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Jehovas Diener haben eine echte HoffnungDer Wachtturm 2003 | 15. August
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Jehovas Diener haben eine echte Hoffnung
„Die Übriggebliebenen Jakobs sollen inmitten vieler Völker wie Tau von Jehova werden, wie ausgiebige Regenschauer auf Pflanzenwuchs, der nicht auf den Menschen hofft“ (MICHA 5:7).
1. Inwiefern erweist sich das geistige Israel als eine Quelle der Erfrischung?
JEHOVA ist der große Schöpfer von Regen und Tau. Es wäre vergeblich, darauf zu hoffen, dass Menschen Tau erzeugen oder es regnen lassen. Der Prophet Micha schrieb: „Die Übriggebliebenen Jakobs sollen inmitten vieler Völker wie Tau von Jehova werden, wie ausgiebige Regenschauer auf Pflanzenwuchs, der nicht auf den Menschen hofft noch auf die Söhne des Erdenmenschen wartet“ (Micha 5:7). Wer sind heute „die Übriggebliebenen Jakobs“? Es sind die geistigen Israeliten, der Überrest des „Israels Gottes“ (Galater 6:16). Für ‘viele Völker’ auf der Erde sind sie wie erfrischender „Tau von Jehova“ geworden, „wie ausgiebige Regenschauer auf Pflanzenwuchs“. Die heute lebenden gesalbten Christen sind für die Menschen wirklich ein Segen von Gott. Jehova gebraucht diese Verkündiger seines Königreiches, damit sie den Menschen seine Botschaft echter Hoffnung bringen.
2. Warum haben wir eine echte Hoffnung, obwohl wir heute in einer von Problemen erschütterten Welt leben?
2 Dass der heutigen Welt eine echte Hoffnung fehlt, sollte uns nicht überraschen. Politische Instabilität, Sittenverfall, Verbrechen, Wirtschaftskrisen, Terrorismus, Krieg — von einer Welt, die von Satan, dem Teufel, beherrscht wird, kann man nichts anderes erwarten (1. Johannes 5:19). Viele Menschen haben Angst davor, was die Zukunft wohl noch bringt. Wir Anbeter Jehovas dagegen fürchten uns nicht, denn wir haben eine sichere Zukunftshoffnung. Diese Hoffnung ist echt, weil sie sich auf Gottes Wort stützt. Wir glauben an Jehova und an sein Wort, denn das, was er sagt, bewahrheitet sich ausnahmslos.
3. (a) Weshalb beabsichtigte Jehova, gegen Israel und Juda vorzugehen? (b) Warum treffen Michas Worte auch heute zu?
3 Die von Gott inspirierte Prophezeiung Michas bestärkt uns darin, im Namen Jehovas zu wandeln, und bildet eine Grundlage für unsere echte Hoffnung. Als Micha im achten Jahrhundert v. u. Z. prophezeite, war Gottes Bundesvolk in zwei Nationen gespalten, in Israel und Juda, und beide missachteten Gottes Bund. Das führte zu Sittenverfall, religiöser Abtrünnigkeit und extremem Materialismus. Jehova sagte deshalb warnend voraus, er werde gegen sie vorgehen. Natürlich waren Gottes Warnungen in erster Linie an die Zeitgenossen Michas gerichtet. Doch die heutige Situation ähnelt so sehr der damaligen, dass Michas Worte auch heute zutreffen. Das wird deutlich, wenn wir einige Höhepunkte aus den sieben Kapiteln des Buches Micha betrachten.
Ein kurzer Überblick
4. Wovon handeln die Kapitel 1 bis 3 des Buches Micha?
4 Verschaffen wir uns zunächst einen kurzen Überblick über den Inhalt des Buches Micha. In Kapitel 1 prangert Jehova die Auflehnung Israels und Judas an. Ihr kriminelles Verhalten wird dazu führen, dass Israel zerstört werden und Judas Strafe bis an das Tor von Jerusalem reichen wird. Kapitel 2 zeigt, dass die Wohlhabenden und Mächtigen die Schwachen und Hilflosen unterdrücken. Gott spricht allerdings auch eine Verheißung aus. Sein Volk wird in Einheit zusammengebracht werden. Kapitel 3 enthält Jehovas Strafankündigungen gegen die Staatsführer und die pflichtvergessenen Propheten. Die Führer beugen das Recht und die Propheten geben Lügen von sich. Micha erhält durch den heiligen Geist die Kraft, unter derartigen Verhältnissen das bevorstehende Strafgericht Jehovas anzukündigen.
5. Wie lassen sich Kapitel 4 und 5 der Prophezeiung Michas zusammenfassen?
5 In Kapitel 4 wird vorausgesagt, im Schlussteil der Tage würden alle Nationen zu dem erhabenen Berg des Hauses Jehovas kommen, um von Jehova unterwiesen zu werden. Vorher wird Juda nach Babylon verbannt werden, doch Jehova wird es später wieder befreien. Kapitel 5 zeigt, dass der Messias in Bethlehem in Juda geboren werden wird. Er wird sein Volk hüten und es von bedrückenden Nationen befreien.
6, 7. Worum geht es in Micha, Kapitel 6 und 7?
6 In Micha, Kapitel 6 bringt Jehova wie in einem Rechtsfall seine Anklagen gegen sein Volk vor. Was hat er getan, sodass sein Volk Grund hätte, zu rebellieren? Nichts. Jehovas Anforderungen sind in Wirklichkeit sehr vernünftig. Seine Anbeter sollen Recht üben und in Güte und Bescheidenheit mit ihm wandeln. Israel und Juda haben sich stattdessen ständig aufgelehnt und werden dafür die Folgen tragen müssen.
7 Im letzten Kapitel seiner Prophezeiung verurteilt Micha die Bosheit seiner Zeitgenossen. Er verliert aber nicht den Mut, denn er ist entschlossen, Jehova gegenüber ‘eine wartende Haltung zu bekunden’ (Micha 7:7). Zum Schluss des Buches äußert Micha seine Zuversicht, dass Jehova seinem Volk Barmherzigkeit erweisen wird. Wie die Geschichte bestätigt, erfüllte sich diese Hoffnung. Nachdem Jehova sein Volk vollständig in Zucht genommen hatte, brachte er 537 v. u. Z. barmherzigerweise einen Überrest in die Heimat zurück.
8. Wie würdest du den Inhalt des Bibelbuches Micha zusammenfassen?
8 Was Jehova durch Micha vermittelt, ist wirklich ausgezeichnet! Dieses inspirierte Bibelbuch zeigt anhand von warnenden Beispielen, wie Gott mit Personen verfährt, die ihm angeblich dienen, in Wirklichkeit jedoch untreu sind. Auch werden darin Ereignisse vorausgesagt, die sich heute zutragen. Und Gott lässt uns sagen, wie wir uns in den gegenwärtigen schwierigen Zeiten verhalten sollen, um unsere Hoffnung zu festigen.
Der Souveräne Herr Jehova spricht
9. Was zu tun war Jehova gemäß Micha 1:2 entschlossen?
9 Gehen wir nun etwas näher auf das Buch Micha ein. In Micha 1:2 lesen wir: „Hört, o ihr Völker, ihr alle; zolle Aufmerksamkeit, o Erde und was dich erfüllt, und der Souveräne Herr Jehova möge gegen euch als Zeuge dienen, Jehova aus seinem heiligen Tempel.“ Wären wir Zeitgenossen Michas gewesen, hätten uns diese Worte zweifellos gefesselt. Aber das tun sie noch heute, denn Jehova spricht aus seinem heiligen Tempel und wendet sich nicht nur an Israel und Juda, sondern an die Menschen überall. Allzu lange hatten die Menschen in Michas Tagen den Souveränen Herrn Jehova außer Acht gelassen. Das sollte sich bald ändern, denn Jehova war entschlossen, einzuschreiten.
10. Warum sind die Worte aus Micha 1:2 für uns heute bedeutsam?
10 Dasselbe trifft auf die Gegenwart zu. Wie aus Offenbarung 14:18-20 hervorgeht, spricht Jehova erneut aus seinem heiligen Tempel. Binnen kurzem wird er entschieden vorgehen, und wieder werden einschneidende Geschehnisse die Menschheit erschüttern. Diesmal wird der böse „Weinstock der Erde“ in die große Weinkelter des Zornes Jehovas geworfen und so Satans System der Dinge vollständig vernichtet werden.
11. Was ist mit den Worten aus Micha 1:3, 4 gemeint?
11 Hören wir, was Jehova tun wird. In Micha 1:3, 4 heißt es: „Siehe, Jehova geht aus von seiner Stätte, und er wird gewiss herabkommen und auf die Höhen der Erde treten. Und die Berge sollen unter ihm zerschmelzen, und die Tiefebenen, sie werden sich spalten wie das Wachs vor dem Feuer, wie Gewässer, die einen Abhang hinabgegossen werden.“ Wird Jehova seinen Aufenthaltsort im Himmel verlassen und buchstäblich auf die Berge und die Ebenen des Landes der Verheißung treten? Nein. Das muss er auch gar nicht. Er wird einfach seine Aufmerksamkeit der Erde zuwenden, damit sein Wille ausgeführt wird. Außerdem wird das Beschriebene nicht mit der buchstäblichen Landschaft geschehen, sondern mit den Bewohnern. Wenn Jehova handelt, werden die Folgen für die Untreuen katastrophal sein — als seien die Berge wie Wachs zerschmolzen und die Ebenen durch ein Erdbeben gespalten worden.
12, 13. Wann können wir uns gemäß 2. Petrus 3:10-12 unserer Hoffnung sicher sein?
12 Die prophetischen Worte in Micha 1:3, 4 erinnern uns womöglich an eine andere inspirierte Prophezeiung, in der katastrophale Ereignisse auf der Erde vorausgesagt werden. Der Apostel Petrus schrieb gemäß 2. Petrus 3:10: „Jehovas Tag wird kommen wie ein Dieb, an welchem Tag die Himmel mit zischendem Geräusch vergehen werden, die Elemente aber werden vor Gluthitze aufgelöst, und die Erde und die Werke auf ihr werden aufgedeckt werden.“ Was Petrus über Himmel und Erde sagte, ist ebenso wenig buchstäblich zu verstehen wie die Prophezeiung Michas. Es bezieht sich auf eine große Drangsal, die über das gegenwärtige gottlose System der Dinge hereinbrechen wird.
13 Wie Micha können Christen trotz jener bevorstehenden Vernichtung voller Zuversicht in die Zukunft blicken. Was setzt das voraus? Sie müssen den Rat beherzigen, der in den nächsten Versen des Petrusbriefes gegeben wird. Der Apostel sagt nachdrücklich: „Was für Menschen solltet ihr da sein in heiligen Handlungen des Wandels und Taten der Gottergebenheit, indem ihr die Gegenwart des Tages Jehovas erwartet und fest im Sinn behaltet!“ (2. Petrus 3:11, 12). Wir haben eine sichere Zukunftshoffnung, wenn unser Herz stets gehorsam bleibt und wir sicherstellen, dass unser Lebenswandel heilig ist und wir vollauf mit Taten der Gottergebenheit beschäftigt sind. Um uns dieser Hoffnung sicher zu sein, dürfen wir auch nie vergessen, dass Jehovas Tag definitiv kommen wird.
14. Warum verdienten es Israel und Juda, bestraft zu werden?
14 Jehova erklärt, warum sein Volk in alter Zeit Strafe verdient. Micha 1:5 sagt: „Wegen der Auflehnung Jakobs ist dies alles, ja wegen der Sünden des Hauses Israel. Was ist die Auflehnung Jakobs? Ist es nicht Samaria? Und was sind die Höhen Judas? Sind sie nicht Jerusalem?“ Israel und Juda haben es Jehova zu verdanken, dass es sie überhaupt gibt. Trotzdem haben sie gegen ihn rebelliert, und ihre Rebellion hat sogar ihre jeweiligen Hauptstädte, Samaria und Jerusalem, erfasst.
Schlechtigkeit an der Tagesordnung
15, 16. Welcher bösen Handlungen machten sich Michas Zeitgenossen schuldig?
15 Ein Beispiel für die Bosheit von Michas Zeitgenossen wird in Micha 2:1, 2 anschaulich beschrieben: „Wehe denen, die Schaden zu stiften planen, und denen, die Schlechtes treiben auf ihren Betten! Beim Morgenlicht gehen sie daran, es zu tun, weil es in der Macht ihrer Hand steht. Und sie haben Felder begehrt und haben sich ihrer bemächtigt, auch Häuser und haben sie genommen; und sie haben einen kräftigen Mann und seine Hausgemeinschaft übervorteilt, einen Mann und seinen Erbbesitz.“
16 Habgierige liegen in der Nacht wach und schmieden Pläne, wie sie sich der Felder und Häuser ihrer Nachbarn bemächtigen können. Am Morgen führen sie dann umgehend ihre Pläne aus. So böse würden sie nie handeln, wenn sie den Bund Jehovas im Sinn hätten, denn das mosaische Gesetz enthält Vorschriften zum Schutz der Armen. Laut diesem Gesetz sollte keine Familie ihren Erbbesitz für immer verlieren. Doch das interessiert die Habgierigen nicht. Sie ignorieren die Worte aus 3. Mose 19:18, wo es heißt: „Du sollst deinen Mitmenschen lieben wie dich selbst.“
17. Wozu kann es führen, wenn jemand, der angeblich Gott dient, in seinem Leben zuerst nach materiellen Dingen sucht?
17 Das zeigt, was geschehen kann, wenn Menschen, die angeblich Gott dienen, geistige Ziele aus den Augen verlieren und zuerst nach materiellen Dingen suchen. Paulus warnte die Christen seiner Tage: „Die aber, die entschlossen sind, reich zu werden, fallen in Versuchung und in eine Schlinge und in viele unsinnige und schädliche Begierden, die die Menschen in Vernichtung und Verderben stürzen“ (1. Timotheus 6:9). Wer den Gelderwerb zu seinem Lebenszweck macht, betet tatsächlich einen falschen Gott an — den Mammon oder Reichtum. Dieser falsche Gott bietet jedoch keine sichere Zukunftshoffnung (Matthäus 6:24, Fußnote).
18. Was sollte den Materialisten der Tage Michas widerfahren?
18 In Michas Tagen mussten viele erst durch bittere Erfahrung lernen, dass es völlig nutzlos ist, auf materielle Dinge zu vertrauen. Gemäß Micha 2:4 sagt Jehova: „An jenem Tag wird man über euch einen Spruch anheben und wird gewiss in einer Wehklage klagen, ja einer Wehklage. Man wird sprechen müssen: ‚Wir sind ganz bestimmt verheert worden! Selbst den Anteil meines Volkes ändert er. Wie er ihn mir entzieht! Dem Untreuen teilt er unsere eigenen Felder zu.‘ “ Diejenigen, die Häuser und Felder stehlen, werden also ihren eigenen Familienerbbesitz verlieren. Sie werden in ein fremdes Land deportiert, und ihre Besitztümer werden Beute des „Untreuen“, also von Menschen der Nationen. Alle Hoffnungen auf eine Zukunft in Wohlstand sind dann dahin.
19, 20. Was erlebten Juden, die auf Jehova vertrauten?
19 Dagegen wird die Hoffnung der Menschen, die auf Jehova vertrauen, nicht enttäuscht werden. Jehova ist seinem Bund mit Abraham treu und auch dem mit David geschlossenen Bund. Zudem hat er Erbarmen mit Menschen wie Micha, die ihn lieben und betrübt darüber sind, dass sich ihre Landsleute von Gott abwenden. Zugunsten rechtschaffener Personen wird es zu der von Gott vorgesehenen Zeit eine Wiederherstellung geben.
20 Das geschieht 537 v. u. Z., nachdem Babylon gefallen ist. Als ein Überrest der Juden in die Heimat zurückkehrt, erfüllen sich die Worte aus Micha 2:12 zum ersten Mal. Jehova sagt: „Ich werde Jakob ganz bestimmt sammeln, euch alle; ich werde ganz gewiss die Übriggebliebenen Israels zusammenbringen. Zur Einheit werde ich sie bringen wie eine Kleinviehherde in die Hürde, wie eine Herde inmitten ihrer Weide; sie werden lärmen vor Menschen.“ Wie liebevoll Jehova doch ist! Nachdem er sein Volk in Zucht genommen hat, gestattet er einem Überrest zurückzukehren und ihm in dem Land zu dienen, das er ihren Vorfahren gab.
Auffallende Parallelen in unserer Zeit
21. Worin gleichen die heutigen Verhältnisse denen, die zur Zeit Michas herrschten?
21 Während wir die ersten beiden Kapitel von Micha betrachtet haben, sind wir vielleicht nachdenklich geworden, weil uns aufgefallen ist, wie vieles sich heute ganz ähnlich verhält. Wie zur Zeit Michas behaupten viele, Gott zu dienen. Doch wie Juda und Israel sind sie uneins und haben sogar Kriege gegeneinander geführt. Nicht wenige der Wohlhabenden in der Christenheit haben die Armen unterdrückt. Religiöse Führer lassen immer mehr Verhaltensweisen durchgehen, die in der Bibel ausdrücklich verurteilt werden. Kein Wunder, dass die Christenheit bald zusammen mit dem übrigen Teil „Babylons der Großen“, des Weltreichs der falschen Religion, untergehen wird! (Offenbarung 18:1-5). Wie in Michas Tagen wird Jehova allerdings auch noch treue Diener haben, die auf der Erde übrig bleiben.
22. Welche beiden Gruppen haben ihre Hoffnung auf Gottes Königreich gesetzt?
22 Im Jahr 1919 brachen die treuen gesalbten Christen endgültig mit der Christenheit und begannen, allen Nationen die gute Botschaft vom Königreich zu verkündigen (Matthäus 24:14). Zunächst machten sie die übrigen Glieder des geistigen Israel ausfindig. Dann begann die Einsammlung „anderer Schafe“, und aus den beiden Gruppen wurde ‘e i n e Herde unter e i n e m Hirten’ (Johannes 10:16). Obwohl die treuen Anbeter Jehovas gegenwärtig in 234 Ländern leben, sind sie wirklich alle „zur Einheit“ gebracht worden. Von der Schafhürde kann heute gesagt werden, dass es darin ‘lärmt vor Menschen’, also vor Männern, Frauen und Kindern. Ihre Hoffnung richtet sich nicht auf das gegenwärtige System der Dinge, sondern auf Gottes Königreich, das binnen kurzem die Erde in ein Paradies verwandeln wird.
23. Warum kannst du überzeugt sein, dass deine Hoffnung sicher ist?
23 Mit Bezug auf die treuen Anbeter Jehovas wird im letzten Vers von Micha, Kapitel 2 gesagt: „Ihr König wird vor ihnen hindurchziehen mit Jehova an ihrer Spitze.“ Kannst du dich selbst in diesem Triumphzug sehen, wie du deinem König, Jesus Christus, folgst — einem Triumphzug mit Jehova selbst an der Spitze? Wenn ja, dann kannst du überzeugt sein, dass der Sieg gewiss ist und deine Hoffnung sicher. Das wird noch deutlicher werden, wenn wir uns mit weiteren Höhepunkten der Prophezeiung Michas beschäftigen.
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Wir werden für immer im Namen Jehovas wandeln!Der Wachtturm 2003 | 15. August
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Wir werden für immer im Namen Jehovas wandeln!
„Wir ... werden im Namen Jehovas, unseres Gottes, wandeln auf unabsehbare Zeit, ja immerdar“ (MICHA 4:5).
1. Wie lauten die Kernaussagen von Micha, Kapitel 3 bis 5?
JEHOVA hat seinem Volk etwas mitzuteilen und bedient sich dazu seines Propheten Micha. Gott ist fest entschlossen, gegen Übeltäter vorzugehen. Er wird Israel für dessen Abtrünnigkeit bestrafen. Die im Namen Jehovas wandeln, können sich dagegen freuen, denn sie wird er segnen. Das sind die Kernaussagen in den Kapiteln 3 bis 5 der Prophezeiung Michas.
2, 3. (a) Was sollte man von den Führern Israels erwarten können, doch was tun sie stattdessen? (b) Wie lassen sich die in Micha 3:2, 3 verwendeten bildlichen Ausdrücke erklären?
2 Gottes Prophet verkündet: „Hört bitte, ihr Häupter Jakobs und ihr Befehlshaber des Hauses Israel. Ist es nicht eure Sache, das Recht zu kennen?“ Eigentlich sollte das ihre Sache sein. Aber was tun sie stattdessen? Micha sagt: „Die ihr das Gute hasst und das Böse liebt, die ihr den Leuten ihre Haut abreißt und ihren Organismus von ihren Knochen; ihr, die ihr auch den Organismus meines Volkes gegessen habt und ihnen direkt die Haut abgestreift und sogar ihre Knochen zerschlagen und sie in Stücke zermalmt habt wie das, was in einem Topf mit weiter Öffnung ist, und wie Fleisch mitten in einem Kochtopf“ (Micha 3:1-3).
3 Unglaublich: Die Führer unterdrücken die armen, wehrlosen Menschen! Michas Zuhörern sind die hier verwendeten bildlichen Ausdrücke ohne weiteres verständlich. Bevor man ein geschlachtetes Schaf kocht, wird es zuerst gehäutet und zerlegt. Manchmal werden die Knochen aufgeschlagen, um das Mark herauszulösen. Sowohl das Fleisch als auch die Knochen werden in einem großen Gefäß gekocht, wie es Micha erwähnt (Hesekiel 24:3-5, 10). Das veranschaulicht sehr passend, wie roh das Volk in den Tagen Michas von den bösen Führern behandelt wird!
Jehova erwartet Gerechtigkeit von uns
4. Welcher Gegensatz besteht zwischen Jehova und den Führern Israels?
4 Es besteht ein auffälliger Gegensatz zwischen dem liebevollen Hirten, Jehova, und den Führern Israels. Statt ihrem Auftrag gemäß die Herde dadurch zu schützen, dass sie Gerechtigkeit üben, beuten sie die sinnbildlichen Schafe selbstsüchtig aus. Wie? Indem sie ihnen das Recht vorenthalten und an ihnen „Taten des Blutvergießens“ verüben, wie in Micha 3:10 gesagt wird. Was können wir aus dieser Situation lernen?
5. Was erwartet Jehova von denen, die unter seinem Volk die Führung übernehmen?
5 Gott erwartet von denen, die unter seinem Volk die Führung übernehmen, dass sie Gerechtigkeit üben. Bei Jehovas heutigen Dienern können wir das tatsächlich beobachten. Es passt auch zu Jesaja 32:1, wo wir lesen: „Siehe! Für Gerechtigkeit wird ein König regieren; und was Fürsten betrifft, sie werden für das Recht als Fürsten herrschen.“ Doch wie sieht es in Michas Tagen aus? Diejenigen, die ‘das Gute hassen und das Böse lieben’, beugen fortgesetzt das Recht.
Wessen Gebete werden beantwortet?
6, 7. Welcher wichtige Gedanke wird in Micha 3:4 hervorgehoben?
6 Können Michas böse Zeitgenossen erwarten, wohlwollend von Jehova betrachtet zu werden? Natürlich nicht! In Micha 3:4 wird erklärt: „Sie [werden] zu Jehova um Hilfe rufen, aber er wird ihnen nicht antworten. Und er wird in jener Zeit sein Angesicht vor ihnen verbergen, je nachdem wie sie Schlechtes in ihren Handlungen begangen haben.“ Hier wird ein sehr wichtiger Gedanke hervorgehoben.
7 Wer Sünde treibt, darf nicht erwarten, dass Jehova seine Gebete erhört. Das träfe gewiss auf jemand zu, der ein Doppelleben führt — seine Missetaten also geheim hält, gleichzeitig aber behauptet, Gott treu zu dienen. Sogar David schrieb in Psalm 26:4: „Ich habe nicht bei Menschen der Unwahrheit gesessen; und bei denen, die verhehlen, was sie sind, trete ich nicht ein.“ Wie viel weniger wird da Jehova die Gebete von Menschen erhören, die sein Wort bewusst übertreten!
Durch Gottes Geist mit Kraft erfüllt
8. Was wird den falschen Propheten der Tage Michas warnend vorhergesagt?
8 Was Israels religiöse Führer treiben, ist äußerst verwerflich! Falsche Propheten nehmen Gottes Volk die Orientierung. Die habgierigen Führer rufen: „Frieden!“, heiligen aber ‘tatsächlich Krieg gegen jemand, der nicht etwas in ihren Mund gibt’. „Darum“, sagt Jehova, „wird es Nacht bei euch sein, sodass es keine Vision geben wird; und Finsternis werdet ihr haben, um nicht Wahrsagerei zu treiben. Und die Sonne wird über den Propheten gewiss untergehen, und der Tag soll finster werden über ihnen. Und die Visionenseher werden sich schämen müssen, und die Wahrsager werden bestimmt enttäuscht werden. Und sie werden den Schnurrbart bedecken müssen“ (Micha 3:5-7a).
9, 10. Was ist damit gemeint, ‘den Schnurrbart zu bedecken’, und warum hat Micha keinen Grund, das zu tun?
9 Warum „den Schnurrbart bedecken“? Michas böse Zeitgenossen tun es aus Scham. Und diese bösen Männer sollten sich schämen! Für sie gibt es „keine Antwort von Gott“ (Micha 3:7b). Jehova beachtet die Gebete hochmütiger, böser Menschen überhaupt nicht.
10 Micha hingegen hat keinen Grund, ‘den Schnurrbart zu bedecken’. Er muss sich nicht schämen. Jehova erhört seine Gebete. Das wird in Micha 3:8 bestätigt, wo der treue Prophet sagt: „Andererseits bin ich selbst mit Kraft erfüllt worden, mit dem Geist Jehovas und des Rechts und der Macht.“ Micha ist sehr dankbar, dass er im Verlauf seines langen, treuen Dienstes immer ‘mit Kraft erfüllt worden ist, mit dem Geist Jehovas’. Das hat ihm die Stärke verliehen, „Jakob seine Auflehnung mitzuteilen und Israel seine Sünde“.
11. Mit welcher Kraft müssen Menschen erfüllt werden, um Gottes Botschaften verkündigen zu können?
11 Allein mit menschlicher Kraft hätte Micha Gottes Gerichtsbotschaft nicht verkündigen können. Jehovas Geist, seine machtvolle wirksame Kraft, war dafür unerlässlich. Wie sieht das bei uns aus? Auch wir können unseren Predigtauftrag nur dann ausführen, wenn Jehova uns durch seinen heiligen Geist stärkt. Würden wir willentlich Sünde treiben, wäre jeder Versuch, zu predigen, ganz und gar zum Scheitern verurteilt. Gott könnte dann unsere Gebete um Kraft für dieses Werk unmöglich erhören. Nur wenn der „Geist Jehovas“ auf uns ruht, sind wir imstande, die Gerichtsbotschaften unseres himmlischen Vaters zu verkündigen. Weil Gott unsere Gebete erhört und uns durch seinen heiligen Geist hilft, können wir sein Wort genauso mutig reden wie damals Micha.
12. Warum konnten die ersten Jünger Jesu das Wort Gottes „fortgesetzt mit allem Freimut reden“?
12 Wahrscheinlich erinnern wir uns an den Bericht in Apostelgeschichte 4:23-31. Stellen wir uns vor, wir wären im ersten Jahrhundert ein Jünger Jesu gewesen. Fanatische Verfolger versuchen, Christi Nachfolger zum Schweigen zu bringen. Doch diese Loyalen beten zu ihrem Souveränen Herrn und bitten inständig: „Jehova, beachte ihre Drohungen, und gewähre deinen Sklaven, dass sie dein Wort fortgesetzt mit allem Freimut reden.“ Das Ergebnis? Als sie flehentlich gebetet haben, wird die Stätte, an der sie versammelt sind, erschüttert; und sie werden allesamt mit dem heiligen Geist erfüllt und reden das Wort Gottes mit Freimut. Wenden wir uns daher im Gebet an Jehova, und vertrauen wir auf seine Hilfe durch den heiligen Geist, wenn wir unseren Predigtdienst durchführen.
13. Was wird Jerusalem und Samaria widerfahren, und warum?
13 Gehen wir wieder zu Michas Tagen zurück. Gemäß Micha 3:9-12 richten die mit Blutschuld beladenen Herrscher nur gegen eine Bestechung, die Priester unterweisen bloß gegen einen Preis und die falschen Propheten treiben Wahrsagerei gegen Geld. Angesichts dessen ist Gottes Urteil, Judas Hauptstadt, Jerusalem, solle „zu nichts als Trümmerhaufen werden“, nicht verwunderlich! Da falsche Anbetung und Entsittlichung auch in Israel weit verbreitet sind, wird Micha zu der Warnung inspiriert, Gott werde Samaria „zu einem Trümmerhaufen“ machen (Micha 1:6). Tatsächlich erfolgt die vorausgesagte Vernichtung Samarias durch die assyrischen Heere im Jahr 740 v. u. Z., also noch zu Lebzeiten Michas (2. Könige 17:5, 6; 25:1-21). Dass diese eindringlichen Botschaften gegen Jerusalem und Samaria nur in der Kraft Jehovas verkündet werden konnten, liegt auf der Hand.
14. Wie erfüllte sich die Prophezeiung aus Micha 3:12, und wie sollte uns das berühren?
14 Juda kann dem Strafgericht Jehovas auf keinen Fall entgehen. Wie in Micha 3:12 prophezeit, wird Zion „als bloßes Feld umgepflügt werden“. Heute wissen wir, dass es genau so kam, als die Babylonier 607 v. u. Z. Juda und Jerusalem verwüsteten. Dies geschah zwar erst etliche Jahre nachdem Micha prophezeit hatte, aber er war sich sicher, dass es geschehen würde. Bestimmt sollten wir genauso überzeugt sein, dass das gegenwärtige böse System der Dinge am vorausgesagten ‘Tag Jehovas’ enden wird (2. Petrus 3:11, 12).
Jehova stellt die Dinge richtig
15. Wie würdest du die Prophezeiung aus Micha 4:1-4 in eigenen Worten zusammenfassen?
15 In der Rückschau wird uns bewusst, dass Micha als Nächstes eine begeisternde Botschaft der Hoffnung verkündet. In Micha 4:1-4 finden wir höchst ermutigende Worte! Micha sagt dort auszugsweise: „Es soll geschehen im Schlussteil der Tage, dass der Berg des Hauses Jehovas fest gegründet werden wird über dem Gipfel der Berge, und er wird gewiss erhaben sein über die Hügel; und zu ihm sollen Völker strömen. ... Und er wird gewiss Recht sprechen unter vielen Völkern und die Dinge richtig stellen hinsichtlich mächtiger Nationen in der Ferne. Und sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden müssen und ihre Speere zu Winzermessern. Nicht werden sie das Schwert erheben, Nation gegen Nation, auch werden sie den Krieg nicht mehr lernen. Und sie werden tatsächlich sitzen, jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, und da wird niemand sein, der sie aufschreckt; denn der Mund Jehovas der Heerscharen selbst hat es geredet.“
16, 17. Wie erfüllt sich Micha 4:1-4 heute?
16 Wer sind die hier erwähnten ‘vielen Völker’ und ‘mächtigen Nationen’? Gemeint sind nicht die Nationen und Regierungen der heutigen Welt. Vielmehr erfüllt sich die Prophezeiung an Einzelpersonen aus allen Nationen, die sich Jehovas Berg der wahren Anbetung zugewandt haben und ihm dort vereint heiligen Dienst darbringen.
17 Im Einklang mit Michas Prophezeiung wird die reine Anbetung Jehovas bald buchstäblich überall auf der Erde praktiziert werden. Schon heute werden Menschen, die „zum ewigen Leben richtig eingestellt“ sind, in den Wegen Jehovas unterwiesen (Apostelgeschichte 13:48). Für diejenigen, die gläubig werden und für das Königreich Stellung beziehen, ‘spricht Jehova Recht und stellt die Dinge richtig’. Sie werden als Teil der „großen Volksmenge“ die „große Drangsal“ überleben (Offenbarung 7:9, 14). Da sie ihre Schwerter zu Pflugscharen geschmiedet haben, leben sie schon jetzt in Frieden, und zwar sowohl mit ihren Glaubensbrüdern als auch mit anderen. Zu ihnen zu gehören, ist eine wahre Wonne!
Entschlossen, im Namen Jehovas zu wandeln
18. Was wird dadurch versinnbildlicht, dass man ‘unter seinem eigenen Weinstock und Feigenbaum sitzt’?
18 Dass in unseren Tagen, wo Furcht die Erde einhüllt wie eine drohende Wolke, so viele die Wege Jehovas kennen lernen, begeistert uns. Wir sehnen die nicht mehr ferne Zeit herbei, in der alle, die Gott lieben, den Krieg nicht mehr lernen, sondern unter ihrem eigenen Weinstock und Feigenbaum sitzen werden. Feigenbäume pflanzt man häufig in Weinberge (Lukas 13:6). Unter seinem eigenen Weinstock und Feigenbaum zu sitzen versinnbildlicht somit friedliche, von Wohlstand zeugende, sichere Verhältnisse. Schon jetzt genießen wir dank unseres Verhältnisses zu Jehova Herzensfrieden und geistige Sicherheit. Wenn dann unter der Königreichsherrschaft die beschriebenen Verhältnisse herrschen, werden wir ohne Furcht und völlig sicher sein.
19. Was bedeutet es, im Namen Jehovas zu wandeln?
19 Damit wir Gottes Gunst genießen können, müssen wir im Namen Jehovas wandeln. Darauf wird nachdrücklich in Micha 4:5 hingewiesen, wo der Prophet verkündet: „Alle Völker ihrerseits werden wandeln, jedes im Namen seines Gottes; wir aber unsererseits werden im Namen Jehovas, unseres Gottes, wandeln auf unabsehbare Zeit, ja immerdar.“ Im Namen Jehovas zu wandeln bedeutet mehr, als nur zu sagen, dass Jehova unser Gott ist. Es erfordert auch mehr, als sich nur an christlichen Zusammenkünften und am Königreichspredigtwerk zu beteiligen, obwohl das sehr wichtig ist. Wenn wir im Namen Jehovas wandeln, haben wir uns ihm hingegeben und bemühen uns, ihm aus Liebe mit ganzer Seele treu zu dienen (Matthäus 22:37). Als seine Anbeter sind wir ganz bestimmt entschlossen, für immer und ewig im Namen Jehovas, unseres Gottes, zu wandeln.
20. Was wurde in Micha 4:6-13 vorausgesagt?
20 Wenden wir uns nun den prophetischen Worten aus Micha 4:6-13 zu. Die „Tochter Zion“ muss „bis nach Babylon“ in die Gefangenschaft gehen. Genau das geschah mit den Einwohnern Jerusalems im 7. Jahrhundert v. u. Z. Wie Michas Prophezeiung weiter zeigt, soll allerdings ein Überrest nach Juda zurückkehren, und bei der Wiederherstellung Zions wird Jehova dafür sorgen, dass dessen Feinde „zu Staub zermahlen“ werden.
21, 22. Wie erfüllte sich Micha 5:2?
21 Weitere dramatische Entwicklungen werden in Micha, Kapitel 5 vorausgesagt. Beachten wir zum Beispiel Micha 5:2-4. Micha prophezeit, ein von Gott ernannter Herrscher — „dessen Ursprung aus frühen Zeiten ist“ — werde aus Bethlehem kommen. Er werde als Hirte „in der Stärke Jehovas“ herrschen. Außerdem werde dieser Herrscher groß sein, und zwar nicht nur in Israel, sondern „bis an die Enden der Erde“. Wenn auch die Welt im Allgemeinen keine Ahnung hat, um wen es sich dabei handelt, ist seine Identität für uns kein Geheimnis.
22 Wer war die wichtigste Person, die jemals in Bethlehem geboren wurde? Und wer wird „groß sein bis an die Enden der Erde“? Niemand anders als Jesus Christus, der Messias! Als Herodes der Große die Oberpriester und die Schriftgelehrten fragte, wo der Messias geboren werden sollte, antworteten sie: „In Bethlehem in Judäa.“ Sie zitierten sogar die Worte aus Micha 5:2 (Matthäus 2:3-6). Selbst einige aus dem gewöhnlichen Volk wussten darüber Bescheid, denn gemäß Johannes 7:42 sagten sie: „Hat nicht die Schrift gesagt, dass der Christus aus der Nachkommenschaft Davids und aus Bethlehem, dem Dorf, komme, wo David zu sein pflegte?“
Eine echte Erfrischung für die Menschen
23. Wie erfüllt sich heute Micha 5:7?
23 In Micha 5:5-15 ist von einer assyrischen Invasion die Rede, die nur vorübergehend erfolgreich sein wird. Weiter sagt Micha voraus, Gott werde an den ungehorsamen Nationen Rache üben. In Micha 5:7 wird verheißen, dass ein reumütiger Überrest der Juden in ihr Heimatland zurückkehren dürfe. Diese Worte erfüllen sich aber auch in unserer Zeit. Micha verkündet: „Die Übriggebliebenen Jakobs sollen inmitten vieler Völker wie Tau von Jehova werden, wie ausgiebige Regenschauer auf Pflanzenwuchs.“ Mit diesem schönen Bild wird vorausgesagt, dass der Überrest des geistigen Jakob oder Israel ein Segen Gottes für die Menschen sein wird. Jesu „anderen Schafen“, die hoffen, im Paradies auf der Erde zu leben, macht es wirklich Freude, Schulter an Schulter mit dem neuzeitlichen Überrest des „Israels Gottes“ tätig zu sein und mitzuhelfen, andere Menschen geistig zu erfrischen (Johannes 10:16; Galater 6:16; Zephanja 3:9). Als Königreichsverkündiger sollten wir alle es daher als eine sehr ehrenvolle Aufgabe betrachten, anderen echte Erfrischung zu bringen — ein bedeutsamer, nachdenklich stimmender Gedanke!
24. Welche Gedanken aus Micha, Kapitel 3 bis 5 haben dich beeindruckt?
24 Was haben wir aus Micha, Kapitel 3 bis 5 gelernt? Wahrscheinlich Gedanken wie folgende: 1. Gott erwartet von denen, die unter seinem Volk die Führung übernehmen, dass sie Gerechtigkeit üben. 2. Wer willentlich Sünde treibt, darf nicht erwarten, dass Jehova seine Gebete erhört. 3. Unseren Predigtauftrag können wir nur dann ausführen, wenn Gott uns durch seinen heiligen Geist stärkt. 4. Damit wir Gottes Gunst genießen können, müssen wir im Namen Jehovas wandeln. 5. Als Königreichsverkündiger sollten wir unser Vorrecht schätzen, den Menschen echte Erfrischung zu bringen. Womöglich haben uns auch noch andere Gedanken beeindruckt. Was können wir außerdem aus dem prophetischen Bibelbuch Micha erfahren? Welche Nutzanwendungen können wir den beiden letzten Kapiteln der glaubensstärkenden Prophezeiung Michas entnehmen? Das wird uns der nächste Artikel zeigen.
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Was erwartet Jehova von uns?Der Wachtturm 2003 | 15. August
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Was erwartet Jehova von uns?
„Was fordert Jehova von dir zurück, als Recht zu üben und Güte zu lieben und bescheiden zu wandeln mit deinem Gott?“ (MICHA 6:8).
1, 2. Warum sind manche Diener Jehovas vielleicht entmutigt, doch was kann ihnen helfen?
VERA, eine treue 75-jährige Christin, ist ziemlich gebrechlich. Sie sagt: „Manchmal schaue ich aus dem Fenster und sehe meine Glaubensbrüder und -schwestern, die von Haus zu Haus predigen. Dann kommen mir immer die Tränen. Wie gern würde ich mit ihnen gehen, aber weil ich nicht gesund bin, kann ich nur wenig im Dienst für Jehova tun.“
2 Hast du dich schon einmal so gefühlt? Natürlich wollen alle, die Jehova lieben, in seinem Namen wandeln und seine Erfordernisse erfüllen. Was aber, wenn unsere Gesundheit nachlässt, wir schon älter sind oder wir familiären Verpflichtungen nachkommen müssen? Vielleicht sind wir ein wenig entmutigt, weil uns solche Umstände daran hindern, im Dienst für Gott all das zu tun, wozu uns unser Herz drängt. Sollten wir in dieser Lage sein, wird es uns bestimmt ermuntern, Micha, Kapitel 6 und 7 zu betrachten. In diesen Kapiteln wird hervorgehoben, dass die Erfordernisse Jehovas sowohl vernünftig als auch erfüllbar sind.
Wie Gott sein Volk behandelt
3. Wie behandelt Jehova die rebellischen Israeliten?
3 Wenden wir uns zunächst Micha 6:3-5 zu, und achten wir darauf, wie Jehova sein Volk behandelt. Bedenken wir dabei, dass die Israeliten in Michas Tagen rebellisch sind. Trotzdem spricht Jehova sie voller Mitleid mit den Worten an: „O mein Volk ...“ Er bittet inständig: „O mein Volk, gedenke bitte ...“ Statt also schroff anzuklagen, versucht Jehova, das Herz anzusprechen, indem er fragt: „Was habe ich dir getan?“ Er fordert sein Volk sogar auf: „Zeuge gegen mich.“
4. Wie sollte uns Gottes Beispiel an Mitgefühl berühren?
4 Gibt Jehova nicht uns allen ein ausgezeichnetes Beispiel? Voller Mitgefühl sprach er selbst das rebellische Volk von Israel und Juda in Michas Tagen als „mein Volk“ an und gebrauchte das Wort „bitte“. Bestimmt sollten da auch wir alle, die zur Versammlung gehören, mitfühlend und freundlich behandeln. Es kann schon sein, dass der eine oder andere darunter ist, mit dem nicht so leicht auszukommen ist oder der geistig nicht so stark ist. Aber wenn sie Jehova lieben, wollen wir ihnen trotzdem helfen und ihnen Mitgefühl erweisen.
5. Was ist der Hauptgedanke von Micha 6:6, 7?
5 Wenden wir uns als Nächstes Micha 6:6, 7 zu, wo Micha eine Reihe Fragen stellt. Sie lauten: „Womit soll ich vor Jehova treten? Womit soll ich mich beugen vor Gott in der Höhe? Soll ich mit Ganzbrandopfern vor ihn treten, mit einjährigen Kälbern? Wird Jehova an Tausenden von Widdern Gefallen haben, an Zehntausenden von Ölbächen? Soll ich meinen erstgeborenen Sohn für meine Auflehnung geben, die Frucht meines Leibes für die Sünde meiner Seele?“ Nein, es ist nicht möglich, Jehova mit „Tausenden von Widdern“, mit „Zehntausenden von Ölbächen“ zu gefallen. Es gibt jedoch etwas, woran er Gefallen findet. Worum handelt es sich?
Wir müssen Recht üben
6. Welche drei Erfordernisse werden in Micha 6:8 aufgeführt?
6 In Micha 6:8 erfahren wir, was Jehova von uns erwartet. Micha fragt: „Was fordert Jehova von dir zurück, als Recht zu üben und Güte zu lieben und bescheiden zu wandeln mit deinem Gott?“ Diese drei Erfordernisse schließen ein, wie wir fühlen, denken und handeln. Wir müssen uns geneigt fühlen, diese Eigenschaften aufzuweisen, darüber nachdenken, wie wir sie zeigen können, und etwas unternehmen, damit uns das gelingt. Betrachten wir nacheinander jedes dieser drei Erfordernisse.
7, 8. (a) Was bedeutet es, „Recht zu üben“? (b) Welches Unrecht nimmt in Michas Tagen überhand?
7 „Recht zu üben“ bedeutet, das Rechte zu tun. Gottes Verfahrensweise ist dabei die Rechtsnorm. Michas Zeitgenossen üben jedoch kein Recht, sondern begehen Unrecht. Auf welche Weise? Werfen wir einen Blick auf Micha 6:10. Am Ende des Verses werden Kaufleute erwähnt, die ein ‘knappes Epha-Maß’ verwenden, das heißt eines, das zu klein ist. Wie in Vers 11 weiter gesagt wird, benutzen sie ‘trügerische Gewichtssteine’. Und gemäß Vers 12 ‘ist ihre Zunge trügerisch’. In der Geschäftswelt der Tage Michas nehmen somit falsche Maße, falsche Gewichte und falsche Angaben überhand.
8 Die unrechten Praktiken sind allerdings nicht auf den Marktplatz beschränkt. Sie sind auch vor Gericht üblich, wie aus Micha 7:3 hervorgeht: „Der Fürst fordert etwas, und wer richtet, tut es gegen Belohnung.“ Richter werden bestochen, damit sie ungerechte Urteile über Unschuldige sprechen. „Der Große“ — also der einflussreiche Bürger — beteiligt sich an den Verbrechen. Micha sagt sogar, der Fürst, der Richter und der Große würden ihre bösen Taten ‘ineinander flechten’, also aufeinander abstimmen.
9. Wie wirkt sich die Ungerechtigkeit der Bösen auf Juda und Israel aus?
9 Die Ungerechtigkeit der bösen Führer wirkt sich auf ganz Juda und Israel aus. Wie Micha 7:5 andeutet, geht wegen der Rechtsunsicherheit das Vertrauen zwischen Gefährten, engen Freunden und sogar zwischen Ehepartnern verloren. Das führt gemäß Vers 6 dazu, dass sich nahe Verwandte — Söhne und Väter, Töchter und Mütter — gegenseitig verachten.
10. Wie verhalten sich Christen in dem heutigen, von Ungerechtigkeit geprägten Klima?
10 Wie sieht es heute aus? Herrschen nicht ähnliche Verhältnisse? Stellen wir nicht genau wie Micha fest, dass um uns herum sowohl Rechtsunsicherheit herrscht als auch eine Atmosphäre des Misstrauens und dass zudem Gesellschaft und Familie immer mehr verfallen? Doch obwohl wir inmitten der ungerechten Welt leben, lassen wir als Diener Gottes nicht zu, dass der weltliche Geist unrechten Handelns in die Christenversammlung eindringt. Wir bemühen uns vielmehr, für Ehrlichkeit und Integrität einzutreten, und verhalten uns im täglichen Leben entsprechend. Wir achten wirklich darauf, „uns in allen Dingen ehrlich zu benehmen“ (Hebräer 13:18). Genießen wir nicht vielfältige Vorteile, weil wir Gerechtigkeit üben und deshalb eine Bruderschaft bilden, die sich durch echtes gegenseitiges Vertrauen auszeichnet?
Wie hören Menschen „die Stimme Jehovas“?
11. Wie erfüllt sich Micha 7:12?
11 Micha prophezeit, dass trotz ungerechter Verhältnisse allen Arten von Menschen Recht verschafft werden wird. Der Prophet sagt voraus, Menschen würden „von Meer zu Meer und von Berg zu Berg“ versammelt, um Anbeter Jehovas zu werden (Micha 7:12). Heute, wo sich diese Prophezeiung endgültig erfüllt, ist es nicht eine bestimmte Nation, die aus Gottes unparteiischer Gerechtigkeit Nutzen zieht, sondern es sind Personen aus allen Nationen (Jesaja 42:1). Inwiefern?
12. Wie ist heute ‘die Stimme Jehovas selbst’ zu hören?
12 Die Antwort finden wir in folgenden zuvor geäußerten Worten Michas: „Die Stimme Jehovas ruft der Stadt selbst zu, und wer von praktischer Weisheit ist, wird deinen Namen fürchten“ (Micha 6:9). Wie hören Menschen aus allen Nationen „die Stimme Jehovas“, und was hat das damit zu tun, dass wir Recht üben? Menschen können heute Gottes Stimme natürlich nicht buchstäblich hören. Doch durch unseren weltweiten Predigtdienst wird die Stimme Jehovas von Menschen aus allen Rassen und sozialen Schichten gehört. Aufgrund dessen werden diejenigen, die hören, Gottes „Namen fürchten“, das heißt ehrfurchtsvoll achten. Dadurch, dass wir eifrig das Königreich verkündigen, handeln wir bestimmt gerecht und liebevoll. Wir ‘üben Recht’, indem wir jedem unvoreingenommen Gottes Namen bekannt machen.
Wir müssen Güte lieben
13. Was ist der Unterschied zwischen liebender Güte und Liebe?
13 Betrachten wir als Nächstes das zweite Erfordernis, das in Micha 6:8 erwähnt wird. Jehova erwartet von uns, „Güte zu lieben“. Das mit „Güte“ übersetzte hebräische Wort kann auch mit „liebende Güte“ oder „loyale Liebe“ wiedergegeben werden. Liebende Güte ist Rücksichtnahme oder ein mitfühlendes Interesse an anderen. Liebende Güte unterscheidet sich von Liebe. Wie? „Liebe“ ist ein umfassenderer Begriff. Man kann sogar Dinge und Ideen lieben. Die Heilige Schrift spricht beispielsweise von jemand, der „Wein und Öl liebt“, sowie von einem Mann, „der Weisheit liebt“ (Sprüche 21:17; 29:3). „Liebende Güte“ dagegen bezieht sich immer auf Menschen, vor allem auf solche, die Gott dienen. Micha 7:20 erwähnt daher „die Abraham gewährte liebende Güte“, und Abraham war bekanntlich ein Mann, der Jehova Gott diente.
14, 15. Wie wird liebende Güte erwiesen, und welches Beispiel lässt sich dafür anführen?
14 Gemäß Micha 7:18 sagt der Prophet über Gott: „Er hat Gefallen an liebender Güte.“ In Micha 6:8 werden wir nicht lediglich dazu aufgefordert, liebende Güte zu zeigen, sondern diese Eigenschaft zu lieben. Was erfahren wir also aus diesen Bibeltexten? Liebende Güte äußert man bereitwillig und großzügig, weil man dies möchte. Wie Jehova finden wir Gefallen oder Freude daran, Bedürftigen liebende Güte zu erweisen.
15 Diese liebende Güte zeichnet Gottes Volk heute aus. Hier ein Beispiel dafür: Im Juni 2001 verursachte ein tropischer Wirbelsturm gewaltige Überschwemmungen in Texas (USA). Tausende Häuser wurden beschädigt, darunter Hunderte Häuser von Zeugen Jehovas. Etwa 10 000 Zeugen boten bereitwillig und kostenlos ihre Zeit und Kraft an, um ihren in Not geratenen Glaubensbrüdern zu helfen. Mehr als ein halbes Jahr lang waren Freiwillige unermüdlich bereit, Tage, Nächte und Wochenenden darauf zu verwenden, 8 Königreichssäle und über 700 Häuser ihrer Glaubensbrüder wieder aufzubauen. Wer nicht mitarbeiten konnte, spendete Nahrungsmittel, Material oder Geld. Warum kamen all diese Tausende von Zeugen ihren Brüdern zu Hilfe? Weil sie ‘Güte lieben’. Und ist es nicht herzerfreuend, zu wissen, dass unsere Brüder weltweit solche Taten liebender Güte ausführen? Ja, diesem Erfordernis zu entsprechen ist keine Bürde, sondern „Güte zu lieben“ macht viel Freude.
Bescheiden mit Gott wandeln
16. Welche Veranschaulichung hebt hervor, warum es so wichtig ist, bescheiden mit Gott zu wandeln?
16 Das dritte Erfordernis gemäß Micha 6:8 besteht darin, ‘bescheiden zu wandeln mit Gott’. Es bedeutet, uns unserer Grenzen und unserer Abhängigkeit von Gott bewusst zu sein. Ein Beispiel: Stellen wir uns einmal ein kleines Mädchen vor, das sich an die Hand seines Vaters klammert, während beide gegen einen Sturm ankämpfen. Das Mädchen weiß genau, dass seine eigene Kraft begrenzt ist, doch es vertraut auf seinen Vater. Genauso müssen wir sowohl unsere Grenzen kennen als auch auf unseren himmlischen Vater vertrauen. Wie können wir dieses Vertrauen bewahren? Unter anderem dadurch, dass wir stets im Sinn behalten, warum es weise ist, sich eng an Gott zu halten. Micha erinnert uns an drei Gründe dafür: Jehova ist unser Befreier, unser Führer und unser Beschützer.
17. Wie befreite, führte und beschützte Jehova sein Volk in alter Zeit?
17 Laut Micha 6:4, 5 sagt Gott: „Ich führte dich aus dem Land Ägypten herauf.“ Jehova war somit Israels Befreier. Weiter erklärt Jehova: „Ich sandte dann Moses, Aaron und Mirjam vor dir her.“ Moses und Aaron wurden gebraucht, die Nation zu führen, und Mirjam führte Israels Frauen bei einem Siegestanz (2. Mose 7:1, 2; 15:1, 19-21; 5. Mose 34:10). Durch seine Diener sorgte Jehova für Führung. In Vers 5 erinnert Jehova die Nation Israel daran, dass er sie vor Balak und Bileam beschützte und sie auf der letzten Etappe ihrer Wanderung von Schittim in Moab bis nach Gilgal im Land der Verheißung behütete.
18. Wie handelt Gott heute uns gegenüber als Befreier, Führer und Beschützer?
18 Während wir mit Gott wandeln, befreit er uns ebenso von Satans Welt, lässt uns durch sein Wort und seine Organisation führen und beschützt uns als Gruppe, wenn wir von unseren Feinden angegriffen werden. Wir haben somit allen Grund, uns an die Hand unseres himmlischen Vaters zu klammern, während wir mit ihm die stürmische letzte Etappe unserer Wanderung zurücklegen, die uns in etwas weit Großartigeres führt, als es das Land der Verheißung in alter Zeit war: in Gottes gerechte neue Welt.
19. Welcher Zusammenhang besteht zwischen Bescheidenheit und unseren Grenzen?
19 Bescheiden mit Gott zu wandeln hilft uns auch, unsere Umstände realistisch zu betrachten. Zur Bescheidenheit gehört es nämlich, sich seiner Grenzen bewusst zu sein. Vorgerücktes Alter oder nachlassende Gesundheit setzen uns vielleicht gewisse Grenzen in Bezug auf das, was wir im Dienst für Jehova tun können. Statt uns davon entmutigen zu lassen, ist es viel besser, daran zu denken, dass Gott unsere Bemühungen und Opfer annimmt ‘gemäß dem, was wir haben, nicht gemäß dem, was wir nicht haben’ (2. Korinther 8:12). Jehova erwartet von uns, dass wir ihm mit ganzer Seele dienen und das tun, was unsere Umstände zulassen (Kolosser 3:23). Tun wir im Dienst für Gott ernsthaft und eifrig alles, was wir können, dann segnet er uns reichlich (Sprüche 10:22).
Eine wartende Haltung wird gesegnet
20. Welches Bewusstsein sollte uns helfen, wie Micha eine wartende Haltung zu bekunden?
20 Da wir Jehovas Segen verspüren, fühlen wir uns veranlasst, Michas Einstellung nachzuahmen. Er erklärt: „Ich will eine wartende Haltung gegenüber dem Gott meiner Rettung bekunden“ (Micha 7:7). Was haben diese Worte damit zu tun, dass wir bescheiden mit Gott wandeln? Eine wartende Haltung, das heißt Geduld, hilft uns, nicht enttäuscht zu sein, weil der Tag Jehovas noch nicht gekommen ist (Sprüche 13:12). Offen gesagt, sehnen wir alle das Ende der bösen Welt herbei. Doch Woche für Woche fangen Tausende weitere Menschen erst an, mit Gott zu wandeln. Das zu wissen, gibt uns wirklich guten Grund, eine wartende Haltung zu bekunden. Ein langjähriger Zeuge Jehovas sagte dazu: „Wenn ich auf meine 55 Jahre Predigttätigkeit zurückblicke, bin ich überzeugt, durch das Warten auf Jehova nichts versäumt zu haben. Im Gegenteil, mir blieb viel Kummer erspart.“ Kannst du das aus eigener Erfahrung bestätigen?
21, 22. Wie erfüllt sich Micha 7:14 in unserer Zeit?
21 Mit Jehova zu wandeln ist für uns ohne Frage von großem Vorteil. Wie aus Micha 7:14 hervorgeht, vergleicht Micha Gottes Volk mit Schafen, die bei ihrem Hirten in Sicherheit sind. Heute, in der größeren Erfüllung dieser Prophezeiung, finden sowohl der Überrest des geistigen Israel als auch die „anderen Schafe“ Sicherheit bei ihrem vertrauenswürdigen Hirten, Jehova. Sie ‘weilen für sich im Wald — inmitten eines Obstgartens’ —, abgesondert vom Geist der immer gefährlicher werdenden, krisengeschüttelten Welt (Johannes 10:16; 5. Mose 33:28; Jeremia 49:31; Galater 6:16).
22 Jehovas Volk blüht und gedeiht, wie in Micha 7:14 ebenfalls vorausgesagt wird. In Bezug auf Gottes Schafe, sein Volk, erklärt Micha: „Lass sie weiden in Baschan und Gilead.“ Genauso wie Schafe in Baschan und Gilead auf saftigem Grasland weideten und gediehen, so geht es Gottes Volk heute in geistiger Hinsicht hervorragend — ein weiterer Segen für die, die bescheiden mit Gott wandeln (4. Mose 32:1; 5. Mose 32:14).
23. Was können wir aus Micha 7:18, 19 lernen?
23 Gemäß Micha 7:18, 19 unterstreicht der Prophet den Wunsch Jehovas, denen zu vergeben, die bereuen. In Vers 18 wird gesagt, dass Jehova „Vergehung verzeiht“ und „an der Übertretung ... vorübergeht“. Wie es in Vers 19 heißt, wird er „alle ihre Sünden in die Tiefen des Meeres werfen“. Was können wir daraus lernen? Wir könnten uns fragen, ob wir Jehova in dieser Hinsicht nachahmen. Verzeihen wir denen, die uns zu nahe getreten sind? Wenn es den Betreffenden Leid tut und sie es wieder gutmachen möchten, werden wir bestimmt wie Jehova bereit sein, vollständig und für immer zu vergeben.
24. Was hat dir Michas Prophezeiung gegeben?
24 Welchen Nutzen haben wir aus der Betrachtung der Prophezeiung Michas gezogen? Wir wurden daran erinnert, dass Jehova denen echte Hoffnung gibt, die sich zu ihm hingezogen fühlen (Micha 2:1-13). Wir wurden angeregt, alles uns Mögliche zur Förderung der wahren Anbetung zu tun, damit wir für immer in Gottes Namen wandeln können (Micha 4:1-4). Und uns wurde zugesichert, dass wir ungeachtet unserer Umstände die Erfordernisse Jehovas erfüllen können. Ja, die Prophezeiung Michas bestärkt uns wirklich darin, im Namen Jehovas zu wandeln!
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