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RusslandJahrbuch der Zeugen Jehovas 2008
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EIN BLUMENGARTEN ALS SICHTSCHUTZ
Sinaidas Geschichte ging noch weiter: „Einmal schrieben ein paar Schwestern nach Hause und baten um Samen von Blumen mit großen Blüten. Wir erzählten der Lagerverwaltung von unserer Idee, hübsche Blumen zu pflanzen, und fragten, ob wir dafür Schwarzerde bekommen könnten. Zu unserer Überraschung war die Lagerverwaltung von der Idee begeistert und ließ die Humuserde ins Lager bringen. Wir bepflanzten Blumenbeete entlang der Baracken und legten dazwischen lange Wege an. Bald wuchsen im Lager dicht an dicht langstielige Rosen, allerliebste Bartnelken und andere hübsche und vor allem hohe Blumen. Im farbenfrohen Hauptbeet blühten wunderschöne Dahlien und dicke Stauden hoher Margeriten. Hier gingen wir spazieren, studierten im Schutz der Blumen die Bibel und versteckten in den üppigen Rosenhecken unsere Literatur.
Unsere Zusammenkünfte hielten wir im Gehen ab. Dazu bildeten wir Fünfergruppen. Jede Schwester hatte zuvor einen anderen Absatz aus einer Publikation auswendig gelernt. Nach einem Gebet sagten wir sie uns gegenseitig auf und unterhielten uns darüber. Zum Schluss beteten wir noch einmal und gingen dann weiter spazieren. Den Wachtturm gab es in Form von winzigen Heftchen [wie auf dem Foto auf Seite 161 zu sehen]. Jeden Tag lasen und studierten wir etwas, allem voran den Tagestext. Oder wir zitierten aus dem Kopf die Absätze für die Zusammenkünfte, die dreimal in der Woche stattfanden. Wir versuchten sogar, ganze Bibelkapitel auswendig zu lernen, und sagten sie uns dann zur gegenseitigen Stärkung auf. Dadurch war es nicht so tragisch, wenn bei einer Durchsuchung doch einmal Literatur beschlagnahmt wurde.
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RusslandJahrbuch der Zeugen Jehovas 2008
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[Bilder auf Seite 157]
Hohe Blumen dienten als Sichtschutz bei Bibelbesprechungen
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