte ihm den Respekt anderer ein.
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„Für Jehova gibt es kein Hindernis“Ahmt ihren Glauben nach
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Sauls dunkle Seite wird mächtiger
Trotz Sauls Fehlern kämpfte Jonathan jahrelang weiter treu an der Seite seines Vaters. Wir können nur erahnen, wie schlimm es für ihn gewesen sein muss, dass sein Vater immer stolzer und ungehorsamer gegenüber Jehova wurde. Sauls dunkle Seite wurde immer mächtiger, und Jonathan konnte nichts dagegen tun.
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„Für Jehova gibt es kein Hindernis“Ahmt ihren Glauben nach
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Trotz allem hörte Jonathan aber niemals auf, Jehova loyal zu dienen. Er unterstützte seinen Vater zwar weiterhin nach besten Kräften und sprach manche Dinge sogar ganz offen an. Doch an erster Stelle stand für ihn immer sein Gott und Vater Jehova, der sich nie ändert (1. Samuel 19:4, 5).
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In enger Freundschaft verbundenAhmt ihren Glauben nach
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Loyalitätskonflikte – eine Herausforderung
Zunächst hatte David Sauls Gunst, und Saul machte ihn zum Anführer seines Heeres. Aber kurze Zeit später wurde Saul von genau dem Feind besiegt, dem Jonathan erfolgreich widerstanden hatte – der Eifersucht. David erzielte über die Philister, Israels Feinde, einen Sieg nach dem anderen. Deswegen wurde er gelobt und bewundert. Einige Frauen Israels sangen sogar: „Saul hat seine Tausende niedergeschlagen und David seine Zehntausende.“ Dieses Lied gefiel Saul überhaupt nicht. Wir lesen: „Saul blickte von jenem Tag an ständig mit Argwohn auf David“ (1. Samuel 18:7, 9). Er befürchtete, David würde versuchen, ihm die Herrschaft zu entreißen. Wie dumm von Saul! Es stimmt, David wusste, er würde Sauls Nachfolger werden, aber er zog nie in Betracht, Jehovas gesalbten König vom Thron zu stoßen.
Saul plante Davids Tod auf dem Schlachtfeld, aber dazu kam es nicht. David gewann einen Kampf nach dem anderen und das Volk liebte und respektierte ihn immer mehr. Sauls nächster Schachzug war, alle seine Diener und seinen ältesten Sohn in einem Komplott zu vereinen, mit dem Ziel, David umzubringen. Stellen wir uns vor, wie niedergeschmettert Jonathan gewesen sein muss, als er seinen Vater so handeln sah (1. Samuel 18:25-30; 19:1). Jonathan befand sich offensichtlich in einem Konflikt: Er wollte sowohl seinem Vater als auch seinem Freund gegenüber loyal sein. Wie würde er sich entscheiden?
Jonathan bezog Stellung: „Mein König, begeh keine Sünde gegen deinen Diener David, er hat sich doch nicht an dir versündigt. Im Gegenteil, was er getan hat, war immer zu deinem Vorteil. Er hat sein Leben riskiert, als er den Philister getötet hat, und dadurch hat Jehova ganz Israel einen großen Sieg geschenkt. Als du das gesehen hast, hast du dich sehr gefreut. Warum willst du jetzt sündigen und unschuldiges Blut vergießen, indem du David ohne Grund umbringen lässt?“ In einem seltenen Anflug von Vernunft hörte Saul auf Jonathan und schwor sogar, er würde David keinen Schaden zufügen. Aber Saul war kein Mann, der zu seinem Wort stand. Nachdem David weitere Erfolge erzielte, war Saul rasend vor Eifersucht und schleuderte einen Speer nach ihm (1. Samuel 19:4-6, 9, 10, NW, 2013). David gelang es jedoch zu entkommen und vom Königshof zu fliehen.
Hast du dich jemals in einem Loyalitätskonflikt befunden? Das kann äußerst schmerzhaft sein. In so einer Situation würden einige dazu raten, die Familie müsse immer an erster Stelle stehen. Aber Jonathan wusste es besser. Wie könnte er sich auf die Seite seines Vaters stellen, wo David doch ein loyaler, gehorsamer Diener Jehovas war? Jonathan ließ sich bei seiner Entscheidung also von der Loyalität zu Jehova leiten. Deswegen setzte er sich offen für David ein. Und obwohl für Jonathan die Loyalität zu Gott an erster Stelle stand, war er auch seinem Vater gegenüber loyal, indem er ihn ehrlich beriet, statt ihm zu sagen, was er hören wollte. Für jeden von uns ist es nützlich, Jonathans Loyalität nachzuahmen.
Der Preis der Loyalität
Jonathan versuchte erneut, Saul mit David zu versöhnen, aber dieses Mal hörte Saul nicht einmal zu. David traf sich im Verborgenen mit Jonathan und erzählte ihm, dass er um sein Leben fürchtete. „Ich bin nur einen Schritt vom Tod entfernt!“, sagte er zu seinem älteren Freund. Jonathan erklärte sich dazu bereit herauszufinden, was sein Vater vorhatte und dann David Bericht zu erstatten. Während David sich versteckte, würde Jonathan ihm mit Pfeil und Bogen eine Nachricht übermitteln. Jonathan bat David lediglich um ein Versprechen: „Entziehe meiner Hausgemeinschaft niemals deine loyale Liebe, selbst wenn Jehova alle deine Feinde von der Erdoberfläche verschwinden lässt.“ David versicherte ihm, er würde sich immer um Jonathans Hausgemeinschaft kümmern und sie beschützen (1. Samuel 20:3, 13-27, NW, 2013).
Jonathan versuchte, Saul gegenüber gut von David zu sprechen, aber der König geriet außer sich vor Zorn. Er nannte Jonathan den „Sohn einer widerspenstigen Magd“ und bezeichnete seine Loyalität David gegenüber als Schande für die Familie. Er versuchte an Jonathans Eigennutz zu appellieren: „Denn alle Tage, die der Sohn Isais auf dem Erdboden lebt, wirst du und dein Königtum nicht feststehen.“ Beharrlich wandte Jonathan ein: „Warum sollte er zu Tode gebracht werden? Was hat er getan?“ Saul verlor vor Wut die Beherrschung. Trotz seines Alters war er immer noch ein starker Krieger. Er schleuderte einen Speer nach seinem Sohn! Aber so geübt er auch war, er verfehlte sein Ziel. Zornig, gedemütigt und tief verletzt verließ Jonathan seinen Vater (1. Samuel 20:24-34).
Jonathan bewies, dass er wirklich loyal und selbstlos war
Am nächsten Morgen ging Jonathan zu dem Feld, in dessen Nähe sich David versteckt hatte. Wie vereinbart schoss er einen Pfeil ab, um David wissen zu lassen, dass Saul ihn immer noch töten wollte. Dann sandte Jonathan seinen Bediensteten zurück in die Stadt. Nun, als David und er allein waren, hatten sie einen Augenblick, um miteinander zu sprechen. Beide Männer weinten, mussten sich aber schließlich voneinander verabschieden. In diesem Moment begann für David das Leben eines Flüchtlings (1. Samuel 20:35-42).
Unter diesen schwierigen Umständen bewies Jonathan, dass er wirklich loyal und selbstlos war. Satan, der Feind aller Glaubensmenschen, hätte sich bestimmt sehr gefreut, wenn Jonathan Saul nachgefolgt wäre und eigenes Streben nach Macht oder Ansehen an die erste Stelle gesetzt hätte. Vergessen wir nie, der Teufel liebt es, an die Selbstsucht von Menschen zu appellieren. Bei Adam und Eva, unseren Ureltern, hatte er damit Erfolg (1. Mose 3:1-6). Aber nicht bei Jonathan. Wie frustriert muss Satan gewesen sein! Wirst du in einer ähnlichen Situation widerstehen? Wir leben in einer Zeit, in der sich Egoismus seuchenartig verbreitet (2. Timotheus 3:1-5). Werden wir Jonathans selbstlosen, loyalen Geist nachahmen?
Jonathan war ein wahrer Freund, er übermittelte David eine Botschaft, um ihn zu schützen
„Sehr angenehm warst du mir“
Sauls Hass auf David steigerte sich, bis er davon wie besessen war. Jonathan musste hilflos mitansehen, wie sein Vater in eine Art Wahnsinn verfiel, sein Heer versammelte und es durch das Land führte, um einen einzigen unschuldigen Mann zu töten (1. Samuel 24:1, 2, 12-15; 26:20). Unterstützte Jonathan seinen Vater bei diesen Unternehmungen? Interessanterweise lässt nichts in der Bibel darauf schließen. So etwas war für ihn undenkbar, weil er Jehova und auch David gegenüber loyal war, dem er Freundschaft geschworen hatte.
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In enger Freundschaft verbundenAhmt ihren Glauben nach
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Ganz eindeutig hat David viel von Jonathans Loyalität und Benehmen gelernt sowie von dessen Bereitschaft, treu zu einem Freund zu halten – selbst wenn diese Loyalität einen hohen Preis hat. Was lernen wir daraus? Kannst du dir Freunde wie Jonathan suchen? Kannst du selbst so ein Freund sein? Wenn wir unseren Freunden helfen, Glauben an Jehova zu entwickeln und diesen zu stärken; wenn wir unsere Loyalität zu Gott an die erste Stelle setzen und wenn wir loyal bleiben, statt unseren eigenen Vorteil zu suchen, dann werden wir so ein Freund sein, wie Jonathan es war. Dann ahmen wir seinen Glauben nach.
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