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„Wir haben den Messias gefunden“Der Wachtturm 1992 | 1. Oktober
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Doch es gibt eine große Zahl von Prophezeiungen, die Jesus als Messias ausweisen. (Vergleiche Offenbarung 19:10.)
7. Welche Prophezeiungen erfüllten sich an Jesus unter anderem im Verlauf seines Lebens auf der Erde?
7 Dazu gehören: sein Geburtsort (Micha 5:2; Lukas 2:4-11), ein furchtbarer Massenmord an Kindern kurz nach seiner Geburt (Jeremia 31:15; Matthäus 2:16-18), daß er aus Ägypten gerufen werden sollte (Hosea 11:1; Matthäus 2:15), daß sich die Herrscher der Nationen vereinigen würden, um ihn zu töten (Psalm 2:1, 2; Apostelgeschichte 4:25-28), daß er für 30 Silberstücke verraten werden sollte (Sacharja 11:12; Matthäus 26:15) und sogar die Art seines Todes (Psalm 22:16, NW, Stud., Fußnote; Johannes 19:18, 23; 20:25, 27).c
Sein Kommen vorausgesagt
8. (a) Welche Prophezeiung wies darauf hin, wann der Messias erscheinen würde? (b) Welche zwei Angaben müssen bekannt sein, damit man diese Prophezeiung verstehen kann?
8 Konzentrieren wir uns einmal auf nur eine Prophezeiung. Aus Daniel 9:25 konnten die Juden erfahren, wann der Messias kommen sollte. Dort heißt es: „Du solltest wissen und die Einsicht haben, daß es vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und wieder zu bauen, bis zu dem Messias, dem Führer, sieben Wochen, ferner zweiundsechzig Wochen sein werden.“ Auf den ersten Blick mag uns diese Prophezeiung rätselhaft erscheinen. Doch eigentlich stellt sie uns nur die Aufgabe, uns über zwei Dinge zu informieren: den Anfangspunkt und das Zeitmaß. Als Veranschaulichung diene folgendes: Wenn wir eine Karte haben, auf der es heißt, daß „50 Ruten östlich des Brunnens im Stadtpark“ ein Schatz vergraben liegt, mögen uns die Angaben rätselhaft erscheinen — vor allem wenn wir nicht wissen, wo sich dieser Brunnen befindet oder wie lang eine „Rute“ ist. Würden wir aber nicht versuchen, beides zu erfahren, um den Schatz zu finden? Nun, ähnlich verhält es sich mit der Prophezeiung Daniels: Wir müssen nur den Zeitpunkt des Beginns feststellen und wie lange die darauf folgende Zeit in Wirklichkeit dauert.
9, 10. (a) Von welchem Zeitpunkt an zählen die 69 Wochen? (b) Wie lang waren die 69 Wochen, und woher wissen wir das?
9 Zunächst benötigen wir unseren Anfangspunkt, das Datum, an dem ‘das Wort, Jerusalem wiederherzustellen und wieder zu bauen, ausging’. Dann müssen wir wissen, wie lang die Zeitspanne von diesem Zeitpunkt an war, also wie lange die 69 (7 plus 62) Wochen tatsächlich dauerten. Diese Informationen sind unschwer zu erhalten. Nehemia berichtet unmißverständlich, daß „im zwanzigsten Jahr des Königs Artaxerxes“ das Wort ausging, die Mauer rings um Jerusalem wieder aufzubauen, um die Stadt endlich wiederherzustellen (Nehemia 2:1, 5, 7, 8). Unser Ausgangspunkt ist somit das Jahr 455 v. u. Z.d
10 Könnte es sich bei den 69 Wochen um buchstäbliche Wochen von sieben Tagen gehandelt haben? Nein, denn etwas über ein Jahr nach 455 v. u. Z. erschien der Messias nicht. Daher stimmen die meisten Bibelgelehrten und viele Übersetzungen (einschließlich der jüdischen Bibelübersetzung von Martin Buber, Ausgabe 1980) darin überein, daß es sich hier um Wochen „von Jahren“ handelt. Die Vorstellung von „Jahrwochen“ oder von einem siebenjährigen Zyklus war den Juden des Altertums vertraut. So, wie jeder siebte Tag für sie ein Sabbattag war, beobachteten sie auch jedes siebte Jahr als ein Sabbatjahr (2. Mose 20:8-11; 23:10, 11). 69 Jahrwochen würden somit 69 mal 7 Jahre oder 483 Jahre dauern. Jetzt müssen wir nur noch rechnen. Zählen wir zu 455 v. u. Z. 483 Jahre dazu, kommen wir in das Jahr 29 u. Z. — das Jahr, in dem Jesus getauft und damit der maschíach oder Messias wurde. (Siehe „Siebzig Wochen“, Einsichten über die Heilige Schrift, Band 2, Seite 919, 920.)
11. Was können wir denen entgegnen, die dies lediglich für eine neuzeitliche Interpretation der Prophezeiung Daniels halten?
11 Einige könnten nun den Einwand erheben, das Ganze sei doch nur eine neuzeitliche Interpretation der Prophezeiung, damit sie in die Geschichte hineinpasse. Wenn das so wäre, warum erwarteten dann die Menschen in den Tagen Jesu, daß der Messias zu jener Zeit erscheinen werde? Der christliche Geschichtsschreiber Lukas, die römischen Geschichtsschreiber Tacitus und Sueton, der jüdische Geschichtsschreiber Josephus und der jüdische Philosoph Philon lebten alle um diese Zeit und bestätigten, daß man diese Erwartung hegte (Lukas 3:15). Manche Gelehrte behaupten zwar, das römische Joch habe die Juden veranlaßt, sehnsüchtig auf den Messias zu hoffen. Doch warum erwarteten die Juden den Messias ausgerechnet zu jener Zeit und nicht schon während der brutalen Verfolgung durch die Griechen einige Jahrhunderte zuvor? Warum sprach Tacitus von „alten Priesterschriften“, die den Juden Anlaß gaben, mächtige Herrscher aus Judäa zu erwarten, „die sich der Weltherrschaft bemächtigen“ würden? Abba Hillel Silver räumt in einem seiner Werke (A History of Messianic Speculation in Israel) ein, daß „der Messias um das zweite Viertel des ersten Jahrhunderts u. Z. erwartet wurde“, und zwar nicht wegen des römischen Jochs, sondern aufgrund „der populären Chronologie jener Tage“, die sich teilweise aus dem Buch Daniel ableitete.
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„Wir haben den Messias gefunden“Der Wachtturm 1992 | 1. Oktober
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Warum der Messias sterben mußte
17. Inwiefern ging aus der Prophezeiung Daniels deutlich hervor, daß der Messias sterben mußte, und aus welchem Grund sollte er sterben?
17 Zudem ging aus den messianischen Prophezeiungen hervor, daß der Messias sterben mußte. So wird in der Prophezeiung, die ankündigte, wann der Messias kommen werde, im anschließenden Vers folgendes vorausgesagt: „Nach den zweiundsechzig Wochen [die auf die sieben Wochen folgten] wird der Messias abgeschnitten werden“ (Daniel 9:26). Das hier mit „abgeschnitten“ übersetzte hebräische Wort karáth wurde im mosaischen Gesetz in Verbindung mit der Todesstrafe verwendet. Der Messias mußte zweifellos sterben. Warum? Vers 24 gibt die Antwort: „Um ... der Sünde ein Ende zu bereiten und für Vergehung Sühne zu leisten und Gerechtigkeit herbeizuführen auf unabsehbare Zeiten.“ Die Juden wußten genau, daß nur durch einen Opfertod für Vergehung Sühne geleistet werden konnte (3. Mose 17:11; vergleiche Hebräer 9:22).
18. (a) Wie wird in Jesaja, Kapitel 53 gezeigt, daß der Messias leiden und sterben mußte? (b) Welchen scheinbaren Widerspruch enthält diese Prophezeiung?
18 Jesaja, Kapitel 53 spricht vom Messias als einem besonderen Knecht Jehovas, der leiden und sterben müßte, um die Sünden anderer zuzudecken. In Vers 5 heißt es: „Er wurde für unsere Übertretung durchstochen; er wurde für unsere Vergehungen zerschlagen.“ Nachdem in dieser Prophezeiung gesagt wurde, daß der Messias „als ein Schuldopfer“ sterben müsse, ist davon die Rede, daß der Betreffende „seine Tage verlängern [wird], und in seiner Hand wird das gelingen, woran Jehova Gefallen hat“ (Vers 10). Klingt das nicht nach einem Widerspruch? Wie kann der Messias sterben und dann „seine Tage verlängern“? Wie kann ihm, obwohl er als Opfer dargebracht wurde, „das gelingen, woran Jehova Gefallen hat“? Ja, wie könnte der Messias sterben und tot sein, ohne höchst wichtige Prophezeiungen erfüllt zu haben, nämlich daß er für immer als König regieren und der ganzen Welt Frieden und Glück bringen würde? (Jesaja 9:6, 7).
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