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Wunder und Erscheinungen — Zeichen von Gott?Erwachet! 1989 | 8. März
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Ist es richtig, daß die Kirche ihren Fall selbst entscheidet?
Gemäß autoritativen katholischen Quellen müssen Erscheinungen zwei Voraussetzungen erfüllen. Erstens müssen sie in Einklang mit den Lehren der Kirche sein. Ein bemerkenswertes Beispiel ist die Erscheinung von Lourdes, wo sich die „Jungfrau“ als „Die Unbefleckte Empfängnis“ vorstellte. Interessanterweise hatte Papst Pius IX. wenige Jahre zuvor durch ein Dogma verkündet, daß Maria, die Mutter Jesu, bei ihrer Empfängnis vor der Erbsünde bewahrt wurde. Im Jahre 1933 sagte der zukünftige Papst Pius XII., daß die beiden Ereignisse miteinander in Beziehung stünden. Er erklärte: „Die Unbefleckte Jungfrau, Mutter Gottes und gesegnet unter den Frauen, wollte mit ihren eigenen Lippen bestätigen, was in Rom durch ihren unfehlbaren Papst erklärt worden war. Das tat sie bald danach in einer berühmten Erscheinung in der Grotte von Massabielle [Lourdes].“
Zweitens muß die Lebensführung des Empfängers der Erscheinung berücksichtigt werden. So erklärte der Bischof von Tours: „Die Kirche glaubte ... den Erscheinungen [von Lourdes] wegen Bernadettes Frömmigkeit.“ Und die Kirche sieht diese Bedingung sowohl bei Bernadette, die behauptete, Maria in der Nähe von Lourdes gesehen zu haben, als auch bei Lucia, die sie in Fátima gesehen haben will, dadurch erfüllt, daß beide später Nonnen wurden.
Die übermittelten Botschaften waren in Einklang mit der Lehre der katholischen Kirche. Das Leben der Visionäre war in Übereinstimmung mit dem von der Kirche festgelegten Muster. In diesen Fällen überrascht es kaum, daß die von der katholischen Kirche anerkannten Erscheinungen ausschließlich ihre Überlieferungen und Lehren bestätigen, selbst die allerneusten wie die Unbefleckte Empfängnis.
Sind aber Wunder und Erscheinungen tatsächlich Zeichen von Gott, die die Wahrhaftigkeit der kirchlichen Lehren beweisen? J. Bricout, Herausgeber des Dictionnaire pratique des connaissances religieuses (Wörterbuch des religiösen Wissens), zitierte den katholischen Schriftsteller P. Buysse, der schrieb: „Da die Wunder von Lourdes eine besondere Beziehung zu den ‚Glaubenslehren der katholischen Kirche‘ haben (Unbefleckte Empfängnis, Erklärung dieses Dogmas durch den Papst, Verehrung der Hostie, Verehrung der Jungfrau Maria usw.), darf man annehmen, ja muß man anerkennen, daß ‚die Lehren der Kirche das Siegel göttlicher Gutheißung tragen‘.“
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Wunder und Erscheinungen — Zeichen von Gott?Erwachet! 1989 | 8. März
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Und wie steht es mit der „Unbefleckten Empfängnis“, von der Bernadette sprach? Auch sie steht in krassem Widerspruch zur biblischen Lehre. Die Heilige Schrift zeigt, daß Maria wie alle Nachkommen Adams ‘in Sünde empfangen’ wurde und den Tod ererbte (Psalm 51:5; Römer 3:23). Wenn Maria ohne Sünde empfangen wurde, warum hat sie dann nach der Geburt Jesu ein Sündopfer dargebracht? (3. Mose 12:6; Lukas 2:22-24). Außerdem gibt es keinen einzigen Bibeltext, der die katholische Lehre, sie sei durch besondere Gnade vor der Erbsünde bewahrt worden, belegt. Da also die Verehrung Marias nicht in der Heiligen Schrift begründet ist, fragt man sich logischerweise, ob die Marienerscheinungen von Gott stammen.
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Wunder und Erscheinungen — Zeichen von Gott?Erwachet! 1989 | 8. März
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Bei einer weiteren Erscheinung hörte Bernadette die „Dame“ in ihrem Dialekt sagen: „Ich bin die Unbefleckte Empfängnis.“ Obwohl Behörden und sogar Geistliche Bernadette Soubirous nicht glaubten, beharrte sie darauf, daß ihre Erklärungen wahr seien. Schließlich anerkannte die katholische Kirche die Erscheinungen der „Jungfrau“. Das Ergebnis war das Marienheiligtum in Lourdes.
[Bild]
Lourdes
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