Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • Gelübde
    Einsichten über die Heilige Schrift, Band 1
    • GESETZ.‘“ Diesbezüglich bemerkt Barnes: „Es geht hier um das Gesetz über die Beschneidung, die Opfer, die Unterscheidung von Fleisch, die Beobachtung von Tagen, Festen etc. Es ist erstaunlich, dass sie diese Bräuche weiterhin beobachten sollten, da doch das erklärte Ziel des Christentums darin bestand, sie abzuschaffen. Man denke jedoch an Folgendes: 1. Diese Bräuche waren von Gott eingesetzt worden, und sie waren es gewohnt, sie zu beachten. 2. Die Apostel hielten sie ein, während sie sich in Jerusalem befanden, und sahen es nicht für klug an, sich mit aller Gewalt dagegen aufzulehnen [Apg 3:1; Luk 24:53]. 3. Die Frage über ihre Beobachtung hatte in Jerusalem nie zur Debatte gestanden. Lediglich unter den aus dem Heidentum Bekehrten war die Frage aufgetaucht, und bei ihnen musste sie auftauchen, denn wenn die Bräuche beobachtet werden müssten, hätten sie ihnen auferlegt werden müssen. 4. Die Entscheidung des Konzils (Kap. XV) betraf nur die aus dem Heidentum Bekehrten [Apg 15:23] ... 5. Es war anzunehmen, dass, während die christliche Religion besser verstanden wurde, d. h., sobald sich ihre umfassende, freie und [universelle] Beschaffenheit immer mehr entwickelte, die Einrichtungen des mosaischen Gesetzes im Lauf der Zeit ohne Aufheben und ohne Tumult aufgegeben werden würden. Wäre die Frage in Jerusalem [öffentlich] erörtert worden, hätte dies den zehnfachen Widerstand gegenüber dem Christentum und die Spaltung der christlichen Kirche zur Folge gehabt und außerdem den Fortschritt der christlichen Lehre stark gehemmt. Es sei auch an Folgendes erinnert: 6. Gemäß der göttlichen Vorsehung rückte die Zerstörung des Tempels, der Stadt und der Nation näher; dann sollte das Opfern aufhören, und es sollte tatsächlich für immer der Beobachtung der mosaischen Bräuche ein Ende gemacht werden. Da diese Zerstörung so nahe war und ein echtes Argument gegen die Beobachtung der mosaischen Bräuche darstellte, ließ es das große Haupt der Kirche nicht zu, dass die Frage bezüglich ihrer Beobachtung unnötigerweise unter den Jüngern in Jerusalem erörtert wurde.“

  • Gemalli
    Einsichten über die Heilige Schrift, Band 1
    • GEMALLI

      (Gemạlli) [vielleicht „Entwöhnt“ (oder „Gebührende Behandlung empfangend“) oder „Kamelbesitzer“].

      Ein Daniter, dessen Sohn Ammiel als Vertreter seines Stammes als Kundschafter nach Kanaan gesandt wurde (4Mo 13:12, 16).

  • Gemarja
    Einsichten über die Heilige Schrift, Band 1
    • GEMARJA

      (Gemạrja) [„Vollendet (Vollführt) hat Jehova“].

      1. ‘Der Sohn Schaphans, des Abschreibers’; einer der Fürsten während der Regierung Jojakims (628–618 v. u. Z.). Gemarja hatte seinen eigenen Speiseraum im oberen Vorhof des Tempels, und dort las Baruch die Worte des Buches vor, die ihm der Prophet Jeremia diktiert hatte. Michaja, der Sohn Gemarjas, hörte die erste Vorlesung des Buches und teilte das Wort Jehovas den Fürsten mit, die dann wiederum Baruch holen ließen, damit er ihnen das Buch vorlese. Nachdem sie die Worte des Buches gehört hatten, rieten sie Baruch und Jeremia, sich zu verbergen. Als die Buchrolle später König Jojakim vorgelesen wurde, war Gemarja einer der Fürsten, die den König dringend baten, die Rolle nicht zu verbrennen (Jer 36:10-25).

      Vor einiger Zeit fand man in Jerusalem einen mit einem Siegel versehenen Tonklumpen, der einst an einer Urkunde befestigt war. Die Inschrift darauf lautete: „Zu Gemarja [hebr. Gemarjáhu] gehörend, dem Sohn Schaphans.“ Das Siegel soll aus dem 7. Jahrhundert v. u. Z. stammen, und man nimmt an, dass sein Besitzer der in Jeremia, Kapitel 36 erwähnte Gemarja war.

      2. ‘Der Sohn Hilkijas, den Zedekia, der König von Juda, nach Babylon zu Nebukadnezar sandte.’ Bei dieser Gelegenheit sandte Jeremia einen Brief durch die Hand Gemarjas und Elasas an die im Exil lebenden Juden, die mit Jojachin (Jechonja) 617 v. u. Z. nach Babylon geführt worden waren (Jer 29:1-3).

  • Gemeinde, Versammlung
    Einsichten über die Heilige Schrift, Band 1
    • GEMEINDE, VERSAMMLUNG

      Als universeller Souverän hat Jehova Gott das Recht, zu bestimmen, dass sich seine Diener versammeln, sowie die Zeit und den Ort dafür festzulegen. Auf diese Weise handelt er zu ihrem Nutzen. In alter Zeit kam Gottes Volk aus unterschiedlichen Gründen zusammen. Doch sicherlich trugen die Versammlungen zur Einheit bei, denn alle Anwesenden hatten die Gelegenheit, die gleichen Gedanken zur gleichen Zeit zu hören. Solche Versammlungen brachten viele geistige Segnungen mit sich und waren oft ein Anlass zu großer Freude.

      Hebräische und griechische Begriffe. In der Bibel werden mehrere hebräische und griechische Wörter gebraucht, um eine Gemeinde oder Versammlung zu bezeichnen. Ein im hebräischen Text geläufiges Wort ist ʽe·dháh. Es stammt von der Wurzel jaʽádh, die „bestimmen“, „bestellen“ bedeutet, weshalb es eine Gruppe kennzeichnet, die nach Verabredung zusammengekommen ist. (Vgl. 2Sa 20:5; Jer 47:7.) ʽe·dháh wird häufig auf die Gemeinde Israel angewandt und in Ausdrücken verwendet, wie „die Gemeinde“ (3Mo 8:4, 5; Ri 21:10), „Gemeinde Israel“ (2Mo 12:3; 4Mo 32:4; 1Kö 8:5) und „Jehovas Gemeinde“ (4Mo 27:17).

      Das hebräische Wort mōʽédh leitet sich von der gleichen Wurzel ab wie ʽe·dháh und hat den Sinn von „bestimmte Zeit“ oder „verabredeter Ort“ (1Sa 13:8; 20:35). mōʽédh kommt 223-mal in den Hebräischen Schriften vor, wie beispielsweise in der Wendung „Zelt der Zusammenkunft“ (2Mo 27:21). Das Wort wird in Verbindung mit Festzeiten gebraucht (3Mo 23:2, 4, 37, 44). Es erscheint in Jesaja 33:20, wo Zion „die Stadt unserer Festanlässe“ genannt wird.

      Der hebräische Begriff miqráʼ, der „Zusammenkunft“ bedeutet, kommt von dem Wurzelverb qaráʼ (rufen). Er ist in Jesaja 4:5 zu finden, wo vom „Zusammenkunftsort“ des Berges Zion die Rede ist. miqráʼ wird häufig in dem Ausdruck „heilige Zusammenkunft“ verwendet (2Mo 12:16; 3Mo 23:2, 3); während solch einer heiligen Zusammenkunft durfte keinerlei weltliche Arbeit verrichtet werden.

      Ein anderes hebräisches Wort, das zur Bezeichnung von Versammlungen benutzt wurde, ist qahál; es ist mit einem Verb verwandt, das „zusammenrufen“, „versammeln“ bedeutet (2Mo 35:1; 3Mo 8:4). Es wird häufig verwendet, um eine Versammlung als ein organisiertes Ganzes zu bezeichnen. Manchmal wird qahál (Versammlung) zusammen mit ʽe·dháh (Gemeinde) gebraucht (3Mo 4:13; 4Mo 20:8, 10). Formen beider Wörter erscheinen in dem Ausdruck „Versammlung der Gemeinde Israel [hebr. qehál ʽadhath-Jißraʼél]“ (2Mo 12:6).

      Ein weiteres hebräisches Wort lautet ʽazaráh; es ist mit „feierliche Versammlung“ wiedergegeben worden. Dieser Begriff wird in Zusammenhang mit dem Laubhütten- und dem Passahfest benutzt (3Mo 23:36; 5Mo 16:8).

      Vertrauliches Zusammenkommen verschiedener Art wird mit dem hebräischen Wort ßōdh bezeichnet, das „vertrauliches Gespräch“, „trauter Umgang“ bedeutet (Ps 83:3; Hi 29:4). Es ist in Psalm 89:7 mit „vertraute Gruppe“ übersetzt, wo es heißt: „Gott muss in Ehrfurcht gehalten werden unter der vertrauten Gruppe der Heiligen; er ist groß und furchteinflößend über alle, die rings um ihn her sind.“

      Das griechische Wort ekklēsía (von ek, „[her]aus“, und klḗsis, „eine Berufung“) ist in der Septuaginta gewöhnlich die Wiedergabe des hebräischen Wortes qahál (Versammlung); zuweilen ist es die Übersetzung von ʽe·dháh (Gemeinde), obwohl für das letztere auch der griechische Begriff synagōgḗ (was „ein Zusammenführen [Zusammenbringen]“ bedeutet, von syn, „zusammen“, und ágō, „führen [bringen]“) benutzt wird. In den Christlichen Griechischen Schriften wird ekklēsía in der Regel mit „Versammlung“ wiedergegeben. In Apostelgeschichte 7:38 wird es mit Bezug auf die Versammlung Israel gebraucht. Das griechische Wort synagōgḗ erscheint in Apostelgeschichte 13:43 („Synagogenversammlung“) und in Jakobus 2:2 („Zusammenkunft“). Ein weiterer griechischer Ausdruck, panḗgyris (von pan, „all“, und agorá, was irgendeine Art Versammlung bezeichnet), ist in Hebräer 12:23 mit „allgemeine Versammlung“ wiedergegeben (EB, KJ, NW).

      Die Bibel enthält viel Aufschluss über geistig erbauende Versammlungen, erwähnt aber gleichzeitig Gemeinden böser und ungerechter Personen. Die Anhänger des Rebellen Korah werden „seine ganze Gemeinde“ genannt (4Mo 16:5). Im Gebet zu Jehova sagte David: „Die Gemeinde der Tyrannischen, sie hat mir nach der Seele getrachtet“ (Ps 86:14). Auch als der Silberschmied Demetrius in Ephesus den Widerstand gegen Paulus schürte und es zu einem Menschenauflauf kam, „[schrien] einige dies und andere das ...; denn die Versammlung war in Verwirrung, und die meisten von ihnen kannten den Grund nicht, weswegen man zusammengekommen war“ (Apg 19:24-29, 32).

      Bemerkenswerterweise herrschte Ordnung, wenn sich Jehovas Volk versammelte; solche Versammlungen waren gut besucht, geistig erbauend und oft Anlässe zu großer Freude.

      In Übereinstimmung mit Gottes Willen versammelten Moses und Aaron alle älteren Männer Israels in Ägypten. Die Worte Jehovas wurden den älteren Männern mitgeteilt, Zeichen wurden vollbracht, und das Volk glaubte (2Mo 4:27-31). Später versammelten sich die Israeliten auf Anordnung Jehovas hin am Fuß des Berges Sinai (Horeb), wo sie ein furchteinflößendes Schauspiel erlebten und das mosaische Gesetz erhielten (2Mo 19:10-19; 5Mo 4:9, 10).

      Während des Aufenthalts der Israeliten in der Wildnis wies Jehova Moses an, zwei Trompeten aus Silber zu machen, die zur Einberufung der Gemeinde und zum Aufbruch des Lagers geblasen werden sollten. Wurde auf beiden geblasen, sollte sich die ganze Gemeinde verabredungsgemäß bei Moses einstellen; wurde nur auf einer geblasen, sollten sich die Vorsteher allein bei ihm einfinden. In der Wildnis war der „Eingang des Zeltes der Zusammenkunft“ der besondere Zusammenkunftsort (4Mo 10:1-4; 2Mo 29:42). Später wollte Jehova, dass die Israeliten regelmäßig bei drei jährlichen Hauptfesten im Tempel in Jerusalem zusammenkamen (2Mo 34:23, 24; 2Ch 6:4-6).

      Zusammenkünfte von Vertretern. Manchmal wurde das Volk Israel bei Zusammenkünften durch „Vorsteher der Gemeinde“ (2Mo 16:22; 4Mo 4:34; 31:13; 32:2; Jos 9:15, 18; 22:30) oder „ältere Männer“ vertreten (2Mo 12:21; 17:5; 24:1). Mussten Rechtsfälle behandelt werden, kam zuweilen eine Anzahl Personen am Stadttor zusammen. Doch ganz gleich, ob sie dort oder woanders versammelt waren, stimmten sie nicht alle über den Fall ab, wie bei der demokratischen Verfahrensweise, sondern gemäß dem theokratischen Muster wägten angesehene ältere Männer die Angelegenheit im Licht des Gesetzes Gottes ab und gaben dann ihre Entscheidung bekannt (5Mo 16:18; 17:8-13). Desgleichen wurde auch die Versammlung der ersten Christen in solchen Angelegenheiten von denen vertreten, die der heilige Geist in verantwortliche Stellungen eingesetzt hatte (Apg 20:28). Wenn in Israel ein Vergehen die Todesstrafe nach sich zog, beteiligte sich unter Umständen die ganze Gemeinde an der Hinrichtung des Täters (3Mo 24:14; 4Mo 15:32-36; 5Mo 21:18-21).

      Allgemeine Versammlungen. Zu den allgemeinen Versammlungen in Israel gehörten religiöse Feste, feierliche Versammlungen (2Ch 34:29, 30; Joel 2:15) oder Ereignisse von besonderer nationaler Bedeutung; manchmal riefen Läufer die Bevölkerung zusammen (1Sa 10:17-19; 2Ch 30:6, 13). Der wöchentliche Sabbat war ein Tag „vollständiger Ruhe, eine heilige Zusammenkunft“ (3Mo 23:3), an dem man Gottes Wort betrachtete, wie später in den Synagogen, wo ‘Moses an jedem Sabbat vorgelesen wurde’ (Apg 15:21). Außerdem wurde der Neumond beobachtet (4Mo 28:11-15), der Tag des Trompetenstoßes (4Mo 29:1-6), der jährliche Sühnetag (3Mo 16), das Passah (zum Gedenken an Israels Befreiung aus Ägypten; 2Mo 12:14) und später das Purimfest (zum Gedenken an die Rettung der Juden vor der drohenden Ausrottung im Persischen Reich; Est 9:20-24) sowie das Fest der Einweihung (zur Erinnerung an die Wiedereinweihung des Tempels am 25. Kislew 165 v. u. Z.; Joh 10:22, 23). Des Weiteren gab es drei jährliche „Festzeiten Jehovas“: das Fest der ungesäuerten Brote, das Fest der Wochen (später Pfingsten genannt) und das Laubhüttenfest (3Mo 23); bezüglich dieser Feste verordnete Gott Folgendes: „Bei drei Anlässen im Jahr wird jede deiner männlichen Personen vor dem Angesicht des wahren Herrn, Jehovas, erscheinen“ (2Mo 23:14-17). Wegen des hohen geistigen Wertes dieser Feste sorgten viele Männer dafür, dass ihre ganze Familie anwesend war (Luk 2:41-45). Auch Moses sagte ausdrücklich, dass alle sieben Jahre während des Laubhüttenfestes die Männer, die Frauen, die Kinder und die ansässigen Fremdlinge Israels an dem Ort versammelt werden sollten, den Jehova erwählen würde, „damit sie hören und damit sie lernen, da sie Jehova, euren Gott, fürchten und darauf achten sollen, alle Worte dieses Gesetzes auszuführen“ (5Mo 31:10-12). Folglich wurde dafür gesorgt, dass sich die Israeliten häufig versammelten, um Jehovas Wort und seine Vorsätze zu betrachten. (Siehe FEST.)

      Nach der Vollendung des Tempels berief Salomo in Verbindung mit der Einweihung dieses herrlichen religiösen Gebäudes eine große Versammlung in Jerusalem ein. Sie dauerte viele Tage, und als das Volk nach Hause geschickt wurde, war es „freudig und von Herzen wohlgemut wegen des Guten, das Jehova gegenüber David und gegenüber Salomo und gegenüber seinem Volk Israel getan hatte“ (2Ch 5:1 bis 7:10).

      Die im Tempel während der jährlichen Feste versammelten Scharen erlebten große Freude und geistige Segnungen, wie bei der Passahfeier zur Zeit König Hiskias, als ‘es in Jerusalem große Freude gab’ (2Ch 30:26). In den Tagen Nehemias wurde eine Versammlung zusammengerufen, die eine „sehr große Freude“ wurde (Ne 8:17). Esra las dem in Jerusalem versammelten Volk aus dem Buch des Gesetzes Mose vor, nämlich ‘allen, die genügend Verständnisvermögen hatten zuzuhören’, und sie hörten aufmerksam zu (Ne 8:2, 3). Zufolge der von Esra und anderen Leviten erteilten Unterweisung freuten sich die Israeliten, „denn sie hatten die Worte verstanden, die ihnen bekannt gegeben worden waren“ (Ne 8:12). Danach begingen sie das Laubhüttenfest, und am achten Tag „fand eine feierliche Versammlung statt, gemäß der Vorschrift“ (Ne 8:18; 3Mo 23:33-36).

      Synagogen als Versammlungsstätten. Als sich die Juden im Babylonischen Exil befanden oder kurz danach kamen Synagogen in Gebrauch, d. h. Gebäude, die als jüdische Versammlungsstätten dienten. Schließlich gründete man sie an verschiedenen Orten, wobei große Städte mehr als eine Synagoge hatten. Synagogen waren in erster Linie Schulen, wo die Schriften vorgelesen und gelehrt wurden. Sie waren auch Gebetsstätten und Orte, an denen man Gott lobpries. Jesus Christus und seine Jünger gingen gewöhnlich in die Synagogen, um die Anwesenden zu unterweisen und zu ermuntern (Mat 4:23; Luk 4:16; Apg 13:14, 15; 17:1, 2; 18:4). Da die Schriften in den Synagogen regelmäßig vorgelesen wurden, konnte Jakobus zu der christlichen leitenden Körperschaft in Jerusalem sagen: „Seit alten Zeiten hat Moses von Stadt zu Stadt solche gehabt, die ihn predigen, weil er in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen wird“ (Apg 15:21). Die grundlegenden Merkmale der Anbetung in der Synagoge wurden für christliche Versammlungsstätten übernommen, wo man die Schriften vorlas und erläuterte, einander ermunterte, betete und Gott lobpries (1Ko 14:26-33, 40; Kol 4:16; siehe SYNAGOGE).

      Christliche Zusammenkünfte. Bei verschiedenen Gelegenheiten versammelten sich große Menschenmengen vor Jesus Christus, die aus seinen Worten großen Nutzen zogen, wie im Fall der Bergpredigt (Mat 5:1 bis 7:29). Dabei handelte es sich zwar nicht um organisierte Zusammenkünfte, aber manchmal dauerten sie so lange, dass es nötig wurde, die versammelten Menschenmengen zu speisen – ein Umstand, dem Jesus dadurch begegnete, dass er durch ein Wunder Nahrung vermehrte (Mat 14:14-21; 15:29-38). Oftmals versammelte Christus seine Jünger und gab ihnen Anweisungen hinsichtlich geistiger Belange, und auch nach seinem Tod kamen seine Nachfolger zusammen, wie beispielsweise am Pfingsttag des Jahres 33 u. Z., als der heilige Geist auf die Versammelten ausgegossen wurde (Apg 2:1-4).

      Bei den ersten Christen war es Brauch, sich zu versammeln, und zwar gewöhnlich in kleinen Gruppen. Doch zuweilen war bei ihren Zusammenkünften „eine beträchtliche Volksmenge“ zugegen (Apg 11:26). Jesu Halbbruder Jakobus betrachtete es als passend, geistigen Israeliten Rat zu erteilen, die bei einer öffentlichen Zusammenkunft (gr. synagōgḗ) der Versammlung Parteilichkeit bekundeten und Reiche bevorzugten (Jak 2:1-9).

      Wichtigkeit des Zusammenkommens. Wie wichtig es ist, Jehovas Vorkehrungen des Zusammenkommens wahrzunehmen, um in geistiger Hinsicht daraus Nutzen zu ziehen, wird in Verbindung mit dem jährlichen Passahfest hervorgehoben. Jede männliche Person, die rein war und sich nicht auf einer Reise befand, es aber versäumte, das Passah zu begehen, musste getötet werden (4Mo 9:9-14). Die Botschaft, mit der König Hiskia die Bewohner Judas und Israels nach Jerusalem zu einer Passahfeier einlud, lautete auszugsweise: „Ihr Söhne Israels, kehrt um zu Jehova ... Versteift jetzt euren Nacken nicht, wie es eure Vorväter taten. Gebt Jehova Raum, und kommt in sein Heiligtum, das er auf unabsehbare Zeit geheiligt hat, und dient Jehova, eurem Gott, damit seine Zornglut sich von euch abwendet. ... Jehova, euer Gott, ist gnädig und barmherzig, und er wird das Angesicht nicht von euch abwenden, wenn ihr zu ihm umkehrt“ (2Ch 30:6-9). Absichtliches Fernbleiben wäre sicher ein Zeichen dafür gewesen, dass jemand Gott verlassen hatte. Feste wie das Passah werden zwar von Christen nicht mehr beobachtet, aber Paulus ermahnte sie passenderweise, nicht das regelmäßige Zusammenkommen des Volkes Gottes aufzugeben, indem er erklärte: „Lasst uns aufeinander achten zur Anreizung zur Liebe und zu vortrefflichen Werken, indem wir unser Zusammenkommen nicht aufgeben, wie es bei einigen Brauch ist, sondern einander ermuntern, und das umso mehr, als ihr den Tag herannahen seht“ (Heb 10:24, 25; siehe VERSAMMLUNG).

  • Gemeinschaftsentzug
    Einsichten über die Heilige Schrift, Band 1
    • GEMEINSCHAFTSENTZUG

      Siehe AUSSCHLUSS.

  • Gemse (Gämse)
    Einsichten über die Heilige Schrift, Band 1
    • GEMSE (GÄMSE)

      [hebr. sémer].

      Eine kleine ziegenartige Antilope, die sich durch ihr hakenartig nach hinten gekrümmtes Gehörn auszeichnet und für ihre Behändigkeit bekannt ist sowie für ihre Trittsicherheit in schwindelnden Höhen. Das erwachsene männliche Tier erreicht eine Schulterhöhe von 80 cm und kann ein Gewicht von über 30 kg haben. Das Haarkleid der Gemse ist im Sommer gelblich braun und wird zu Beginn der Winterzeit dunkler. Die Gemse gehört zu den Tieren, die nach dem mosaischen Gesetz gegessen werden durften (5Mo 14:5).

      Es ist nicht genau festzustellen, was für ein Tier mit dem hebräischen Wort sémer gemeint ist, weshalb es u. a. mit „Gemse“ (NW), „Bergziege“ (Br, He, JB, Me), „Wildschaf“ (EB), „Antilope“ (Lu, Pa) und sogar einfach transliteriert mit „Semer“ (PB) wiedergegeben wird. Das hebräische Wurzelwort, von dem das Wort sémer abgeleitet wird, ist vermutlich mit dem arabischen zamara (aufspringen, fliehen) verwandt, das an ein springendes, gazellenartiges Tier erinnert. Manche Zoologen sind der Auffassung, die Gemse (Rupicapra rupicapra) habe es in Palästina nie gegeben. Es sei jedoch bemerkt, dass Arten dieses Tieres in den Karpaten und im Kaukasusgebirge beheimatet sind, weshalb die Möglichkeit besteht, dass einst eine Gemsenart im Libanongebirge lebte.

  • Generation
    Einsichten über die Heilige Schrift, Band 1
    • GENERATION

      Eine Generation bezeichnet gewöhnlich alle Personen, die etwa um die gleiche Zeit geboren wurden (2Mo 1:6; Mat 11:16). In 1. Mose 6:9 wird über Noah gesagt: „Er erwies sich als untadelig unter seinen Zeitgenossen [wtl. „Generationen“].“ Auf Verwandtschaftsverhältnisse bezogen, kann eine Generation eine Gruppe von Nachkommen bezeichnen, wie beispielsweise Söhne und Töchter oder Enkel und Enkelinnen (Hi 42:16).

      Der Begriff kann als Zeitmaß in Bezug auf vergangene oder zukünftige Zeitperioden verwendet werden. Die von dem Sünder Adam abstammenden Generationen der Menschheit sind vergänglich im Unterschied zur Erde, die für immer bleibt (Pr 1:4; Ps 104:5). Aber die Ausdrücke „auf tausend Generationen hin“ und „auf ungezählte Generationen hin“ bezeichnen etwas auf unabsehbare Zeit Dauerndes (1Ch 16:15; Jes 51:8). Als die Juden das Gebot erhielten, das Passah ‘durch ihre Generationen hindurch’ zu feiern, bedeutete das, dass sie es bis zu einer damals noch unbestimmten Zeit immer wieder feiern sollten (2Mo 12:14). Gott sagte zu Moses, „Jehova“ sei sein Gedenkname „auf unabsehbare Zeit“, „für Generation um Generation“, mit anderen Worten: für immer (2Mo 3:15). Der Apostel Paulus erklärt, Gott werde „bis zu allen Generationen, für immer und ewig“ verherrlicht werden (Eph 3:21).

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen