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MalawiJahrbuch der Zeugen Jehovas 1999
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„Watch-Tower-Bewegungen“ verursachen Verwirrung
Im Anschluß an diesen unbefriedigenden Beginn in Malawi sandte die Gesellschaft William Johnston, einen befähigten Bruder aus Glasgow (Schottland), dorthin, um die Situation zu klären. Er stellte fest, daß viele sogenannte Versammlungen gegründet worden waren, aber ein Verständnis der biblischen Wahrheit kaum vorhanden war. Es gab allerdings einige echte Wahrheitssucher. Aus ihren Reihen schulte Bruder Johnston ein paar Einheimische, die Führung zu übernehmen, bevor er nach Südafrika weiterreiste. Danach verging eine lange Zeit, ehe dem Werk in Malawi weitere Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Eine furchtbare Verwirrung entstand. Das brachte manche Schwierigkeiten für die damals als Bibelforscher bekannten Zeugen Jehovas mit sich, und ihre Lauterkeit wurde geprüft.
In Nachahmung des charismatischen Stils von Elliott Kamwana entstanden viele Bewegungen, die einige biblische Wahrheiten mit falschen Lehren und unbiblischen Bräuchen vermischten. Weil diese Bewegungen in gewissem Umfang die Veröffentlichungen der Watch Tower Society gebrauchten, kam in ihrem Namen häufig die Bezeichnung Watch Tower vor. Daraus ergaben sich Probleme für die wenigen echten Brüder im Land. Es ist bemerkenswert, daß die Tätigkeit der echten Brüder sogar ohne richtige Aufsicht und ohne die nötige geistige Speise nicht gänzlich zum Erliegen kam. Sie fuhren trotz allem fort, zusammenzukommen und anderen Zeugnis zu geben, und sie bemühten sich, den Fußstapfen Jesu Christi nachzufolgen (1. Pet. 2:21).
Die einheimischen geistlichen Führer machten sich die Situation zunutze und verleumdeten die Bibelforscher, indem sie sie fälschlicherweise mit den Bewegungen, die sich zu Unrecht mit dem Namen Watch Tower schmückten, in einen Topf warfen. Im Lauf der Zeit wurde jedoch der Unterschied zwischen diesen lokalen Sekten und unseren Brüdern offensichtlich. Auf Grund der verwirrenden Berichte einiger Geistlicher führte der oberste Verwaltungsbeamte der Polizei Anfang der 20er Jahre eine Untersuchung durch. In Verkleidung besuchte er persönlich mehrere Zusammenkünfte der Bibelforscher. Seine Reaktion? Er empfand Abscheu wegen der boshaften Lügen, die man über sie verbreitete. Doch die Verwirrung, die durch die falschen „Watch-Tower-Bewegungen“ verursacht wurde, hielt noch viele Jahre an.
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MalawiJahrbuch der Zeugen Jehovas 1999
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Doch nicht alle freuten sich über Bruder Hudsons Besuch. Bruder Nguluh beschrieb die Reaktionen solcher Personen. „Unsere Belehrung wollen wir nicht von Leuten aus Kapstadt erhalten“, sagten sie. „Wir werden das tun, was wir für richtig halten.“ Da sie nicht bereit waren, die Anweisungen der Gesellschaft anzunehmen, gründeten die Betreffenden ihre eigenen „Watch-Tower-Bewegungen“.
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