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Griechen, GriechenlandEinsichten über die Heilige Schrift, Band 1
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Unsere frühesten Kenntnisse der griechischen Religion verdanken wir der epischen Dichtung Homers. Historiker nehmen an, dass die beiden epischen Gedichte, die Ilias und die Odyssee, von ihm geschrieben wurden. Die ältesten Papyrusfragmente dieser Gedichte sollen aus der Zeit vor 150 v. u. Z. stammen. Nach dem Altphilologen Professor George G. A. Murray weichen diese frühen Texte erheblich von der Fassung ab, die in den letzten Jahrhunderten als der allgemein anerkannte Text gegolten hat (Encyclopædia Britannica, 1942, Bd. 11, S. 689). Im Gegensatz zur Bibel sind die Homerischen Texte also nicht unversehrt geblieben, sondern ihre Textgestalt war, wie Professor Murray nachgewiesen hat, überaus leicht Veränderungen unterworfen. Die Homerischen Gedichte handeln von menschlichen Helden und von Göttern, die den Menschen sehr ähnlich waren.
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Griechen, GriechenlandEinsichten über die Heilige Schrift, Band 1
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Man beachte nun, was die Schriften erkennen lassen, die Homer und Hesiod zugeschrieben werden.
Die zahlreichen Götter und Göttinnen, die darin beschrieben werden, hatten Menschengestalt und waren sehr schön, obgleich sie oft als übermenschliche Riesen dargestellt werden. Sie aßen, tranken, schliefen, hatten Geschlechtsverkehr untereinander oder sogar mit Menschen, lebten in Familien, stritten sich und schlugen sich, verführten und vergewaltigten. Obwohl angeblich heilig und unsterblich, waren sie doch zu jeder Art von Betrug und Verbrechen fähig. Sie konnten sowohl sichtbar als auch unsichtbar unter den Menschen umhergehen. Spätere griechische Schriftsteller und Philosophen suchten aus den Werken Homers und Hesiods einige der ärgsten Schandtaten, die den Göttern zugeschrieben wurden, zu entfernen.
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