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„Herr, lehre uns beten“Der Wachtturm 2004 | 1. Februar
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„Herr, lehre uns beten“
„Einer seiner Jünger [sagte] zu ihm: ‚Herr, lehre uns beten‘ “ (LUKAS 11:1).
1. Was veranlasste einen Jünger Jesu zu der Bitte: „Lehre uns beten“?
IM Jahr 32 u. Z. wurde Jesus einmal von einem Jünger beim Beten beobachtet. Wahrscheinlich betete Jesus still, sodass der Jünger nicht hören konnte, was Jesus zu seinem Vater sagte. Als Jesus sein Gebet beendet hatte, sagte der Jünger zu ihm: „Herr, lehre uns beten“ (Lukas 11:1). Was meinte er mit dieser Bitte? Die Juden waren es gewohnt, im Alltag und beim Gottesdienst zu beten. Die Hebräischen Schriften enthalten zahlreiche Gebete, nicht nur in den Psalmen. Demnach ging es dem Jünger nicht darum, etwas zu lernen, was ihm völlig unbekannt gewesen wäre oder was er noch nie getan hatte. Die formalistischen Gebete der jüdischen Religionsführer kannte er bestimmt. Aber als er jetzt Jesus beim Beten beobachtet hatte, war ihm offenbar aufgefallen, dass sich Jesu Art zu beten von den scheinheiligen Gebeten der Rabbis stark unterschied (Matthäus 6:5-8).
2. (a) Was lässt darauf schließen, dass Jesus nicht sagen wollte, wir müssten das Mustergebet Wort für Wort aufsagen? (b) Warum möchten wir gern erfahren, wie man betet?
2 Rund 18 Monate zuvor hatte Jesus seinen Jüngern in der Bergpredigt ein Muster gegeben, auf das sie sich bei ihren Gebeten stützen konnten (Matthäus 6:9-13). Vielleicht war jener Jünger damals nicht dabei gewesen, und so wiederholte Jesus freundlicherweise noch einmal die wichtigsten Punkte aus dem Mustergebet. Interessant ist dabei, dass er es nicht Wort für Wort wiederholte. Das lässt darauf schließen, dass es nicht dazu gedacht war, auswendig beim Gottesdienst aufgesagt zu werden (Lukas 11:1-4). Wie jener namentlich nicht genannte Jünger möchten auch wir lernen, so zu beten, dass unsere Gebete uns Jehova näher bringen. Untersuchen wir also das Mustergebet in der ausführlicheren Fassung, wie sie der Apostel Matthäus aufgezeichnet hat. Es besteht aus sieben Bitten; drei davon betreffen die Vorsätze Gottes und vier haben mit unseren materiellen und geistigen Bedürfnissen zu tun. Im vorliegenden Artikel werden wir die ersten drei Bitten betrachten.
Ein liebevoller Vater
3, 4. Was kommt alles dadurch zum Ausdruck, dass wir Jehova mit „unser Vater“ anreden?
3 Schon gleich zu Anfang machte Jesus deutlich, dass unsere Gebete ein vertrautes und gleichzeitig respektvolles Verhältnis zu Jehova widerspiegeln sollten. Jesus richtete sich hauptsächlich an seine Jünger, die in seiner unmittelbaren Nähe am Berg saßen, und sagte ihnen, sie sollten Jehova mit „unser Vater in den Himmeln“ anreden (Matthäus 6:9). Wie ein Gelehrter erklärt, ähnelt der Ausdruck, den Jesus für „Vater“ verwandte — ob in volkstümlichem Hebräisch oder in Aramäisch —, der vertraulichen Bezeichnung, mit der ein kleines Kind seinen Vater anredete und die ursprünglich aus der „Kindersprache“ stammt. Wenn wir Jehova mit „unser Vater“ anreden, drückt sich darin unser herzliches, vertrauensvolles Verhältnis zu ihm aus.
4 Mit der Anrede „unser Vater“ erklären wir außerdem, dass wir zu einer großen Familie von Männern und Frauen gehören, die Jehova als Lebengeber anerkennen (Jesaja 64:8; Apostelgeschichte 17:24, 28). Geistgesalbte Christen sind als „Söhne Gottes“ von ihm adoptiert worden und können „ausrufen: ‚Abba, Vater!‘ “ (Römer 8:14, 15). Millionen Menschen stehen ihnen heute loyal zur Seite. Sie haben sich Jehova hingegeben und sich als Zeichen dafür taufen lassen. Auch alle diese „anderen Schafe“ dürfen Jehova im Namen Jesu anrufen und „unser Vater“ nennen (Johannes 10:16; 14:6). Wir können uns regelmäßig im Gebet an unseren himmlischen Vater wenden, um ihn zu preisen, ihm zu danken, weil er so gut zu uns ist, und ihm unser Herz auszuschütten, denn wir wissen genau, dass er sich um uns sorgt (Philipper 4:6, 7; 1. Petrus 5:6, 7).
Den Namen Jehovas lieben
5. Wie lautet die erste Bitte des Mustergebets, und warum ist sie so passend?
5 Mit der ersten Bitte wird sofort klar, was am allerwichtigsten ist. Sie lautet: „Dein Name werde geheiligt“ (Matthäus 6:9). Ja, dass Jehovas Name geheiligt wird, sollte uns mehr als alles andere am Herzen liegen, denn wir lieben Jehova und finden es unerträglich, dass sein Name so sehr in den Schmutz gezogen worden ist. Als Satan sich auflehnte und die ersten beiden Menschen dazu brachte, Jehova Gott ungehorsam zu werden, verleumdete er Jehova. Er stellte nämlich infrage, dass Gott seine Macht als höchster Herrscher richtig ausübte (1. Mose 3:1-6). Außerdem ist der Name Jehovas im Lauf der Jahrhunderte durch schändliche Handlungen und Lehren von Menschen in den Schmutz gezogen worden, die behaupteten, ihn zu vertreten.
6. Was werden wir unterlassen, wenn wir darum beten, dass Jehovas Name geheiligt wird?
6 Wenn wir darum beten, dass der Name Jehovas geheiligt wird, zeigen wir, wo wir in der Streitfrage um die universelle Souveränität Jehovas stehen: Wir treten eindeutig dafür ein, dass Jehova das Recht hat, das Universum zu regieren. Jehova möchte das Universum mit vernunftbegabten Geschöpfen bevölkert haben, die sich gern und freudig seiner gerechten Oberhoheit unterordnen, weil sie ihn lieben und alles schätzen, wofür sein Name steht (1. Chronika 29:10-13; Psalm 8:1; 148:13). Den Namen Jehovas zu lieben hilft uns, alles zu unterlassen, was diesem heiligen Namen Schande machen könnte (Hesekiel 36:20, 21; Römer 2:21-24). Frieden für das Universum und alle seine Bewohner ist nur möglich, wenn der Name Jehovas geheiligt wird und sich alle seiner Souveränität aus Liebe unterordnen. Deshalb drücken wir mit der Bitte „Dein Name werde geheiligt“ unsere Zuversicht aus, dass der Vorsatz Jehovas zu seinem Lobpreis realisiert werden wird (Hesekiel 38:23).
Das Königreich, um das wir beten
7, 8. (a) Was ist das Königreich, um das wir, wie Jesus uns lehrte, beten sollen? (b) Was erfahren wir aus den Bibelbüchern Daniel und Offenbarung über dieses Königreich?
7 Die zweite Bitte des Mustergebets lautet: „Dein Königreich komme“ (Matthäus 6:10). Sie hängt eng mit der ersten Bitte zusammen. Das Mittel, das Jehova gebraucht, um seinen erhabenen Namen zu heiligen, ist das messianische Königreich, seine himmlische Regierung mit seinem Sohn Jesus Christus als rechtmäßigem König (Psalm 2:1-9). In einer Prophezeiung Daniels wird das messianische Königreich als ein „Stein“ beschrieben, der aus einem „Berg“ herausgehauen wurde (Daniel 2:34, 35, 44, 45). Der Berg stellt die universelle Souveränität Jehovas dar, und somit ist das durch einen Stein dargestellte Königreich eine neue Ausdrucksform seiner universellen Herrschaft. In der Prophezeiung wird der Stein selbst ‘zu einem großen Berg und erfüllt die ganze Erde’. Das bedeutet, dass das messianische Königreich die göttliche Oberhoheit repräsentiert, wenn es über die Erde regieren wird.
8 Zusammen mit Christus werden 144 000 Personen, die ‘aus den Menschen erkauft’ worden sind, in dieser Regierung als Könige und Priester herrschen (Offenbarung 5:9, 10; 14:1-4; 20:6). Daniel bezeichnet sie als „die Heiligen des Allerhöchsten“ und sagt, ihnen werde gemeinsam mit Christus, ihrem Haupt, „das Königreich und die Herrschaft und die Größe der Königreiche unter allen Himmeln . . . gegeben. Ihr Königreich ist ein auf unabsehbare Zeit dauerndes Königreich, und alle Herrschaften werden selbst ihnen dienen und gehorchen“ (Daniel 7:13, 14, 18, 27). Um genau diese himmlische Regierung zu beten lehrte Christus seine Nachfolger.
Warum immer noch darum beten, dass das Königreich kommt?
9. Warum ist es immer noch nötig, darum zu beten, dass Gottes Königreich kommt?
9 Christus lehrte uns in seinem Mustergebet darum beten, dass Gottes Königreich kommt. Wie die Erfüllung biblischer Prophezeiungen zeigt, wurde das messianische Königreich 1914 im Himmel aufgerichtet.a Ist es also immer noch nötig, darum zu beten, dass das Königreich „kommt“? Aber sicher! Laut der Prophezeiung Daniels befindet sich nämlich der Stein, der das messianische Königreich darstellt, auf direktem Kollisionskurs mit dem riesigen Standbild, dem Symbol für die politischen Herrschaftssysteme der Menschen. Der Stein muss erst noch auf das Standbild treffen und ihm einen solchen Schlag versetzen, dass es zu Staub zerfällt. In der Prophezeiung Daniels wird gesagt: „Das Königreich selbst wird an kein anderes Volk übergehen. Es wird alle diese Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende bereiten, und selbst wird es für unabsehbare Zeiten bestehen“ (Daniel 2:44).
10. Warum warten wir sehnsüchtig darauf, dass Gottes Königreich kommt?
10 Wir warten sehnsüchtig darauf, dass Gottes Königreich kommt und gegen das böse System Satans vorgeht, denn dadurch wird Jehovas erhabener Name geheiligt und alle Gegner der göttlichen Oberhoheit werden beseitigt. Wir beten inständig: „Dein Königreich komme“, und stimmen dem Apostel Johannes zu, der sagte: „Amen! Komm, Herr Jesus“ (Offenbarung 22:20). Jesus soll wirklich kommen, um den Namen Jehovas zu heiligen und seine Souveränität zu rechtfertigen, damit sich die Worte des Psalmisten erfüllen und „man erkenne, dass du, dessen Name Jehova ist, du allein, der Höchste bist über die ganze Erde“ (Psalm 83:18).
„Dein Wille geschehe“
11, 12. (a) Worum bitten wir, wenn wir zu Gott beten: „Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde“? (b) Was ist mit der Bitte, dass der Wille Jehovas geschieht, noch verbunden?
11 Als Nächstes lehrte Jesus seine Jünger, um Folgendes zu beten: „Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde“ (Matthäus 6:10). Weil Jehova es wollte, kam das Universum ins Dasein. Mächtige himmlische Geschöpfe rufen aus: „Du bist würdig, Jehova, ja du, unser Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu empfangen, weil du alle Dinge erschaffen hast, und deines Willens wegen existierten sie und wurden sie erschaffen“ (Offenbarung 4:11). Jehova hat einen Vorsatz, bei dem es um „die Dinge in den Himmeln und die Dinge auf der Erde“ geht (Epheser 1:8-10). Wenn wir darum beten, dass Gottes Wille geschieht, bitten wir Jehova also genau genommen, seinen Vorsatz auszuführen. Außerdem lässt das erkennen, wie viel uns daran liegt, dass im ganzen Universum das geschieht, was Gott will.
12 Diese Bitte zeigt auch, dass wir selbst bereit sind, das zu tun, was Jehova will. Jesus sagte: „Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollende“ (Johannes 4:34). Wie Jesus macht es uns Christen, die wir uns Jehova hingegeben haben, viel Freude, den Willen Gottes zu tun. Weil wir Jehova und seinen Sohn lieben, leben wir „nicht mehr für die menschlichen Begierden, sondern nach dem Willen Gottes“ (1. Petrus 4:1, 2; 2. Korinther 5:14, 15). Wir meiden gewissenhaft alles, wovon wir wissen, dass Jehova es nicht will (1. Thessalonicher 4:3-5). Dadurch dass wir die Zeit ausnutzen, die Bibel zu lesen und zu studieren, ‘nehmen wir weiterhin wahr, was der Wille Jehovas ist’. Unter anderem will Jehova, dass wir uns eifrig daran beteiligen, die „gute Botschaft vom Königreich“ zu predigen (Epheser 5:15-17; Matthäus 24:14).
Jehovas Wille im Himmel
13. Wie geschah vor Satans Rebellion sehr lange der Wille Gottes?
13 Bevor ein Engelsohn Gottes rebellierte und zum Satan wurde, geschah in den Himmeln sehr lange der Wille Jehovas. Im Bibelbuch Sprüche wird Gottes erstgeborener Sohn als die Weisheit in Person beschrieben. Es wird darin gesagt, dass dieser einziggezeugte Sohn Gottes „allezeit vor ihm fröhlich war“, also gern den Willen seines Vaters tat — und das unzählige Zeitalter hindurch. Schließlich wurde er zum „Werkmeister“ Jehovas, als alle Dinge „in den Himmeln und auf der Erde, die sichtbaren und die unsichtbaren“, erschaffen wurden (Sprüche 8:22-31; Kolosser 1:15-17). Jehova machte ihn auch zu seinem „Wort“ oder Sprecher (Johannes 1:1-3).
14. Was erfahren wir aus Psalm 103 darüber, wie die Engel den Willen Jehovas im Himmel tun?
14 Der Psalmenschreiber zeigt, dass Jehova der Höchste ist und dass die Heerscharen von Engeln auf seine Anleitung und seine Befehle hören. Er sagt: „Jehova selbst hat seinen Thron in den Himmeln fest errichtet; und sein eigenes Königtum hat über alles geherrscht. Segnet Jehova, o ihr, seine Engel, mächtig an Kraft, die ihr sein Wort ausführt, indem ihr auf die Stimme seines Wortes hört. Segnet Jehova, all ihr seine Heerscharen, ihr, seine Diener, die ihr seinen Willen tut. Segnet Jehova, all ihr seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft [„Souveränität (Oberhoheit)“, Fußnote]“ (Psalm 103:19-22).
15. Wie geschieht Gottes Wille im Himmel, seit Jesus seine Macht als König erhalten hat?
15 Wie aus dem Bibelbuch Hiob hervorgeht, hatte Satan nach seiner Rebellion immer noch Zutritt zum Himmel (Hiob 1:6-12; 2:1-7). Aber in der Offenbarung wurde vorhergesagt, dass Satan und die Dämonen eines Tages aus dem Himmel hinausgeworfen werden sollten. Offenbar kurz nachdem Jesus Christus 1914 seine Macht als König erhalten hatte, war es dann so weit. Seitdem ist für diese Rebellen im Himmel kein Platz mehr. Sie können sich nur noch in der Umgebung der Erde aufhalten (Offenbarung 12:7-12). Niemand ist mehr im Himmel zu hören, der Unruhe stiftet, sondern nur noch Stimmen, die vereint dem „Lamm“, Christus Jesus, zujubeln und Jehova als ihren Herrscher preisen (Offenbarung 4:9-11). Im Himmel geschieht wirklich der Wille Jehovas!
Jehovas Wille für die Erde
16. Wie wird das, was die Christenheit über die Zukunftshoffnung der Menschheit lehrt, durch das Mustergebet widerlegt?
16 Die Kirchen der Christenheit behaupten, alle guten Menschen kämen in den Himmel, als ob die Erde in Gottes Vorsatz gar keine Rolle spielen würde. Aber Jesus lehrte uns beten: „Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde“ (Matthäus 6:10). Kann man ernsthaft behaupten, auf unserer Erde, die von Gewalt, Ungerechtigkeit, Krankheit und Tod heimgesucht wird, geschehe heute umfassend der Wille Jehovas? Beim besten Willen nicht! Deshalb sollten wir eindringlich darum beten, dass Gottes Wille so auf der Erde geschehe, wie es der Apostel Petrus beschrieben hat: „Doch gibt es neue Himmel [die messianische Königreichsregierung des Christus] und eine neue Erde [eine gerechte menschliche Gesellschaft], die wir gemäß seiner Verheißung erwarten, und in diesen wird Gerechtigkeit wohnen“ (2. Petrus 3:13).
17. Was ist der Wille Jehovas für die Erde?
17 Jehova hat sich etwas dabei gedacht, als er die Erde erschuf. Er inspirierte den Propheten Jesaja dazu, zu schreiben: „Dies ist, was Jehova gesprochen hat, der Schöpfer der Himmel, ER, der wahre Gott, der Bildner der Erde und der sie gemacht hat, ER, der ihr festen Bestand gab, der sie nicht einfach umsonst erschuf, der sie bildete, damit sie auch bewohnt werde: ‚Ich bin Jehova, und sonst gibt es keinen‘ “ (Jesaja 45:18). Gott setzte die ersten beiden Menschen in einen paradiesischen Garten und gab ihnen den Auftrag: „Seid fruchtbar, und werdet viele, und füllt die Erde, und unterwerft sie euch“ (1. Mose 1:27, 28; 2:15). Ganz offensichtlich will der Schöpfer also, dass die Erde von vollkommenen und gerechten Menschen bewohnt wird, die gern seine Oberhoheit anerkennen. Sie sollen für immer in dem Paradies leben können, das Christus versprochen hat (Psalm 37:11, 29; Lukas 23:43).
18, 19. (a) Was muss passieren, damit Gottes Wille uneingeschränkt auf der Erde geschehen kann? (b) Welche anderen Punkte des Mustergebets Jesu werden im folgenden Artikel behandelt?
18 Solange Männer und Frauen auf der Erde leben, die sich der Oberhoheit Jehovas widersetzen, kann sein Wille für die Erde nicht uneingeschränkt realisiert werden. Deshalb wird Gott ‘die verderben, die die Erde verderben’, und dazu mächtige Engelheere unter der Führung des Christus einsetzen. Das ganze böse System Satans — die falsche Religion, die korrupte Politik, die habgierige und betrügerische Wirtschaft und das zerstörerische Militär — wird mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden (Offenbarung 11:18; 18:21; 19:1, 2, 11-18). Jehovas Souveränität wird gerechtfertigt und sein Name geheiligt werden. Um all das beten wir, wenn wir sagen: „Unser Vater in den Himmeln, dein Name werde geheiligt. Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde“ (Matthäus 6:9, 10).
19 Wie Jesus in seinem Mustergebet weiter zeigte, können wir im Gebet auch persönliche Angelegenheiten vortragen. Um diese Punkte in seiner Anleitung zum Gebet geht es im nächsten Artikel.
[Fußnote]
a Siehe Kapitel 6 in dem Buch Die Prophezeiung Daniels — Achte darauf!, herausgegeben von Jehovas Zeugen.
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Jehova sorgt für unsere täglichen BedürfnisseDer Wachtturm 2004 | 1. Februar
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Jehova sorgt für unsere täglichen Bedürfnisse
‘Seid nicht mehr in sorgenvoller Spannung; euer Vater weiß, dass ihr diese Dinge benötigt’ (LUKAS 12:29, 30).
1. Wie sorgt Jehova für die Tiere?
HAST du schon einmal einen Spatz oder einen anderen Vogel am Boden herumpicken sehen, wo scheinbar nur Erde war, und dich gewundert, was er da wohl zu fressen findet? Jesus zeigte in seiner Bergpredigt, dass wir etwas davon lernen können, wie Jehova für die Vögel sorgt. Er sagte: „Beobachtet aufmerksam die Vögel des Himmels, denn sie säen nicht, noch ernten sie, noch sammeln sie etwas in Vorratshäuser ein; dennoch ernährt sie euer himmlischer Vater. Seid ihr nicht mehr wert als sie?“ (Matthäus 6:26). Jehova beschafft auf wunderbare Weise Nahrung für alle seine Geschöpfe (Psalm 104:14, 21; 147:9).
2, 3. Was können wir daraus, dass Jesus uns um das tägliche Brot bitten lehrte, für unser Verhältnis zu Jehova lernen?
2 Warum schloss Jesus dann in seinem Mustergebet die Bitte ein: „Gib uns heute unser Brot für diesen Tag“ (Matthäus 6:11)? Aus dieser schlichten Bitte können wir viel für unseren Glauben lernen. Erstens erinnert sie uns daran, dass Jehova es ist, der auf großartige Weise für alles sorgt (Psalm 145:15, 16). Menschen können pflanzen und kultivieren, aber wachsen lassen kann es nur Gott — im buchstäblichen wie im übertragenen Sinn (1. Korinther 3:7). Was wir essen und trinken, ist ein Geschenk von Gott (Apostelgeschichte 14:17). Durch unsere Bitte, für unsere täglichen Bedürfnisse zu sorgen, zeigen wir Jehova, dass wir seine Fürsorge nicht für selbstverständlich nehmen. Das heißt freilich nicht, dass wir nicht zu arbeiten brauchten, sofern wir dazu in der Lage sind (Epheser 4:28; 2. Thessalonicher 3:10).
3 Zweitens steckt in der Bitte um das „Brot für diesen Tag“ auch der Gedanke, dass wir uns nicht übermäßig um die Zukunft sorgen sollten. Jesus sagte weiter: „Macht euch nie Sorgen und sprecht: ‚Was sollen wir essen?‘ oder: ‚Was sollen wir trinken?‘ oder: ‚Was sollen wir anziehen?‘, denn all diesen Dingen streben die Nationen begierig nach. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all diese Dinge benötigt. So fahrt denn fort, zuerst das Königreich und SEINE Gerechtigkeit zu suchen, und alle diese anderen Dinge werden euch hinzugefügt werden. Macht euch also niemals Sorgen um den nächsten Tag, denn der nächste Tag wird seine eigenen Sorgen haben“ (Matthäus 6:31-34). Die Bitte um das „Brot für diesen Tag“ zeigt, was mit einem einfachen Leben in „Gottergebenheit zusammen mit Zufriedenheit“ gemeint ist (1. Timotheus 6:6-8, Fußnote).
Tägliche geistige Nahrung
4. Welches Erlebnis Jesu und welche Erfahrung der Israeliten machen deutlich, wie wichtig es ist, geistige Nahrung zu sich zu nehmen?
4 Unser Bitten um das tägliche Brot sollte uns auch daran erinnern, dass wir jeden Tag geistige Nahrung brauchen. Als Jesus der Versuchung Satans, Steine in Brot zu verwandeln, widerstand, obwohl er lange gefastet hatte und sehr hungrig war, sagte er: „Es steht geschrieben: ‚Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jeder Äußerung, die durch den Mund Jehovas ausgeht‘ “ (Matthäus 4:4). Jesus zitierte hier den Propheten Moses, der dem Volk Israel erklärt hatte: „So demütigte er [Jehova] dich und ließ dich hungern und speiste dich mit dem Manna, das weder du gekannt hattest noch deine Väter gekannt hatten, um dich erkennen zu lassen, dass der Mensch nicht von Brot allein lebt, sondern von jeder Äußerung des Mundes Jehovas lebt der Mensch tatsächlich“ (5. Mose 8:3). Durch die Art und Weise, wie Jehova das Manna beschaffte, versorgte er die Israeliten nicht nur mit buchstäblicher Nahrung, sondern lehrte sie auch geistige Werte. Zunächst einmal sollte „jeder seine Menge Tag für Tag“ auflesen. Hatten sie mehr gesammelt, als sie für den Tag benötigten, wuchsen Würmer darin und es fing an zu stinken (2. Mose 16:4, 20). Das passierte aber nicht, wenn sie am sechsten Tag für zwei Tage Manna gesammelt hatten, um es am Sabbat essen zu können (2. Mose 16:5, 23, 24). Durch das Manna wurde ihnen also eingeschärft, dass sie gehorsam sein sollten und dass ihr Leben nicht von Brot allein abhing, sondern „von jeder Äußerung des Mundes Jehovas“.
5. Wie versorgt uns Jehova täglich mit geistiger Nahrung?
5 Auch wir müssen uns täglich von der geistigen Speise ernähren, für die Jehova durch seinen Sohn sorgt. Jesus hat dazu einen „treuen und verständigen Sklaven“ beauftragt, dem Haushalt des Glaubens „Speise zur rechten Zeit“ zu geben (Matthäus 24:45). Die Klasse dieses treuen Sklaven sorgt nicht nur in Hülle und Fülle für geistige Nahrung in Form von bibelerklärender Literatur, sondern ermuntert uns außerdem, täglich die Bibel zu lesen (Josua 1:8; Psalm 1:1-3). Wie Jesus werden auch wir geistig bei Kräften bleiben, wenn wir uns jeden Tag anstrengen, etwas über den Willen Jehovas zu erfahren und ihn zu tun (Johannes 4:34).
Vergebung der Sünden
6. Für welche Schulden bitten wir um Vergebung, und unter welchen Voraussetzungen ist Jehova bereit, sie zu tilgen?
6 Die nächste Bitte des Mustergebets lautet: „Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben“ (Matthäus 6:12). Jesus meinte hier keine Geldschuld. Er sprach von der Vergebung unserer Sünden. Lukas zeichnete diese Bitte des Mustergebets mit den Worten auf: „Vergib uns unsere Sünden, denn auch wir selbst vergeben jedem, der uns verschuldet ist“ (Lukas 11:4). Demnach verschulden wir uns gewissermaßen bei Jehova, wenn wir sündigen. Doch unser liebevoller Gott ist bereit, diese Schuld ‘auszulöschen’ oder zu tilgen, wenn wir von Herzen bereuen, ‘umkehren’ und ihn im Glauben an das Loskaufsopfer Christi um Vergebung bitten (Apostelgeschichte 3:19; 10:43; 1. Timotheus 2:5, 6).
7. Warum sollten wir jeden Tag um Vergebung beten?
7 Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet sündigen wir, wenn wir das Ziel verfehlen, Jehovas Maßstab der Gerechtigkeit zu entsprechen. Weil wir die Sünde geerbt haben, machen wir alle Fehler bei dem, was wir sagen, tun und denken, oder wir versäumen zu tun, was wir tun müssten (Prediger 7:20; Römer 3:23; Jakobus 3:2; 4:17). Deshalb sollten wir täglich in unseren Gebeten um die Vergebung unserer Sünden bitten — ob wir uns bewusst sind, gesündigt zu haben, oder nicht (Psalm 19:12; 40:12).
8. Wozu sollte uns die Bitte um Vergebung veranlassen, und welche guten Folgen wird das haben?
8 Bevor man um Vergebung bittet, sollte man ehrlich über sein falsches Verhalten nachdenken, es bereuen und bekennen. Wichtig ist dabei der Glaube, dass das von Jesus vergossene Blut die Kraft hat, uns zu erlösen (1. Johannes 1:7-9). Um zu beweisen, dass unser Gebet ehrlich gemeint ist, müssen wir unsere Bitte um Vergebung durch ‘Werke, die der Reue entsprechen’, untermauern (Apostelgeschichte 26:20). Dann können wir darauf vertrauen, dass Jehova bereit ist, uns unsere Sünden zu vergeben (Psalm 86:5; 103:8-14). Das führt zu einem unvergleichlichen Herzensfrieden, dem „Frieden Gottes, der alles Denken übertrifft“ und der dann ‘unser Herz und unsere Denkkraft durch Christus Jesus behüten wird’ (Philipper 4:7). Das Mustergebet Jesu lehrt uns aber noch mehr darüber, was wir tun müssen, damit unsere Sünden vergeben werden.
Damit uns vergeben wird, müssen wir vergeben
9, 10. (a) Welche Bemerkung fügte Jesus dem Mustergebet hinzu, und was wird dadurch betont? (b) Wie veranschaulichte Jesus noch, dass es für uns so wichtig ist, zu vergeben?
9 Interessanterweise ist die Bitte „Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben“ der einzige Teil des Mustergebets, den Jesus kommentierte. Im Anschluss an das Gebet fügte er noch hinzu: „Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben; wenn ihr aber den Menschen ihre Verfehlungen nicht vergebt, wird euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben“ (Matthäus 6:14, 15). Jesus erklärte also klar und deutlich, dass Jehova uns nur dann vergibt, wenn wir auch bereit sind, anderen zu vergeben (Markus 11:25).
10 Ein andermal erzählte Jesus ein Gleichnis, um zu zeigen, dass wir selbst zum Vergeben bereit sein müssen, wenn wir möchten, dass Jehova uns vergibt. Es handelte von einem König, der einem Sklaven großzügig eine riesige Schuld erlassen hatte. Später bestrafte der König diesen Mann schwer, weil er sich geweigert hatte, einem Mitsklaven eine viel kleinere Schuld zu erlassen. Jesus beendete das Gleichnis mit den Worten: „In gleicher Weise wird mein himmlischer Vater auch mit euch verfahren, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder aus eurem Herzen heraus vergebt“ (Matthäus 18:23-35). Die Lektion ist eindeutig: Keine Verfehlung, die irgendjemand gegen uns begangen haben könnte, ist auch nur annähernd mit der Sündenschuld zu vergleichen, die Jehova jedem von uns erlassen hat. Dazu kommt noch, dass Jehova uns jeden Tag vergibt. Bestimmt können wir da auch vergeben, wenn hier und da jemand gegen uns sündigt.
11. Welchen Rat des Apostels Paulus werden wir befolgen, wenn wir möchten, dass Jehova uns vergibt, und zu welchen guten Ergebnissen führt das?
11 Der Apostel Paulus schrieb: „Werdet . . . gütig zueinander, voll zarten Erbarmens, einander bereitwillig vergebend, so wie auch Gott euch durch Christus bereitwillig vergeben hat“ (Epheser 4:32). Wenn sich Christen gegenseitig vergeben, fördert das den Frieden. Paulus forderte außerdem dazu auf: „Kleidet euch . . . als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte, mit der innigen Zuneigung des Erbarmens, mit Güte, Demut, Milde und Langmut. Fahrt fort, einander zu ertragen und einander bereitwillig zu vergeben, wenn jemand Ursache zu einer Klage gegen einen anderen hat. So, wie Jehova euch bereitwillig vergeben hat, so tut auch ihr. Außer allen diesen Dingen aber kleidet euch mit Liebe, denn sie ist ein vollkommenes Band der Einheit“ (Kolosser 3:12-14). All das ist mit der Bitte gemeint, die Jesus uns lehrte: „Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben.“
Schutz in Versuchungen
12, 13. (a) Was kann mit der vorletzten Bitte des Mustergebets nicht gemeint sein? (b) Wer ist der Meister der Versuchung, und was meinen wir mit der Bitte, nicht in Versuchung gebracht zu werden?
12 Die vorletzte Bitte des Mustergebets Jesu lautet: „Bringe uns nicht in Versuchung“ (Matthäus 6:13). Meinte Jesus, wir sollten Jehova bitten, uns nicht zu versuchen? Das kann nicht sein, denn der Jünger Jakobus wurde zu den Worten inspiriert: „Keiner sage, wenn er versucht wird: ‚Ich werde von Gott versucht.‘ Denn Gott kann nicht von üblen Dingen versucht werden, noch versucht er selbst irgendjemand“ (Jakobus 1:13). Und der Psalmist schrieb: „Wären Vergehungen das, worauf du achtest, o Jah, o Jehova, wer könnte bestehen?“ (Psalm 130:3). Jehova sucht bei uns nicht nach Fehlern und möchte uns erst recht nicht aufs Glatteis führen. Was ist mit dieser Aussage im Mustergebet also gemeint?
13 Uns aufs Glatteis führen, uns durch ‘listige Handlungen’ zu Fall bringen und uns sogar verschlingen will jemand anders: Satan, der Teufel (Epheser 6:11, Fußnote). Er ist der Meister der Versuchung (1. Thessalonicher 3:5). Wenn wir darum beten, nicht in Versuchung geführt zu werden, bitten wir Jehova, nicht zuzulassen, dass wir in einer Versuchung zu Fall gebracht werden. Wir bitten ihn, uns zu helfen, damit wir nicht „vom Satan überlistet werden“ und Versuchungen erliegen (2. Korinther 2:11). Wir beten darum, unter dem „Schirm des Höchsten“ bleiben zu dürfen, also den geistigen Schutz zu genießen, den die erhalten, die in allem, was sie tun, Jehovas Oberhoheit anerkennen (Psalm 91:1-3).
14. Wie versichert uns der Apostel Paulus, dass uns Jehova nie im Stich lassen wird, wenn wir in Versuchungen seine Hilfe suchen?
14 Wenn wir uns das wirklich wünschen und es durch unsere Gebete und unsere Handlungsweise deutlich machen, dann können wir darauf vertrauen, dass uns Jehova nie im Stich lassen wird. Der Apostel Paulus versichert uns: „Keine Versuchung hat euch ergriffen, ausgenommen eine allgemein menschliche. Gott aber ist treu, und er wird nicht zulassen, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung wird er auch den Ausweg schaffen, damit ihr sie ertragen könnt“ (1. Korinther 10:13).
„Befreie uns von dem, der böse ist“
15. Warum ist es wichtiger als je zuvor, um Befreiung von dem zu beten, der böse ist?
15 Gemäß den zuverlässigsten Handschriften der Christlichen Griechischen Schriften endet das Mustergebet Jesu mit den Worten: „Befreie uns von dem, der böse ist“ (Matthäus 6:13).a Schutz vor dem Teufel brauchen wir in der heutigen Zeit des Endes umso nötiger. Satan und die Dämonen führen Krieg gegen den Überrest der Gesalbten, „die die Gebote Gottes halten und das Werk des Zeugnisgebens für Jesus innehaben“, sowie gegen ihre Gefährten von der „großen Volksmenge“ (Offenbarung 7:9; 12:9, 17). Der Apostel Petrus ermahnte Christen: „Bleibt besonnen, seid wachsam. Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht jemand zu verschlingen. Doch widersteht ihm, fest im Glauben“ (1. Petrus 5:8, 9). Satan würde uns am liebsten mundtot machen und versucht deshalb durch seine irdischen Handlanger in Religion, Wirtschaft und Politik, uns einzuschüchtern. Aber wenn wir standhaft bleiben, wird uns Jehova befreien. Der Jünger Jakobus schrieb: „Unterwerft euch daher Gott; doch widersteht dem Teufel, und er wird von euch fliehen“ (Jakobus 4:7).
16. Wen kann Jehova einsetzen, um seinen Dienern zu helfen, wenn sie Prüfungen durchmachen?
16 Jehova ließ zu, dass sein Sohn versucht wurde. Aber nachdem Jesus dem Teufel widerstanden und dabei Gottes Wort als Schutz verwendet hatte, sandte Jehova Engel, um ihn zu stärken (Matthäus 4:1-11). Ebenso schickt Jehova uns durch seine Engel Hilfe, wenn wir im Glauben zu ihm beten und ihn zu unserer Zuflucht machen (Psalm 34:7; 91:9-11). Der Apostel Petrus schrieb: „Jehova weiß Menschen von Gottergebenheit aus der Prüfung zu befreien, Ungerechte aber für den Tag des Gerichts zu ihrer Abschneidung aufzubehalten“ (2. Petrus 2:9).
Bald umfassende Befreiung
17. Wie lehrte uns Jesus durch das Mustergebet, allem den richtigen Stellenwert zuzuordnen?
17 Jesus ordnete im Mustergebet allem den richtigen Stellenwert zu. Mehr als alles andere sollte uns am Herzen liegen, dass der große und erhabene Name Jehovas geheiligt wird. Weil das messianische Königreich das Mittel dazu ist, beten wir darum, dass das Königreich kommt und alle unvollkommenen menschlichen Königreiche, also Regierungen, vernichtet, damit der Wille Gottes hier auf der Erde wirklich genauso uneingeschränkt geschieht wie im Himmel. Unsere Hoffnung, ewig im Paradies auf der Erde zu leben, hängt davon ab, dass Jehovas Name geheiligt und seine gerechte Oberherrschaft im ganzen Universum anerkannt wird. Nachdem wir um diese allerwichtigsten Anliegen gebetet haben, können wir auch um das bitten, was wir im Alltag benötigen, um Vergebung unserer Sünden sowie darum, aus Versuchungen und von den hinterlistigen Anschlägen dessen befreit zu werden, der böse ist — Satan, der Teufel.
18, 19. Wie hilft uns das Mustergebet Jesu, wachsam zu bleiben und an unserer Hoffnung ‘bis zum Ende standhaft festzuhalten’?
18 Bald werden wir vollständig von dem befreit werden, der böse ist, und von seinem verderbten System. Satan weiß ganz genau, dass ihm nur noch „eine kurze Frist“ bleibt, um seine „große Wut“ an der Erde und vor allem an Jehovas treuen Dienern auszulassen (Offenbarung 12:12, 17). Jesus sagte als Teil des kombinierten Zeichens für den ‘Abschluss des Systems der Dinge’ dramatische Ereignisse voraus, von denen uns einige noch bevorstehen (Matthäus 24:3, 29-31). Zuzusehen, wie sie ablaufen, wird unsere Hoffnung auf Befreiung beflügeln. Jesus sagte: „Wenn . . . diese Dinge zu geschehen anfangen, dann richtet euch auf und hebt eure Häupter empor, denn eure Befreiung naht“ (Lukas 21:25-28).
19 In den knappen, klaren Worten des Mustergebets, das Jesus seine Jünger lehrte, finden wir zuverlässige Anleitung, was unsere Gebete heute, so kurz vor dem Ende, enthalten sollten. Bleiben wir zuversichtlich, dass Jehova bis zuletzt sowohl in geistiger als auch in materieller Hinsicht für alles sorgen wird, was wir jeden Tag brauchen. Wenn wir durch unsere Gebete wachsam bleiben, werden wir „an der Zuversicht, die wir zu Anfang hatten, bis zum Ende standhaft festhalten“ können (Hebräer 3:14; 1. Petrus 4:7).
[Fußnote]
a In einigen Übersetzungen wie der Lutherbibel steht am Ende des Mustergebets die so genannte Doxologie (Lobpreisung Gottes): „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“ Dazu heißt es im Jerome Biblical Commentary: „Die Doxologie ist . . . in den zuverlässigsten Handschriften nicht enthalten.“
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