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  • Loyal der Organisation Jehovas gedenken
    Weltweite Sicherheit unter dem „Fürsten des Friedens“
    • Kapitel 17

      Loyal der Organisation Jehovas gedenken

      1. An Loyalität wem gegenüber sollten wir denken, und was sagte König David in dieser Hinsicht?

      HEUTE ist viel die Rede von Loyalität dem Staat gegenüber. Wieviel haben aber die Herrscher und die Völker der Welt über Loyalität Gott gegenüber zu sagen, der der Schöpfer der Erde ist, auf der sich das Gebiet ihres Staates befindet? David, ein König des Volkes Israel, war ein loyaler Anbeter des Schöpfers, Jehovas. Er wandte sich an diesen loyalen Gott, als er sagte: „Mit einem Loyalgesinnten wirst du loyal handeln“ (2. Samuel 22:26; Psalm 18:25). Entsprechen diese Worte auch deiner Einstellung zu Gott?

      2. Wieso wissen wir, daß Jehova der Menschheitsfamilie gegenüber loyal geblieben ist?

      2 Im allgemeinen läßt die Einstellung der heutigen Menschen kein großes Interesse an Loyalität Gott gegenüber erkennen. Dessenungeachtet ist aber Jehova der Menschheitsfamilie gegenüber loyal. Er hat sie nicht verworfen. Sein loyaler Sohn sagte: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe“ (Johannes 3:16). Gott überließ die Menschenwelt nicht Satan, ihrem größten Feind, der unsere Ureltern dazu verführte, sich Gott gegenüber illoyal zu verhalten. Im Jahre 2370 v. u. Z. bekundete Gott seine Loyalität gegenüber der Menschheitsfamilie auch dadurch, daß er Noah und seine Angehörigen in der weltweiten Flut bewahrte, durch die alle übrigen Menschen vernichtet wurden (2. Petrus 2:5). Auf diese Weise sorgte der Schöpfer für einen neuen Anfang der Menschheitsfamilie.

      3. (a) Was kann über die heutige Gewalttätigkeit gesagt werden, und was hat Gott vor, dagegen zu unternehmen? (b) Worin besteht der Lohn für Loyalität Jehova gegenüber?

      3 Die heute in der ganzen Welt auftretende Gewalttätigkeit übertrifft noch diejenige der Zeit Noahs vor über 4 000 Jahren (1. Mose 6:11). Es ist somit gerechtfertigt, wenn derselbe Gott auch das heutige System der Dinge vernichtet. Das zu tun, hat er sich vorgenommen. Er wird dann aber nicht seine Loyalgesinnten auf der Erde vernichten. Er wird sich so verhalten, wie in Psalm 37:28 zu lesen ist: „Jehova liebt das Recht, und er wird seine Loyalgesinnten nicht verlassen.“ Er wird das neue System der Dinge, das aus „neuen Himmeln und einer neuen Erde“ bestehen wird, wie in den Tagen Noahs in Gerechtigkeit beginnen lassen (2. Petrus 3:13). Loyalität trägt großen Lohn ein. Sie führt zum Leben!

      4. Wieso wissen wir, daß die Nation Israel damals Jehovas sichtbare Organisation war?

      4 Während der Herrschaft König Davids erwies sich die Nation Israel Jehova gegenüber als loyal. David gab der ganzen Nation darin ein Beispiel. Jene Nation war Jehovas sichtbare Organisation. Es handelte sich um ein organisiertes Volk, das in besonderer Weise ihm gehörte. Das ist zweifellos gemeint, wenn Gott gemäß Amos 3:1, 2 die Israeliten erinnert: „Hört dieses Wort, das Jehova über euch geredet hat, o Söhne Israels, über die ganze Familie, die ich aus dem Land Ägypten heraufführte, das besagt: ,Nur euch habe ich erkannt von allen Familien des Erdbodens.‘ “ (Vergleiche 1. Könige 8:41-43.)

      5. (a) War man in den Tagen der Apostel Jesu Christi bemüht, Irrlehren in die Christenversammlung einzuführen? (b) Was sollte, wie vorhergesagt, nach dem Tode der Apostel geschehen?

      5 Diesem Vorbild aus der biblischen Geschichte entsprechend, hat derselbe Gott, Jehova, heute auf der Erde ein organisiertes Volk, eine sichtbare Organisation. Es ist eine Organisation, die einzig und allein ihm gehört. Doch schon zu Beginn ihres Bestehens, in den Tagen der Apostel Jesu Christi, die die Lauterkeit der Christenversammlung beherzt verteidigten, wurde versucht, Irrlehren in Gottes Organisation einzuführen (1. Korinther 15:12; 2. Timotheus 2:16-18). Nach dem Tod des Apostels Johannes, offensichtlich schon kurz nach dem Jahr 98 u. Z., setzte der vorausgesagte Abfall ein (Apostelgeschichte 20:30; 2. Petrus 2:1, 3; 1. Timotheus 4:1).

      6. (a) Wie lange dominierte der Abfall, und mit welchem Ergebnis? (b) In wessen Gefangenschaft gerieten die Religionsgemeinschaften der Christenheit, und welche Fragen erheben sich?

      6 Dieser Abfall dominierte mehr als 17 Jahrhunderte, bis hinein in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Bis dahin hatte sich die Christenheit in Hunderte von Sekten aufgespalten. Das Kennzeichen des wahren Volkes Gottes war nicht mehr zu erkennen. Die Christenheit bildete ein Babel von großen und kleinen Religionsgemeinschaften, in denen ein Gemisch von religiösen Sprachen gesprochen wurde, die nicht fest auf der religiösen Sprache der inspirierten Schriften beruhten. Diese Religionsgemeinschaften waren in Wirklichkeit von einem Weltreich gefangengenommen worden, das größer als das Babylonische Reich war, das Jerusalem zerstört hatte. Aber wie hatte es im alten Babylon ausgesehen? Und welche Einstellung mußten treue Juden haben, die sich dort in Gefangenschaft befanden?

      Gefangene Babylons gedachten in Loyalität Zions

      7. (a) Welche Situation herrschte im Land des alten Babylon, was die Religion betrifft? (b) Wie muß sich das auf die jüdischen Gefangenen ausgewirkt haben?

      7 Babylon war das Land falscher Götter, ein Land, in dem es eine Unmenge von Götzen gab (Daniel 5:4). Wir können uns vorstellen, wie sich die Anbetung dieser vielen falschen Götter auf das Herz treuer Juden ausgewirkt haben muß, die nur den einen wahren Gott angebetet hatten, ohne irgendwelche Bilder zu benutzen. Statt den Tempel Jerusalems in all seiner Schönheit zu sehen, hatten sie überall im Land Babylon die Tempel dieser falschen Götter und ihrer Götzen vor Augen.a Welch ein Gefühl des Widerwillens wohl angesichts all dessen bei den Anbetern des allein wahren Gottes aufgestiegen sein muß!

      8. (a) Wie lange mußten die Juden ihre Gefangenschaft ertragen, und welches Verlangen hatten loyale Juden? (b) Wie wird in Psalm 137:1-4 die Trübsal der loyalen jüdischen Gefangenen beschrieben?

      8 All das sollten sie gemäß der Prophezeiung Jeremias 70 Jahre lang ertragen, bevor eine Wiederherstellung käme (2. Chronika 36:18-21; Jeremia 25:11, 12). Die Trübsal der jüdischen Gefangenen, die Jehova liebten und ihn in seiner auserwählten Stadt in einem Tempel anbeten wollten, der ihm geweiht war, wird uns in Psalm 137:1-4 wie folgt beschrieben: „An den Strömen Babylons — dort saßen wir. Auch weinten wir, wenn wir Zions gedachten. An die Pappeln in ihrer Mitte hängten wir unsere Harfen. Denn dort forderten die, die uns gefangenhielten, von uns die Worte eines Liedes und die uns verspotteten — Freude: ‚Singt uns eines der Lieder Zions.‘ Wie können wir das Lied Jehovas singen auf fremdem Boden?“

      9. Als was hätten die Babylonier das Singen des „Liedes Jehovas“ betrachtet, doch was sollte am Ende der 70 Jahre geschehen?

      9 „Das Lied Jehovas“ sollte das Lied eines freien Volkes sein, das ihn in seinem heiligen Tempel anbetete. Hätten diese Juden im Land ihrer Gefangenschaft „das Lied Jehovas“ gesungen, so hätten jene Babylonier, die sie gefangenhielten, eine Gelegenheit gehabt, über den Namen Jehovas zu spotten, als sei er der Name eines Gottes, der den Göttern Babylons unterlegen gewesen wäre. Auf Jehovas heiligen Namen war bereits ungeheure Schmach gekommen, weil er zugelassen hatte, daß die Israeliten aus dem ihnen von Gott gegebenen Heimatland in ein Land mit einer Vielzahl von Göttern weggeführt worden waren. Doch die Zeit, in der jene Babylonier ihn verhöhnen und sein Namensvolk schmähen konnten, sollte auf nur 70 Jahre begrenzt sein. Dann würde es heißen: Nieder mit den falschen Göttern Babylons, hochgepriesen sei der wahre Gott, Jehova!

      Jehovas Organisation von Herzen zugetan

      10. Welche Frage erhebt sich im Hinblick auf Jehovas Volk im 20. Jahrhundert, das in die Gefangenschaft Groß-Babylons geriet?

      10 Heute gibt es eine religiöse Organisation, Babylon die Große genannt, die sich nicht auf das Land des ursprünglichen Babylon beschränkt, sondern sich über die ganze Erde erstreckt. War die Herzenseinstellung der Juden im alten Babylon für die Glieder des Volkes Jehovas im 20. Jahrhundert, die durch eine Zuchtmaßnahme des Gottes der alten Israeliten in die Gefangenschaft Groß-Babylons kamen, beispielgebend?

      11. (a) Ließen die loyalen Juden zu, daß die Erinnerung an ihr Heimatland bei ihnen verblaßte? (b) Mit welchen Worten brachte der gefangene Psalmist die Empfindungen seiner Mitgefangenen zum Ausdruck?

      11 Ließen die Israeliten zu, daß die Erinnerung an ihr Heimatland bei ihnen verblaßte, indem sie sich im alten Babylon niederließen und es sich bequem machten, da doch die Gefangenschaft etwa eine ganze Generation lang dauern sollte? Der in Gefangenschaft weilende Psalmist drückte das Empfinden seiner Mitgefangenen anschaulich aus, als er sagte: „Wenn ich dich vergessen sollte, o Jerusalem, so sei meine rechte Hand vergeßlich. Meine Zunge klebe an meinem Gaumen, wenn ich deiner nicht gedächte, wenn ich Jerusalem nicht erhöbe über die höchste Ursache meiner Freuden“ (Psalm 137:5, 6).

      12. Was kam durch die Herzenseinstellung des gefangenen Psalmisten zum Ausdruck?

      12 Was kam durch diese Herzenseinstellung des gefangenen Israeliten zum Ausdruck? Loyalität gegenüber der damaligen sichtbaren Organisation Jehovas, während er das Land, das Gott seinem auserwählten Volk gegeben hatte, 70 Jahre lang verödet daliegen sah. Ja, die sichtbare Organisation Jehovas lebte im Herzen der Israeliten weiter.

      13. Wie wurde Loyalität gegenüber Jehovas sichtbarer Organisation belohnt?

      13 Solche Loyalität gegenüber der sichtbaren Organisation Gottes in alter Zeit wurde gebührend belohnt. Das geschah, als Babylon, die dritte Weltmacht in der biblischen Geschichte, gestürzt wurde und Medo-Persien, die vierte Weltmacht, den Willen des Gottes Israels ausführte. Auf welche Weise? Indem sie die gefangenen Juden in das Land der sichtbaren Organisation Jehovas zurückkehren ließ und sie anwies, den Tempel ihres Gottes als Mittelpunkt der Hauptstadt Jerusalem wieder aufzubauen (2. Chronika 36:22, 23). Nicht nur der Tempel der wahren Anbetung wurde wieder errichtet, sondern auch die Stadt Jerusalem samt ihrer Mauer wurde wieder aufgebaut, damit sie die Stadt würde, von der aus Jehova als König über sein Volk regierte.

      14. (a) Was sagte der Messias Jahrhunderte später über Jehovas sichtbare Organisation? (b) In welchem Sinne regierte Jehova von Jerusalem aus?

      14 Mehr als sechs Jahrhunderte nach der Zerstörung Jerusalems sagte Jesus: „Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs“ (Matthäus 5:34, 35). Als der Messias auf der Erde war, stand ein wieder erbauter Tempel Jehovas in Jerusalem, und sinnbildlich gesprochen regierte Jehova Gott im Allerheiligsten dieses Tempels. Jehova regierte also von Jerusalem aus, der Hauptstadt seines Volkes, über seine sichtbare Organisation.

      Jehova bleibt seiner Organisation gegenüber loyal

      15. Verwarf Jesus den sichtbaren Teil der Organisation Jehovas, als er die untreuen religiösen Führer Israels bloßstellte? Erkläre es.

      15 Verwarf Jesus Gottes sichtbare Organisation, als er die untreuen religiösen Führer Israels bloßstellte und öffentlich rügte? Ja, denn er sagte: „Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind — wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel versammelt! Ihr aber habt nicht gewollt. Seht! Euer Haus wird euch verödet überlassen“ (Matthäus 23:37, 38). Hatte Jesu himmlischer Vater auf der Erde keine Organisation mehr, als Jesus Jerusalem und dessen „Kinder“ verwarf? Doch! Denn Jesus selbst war die Grundlage der neuen sichtbaren Organisation, die aufzubauen der Schöpfer des Universums im Begriff war.

      16. Woran war die Verwerfung des fleischlichen Israel zur Zeit des Todes Jesu am Marterpfahl zu erkennen?

      16 Die Verwerfung des fleischlichen Israel wurde sicherlich dadurch deutlich, daß beim Tode Jesu am Marterpfahl der schwere Vorhang, der das Allerheiligste vom Heiligen des Tempels in Jerusalem trennte, „von oben bis unten“ entzweigerissen wurde. Gleichzeitig „erbebte [die Erde], und die Felsen wurden gespalten“. Das waren Wundertaten des Gottes, der dort in sinnbildlicher Weise regiert hatte und nun die Verwerfung der Nation Israel und ihrer Religion anzeigte (Matthäus 27:51).

      17. Wie bekundeten Jesus und Jehova Loyalität gegenüber den voraussichtlichen Gliedern der neuen sichtbaren Organisation Gottes?

      17 Die voraussichtlichen Glieder der neuen sichtbaren Organisation, die von Jehova Gott kurz danach aufgebaut werden sollte, blieben dort im Bereich Jerusalems. Jesus befahl sie der Fürsorge Gottes an, der im Begriff war, die irdische Stadt zugunsten von etwas Größerem aufzugeben (Johannes 17:9-15). So blieb Jehova seiner Organisation gegenüber loyal und nahm besondere Rücksicht auf ihre treuen Vorväter, Abraham, Isaak und Jakob sowie auf die 12 Söhne Jakobs (Daniel 12:1). Im nächsten Kapitel setzen wir unsere Besprechung des Themas Loyalität, gestützt auf Psalm 137, fort.

      [Fußnote]

      a Ein Keilschriftdokument aus dem alten Babylon besagt: „Im ganzen gibt es in Babylon 53 Tempel der großen Götter, 55 Kapellen des Marduk, 300 Kapellen für die Erdgottheiten, 600 für die Himmelsgottheiten, 180 Altäre für die Göttin Ischtar, 180 für die Götter Nergal und Adad und 12 andere Altäre für die verschiedenen Götter.“

  • Loyalität gegenüber Gottes Organisation in der heutigen Zeit
    Weltweite Sicherheit unter dem „Fürsten des Friedens“
    • Kapitel 18

      Loyalität gegenüber Gottes Organisation in der heutigen Zeit

      1, 2. Wie ist Psalm 50:5 zu verstehen?

      IN PSALM 16:10 heißt es: „Du wirst meine Seele nicht im Scheol lassen. Du wirst nicht zugeben, daß dein Loyalgesinnter die Grube sehe.“ Und in Psalm 50:5 ist zu lesen: „Versammelt mir meine Loyalgesinnten, die meinen Bund über Opfer schließen.“ Sorgen diejenigen, die den Bund Jehovas schließen, für die „Opfer“? Nein, diese Loyalgesinnten bringen nicht sich selbst als „Opfer“ dar, indem sie ihren Fleischesleib aufgeben würden, um einen Vertrag mit Gott zu schließen.

      2 Wie wird denn der Bund geschlossen? Über dem „Opfer“ des „Loyalgesinnten“, dessen Seele nicht im Scheol gelassen wurde, sondern der von den Toten auferweckt wurde. Der Apostel Petrus wandte die Worte aus Psalm 16:10 auf Jesus Christus an und sagte weiter: „Er [d. h. David] [hat] vorausschauend von der Auferstehung des Christus geredet, daß er weder im Hades verlassen wurde, noch daß sein Fleisch die Verwesung sah. Diesen Jesus hat Gott zur Auferstehung gebracht“ (Apostelgeschichte 2:25, 27, 31, 32).

      3. Wer sind diejenigen, die gemäß dem Befehl aus Psalm 50:5 versammelt werden, und warum sollten sie sich gedrängt fühlen, sich Gott gegenüber als loyal zu erweisen?

      3 Dieser auferweckte Jesus ist der Mittler des neuen Bundes, und durch sein Opfer ist der neue Bund rechtskräftig gemacht worden (Hebräer 9:15, 17). Wer sind also diejenigen, die gemäß dem Befehl aus Psalm 50:5 versammelt werden? Es sind Jesu Jünger, die aufgrund seines Opfers im neuen Bund stehen. Aus Dankbarkeit gegenüber Jehova für dieses unvergleichbare Opfer sollten sie sich dazu gedrängt fühlen, sich ihm gegenüber als loyal zu erweisen.

      4, 5. (a) Welchen Erfolg hatte Satan, der Teufel, im Ersten Weltkrieg bei seinen Bemühungen, Jehovas sichtbare Organisation zu vernichten? (b) Wohin wurde das Hauptbüro der Gesellschaft verlegt, und warum? (c) Welche Empfindungen, die der loyalgesinnte Überrest hatte, wenn er daran dachte, daß Gottes Organisation lahmgelegt worden war, bilden eine neuzeitliche Parallele zu Psalm 137:1?

      4 Als Jehovas Königreich im Jahre 1914 in den Himmeln aufgerichtet wurde, widerstanden die Nationen zornig diesem Königreich, indem sie sich am Ersten Weltkrieg beteiligten. Und Gott ließ das zu (Psalm 2:1, 2). Satan, der Teufel, suchte sich diesen Konflikt zunutze zu machen, um den sichtbaren Teil der Organisation Jehovas zu vernichten. Es gelang ihm, den Präsidenten der Watch Tower Bible and Tract Society in die Bundesstrafanstalt in Atlanta (Georgia, USA) einliefern zu lassen. Mit ihm wurden 7 weitere Vertreter der Gesellschaft inhaftiert.

      5 Wegen der Verfolgung verlegte man das Hauptbüro der Gesellschaft von Brooklyn (New York) nach Pittsburgh (Pennsylvanien) in ein dort gemietetes Gebäude. Das geschah, damit die englische Ausgabe des Wacht-Turms weiter herausgegeben werden konnte. Man rechnete mit der baldigen Verherrlichung der Treuen im Himmel. Doch den Gliedern des Überrestes war zum Weinen zumute, wenn sie daran dachten, daß Jehovas Organisation unterdrückt wurde und lahmgelegt worden war (Psalm 137:1).

      Loyalität während des Gefängnisaufenthalts

      6—8. Wie bekundete der Präsident der Gesellschaft, J. F. Rutherford, während seines Gefängnisaufenthalts Loyalität gegenüber Jehovas Organisation?

      6 Der Präsident der Watch Tower Society, J. F. Rutherford, bekundete während seines Gefängnisaufenthalts Loyalität gegenüber Jehovas Organisation. Am 25. Dezember 1918 schrieb er einen besonderen Brief an J. A. Bohnet, einen weiteren vertrauenswürdigen Diener Jehovas, und zwar an dessen Adresse bei der Gesellschaft in Pittsburgh. J. F. Rutherford führte darin folgendes aus:

      7 „Weil ich nicht bereit war, mit Babylon Kompromisse einzugehen, sondern treu versuchte, meinem Herrn zu dienen, befinde ich mich im Gefängnis, wofür ich dankbar bin. . . . Ich ziehe es bei weitem vor, Seine Anerkennung und Sein Wohlwollen zu haben und im Gefängnis zu sein, als mit dem Tier Kompromisse zu schließen und ihm nachzugeben und frei zu werden und den Beifall der ganzen Welt zu haben. Es ist eine gesegnete, freudige Erfahrung, wegen des treuen Dienstes für den Herrn zu leiden. Im Königreich werden wir das Wohlwollen des Vaters über alles preisen. Das sollte im Sinn eines jeden Kindes Gottes an erster Stelle stehen. Wir sehnen uns nach der Gemeinschaft, durch die wir dort eins werden. Ich bin glücklich, doch sehne ich mich danach, Euch alle wiederzusehen. Die Haupt- und Jahresversammlung rückt näher. Möge der Geist Christi das Herz eines jeden Anwesenden erfüllen. . . .

      8 Es gibt noch viel zu tun. Es ist eine große Gunst, daran teilzuhaben. Nur wer den Herrn über alles liebt, ist treu und wird so geehrt. . . . Vor diesem frohen Tag muß tatkräftig Zeugnis gegeben werden. . . . Frühere Methoden und Mittel werden den Anforderungen nicht gerecht werden, doch der Herr selbst wird sich in seiner Güte der Sache annehmen. . . . Ich freue mich, daß dieser Gefängnisaufenthalt nicht Bruder Russell, sondern uns vorbehalten war. Noch nie habe ich Ungerechtigkeit so gehaßt und Gerechtigkeit so geliebt und mich so sehr danach gesehnt, anderen zu helfen. . . . Zions Triumph steht bevor.“

      Gottes Organisation — die ‘höchste Ursache ihrer Freude’

      9. Welcher Einstellung des Psalmisten entsprach die Einstellung der inhaftierten Vertreter der Gesellschaft?

      9 Jehovas Diener wurden in der Welt zwar als illoyal, als Verräter und als unpatriotisch verschrien, doch sagten sie sich nicht von Jehovas Organisation los. Sie gingen unter diesem Druck keine Kompromisse ein. Lieber hätten sie auf den Gebrauch ihrer rechten Hand verzichtet oder lieber wären sie stumm geworden, als daß sie Gottes Organisation vergessen hätten und sie nicht mehr die ‘höchste Ursache ihrer Freude’ gewesen wäre (Psalm 137:5, 6).

      10, 11. (a) Worum beteten die Glieder des loyalen Überrestes, und welche Worte des Psalmisten in bezug auf Edom griffen sie auf? (b) Wozu waren die Feinde der sichtbaren Organisation Jehovas in der Lage, und was hätten diese Feinde nie erwartet?

      10 Jehovas Feinde freuten sich hämisch über das Vorgehen gegen die irdischen Vertreter seiner Universalorganisation. Aber Jehovas Diener beteten um das Kommen seines Tages der Rache wegen all der Schmähungen, die auf seine Organisation gehäuft wurden. Sie griffen die Worte auf, die der Psalmist in bezug auf das alte Edom geäußert hatte: „Gedenke, o Jehova, hinsichtlich der Söhne Edoms des Tages Jerusalems, die sprachen: ‚Leg es bloß! Leg es bloß bis auf den Grund darin!‘ “ (Psalm 137:7; Galater 4:26). O nein, Jehova liebt seine mit einer Ehefrau vergleichbare Organisation zu sehr, als daß er vergäße, was jene Angehörigen der Organisation des Teufels gegen die loyalen Glieder seiner irdischen Organisation sagen und unternehmen.

      11 Allem Anschein nach legten jene Vertreter des politischen Lagers, die mit Groß-Babylon sympathisierten, Jehovas sichtbare Organisation damals „bloß bis auf den Grund darin“. Nie hätten diese Feinde erwartet, daß diese Organisation sich wieder aus dem Staub erheben und zu der weltweiten Organisation werden würde, die sie heute ist.

      Das Glück seines Rächers

      12. (a) Wer erwies sich als der Befreier des in Babylon gefangengehaltenen Volkes Jehovas, und ist in Psalm 137:8, 9 im eigentlichen Sinne er gemeint? (b) Was wird in diesen Versen über den Rächer der irdischen Organisation Gottes vorausgesagt?

      12 Jehova bediente sich des persischen Herrschers Cyrus, um sein Volk aus der Gewalt der Weltmacht Babylon zu befreien. Doch im eigentlichen Sinne war in den Schlußworten von Psalm 137, die sich auf Babylon die Große, das Weltreich der falschen Religion, beziehen, nicht Cyrus gemeint, wenn es hieß: „O Tochter Babylon, die du ausgeplündert werden sollst, glücklich wird der sein, der dir vergilt mit der Behandlung, mit der du selbst uns behandeltest. Glücklich wird der sein, der deine Kinder ergreift und wirklich an dem zerklüfteten Felsen zerschmettert“ (Psalm 137:8, 9).

      13, 14. Warum könnten mit dem in Psalm 137:8, 9 erwähnten „Glücklichen“ nicht die politischen Mächte gemeint sein, die Babylon die Große vernichten werden?

      13 Wer wird dieser „Glückliche“ sein? Stellt er die sinnbildlichen „zehn Hörner“ auf dem Kopf des „wilden Tieres“ dar, auf dem das alte buhlerische Religionssystem mit all seinem Pomp so lange geritten ist? Nein, denn die aus dem politischen Lager stammenden Verderber des Weltreiches der falschen Religion vernichten es nicht etwa deshalb, weil sie für die reine Anbetung des wahren Gottes Platz machen wollen. Sie handeln nicht zur Ehre des Gottes der Bibel. Wie könnten sie also der von dem Psalmisten bezeichnete „Glückliche“ sein?

      14 Die politischen Mächte der Welt vollbringen dieses religionsfeindliche Werk nicht aus Liebe zu den Anbetern Jehovas. Warum nicht? Weil Jehovas Zeugen ihrem Bemühen, eine völlig gottlose Welt zu schaffen, im Wege stehen werden. Die politischen Mächte sind also lediglich die Werkzeuge und werden von dem Gott der Zeugen benutzt, um seinen Vorsatz zu verwirklichen (Offenbarung 17:17).

      15. Wer veranlaßt die politischen Mächte in Wirklichkeit zu ihrem Vorgehen, und durch wen?

      15 Die Vernichtung des Weltreiches der falschen Religion übernehmen zwar die politischen Mächte, doch in Wirklichkeit werden sie von Jehova Gott dazu veranlaßt. Auf welche Weise? Durch seinen bevollmächtigten königlichen Sohn, Jesus Christus, den größeren Cyrus. Der von dem Psalmisten vorausgesagte „Glückliche“ ist somit Jesus Christus in seiner Stellung als König.

      16. Wie vernichtet Jehova die „Kinder“ Babylons?

      16 Während Jehova seine Loyalgesinnten behütet, wird er, bildlich gesprochen, alle religiösen „Kinder“ des mit einer Hure vergleichbaren Systems von Irrlehren ergreifen und sie an dem, was wie ein „zerklüfteter Felsen“ aufragt — das festgefügte Königreich Jehovas mit Jesus Christus an der Spitze —, zerschlagen.

      17. (a) Was sollte Jesus nach seiner Salbung mit dem Geist Gottes gemäß Jesaja 61:1, 2 ausrufen? (b) Wie erfolgt die Verkündigung heute?

      17 Als Jesus auf der Erde war, wurde er mit dem Geist seines himmlischen Unterstützers gesalbt, nicht nur, „um . . . das Jahr des Wohlwollens seitens Jehovas“ auszurufen, sondern auch „den Tag der Rache seitens unseres Gottes“ (Jesaja 61:1, 2; Lukas 4:16-21). In unserer Zeit, in den „letzten Tagen“ des gegenwärtigen Systems der Dinge, läßt Jehova seine treuen Diener auf der ganzen bewohnten Erde „den Tag der Rache seitens unseres Gottes“ allen Nationen zu einer Warnung verkündigen. In dieser Verkündigung hat sich dem Überrest eine wachsende „große Volksmenge“ schafähnlicher Jünger Jesu Christi angeschlossen, was in der in Offenbarung 7:9-17 beschriebenen Vision vorausgesagt worden ist.

      18. An welchem Glück werden Gottes Loyalgesinnte teilhaben?

      18 Sie alle, der Überrest und die „große Volksmenge“, haben dem in Offenbarung 18:4 erwähnten Befehl des Engels gehorcht. Sie haben Babylon die Große verlassen. Warum ist dieser Schritt dringend notwendig? Weil sie aus Groß-Babylon fliehen müssen, bevor seine religiösen „Kinder“ kurz vor Harmagedon zerschlagen und durch das „wilde Tier“ und seine „zehn Hörner“ verwüstet werden. Die Loyalgesinnten werden am Glück Jesu Christi, des größeren Cyrus, teilhaben. Sie werden sich den Stimmen im Himmel anschließen, die sagen: „Preiset Jah! Die Rettung und die Herrlichkeit und die Macht gehören unserem Gott, denn seine Gerichte sind wahrhaftig und gerecht. Denn er hat das Gericht an der großen Hure vollzogen, die die Erde mit ihrer Hurerei verdarb“ (Offenbarung 19:1, 2; vergleiche Jeremia 51:8-11).

      19. Welches Glück empfinden die Glieder des loyalgesinnten Überrestes heute, und welches größere Glück erwartet sie noch?

      19 Seit 1919 hat Jehova für sein Volk „Großes“ getan (Psalm 126:1-3). Da er seine Macht als Befreier unterstrich, indem er bewies, daß er „der treue Gott“ ist, freuen sich die Glieder des befreiten Überrestes immer noch von Herzen (5. Mose 7:9). Sie sind überglücklich, doch es erwartet sie ein noch größeres Glück, nämlich dann, wenn sie am Glück des herrschenden Monarchen, Jesu Christi, des größeren Cyrus, teilhaben können, und zwar zu der Zeit, wenn er alle „Kinder“ dieser teuflischen Organisation zerschmettert.

      20. Wer hat noch am Glück des gesalbten Überrestes teil, und warum?

      20 Millionen von früheren „Gefangenen“ Groß-Babylons ist bereits geholfen worden, aus dieser zum Untergang verurteilten religiösen Organisation zu fliehen, bevor sie vernichtet wird. Das Ergebnis dieser Bemühungen ist die „große Volksmenge“ „anderer Schafe“. Sie zählt jetzt weltweit mehr als 3 000 000, und die Zahl derer, die vor der Vernichtung des Weltreiches der falschen Religion noch in Sicherheit gebracht werden, ist nicht begrenzt. In Loyalität gegenüber Jehovas Organisation teilen sie das Glück des Überrestes, indem sie mit ihm den Tag der Rache Jehovas an Groß-Babylon ankündigen.

      21. Wie sollten wir zu Groß-Babylon und seinen Gefangenen eingestellt sein?

      21 Gehen wir daher mit diesem Weltreich der falschen Religion keine Kompromisse ein. Keiner kehre in den heutigen Tagen ihres Verfalls zu ihr zurück. Helfen wir weiterhin so vielen Gefangenen Groß-Babylons wie möglich, dieses zum Untergang verurteilte System zu verlassen, bevor der größere Cyrus seinen beglückenden Sieg erringt.

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