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  • Tief liegende Ursachen, weitreichende Folgen
    Erwachet! 2003 | 22. Februar
    • Warum ist die Gefahr der Mangelernährung bei Kindern größer? Kinder befinden sich in einer Phase schnellen Wachstums und haben einen erhöhten Kalorien- und Proteinbedarf. Aus ähnlichen Gründen sind auch schwangere und stillende Frauen eher der Gefahr einer Mangelernährung ausgesetzt.

      Oft beginnen die Schwierigkeiten für das Kind schon vor der Geburt. Ist die Mutter vor und während der Schwangerschaft unter- oder mangelernährt, hat der Säugling ein geringes Geburtsgewicht. Unter Umständen fördert sie eine Mangelernährung anschließend durch zu frühes Abstillen, durch Fehler beim Füttern und durch mangelnde Hygiene.

      Wenn einem Kind wichtige Nährstoffe fehlen, wächst und entwickelt es sich nicht mehr normal. Es schreit viel und ist anfällig für Krankheiten. Während sich sein Zustand verschlimmert, verliert es zusehends an Gewicht, die Augen und die Fontanelle (die weiche Stelle am Schädeldach) fallen ein, die Haut und das Gewebe verlieren an Elastizität und das Kind kann seine Körpertemperatur nicht mehr halten.

      Unterernährung kann ähnliche Formen annehmen. Auch dabei kann sich das Wachstum des Kindes verzögern, beispielsweise zufolge einer unzureichenden Zufuhr von Mineralien (hauptsächlich Eisen, Jod und Zink) sowie von Vitaminen (vor allem Vitamin A). Gemäß dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) leiden weltweit rund 100 Millionen Kleinkinder an Vitamin-A-Mangel, der zu Erblindung führt. Des Weiteren wird das Immunsystem des Kindes geschwächt und damit sinkt seine Widerstandskraft gegen Infektionen.

      Weitreichende Folgen

      Mangelernährung hat verheerende Auswirkungen auf den Körper — insbesondere bei Kindern. Alle Körperkreisläufe und alle Organe, beispielsweise Herz, Nieren, Magen, Darm, Lunge und Gehirn, können in Mitleidenschaft gezogen werden.

      Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Kindern Behinderungen der geistigen Entwicklung sowie schlechte schulische und intellektuelle Leistungen mit Wachstumsstörungen in Verbindung stehen. In einem Bericht der Vereinten Nationen werden diese Auswirkungen als die „gravierendsten Spätfolgen der Mangelernährung“ bezeichnet.

      Kinder, die eine Mangelernährung überleben, haben unter Umständen bis ins Erwachsenenalter unter den Konsequenzen zu leiden. Deshalb schrieb UNICEF bedauernd: „Ein derartiger Raubbau mit menschlicher Intelligenz — aus Gründen, die fast durchweg vermeidbar sind — ist eine maßlose, wenn nicht gar kriminelle Vergeudung.“ Die Spätfolgen der Mangelernährung sind also von großer Bedeutung. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen belegen eine Verbindung zwischen Unterernährung im Säuglingsalter und der Neigung zu chronischen Krankheiten wie Herzerkrankungen, Diabetes und Bluthochdruck in späteren Lebensjahren.

      Allerdings ist die schwere Form der Mangelernährung nicht das größte Problem, denn UNICEF erklärt: „In über drei Viertel aller Todesfälle, bei denen Mangelernährung eine Rolle spielt, liegt nicht schwere Mangelernährung vor, sondern eine leichte oder mäßige Form“ (Kursivschrift von uns). Kinder, die an leichter oder mäßiger Mangelernährung leiden, können gesundheitliche Langzeitschäden davontragen. Daher ist es entscheidend, bei Kindern Symptome einer Mangelernährung zu erkennen, damit sie entsprechend behandelt werden können. (Vergleiche den Kasten auf Seite 7.)

  • Tief liegende Ursachen, weitreichende Folgen
    Erwachet! 2003 | 22. Februar
    • [Kasten auf Seite 7]

      IST MEIN KIND MANGELERNÄHRT?

      Wie ermitteln Ärzte den Ernährungszustand eines Kindes? Vielleicht suchen sie nach verschiedenen Anzeichen oder Symptomen, fragen nach Essgewohnheiten und lassen einen Laborbefund erstellen. In aller Regel stützen sie sich bei ihren Beobachtungen jedoch auf recht einfache Kriterien. Sie nehmen die Körpermaße des Kindes und vergleichen diese mit entsprechenden Bezugsgrößen. So können sie die Art und den Grad der Mangelernährung feststellen.

      Die wichtigsten Maße sind Gewicht, Größe und Armumfang. Setzt man Alter und Gewicht in Relation, ergibt sich der Grad der Unterernährung; bei schwerer Unterernährung ist das Kind ausgezehrt und sehr mager. Die Krankheit wird als schwer bezeichnet, wenn das Gewicht des Kindes mehr als 40 Prozent unter dem Normalgewicht liegt, als mäßig bei 25 bis 40 Prozent Untergewicht und als leicht bei 10 bis 25 Prozent. Ist ein Kind im Verhältnis zu seinem Alter sehr klein, könnte das auf eine chronische Unterernährung hindeuten — das Kind ist in seinem Wachstum beeinträchtigt.

      Die schlimmsten Formen von Protein-Mangelernährung sind Marasmus und Kwashiorkor oder eine Kombination von beiden. Marasmus (fortschreitende Auszehrung) tritt bei Säuglingen auf, die gestillt werden und zwischen 6 und 18 Monate alt sind. Wird ein Säugling nicht ausreichend gestillt oder bekommt er statt Muttermilch stark verdünnte Ersatznahrung, dann entsteht ein chronischer Kalorien- und Nährstoffmangel, der langsam zu Marasmus führt. Das Kind verliert stark an Gewicht, die Muskeln schwinden, sodass nur noch Haut und Knochen übrig bleiben, und das Kind ist in seinem Wachstum behindert. Außerdem hat das Baby „das Gesicht eines alten Menschen“, ist sehr empfindlich und schreit dauernd.

      Das Wort „Kwashiorkor“ kommt aus einem afrikanischen Dialekt und bedeutet „verdrängtes Kind“. Es beschreibt den Umstand, dass ein Kind durch ein jüngeres Baby von der Mutterbrust verdrängt wird. Kwashiorkor tritt nach dem Abstillen des Kindes auf und ist auf akuten Proteinmangel zurückzuführen, wobei Kalorienmangel mit im Spiel ist. Der Körper speichert Flüssigkeit, sodass Gliedmaßen und Bauch des Kindes aufgeschwemmt aussehen. Manchmal ist auch das Gesicht betroffen, und die Kinder bekommen ein aufgedunsenes Mondgesicht. Es treten Hautveränderungen auf und das Haar verändert sich in Farbe und Beschaffenheit. In diesem Zustand ist die Leber merklich angeschwollen, die Kinder sind apathisch und freudlos. Das war auch bei Erik so, der zu Beginn erwähnt wurde. Seine Mutter stillte ihn nur im ersten Monat; dann gab sie ihm stark verdünnte Kuhmilch zu trinken. Mit drei Monaten bekam er Gemüsesuppe und Zuckerwasser und wurde der Obhut einer Nachbarin überlassen.

      Die dritte Form von Protein-Mangelernährung vereinigt typische Anzeichen von Marasmus und Kwashiorkor. Alle drei Formen können zum Tod führen, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden.

      [Kasten/Bild auf Seite 8]

      KINDER VOR MANGELERNÄHRUNG SCHÜTZEN

      ◼ Wichtig ist, dass sich die Mutter gut ernährt. Schwangere und stillende Mütter haben einen erhöhten Kalorien- und Proteinbedarf. Speziell Proteine fördern die Milchproduktion. Wenn also nur wenig Lebensmittel zur Verfügung stehen, sollten vorzugsweise kleine Kinder und Frauen im gebärfähigen Alter bedacht werden.

      ◼ Muttermilch ist fast immer die beste Säuglingsnahrung. Dies gilt vor allem für die ersten Tage nach der Geburt. Muttermilch enthält nämlich Antikörper, die das Baby vor Infektionen schützen. Etwa während der ersten vier Monate bietet die Muttermilch alle Nährstoffe, die das Kind braucht, um sich normal zu entwickeln.

      ◼ Obwohl vom vierten bis zum sechsten Monat die Muttermilch weiterhin das Hauptnahrungsmittel ist, kann schon zugefüttert werden. Es werden nach und nach verschiedene Obst- und Gemüsebreie angeboten. Man sollte dem Kind jedoch immer nur eine neue Sorte auf einmal füttern. Wenn es sich nach zwei oder drei Tagen daran gewöhnt hat, kann es eine weitere kosten. Bis es die neue Nahrung akzeptiert, sind natürlich oft Geduld und Beharrlichkeit nötig. Bei der Zubereitung von Babynahrung ist Sauberkeit oberstes Gebot! Lebensmittel und Gerätschaften gut abwaschen!

      ◼ Zwischen dem fünften und dem neunten Monat reicht im Allgemeinen der Protein- und Kaloriengehalt der Muttermilch für Säuglinge nicht mehr aus. Es müssen kontinuierlich und beharrlich andere Nahrungsmittel angeboten werden: zunächst vielleicht Babynahrung mit Getreide und Gemüse, später auch Fleisch und Milchprodukte. Ganz zu Beginn wird die Nahrung passiert, doch ab dem sechsten Monat kann man sie fein zerkleinern. Zusätzliches Zuckern oder Salzen ist weder nötig noch empfehlenswert.

      ◼ Nach acht Monaten ist die Muttermilch nicht mehr der Grundbestandteil der Säuglingsnahrung, sondern eher eine Ergänzung. Das Kind isst nun das Gleiche wie die anderen in der Familie. Die Nahrungsmittel sollten peinlich sauber gehalten und fein zerkleinert werden, damit sie leichter zu kauen sind. Eine ideale Ernährung besteht aus Obst und Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchten sowie aus Fleisch und Milchprodukten.b Vor allem Kinder benötigen Nahrungsmittel mit viel Vitamin A. Dazu gehören Muttermilch, dunkelgrünes Blattgemüse sowie gelbe und orangefarbene Obst- und Gemüsesorten wie Mangos, Karotten und Papayas. Kinder unter drei Jahren brauchen fünf bis sechs Mahlzeiten am Tag.

      ◼ Wenn man dem Kind die größtmögliche Nahrungsvielfalt in unterschiedlicher Zusammensetzung anbietet, bekommt es Nährstoffe, die es zu seinem Schutz braucht. Mütter sollten darauf bedacht sein, ihr Kind mit Nahrung von guter Qualität zu versorgen, und es weder zum Essen zwingen, wenn es satt ist, noch ihm Nahrung vorenthalten, wenn es noch Hunger hat.

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