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Wie glücklich sind die Mildgesinnten!Der Wachtturm 1991 | 15. Oktober
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Wie glücklich sind die Mildgesinnten!
„Glücklich sind die Mildgesinnten, da sie die Erde erben werden“ (MATTHÄUS 5:5).
1. Was ist die Mildgesinntheit, von der Jesus in der Bergpredigt sprach?
IN SEINER Bergpredigt sagte Jesus Christus: „Glücklich sind die Mildgesinnten, da sie die Erde erben werden“ (Matthäus 5:5). Diese Mildgesinntheit oder Sanftmut ist weder eine äußerliche Scheinfreundlichkeit noch ein natürlicher Wesenszug. Sie ist eine echte, innerliche Milde und Friedfertigkeit, die in erster Linie eine Reaktion auf den Willen und die Leitung Jehovas Gottes ist. Wirklich mild gesinnte Menschen fühlen sich von Gott sehr abhängig, was sich in einer milden Art im Umgang mit den Mitmenschen äußert (Römer 12:17-19; Titus 3:1, 2).
2. Warum pries Jesus die Mildgesinnten glücklich?
2 Jesus pries die Mildgesinnten glücklich, weil sie die Erde erben werden. Der Haupterbe der Erde ist der vollkommen mild gesinnte Sohn Gottes (Psalm 2:8; Matthäus 11:29; Hebräer 1:1, 2; 2:5-9). Als der messianische „Menschensohn“ sollte er in seinem himmlischen Königreich Mitregenten haben (Daniel 7:13, 14, 22, 27). Diese Mildgesinnten werden als Christi „Miterben“ einen Anteil an der Erde erhalten (Römer 8:17). Andere mildgesinnte, schafähnliche Menschen werden sich im Paradies, dem irdischen Bereich des Königreiches, ewigen Lebens erfreuen (Matthäus 25:33, 34, 46; Lukas 23:43). Die Aussicht darauf macht sie wirklich glücklich.
3. Welches Beispiel geben Gott und Christus in bezug auf Milde?
3 Der mildgesinnte Haupterbe erhält die Erde von Jehova, seinem Vater, dem größten Vorbild für Mildgesinntheit. Wie oft ist doch in der Bibel zu lesen, daß Gott „langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte“ ist! (2. Mose 34:6; Nehemia 9:17; Psalm 86:15). Er besitzt große Macht, bekundet aber so viel Milde, daß seine Anbeter sich ihm ohne Furcht nahen können (Hebräer 4:16; 10:19-22). Gottes Sohn, der „mild gesinnt und von Herzen demütig“ ist, lehrte seine Jünger, mild zu sein (Matthäus 11:29; Lukas 6:27-29). Diese mildgesinnten Sklaven Gottes und seines Sohnes ahmten „die Milde und Freundlichkeit des Christus“ nach und schrieben auch darüber (2. Korinther 10:1; Römer 1:1; Jakobus 1:1, 2; 2. Petrus 1:1).
4. (a) Was haben die, die wirklich mild gesinnt sind, gemäß Kolosser 3:12 getan? (b) Welche Fragen sind es wert, von uns betrachtet zu werden?
4 Heute müssen sowohl gesalbte Christen als auch ihre Gefährten mit irdischer Hoffnung mild gesinnt sein. Da sie alle Schlechtigkeit, alles Trügerische, Heuchelei, Neid und alle Arten von übler Nachrede abgelegt haben, hat ihnen der heilige Geist Gottes geholfen, in ‘der Kraft, die ihren Sinn antreibt’, erneuert zu werden (Epheser 4:22-24; 1. Petrus 2:1, 2). Sie sind angehalten, sich mit der „innigen Zuneigung des Erbarmens, mit Güte, Demut, Milde und Langmut“ zu kleiden (Kolosser 3:12). Aber was genau umfaßt die Milde? Warum ist es nützlich, mild gesinnt zu sein? Und wie kann diese Eigenschaft zu unserem Glück beitragen?
Eine nähere Betrachtung der Milde
5. Wie wird Milde definiert?
5 Wer mild gesinnt ist, hat eine gütige Art und ist freundlich. In verschiedenen Bibelübersetzungen wird das Adjektiv praýs mit „sanftmütig“, „gütig“, „mild gesinnt“ und „freundlich“ übersetzt. Im klassischen Griechisch kann das Adjektiv praýs auf ein sanftes Lüftchen oder eine sanfte Stimme angewandt werden. Es kann auch jemand bezeichnen, der wohlwollend ist. Der Gelehrte W. E. Vine sagt: „[praýtēs (Substantiv)] wird in erster Linie und hauptsächlich gegenüber Gott geübt. Es ist jene Gesinnung, in der wir Gottes Verfahrensweise mit uns als gut und daher diskussions- oder widerspruchslos annehmen. Dieser Begriff ist mit dem Wort tapeinophrosunē [Demut] eng verbunden.“
6. Warum kann gesagt werden, daß Milde keine Schwäche ist?
6 Milde kann nicht mit Schwäche gleichgesetzt werden. „Das Wort praus drückt Sanftmut aus“, schrieb der Gelehrte William Barclay, „doch hinter der Sanftmut ist die Festigkeit von Stahl.“ Mild gesinnt zu sein erfordert Stärke. Sie ist beispielsweise erforderlich, um mild zu sein, wenn wir herausgefordert oder verfolgt werden. Gottes mildgesinnter Sohn, Jesus Christus, gab in dieser Hinsicht ein vortreffliches Beispiel. „Als er beschimpft wurde, gab er nicht schimpfend zurück. Als er litt, begann er nicht zu drohen, sondern übergab sich weiterhin dem [Jehova Gott], der gerecht richtet“ (1. Petrus 2:23). Wie der mildgesinnte Jesus können wir darauf vertrauen, daß sich Gott mit denen, die uns schmähen und verfolgen, befassen wird (1. Korinther 4:12, 13). Wir können unter Verfolgung ruhig sein wie Stephanus und uns vor Augen halten, daß Jehova uns stützt, wenn wir treu sind, und nicht zuläßt, daß uns etwas zustößt, was uns auf Dauer schadet (Psalm 145:14; Apostelgeschichte 6:15; Philipper 4:6, 7, 13).
7. Was wird in Sprüche 25:28 in bezug auf jemand angedeutet, dem Milde fehlt?
7 Jesus war zwar mild gesinnt, doch zeigte er Stärke, indem er für das eintrat, was recht ist (Matthäus 21:5; 23:13-39). Wer „Christi Sinn“ hat, wird ihm in dieser Hinsicht gleichen (1. Korinther 2:16). Wer nicht milde ist, ähnelt Christus nicht. Auf ihn treffen eher die Worte zu: „Wie eine erbrochene Stadt ohne Mauer ist der Mann, der seinen Geist nicht im Zaum hält“ (Sprüche 25:28). Ein Mensch ohne Milde ist für die verschiedensten unrechten Gedanken, die ihn zu unrechten Handlungen anregen könnten, anfällig. Der mildgesinnte Christ ist kein Schwächling, doch hat er nicht vergessen, daß ‘eine Antwort, wenn milde, Grimm abwendet, aber ein Wort, das Schmerz verursacht, Zorn aufkommen läßt’ (Sprüche 15:1).
8. Warum ist es nicht einfach, mild gesinnt zu sein?
8 Mild gesinnt zu sein ist nicht einfach, da wir Unvollkommenheit und Sünde ererbt haben (Römer 5:12). Als Diener Jehovas führen wir auch einen Kampf gegen böse Geistermächte, wodurch unsere Milde zufolge von Verfolgung erprobt wird (Epheser 6:12). Und die meisten von uns sind im Berufsleben mit Personen zusammen, die den unfreundlichen Geist der Welt haben, einer Welt, die vom Teufel beherrscht wird (1. Johannes 5:19). Wie können wir daher Milde entwickeln oder pflegen?
Wie wir die Milde sorgsam pflegen können
9. Welcher Standpunkt ist uns eine Hilfe, Milde zu entwickeln?
9 Die biblisch begründete Überzeugung, daß von uns erwartet wird, Milde zu bekunden, wird uns helfen, diese Eigenschaft zu entwickeln und sorgsam zu pflegen. Tag für Tag müssen wir die Milde pflegen. Sonst werden wir irgendwann den Menschen gleichen, die Milde als Schwäche betrachten und meinen, Erfolg ließe sich dadurch erzielen, daß man arrogant, hart und sogar grausam ist. In Gottes Wort wird Stolz jedoch verurteilt, und ein weiser Spruch lautet: „Ein Mann von liebender Güte handelt mit seiner eigenen Seele auf eine sich lohnende Weise, aber der Grausame bringt seinen eigenen Organismus in Verruf“ (Sprüche 11:17; 16:18). Grobe, unfreundliche Personen meidet man gewöhnlich, und das hauptsächlich deshalb, weil man durch ihre Grausamkeit und durch ihren Mangel an Milde nicht verletzt werden möchte.
10. Was müssen wir auf uns einwirken lassen, wenn wir mild gesinnt sein wollen?
10 Um mild gesinnt zu sein, müssen wir den heiligen Geist Gottes oder seine wirksame Kraft auf uns einwirken lassen. So, wie Jehova es ermöglicht hat, daß die Erde Früchte hervorbringt, so ermöglicht er es seinen Dienern, die Früchte seines Geistes hervorzubringen, wozu die Milde gehört. Paulus schrieb: „Die Frucht des Geistes [ist] Liebe, Freude, Frieden, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Glauben, Milde, Selbstbeherrschung. Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz“ (Galater 5:22, 23). Ja, die Milde ist eine der Früchte des Geistes Gottes, die diejenigen hervorbringen, die ihm wohlgefallen (Psalm 51:9, 10). Welche Veränderungen die Milde doch bewirkt! Als Veranschaulichung diene Tony, ein Schläger, Räuber, Drogenschmuggler, Motorradbandenführer und Sträfling. Mit der Hilfe des Geistes Jehovas und durch eine Erkenntnis der Bibel wurde aus ihm ein Diener Jehovas mit einer milden Wesensart. Tonys Geschichte steht für viele. Was kann somit jemand tun, wenn in seiner Persönlichkeitsstruktur die Milde fehlt?
11. Welche Rolle spielt das Gebet beim Entwickeln von Milde?
11 Das von Herzen kommende Gebet um Gottes Geist und dessen Frucht, die Milde, wird uns helfen, diese Eigenschaft zu entwickeln und sorgsam zu pflegen. Wir mögen, wie Jesus sagte, Jehova Gott ‘unablässig bitten’, und er wird uns die Bitte gewähren. Nachdem Jesus erklärt hatte, daß Väter auf der Erde ihren Kindern gute Gaben geben, sagte er: „Wenn nun ihr, obwohl ihr [sündig und somit vergleichsweise] böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wißt, wieviel mehr wird der Vater im Himmel denen heiligen Geist geben, die ihn bitten!“ (Lukas 11:9-13). Das Gebet kann dazu beitragen, daß Milde ein bleibendes Charaktermerkmal wird — eine Eigenschaft, die unser Glück und das unserer Gefährten fördert.
12. Warum kann uns der Gedanke daran, daß der Mensch unvollkommen ist, helfen, mild gesinnt zu sein?
12 Daran zu denken, daß der Mensch unvollkommen ist, kann uns helfen, mild gesinnt zu sein (Psalm 51:5). Wir können nicht vollkommener denken oder handeln als andere auch; deshalb sollten wir bestimmt einfühlsam sein und andere so behandeln, wie wir behandelt werden möchten (Matthäus 7:12). Das Bewußtsein, daß jeder einmal einen Fehler macht, sollte uns dazu bewegen, im Umgang mit anderen versöhnlich und mild gesinnt zu sein (Matthäus 6:12-15; 18:21, 22). Sind wir letzten Endes nicht alle dankbar, daß Gott uns gegenüber Liebe und Milde bekundet? (Psalm 103:10-14).
13. Inwiefern ist es für uns leichter, die Milde sorgsam zu pflegen, wenn wir anerkennen, daß Gott den Menschen mit einem freien Willen geschaffen hat?
13 Anzuerkennen, daß Gott den Menschen mit einem freien Willen erschaffen hat, kann es uns ebenfalls erleichtern, Milde zu entwickeln und sorgsam zu pflegen. Damit ist nicht gemeint, daß irgend jemand Jehovas Gesetze ungestraft außer acht lassen könnte, sondern es bedeutet, daß Jehova seinem Volk eine Vielfalt von Geschmacksrichtungen, Vorlieben und Abneigungen zugesteht. Erkennen wir also an, daß sich niemand in die Form pressen lassen muß, die wir persönlich für die beste halten. Eine solche Einstellung wird uns helfen, mild gesinnt zu sein.
14. Wozu sollten wir in bezug auf Milde fest entschlossen sein?
14 Der feste Entschluß, die Milde nicht aufzugeben, wird uns helfen, diese Eigenschaft sorgsam zu pflegen. Dadurch, daß wir uns dem Geist Jehovas unterstellt haben, ist unser Denken umgewandelt worden (Römer 12:2). Eine milde, christusähnliche Gesinnung trägt dazu bei, daß wir uns heute von ‘Zügellosigkeiten, Lüsten, übermäßigem Weingenuß, Schwelgereien, Trinkgelagen und gesetzwidrigen Götzendienereien’ fernhalten. Wir dürfen die Milde aus finanziellen, sozialen oder sonstigen Gründen nicht einfach über Bord werfen und sie auch nicht aufgeben, weil andere sich abfällig über unsere Gottesfurcht äußern (1. Petrus 4:3-5). Wir sollten uns keinesfalls auf „die Werke des Fleisches“ einlassen, weil wir sonst unsere Milde verlieren, das Königreich Gottes nicht erben und dessen Segnungen verlustig gehen würden (Galater 5:19-21). Schätzen wir stets das Vorrecht, Gottes Mildgesinnte zu sein, ob wir zu den Gesalbten gehören und himmlisches Leben erhoffen oder ob wir eine irdische Hoffnung hegen. Betrachten wir deshalb, welche Vorteile die Milde hat.
Vorteile der Milde
15. Warum ist es gemäß Sprüche 14:30 weise, mild zu sein?
15 Wer milde ist, zeichnet sich durch ein gelassenes Herz und durch Gemütsruhe aus. Das ist so, weil er sich nicht auf Streit einläßt, sich nicht über die Handlungsweise anderer aufregt oder sich nicht ständig ängstigt. Milde hilft ihm, seine Gefühle in Schach zu halten, und das ist für Geist und Körper nützlich. Ein Spruch lautet: „Ein gelassenes Herz ist das Leben des fleischlichen Organismus“ (Sprüche 14:30). Wenn die Milde fehlt, kann Zorn aufkommen, was den Blutdruck erhöht oder Verdauungsstörungen, Asthma, Sehstörungen und anderes hervorruft. Ein mildgesinnter Christ hat verschiedene Vorteile wie den „Frieden Gottes“, der sein Herz und seine Denkkraft behütet (Philipper 4:6, 7). Wie weise es doch ist, mild gesinnt zu sein!
16—18. Wie wirkt sich Milde auf unser Verhältnis zu anderen aus?
16 Durch Milde verbessert sich unser Verhältnis zu anderen. Vielleicht hatten wir früher die Angewohnheit, so lange auf etwas zu drängen, bis wir unseren Willen bekamen. Man mag wütend auf uns geworden sein, weil uns Demut und Milde fehlten. Angesichts dieser Umstände sollte es uns nicht verwundert haben, daß wir in einen Streit nach dem anderen verwickelt wurden. Ein Spruch lautet jedoch: „Wo es kein Holz gibt, geht das Feuer aus, und wo es keinen Verleumder gibt, kommt der Streit zur Ruhe. Wie Holzkohle für die Glühkohlen und Holz für das Feuer, so ist ein streitsüchtiger Mann zum Schüren eines Zankes“ (Sprüche 26:20, 21). Wenn wir mild gesinnt sind, statt ‘Holz ins Feuer zu legen’ und andere zu reizen, werden wir ein gutes Verhältnis zu ihnen haben.
17 Wer mild gesinnt ist, hat wahrscheinlich gute Freunde. Weil er positiv eingestellt ist und weil seine Worte wohltuend und lieblich wie Honig sind, ist man gern mit ihm zusammen (Sprüche 16:24). So war es bei Jesus, der sagen konnte: „Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin mild gesinnt und von Herzen demütig, und ihr werdet Erquickung finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht“ (Matthäus 11:29, 30). Jesus war nicht grob und sein Joch nicht bedrückend. Wer zu ihm kam, wurde gut behandelt und geistig erquickt. Ähnlich ist es, wenn wir mit einem mildgesinnten Freund und Mitchristen Umgang haben.
18 Durch Milde gewinnen wir die Zuneigung von Mitgläubigen. Zweifellos fühlten sich die meisten Christen in Korinth zu Paulus hingezogen, weil er ihnen „durch die Milde und Freundlichkeit des Christus“ bittend zusprach (2. Korinther 10:1). Die Thessalonicher reagierten bestimmt günstig auf den Apostel, denn er war ein milder, sanfter Lehrer (1. Thessalonicher 2:5-8). Ohne Frage hatten die Ältesten aus Ephesus von Paulus viel gelernt und ihn ins Herz geschlossen (Apostelgeschichte 20:20, 21, 37, 38). Bekundest du gegenüber anderen Milde, so daß du ihre Zuneigung gewinnst?
19. Wie hilft die Milde Jehovas Dienern, in seiner Organisation auf ihrem Platz zu bleiben?
19 Mildgesinntheit hilft Dienern Jehovas, sich unterzuordnen und in Gottes Organisation auf ihrem Platz zu bleiben (Philipper 2:5-8, 12-14; Hebräer 13:17). Milde hält uns davon ab, ehrsüchtig zu sein, was auf Stolz beruht und Gott kränken würde (Sprüche 16:5). Ein milder Mensch fühlt sich seinen Mitgläubigen nicht überlegen und versucht auch nicht, sich auf ihre Kosten hervorzutun (Matthäus 23:11, 12). Statt dessen erkennt er an, daß er sich in einem sündigen Zustand befindet und der Lösegeldvorkehrung Gottes bedarf.
Milde fördert das Glück
20. Wie wirkt sich Milde auf das Familienleben aus?
20 Alle Diener Gottes sollten daran denken, daß Milde eine Frucht des Geistes ist, die das Glück fördert. Weil Jehovas Diener Eigenschaften wie Liebe und Milde bekunden, gibt es unter ihnen viele, viele glückliche Familien. Wenn Mann und Frau auf milde Weise miteinander umgehen, wachsen ihre Kinder in einer ruhigen Atmosphäre auf, nicht in einer Familie, in der man zu groben Worten und Handlungen neigt. Gibt ein Vater seinen Kindern in Milde Rat, wirkt sich das gut auf ihren jungen Sinn aus, so daß ein milder Geist wahrscheinlich ein Teil ihrer Persönlichkeit wird (Epheser 6:1-4). Mildgesinntheit hilft Männern, ihre Frauen weiterhin zu lieben. Sie hilft Frauen, sich ihren Männern unterzuordnen, und veranlaßt Kinder, den Eltern zu gehorchen. Milde bewirkt auch, daß alle in der Familie eine versöhnliche Gesinnung haben, was zum Glück aller beiträgt (Kolosser 3:13, 18-21).
21. Wie lautet im wesentlichen der Rat des Apostels Paulus aus Epheser 4:1-3?
21 Mildgesinnte Familien und Einzelpersonen fördern das Glück in der Versammlung, zu der sie gehören. Jehovas Diener müssen sich daher ernstlich bemühen, mild gesinnt zu sein. Bemühst du dich darum? Der Apostel Paulus sprach seinen gesalbten Mitchristen bittend zu, ihrer himmlischen Berufung würdig zu wandeln, und das „mit aller Demut und Milde, mit Langmut, einander in Liebe ertragend, euch ernstlich bemühend, die Einheit des Geistes in dem vereinigenden Band des Friedens zu bewahren“ (Epheser 4:1-3). Christen, die eine irdische Hoffnung haben, müssen ebenfalls Milde und andere gottgefällige Eigenschaften bekunden. Das ist der Lauf, der wahres Glück mit sich bringt. Ja, glücklich sind die Mildgesinnten!
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Kleidet euch mit Milde!Der Wachtturm 1991 | 15. Oktober
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Kleidet euch mit Milde!
„Kleidet euch ... als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte, mit der innigen Zuneigung des Erbarmens, mit Güte, Demut, Milde und Langmut“ (KOLOSSER 3:12).
1—3. Was sagte der Apostel Paulus gemäß Kolosser 3:12-14 über Milde und andere gottgefällige Eigenschaften?
JEHOVA gibt seinem Volk die allerbeste sinnbildliche Kleidung. Ja, alle, die in seiner Gunst stehen möchten, müssen ein Gewand tragen, das starke Fasern der Milde hat. Diese Eigenschaft ist tröstend, denn sie mindert in Streßsituationen die Spannung. Sie ist auch ein Schutz, da sie Streit fernhält.
2 Der Apostel Paulus forderte gesalbte Mitchristen auf: „Kleidet euch ... als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte, mit der innigen Zuneigung des Erbarmens, mit Güte, Demut, Milde und Langmut“ (Kolosser 3:12). Die Zeitform des griechischen Wortes, das mit „kleidet euch“ wiedergegeben wird, zeigt eine Handlung an, die mit einem Dringlichkeitsgefühl vollbracht wird. Gesalbte, die auserwählt, heilig und von Gott geliebt waren, sollten nicht zögern, sich mit Milde zu kleiden.
3 Paulus fügte hinzu: „Fahrt fort, einander zu ertragen und einander bereitwillig zu vergeben, wenn jemand Ursache zu einer Klage gegen einen anderen hat. So, wie Jehova euch bereitwillig vergeben hat, so tut auch ihr. Außer allen diesen Dingen aber kleidet euch mit Liebe, denn sie ist ein vollkommenes Band der Einheit“ (Kolosser 3:13, 14). Liebe, Milde und andere gottgefällige Eigenschaften ermöglichen es Jehovas Zeugen, ‘in Einheit beisammenzuwohnen’ (Psalm 133:1-3).
Mildgesinnte Hirten benötigt
4. Aus welchen Eigenschaften ist das sinnbildliche Gewand gewebt, das wahre Christen tragen?
4 Wahre Christen bemühen sich, ‘die Glieder ihres Leibes in bezug auf Hurerei, Unreinheit, sexuelle Gelüste, schädliche Begierde und Habsucht zu ertöten’, und sie arbeiten daran, das alte Gewand abzulegen, dessen Gewebe aus Zorn, Wut, Schlechtigkeit, Lästerworten und unzüchtiger Rede besteht (Kolosser 3:5-11). Sie legen „die alte Persönlichkeit“ (wörtlich: „den alten Menschen“) ab und ziehen „die neue Persönlichkeit“ (oder „den neuen Menschen“) an — ein passendes Gewand (Epheser 4:22-24, Kingdom Interlinear). Ihr neues Gewand, das aus Erbarmen, Güte, Demut, Milde und Langmut gewebt ist, hilft ihnen, Probleme zu lösen und ein gottgefälliges Leben zu führen (Matthäus 5:9; 18:33; Lukas 6:36; Philipper 4:2, 3).
5. Was ist am Ablauf in der Christenversammlung so besonders, daß es eine Freude ist, zu ihr zu gehören?
5 Männer, die heute in der Welt als erfolgreich gelten, sind oft hart oder sogar grausam (Sprüche 29:22). Wie wohltuend anders ist es unter Jehovas Dienern! Der Ablauf in der Christenversammlung ist nicht mit der Art und Weise zu vergleichen, wie gewisse Männer ein Unternehmen führen — zwar wirksam und wirtschaftlich, aber auf eine schroffe Weise, was die Menschen unglücklich macht. Zu einer Versammlung zu gehören ist vielmehr eine Freude. Das ist unter anderem deshalb so, weil Mildgesinntheit ein Merkmal der Weisheit ist, das Christen im allgemeinen aufweisen und vor allem bei Männern zutage tritt, die befähigt sind, Mitgläubige zu belehren. Ja, es führt zur Freude, wenn ernannte Älteste „mit einer Sanftmut, die zur Weisheit gehört“, Rat geben und andere unterweisen (Jakobus 3:13).
6. Warum müssen christliche Älteste mild gesinnt sein?
6 Der Geist oder die vorherrschende Einstellung des Volkes Gottes verlangt, daß Männer, die in der Versammlung eine Aufsichtsstellung innehaben, mild gesinnt, vernünftig und verständnisvoll sind (1. Timotheus 3:1-3). Jehovas Diener sind nicht mit halsstarrigen Ziegenböcken, störrischen Maultieren oder raubgierigen Wölfen zu vergleichen, sondern mit sanften Schafen (Psalm 32:9; Lukas 10:3). Als schafähnliche Menschen müssen sie mild und schonend behandelt werden (Apostelgeschichte 20:28, 29). Gott erwartet von Ältesten, daß sie gegenüber seinen Schafen mild, gütig, liebevoll und geduldig sind (Hesekiel 34:17-24).
7. Wie sollten Älteste andere unterweisen und den geistig Kranken beistehen?
7 Als „ein Sklave des Herrn“ muß ein Ältester „gegen alle sanft sein, lehrfähig, der sich unter üblen Umständen beherrscht, der mit Milde die ungünstig Gesinnten unterweist, da Gott ihnen vielleicht Reue gewährt, die zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit führt“ (2. Timotheus 2:24, 25). Christliche Hirten sollten gegenüber geistig Kranken liebevoll Rücksicht üben, wenn sie sich bemühen, ihnen zu helfen, denn die Schafe gehören Gott. Älteste dürfen sie nicht behandeln, wie ein Lohnarbeiter sie behandeln würde, sondern müssen mild gesinnt sein wie der vortreffliche Hirte, Jesus Christus (Johannes 10:11-13).
8. Welcher Fehler unterlief dem mildgesinnten Moses, und warum?
8 Vielleicht fällt es einem Ältesten manchmal schwer, einen milden Geist zu bewahren. „Moses war bei weitem der sanftmütigste aller Menschen, die es auf der Oberfläche des Erdbodens gab“ (4. Mose 12:3). Als die Israeliten einmal in Kadesch kein Wasser hatten, haderten sie mit Moses und warfen ihm vor, er habe sie aus Ägypten in eine öde Wildnis geführt. Trotz all dem, was Moses voller Sanftmut ertragen hatte, sprach er unbedacht und barsch. Er und Aaron standen vor dem Volk und lenkten die Aufmerksamkeit auf sich, wobei Moses sagte: „Hört nun, ihr Widerspenstigen! Sollen wir euch aus diesem zerklüfteten Felsen Wasser hervorbringen?“ Hierauf schlug Moses den Felsen mit seinem Stab zweimal; und Gott ließ für das Volk und die Tiere „viel Wasser“ hervorkommen. Jehova war allerdings erzürnt, weil Moses und Aaron ihn nicht geheiligt hatten, so daß Moses das Vorrecht versagt wurde, die Israeliten in das Land der Verheißung zu führen (4. Mose 20:1-13; 5. Mose 32:50-52; Psalm 106:32, 33).
9. Wie kann die Milde eines Ältesten auf die Probe gestellt werden?
9 Die Milde eines christlichen Ältesten kann auf verschiedene Weise auf die Probe gestellt werden. Zum Beispiel machte Paulus Timotheus darauf aufmerksam, daß jemand aufstehen könnte, der „vor Stolz aufgeblasen“ und „wegen Streitfragen und Debatten über Worte geistig krank“ ist. Paulus fügte hinzu: „Aus diesen Dingen entspringen Neid, Streit, Lästerreden, böse Verdächtigungen, heftige Wortwechsel um Kleinigkeiten von seiten der Menschen, die verderbten Sinnes und der Wahrheit beraubt sind.“ Der Aufseher Timotheus sollte nicht schroff sein, sondern sollte ‘vor diesen Dingen fliehen’ und „nach Gerechtigkeit, Gottergebenheit, Glauben, Liebe, Ausharren, Mildgesinntheit“ jagen (1. Timotheus 6:4, 5, 11).
10. Woran sollte Titus die Versammlungen erinnern?
10 Älteste müssen zwar mild sein, sie müssen aber auch fest für das eintreten, was recht ist. Titus handelte so und erinnerte diejenigen, die mit den Versammlungen auf Kreta verbunden waren, daran, „von niemandem nachteilig zu reden, nicht streitsüchtig zu sein, sondern vernünftig, indem sie allen Menschen gegenüber alle Milde an den Tag legen“ (Titus 3:1, 2). In seiner Erklärung, warum Christen gegenüber allen mild gesinnt sein sollten, sollte Titus darauf hinweisen, wie gütig und liebevoll Jehova gewesen war. Gott hatte Gläubige nicht gerettet, weil sie irgendwelche gerechten Taten vollbracht hätten, sondern gemäß seiner Barmherzigkeit durch Christus. Jehovas Milde und Geduld bedeuten auch für uns Rettung. Älteste sollten daher wie Titus die Versammlung daran erinnern, sich Gott zu unterwerfen und ihn nachzuahmen, indem sie andere auf milde Weise behandeln (Titus 3:3-7; 2. Petrus 3:9, 15).
Der weise Ratgeber läßt sich von Milde leiten
11. Wie sollte gemäß Galater 6:1, 2 Rat erteilt werden?
11 Wie verhält es sich, wenn ein sinnbildliches Schaf einen Fehltritt getan hat? Paulus sagte: „Brüder, wenn auch ein Mensch einen Fehltritt tut, ehe er es gewahr wird, so versucht ihr, die geistig Befähigten, einen solchen Menschen im Geist der Milde wieder zurechtzubringen, während du dich selbst im Auge behältst, damit nicht auch du versucht wirst. Fahrt fort, einander die Bürden zu tragen, und so erfüllt das Gesetz des Christus“ (Galater 6:1, 2). Rat ist wirkungsvoller, wenn er im Geist der Milde erteilt wird. Selbst wenn sich Älteste bemühen, einer zornigen Person Rat zu geben, müssen sie Selbstbeherrschung üben und daran denken, daß ‘eine milde Zunge einen Knochen zerbrechen kann’ (Sprüche 25:15). Jemand, der hart wie ein Knochen ist, kann durch eine milde Äußerung erweicht werden, und seine Härte mag schwinden.
12. Inwiefern ist ein milder Geist dem Ratgeber eine Hilfe?
12 Jehova ist ein mildgesinnter Unterweiser, und seine milde Art des Lehrens verfehlt in der Versammlung nicht die Wirkung. Das ist besonders der Fall, wenn Älteste es für nötig erachten, denen Rat zu geben, die geistige Hilfe brauchen. Der Jünger Jakobus schrieb: „Wer ist weise und verständig unter euch? Er zeige aus seinem vortrefflichen Wandel seine Werke mit einer Sanftmut, die zur Weisheit gehört.“ Milde beruht auf Respekt und auf Dankbarkeit für die „Weisheit von oben“, gepaart mit der bescheidenen Anerkennung seiner eigenen Grenzen. Ein milder und demütiger Geist schützt den Ratgeber davor, niederreißende Äußerungen oder Fehler zu machen, und es fällt anderen leichter, seinen Rat anzunehmen (Jakobus 3:13, 17).
13. Wie beeinflußt „Sanftmut, die zur Weisheit gehört“, die Art des Raterteilens?
13 „Sanftmut, die zur Weisheit gehört“, läßt nicht zu, daß ein Ratgeber unüberlegt offen oder barsch ist. Doch darf sich ein Ältester durch die Befürchtung, jemandes Freundschaft oder Anerkennung zu verlieren, nicht dazu verleiten lassen, etwas zu sagen, was dem anderen gefällt, statt ihm offen, aber mit Milde Rat zu geben, der sich auf das Wort Gottes stützt (Sprüche 24:24-26; 28:23). Der Rat, den Amnon von seinem Cousin erhielt, entsprach seinem Wunsch, aber er kostete ihn das Leben (2. Samuel 13:1-19, 28, 29). Heute dürfen daher Älteste biblische Grundsätze nicht verwässern, um jemandes Gewissen zu beruhigen, denn das könnte dessen Leben gefährden. Älteste dürfen sich wie Paulus nicht davon zurückhalten, anderen „den ganzen Rat Gottes“ mitzuteilen (Apostelgeschichte 20:26, 27; 2. Timotheus 4:1-4). Ein reifer christlicher Ratgeber fürchtet Gott und erteilt gerechten Rat mit einer Sanftmut, die zur Weisheit gehört.
14. Warum muß sich ein Ältester davor hüten, Entscheidungen zu treffen, die andere selbst treffen sollten?
14 Milde, die mit himmlischer Weisheit gepaart ist, wird einen Ältesten davor bewahren, harte Forderungen zu stellen. Er sollte einsehen, daß es unklug und unangebracht ist, eine Entscheidung zu treffen, die der andere selbst treffen sollte. Ein Ältester wäre für die Folgen verantwortlich, wenn er für andere eine Entscheidung träfe, und er hätte an der Schande teil, die irgendein schlechter Ausgang mit sich brächte. Er kann die Aufmerksamkeit auf das lenken, was die Bibel sagt, aber wenn es in bezug auf eine Angelegenheit kein biblisches Gesetz gibt, muß der einzelne nach seinem Urteilsvermögen und Gewissen entscheiden, was er tun oder lassen möchte. Treffend sagte Paulus: „Jeder wird seine eigene Last tragen“ (Galater 6:5; Römer 14:12). Demjenigen, der sich erkundigt, kann jedoch beigestanden werden, eine richtige Entscheidung zu treffen, indem ein Ältester dem Betreffenden durch Fragen hilft, über die Bibeltexte nachzudenken, die mit den verschiedenen Möglichkeiten, die ihm offenstehen, zu tun haben.
15. Was sollte ein Ältester tun, wenn er auf eine Frage keine Antwort weiß?
15 Weiß ein Ältester keine Antwort auf eine Frage, sollte er nicht einfach irgend etwas sagen, um das Gesicht zu wahren. Sanftmut, die zur Weisheit gehört, würde ihn davon abhalten, zu mutmaßen und womöglich eine unzutreffende Antwort zu geben, die später Kummer hervorrufen könnte. Es gibt „eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden“ (Prediger 3:7; vergleiche Sprüche 21:23). Ein Ältester sollte nur dann ‘reden’, wenn er die Antwort auf eine Frage weiß oder gründlich genug nachgeforscht hat, um eine genaue Erwiderung zu geben. Es ist am besten, spekulative Fragen unbeantwortet zu lassen (Sprüche 12:8; 17:27; 1. Timotheus 1:3-7; 2. Timotheus 2:14).
Der Wert einer Menge von Ratgebern
16, 17. Warum ist es für Älteste angebracht, sich untereinander zu beraten?
16 Das Gebet und das Studium helfen Ältesten, Fragen zu beantworten und schwierige Probleme zu behandeln, aber es gilt auch zu bedenken, daß ‘bei der Menge der Ratgeber etwas zustande kommt’ (Sprüche 15:22). Sich mit anderen Ältesten zu beraten bewirkt eine wertvolle Konzentration von Weisheit (Sprüche 13:20). Nicht alle Älteste haben die gleiche Erfahrung oder die gleiche Bibelkenntnis. Folglich sollte die Sanftmut, die zur Weisheit gehört, einen unerfahreneren Ältesten dazu bewegen, sich mit Ältesten zu beraten, die über mehr Erkenntnis und Erfahrung verfügen als er, vor allem dann, wenn eine schwerwiegende Angelegenheit behandelt werden muß.
17 Wenn Älteste dazu ausgewählt werden, eine ernste Angelegenheit zu behandeln, können sie dennoch auf vertrauliche Weise um Hilfe nachsuchen. Moses erwählte sich zur Unterstützung beim Richten der Israeliten „tüchtige, gottesfürchtige Männer ..., zuverlässige Männer, die ungerechten Gewinn hassen“. Obwohl sie Älteste waren, hatten sie nicht soviel Erkenntnis und Erfahrung wie Moses. „Einen schweren Fall pflegten sie vor Moses zu bringen, doch jeden geringeren Fall behandelten sie jeweils als Richter selbst“ (2. Mose 18:13-27). Nötigenfalls können Älteste, die sich heute mit einem schweren Fall befassen, passenderweise die Hilfe erfahrener Ältester suchen, wenngleich sie die endgültige Entscheidung selbst treffen.
18. Welche entscheidenden Faktoren garantieren bei der Behandlung von Rechtsangelegenheiten, daß richtige Entscheidungen getroffen werden?
18 In der Mischna heißt es, daß in Israel die Zahl derer, die ein Ortsgericht bildeten, je nach Schwere eines Falles schwankte. Die Menge der Ratgeber ist wirklich von Wert, obschon die Zahl allein keine Garantie für Richtigkeit ist, da sich auch die Mehrheit irren kann (2. Mose 23:2). Die entscheidenden Faktoren, die garantieren, daß richtige Entscheidungen getroffen werden, sind die Bibel und Gottes Geist. Weisheit und Milde bewegen Christen dazu, sich diesen unterzuordnen.
Mit Milde predigen
19. Wie hilft die Milde Jehovas Dienern, anderen zu predigen?
19 Milde erleichtert es den Dienern Jehovas auch, Menschen mit unterschiedlicher Gesinnung zu predigen (1. Korinther 9:22, 23). Weil Jesus mit Milde lehrte, fürchteten sich demütige Menschen nicht vor ihm wie vor den strengen religiösen Führern (Matthäus 9:36). Natürlich fühlten sich wegen seiner milden Art nicht die „Ziegenböcke“, sondern die „Schafe“ zu ihm hingezogen (Matthäus 25:31-46; Johannes 3:16-21). Jesus gebrauchte zwar strenge Worte, als er mit bockgleichen Heuchlern zu tun hatte, aber Jehovas Zeugen müssen milde sein, wenn sie heute Gottes Gerichtsbotschaften verkünden, denn sie haben nicht dieselbe Einsicht und Gewalt wie Jesus (Matthäus 23:13-36). Wenn Personen, ‘die zum ewigen Leben richtig eingestellt sind’, die mit Milde verkündigte Botschaft hören, ‘werden sie gläubig’ wie die schafähnlichen Menschen, die Jesus hörten (Apostelgeschichte 13:48).
20. Inwiefern ist es für jemand, mit dem die Bibel studiert wird, nützlich, wenn er mit Milde belehrt wird?
20 Gute Ergebnisse werden erzielt, wenn anderen mit Milde gepredigt wird und sie mit Milde belehrt werden, und auch dadurch, daß man sich auf der Grundlage der Logik, biblischer Grundsätze und der Wahrheit an sie wendet. „Heiligt den Christus als Herrn in eurem Herzen“, schrieb Petrus, „stets bereit zu einer Verteidigung vor jedermann, der von euch einen Grund für die Hoffnung verlangt, die in euch ist, doch tut es mit Milde und tiefem Respekt“ (1. Petrus 3:15). Wenn jemand auf milde Weise belehrt wird, kann er sich auf den Lehrstoff konzentrieren und wird nicht abgelenkt oder vielleicht durch eine unfreundliche, streitlustige Art zum Straucheln gebracht. Diener Gottes, die mit Milde unterweisen, können wie Paulus sagen: „In keiner Weise geben wir irgendeine Ursache zum Straucheln, damit unser Dienst nicht bemängelt werde“ (2. Korinther 6:3). Sogar Gegner reagieren manchmal günstig auf Personen, die mit Milde vorgehen.
Milde — ein Erfordernis für alle
21, 22. Wieso nützt die Milde allen Dienern Jehovas?
21 Christliche Milde darf nicht nur vorgetäuscht werden, um andere außerhalb der Organisation Jehovas zu beeindrucken. Diese Eigenschaft ist auch für das Verhältnis zwischen den Dienern Gottes wichtig (Kolosser 3:12-14; 1. Petrus 4:8). Versammlungen werden geistig erbaut, wenn mildgesinnte Älteste und Dienstamtgehilfen harmonisch zusammenarbeiten. Milde und andere gottgefällige Eigenschaften sind in Jehovas Volk für jeden wichtig, denn es gibt „e i n Gesetz“ für alle (2. Mose 12:49; 3. Mose 24:22).
22 Milde trägt zum Frieden und zum Glück des Volkes Gottes bei. Sie sollte daher ein Teil des Gewebes von Eigenschaften sein, aus dem das Gewand besteht, das alle Christen zu Hause, in der Versammlung und anderswo tragen. Ja, alle Diener Jehovas müssen sich mit Milde kleiden.
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