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Eine Zeit der Prüfung und der SichtungDer Wachtturm 1987 | 15. Juni
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1, 2. (a) Welche Verhältnisse herrschten unter Gottes Volk im 5. Jahrhundert v. u. Z.? (b) Warum sollte Maleachis Prophezeiung für uns von Interesse sein?
„WO IST der Gott des Rechts?“ Diejenigen, die im 5. Jahrhundert v. u. Z. diese herausfordernde Frage stellten, behaupteten auch: „Es hat keinen Wert, Gott zu dienen.“ Der religiöse und moralische Verfall unter Gottes eigenem Volk, den Juden, hatte zu einem Mißtrauen gegenüber der göttlichen Gerechtigkeit geführt. Aber auf ihnen ruhten die Augen des wahren Gottes, der nicht schläft. Er beauftragte den hebräischen Propheten Maleachi, sie davon zu unterrichten, daß ein Reinigungswerk bevorstand, eine Zeit der Prüfung und der Sichtung. Sie sollten erfahren, wo der „Gott des Rechts“ ist, wenn er plötzlich zum Gericht käme (Maleachi 2:17; 3:1, 14, 15).
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Eine Zeit der Prüfung und der SichtungDer Wachtturm 1987 | 15. Juni
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Maleachis Auftrag
5, 6. (a) Wer war insbesondere verantwortlich für den geistigen Tiefstand der Israeliten in den Tagen Maleachis? Warum? (b) Welche schlechte Wirkung hatte das auf die Israeliten im allgemeinen?
5 Maleachi prophezeite nach 443 v. u. Z., fast ein Jahrhundert nachdem die jüdischen Verbannten aus Babylon zurückgekehrt waren. Es waren mehr als 70 Jahre seit der Einweihung des von Serubbabel wieder aufgebauten Tempels vergangen. Die Israeliten waren auf einen geistigen Tiefstand gesunken. Wer war insbesondere verantwortlich dafür? Die Priester. Wieso das? Sie „verachteten“ Jehovas Namen, indem sie kranke und lahme Opfertiere annahmen (Maleachi 1:6-8). Sie veranlaßten viele, „im Gesetz zu straucheln“, indem sie es versäumten, das Volk zu unterweisen, und indem sie bei der Rechtsprechung parteilich waren (Maleachi 2:6-9; Jakobus 3:1).
6 Demzufolge begannen die Israeliten im allgemeinen, sich zu fragen, welchen Wert es habe, Gott zu dienen, und sich sogar zu weigern, den vom Gesetz geforderten Zehnten zu zahlen (Maleachi 3:6-10, 14, 15; 3. Mose 27:30). Sie hatten sich von ihrer Ergebenheit gegenüber Gottes Gesetz so weit entfernt, daß einige an ihrer Ehefrau ‘treulos handelten’, das heißt, sich von ihr scheiden ließen, um eine heidnische Frau zu heiraten. Schließlich herrschten unter Gottes Volk verabscheuungswürdige Praktiken wie Zauberei, Ehebruch, Lügen und Betrügen (Maleachi 2:10-16; 3:5).
7, 8. Was war der Auftrag des Propheten Maleachi?
7 Maleachis Auftrag war klar. Unverblümt stellte er die nachlässigen Priester bloß und machte das Volk auf dessen eigentlichen geistigen Zustand aufmerksam. Dennoch zeigte er, daß der Gott barmherziger Liebe bereit war zu vergeben. „Kehrt um zu mir, so will ich zu euch umkehren“, lautete Jehovas Einladung (Maleachi 3:7). Maleachi sagte voraus, daß der „wahre Herr“ zu seinem Tempel zum Gericht kommt. Die Priester mußten gereinigt werden, um „solche [zu] werden, die eine Opfergabe in Gerechtigkeit darbringen“ (Maleachi 3:1-3). Außerdem wurde das Volk davon unterrichtet, daß der „wahre Herr“ ein „schneller Zeuge“ gegen diejenigen sein werde, die auf abscheulichen Praktiken beharrten (Maleachi 3:5).
8 Maleachi erfüllte treu seinen Auftrag; er verkündete die Warnung. Was er sagte, war sowohl für die Priester als auch für das Volk seiner Zeit von Nutzen. Doch es vergingen Jahrhunderte, bis sich einige Merkmale der Prophezeiung zum erstenmal erfüllten.
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