„Ich träume doch nicht etwa!“
Der folgende Bericht stammt aus Malawi und betrifft einen der historischen Bezirkskongresse „Freudige Lobpreiser“, die im Sommer 1995 dort stattfanden.
„AN EINER Hauptstraße am Malawisee, etwa auf halber Höhe des Westufers, ist zum erstenmal seit 29 Jahren wieder ein Schild mit der Aufschrift ‚Bezirkskongreß der Zeugen Jehovas‘ zu sehen.
Ein riesiger Lastwagen parkt neben dem Schild, und mehr als 200 Delegierte aus der Stadt Mzuzu klettern von dem Anhänger herunter. Sie haben Kleiderbündel, Decken, Kochtöpfe, Eimer, Nahrungsmittel, Feuerholz und Bibeln mitgebracht und schließen sich ihren etwa 3 000 Brüdern und Schwestern aus anderen Regionen an.
Während wir sie begrüßen, trifft der 63jährige George Chikako ein, der sein Fahrrad durch den Sand schiebt. Zwei Tage zuvor ist er in Nkhotakota aufgebrochen. Bruder Chikako verbüßte im Verlauf der Jahre vier Freiheitsstrafen, weil er sich geweigert hatte, biblische Grundsätze zu verletzen. Sein Cousin war im Gefängnis an den Schlägen, die er erhalten hatte, gestorben. ‚Ich träume doch nicht etwa!‘ ruft Bruder Chikako aus. ‚Dieser Kongreß findet am hellichten Tag statt, und die Brüder singen aus voller Kehle Königreichslieder! Die ganze Zeit über mußten wir uns im Dunkel der Nacht versammeln, Königreichslieder flüstern und unsere Hände aneinanderreiben, um Applaus anzuzeigen. Jetzt können wir uns in aller Öffentlichkeit versammeln, und die Menschen sind erstaunt, daß wir so viele sind, denn sie dachten, wir seien nur einige wenige!‘
Die Kongreßstätte ist von einem Zaun aus geflochtenem Gras umgeben, und ein Dach aus Riedgras spendet Schatten. Für die Delegierten sind kleine Grashütten sowie Schlafstätten unter freiem Himmel hergerichtet worden. Die Nachtluft ist erfüllt vom Klang schöner, melodischer Stimmen, die nicht mehr aus Angst vor Verfolgung verstummen.
Wie passend ist doch das Kongreßmotto ‚Freudige Lobpreiser‘!“
[Bildnachweis auf Seite 32]
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