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  • Wer wird die Nationen zum Frieden führen?
    Wird es je eine Welt ohne Krieg geben?
    • 14 Erstens: Es war die richtige Zeit. Aus der Prophezeiung über den Messias in Daniel, Kapitel 9 ging hervor, daß er vor der Zerstörung des zweiten Tempels erscheinen würdeb (Daniel 9:24-27).

  • Wer wird die Nationen zum Frieden führen?
    Wird es je eine Welt ohne Krieg geben?
    • b Die Juden des ersten Jahrhunderts waren allgemein der Ansicht, daß sich diese Prophezeiung in ihren Tagen erfüllen würde (Lukas 3:15). Manasse ben Israel, ein Rabbiner des 17. Jahrhunderts schrieb in seinem Werk De Termino Vitae (Über das Ende des Lebens): „Einige faßten diese 70 Wochen so auf, daß nach ihrem Ende der Messias kommen würde, der sie als Herrscher der ganzen Welt einsetzen würde. Ja, alle, die damals gegen die Römer die Waffen erhoben, vertraten diese Meinung.“

  • Wer wird die Nationen zum Frieden führen?
    Wird es je eine Welt ohne Krieg geben?
    • [Kasten auf Seite 26]

      WER WAR DER „GESALBTE“? WANN SOLLTE ER KOMMEN?

      Daniel 9:24 (JP): „Siebzig Wochen sind über dein Volk bestimmt.“

      ◆ Welchem Zweck diente der erwähnte Zeitabschnitt?

      „Der Sünde ein Ende zu machen und Missetat zu vergeben und ewige Gerechtigkeit herbeizuführen und Vision und Prophet zu versiegeln.“ Allein aus diesen Worten ist zu entnehmen, daß es sich hierbei um eine der wichtigsten biblischen Prophezeiungen handelt.

      Daniel 9:26 (JP): „Nach den zweiundsechzig Wochen soll ein Gesalbter [„Messias“, hebräisch: maschíach] abgeschnitten werden und nicht mehr sein.“ Man beachte, daß das Abgeschnittenwerden des Messias oder sein Tod vor der Zerstörung des zweiten Tempels (70 u. Z.) erfolgen sollte, denn im Vers 26 heißt es weiter: „Und das Volk eines Fürsten, der kommen wird, wird die Stadt und das Heiligtum zerstören.“

      ◆ Wie verstehen jüdische Kommentatoren diese Prophezeiung?

      Unter den jüdischen Kommentatoren gibt es keine anerkannte einheitliche Auslegung. Einige versuchen, Teile davon auf die Rückkehr aus dem Babylonischen Exil (537 v. u. Z.) anzuwenden, andere auf die Zeit des Makkabäeraufstandes gegen die Kräfte der Hellenisierung (168—165 v. u. Z.) und wieder andere auf die Zerstörung des zweiten Tempels durch die Römer im Jahr 70 u. Z., während noch andere gewisse Teile der Prophezeiung auf ein künftiges Kommen des Messias beziehen.

      Im großen ganzen könnte man sagen, daß die heutigen jüdischen Auslegungen in bezug auf zwei grundlegende Punkte Mängel aufweisen:

      1. Sie tendieren dahin, die Wichtigkeit dieser Prophezeiung herunterzuspielen, indem sie den darin erwähnten Zweck — der Sünde und Missetat ein Ende zu machen und ewige Gerechtigkeit herbeizuführen — völlig außer acht lassen.

      2. Keine dieser Standarderklärungen läßt sich mit einer annehmbaren Zeitrechnung vereinbaren, doch das war ja gerade der Zweck, weshalb Daniel diese Prophezeiung in einer Form übermittelt wurde, die es ermöglichte, festzustellen, wann die Erfüllung eintreten würde. (Vergleiche Daniel 9:2.)

      ◆ Gibt es eine Erklärung dieser Prophezeiung, die mit ihrem erwähnten Zweck und den historischen Tatsachen übereinstimmt?

      Man beachte folgendes:

      Siebzig Wochen: Fast alle jüdischen Kommentatoren verstehen darunter Wochen von Jahren, mit anderen Worten: 490 Jahre. Das entspricht der biblischen Berechnung prophetischer Zeiträume — „je einen Tag für ein Jahr“ (4. Mose 14:34; 3. Mose 25:8; Hesekiel 4:6).

      ◆ „Vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen“ (Daniel 9:25, JP): Nehemia berichtet, daß er im 20. Jahr des Königs Artaxerxes beauftragt wurde, Jerusalem wiederherzustellen und wieder zu bauen. Das war im Jahr 455 v. u. Z. (Nehemia 2:1-8; siehe Einsichten über die Heilige Schrift, Band 2, Seite 562 bis 565, 919—921, herausgegeben von der Wachtturm-Gesellschaft.

      Sieben Wochen: Sieben Wochen (von Jahren oder 49 Jahre) beziehen sich auf die Zeit der Wiederherstellung der Stadt (Jerusalem).

      Zweiundsechzig Wochen: Zweiundsechzig Wochen (von Jahren oder 434 Jahre) beziehen sich auf die Zeit nach der Vollendung der Stadt bis zum Kommen des Messias.i

      Zählt man diese zwei Zeitabschnitte zusammen, kommt man auf 69 Wochen von Jahren oder 483 Jahre. Vom Ausgangspunkt (455 v. u. Z.) an gerechnet, fällt die 69. Woche in das Jahr 29 u. Z.

      29 u. Z.: Ein Jude namens Jesus (hebräisch: Jeschúaʽ) aus der Linie Davids, in Bethlehem geboren und in Nazareth aufgewachsen, beginnt im ganzen Land Israel zu predigen (Lukas 3:1-3, 21, 22).

      ◆ „Und nach den zweiundsechzig Wochen wird der Messias abgeschnitten werden“ (Daniel 9:26, NW): Im Jahr 33 u. Z. wird Jesus, nachdem er dreieinhalb Jahre gepredigt hat, getötet. Das entspricht den Worten aus Daniel 9:27.

      ◆ „Er [wird] Schlachtopfer und Opfergabe aufhören lassen“ (Daniel 9:27, NW): Jesus sprach von seinem Tod als einem Opfer (Matthäus 20:28). Durch sein Opfer kamen die unter dem Gesetzesbund dargebrachten Opfer in Gottes Augen zu einem Höhepunkt (Hebräer 8:1-13). Jesu Opfertod bildete die Grundlage für alles, was in Daniel 9:24 angeführt wird.

      Sein Opfertod bewirkte die Vergebung von Sünden.

      Er bestätigte Gottes Verheißungen und Prophezeiungen.

      Er bildete eine gesetzliche Grundlage für die ewige Gerechtigkeit — eine Grundlage, die den göttlichen Maßstäben entsprach.

      All das geschah, wie die Prophezeiung erkennen ließ, vor der Zerstörung des zweiten Tempels.

      Würde nicht jede andere Erklärung, die die Erfüllung in die Vergangenheit verlegt, den erwähnten Zweck verfehlen?

      Wollte man die Erfüllung dieser Prophezeiung in die Zukunft verlegen, dann wäre sie keinesfalls in dem angegebenen Zeitraum von 70 Jahrwochen eingetroffen und auch nicht vor der Zerstörung des zweiten Tempels von Jerusalem.

      [Fußnote]

      i Die Interpunktion im heutigen hebräischen Text (der ursprüngliche hebräische Text wies weder Vokalzeichen noch eine Interpunktion auf), die ein unterschiedliches Verständnis dieser Zeiteinteilung zur Folge hat, fehlt im Urtext und ist im Mittelalter von Schriftgelehrten hinzugefügt worden, offenbar als Reaktion auf die Interpretation, daß sich dieser Text an Jesus erfüllt habe.

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