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  • Bausteine einer starken und glücklichen Ehe
    Der Wachtturm 2015 | 15. Januar
    • 1. Ein glückliches Ehepaar unterhält sich. 2. Dasselbe Ehepaar und seine Herausforderungen im Alltag: Arbeit, Kindererziehung, finanzielle Sorgen und gesundheitliche Probleme in der Familie

      Bausteine einer starken und glücklichen Ehe

      „Wenn Jehova selbst das Haus nicht baut, so ist es umsonst, dass seine Bauleute hart daran gearbeitet haben“ (PS. 127:1a)

      WIE WÜRDEST DU ANTWORTEN?

      • Womit haben Verheiratete zu kämpfen?

      • Wie können Mann und Frau Jehova in ihre Ehe einbeziehen?

      • Wie kann ein Ehepaar die goldene Regel anwenden?

      1—3. Womit haben Verheiratete zu kämpfen? (Siehe Anfangsbild.)

      „JEHOVA segnet dich, wenn du dich von Herzen bemühst, eine glückliche Ehe zu führen“, sagt ein Ehemann, der seit 38 Jahren glücklich verheiratet ist. Ja, Ehemänner und Ehefrauen können schöne Momente erleben und sich in schwierigen Zeiten gegenseitig stützen (Spr. 18:22).

      2 Es ist jedoch nichts Ungewöhnliches, wenn Verheiratete auch „Drangsal im Fleisch“ erleben (1. Kor. 7:28). Woran kann das liegen? Schon allein die Alltagssorgen können eine Ehe belasten. Fehlkommunikation, Missverständnisse und verletzte Gefühle, die durch unsere unvollkommene Zunge entstehen, können in der besten Ehe für Probleme sorgen (Jak. 3:2, 5, 8). Viele Ehepaare sind nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch bei der Kindererziehung ziemlich gefordert. Stress und Erschöpfung machen es vielen schwer, die nötige Zeit zu finden, um ihre Ehe zu stärken. Die gegenseitige Liebe und der Respekt voreinander können durch finanzielle und gesundheitliche Probleme oder andere Schwierigkeiten ganz allmählich geschwächt werden. Und selbst wenn eine Ehe stabil wirkt, kann sie durch „Werke des Fleisches“ wie Hurerei, dreistes Verhalten, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Wutausbrüche und Wortzänkereien untergraben werden (Gal. 5:19-21).

      3 Für zusätzliche Belastung sorgen die „letzten Tage“, die durch eine selbstsüchtige und gottlose Einstellung geprägt sind, die Gift für die Ehe ist (2. Tim. 3:1-4). Und schließlich muss die Ehe den gezielten Angriffen eines hinterhältigen Feindes standhalten. Der Apostel Petrus warnt uns: „Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht jemand zu verschlingen“ (1. Pet. 5:8; Offb. 12:12).

      4. Wodurch ist eine starke und glückliche Ehe möglich?

      4 Ein Ehemann in Japan gibt zu: „Ich stand unter großem finanziellen Druck. Und weil meine Frau und ich im Allgemeinen nicht wirklich miteinander sprachen, geriet auch sie sehr unter Druck. Zusätzlich musste sie kürzlich mit ernsten gesundheitlichen Problemen fertigwerden. Aus diesen Gründen gerieten wir manchmal aneinander.“ Manche Probleme in der Ehe sind zwar unvermeidbar, aber nicht unüberwindbar. Mit der Hilfe Jehovas kann ein Ehepaar eine feste und glückliche Einheit bilden. (Lies Psalm 127:1.) Analysieren wir dazu fünf Bausteine, die die Bibel empfiehlt und die für eine dauerhafte und starke Ehe wichtig sind. Anschließend werden wir sehen, wie diese Bausteine durch die Liebe fest verbunden werden.

      JEHOVA IN DIE EHE EINBEZIEHEN

      5, 6. Wie kann man Jehova in seine Ehe einbeziehen?

      5 Jehova, dem Stifter der Ehe, treu und ergeben zu sein ist das Fundament einer dauerhaften Ehe. (Lies Prediger 4:12.) Ein Mann und eine Frau können Jehova in ihre Ehe einbeziehen, wenn sie seiner liebevollen Anleitung folgen. Über Gottes Volk in alter Zeit sagt die Bibel: „Deine Ohren, sie werden ein Wort hinter dir sagen hören: ‚Dies ist der Weg. Wandelt darauf‘, falls ihr zur Rechten gehen solltet oder falls ihr zur Linken gehen solltet“ (Jes. 30:20, 21). Heute können Ehepaare Jehova „hören“, wenn sie sein Wort zusammen lesen (Ps. 1:1-3). Außerdem können sie ihre Ehe durch einen Studierabend stärken, der beiden Freude macht und sie geistig erfrischt. Auch das gemeinsame Gebet ist von unschätzbarem Wert, um an einer Ehe zu arbeiten, die den Angriffen der Welt Satans standhalten kann.

      Ein Ehemann betet vor dem Studierabend mit seiner Frau

      Wenn Ehepaare Dinge gemeinsam tun, die ihren Glauben vertiefen, entwickeln sie ein enges Verhältnis zu Jehova und ihre Bindung zueinander wird gestärkt (Siehe Absatz 5, 6)

      6 Gerhard aus Deutschland sagt: „Wann immer unsere Freude durch persönliche Schwierigkeiten oder Missverständnisse getrübt wird, hilft uns der Rat aus Gottes Wort, geduldig zu sein und einander zu vergeben. Dies ist für eine erfolgreiche Ehe unerlässlich.“ Wenn sich Ehepaare anstrengen, Dinge, die ihren Glauben vertiefen, gemeinsam zu tun, beziehen sie Gott in ihre Ehe ein. So achten sie auf ein enges Verhältnis zu Jehova und ihre Bindung zueinander wird gestärkt.

      EHEMÄNNER, ÜBERNEHMT LIEBEVOLL DIE FÜHRUNG

      7. Wie sollten Ehemänner ihre Rolle als Haupt ausüben?

      7 Durch die Art, wie der Ehemann die Führung übernimmt, kann er sehr viel dazu beitragen, eine starke und glückliche Ehe aufzubauen. Die Bibel sagt, „dass das Haupt jedes Mannes der Christus ist; das Haupt einer Frau aber ist der Mann“ (1. Kor. 11:3). Aus dem Kontext dieser Aussage geht hervor, wie ein Mann seine Rolle als Haupt ausüben sollte — nämlich so, wie der Christus seine Autorität über den Mann ausübt. Jesus war nie tyrannisch oder hart, sondern immer liebevoll, sanft, vernünftig, mildgesinnt und von Herzen demütig (Mat. 11:28-30).

      8. Was kann ein Mann tun, damit ihn seine Frau liebt und respektiert?

      8 Christliche Ehemänner sagen ihren Frauen nicht ständig, dass sie sie zu respektieren haben. Vielmehr werden Männer aufgefordert: „Wohnt gleicherweise weiterhin bei ihnen gemäß Erkenntnis“, und erweist ihnen Ehre „als einem schwächeren Gefäß, dem weiblichen“ (1. Pet. 3:7). Ein Mann zeigt seiner Frau, wie wertvoll sie für ihn ist, wenn er respektvoll mit ihr redet und sie mitfühlend behandelt, und zwar immer — nicht nur im Beisein anderer (Spr. 31:28). Übt ein Mann seine Führung liebevoll aus, gewinnt er die Liebe und den Respekt seiner Frau und Gott kann die Ehe segnen.

      EHEFRAUEN, SEID BEREIT EUCH UNTERZUORDNEN

      9. Wie kann eine Ehefrau zeigen, dass sie bereit ist, sich unterzuordnen?

      9 Selbstlose, grundsatztreue Liebe zu Jehova hilft uns allen, uns ihm unterzuordnen (1. Pet. 5:6). Eine Frau kann dies unter anderem dadurch tun, dass sie mit ihrem Mann gut zusammenarbeitet. So zeigt sie ihren Respekt vor Jehovas Autorität. Die Bibel sagt: „Ihr Frauen, seid euren Männern untertan, wie es sich schickt im Herrn“ (Kol. 3:18). Natürlich werden einer Frau nicht alle Entscheidungen ihres Mannes gefallen. Solange diese aber im Einklang mit Gottes Gesetzen sind, wird eine Frau, die bereit ist sich unterzuordnen, ihren Mann gern unterstützen (1. Pet. 3:1).

      10. Warum ist es wichtig, sich unterzuordnen?

      10 Eine Ehefrau nimmt als „Mitgenossin“ oder Gefährtin ihres Mannes einen ehrenvollen Platz ein (Mal. 2:14). Bei Entscheidungen, die die Familie betreffen, leistet eine Frau einen wertvollen Beitrag, wenn sie demütig und respektvoll sagt, was sie denkt und fühlt. Ein kluger Mann wird ihr aufmerksam zuhören (Spr. 31:10-31). Sich liebevoll unterzuordnen kann die Freude, den Frieden und die Harmonie in der Familie fördern. Mann und Frau verspüren dann tiefe Zufriedenheit, weil sie wissen, dass sie Jehova gefallen (Eph. 5:22).

      VERGEBT EINANDER BEREITWILLIG

      11. Warum sollte man unbedingt vergeben?

      11 Ein weiterer wichtiger Baustein für eine dauerhafte Ehe ist Vergebung. Die Einheit einer Ehe wird gestärkt, wenn Mann und Frau den Rat befolgen: „Fahrt fort, einander zu ertragen und einander bereitwillig zu vergeben“ (Kol. 3:13). Führt ein Ehepaar aber sozusagen eine Fehlerstrichliste und verwendet diese dann als Munition für neue Angriffe, leidet ihr Verhältnis zueinander. So wie Risse ein Gebäude schwächen können, machen es Groll und Verbitterung nämlich immer schwerer zu vergeben. Doch wenn Mann und Frau einander bereitwillig vergeben, so wie auch Jehova ihnen vergibt, werden sie immer mehr zusammenwachsen (Mi. 7:18, 19).

      12. Was bedeutet es, dass Liebe eine Menge von Sünden zudeckt?

      12 Wahre Liebe „rechnet das Böse nicht an“, denn „Liebe deckt eine Menge von Sünden zu“ (1. Kor. 13:4, 5; lies 1. Petrus 4:8). Mit anderen Worten: Liebe kennt keine Grenzen, wenn es darum geht, wie oft man vergibt. Als der Apostel Petrus fragte, wievielmal er vergeben solle, antwortete Jesus: „Bis zu siebenundsiebzigmal“ (Mat. 18:21, 22). Dadurch zeigte er, dass es praktisch keine Grenze dafür gibt, wie oft ein Christ anderen vergeben sollte (Spr. 10:12).a

      13. Was kann man tun, wenn es einem schwerfällt zu vergeben?

      13 Annette sagt: „Wenn ein Ehepaar nicht zum Vergeben bereit ist, entstehen Groll und Misstrauen, und das ist Gift für die Ehe. Gern zu vergeben stärkt das Band der Ehe und man wächst immer mehr zusammen.“ Und was, wenn es einem schwerfällt zu vergeben? Dann hilft es, daran zu arbeiten, dankbar zu sein und Wertschätzung zu haben. Warum es sich also nicht zur Gewohnheit machen, seinen Ehepartner aufrichtig zu loben? (Kol. 3:15). Wer gern vergibt, wird inneren Frieden, Einheit und den Segen Jehovas verspüren (Röm. 14:19).

      DIE GOLDENE REGEL ANWENDEN

      14, 15. Was besagt die goldene Regel, und warum ist sie für die Ehe wertvoll?

      14 Ohne Zweifel möchte jeder mit Würde und Respekt behandelt werden. Jeder schätzt es, wenn seine Gedanken und Gefühle ernst genommen werden. Aber haben wir schon einmal jemand sagen hören: „Das zahl ich ihm mit gleicher Münze heim!“? Auch wenn so eine Reaktion manchmal verständlich ist, rät uns die Bibel: „Sprich nicht: ‚So, wie er mir getan hat, so werde ich ihm tun‘ “ (Spr. 24:29). Jesus empfiehlt einen besseren Weg, um mit schwierigen Situationen umzugehen, nämlich: „Wie ihr wollt, dass euch die Menschen tun, so tut auch ihnen.“ Diese Verhaltensregel ist als goldene Regel bekannt (Luk. 6:31). Jesus meinte damit, dass wir andere so behandeln sollten, wie wir behandelt werden möchten. Wir sollten also auf Unfreundlichkeit nicht mit Unfreundlichkeit reagieren. Dies bedeutet für die Ehe, in die Beziehung das einzubringen, was man sich selbst von ihr erhofft.

      15 Verheiratete können ihre Beziehung stärken, wenn sie ein Gespür für die Gefühle des anderen entwickeln. Ein Ehemann aus Südafrika erzählt: „Wir versuchen die goldene Regel anzuwenden. Zugegeben, manchmal ärgern wir uns schon über den anderen, aber wir arbeiten hart daran, uns gegenseitig so zu behandeln, wie wir selbst gern behandelt werden wollen, nämlich mit Würde und Respekt.“

      16. Wie dürfen sich Ehepartner nicht behandeln?

      16 Decken wir die Schwächen unseres Partners nicht auf und hacken wir nicht ständig auf seinen Eigenarten herum — nicht einmal im Spaß. Denken wir auch daran: Die Ehe ist kein Wettkampf, um herauszufinden, wer der Stärkere, Lautere oder Bissigere ist. Es stimmt, wir alle haben Fehler und verärgern andere manchmal. Aber es gibt keinen Grund — weder für den Mann noch für die Frau —, der es rechtfertigt, eine sarkastische oder demütigende Sprache zu verwenden oder, schlimmer noch, irgendwie handgreiflich zu werden. (Lies Sprüche 17:27; 31:26.)

      17. Wie kann ein Ehemann nach der goldenen Regel leben?

      17 In manchen Kulturen gelten Männer, die ihre Frauen tyrannisieren oder schlagen, zwar als männlich, aber die Bibel sagt: „Wer langsam ist zum Zorn, ist besser als ein Starker, und wer seinen Geist beherrscht, als einer, der eine Stadt einnimmt“ (Sprüche 16:32). Es erfordert große moralische Stärke, den herausragendsten Mann, der je lebte, Jesus Christus, nachzuahmen und sich zu beherrschen. Ein Mann, der seine Frau körperlich oder verbal misshandelt, ist alles andere als männlich und er verliert sein gutes Verhältnis zu Jehova. Der Psalmist David, der selbst ein starker und mutiger Mann war, rät: „Seid erregt [oder zornig], doch sündigt nicht. Sprecht euch aus in eurem Herzen auf eurem Bett, und bleibt still“ (Psalm 4:4).

      „KLEIDET EUCH MIT LIEBE“

      18. Warum ist die Liebe für die Ehe so wichtig?

      18 Lies 1. Korinther 13:4-7. Die Liebe ist die wichtigste Eigenschaft in der Ehe. „Kleidet euch . . . mit der innigen Zuneigung des Erbarmens, mit Güte, Demut, Milde und Langmut. Außer allen diesen Dingen aber kleidet euch mit Liebe, denn sie ist ein vollkommenes Band der Einheit“ (Kol. 3:12, 14). Selbstlose Liebe, wie Christus sie zeigte, ist der Mörtel, der die Bausteine einer stabilen Ehe zusammenhält. Die Ehe bleibt dann unzerstörbar, und das trotz ärgerlicher Charakterschwächen, entmutigender Gesundheitsprobleme, bedrückender finanzieller Krisen oder Problemen mit angeheirateten Verwandten.

      19, 20. (a) Wie baut man eine starke und glückliche Ehe auf? (b) Was werden wir im nächsten Artikel behandeln?

      19 Liebe, Treue, tiefe Verbundenheit und ernsthaftes Bemühen sind für eine erfolgreiche Ehe wirklich unerlässlich. Anstatt seine Ehe bei Schwierigkeiten aufzugeben, sollten beide entschlossen sein, ihr Verhältnis zueinander ständig zu vertiefen und es nicht nur irgendwie am Leben zu erhalten. Ehepaare, die einander und Jehova ergeben sind, werden durch Liebe dazu gedrängt, ihre Schwierigkeiten zu beheben, denn „die Liebe versagt nie“ (1. Kor. 13:8; Mat. 19:5, 6; Heb. 13:4).

      20 Eine starke und glückliche Ehe aufzubauen ist in den gegenwärtigen „kritischen Zeiten“ besonders schwer (2. Tim. 3:1). Doch mit der Hilfe Jehovas ist es möglich. Allerdings haben Ehepaare auch mit dem zunehmenden moralischen Verfall in der heutigen Welt zu kämpfen. Der Folgeartikel geht darauf ein, was Mann und Frau tun können, um ihre Ehe zu stärken und zu verteidigen.

      a Auch wenn Ehepaare daran arbeiten, ihre Probleme zu lösen, und versuchen sollten einander zu vergeben, bleibt es bei Ehebruch gemäß der Bibel dem unschuldigen Partner überlassen, ob er sich scheiden lässt oder nicht (Mat. 19:9). Siehe den Artikel: „Was sagt die Bibel? Ehebruch — vergeben oder nicht?“ im Erwachet! vom 8. August 1995.

  • Lass Jehova deine Ehe stärken und beschützen
    Der Wachtturm 2015 | 15. Januar
    • 1. Ein glückliches, lachendes Ehepaar. 2. Dasselbe Ehepaar ist auf der Arbeit Versuchungen ausgesetzt, aber es vermeidet unnötige Gemeinschaft mit Arbeitskollegen, die keine Zeugen sind

      Lass Jehova deine Ehe stärken und beschützen

      „Wenn Jehova selbst die Stadt nicht behütet, so ist es umsonst, dass der Wächter ständig gewacht hat“ (PS. 127:1b)

      KANNST DU ES ERKLÄREN?

      • Warum müssen wir auf unser Herz achtgeben?

      • Warum müssen wir Jehova immer näher kommen?

      • Welche Art der Kommunikation stärkt die Ehe?

      1, 2. (a) Wie kam es dazu, dass 24 000 Israeliten wundervolle Segnungen entgingen? (b) Warum ist dieses Ereignis auch für uns von Bedeutung?

      NUR kurz bevor die Nation Israel in das verheißene Land einzog, starben 24 000 Männer durch die Hand Jehovas. Wie kam es dazu? Sie hatten sich „mit den Töchtern Moabs [auf] unsittliche Beziehungen“ eingelassen. Stellen wir uns nur vor: Ihr langersehntes Erbe war zum Greifen nah, und dennoch entgingen ihnen wundervolle Segnungen, weil sie der Versuchung erlagen (4. Mo. 25:1-5, 9).

      2 Dieses tragische Ereignis ist „zur Warnung für uns geschrieben worden, auf welche die Enden der Systeme der Dinge gekommen sind“ (1. Kor. 10:6-11). Jetzt, im Schlussteil der „letzten Tage“, steht Gottes Volk an der Schwelle zu der gerechten neuen Welt (2. Tim. 3:1; 2. Pet. 3:13). Traurigerweise sind auch heute einige Diener Jehovas nicht wachsam geblieben. Sie haben sich in Unmoral hineinziehen lassen und mussten die bitteren Folgen ihres Verhaltens tragen. Dabei setzen sie ihr ewiges Leben aufs Spiel.

      3. Warum benötigen Verheiratete Jehovas Anleitung und Schutz? (Siehe Anfangsbild.)

      3 Weil sich Unmoral heute wie eine Seuche ausbreitet, benötigen Männer und Frauen Jehovas Anleitung und Schutz, damit ihre Bemühungen, ihre Ehe zu schützen, nicht umsonst sind. (Lies Psalm 127:1.) Wir werden sehen, wie Mann und Frau ihre Ehe stärken können, wenn sie auf ihr Herz achtgeben, Gott näherkommen, die neue Persönlichkeit anziehen, eine sinnvolle Kommunikation pflegen und die eheliche Pflicht leisten.

      AUF UNSER HERZ ACHTGEBEN

      4. Wieso haben sich einige Christen unmoralisch verhalten?

      4 Wie kann es passieren, dass sich ein Christ unmoralisch verhält? Unmoral beginnt oft mit den Augen. Jesus erklärte, „dass jeder, der fortwährend eine Frau ansieht, um so in Leidenschaft zu ihr zu entbrennen, in seinem Herzen schon mit ihr Ehebruch begangen hat“ (Mat. 5:27, 28; 2. Pet. 2:14). Viele Christen, die sich unmoralisch verhielten, haben ihre moralische „Abwehr“ dadurch geschwächt, dass sie sich mit Pornographie oder erotischer Literatur befassten oder sich im Internet aufreizendes Material ansahen. Einige haben sich von Filmen, Bühnenshows oder Fernsehsendungen mit eindeutig sexuellem Inhalt unterhalten lassen. Andere haben Nachtklubs und Striptease-Shows besucht oder ließen sich in Massagesalons sinnliche Massagen geben.

      5. Warum müssen wir auf unser Herz aufpassen?

      5 Wieder andere erlagen der Versuchung, weil sie der falschen Person ihre Aufmerksamkeit schenkten. In einer Welt, in der man hemmungslos ist und sich an jeder Art von Unmoral erfreut, ist es für das verräterische Herz nur allzu leicht, für jemand anderen als den Ehepartner Gefühle zu entwickeln. (Lies Jeremia 17:9, 10.) Wie Jesus ja sagte, „kommen aus dem Herzen böse Überlegungen, Mordtaten, Ehebrüche, Hurereien“ (Mat. 15:19).

      6, 7. (a) Wie kann uns das Herz betrügen? (b) Wie kann ein moralischer Absturz vermieden werden?

      6 Haben sich erst einmal verkehrte Wünsche im verräterischen Herz entwickelt, kann es passieren, dass zwei Menschen, die sich zueinander hingezogen fühlen, anfangen, über Dinge zu reden, die sie nur mit ihrem Ehepartner teilen sollten. Schon bald sorgen sie für immer mehr Gelegenheiten, zusammen zu sein, und ihre scheinbar zufälligen und harmlosen Begegnungen werden immer häufiger. Je stärker ihre Gefühle werden, desto schwächer wird ihre moralische „Abwehr“. Und je weiter sie gehen, desto schwieriger wird es, die Sache zu beenden — und das, obwohl sie wissen, dass sie etwas Falsches tun (Spr. 7:21, 22).

      7 Biblische Maßstäbe werden von ihnen immer mehr beiseite gedrängt und ihre moralische „Abwehr“ zerbröckelt. Unangebrachte Wünsche und Unterhaltungen führen dann zu Händchenhalten, Küssen, Streicheln oder sogar zu leidenschaftlichen und erotischen Umarmungen, Liebkosungen und Küssen oder zu anderen Zuneigungsbekundungen — alles Dinge, die nur dem Ehepartner zustehen. Schlussendlich werden sie von ihrer „eigenen Begierde fortgezogen und gelockt“. Und „wenn dann die Begierde befruchtet ist, gebiert sie Sünde“, in diesem Fall also Ehebruch (Jak. 1:14, 15). Wie tragisch! Dieser moralische Absturz hätte vermieden werden können, wenn beide es Jehova erlaubt hätten, ihre Achtung vor der Heiligkeit der Ehe zu stärken. Aber wie kann diese Achtung gestärkt werden?

      GOTT IMMER NÄHER KOMMEN

      8. Inwiefern schützt die Freundschaft zu Jehova vor Unmoral?

      8 Lies Psalm 97:10. Die Freundschaft zu Jehova kann uns vor Unmoral schützen. Wenn wir Gottes anziehende Eigenschaften kennenlernen und uns bemühen, „Nachahmer Gottes als geliebte Kinder“ zu werden und „weiterhin in der Liebe“ zu wandeln, werden wir gestärkt, „Hurerei und jede Art Unreinheit“ abzuwehren (Eph. 5:1-4). „Gott wird Hurer und Ehebrecher richten.“ Sich dessen bewusst zu sein veranlasst Verheiratete, hart daran zu arbeiten, ihre Ehe in Ehren zu halten und einander treu zu sein (Heb. 13:4).

      9. (a) Warum konnte Joseph der Versuchung widerstehen? (b) Was können wir aus Josephs Beispiel lernen?

      9 Einige treue Diener Gottes haben ihre moralische „Abwehr“ dadurch geschwächt, dass sie mit Arbeitskollegen, die keine Zeugen sind, Freizeit verbrachten. Aber auch während der Arbeitszeit können Versuchungen auftreten. So war es zum Beispiel bei dem jungen, gut aussehenden Joseph. Die Frau seines Arbeitgebers fühlte sich sehr zu ihm hingezogen. Tag für Tag versuchte sie ihn zu verführen. Schließlich „packte sie ihn bei seinem Kleid und sprach: ‚Leg dich zu mir!‘ “ Aber Joseph schaffte es zu fliehen. Was half ihm, seine moralische „Abwehr“ intakt zu halten und rein zu bleiben? Er war fest entschlossen, sein Verhältnis zu Gott nicht zerstören zu lassen. Joseph verlor deshalb zwar seine Arbeit und kam zu Unrecht ins Gefängnis — aber Jehova belohnte ihn (1. Mo. 39:1-12; 41:38-43). Ob am Arbeitsplatz oder privat: Christen dürfen sich nicht in Situationen bringen, in denen sie versucht werden könnten.

      DIE NEUE PERSÖNLICHKEIT ANZIEHEN

      10. Wie schützt uns die neue Persönlichkeit?

      10 Da die neue Persönlichkeit „nach Gottes Willen in wahrer Gerechtigkeit und Loyalität geschaffen worden ist“, trägt sie wesentlich dazu bei, die Ehe zu schützen (Eph. 4:24). Wer die neue Persönlichkeit anzieht, „ertötet“ sozusagen die Glieder seines Leibes „in Bezug auf Hurerei, Unreinheit, sexuelle Gelüste, schädliche Begierde und Habsucht“. (Lies Kolosser 3:5, 6.) Das Wort „ertöten“ zeigt ganz klar, dass wir drastische Maßnahmen ergreifen müssen, um gegen unmoralische Wünsche anzukämpfen. Wir werden alles vermeiden, was ein sexuelles Verlangen für jemand anders als unseren Ehepartner wecken könnte (Hiob 31:1). Je mehr wir unser Leben nach Gottes Willen ausrichten, desto mehr werden wir das Böse verabscheuen und am Guten festhalten (Röm. 12:2, 9).

      11. Wie stärkt die neue Persönlichkeit eine Ehe?

      11 Die neue Persönlichkeit spiegelt die Persönlichkeit Jehovas wider, nach dessen Bild sie geschaffen ist (Kol. 3:10). Wie gut es doch ist, wenn Ehemänner und Ehefrauen ihre moralische „Abwehr“ stärken, indem sie sich „mit der innigen Zuneigung des Erbarmens, mit Güte, Demut, Milde und Langmut“ kleiden (Kol. 3:12). Die Ehe wird auch harmonischer, wenn sie sich von dem „Frieden des Christus“ leiten lassen (Kol. 3:15). Haben Ehepaare „innige Zuneigung zueinander“, macht es ihnen Freude, einander „in Ehrerbietung“ zuvorzukommen (Röm. 12:10).

      12. Welche Eigenschaften findest du für eine glückliche Ehe wichtig?

      12 Auf die Frage, welche Eigenschaften zu einer glücklichen Ehe beitragen, sagte ein Ehemann: „Liebe ist die Haupteigenschaft, an der wir immer arbeiten. Und wir haben auch gemerkt, dass die Milde sehr wichtig ist.“ Seine Frau stimmt dem zu und sagt: „Auch Güte darf auf keinen Fall fehlen. Außerdem versuchen wir demütig zu sein, auch wenn es nicht immer leicht ist.“

      GUTE KOMMUNIKATION PFLEGEN

      13. Was ist ein Schlüssel für eine stabile Ehe, und warum?

      13 Liebevoll miteinander zu reden ist ohne Frage ein Schlüssel für eine stabile Ehe. Wie traurig wäre es doch, wenn Verheiratete mit völlig Fremden oder sogar mit ihren Haustieren respektvoller reden würden als mit ihrem Partner! Durch „boshafte Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und lästerliches Reden“ zerstört ein Ehepaar langsam aber sicher sein Verhältnis zueinander (Eph. 4:31). Anstatt ihre Ehe durch ständige Kritik oder beißenden Sarkasmus zu untergraben, sollten Ehepaare ihre Bindung durch freundliche, liebevolle und mitfühlende Worte stärken (Eph. 4:32).

      14. Was sollte man vermeiden?

      14 Wie die Bibel sagt, gibt es durchaus „eine Zeit zum Schweigen“ (Pred. 3:7). Das heißt aber nicht, dass wir uns hinter einer Mauer des Schweigens zurückziehen sollten, was notwendige Kommunikation verhindern würde. Eine Ehefrau aus Deutschland sagt: „In so einer Situation kann Schweigen den Partner verletzen.“ Sie fügt aber hinzu: „Auch wenn es unter Stress nicht immer leicht ist, ruhig zu bleiben, ist es nicht gut, einfach Dampf abzulassen. Man sagt oder tut sonst schnell etwas, was den Partner verletzt und alles nur noch schlimmer macht.“ Ein Ehepaar, das sich anschreit oder nicht miteinander redet, wird seine Probleme nicht lösen. Wer seine Ehe stärken möchte, lässt Unstimmigkeiten daher nicht zur Regel oder zu endlosen Streitigkeiten werden.

      15. Wie kann gute Kommunikation eine Ehe stabilisieren?

      15 Die Ehe wird gestärkt, wenn man sich Zeit nimmt, über seine Gefühle und Ansichten zu sprechen. Und wie man etwas sagt, ist genauso wichtig, wie das, was man sagt. Bemühen wir uns deshalb auch in schwierigen Situationen um freundliche Worte und um einen freundlichen Ton. So machen wir es unserem Partner leichter zuzuhören. (Lies Kolosser 4:6.) Mann und Frau können ihre Ehe durch gute Kommunikation stabilisieren, indem sie nur sagen, „was immer zur Erbauung gut ist, wie es nötig sein mag, damit es [dem Partner] förderlich sei“ (Eph. 4:29).

      Ein Ehepaar nimmt sich Zeit, miteinander zu reden

      Mann und Frau können ihre Ehe durch gute Kommunikation stabilisieren (Siehe Absatz 15)

      DIE EHELICHE PFLICHT ERFÜLLEN

      16, 17. Warum sollten Verheiratete ein Gespür für die emotionalen und sexuellen Bedürfnisse ihres Partners entwickeln?

      16 Ehepaare können ihre Ehe auch dadurch festigen, dass sie die Interessen des anderen über ihre eigenen stellen, und so den Vorteil des anderen suchen (Phil. 2:3, 4). Beide sollten ein Gespür für die emotionalen und sexuellen Bedürfnisse ihres Partners entwickeln. (Lies 1. Korinther 7:3, 4.)

      17 Bedauerlicherweise versäumen es manche, ihrem Partner Zuneigung zu zeigen, oder möchten nicht intim werden, und einige Männer betrachten Zärtlichkeiten als unmännlich. Die Bibel rät Männern jedoch: „Zeigt euch im Zusammenleben mit euren Frauen verständnisvoll“ (1. Pet. 3:7, Neue Genfer Übersetzung). Ein Mann muss verstehen, dass die eheliche Pflicht mehr als nur die körperliche Vereinigung einschließt. Eine Frau hat wahrscheinlich mehr Freude am ehelichen Verkehr, wenn ihr Mann auch zu anderen Zeiten als beim Sex zärtlich ist. Nehmen beide liebevoll aufeinander Rücksicht, können sie auf die emotionalen und körperlichen Bedürfnisse des anderen besser eingehen.

      18. Wie kann ein Paar seine Ehe stärken?

      18 Auch wenn es für eheliche Untreue keine Entschuldigung gibt, kann fehlende Zuneigung ein Grund sein, warum ein Partner bei jemand anderem Zuneigung und Intimität sucht (Spr. 5:18; Pred. 9:9). Daher drängt die Bibel Verheiratete: „Entzieht es einander nicht, außer mit gegenseitiger Einwilligung für eine bestimmte Zeit.“ Warum? Damit „Satan euch nicht wegen eures Mangels an Selbstbeherrschung beständig versuche“ (1. Kor. 7:5). Wie tragisch es doch wäre, wenn Ehepartner es zulassen würden, dass der Teufel ihren „Mangel an Selbstbeherrschung“ ausnutzt und einen oder beide dazu bringt, einer Versuchung nachzugeben und Ehebruch zu begehen! Suchen beide Partner andererseits nicht den „eigenen Vorteil, sondern den des anderen“, schenken sie dem Partner das, was ihm zusteht, aus Liebe und nicht bloß aus Pflichtgefühl. So können liebevolle Intimbeziehungen die Ehe stärken (1. Kor. 10:24).

      SCHÜTZE DEINE EHE

      19. Wozu sind wir entschlossen, und warum?

      19 Wir stehen an der Schwelle zur gerechten neuen Welt. Daher wäre es für uns genauso verheerend wie für die 24 000 Israeliten in den Ebenen Moabs, unmoralischen Begierden nachzugeben. Nach der Beschreibung dieses beschämenden und tragischen Ereignisses, warnt Gottes Wort: „Wer daher denkt, er stehe, der sehe zu, dass er nicht falle“ (1. Kor. 10:12). Wie wichtig ist es da, unserem himmlischen Vater und unserem Ehepartner treu zu bleiben und so unsere Ehe zu festigen (Mat. 19:5, 6). Jetzt mehr denn je müssen wir unser Äußerstes tun, um schließlich von Jehova „fleckenlos und makellos und in Frieden erfunden zu werden“ (2. Pet. 3:13, 14).

  • Wahre Liebe: Ist sie möglich?
    Der Wachtturm 2015 | 15. Januar
    • 1. Ein glückliches älteres Ehepaar. 2. Dasselbe Ehepaar bei seiner Verlobung, an seinem Hochzeitstag, wie es einen besonderen Moment erlebt und im Alter Hand-in-Hand geht

      Wahre Liebe: Ist sie möglich?

      „Ihre Gluten sind die Gluten eines Feuers, die Flamme Jahs“ (HOH. 8:6)

      KANNST DU ES BEANTWORTEN?

      • Warum ist wahre Liebe zwischen Mann und Frau möglich?

      • Was können Verheiratete aus dem Hohen Lied lernen?

      • Was können Ledige zum Thema Kennenlernen und Partnerwahl lernen?

      1, 2. Wer kann aus dem Hohen Lied etwas lernen, und warum? (Siehe Anfangsbild.)

      „WIE verliebt sie sich doch ansehen und wie zärtlich sie sich berühren. Wer könnte leugnen, dass sie sich sehr lieben!“ Das geht dem Ältesten, der gerade ihre Hochzeitsansprache gehalten hat, durch den Sinn. Während das Brautpaar anmutig über die Tanzfläche schwebt, fragt er sich aber unwillkürlich: „Wird die Ehe halten? Wird sich ihre Liebe mit den Jahren vertiefen oder wird sie bald verflogen sein?“ Wenn die Liebe zwischen Mann und Frau unerschütterlich und dauerhaft ist, kann sie wirklich etwas Wunderschönes sein. Doch weil so viele Ehen auseinanderbrechen, ist die Frage angebracht: Kann Liebe wirklich von Dauer sein?

      2 Wahre Liebe war sogar im alten Israel in den Tagen König Salomos eine Seltenheit. Über die damals vorherrschende Moral schrieb er: „Einen [gerechten] Mann aus tausend habe ich gefunden, aber eine Frau habe ich unter all diesen nicht gefunden. Siehe! Nur dies habe ich gefunden, dass der wahre Gott den Menschen rechtschaffen gemacht hat, sie aber haben viele Pläne ausgesucht“ (Pred. 7:26-29). Das lag zum großen Teil am Einfluss fremdländischer Frauen, die den Baal anbeteten. Das sittliche Niveau war damals so tief gesunken, dass es für Salomo schwer war, auch nur einen Mann oder eine Frau mit hoher Moral zu finden.a Etwa 20 Jahre zuvor jedoch hatte er ein Gedicht geschrieben: das Hohe Lied. Wie der Inhalt zeigt, gibt es die dauerhafte Liebe zwischen Mann und Frau tatsächlich. Darin wird auch lebhaft geschildert, was wahre Liebe ist und wie sie zum Ausdruck kommt. Verheiratete und ledige Diener Jehovas können viel über die wahre Liebe erfahren, wenn sie sich mit diesem Bibelbuch näher beschäftigen.

      WAHRE LIEBE IST MÖGLICH!

      3. Warum ist wahre Liebe zwischen Mann und Frau möglich?

      3 Lies Hohes Lied 8:6. Schon allein der Ausdruck „die Flamme Jahs“ spricht Bände. Da Jehova der Quell der Liebe ist, kann wahre Liebe als „die Flamme Jahs“ bezeichnet werden. Er erschuf den Menschen in seinem Bilde, also mit der Fähigkeit zu lieben (1. Mo. 1:26, 27). Als Gott den ersten Mann, Adam, und die erste Frau, Eva, zusammenführte, kamen Adam geradezu poetische Worte über die Lippen. Und auch Eva fühlte sich ihrem Mann bestimmt sehr nahe, denn sie war schließlich ein Teil von ihm (1. Mo. 2:21-23). Da Jehova den Menschen die Fähigkeit gegeben hat, Liebe zu zeigen, ist es einem Mann und einer Frau möglich, einander unerschütterlich und für immer zu lieben.

      4, 5. Fasse den Inhalt vom Hohen Lied kurz zusammen.

      4 Die Liebe zwischen Mann und Frau zeichnet sich aber nicht nur dadurch aus, dass sie beständig und dauerhaft sein kann. Dies wird im Hohen Lied schön beschrieben. Der Text des Liedes ist ähnlich wie bei einem Libretto oder einer Oper aufgebaut und handelt von einer jungen Frau aus dem ländlichem Sunem oder Sulem und ihrem geliebten Hirten. Von ihrer Schönheit angezogen, lässt Salomo sie in sein Lager bringen, das sich in der Nähe des Weingartens befand, in dem sie arbeitete. Doch von Anfang an ist klar, dass sie nur ihren Hirten liebt. Als Salomo versucht, sie für sich zu gewinnen, sagt sie ihm offen, wie sehr sie sich nach ihrem Liebsten sehnt (Hoh. 1:4-14). Auch der Hirte kommt in das Lager Salomos und die Liebenden tauschen zärtliche Worte aus (Hoh. 1:15-17).

      5 Salomo kehrt nach Jerusalem zurück und nimmt die junge Frau mit. Der Hirte folgt ihr (Hoh. 4:1-5, 8, 9). Alle Bemühungen Salomos, die Liebe der jungen Frau zu gewinnen, schlagen fehl (Hoh. 6:4-7; 7:1-10). Schließlich lässt der König sie nach Hause zurückkehren. Die Sulamith wünscht sich, dass ihr Liebster schnell, „gleich einer Gazelle“ zu ihr eilt. Damit endet das Lied (Hoh. 8:14).

      6. Warum ist es in diesem Werk schwierig, die Sprecher zuzuordnen?

      6 So aussagekräftig und schön Salomo „das erhabenste Lied“ auch komponiert hat, ist es gar nicht so leicht, die Dialoge, Selbstgespräche und Träume den Sprechern zuzuordnen (Hoh. 1:1). Gemäß The New Interpreter’s Dictionary of the Bible „sind Dinge wie die Handlung, Geschichte, Erzählentwicklung und die Charaktere nicht das Wichtigste“. Um also nicht von der Lyrik und Poesie der Komposition abzulenken, hat man wohl die Namen der Sprecher weggelassen. Dennoch kann man von dem, was gesagt wird, ableiten, wer es sagt oder zu wem es gesagt wird.b

      „DEINE LIEBKOSUNGEN SIND BESSER ALS WEIN“

      7, 8. Was kann über die „Liebkosungen“ im Hohen Lied gesagt werden? Nenne Beispiele.

      7 Das Hohe Lied ist voller „Liebkosungen“, also voller Worte und Taten, durch die die junge Frau und der Hirte ihre Zuneigung zueinander zeigen. Heute wirkt die Ausdrucksweise zwar ungewöhnlich, da sie der orientalischen Kultur vor etwa 3 000 Jahren entspricht. Die Worte sind dennoch voller Bedeutung und die Gefühle, die darin zum Ausdruck kommen, sind uns nicht unbekannt. Zum Beispiel schwärmt der Hirte von den sanften Augen der jungen Frau, die er mit „Taubenaugen“ vergleicht (Hoh. 1:15). Sie wiederum vergleicht seine Augen nicht mit den Augen der Taube, sondern mit den Tauben selbst. (Lies Hohes Lied 5:12.) Die weiß umrahmte dunkle Iris erscheint ihr so schön, wie eine Taube, die in Milch badet.

      8 Nicht alle Komplimente in diesem Lied gelten der äußeren Schönheit der jungen Frau, denn der Hirte lobt auch ihre Worte. (Lies Hohes Lied 4:7, 11.) Von ihren Lippen wird gesagt, dass sie „von Wabenhonig triefen“. Warum Wabenhonig? Weil er aromatischer und süßer ist als Honig, der der Luft ausgesetzt worden war. „Honig und Milch sind unter deiner Zunge“ bedeutet: Ihre Worte sind so angenehm und gut wie Honig und Milch. Wenn der Hirte zur jungen Frau sagt, „du bist ganz und gar schön . . . es ist kein Makel an dir“, spricht er offensichtlich von mehr als nur ihrer äußeren Schönheit.

      9. (a) Was schließt die Liebe in der Ehe alles ein? (b) Warum ist es wichtig, dass Verheiratete einander ihre Liebe zeigen?

      9 Die Ehe ist nicht bloß ein Vertrag oder eine schriftliche Vereinbarung ohne Zuneigung und Liebe. Die Liebe ist vielmehr das Markenzeichen einer christlichen Ehe. Aber was für eine Art Liebe ist gemeint? Ist es Liebe, die sich von biblischen Grundsätzen leiten lässt? (1. Joh. 4:8). Schließt sie die Zuneigung ein, die von Natur aus zwischen Familienmitgliedern herrscht? Spielt herzliche Verbundenheit wie zu einem echten Freund eine Rolle? (Joh. 11:3). Oder ist es erotische Liebe? (Spr. 5:15-20). Genau genommen schließt die wahre und dauerhafte Liebe zwischen Ehepartnern all dies ein. Doch Liebe kann nur dann verspürt werden, wenn sie gezeigt wird. Wie wichtig ist es daher, dass Verheiratete einander immer wieder ihre Liebe zeigen und sich von alltäglichen Dingen nicht davon abhalten lassen! Dies kann viel dazu beitragen, dass sich beide in der Ehe glücklich und geborgen fühlen. Gerade in Kulturen, wo Ehen oft arrangiert werden und wo sich Mann und Frau vor der Hochzeit kaum kennen, ist es besonders wichtig, dass sie ihre Zuneigung zueinander in Worten zum Ausdruck bringen. Denn nur so kann ihre Liebe wachsen und gedeihen.

      10. Warum sind Erinnerungen an „Liebkosungen“ wichtig?

      10 Zuneigung zu zeigen ist für Verheiratete auch noch aus einem weiteren Grund wichtig. König Salomo bot der Sulamith „Ringe aus Gold . . . mit silbernen Kügelchen“ an. Er überhäufte sie geradezu mit Komplimenten. Für ihn war sie „schön wie der Vollmond, lauter wie die Sonnenglut“ (Hoh. 1:9-11; 6:10). Aber die junge Frau blieb ihrem geliebten Hirten treu. Was stärkte und tröstete sie in der Zeit, als sie getrennt waren? (Lies Hohes Lied 1:2, 3.) Es war die Erinnerung an seine „Liebkosungen“. Für sie waren sie „besser als Wein“, der das Herz erfreut und sein Name war so wohltuend wie duftendes „Öl, das ausgegossen wird“ auf das Haupt (Ps. 23:5; 104:15). Für Verheiratete ist es also wichtig, ihre Liebe zueinander oft zu zeigen. So schaffen sie schöne Erinnerungen, die ihre Liebe noch mehr stärken können.

      DIE LIEBE NICHT ERWECKEN, „BIS SIE SICH DAZU GENEIGT FÜHLT“

      11. Was können Ledige daraus lernen, dass die Sulamith die Töchter Jerusalems unter Eid nahm?

      11 Aus dem Hohen Lied können auch Ledige etwas lernen, besonders diejenigen, die nach einem Ehepartner suchen. Die junge Frau liebte Salomo nicht. Daher nahm sie die Töchter Jerusalems unter Eid, nicht zu versuchen, „die Liebe in [ihr] zu wecken oder zu erregen, bis sie sich dazu geneigt fühlt“ (Hoh. 2:7; 3:5). Warum? Weil es einfach nicht passend wäre, mit jedem x-Beliebigen eine Freundschaft einzugehen. Für einen Christen, der gern heiraten würde, ist es also klug, geduldig auf den Menschen zu warten, den er wirklich lieben kann.

      12. Warum liebte die Sulamith ihren Hirten?

      12 Warum liebte die Sulamith ihren Hirten? Es stimmt schon, er war gut aussehend gleich „einer Gazelle“. Seine Hände waren stark wie „goldene Walzen“ und seine Beine waren schön und stark wie „Marmorsäulen“. Aber er war nicht nur stark und gut aussehend, sondern muss Jehova auch ergeben gewesen sein. Sonst hätte eine junge Frau, die Jehova treu war, nicht so für ihn empfunden. Für sie war ihr „Liebster unter den Söhnen“ so „wie ein Apfelbaum unter den Bäumen des Waldes“ (Hoh. 2:3, 9; 5:14, 15).

      13. Warum liebte der Hirte die junge Frau?

      13 Was kann man über die Sulamith sagen? Obwohl sie schön genug war, um das Interesse eines Königs zu wecken, der schon „sechzig Königinnen und achtzig Nebenfrauen und herangereifte Mädchen ohne Zahl“ hatte, war sie in ihren eigenen Augen „nur ein Safran der Küstenebene“ — also nur eine gewöhnliche Blume. Die junge Frau war bemerkenswert demütig und bescheiden. Kein Wunder, dass sie für ihren Hirten „wie eine Lilie unter dornigem Unkraut“ war, und somit alles andere als gewöhnlich! Und sie war Jehova treu (Hoh. 2:1, 2; 6:8).

      14. Welche Lehre steckt in der im Hohen Lied beschriebenen Liebe für jemand, der heiraten möchte?

      14 Die Bibel ermahnt Christen, „nur im Herrn“ zu heiraten (1. Kor. 7:39). Wer gern heiraten möchte, lässt daher nicht zu, dass er Gefühle für jemand entwickelt, der kein Zeuge ist, sondern sieht sich nur unter Jehovas treuen Dienern nach einem Ehepartner um. Um nämlich trotz Alltagsschwierigkeiten den Frieden und die Einheit in der Ehe bewahren zu können, muss man auf Gott vertrauen und ihm ergeben sein. Gerade solche Vorzüge und wünschenswerte Eigenschaften fanden der Hirte und die junge Frau aneinander.

      Eine Schwester sieht einem Mann, der kein Zeuge ist, verliebt nach

      Christen lassen nicht zu, dass sie Gefühle für jemand entwickeln, der Jehova nicht liebt (Siehe Absatz 14)

      MEINE BRAUT IST WIE „EIN VERRIEGELTER GARTEN“

      15. Inwiefern ist die Sulamith für ledige Christen ein Vorbild?

      15 Lies Hohes Lied 4:12. Warum sagte der Hirte, die Sulamith sei wie „ein verriegelter Garten“? Ein Garten, der ummauert oder eingezäunt ist, bleibt der Öffentlichkeit versperrt und ist nur durch ein verschließbares Tor zugänglich. Die Sulamith konnte mit so einem Garten verglichen werden, weil ihre Zuneigung nur ihrem zukünftigen Ehemann gehörte — dem Hirten. Da sie den Bemühungen des Königs nicht nachgab, erwies sie sich als „eine Mauer“ und nicht als „eine Tür“, die für jeden leicht zu öffnen ist (Hoh. 8:8-10). Genauso heben Unverheiratete, die Jehova lieben, ihre Liebe und Zuneigung für ihren zukünftigen Ehepartner auf.

      16. Was kann man aus dem Hohen Lied für die Kennenlernzeit ableiten?

      16 Als der Hirte die Sulamith an einem Frühlingstag zu einem Spaziergang einlud, erlaubten ihre Brüder dies nicht. Stattdessen setzten sie sie als Wächterin des Weingartens ein. Warum? Hatten sie kein Vertrauen zu ihr? Dachten sie vielleicht, sie hätte unmoralische Absichten? Nein. Sie ergriffen lediglich Vorsichtsmaßnahmen, damit ihre Schwester nicht in Versuchung geriet (Hoh. 1:6; 2:10-15). Was können ledige Christen daraus lernen? In der Kennenlernzeit ist es gut, notwendige Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um das Verhältnis rein zu erhalten. Zum Beispiel sollte man einsame Orte meiden. Zuneigung auf reine Art und Weise zu zeigen kann zwar durchaus angebracht sein, aber man sollte auf jeden Fall Situationen meiden, die zu einer Versuchung führen könnten.

      17, 18. Was hast du aus dem Hohen Lied gelernt?

      17 Im Allgemeinen beginnen christliche Paare ihre Ehe mit viel Liebe und Zuneigung. Da Jehova der Stifter der Ehe ist, möchte er auch, dass sie von Dauer ist. Deshalb ist es für Ehepaare unerlässlich, sich zu bemühen, die Flamme ihrer Liebe nicht erlöschen zu lassen und für eine Atmosphäre zu sorgen, in der die Liebe wachsen kann (Mar. 10:6-9).

      18 Falls du also nach einem Ehepartner suchst, dann warte auf den Menschen, den du wirklich lieben kannst. Und wenn du ihn gefunden hast, dann setze alles daran, dass eure Liebe — wie im Hohen Lied beschrieben — stark und unauslöschlich bleibt. In jedem Fall darfst du darauf vertrauen: Wahre und dauerhafte Liebe ist möglich, schließlich ist sie „die Flamme Jahs“! (Hoh. 8:6).

      a Siehe Wachtturm vom 15. Januar 2007, Seite 31.

      b Siehe Einsichten über die Heilige Schrift, Band 1, Kasten „Höhepunkte des Hohen Liedes“, Seite 1196.

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