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„Wir haben den Messias gefunden“Der Wachtturm 1992 | 1. Oktober
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Jesu Abstammung
3. Was geht im einzelnen aus dem Matthäus- und dem Lukasevangelium über die Abstammung Jesu hervor?
3 Jesu Abstammung wird in den Christlichen Griechischen Schriften als erster Beweis dafür angeführt, daß er der Messias war. In der Bibel war vorausgesagt worden, daß der Messias aus der Familie König Davids stammen werde (Psalm 132:11, 12; Jesaja 11:1, 10). Das Matthäusevangelium beginnt wie folgt: „Das Buch der Geschichte Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams.“ Matthäus untermauert seine kühne Behauptung, indem er Jesu Abstammung durch die Linie seines Adoptivvaters Joseph anführt (Matthäus 1:1-16). Im Lukasevangelium wird Jesu Abstammung durch die Linie Marias, seiner menschlichen Mutter, über David und Abraham bis Adam zurückverfolgt (Lukas 3:23-38).a Somit dokumentierten die Evangelienschreiber sorgfältig ihre Behauptung, daß Jesus sowohl im rechtlichen als auch im natürlichen Sinn ein Erbe Davids war.
4, 5. (a) Bestritten Jesu Zeitgenossen seine Abstammung von David, und warum ist das bedeutsam? (b) Wie wird Jesu Abstammung von nichtbiblischen Quellen gestützt?
4 Selbst die skeptischsten Gegner der Messianität Jesu konnten die Behauptung Jesu, ein Sohn Davids zu sein, nicht bestreiten. Warum nicht? Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens: Diese Behauptung wurde in Jerusalem jahrzehntelang bis zur Zerstörung der Stadt im Jahre 70 u. Z. immer wieder vorgebracht. (Vergleiche Matthäus 21:9; Apostelgeschichte 4:27; 5:27, 28.) Wäre sie unrechtmäßig gewesen, hätten die Gegner Jesu — und er hatte viele Gegner — ihn leicht als einen Schwindler entlarven können, wenn sie seine Abstammung anhand der Geschlechtsregister in den öffentlichen Archiven überprüft hätten.b Doch es gibt keinerlei Aufzeichnungen darüber, daß irgend jemand Jesu Abstammung von König David bestritt. Die Behauptung war offensichtlich unwiderlegbar. Matthäus und Lukas schrieben die herausragenden Namen in ihren Berichten zweifellos direkt von den öffentlichen Aufzeichnungen ab.
5 Zweitens: Nichtbiblische Quellen bestätigen, daß die Abstammung Jesu allgemein anerkannt wurde. So wird im Talmud beispielsweise von einem Rabbi aus dem 4. Jahrhundert berichtet, der über Maria die freche Behauptung aufstellte, sie habe „bei Zimmerleuten die Hure gespielt“; dieselbe Passage räumt allerdings ein, daß „sie Nachkomme von Fürsten und Herrschern war“. In dem Geschichtsschreiber Hegesippus, der im 2. Jahrhundert lebte, haben wir ein noch früheres Beispiel. Er erwähnte, daß der römische Kaiser Domitian alle Nachkommen Davids ausrotten wollte, woraufhin gewisse Feinde der ersten Christen die Enkel des Judas, der ein Halbbruder Jesu war, „als Nachkommen Davids“ denunzierten. Wenn Judas ein Nachkomme Davids war, traf das dann nicht auch auf Jesus zu? Zweifellos! (Galater 1:19; Judas 1).
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„Wir haben den Messias gefunden“Der Wachtturm 1992 | 1. Oktober
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a Wenn Joseph in Lukas 3:23 als „Sohn des Heli“ bezeichnet wird, bedeutet „Sohn“ offensichtlich „Schwiegersohn“, da Heli der Vater Marias war (Einsichten über die Heilige Schrift, Band 1, Seite 895—899).
b Der jüdische Geschichtsschreiber Josephus zeigt in Verbindung mit der Darlegung seiner eigenen Abstammung, daß solche Aufzeichnungen vor 70 u. Z. zur Verfügung standen. Diese wurden offenbar bei der Zerstörung der Stadt Jerusalem vernichtet, so daß alle späteren Behauptungen der Messianität unbeweisbar sind.
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