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    Jehovas Zeugen — Verkündiger des Königreiches Gottes
    • Gileadschule

      Da der Weltkrieg in vollem Gange war, schien es vom menschlichen Standpunkt aus unvernünftig zu sein, Pläne zu entwickeln, das Königreichspredigtwerk in fremden Ländern zu erweitern. Doch im September 1942 billigte der Vorstand der zwei hauptsächlichen rechtlichen Körperschaften, deren sich Jehovas Zeugen bedienen, im vollen Vertrauen auf Jehova den Vorschlag N. H. Knorrs, eine Schule einzurichten, in der Missionare und andere für besondere Aufgaben ausgebildet werden sollten. Sie sollte Watchtower Bible College of Gilead genannt werden. Später wurde der Name auf Watchtower Bible School of Gilead (Wachtturm-Bibelschule Gilead) abgeändert. Es wurde kein Schulgeld verlangt, und die Gesellschaft verköstigte die Studenten während ihres Studiums und bot ihnen Unterkunft.

      Albert D. Schroeder, der in der Dienstabteilung im Hauptbüro der Gesellschaft in Brooklyn und als Zweigaufseher in Großbritannien viel Erfahrung gesammelt hatte, gehörte zu denen, die beauftragt wurden, bei der Ausarbeitung des Lehrplans mitzuhelfen. Wegen seiner positiven Einstellung, der Art und Weise, wie er sich für die Studenten verausgabte, und seines aufrichtigen Interesses an ihnen gewann er in den 17 Jahren seines Dienstes als Registrator der Schule und als Unterweiser ihre Zuneigung. Im Jahre 1974 wurde er ein Mitglied der leitenden Körperschaft, und im darauffolgenden Jahr beauftragte man ihn, im Lehrkomitee tätig zu sein.

      Bruder Schroeder und die übrigen Unterweiser (Maxwell Friend, Eduardo Keller und Victor Blackwell) arbeiteten einen fünfmonatigen Kurs aus, in dem auf das eigentliche Bibelstudium besonderer Wert gelegt wurde und auf die Fächer Theokratische Organisation, Biblische Lehren, Öffentliches Reden, Predigtdienst, Missionardienst, Religionsgeschichte, Göttliches Recht, Umgang mit Regierungsvertretern, Internationales Recht und die Führung von Unterlagen sowie auf das Erlernen einer Fremdsprache. Im Laufe der Jahre wurde der Lehrplan zwar einige Male abgeändert, aber das Studium der Bibel und das Evangelisierungswerk hat darin immer an erster Stelle gestanden. Der Kurs soll den Glauben der Studenten stärken und ihnen helfen, Eigenschaften zu entwickeln, die sie benötigen, um den Herausforderungen des Missionardienstes erfolgreich zu begegnen. Es wird die Wichtigkeit betont, völlig auf Jehova zu vertrauen und ihm gegenüber loyal zu sein (Ps. 146:1-6; Spr. 3:5, 6; Eph. 4:24). Man gibt den Studenten nicht gleich auf alles eine Antwort, sondern sie werden geschult, selbst Nachforschungen anzustellen; es wird ihnen geholfen, die Gründe für den Glauben der Zeugen Jehovas zu erkennen und warum diese sich an gewisse Verfahrensweisen halten. Die Studenten lernen, Grundsätze zu erkennen, nach denen sie sich ausrichten können. Auf diese Weise wird eine Grundlage für weiteren Fortschritt gelegt.

      Am 14. Dezember 1942 schickte man die Einladungen an die angehenden Studenten der ersten Klasse. Mitten im Winter wurde im Schulgebäude — es befand sich in South Lansing im Staat New York — die Immatrikulation der 100 Studenten, aus denen diese Klasse bestand, vorgenommen. Sie waren voller Bereitwilligkeit und Eifer, doch auch etwas nervös. Obwohl ihr hauptsächliches Interesse ihrem Studium galt, waren sie sehr gespannt zu erfahren, wohin auf der weiten Erde sie nach der Abschlußfeier wohl gesandt würden.

      Bruder Knorr sagte zu ihnen am Eröffnungstag — es war der 1. Februar 1943 — in einer Ansprache: „Ihr werdet ferner für eine Tätigkeit geschult, die der Tätigkeit des Apostels Paulus, des Markus, des Timotheus und anderer gleicht, derjenigen, die überall im Römischen Reich umherreisten, um die Botschaft vom Königreich zu verkündigen. Sie mußten durch das Wort Gottes gestärkt werden. Gottes Vorsätze mußten sie genau kennen. An so manchen Orten standen sie den Hochrangigen und Mächtigen dieser Welt allein gegenüber. Vielleicht ergeht es euch ebenso; dann wird Gott eure Stärke sein.

      Es gibt noch viele Orte, an denen das Zeugnis vom Königreich erst in sehr geringem Maße gegeben worden ist. Die Bevölkerung befindet sich dort in Finsternis, und die Religion ist daran schuld. In gewissen Ländern, in denen es einige Zeugen gibt, kann man feststellen, daß die Menschen guten Willens die Botschaft bereitwillig annehmen und sich mit der Organisation des Herrn verbinden würden, wenn sie richtig unterrichtet würden. Die gute Botschaft könnte noch Hunderten und Tausenden überbracht werden, wenn es mehr Arbeiter im Felde gäbe. Durch des Herrn Gnade werden es mehr werden.

      Es ist NICHT der Zweck dieser Schule, ordinierte Diener Gottes auszubilden. Ihr seid bereits Diener Gottes und seid schon jahrelang als solche tätig gewesen. ... Diese Schule hat einzig und allein den Zweck, euch weiter auszubilden, damit ihr noch besser befähigt werdet, in dem Gebiet, in das man euch sendet, als Diener Gottes zu amtieren. ...

      Eure Hauptaufgabe besteht darin, das Evangelium vom Königreich von Haus zu Haus zu verkündigen, wie Jesus und die Apostel dies taten. Wenn ihr Menschen gefunden habt, die ein hörendes Ohr haben, solltet ihr Nachbesuche vereinbaren, Heimbibelstudien beginnen und alle diese Personen in einer Stadt oder in einem Dorf zu einer Gruppe [Versammlung] vereinigen. Es wird nicht nur euer Vorrecht sein, Gruppen zu organisieren, sondern ihr müßt diesen Menschen auch helfen, Gottes Wort zu verstehen; ihr müßt sie stärken, ihnen von Zeit zu Zeit eine Ansprache halten, ihnen bei ihren Dienstversammlungen und ihren organisatorischen Problemen helfen. Wenn sie stark und selbständig geworden sind und das Gebiet bearbeiten können, könnt ihr anderswo hingehen und das Königreich in einer anderen Stadt verkündigen. Hin und wieder ist es vielleicht notwendig, zu ihnen zurückzukehren, um sie im allerheiligsten Glauben zu erbauen und Lehrpunkte zu klären. Es ist also eure Aufgabe, euch um die ,anderen Schafe‘ des Herrn zu kümmern und sie nicht im Stich zu lassen (Joh. 10:16). Eure eigentliche Arbeit ist, den Menschen guten Willens behilflich zu sein. Ihr müßt zwar Initiative besitzen, aber die Leitung Gottes suchen.“a

      Nach fünf Monaten beendeten die Studenten der ersten Klasse ihre besondere Ausbildung. Es wurden die Visa besorgt und Reisevorkehrungen getroffen, und dann zogen sie in neun verschiedene Länder Lateinamerikas aus. Bereits drei Monate nach der Abschlußfeier befanden sich die ersten in der Gileadschule ausgebildeten Missionare, die die Vereinigten Staaten verlassen sollten, auf dem Weg nach Kuba. Bis 1992 sind mehr als 6 500 Studenten aus über 110 Ländern geschult worden, und sie waren danach in weit über 200 Ländern und Inselgebieten tätig.

      Bruder Knorr war bis zu seinem Tod, 34 Jahre nach der Eröffnung der Gileadschule, sehr an der Tätigkeit der Missionare interessiert. Wenn nur irgend möglich, besuchte er jede Klasse mehrere Male und hielt Vorträge; außerdem nahm er andere Mitarbeiter aus dem Hauptbüro mit, damit sie zu den Studenten sprechen konnten. Nachdem die Missionare ihren Dienst im Ausland angetreten hatten, besuchte er die Missionargruppen, half ihnen beim Lösen von Problemen und ließ ihnen die nötige Ermunterung zuteil werden. Als die Zahl der Missionargruppen zunahm, sorgte er dafür, daß andere befähigte Brüder ebenfalls solche Besuche machten, so daß allen Missionaren, ganz gleich, wo sie dienten, regelmäßig persönliche Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

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    Jehovas Zeugen — Verkündiger des Königreiches Gottes
    • [Bilder auf Seite 526]

      Die Abschlußfeiern der Gileadschule waren theokratische Höhepunkte

      ... einige auf großen Kongressen (New York, 1950)

      ... einige auf dem Schulgelände (wo N. H. Knorr 1956 vor der Bibliothek der Schule eine Ansprache hält)

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