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  • Siehe! Jehovas auserwählter „Knecht“
    Der Wachtturm 2009 | 15. Januar
    • Siehe! Jehovas auserwählter „Knecht“

      „Siehe, mein Knecht, . . . an dem meine Seele Wohlgefallen hat!“ (JES. 42:1).

      1. Was wird Dienern Jehovas ans Herz gelegt, und zwar besonders in der Gedächtnismahlzeit? Warum ist das so wichtig?

      DER Apostel Paulus legte Dienern Gottes nahe, ihren „Blick auf den Hauptvermittler und Vervollkommner unseres Glaubens, Jesus, gerichtet“ zu halten. Besonders angebracht ist das gerade jetzt, wo die jährliche Feier zum Gedenken an den Tod Jesu wieder unmittelbar bevorsteht. Paulus schrieb weiter: „Ja, betrachtet genau den, der von Sündern gegen ihre eigenen Interessen einen solchen Widerspruch erduldete, damit ihr nicht müde werdet und in euren Seelen ermattet“ (Heb. 12:2, 3). Christi Beispiel und seinen treuen Lebenslauf bis hin zu seinem Opfertod „genau zu betrachten“ hilft gesalbten Christen wie auch den „anderen Schafen“, ebenfalls weiter treu zu Jehova zu halten, und bewahrt sie davor, womöglich entkräftet aufzugeben (vergleiche Galater 6:9).

      2. Was lernen wir aus den Prophezeiungen Jesajas über Gottes Sohn?

      2 Durch den Propheten Jesaja ließ Jehova eine ganze Reihe von Prophezeiungena aufschreiben, die sich unmittelbar um seinen Sohn drehen. Sie helfen uns, den „Hauptvermittler und Vervollkommner unseres Glaubens“ fest im Blick zu behalten — Christus Jesus. Sie werfen Licht auf seine Persönlichkeit, seinen Leidensweg und seine hohe Stellung als unser König und Erlöser. Auch wird uns durch sie bewusster gemacht, welche Bedeutung das Gedächtnismahl hat, das wir dieses Jahr am Donnerstag, dem 9. April, nach Sonnenuntergang feiern werden.

      Der „Knecht“ wird identifiziert

      3, 4. (a) Wer ist mit dem Ausdruck „Knecht“ im Bibelbuch Jesaja gemeint? (b) Wie erklärt die Bibel selbst, um wen es sich bei dem in Jesaja, Kapitel 42, 49, 50, 52 und 53 erwähnten „Knecht“ handelt?

      3 Der Ausdruck „Knecht“ kommt im Bibelbuch Jesaja ziemlich häufig vor. An manchen Stellen ist damit der Prophet selbst gemeint (Jes. 20:3; 44:26). An anderen Stellen bezieht sich der Ausdruck auf die Nation Israel (oder Jakob) als Ganzes (Jes. 41:8, 9; 44:1, 2, 21). Wer ist aber in den einzigartigen Prophezeiungen in Jesaja, Kapitel 42, 49, 50, 52 und 53 gemeint? Zweifelsfrei geklärt wird die Identität des darin beschriebenen „Knechtes“ Jehovas in den Christlichen Griechischen Schriften. Die Apostelgeschichte zum Beispiel berichtet von einem äthiopischen Beamten, der genau in einer dieser Prophezeiungen las. Als der Evangeliumsverkündiger Philippus durch Gottes Geist zu ihm geführt wurde, hatte der Beamte gerade die Bibelpassage gelesen, die wir heute in Jesaja 53:7, 8 finden, und fragte nun: „Ich bitte dich: Von wem sagt dies der Prophet? Von sich selbst oder von einem anderen?“ Philippus erklärte ihm geradeheraus, dass Jesaja hier von Jesus, dem Messias, sprach (Apg. 8:26-35).

      4 Als Jesus noch ein Säugling war, sagte ein gerechter Mann namens Simeon unter dem Einfluss des heiligen Geistes über das „kleine Kind“, es werde „ein Licht zur Beseitigung des Schleiers von den Nationen“ werden — wie in Jesaja 42:6 und 49:6 angekündigt (Luk. 2:25-32). Die demütigende Behandlung, die Jesus in der Nacht nach seiner Verhaftung durchmachte, war in Jesaja 50:6-9 vorausgesagt worden (Mat. 26:67; Luk. 22:63). Und kurz nach Pfingsten 33 u. Z. machte der Apostel Petrus klar, dass es sich bei dem vorausgesagten „Knecht“ Jehovas um Jesus handelt (Jes. 52:13; 53:11; lies Apostelgeschichte 3:13, 26). Was lernen wir aus diesen Prophezeiungen über den Messias?

      Jehova bildet seinen „Knecht“ aus

      5. Welche Ausbildung erhielt der „Knecht“ Jehovas?

      5 In einer Prophezeiung Jesajas über Gottes „Knecht“ erfahren wir etwas darüber, welche vertraute Freundschaft zwischen Jehova und seinem erstgeborenen Sohn bestand, bevor dieser als Mensch auf die Erde kam. (Lies Jesaja 50:4-9.) Der „Knecht“ selbst beschreibt, wie er von Jehova fortlaufend ausgebildet wurde: „Er weckt mir das Ohr, damit ich höre wie die Belehrten [oder „Jünger, Schüler“, Fn.]“ (Jes. 50:4). Von Anfang an hörte Jehovas „Knecht“ seinem Vater zu und lernte von ihm, sodass er sein gelehriger Jünger wurde. Was für eine Ehre, vom Schöpfer des Universums höchstpersönlich ausgebildet zu werden!

      6. Wie bewies der „Knecht“, dass er sich seinem Vater in allem unterordnete?

      6 In dieser Prophezeiung bezeichnet der „Knecht“ seinen Vater als den „Souveränen Herrn Jehova“. Er hatte also die Grundwahrheit verinnerlicht, dass Jehova zu Recht der höchste Herrscher ist. Wie vertrauensvoll er sich seinem Vater in allem unterordnete, wird an seiner Aussage deutlich: „Der Souveräne Herr Jehova selbst hat mein Ohr geöffnet, und ich meinerseits war nicht rebellisch. Ich wandte mich nicht in die entgegengesetzte Richtung“ (Jes. 50:5). Bei der Erschaffung des Universums und des Menschen wurde er „neben ihm [Jehova] zum Werkmeister“ und war „allezeit vor ihm fröhlich . . ., fröhlich über das ertragfähige Land seiner Erde; und die Dinge, die . . . [Gottes Sohn] lieb waren, waren bei den Menschensöhnen“ (Spr. 8:22-31).

      7. Was zeigt, dass der „Knecht“ bei allem, was er durchmachte, auf die Unterstützung seines Vaters zählte?

      7 Die Ausbildung, die der „Knecht“ erhalten hatte, und seine Liebe zu den Menschen kamen ihm sehr zugute, als er auf der Erde heftig angefeindet wurde. Den Willen seines Vaters zu tun machte ihm selbst dann große Freude, als man ihn erbittert verfolgte (Ps. 40:8; Mat. 26:42; Joh. 6:38). Und in jeder noch so schwierigen Situation auf der Erde wusste Jesus ganz genau, dass sein Vater stolz auf ihn war und ihn unterstützte. Wie von Jesaja prophezeit, konnte Jesus sagen: „Er, der mich gerechtspricht, ist nahe. Wer kann mit mir streiten? . . . Siehe! Der Souveräne Herr Jehova selbst wird mir helfen“ (Jes. 50:8, 9). Und ganz eindeutig half Jehova seinem treuen „Knecht“ tatsächlich während seines gesamten Dienstes. Das geht noch aus einer anderen Prophezeiung Jesajas hervor.

      Der Dienst des „Knechtes“ auf der Erde

      8. Was beweist, dass Jesus der in Jesaja 42:1 vorhergesagte „Auserwählte“ Jehovas war?

      8 Als Jesus im Jahr 29 u. Z. getauft wurde, geschah nach dem Bibelbericht Folgendes: „Der heilige Geist kam . . . auf ihn herab, und eine Stimme kam aus dem Himmel: ‚Du bist mein Sohn, der geliebte; an dir habe ich Wohlgefallen gefunden‘ “ (Luk. 3:21, 22). So machte Jehova klar, dass Jesus der „Auserwählte“ war, von dem Jesaja gesprochen hatte. (Lies Jesaja 42:1-7.) Diese Prophezeiung erfüllte Jesus während seines Dienstes auf der Erde in beeindruckender Weise. Matthäus zitierte in seinem Evangelium die Worte aus Jesaja 42:1-4 und wandte sie auf Jesus an (Mat. 12:15-21).

      9, 10. (a) Wie erfüllte Jesus während seines Dienstes Jesaja 42:3? (b) Wie brachte Jesus „das Recht hervor“, als er auf der Erde war? (c) Wann wird er „auf der Erde das Recht einsetzen“?

      9 Das einfache Volk wurde von den Religionsführern der Juden verachtet (Joh. 7:47-49). Man behandelte diese Menschen derart grob, dass sie einem „geknickten Rohr“ glichen oder einem „glimmenden Flachsdocht“ kurz vor dem Verlöschen. Jesus dagegen bewies Mitgefühl für die Armen und Bedrückten (Mat. 9:35, 36). Er lud sie freundlich ein: „Kommt zu mir alle, die ihr euch abmüht und die ihr beladen seid, und ich will euch erquicken“ (Mat. 11:28). Außerdem brachte Jesus „das Recht hervor“, indem er lehrte, was in Jehovas Augen richtig und was falsch ist (Jes. 42:3). Er machte auch deutlich, dass Gottes Gesetz vernünftig und barmherzig angewandt werden sollte (Mat. 23:23). Und Jesus verschaffte dem Recht Geltung, indem er unterschiedslos allen predigte — Armen wie Reichen (Mat. 11:5; Luk. 18:18-23).

      10 Jesajas Prophezeiung kündigt auch an, dass der „Auserwählte“ Jehovas „auf der Erde das Recht einsetzt“ (Jes. 42:4). Als König des messianischen Königreichs wird er das bald dadurch tun, dass er alle menschlichen Regierungen durch seine eigene gerechte Herrschaft ersetzt. So schafft er eine neue Welt, in der „Gerechtigkeit wohnen“ wird (2. Pet. 3:13; Dan. 2:44).

      Ein „Licht“ und ein „Bund“

      11. Wie erwies sich Jesus im ersten Jahrhundert als „Licht der Nationen“? Wieso kann das noch heute von ihm gesagt werden?

      11 Wie in Jesaja 42:6 vorhergesagt, erwies sich Jesus tatsächlich als ein „Licht der Nationen“. Durch seinen Dienst auf der Erde brachte er vor allem den Juden das Licht der Wahrheit (Mat. 15:24; Apg. 3:26). Doch sagte er auch: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh. 8:12). Ein „Licht“ wurde Jesus für Juden wie auch für andere Nationen nicht nur dadurch, dass sie durch ihn die Wahrheit kennenlernten, sondern auch dadurch, dass er sein vollkommenes Leben zugunsten der ganzen Menschheit als Loskaufsopfer gab (Mat. 20:28). Nach seiner Auferstehung beauftragte Jesus seine Jünger, „bis zum entferntesten Teil der Erde“ Zeugen von ihm zu sein (Apg. 1:8). Paulus und Barnabas zitierten den Ausdruck „Licht der Nationen“ und wandten ihn auf ihre Predigttätigkeit unter Nichtjuden an (Apg. 13:46-48; vergleiche Jesaja 49:6). Diese Tätigkeit wird von Jesu gesalbten Brüdern auf der Erde und von ihren Gefährten noch heute verrichtet, indem sie das Licht der Wahrheit überall verbreiten und Menschen helfen, an Jesus als „Licht der Nationen“ zu glauben.

      12. Wie hat Jehova seinen „Knecht“ als „Bund für das Volk“ gegeben?

      12 In der gleichen Prophezeiung sagte Jehova zu seinem auserwählten „Knecht“: „Ich werde dich behüten und dich zu einem Bund des Volkes geben“ (Jes. 42:6). Satan ließ nichts unversucht, Jesus umzubringen und zu verhindern, dass er seinen Dienst auf der Erde erfolgreich beendet. Doch Jehova behütete Jesus, bis der festgelegte Zeitpunkt gekommen war, wo er sein Leben opfern sollte (Mat. 2:13; Joh. 7:30). Danach weckte Jehova ihn von den Toten auf und machte ihn „zu einem Bund“ oder Bürgen für die Menschen. Sozusagen mit einem feierlichen Versprechen sicherte Jehova dadurch zu, sein treuer „Knecht“ werde weiter als „Licht der Nationen“ dienen, sie also aus ihrer Unwissenheit über Jehova befreien. (Lies Jesaja 49:8, 9.)b

      13. Wie hat Jesus „die in Finsternis Sitzenden“ während seines Dienstes auf der Erde befreit? Wie tut er das heute noch?

      13 Dieser Zusicherung entsprechend würde der auserwählte „Knecht“ Jehovas „die blinden Augen“ öffnen, „aus dem Kerker den Gefangenen“ herausführen und „die in Finsternis Sitzenden“ befreien (Jes. 42:7). Genau das tat Jesus durch seinen Dienst auf der Erde, indem er falsche religiöse Überlieferungen anprangerte und die gute Botschaft vom Königreich predigte (Mat. 15:3; Luk. 8:1). Juden, die seine Jünger wurden, befreite er damit aus der Gefangenschaft dieser falschen Religion (Joh. 8:31, 32). Aus einer ähnlichen Gefangenschaft hat Jesus Millionen Nichtjuden befreit. Er beauftragte nämlich seine Nachfolger, „Jünger aus Menschen aller Nationen“ zu machen, und versprach ihnen, „bis zum Abschluss des Systems der Dinge“ bei ihnen zu sein (Mat. 28:19, 20). Bis heute leitet Christus Jesus vom Himmel aus das weltweite Predigtwerk.

      Jehova erhöhte den „Knecht“

      14, 15. Warum erhöhte Jehova seinen „Knecht“? Wie tat er das?

      14 In einer weiteren Prophezeiung über seinen messianischen „Knecht“ sagte Jehova: „Siehe! Mein Knecht wird mit Einsicht handeln. Er wird hochgestellt sein und wird gewiss erhoben und sehr erhöht sein“ (Jes. 52:13). Jehova erhob seinen Sohn in eine hohe Stellung, weil sich Jesus der Oberhoheit Jehovas auch dann loyal unterordnete und treu zu ihm hielt, als er bis aufs Äußerste geprüft wurde.

      15 Der Apostel Petrus schrieb über Jesus: „Er ist zur Rechten Gottes, denn er ging hin in den Himmel; und Engel und Gewalten und Mächte wurden ihm unterworfen“ (1. Pet. 3:22). Und wie der Apostel Paulus schrieb, „erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja zum Tod an einem Marterpfahl. Gerade aus diesem Grund hat Gott ihn auch zu einer übergeordneten Stellung erhöht und ihm gütigerweise den Namen gegeben, der über jedem anderen Namen ist, sodass sich im Namen Jesu jedes Knie beuge, derer, die im Himmel, und derer, die auf der Erde, und derer, die unter dem Erdboden sind, und jede Zunge offen anerkenne, dass Jesus Christus Herr ist zur Verherrlichung Gottes, des Vaters“ (Phil. 2:8-11).

      16. Wie ist Jesus 1914 „sehr erhöht“ worden? Was hat er seitdem erreicht?

      16 Im Jahr 1914 hat Jehova Jesus in eine noch höhere Stellung erhoben. Jesus wurde „sehr erhöht“, als Jehova ihn zum König des messianischen Königreiches machte (Ps. 2:6; Dan. 7:13, 14). Seitdem hat Jesus die Unterwerfung seiner Feinde in Angriff genommen (Ps. 110:2). Als Erstes unterwarf er Satan und die Dämonen, indem er sie zur Erde hinabschleuderte (Offb. 12:7-12). Dann befreite er als der größere Cyrus den Überrest seiner gesalbten Brüder auf der Erde aus der Gefangenschaft von Groß-Babylon (Offb. 18:2; Jes. 44:28). Und er hat das weltweite Predigtwerk vorangetrieben, durch das zunächst die „Übriggebliebenen“ seiner gesalbten Brüder eingesammelt worden sind und dann Millionen „andere Schafe“, die der „kleinen Herde“ treu zur Seite stehen (Offb. 12:17; Joh. 10:16; Luk. 12:32).

      17. Was haben wir bis jetzt aus Jesajas Prophezeiungen über den „Knecht“ gelernt?

      17 Durch das Studium dieser bemerkenswerten Prophezeiungen Jesajas haben wir unseren König und Erlöser, Christus Jesus, bestimmt noch mehr schätzen gelernt. Daran, wie er sich während seines Dienstes auf der Erde seinem Vater unterordnete, war zu erkennen, wie gut er zuvor im Himmel von ihm ausgebildet worden war. Jesus hat sich tatsächlich als „Licht der Nationen“ erwiesen, und zwar sowohl durch sein eigenes Predigen als auch durch das Predigtwerk, das er bis auf den heutigen Tag leitet. Als Nächstes wollen wir uns mit einer Prophezeiung beschäftigen, die ankündigte, dass der messianische „Knecht“ leiden und zu unseren Gunsten sein Leben opfern würde. Und da wir bald seines Todes gedenken, verdient diese Prophezeiung ganz sicher, dass wir sie ebenfalls genau betrachten (Heb. 12:2, 3).

      [Fußnoten]

      a Nachzulesen sind diese Prophezeiungen in Jesaja 42:1-7, 49:1-12, 50:4-9 sowie 52:13 bis 53:12.

      b Ausführlich behandelt wird die Prophezeiung aus Jesaja 49:1-12 in dem Buch Die Prophezeiung Jesajas — Licht für alle Menschen II, Seite 136—145.

  • Jehovas „Knecht“ — „für unsere Übertretung durchstochen“
    Der Wachtturm 2009 | 15. Januar
    • Jehovas „Knecht“ — „für unsere Übertretung durchstochen“

      „Er wurde für unsere Übertretung durchstochen; er wurde für unsere Vergehungen zerschlagen. . . . Seiner Wunden wegen ist uns Heilung geworden“ (JES. 53:5).

      1. Woran sollten wir denken, wenn wir das Gedächtnismahl feiern? Welche Prophezeiung hilft uns dabei?

      DAS Gedächtnismahl feiern wir zum Gedenken an den Tod Christi und an all das, was durch seinen Tod und seine Auferstehung bewirkt wurde. Es erinnert uns daran, dass Jehovas Herrschaftsrecht verteidigt, sein Name geheiligt und alles umgesetzt werden wird, was er sich vorgenommen hat. Dazu gehört auch die Rettung der Menschen. Kaum eine Prophezeiung in der Bibel dürfte Christi Opfer und seine Auswirkungen besser beschreiben als die Prophezeiung in Jesaja 53:3-12. Der Prophet sagte den Leidensweg des „Knechtes“ voraus, nannte konkrete Einzelheiten über Christi Tod und zeigte, wie Jesu gesalbte Brüder und seine „anderen Schafe“ davon profitieren würden (Joh. 10:16).

      2. Was wird an Jesajas Prophezeiung deutlich? Wie wird sie sich auf uns auswirken?

      2 Über 700 Jahre vor Jesu Geburt ließ Jehova durch Jesaja voraussagen, sein auserwählter „Knecht“ werde auch unter den allerschwierigsten Prüfungen treu bleiben. Das zeigt eindrucksvoll, wie absolut sicher sich Jehova der Loyalität seines Sohnes war! Diese Prophezeiung genauer zu untersuchen wird uns bestimmt zu Herzen gehen und wird unseren Glauben stärken.

      „Verachtet“ und „für nichts“ gehalten

      3. Warum hätten die Juden Jesus willkommen heißen sollen? Wie nahmen sie ihn tatsächlich auf?

      3 Lies Jesaja 53:3. Es ist für uns nur schwer vorstellbar, was es den einziggezeugten Sohn Gottes — dem es so viel Freude machte, an der Seite seines Vaters zu dienen — gekostet haben muss, darauf zu verzichten und zur Erde zu kommen, um sein Leben zu opfern und so die Menschheit von Sünde und Tod zu befreien (Phil. 2:5-8). Durch sein Opfer sollte möglich werden, worauf die Tieropfer unter dem Gesetz Mose nur hindeuteten: Sünden wirklich zu vergeben (Heb. 10:1-4). Hätte man da nicht erwarten können, dass er willkommen geheißen und geehrt werden würde, wenigstens von den Juden, die doch auf den versprochenen Messias warteten? (Joh. 6:14). Stattdessen wurde der Christus von den Juden „verachtet“ und sie „hielten ihn für nichts“, wie Jesaja vorhergesagt hatte. Der Apostel Johannes schrieb: „Er kam in sein eigenes Heim, aber sein eigenes Volk nahm ihn nicht auf“ (Joh. 1:11). Der Apostel Petrus sagte zu den Juden: „Der Gott unserer Vorväter . . . hat seinen Knecht, Jesus, verherrlicht, den ihr eurerseits ausgeliefert und vor dem Angesicht des Pilatus verleugnet habt, als er beschlossen hatte, ihn freizulassen. Ja, ihr habt den Heiligen und Gerechten verleugnet“ (Apg. 3:13, 14).

      4. Wie wurde Jesus mit Krankheit vertraut?

      4 Jesaja hatte auch vorausgesagt, Jesus sei „für das Vertrautsein mit Krankheit“ bestimmt. Nichts lässt darauf schließen, dass er während seines Dienstes auf der Erde selbst je krank wurde, obwohl er durchaus ab und zu müde war (Joh. 4:6). Vertraut wurde er aber mit den Krankheiten derer, denen er predigte. Er empfand Mitleid mit ihnen und heilte viele (Mar. 1:32-34). So erfüllte er die Prophezeiung: „Wahrlich, unsere Krankheiten hat er selbst getragen; und was unsere Schmerzen betrifft, er hat sie auf sich geladen“ (Jes. 53:4a; Mat. 8:16, 17).

      Scheinbar „von Gott geschlagen“

      5. Welchen Schluss zogen viele Juden aus Jesu Tod? Warum machte Jesus das ganz besonders zu schaffen?

      5 Lies Jesaja 53:4b. Viele Zeitgenossen Jesu konnten nicht begreifen, warum er leiden und sterben musste. Sie hielten das für eine Strafe Gottes (Mat. 27:38-44). Die Juden warfen Jesus vor, Gott gelästert zu haben (Mar. 14:61-64; Joh. 10:33). Natürlich war Jesus kein Sünder und schon gar kein Gotteslästerer. Aber allein der Gedanke, unter diesem Vorwurf hingerichtet zu werden, muss für ihn als „Knecht“ Jehovas, der seinen Vater so sehr liebte, unerträglich gewesen sein. Dennoch war er bereit, sich dem Willen Jehovas unterzuordnen (Mat. 26:39).

      6, 7. Was ist damit gemeint, dass Jehova seinen treuen „Knecht“ „zerschlug“? Wieso kann gesagt werden, dass ihm das „gefiel“?

      6 Dass seine Mitmenschen den Christus für „von Gott geschlagen“ hielten, wie es in der Prophezeiung Jesajas heißt, lässt sich noch nachvollziehen. Es ist jedoch etwas ganz anderes, wenn darin gesagt wird: „Jehova aber gefiel es, ihn zu zerschlagen“ (Jes. 53:10). Jehova hatte doch auch über ihn gesagt: „Siehe, mein Knecht, . . . mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat!“ (Jes. 42:1). Wie konnte es ihm denn dann gefallen, „ihn zu zerschlagen“? Was genau „gefiel“ Jehova?

      7 Um diesen Teil der Prophezeiung Jesajas richtig zu verstehen, dürfen wir nicht vergessen, dass Satan die Loyalität aller Diener Gottes im Himmel und auf der Erde in Zweifel zog, als er Jehova als Herrscher herausforderte (Hiob 1:9-11; 2:3-5). Jesu Treue bis in den Tod lieferte die perfekte Antwort auf Satans Behauptung. Dass es Jehova unsäglich schmerzte, zu sehen, wie sein auserwählter „Knecht“ von seinen Feinden umgebracht wurde, steht außer Zweifel, auch wenn er es zuließ. Die absolute Treue seines Sohnes zu beobachten muss ihn aber gleichzeitig enorm gefreut haben — genauso wie das Bewusstsein, wie viel Gutes durch Jesu Tod für reumütige Menschen bewirkt werden würde (Spr. 27:11; Luk. 15:7).

      „Für unsere Übertretung durchstochen“

      8, 9. (a) Inwiefern wurde Jesus „für unsere Übertretung durchstochen“? (b) Wie wird das von Petrus bekräftigt?

      8 Lies Jesaja 53:6. Auf der Suche nach Befreiung von Sünde und Tod, dem Erbe Adams, sind sündige Menschen von jeher wie verlorene Schafe umhergeirrt (1. Pet. 2:25). Da alle Nachkommen Adams unvollkommen waren, konnte kein einziger das zurückkaufen, was Adam verspielt hatte (Ps. 49:7). Doch „Jehova selbst“ hat in seiner großen Liebe „unser aller Vergehung ihn“ — seinen geliebten Sohn und auserwählten „Knecht“ — „treffen lassen“. Bereit, „für unsere Übertretung durchstochen“ zu werden und sich „für unsere Vergehungen zerschlagen“ zu lassen, trug Christus unsere Sünden an den Pfahl und starb an unserer Stelle.

      9 Der Apostel Petrus schrieb: „Zu diesem Lauf wurdet ihr berufen, weil auch Christus für euch gelitten hat, euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen genau nachfolgt. Er selbst trug unsere Sünden in seinem eigenen Leib an den Stamm hinauf, damit wir mit Sünden nichts mehr zu tun hätten und für die Gerechtigkeit leben könnten.“ Anschließend zitierte Petrus aus der Prophezeiung Jesajas und fügte hinzu: „Und ‚durch seine Striemen wurdet ihr geheilt‘ “ (1. Pet. 2:21, 24; Jes. 53:5). So wurde es für Sünder überhaupt erst möglich, mit Gott versöhnt zu werden, wie Petrus weiter schrieb: „Christus ist ein für allemal hinsichtlich Sünden gestorben, ein Gerechter für Ungerechte, damit er euch zu Gott führe“ (1. Pet. 3:18).

      „Wie ein Lamm zur Schlachtung geführt“

      10. (a) Als was bezeichnete Johannes der Täufer Jesus? (b) Warum war diese Bezeichnung passend?

      10 Lies Jesaja 53:7, 8. Als Johannes der Täufer Jesus kommen sah, rief er aus: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!“ (Joh. 1:29). Gut möglich, dass Johannes Jesus als Lamm bezeichnete, weil er an die Worte Jesajas dachte: „Er wurde so wie ein Lamm zur Schlachtung geführt“ (Jes. 53:7, Fn.). Jesaja hatte auch vorausgesagt, dass Jesus „in den Tod seine Seele ausschüttete“ (Jes. 53:12). Eine ähnliche Formulierung gebrauchte Jesus an dem Abend, als er das Gedächtnismahl einsetzte und dabei seinen 11 treuen Aposteln den Becher mit Wein gab. Er sagte: „Dies bedeutet mein ‚Blut des Bundes‘, das zugunsten vieler zur Vergebung der Sünden vergossen werden wird“ (Mat. 26:28).

      11, 12. (a) Welche Parallele besteht zwischen dem Verhalten Isaaks und dem Jesu Christi? (b) Was dürfen wir nie vergessen, wenn wir das Gedächtnismahl begehen?

      11 Jesus stellte sich bereitwillig zur Verfügung, auf einem symbolischen Altar — dem Willen Jehovas für ihn — geopfert zu werden. Das erinnert an das Beispiel Isaaks (1. Mo. 22:1, 2, 9-13; Heb. 10:5-10). Nun war Isaak zwar bereit, sich opfern zu lassen, doch derjenige, der versuchte, das Opfer darzubringen, war Abraham (Heb. 11:17). Genauso war auch Jesus zwar bereit zu sterben, aber derjenige, der das Lösegeld beschaffte, war Jehova. Dadurch, dass Gott seinen Sohn opferte, bewies er seine tiefe Liebe zu den Menschen.

      12 Jesus selbst sagte: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe“ (Joh. 3:16). Der Apostel Paulus schrieb: „Gott aber empfiehlt seine eigene Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns starb, während wir noch Sünder waren“ (Röm. 5:8). Obwohl wir also den Christus ehren, wenn wir seines Todes gedenken, dürfen wir nie vergessen: Es war der größere Abraham, Jehova, der überhaupt erst dafür sorgte, dass dieses Opfer erbracht werden konnte. Zu seinem Lobpreis begehen wir das Gedächtnismahl.

      Der „Knecht“ bringt „viele in einen gerechten Stand“

      13, 14. Wie hat der „Knecht“ Jehovas „viele in einen gerechten Stand“ gebracht?

      13 Lies Jesaja 53:11, 12. Jehova sagte über seinen auserwählten „Knecht“: „Der Gerechte, mein Knecht, [wird] viele in einen gerechten Stand bringen.“ Wodurch? Einen Hinweis finden wir am Ende von Vers 12: „Er [der „Knecht“] ging daran, für die Übertreter vermittelnd einzutreten.“ Alle Nachkommen Adams sind als Sünder oder „Übertreter“ geboren worden und erhalten daher den „Lohn, den die Sünde zahlt“: den Tod (Röm. 5:12; 6:23). Deshalb wurde es erforderlich, sie mit Jehova zu versöhnen. In Kapitel 53 der Prophezeiung Jesajas wird anschaulich beschrieben, wie Jesus für die sündige Menschheit „vermittelnd eintrat“, wenn es dort heißt: „Die Züchtigung, die zu unserem Frieden diente, lag auf ihm, und seiner Wunden wegen ist uns Heilung geworden“ (Jes. 53:5).

      14 Dadurch, dass Christus unsere Sünden auf sich nahm und für uns starb, brachte er „viele in einen gerechten Stand“. Paulus schrieb: „Gott hat es für gut befunden, in ihm [Christus] die ganze Fülle wohnen zu lassen und durch ihn alle anderen Dinge wieder mit sich zu versöhnen, indem Frieden gemacht wurde durch das Blut, das er am Marterpfahl vergoss, es seien die Dinge auf der Erde oder die Dinge in den Himmeln“ (Kol. 1:19, 20).

      15. (a) Worum handelt es sich bei den „Dingen in den Himmeln“, von denen Paulus sprach? (b) Wer nur ist berechtigt, beim Gedächtnismahl von den Symbolen zu nehmen? Warum?

      15 „Die Dinge in den Himmeln“, die durch das Blut Christi mit Jehova versöhnt werden, sind die gesalbten Christen, die mit Christus im Himmel regieren werden. Als „Mitgenossen der himmlischen Berufung“ werden sie „zum Leben“ gerechtgesprochen (Heb. 3:1; Röm. 5:1, 18). Dann zeugt Jehova sie als seine Geistsöhne. Der heilige Geist bezeugt ihnen, dass sie „Miterben mit Christus“ sind, dazu berufen, Könige und Priester in seinem himmlischen Königreich zu werden (Röm. 8:15-17; Offb. 5:9, 10). Sie werden Mitglieder des „Israels Gottes“ und werden in den „neuen Bund“ aufgenommen (Jer. 31:31-34; Gal. 6:16). Weil sie diesem neuen Bund angehören, sind sie berechtigt, beim Gedächtnismahl von den Symbolen zu nehmen — darunter der Becher mit Rotwein, über den Jesus sagte: „Dieser Becher bedeutet den neuen Bund kraft meines Blutes, das zu euren Gunsten vergossen werden wird“ (Luk. 22:20).

      16. Worum handelt es sich bei den „Dingen auf der Erde“? Wie wird es ihnen ermöglicht, vor Jehova als gerecht dazustehen?

      16 Bei den „Dingen auf der Erde“ handelt es sich um Christi „andere Schafe“, die darauf hoffen, für immer auf der Erde zu leben. Auch ihnen verhilft der auserwählte „Knecht“ dazu, vor Jehova als gerecht dazustehen. Weil sie an das Loskaufsopfer Jesu glauben und daher „ihre langen Gewänder gewaschen und sie im Blut des Lammes weiß gemacht“ haben, spricht Jehova auch sie gerecht — nicht als Geistsöhne, sondern als seine Freunde — und stellt ihnen in Aussicht, die „große Drangsal“ zu überleben (Offb. 7:9, 10, 14; Jak. 2:23). Da die „anderen Schafe“ nicht dem neuen Bund angehören und deshalb nicht darauf hoffen, in den Himmel zu kommen, nehmen sie beim Gedächtnismahl — bei dem sie als respektvolle Beobachter anwesend sind — nicht von den Symbolen.

      Aller Dank gebührt Jehova und seinem auserwählten „Knecht“

      17. Wie sind wir durch die Prophezeiungen Jesajas über den „Knecht“ Jehovas auf das Gedächtnismahl eingestimmt worden?

      17 Uns intensiv mit den Prophezeiungen Jesajas über den „Knecht“ Jehovas zu beschäftigen, hat uns bestimmt hervorragend auf die Feier zum Gedenken an den Tod Christi eingestimmt. So haben wir „unseren Blick auf den Hauptvermittler und Vervollkommner unseres Glaubens, Jesus“, richten können (Heb. 12:2). Wir haben gesehen, dass der Sohn Gottes nicht rebellisch ist. Im Gegensatz zum Teufel macht es ihm große Freude, von Jehova zu lernen, den er als „Souveränen Herrn“ anerkennt. Auch ist uns bewusst geworden, dass Jesus den Menschen, denen er auf der Erde predigte, viel Mitgefühl entgegenbrachte und viele buchstäblich wie auch im übertragenen Sinn heilte. Dadurch gab er einen Vorgeschmack auf das, was er als messianischer König in der neuen Welt bewirken wird, wenn er „auf der Erde das Recht einsetzt“ (Jes. 42:4). Durch seinen Eifer beim Predigen als „Licht der Nationen“ fühlen sich seine Nachfolger angespornt, die gute Botschaft auf der ganzen Erde ebenfalls eifrig zu predigen (Jes. 42:6).

      18. Warum erfüllt uns Jesajas Prophezeiung mit Dankbarkeit für Jehova und seinen treuen „Knecht“?

      18 Dank Jesajas Prophezeiungen wird uns auch deutlicher bewusst, was für ein großes Opfer Jehova brachte, als er seinen lieben Sohn zur Erde sandte, wo er leiden und für uns sterben sollte. Jehova freute sich natürlich nicht darüber, seinen Sohn leiden zu sehen. Aber dass Jesus sogar bis in den Tod absolut treu blieb, machte ihn sehr glücklich. Dieses Gefühl stellt sich bestimmt auch bei uns ein, wenn wir auf uns wirken lassen, was Jesus alles geleistet hat: Er stempelte Satan zum Lügner, heiligte den Namen Jehovas und verteidigte so sein Herrschaftsrecht. Außerdem nahm Christus unsere Sünden auf sich und starb für uns. Dadurch hat er es der „kleinen Herde“ seiner gesalbten Brüder und den „anderen Schafen“ möglich gemacht, von Jehova als gerecht betrachtet zu werden. Wenn wir beim Gedächtnismahl an all das denken, wird unser Herz mit tiefer Dankbarkeit erfüllt sein für Jehova und für seinen treuen „Knecht“!

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