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MalaysiaJahrbuch der Zeugen Jehovas 1993
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1931 wurden die Franks kurz von Claude Goodman und Ron Tippin besucht, zwei jungen Pionieren aus Bombay, die mehrere Monate in Malaya und Singapur von Haus zu Haus predigten. Weil sie aber nur über englischsprachige Literatur verfügten, beschränkte sich ihre Tätigkeit auf die englisch sprechenden Menschen. Der kurze Besuch jener zwei eifrigen Missionare war für Freda Frank angesichts ihrer abgeschiedenen Lage eine große Ermunterung.
Australische Pioniere kommen zu Hilfe
Anfang der 30er Jahre wurde das Gebiet des Südpazifiks sowie Südostasien der Aufsicht des Zweigbüros in Australien unterstellt. Schon bald sandte der Zweig Missionare nach Malaya. Als erster kam George Schuett, einige Monate später gefolgt von einem britischen Pionier namens Peck, der in Papua-Neuguinea gepredigt hatte. Während der nächsten Jahre dienten mehr als ein Dutzend weitere Vollzeitprediger aus Australien, Neuseeland und Deutschland unterschiedlich lange in Malaya, doch aus verschiedenen Gründen blieb keiner von ihnen lange genug an einem Ort, um direkte Früchte seiner Bemühungen zu ernten.
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MalaysiaJahrbuch der Zeugen Jehovas 1993
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Die Lightbearer bringt mehr Pioniere
Lightbearer („Lichtträger“) war der Name eines Schiffes, das die Gesellschaft in Australien besonders für das Werk im Raum Singapur und Malaya ausgerüstet hatte. Mit dem aus Fidschi stammenden Kapitän Eric Ewins und einer Besatzung von sieben strammen Pionieren lief die Lightbearer am 7. August 1935 in Singapur ein und lag dort eine Weile im Hafen, bevor sie die Westküste Malayas entlangsegelte. Auf diese Weise wurden Städte besucht wie Johor Baharu, Muar, Malakka (heute Melaka), Kelang, Port Swettenham (heute Port Kelang) und Pinang. Vom Ankerplatz der Lightbearer aus spielte man über Lautsprecher Aufnahmen der Vorträge von Bruder Rutherford ab. Anschließend ging man von Haus zu Haus, um Literatur zu verbreiten.
Gelegentlich konnten die Brüder von der Lightbearer auch ins Hinterland vorstoßen, und so trafen sie sich mit der Familie Frank in Batu Caves, hielten Zusammenkünfte mit der kleinen Gruppe ab und gingen mit ihnen in den Predigtdienst. Schwester Frank war überglücklich, als bei einem dieser Besuche mehrere ihrer Familienangehörigen getauft wurden. Bei jenen Ausflügen wurde viel Literatur abgegeben, doch Eric Ewins berichtete: „Unsere Zeugnistätigkeit hinterließ bei den Menschen anscheinend keinen bleibenden Eindruck. Zwar nahmen sie bereitwillig Literatur entgegen, aber sie hätten ein regelmäßiges Heimbibelstudium benötigt, und das war damals nicht möglich.“
Die Organisation gefestigt
Harold Gill wurde 1937 gebeten, nach Sydney zurückzukehren, und an seiner Stelle sandte man Alfred Wicke, um das Literaturdepot in Singapur zu beaufsichtigen. Mittlerweile verbreiteten Pioniere wie Ted Sewell aus Australien sowie Kurt Gruber und Willy Unglaube aus Deutschland den Samen der Wahrheit in Malaya. Als Alfred Wicke ankündigte, er plane, 1939 zu heiraten, wurde er nach Malaya gesandt, wo er sich Kurt Gruber in Pinang anschließen sollte, und George Powell kam aus Australien, um das Depot zu verwalten.
Alfred Wickes Verlobte, Thelma, bestieg in Sydney ein Schiff in Richtung Singapur mit der Absicht, dort Alfred zu heiraten und mit ihm in Pinang als Pionier zu dienen. Das Schiff war gerade einige Tagereisen von Perth entfernt, da kam die Nachricht vom Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Alle Fenster und Bullaugen wurden verdunkelt, und das Schiff fuhr im Zickzackkurs durch den Indischen Ozean, um feindlichen U-Booten aus dem Weg zu gehen. Aber Thelma kam wohlbehalten an, und eine Woche später fand die Hochzeit statt. Anschließend fuhren die beiden 800 Kilometer weit nach Pinang, und so kam es, daß Schwester Wicke als erste australische Schwester in Malaya den Pionierdienst durchführte.
Zu jener Zeit bestand das Zeugnisgeben hauptsächlich im Verbreiten von Literatur; Nacharbeit wurde so gut wie gar nicht geleistet. Als die Wickes daher das Gebiet der Insel Pinang bearbeitet hatten, zogen sie weiter aufs Festland. Anfangend in Alor Setar im Norden, predigten sie unermüdlich in Städten und ländlichen Gegenden entlang der Westküste in Richtung Süden und verbreiteten Literatur in über 20 Sprachen.
Ein Sikh wird Zeuge Jehovas
Während die Wickes in Kuala Kangsar im Staat Perak predigten, besuchte sie überraschend ein 16jähriger Schüler aus einer Nachbarstadt. Er hieß Puran Singh, und wie der Name schon andeutet, war er ein Sikh. Er hatte die Broschüre Wo sind die Toten? erhalten und war von dem, was er las, so beeindruckt, daß er für die Schülerzeitung seiner Schule einen Artikel über dieses Thema schrieb. Brieflich bat er das Depot in Singapur um weitere Informationen und erfuhr dadurch vom Aufenthaltsort der Wickes. Sofort machte er sich mit dem Fahrrad auf den 50 Kilometer langen Weg, um sie zu treffen.
Am darauffolgenden Tag begleitete er Alfred Wicke auf einen Predigtfeldzug ins Landgebiet — „einfach nur um zuzuschauen, wie das geht“. Sobald jener ernsthafte junge Mann seine Schulausbildung beendet hatte, verließ er sein Zuhause und fuhr mit dem Fahrrad ins 240 Kilometer entfernte Kuala Lumpur zum Kongreß. Dort symbolisierte er seine Hingabe an Jehova durch die Wassertaufe und nahm den Namen George Singh an. Unverzüglich begann er mit dem Vollzeitdienst. So hatte George Singh das Vorrecht, als erster Malaie Pionier zu werden. Bald darauf sandte die Gesellschaft ihn nach Indien, wo er Jehova immer noch treu dient.
Der Zweite Weltkrieg und die japanische Invasion
Nicht lange nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1939 wurde das Predigtwerk zum Stillstand gebracht. Pioniere konnten in der Folge nicht mehr für ihren Lebensunterhalt aufkommen, und deshalb kehrten die Wickes schweren Herzens nach Singapur zurück. Mit Befriedigung dachten sie jedoch daran, daß sie in den 20 Monaten seit ihrer Heirat die Königreichsbotschaft mit Hilfe von mehr als 50 000 Büchern und Broschüren in Malaya verbreitet hatten.
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