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  • Wer wird die Nationen zum Frieden führen?
    Wird es je eine Welt ohne Krieg geben?
    • 17—20. (a) Welche Prophezeiungen in den Hebräischen Schriften wiesen auf die Zeit des Kommens und des Opfertodes des Messias hin? (b) Warum mußte der Messias sterben?

      17 Verschiedene Prophezeiungen der Hebräischen Schriften, die schon lange Zeit als messianisch anerkannt worden waren, erfüllten sich durch das Leiden und den Tod Jesu. Diese Prophezeiungen verknüpfen den Tod des Messias mit der Sündenvergebung. In den Christlichen Griechischen Schriften wird dieses durch den Tod des Messias erbrachte Sühneopfer als „Lösegeld“ bezeichnet (Matthäus 20:28; Römer 3:24). Um welche Prophezeiungen handelt es sich hierbei?

      18 Beachtenswert sind die prophetischen Worte aus Daniel 9:24, 25 (JP): „Siebzig Wochen sind über dein Volk und über deine heilige Stadt bestimmt worden, um die Übertretung zu beenden und der Sünde ein Ende zu machen und die Missetat zu vergeben und ewige Gerechtigkeit herbeizuführen . . . bis zu einem Gesalbten [„Messias“, hebräisch: maschíach], einem Fürsten.“ In diesem Text ist die Verbindung zwischen dem „Messias“ (dem Gesalbten) und dem ‘Beendigen der Übertretung und der Sünde’ deutlich erkennbar. Im Vers 26 (JP) heißt es weiter: „Und nach den zweiundsechzig Wochen soll ein Gesalbter [„Messias“, hebräisch: maschíach] abgeschnitten“, mit anderen Worten, getötet werden. (Siehe Kasten, Seite 26.)

      19 Ein weiterer Text, der damit zusammenhängt, daß der Messias als ein Sühnopfer „abgeschnitten“ oder getötet werden sollte, ist Jesaja 52:13 bis 53:12. (Siehe Kasten, Seite 28.) Rabbiner des ersten Jahrhunderts sowie Rambam und andere aus dem Mittelalter wandten diesen Text auf den Messias an. Aus dem Wortlaut geht deutlich hervor, daß mit dem Messias und seinem Tod Vergebung verknüpft ist.

      20 Deshalb konnten viele Juden des ersten Jahrhunderts die Lehre, daß der Tod des Messias in Gottes Augen vollständige Sündenvergebung bewirkte, ohne weiteres verstehen. Sie wußten, daß in der Bibel von der ererbten Unvollkommenheit des Menschen die Rede war (Prediger 7:20). Sie konnten Tag für Tag feststellen, daß Opfer zur Sühnung von Sünden erforderlich waren; der Rahmen und das eigentliche Wesen des Gesetzesbundes machten dies deutlich. Die in den Berichten über das Leben Jesu geschilderten Ereignisse lassen erkennen, daß er ein vollkommener Mensch war, dessen Tod die Sünde der Menschheit sühnen konntef (Matthäus 20:28; Lukas 1:26-38). Als in den Christlichen Griechischen Schriften darauf hingewiesen wurde, daß die verschiedenen, unter dem Gesetzesbund dargebrachten Opfer Schattenbilder des einen endgültigen und vollständigen Opfers waren, erhielten der gesamte Rahmen des mosaischen Gesetzes und auch andere Teile der Bibel eine umfassendere Bedeutungg (Hebräer 10:1-10).

  • Wer wird die Nationen zum Frieden führen?
    Wird es je eine Welt ohne Krieg geben?
    • f Der Apostel Paulus bezeichnete Jesus als den ‘zweiten Adam’, durch dessen Tod die von Adam geerbte Sünde gesühnt wurde (1. Korinther 15:45-47; Römer 5:12, 15-19). Weitere Einzelheiten zu der Frage, warum eine solche Vorkehrung erforderlich war, sind auf Seite 14, Absatz 15 und 16 sowie in der Fußnote zu finden.

      g So gesehen bekommt die ganze Geschichte Abrahams eine neue Bedeutung. Gott bat Abraham nicht nur deshalb, seinen Sohn zu töten, um seinen Glauben zu prüfen, sondern auch, um ein Drama darzustellen, das den Menschen verständlich machen sollte, daß er selbst zum ewigen Wohl der Menschheit ein Opfer bereitstellen würde — jemand, den er sehr liebte. Es handelte sich dabei um den Samen Abrahams, durch den sich gemäß Gottes Verheißung ‘alle Völker der Erde segnen sollten’ (1. Mose 22:10-12, 16-18; vergleiche Johannes 3:16, NW). Die Ähnlichkeit ist zu offensichtlich und zu präzise, als daß es sich um einen Zufall oder die schlaue Erfindung eines Menschen handeln könnte.

  • Wer wird die Nationen zum Frieden führen?
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    • [Kasten auf Seite 28]

      „MEIN KNECHT“ — WER IST ER?

      „ ‚Siehe, mein Knecht . . . war verachtet und gemieden von Menschen . . . Wir hielten ihn für nichts. Aber unsere Krankheit trug er, unser Leiden erduldete er. . . . Doch wegen unserer Sünden wurde er verwundet, zermalmt wegen unserer Missetaten. . . . Wir alle irrten umher wie Schafe . . . Und der Herr ließ ihn unser aller Schuld treffen.‘ . . . Obwohl er kein Unrecht verübt und keinen Trug geredet hatte . . . ‚Mein gerechter Knecht macht die vielen gerecht, ihre Strafe nimmt er auf sich . . . Er setzte sich dem Tod aus [‘schüttete seine Seele in den Tod aus’, NW] und wurde zu den Sündern gezählt, während er die Schuld der vielen trug und für Sünder fürbittend eintrat‘ “ (Jesaja 52:13 bis 53:12, Ta).

      Jesaja schildert hier einen völlig unschuldigen, makellosen Menschen, der durch sein Leiden und seinen Tod für sein Volk Sühne leistete, obwohl es ihn nicht anerkannte.

      Heute halten es jedoch die meisten jüdischen Kommentatoren für eine feststehende Tatsache, daß sich diese Worte auf das Volk Israel als Ganzes oder auf eine Gruppe Gerechter innerhalb dieses Volkes beziehen.

      Es fragt sich nur, ob das Volk Israel oder wenigstens ein Teil davon jemals dieser Beschreibung entsprach, oder bezieht sie sich auf eine Einzelperson?

      Nach Jesajas Niederschrift dieser prophetischen Worte (um 732 v. u. Z.) gab es über 800 Jahre keinen Rabbiner oder anderen Juden, der die Auffassung vertrat, daß der erwähnte „Knecht“ in einem kollektiven Sinn zu verstehen sei. Während dieser ganzen Zeit wandte man die Prophezeiung allgemein auf eine Einzelperson an, meistens auf den Messias.

      Beachtenswert ist ferner folgender Kommentar in der Einleitung des Buches The Fifty-Third Chapter of Isaiah According to the Jewish Interpreters (Das dreiundfünfzigste Kapitel des Buches Jesaja gemäß den jüdischen Auslegern): „Die jüdische Exegese, soweit sie bis zum Ende der amoräischen Periode [bis zum sechsten Jahrhundert u. Z.] erhalten geblieben ist, läßt vermuten, daß man die betreffende Gestalt damals häufig, wenn nicht sogar allgemein und unbestreitbar, als den Messias deutete, und damit stimmt auch die etwas spätere Deutung des Targums überein“ (herausgegeben von H. M. Orlinsky, 1969, Seite 17).

      Was war wohl das Motiv dafür, daß man das naheliegendste Verständnis dieses Bibeltextes, der auf eine Einzelperson, das heißt auf den Messias, hinweist, ablehnte und ihn neu interpretierte? Wollte man dadurch einfach vermeiden, daß man zwischen dieser Prophezeiung und Jesus — dem Juden aus dem ersten Jahrhundert, auf den die Beschreibung ganz genau paßte — eine Verbindung sah?

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