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Milde — für Christen unerlässlichDer Wachtturm 2003 | 1. April
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Milde — für Christen unerlässlich
‘Kleidet euch mit Milde’ (KOLOSSER 3:12).
1. Was macht Milde zu einer so bemerkenswerten Eigenschaft?
MILDE Temperaturen werden als angenehm empfunden. Mit Menschen von milder Wesensart ist man gern zusammen. Gleichwohl bemerkte der weise König Salomo: „Eine milde Zunge, sie kann einen Knochen zerbrechen“ (Sprüche 25:15). Milde ist eine bemerkenswerte Eigenschaft: Sie vereint eine angenehme Ausstrahlung mit Stärke.
2, 3. Was hat Milde mit dem heiligen Geist zu tun, und was wollen wir im vorliegenden Artikel untersuchen?
2 Der Apostel Paulus zählte Milde gemäß Galater 5:22, 23 zur „Frucht des Geistes“. Das griechische Wort in Vers 23, das in der Neuen-Welt-Übersetzung mit „Milde“ übersetzt wird, geben andere Bibelübersetzungen häufig mit „Sanftmut“ oder manchmal mit „Freundlichkeit“ wieder. In den meisten Sprachen ist es auch wirklich schwierig, ein Wort zu finden, das genau den gleichen Sinn trifft wie das griechische Wort, weil der Ausdruck in der Ursprache nicht rein äußerlich sichtbare Freundlichkeit oder Sanftmut beschreibt, sondern Milde und Liebenswürdigkeit als innere Wesensart. Es geht also weniger um jemandes Auftreten als vielmehr um seine Gesinnung.
3 Vier biblische Beispiele sollen uns genauer erkennen helfen, was unter Milde zu verstehen ist und welchen Wert sie hat (Römer 15:4). Außer der Bedeutung von Milde werden wir auch erfahren, wie man diese Eigenschaft erwerben und im Umgang mit allen Menschen an den Tag legen kann.
„In den Augen Gottes von großem Wert“
4. Woher wissen wir, dass Jehova Milde hoch schätzt?
4 Da Milde zur Frucht des Geistes Gottes gehört, ist sie logischerweise untrennbar mit Gottes wunderbarer Persönlichkeit verbunden. Der Apostel Petrus schrieb über einen ‘stillen und milden Geist’, er sei „in den Augen Gottes von großem Wert“ (1. Petrus 3:4). Tatsächlich ist Milde eine Eigenschaft, die Jehova Gott selbst auszeichnet und die er hoch schätzt. Allein das ist für alle Diener Gottes bestimmt schon Grund genug, an Milde zu arbeiten. Aber wie äußert sich eigentlich Milde bei der höchsten Autorität des Universums, dem allmächtigen Gott?
5. Worauf dürfen wir dank der Milde Jehovas hoffen?
5 Adam und Eva, die ersten beiden Menschen, übertraten das eindeutige Gebot Gottes, nicht von dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen, mit voller Absicht (1. Mose 2:16, 17). Als Folge ihres mutwilligen Ungehorsams verfielen sie und alle Nachkommen, die ihnen geboren wurden, der Sünde und dem Tod und waren von Gott entfremdet (Römer 5:12). Zwar fällte Jehova völlig zu Recht jenes Urteil. Aber er war nicht so unbarmherzig, die ganze Menschheitsfamilie als unverbesserlichen, hoffnungslosen Fall abzuschreiben (Psalm 130:3). Stattdessen zeigte sich Jehovas Milde darin, dass er gnädig war, bereit, auf zu hohe Anforderungen zu verzichten, und der sündigen Menschheit einen Weg eröffnete, sich ihm zu nahen und seine Gunst zu erlangen. Jehova sorgte für das Loskaufsopfer seines Sohnes, Jesus Christus, und ermöglicht es uns dadurch, vor seinen erhabenen Thron zu kommen, ohne uns fürchten zu müssen (Römer 6:23; Hebräer 4:14-16; 1. Johannes 4:9, 10, 18).
6. Wie zeigte sich Gottes Milde in seinem Verhalten gegenüber Kain?
6 Jehovas Milde zeigte sich, schon lange bevor Jesus auf die Erde kam. Adams Söhne Kain und Abel brachten Gott Opfer dar. Jehova erkannte ihren jeweiligen Herzenszustand und blickte deshalb „wohlwollend“ auf Abel und seine Opfergabe, Kains Opfergabe hingegen verwarf er. Dass Gott Abel und sein Opfer wohlwollend betrachtete, missfiel Kain sehr. Die Bibel berichtet: „Kain entbrannte in großem Zorn, und sein Angesicht begann sich zu senken.“ Wie reagierte Jehova darauf? Fühlte er sich durch Kains schlechte Einstellung gekränkt? Nein. Mit milden Worten fragte er Kain, warum er so zornig sei. Jehova erklärte Kain sogar, was er tun könne, um eine „Erhebung“ zu erreichen (1. Mose 4:3-7). Jehova ist wirklich die Milde in Person! (2. Mose 34:6).
Milde wirkt anziehend und erfrischend
7, 8. (a) Wie können wir Jehovas Milde verstehen lernen? (b) Was verraten die Worte aus Matthäus 11:27-29 über Jehova und Jesus?
7 Es gibt kaum eine bessere Methode, Jehovas unvergleichliche Eigenschaften kennen zu lernen, als sich mit dem Leben und dem Dienst Jesu Christi zu beschäftigen (Johannes 1:18; 14:6-9). Als sich Jesus im zweiten Jahr seines Predigtfeldzuges in Galiläa aufhielt, wirkte er in Chorazin, Bethsaida, Kapernaum und der Umgebung viele Wunder. Doch die meisten Menschen waren stolz und gleichgültig und wollten einfach nicht an ihn glauben. Wie ging Jesus damit um? Zwar machte er sie unmissverständlich auf die Folgen ihres Unglaubens aufmerksam, aber gleichzeitig empfand er Mitleid mit den ʽam-ha’árez, dem gewöhnlichen Volk, das sich in einem elenden geistigen Zustand befand (Matthäus 9:35, 36; 11:20-24).
8 Wie Jesus weiter handelte, machte deutlich, dass er ‘den Vater völlig erkannte’ und sein Vorbild nachahmte. Jesus lud die einfachen Menschen mit den zu Herzen gehenden Worten ein: „Kommt zu mir alle, die ihr euch abmüht und die ihr beladen seid, und ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin mild gesinnt und von Herzen demütig, und ihr werdet Erquickung finden für eure Seele.“ Wie tröstend und erquickend muss das für die leidgeprüften und unterdrückten Menschen gewesen sein! Auch auf uns heute wirken diese Worte so. Wenn wir uns anstrengen, uns mit Milde zu kleiden, können wir zu denen gehören, denen ‘der Sohn den Vater offenbaren will’ (Matthäus 11:27-29).
9. Welche Eigenschaft ist eng mit Milde verwandt, und welches gute Beispiel gab Jesus auf diesem Gebiet?
9 Eng verwandt mit Milde ist von Herzen kommende Demut. Stolze Menschen hingegen erhöhen sich selbst und neigen dann oft dazu, ihre Mitmenschen streng und lieblos zu behandeln (Sprüche 16:18, 19). Jesus zeichnete sich während seines gesamten Dienstes auf der Erde durch Demut aus. Selbst als er sechs Tage vor seinem Tod in Jerusalem einritt und man ihm als dem König der Juden zujubelte, verhielt er sich ganz anders als die Herrscher der Welt. Er erfüllte folgende Prophezeiung Sacharjas über den Messias: „Siehe! Dein König kommt zu dir, mild gesinnt und auf einem Esel reitend, ja auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttiers“ (Matthäus 21:5; Sacharja 9:9). Der treue Prophet Daniel sah in einer Vision, dass Jehova seinem Sohn Jesus Herrschaftsgewalt übertrug, wiewohl dieser in einer früheren Prophezeiung Daniels als ‘der niedrigste der Menschen’ bezeichnet wird. Milde und Demut gehen somit wirklich Hand in Hand (Daniel 4:17; 7:13, 14).
10. Warum hat christliche Milde nichts mit Schwäche zu tun?
10 Dank der wunderbaren Milde, die Jehova und Jesus bekunden, fällt es uns leichter, uns ihnen zu nahen (Jakobus 4:8). Freilich hat Milde nichts mit Schwäche zu tun — ganz im Gegenteil! Jehova, der allmächtige Gott, entfaltet dynamische Kraft und Macht in Fülle. Sein Zorn entbrennt gegen Ungerechtigkeit (Jesaja 30:27; 40:26). Auch Jesus erwies sich als unerschütterlich kompromisslos, selbst als ihn Satan, der Teufel, massiv angriff. Jesus weigerte sich, die kriminellen Geschäftspraktiken der religiösen Führer seiner Tage einfach hinzunehmen (Matthäus 4:1-11; 21:12, 13; Johannes 2:13-17). Trotzdem blieb er mild gesinnt, wenn er mit den Unzulänglichkeiten seiner Jünger konfrontiert wurde, und ertrug geduldig ihre Schwächen (Matthäus 20:20-28). Ein Bibelgelehrter beschrieb Milde einmal mit folgenden treffenden Worten: „Hinter der Sanftmut ist die Festigkeit von Stahl.“ Nehmen auch wir uns vor, uns wie Christus durch Milde auszuzeichnen.
Der mildest gesinnte Mensch seiner Tage
11, 12. Warum ist Moses ein außergewöhnliches Beispiel für Milde, wenn man berücksichtigt, wie er aufwuchs?
11 Ein drittes Beispiel, das wir betrachten möchten, ist Moses. In der Bibel wird er beschrieben als der „bei weitem ... mildest gesinnte aller Menschen, die es auf der Oberfläche des Erdbodens gab“ (4. Mose 12:3, Fußnote). Diese Beschreibung wurde unter göttlicher Inspiration aufgezeichnet. Dass Moses so außergewöhnlich mild gesinnt war, machte ihn für Jehovas Leitung empfänglich.
12 Moses wuchs unter höchst ungewöhnlichen Umständen auf. In einer Zeit von Niedertracht und Mord sorgte Jehova dafür, dass dieser Sohn treuer hebräischer Eltern am Leben blieb. Die ersten Lebensjahre verbrachte Moses in der Obhut seiner Mutter, die ihn gründlich über den wahren Gott, Jehova, belehrte. Später wurde Moses aus seinem Elternhaus in eine Umgebung versetzt, die kaum gegensätzlicher hätte sein können. Wie der frühchristliche Märtyrer Stephanus berichtet, „wurde Moses in aller Weisheit der Ägypter unterwiesen. In der Tat, er war machtvoll in seinen Worten und Taten“ (Apostelgeschichte 7:22). Sein Glaube zeigte sich, als er gewahr wurde, wie schwer seine Brüder unter der ungerechten Behandlung seitens der Sklaventreiber Pharaos zu leiden hatten. Als er einen Ägypter sah, der einen Hebräer schlug, tötete er den Ägypter. Daraufhin war er gezwungen, aus Ägypten zu fliehen, und kam nach Midian (2. Mose 1:15, 16; 2:1-15; Hebräer 11:24, 25).
13. Wie wirkte sich Mose 40-jähriger Aufenthalt in Midian auf ihn aus?
13 Mittlerweile 40 Jahre alt, musste Moses nun zusehen, wie er in der Wildnis zurechtkam. In Midian traf er auf die sieben Töchter Reuels und half ihnen, für die große Herde ihres Vaters Wasser zu schöpfen. Zu Hause erzählten die jungen Frauen Reuel begeistert, „ein gewisser Ägypter“ habe sie aus der Hand der Hirten befreit, die sie schikanierten. Auf Reuels Einladung hin blieb Moses bei dessen Familie wohnen. Was er bis dahin durchgemacht hatte, hatte ihn weder verbittert, noch hinderte es ihn daran, seinen Lebensstil an die neue Umgebung anzupassen. Sein Wunsch, den Willen Jehovas zu tun, war so stark wie eh und je. 40 lange Jahre hindurch, während deren er Reuels Schafe hütete, Zippora heiratete und seine Söhne aufzog, arbeitete er daran, die Eigenschaft zu vervollkommnen, die ihn später auszeichnete. Ja, Moses lernte Milde durch das, was er durchmachte (2. Mose 2:16-22; Apostelgeschichte 7:29, 30).
14. Bei welcher Gelegenheit zeigte Moses auch als Führer Israels, dass er mild gesinnt war?
14 Auch nachdem Moses von Jehova als Führer der Nation Israel eingesetzt worden war, zeichnete er sich weiter durch Milde aus. Ein junger Mann berichtete Moses, Eldad und Medad würden im Lager als Propheten auftreten, obwohl sie gar nicht dabei gewesen waren, als Jehova seinen Geist auf die 70 älteren Männer ausgegossen hatte, die Moses helfen sollten. Josua rief aus: „Mein Herr Moses, halte sie zurück!“ Moses aber gab die milde Antwort: „Eiferst du für mich? Nein, ich wünschte, dass alle von Jehovas Volk Propheten wären, denn Jehova würde seinen Geist auf sie legen!“ (4. Mose 11:26-29). Durch Milde wurde jene gespannte Situation entschärft.
15. Inwiefern hinterließ uns Moses, obwohl unvollkommen, ein nachahmenswertes Beispiel?
15 Einmal scheint ihn seine Milde im Stich gelassen zu haben. In Meriba bei Kadesch versäumte er es, Jehova als den eigentlichen Wundertäter zu verherrlichen (4. Mose 20:1, 9-13). Doch auch wenn Moses unvollkommen war, stützte ihn zeit seines Lebens ein unerschütterlicher Glaube, und seine herausragende Milde wirkt noch auf uns heute anziehend (Hebräer 11:23-28).
Milde im Gegensatz zu Härte
16, 17. Welche Warnung enthält der Bericht über Nabal und Abigail für uns?
16 Ein warnendes Beispiel stammt aus der Zeit Davids, kurz nachdem Gottes Prophet Samuel gestorben war. Es handelt von dem Ehepaar Nabal und Abigail. Die beiden waren grundverschieden. Abigail war „gut hinsichtlich Verständigkeit“, ihr Mann hingegen war „hart und schlecht in seinen Handlungen“. Die Bitte Davids, seinen Männern, die Nabals große Herden vor Dieben beschützt hatten, etwas zu essen und zu trinken zu geben, wies Nabal rüde ab. Zu Recht empört, gürteten David und seine Truppe ihre Schwerter um und machten sich auf, Nabal entgegenzutreten (1. Samuel 25:2-13).
17 Als Abigail erfuhr, was vorgefallen war, nahm sie schnell Brot, Wein, Fleisch sowie Rosinen- und Feigenkuchen und ging David entgegen. „Auf mir selbst, o mein Herr, sei das Vergehen“, flehte sie ihn an. „Lass bitte deine Sklavin vor deinen Ohren reden, und höre auf die Worte deiner Sklavin.“ Abigails mit Milde vorgetragene inständige Bitte rührte Davids Herz, und nachdem er ihre Erklärung angehört hatte, rief er aus: „Gesegnet sei Jehova, der Gott Israels, der dich mir an diesem Tag entgegengesandt hat! Und gesegnet sei deine Verständigkeit, und gesegnet seist du, die du mich an diesem Tag davon zurückgehalten hast, in Blutschuld zu kommen“ (1. Samuel 25:18, 24, 32, 33). Nabal bezahlte seine Hartherzigkeit am Ende mit dem Leben. Abigail hingegen erlebte dank ihrer vorzüglichen Eigenschaften schließlich die Freude, Davids Frau zu werden. Ihre Milde sollten sich alle, die heute Jehova dienen, zum Vorbild nehmen (1. Samuel 25:36-42).
‘Jage nach Mildgesinntheit’
18, 19. (a) Was für Veränderungen werden deutlich sichtbar, wenn wir uns mit Milde kleiden? (b) Was kann uns helfen, uns gründlich zu prüfen?
18 Milde ist demnach unverzichtbar. Sie umfasst weit mehr als nur freundliches Benehmen. Sie ist eine anziehende Charaktereigenschaft, die unsere Mitmenschen erfrischt. Vielleicht waren wir es früher gewohnt, uns barsch zu äußern und lieblos zu handeln. Als wir jedoch die Wahrheit der Bibel kennen lernten, haben wir uns geändert und sind netter und freundlicher geworden. Paulus beschrieb diese Veränderung, als er seine Mitchristen aufforderte: „Kleidet euch ... mit der innigen Zuneigung des Erbarmens, mit Güte, Demut, Milde und Langmut“ (Kolosser 3:12). Die Bibel vergleicht diese Veränderung damit, dass bösartige wilde Tiere, wie der Wolf, der Leopard, der Löwe, der Bär und die Kobra, gleichsam so friedlich würden wie Haustiere — das Lamm, das Ziegenböckchen, das Kalb und die Kuh (Jesaja 11:6-9; 65:25). Außenstehende können sich nur darüber wundern, wenn sich jemandes Persönlichkeit so stark verändert. Wir aber schreiben diese Umwandlung der Wirksamkeit des Geistes Gottes zu, denn Milde gehört zu dessen wirklich bemerkenswerter Frucht.
19 Heißt das, wir müssten nicht mehr an Milde arbeiten, wenn wir einmal die nötigen Änderungen vorgenommen und uns Jehova hingegeben haben? Sicher nicht! Neue Kleidung muss man ja auch ständig pflegen, damit sie sauber und ansehnlich bleibt. Wenn wir in Gottes Wort hineinschauen und über die darin enthaltenen Beispiele nachsinnen, können wir uns selbst unvoreingenommen und objektiv in diesem Licht betrachten. Fragen wir uns: „Was verrät der Spiegel des inspirierten Wortes Gottes über mich?“ (Jakobus 1:23-25).
20. Wie kann es uns gelingen, Milde zu zeigen?
20 Jeder hat von Natur aus eine andere Gemütsart. Manchen Dienern Gottes fällt es leichter als anderen, Milde zu zeigen. Dennoch müssen alle Christen an der Frucht des Geistes arbeiten — auch an Milde. Paulus ermahnte Timotheus liebevoll: „Jage aber nach Gerechtigkeit, Gottergebenheit, Glauben, Liebe, Ausharren, Mildgesinntheit“ (1. Timotheus 6:11). Der Ausdruck „nachjagen“ deutet an, dass man sich anstrengen muss. Eine andere Bibelübersetzung gibt diese Ermahnung mit den Worten wieder: „Richte dein Herz darauf“ (New Testament in Modern English, von J. B. Phillips). Wenn wir uns die Mühe machen, über die guten Beispiele aus Gottes Wort nachzusinnen, können wir sie gleichsam in uns einpflanzen und uns zu Eigen machen. Dann formen sie uns und leiten uns an (Jakobus 1:21).
21. (a) Warum sollten wir der Milde „nachjagen“? (b) Was wird im folgenden Artikel behandelt?
21 Wie gut uns das gelingt, zeigt sich daran, wie wir mit anderen umgehen. Der Jünger Jakobus fragte: „Wer ist weise und verständig unter euch? Er zeige aus seinem vortrefflichen Wandel seine Werke mit einer Sanftmut, die zur Weisheit gehört“ (Jakobus 3:13). Wie können wir diese christliche Eigenschaft zu Hause, im Predigtdienst und in der Versammlung erkennen lassen? Dazu gibt der folgende Artikel nützliche Hinweise.
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Lege „allen Menschen gegenüber alle Milde“ an den TagDer Wachtturm 2003 | 1. April
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Lege „allen Menschen gegenüber alle Milde“ an den Tag
‘Erinnere sie weiterhin daran, vernünftig zu sein, indem sie allen Menschen gegenüber alle Milde an den Tag legen’ (TITUS 3:1, 2).
1. Warum fällt es uns nicht immer leicht, Milde hervorzubringen?
DER Apostel Paulus schrieb: „Werdet meine Nachahmer, so wie ich Christi Nachahmer bin“ (1. Korinther 11:1). Heute bemühen sich alle Diener Gottes nach besten Kräften, diese Ermahnung zu befolgen. Das ist aber gar nicht so einfach, denn unsere Ureltern haben uns selbstsüchtige Begierden und Wesenszüge vererbt, die sich mit dem Vorbild Christi nicht vereinbaren lassen (Römer 3:23; 7:21-25). Milde hervorzubringen kann uns dennoch allen gelingen, wenn wir uns entsprechend Mühe geben. Allerdings reicht es nicht, sich dabei allein auf die eigene Willenskraft zu verlassen. Was ist darüber hinaus noch erforderlich?
2. Wie können wir „allen Menschen gegenüber alle Milde an den Tag legen“?
2 Gottgefällige Milde gehört zur Frucht des heiligen Geistes. Je stärker wir uns von Gottes wirksamer Kraft leiten lassen, desto deutlicher wird ihre Frucht in uns erkennbar sein. Dann — und nur dann — gelingt es uns, allen Menschen gegenüber „alle Milde“ an den Tag zu legen (Titus 3:2). Betrachten wir gemeinsam, wie wir uns Jesus zum Vorbild nehmen und denen „Erquickung“ bieten können, mit denen wir zu tun haben (Matthäus 11:29; Galater 5:22, 23).
In der Familie
3. Wie wirkt sich der Geist der Welt auf Familien aus?
3 Das Familienleben ist ein Bereich, in dem Milde ganz besonders wichtig ist. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation ist die Gesundheit von Frauen durch Gewalt in der Familie stärker gefährdet als durch Verkehrsunfälle und Malaria zusammengenommen. In London (England) beispielsweise ereignet sich ein Viertel aller angezeigten Gewaltverbrechen im häuslichen Bereich. Polizisten haben häufig mit Personen zu tun, die ihren Gefühlen durch „Geschrei und lästerliches Reden“ Ausdruck verleihen. Schlimmer noch, manche Ehepaare haben zugelassen, dass ihr Verhältnis durch „boshafte Bitterkeit“ beeinträchtigt wird. In allen derartigen Verhaltensweisen spiegelt sich traurigerweise der „Geist der Welt“, und deshalb haben sie in christlichen Familien nichts zu suchen (Epheser 4:31; 1. Korinther 2:12).
4. Wie kann sich Milde auf das Familienleben auswirken?
4 Um weltlichen Strömungen entgegenzuwirken, benötigen wir Gottes Geist. „Wo der Geist Jehovas ist, da ist Freiheit“ (2. Korinther 3:17). Die Einheit zwischen unvollkommenen Eheleuten wird durch Liebe, Freundlichkeit, Selbstbeherrschung und Langmut gestärkt (Epheser 5:33). Milde verbessert die Stimmung und schafft eine wünschenswerte Alternative zu der von Streit und Gezänk geprägten Atmosphäre, unter der viele Familien leiden. Was jemand sagt, ist zwar wichtig, aber dadurch, wie er es sagt, vermittelt er, welche Einstellung sich hinter seinen Worten verbirgt. Spannungen lassen sich minimieren, wenn Sorgen und Nöten mit Milde Ausdruck verliehen wird. Der weise König Salomo schrieb: „Eine Antwort, wenn milde, wendet Grimm ab, aber ein Wort, das Schmerz verursacht, lässt Zorn aufkommen“ (Sprüche 15:1).
5. Was kann Milde in einer religiös geteilten Familie bewirken?
5 Besonders wichtig ist Milde, wenn nicht alle in der Familie die gleichen Glaubensansichten haben. Milde, gepaart mit guten Taten, kann dazu beitragen, ungünstig Gesinnte für Jehova zu gewinnen. Petrus riet christlichen Frauen: „Seid den eigenen Männern untertan, damit sie, wenn irgendwelche dem Wort ungehorsam sind, durch den Wandel ihrer Frauen ohne ein Wort gewonnen werden mögen, weil sie Augenzeugen eures keuschen Wandels, verbunden mit tiefem Respekt, gewesen sind. Und euer Schmuck bestehe nicht im äußerlichen Flechten der Haare und im Anlegen goldener Schmucksachen oder im Tragen äußerer Kleider, sondern er sei die verborgene Person des Herzens im unvergänglichen Gewand des stillen und milden Geistes, der in den Augen Gottes von großem Wert ist“ (1. Petrus 3:1-4).
6. Wie kann die Beziehung zwischen Eltern und Kindern durch Milde gefestigt werden?
6 Mitunter ist das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern gespannt, besonders wenn es an Liebe zu Jehova mangelt. Doch es ist in allen christlichen Hausgemeinschaften unerlässlich, Milde an den Tag zu legen. Paulus riet Vätern: „Reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie weiterhin auf in der Zucht und in der ernsten Ermahnung Jehovas“ (Epheser 6:4). Ist die Atmosphäre in einer Familie von Milde geprägt, festigt das die Bande zwischen Eltern und Kindern. Dean wuchs mit vier Geschwistern auf und erzählt über seinen Vater: „Papa war mild gesinnt. Ich kann mich nicht erinnern, dass er je mit mir gestritten hätte, nicht einmal als ich ein Teenager war. Er blieb auch dann sehr sanft, wenn ihn etwas ärgerte. Manchmal schickte er mich auf mein Zimmer oder entzog mir irgendwelche Vorrechte, aber wir haben uns nie gestritten. Er war nicht nur unser Vater. Er war auch unser Freund, und wir wollten ihn nicht enttäuschen.“ Milde trägt wirklich dazu bei, die Beziehung zwischen Eltern und Kindern zu festigen.
Im Predigtdienst
7, 8. Warum ist es so wichtig, im Predigtdienst Milde erkennen zu lassen?
7 Der Predigtdienst ist ein weiteres Gebiet, auf dem Milde wichtig ist. Unsere Mitmenschen, denen wir die gute Botschaft vom Königreich bringen, sind nicht alle gleichermaßen aufgeschlossen. Manche hören sich unsere Botschaft der Hoffnung gern an. Andere reagieren ablehnend, was vielerlei Gründe haben kann. In diesem Fall ist uns Milde eine große Hilfe, unseren Auftrag zu erfüllen, Zeugen bis zum entferntesten Teil der Erde zu sein (Apostelgeschichte 1:8; 2. Timotheus 4:5).
8 Der Apostel Petrus schrieb: „Heiligt den Christus als Herrn in eurem Herzen, stets bereit zu einer Verteidigung vor jedermann, der von euch einen Grund für die Hoffnung verlangt, die in euch ist, doch tut es mit Milde und tiefem Respekt“ (1. Petrus 3:15). Weil wir den Christus als Vorbild in unserem Herzen heiligen, achten wir darauf, Personen, die uns barsch behandeln, dennoch Milde und Respekt entgegenzubringen. So vorzugehen, führt nicht selten zu erstaunlichen Ergebnissen.
9, 10. Erkläre anhand einer Begebenheit, wie wertvoll Milde im Predigtdienst ist.
9 Als es an der Haustür von Keith klopfte und seine Frau aufmachte, hielt er sich im Hintergrund. Der Besucher war, wie sich herausstellte, ein Zeuge Jehovas. Keiths Frau warf ihm wütend vor, Jehovas Zeugen seien grausam zu ihren Kindern. Der Bruder blieb ruhig. Sanft entgegnete er: „Es tut mir Leid, dass Sie so denken. Wenn Sie erlauben, würde ich Ihnen gern erklären, was Jehovas Zeugen wirklich glauben.“ Keith hatte dem Gespräch bis dahin zugehört und ging dann zur Tür, um den Zeugen zum Gehen aufzufordern.
10 Später bedauerten die beiden, ihren Besucher so unhöflich behandelt zu haben. Sein sanftes Benehmen hatte sie berührt. Zu ihrer Überraschung kam der Zeuge in der darauf folgenden Woche wieder, und diesmal erlaubten ihm Keith und seine Frau, ihnen die biblischen Gründe für seinen Glauben zu erläutern. „Während der folgenden zwei Jahre hörten wir uns häufig an, was auch andere Zeugen zu sagen hatten“, erzählten sie später. Sie willigten in ein Bibelstudium ein, gaben sich schließlich Jehova hin und ließen sich taufen. Welch schöne Belohnung für den Bruder, der das erste Mal bei Keith und seiner Frau vorgesprochen hatte! Er traf die beiden Jahre später und erfuhr, dass sie nun seine Glaubensbrüder waren. Milde hat Erfolg.
11. Wie kann Milde jemand den Weg ebnen, die christliche Wahrheit anzunehmen?
11 Was Harold als Soldat erlebt hatte, ließ ihn an der Existenz Gottes zweifeln und verbitterte ihn. Zu allem Überfluss wurde er auch noch durch einen alkoholisierten Autofahrer in einen Verkehrsunfall verwickelt und trug eine dauerhafte Behinderung davon. Als Zeugen Jehovas bei ihm vorsprachen, verbat er sich jeglichen weiteren Besuch. Eines Tages aber wollte ein Zeuge namens Bill eine interessierte Person aufsuchen, die nur zwei Häuser neben Harold wohnte. Versehentlich klopfte der Zeuge bei Harold. Dieser kam auf zwei Krücken an die Tür gehumpelt und öffnete. Darauf entschuldigte sich Bill sofort und erklärte, dass er eigentlich in einem Nachbarhaus hatte vorsprechen wollen. Wie reagierte Harold? Bill wusste nicht, dass Harold in den Fernsehnachrichten einen Bericht darüber gesehen hatte, wie Zeugen Jehovas in Gemeinschaftsarbeit innerhalb kürzester Zeit einen neuen Königreichssaal bauten. Beeindruckt davon, so viele Menschen gut zusammenarbeiten zu sehen, hatte Harold seine Einstellung gegenüber Jehovas Zeugen geändert. Bills nette Entschuldigung und sein freundliches, sanftes Benehmen gingen Harold zu Herzen, und er beschloss, Besuche von Zeugen Jehovas nicht mehr abzulehnen. Er studierte die Bibel, machte Fortschritte und wurde ein getaufter Diener Jehovas.
In der Versammlung
12. Welchen weltlichen Zügen sollten alle in der Christenversammlung widerstehen?
12 Milde ist auch noch auf einem dritten Gebiet wichtig: in der Christenversammlung. Auseinandersetzungen sind in der heutigen Gesellschaft an der Tagesordnung. Unter denen, die eine rein irdische Lebenseinstellung haben, sind Debatten, Streitigkeiten und Querelen gang und gäbe. Ab und zu schleichen sich solche weltlichen Züge auch in die Christenversammlung ein und machen sich in Streitfragen und Wortgefechten bemerkbar. Die verantwortlichen Brüder betrübt es sehr, wenn sie sich mit solchen Problemen beschäftigen müssen. Doch aus Liebe zu Jehova und zu ihren Brüdern geben sie sich Mühe, solche zurückzugewinnen, die auf Abwege geraten sind (Galater 5:25, 26).
13, 14. Wozu kann es führen, wenn man „mit Milde die ungünstig Gesinnten unterweist“?
13 Im ersten Jahrhundert hatten Paulus und sein Gefährte Timotheus mit Problemen, ausgelöst durch Personen innerhalb der Versammlung, zu kämpfen. Paulus schrieb warnend an Timotheus, er solle sich vor Brüdern in Acht nehmen, die einem Gefäß für einen „unehrenhaften Zweck“ glichen. Paulus führte aus: „Ein Sklave des Herrn aber hat es nicht nötig, zu streiten, sondern muss gegen alle sanft sein, lehrfähig, der sich unter üblen Umständen beherrscht, der mit Milde die ungünstig Gesinnten unterweist.“ Bleiben wir auch dann mild gesinnt, wenn wir provoziert werden, veranlasst das die Betreffenden nicht selten, ihre Kritik zu überdenken. Wie Paulus weiter schreibt, kann dies wiederum dazu führen, dass Jehova „ihnen vielleicht Reue gewährt, die zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit führt“ (2. Timotheus 2:20, 21, 24, 25). Ist uns auch aufgefallen, dass Paulus einen Zusammenhang herstellt zwischen Milde und der Notwendigkeit, sanft zu sein und sich zu beherrschen?
14 Paulus praktizierte selbst, was er lehrte. Als er mit den „superfeinen Aposteln“ der Versammlung in Korinth zu tun hatte, schrieb er den Brüdern: „Ich selbst nun, Paulus, spreche euch bittend zu durch die Milde und Freundlichkeit des Christus, obwohl ich der Erscheinung nach unter euch gering bin, während ich, wenn abwesend, euch gegenüber kühn bin“ (2. Korinther 10:1; 11:5). Paulus nahm sich wirklich Christus zum Vorbild. Uns fällt auf, dass er „durch die Milde“ des Christus bittend zu den Brüdern sprach. So vermied er, herrisch oder gebieterisch zu wirken. Diejenigen in der Versammlung, deren Herz empfänglich war, fühlten sich von seiner Ermahnung zweifellos angesprochen. Paulus glättete die Wogen und legte die Grundlage für Frieden und Eintracht in der Versammlung. Könnten wir uns nicht alle zum Ziel setzen, diese Vorgehensweise nachzuahmen? Vor allem Älteste müssen sich in ihrem Handeln am Beispiel des Christus und des Paulus orientieren.
15. Warum ist Milde wichtig, wenn Rat gegeben wird?
15 Bestimmt sind wir nicht nur dann verpflichtet, anderen zu helfen, wenn der Frieden und die Einheit der Versammlung gefährdet sind. Schon lange bevor Spannungen auftreten, benötigen die Brüder liebevolle Anleitung. Paulus gab den dringenden Rat: „Brüder, wenn auch ein Mensch einen Fehltritt tut, ehe er es gewahr wird, so versucht ihr, die geistig Befähigten, einen solchen Menschen“ — wie? — „im Geist der Milde wieder zurechtzubringen, während du dich selbst im Auge behältst, damit nicht auch du versucht wirst“ (Galater 6:1). Einen „Geist der Milde“ zu bewahren, ist nicht immer einfach. Das liegt nicht zuletzt daran, dass alle Christen mit sündigen Neigungen behaftet sind — auch ernannte Diener. Aber gerade Milde macht das Zurechtbringen für den auf Abwege Geratenen erst erträglich.
16, 17. Wie kann jemand geholfen werden, dem es widerstrebt, Rat anzunehmen?
16 Das mit „zurechtbringen“ wiedergegebene Wort im griechischen Urtext kann auch auf das Einrichten gebrochener Knochen angewandt werden — eine schmerzhafte Prozedur. Ein guter Arzt, der einen Knochenbruch richtet, spricht beruhigend mit seinem Patienten über den Nutzen der Behandlung. Seine Gelassenheit macht Mut. Ein paar tröstende Worte vor Beginn lindern schon den allergrößten Schmerz. Auch geistig zurechtgebracht zu werden, kann wehtun. Aber durch Milde macht man es dem auf Abwege Geratenen leichter, sich zurechtbringen zu lassen, so dass ein gutes Verhältnis wiederhergestellt und ihm der Weg geebnet werden kann, sich zu ändern. Selbst wenn ein Rat anfangs auf Ablehnung stößt, kann der Ratgeber durch Milde dazu beitragen, dass der Empfänger jegliches Widerstreben aufgibt und vernünftigen biblischen Rat annimmt (Sprüche 25:15).
17 Es besteht immer die Gefahr, dass ein Rat, der jemand helfen soll, zurechtgebracht zu werden, als Kritik aufgefasst wird. Ein Kommentator drückte das einmal wie folgt aus: „Nie stehen wir in größerer Gefahr, überheblich aufzutreten, und haben deshalb Sanftmut nötiger als gerade dann, wenn wir jemand tadeln.“ Der christliche Ratgeber kann diese Gefahr meiden, indem er an der Milde arbeitet, die in Demut wurzelt.
„Allen Menschen gegenüber“
18, 19. (a) Warum könnte es Christen schwer fallen, im Umgang mit der weltlichen Obrigkeit Milde an den Tag zu legen? (b) Was kann Christen helfen, Amtspersonen gegenüber Milde zu zeigen, und wozu kann das führen?
18 Auf einem bestimmten Gebiet fällt es uns womöglich schwer, Milde an den Tag zu legen: im Umgang mit der weltlichen Obrigkeit. Dass das Verhalten so mancher Autoritätspersonen Lieblosigkeit und mangelndes Mitgefühl verrät, ist nicht zu leugnen (Prediger 4:1; 8:9). Aber unsere Liebe zu Jehova hilft uns, ihn als höchste Autorität anzuerkennen und uns Regierungsgewalten bedingt unterzuordnen, wie es ihnen gebührt (Römer 13:1, 4; 1. Timotheus 2:1, 2). Selbst wenn Personen in hoher Stellung versuchen, uns darin einzuschränken, wie wir unserer Gottesanbetung öffentlich Ausdruck verleihen, suchen wir gern nach Möglichkeiten, dennoch unser Schlachtopfer der Lobpreisung darzubringen (Hebräer 13:15).
19 Unter keinen Umständen sind wir streitsüchtig. Wir bemühen uns, vernünftig zu sein, ohne allerdings jemals gerechte Grundsätze aufzugeben. Auf diese Weise gelingt es uns und unseren Brüdern in weltweit 234 Ländern und Territorien, unseren Dienst durchzuführen. Wir befolgen den Rat des Paulus, „Regierungen und Gewalten als Herrschern untertan und gehorsam zu sein, bereit zu sein für jedes gute Werk, von niemandem nachteilig zu reden, nicht streitsüchtig zu sein, sondern vernünftig, indem ... [wir] allen Menschen gegenüber alle Milde an den Tag legen“ (Titus 3:1, 2).
20. Welche Belohnung ernten die, die Milde an den Tag legen?
20 Wer Milde bekundet, wird reich gesegnet werden. Jesus erklärte: „Glücklich sind die Mildgesinnten, da sie die Erde erben werden“ (Matthäus 5:5). Die geistgesalbten Brüder Christi müssen mild gesinnt bleiben, um glücklich zu sein und das Vorrecht zu erlangen, über den irdischen Bereich des Königreiches zu herrschen. Die zur „großen Volksmenge“ gehörenden „anderen Schafe“, die mild gesinnt bleiben, dürfen sich auf das Leben im Paradies hier auf der Erde freuen (Offenbarung 7:9; Johannes 10:16; Psalm 37:11). Sind das nicht wunderbare Aussichten? Versäumen wir daher nie, die Ermahnung zu beachten, die Paulus Christen in Ephesus gab: „Ich, der Gefangene im Herrn, bitte euch daher inständig, der Berufung, mit der ihr berufen worden seid, würdig zu wandeln, mit aller Demut und Milde“ (Epheser 4:1, 2).
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