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Teil 1c: An den Wurzeln der GeldsorgenErwachet! 1992 | 8. Januar
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[Kasten/Bild auf Seite 7]
Vom Salz zum Plastik
Salz:
Römische Soldaten erhielten Salzrationen, aber diese Rationen wurden später durch Geld oder salarium ersetzt. Im alten Rom wurde Vieh (pecu) als Tauschmittel benutzt. Von diesen lateinischen Wörtern kommen die Begriffe „Salär“ und „pekuniär“.
Metalle:
Im alten Mesopotamien (18. bis 16. Jahrhundert v. u. Z.) wurde für geschäftliche Transaktionen normalerweise Silber verwandt. Im alten Ägypten bediente man sich des Kupfers, des Silbers und des Goldes. Während der chinesischen Dynastie Ming (1368 bis 1644 u. Z.) blieb, so Hans Bielenstein, Professor für chinesische Geschichte, „Kupfer der Standard für kleinere [Geld-]Werte, wohingegen bei den höheren immer mehr das Silber in Gebrauch kam“.
Münzen:
Scheiben mit Standardgewicht und -wert aus einer als Elektrum bekannten Silber-Gold-Legierung, die im 7. Jahrhundert v. u. Z. von den Lydiern in Anatolien angefertigt wurden, waren wahrscheinlich die ersten echten Münzen. Etwa ein Jahrhundert später wurde in Griechenland das Prägen von Münzen entwickelt.
Papier:
Die erste Papierwährung der Welt tauchte im Jahr 1024 in China auf, als ein noch nie dagewesenes Wirtschaftswachstum zu einer Münzknappheit führte. Dazu erklärt Professor Bielenstein: „Versuche mit sogenanntem fliegendem Geld wurden schon 811 in der Tang-Periode gemacht. Die Regierung hatte damals Geldanweisungen ausgegeben, die für Geschäfte benutzt werden und schließlich in Münzen umgetauscht werden konnten.“ Beginnend mit England im Jahr 1821, nahmen viele Staaten die Goldwährung an, was bedeutete, daß ihre Bürger zu jeder Zeit das Papiergeld in Gold umtauschen konnten, das die betreffende Regierung in Reserve hielt. Seitdem man sich jedoch von der Golddeckung der Währung gelöst hat, weist der Staat dem Geld einfach einen bestimmten Wert zu, ohne eine materielle Deckung dafür zu haben.
Schecks:
Schecks — von englischen Banken im 17. Jahrhundert entwickelt — sind schriftliche Anweisungen an eine Bank, Geld auszuzahlen; von dieser sowohl sicheren wie auch bequemen Art des Zahlungsverkehrs wird gern und oft Gebrauch gemacht.
Plastik:
Kreditkarten, von einigen Plastikgeld genannt, wurden in den Vereinigten Staaten in den 1920er Jahren eingeführt und stießen bald weltweit auf lebhaftes Interesse. Der Bequemlichkeit und anderen Vorteilen steht jedoch die Gefahr gegenüber, zu Spontankäufen verführt zu werden oder über seine Verhältnisse zu leben.
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Zur Zeit Nimrods (um 2270 v. u. Z.) war die Grundlage für ein solches System augenscheinlich im großen und ganzen gelegt. Wie der Collins Atlas of World History erklärt, „entwickelten sich vom dritten Jahrtausend an in Mesopotamien [Babylon] mächtige Korporationen von Geschäftsleuten. Sie lagerten Waren, spekulierten, gebrauchten verschiedene Arten von Gütern als Währung und benutzten Metallbarren, insbesondere Silberbarren, die festgelegte Gewichte und Größen hatten und manchmal eine Echtheitsprägung trugen.“ Gemäß einem anderen Nachschlagewerk verfügten die Einwohner von Schinar — das ist der ursprüngliche Name des späteren Babyloniens — über ein „überraschend komplexes Kredit- und Depositensystem, und es wurden auch Kreditbriefe ausgegeben“.
Eine Praxis, die anscheinend speziell in Mesopotamien geübt wurde, war die Verwendung von Kapital als Ware, für deren Benutzung man Zinsen verlangte. Damit wurde das Geld ein Mittel wirtschaftlichen Drucks. Aufzeichnungen, die man in babylonischen Ruinen gefunden hat, zeugen von Geschäften, bei denen aus der mißlichen Lage einiger Bewohner Geld geschlagen wurde. Schon damals bereicherte man sich gern und eifrig auf Kosten anderer. Kein Wunder, daß von den Kaufleuten Babylons und Ninives mit Haß und Verachtung gesprochen wurde.
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Teil 1c: An den Wurzeln der GeldsorgenErwachet! 1992 | 8. Januar
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Sowohl Mesopotamien als auch Ägypten waren für ihren Karawanenhandel bekannt. Später ersetzten die Phönizier den Landhandel zum größten Teil durch den Handel auf dem Meer. Die Hafenstädte Karthago, Tyrus und Sidon wurden berühmte Handelszentren. Bis etwa zum 8. Jahrhundert v. u. Z. lief der Handel als Tausch von Ware gegen Ware ab. Dann begannen die Griechen, geprägtes Geld als Währung zu benutzen. Und dem Collins Atlas of World History zufolge „waren die Jahrhunderte [nach dem Jahr 500 v. u. Z.] in solch einem Maße von der Entwicklung des Handels, des Geldes, des Bankwesens und des Transports gekennzeichnet, daß sie von mehreren Historikern mit dem Zeitalter des Kapitalismus verglichen worden sind, was zwar übertrieben, aber doch verständlich ist“.
Ja, schon seit den Anfängen der Wirtschaftssysteme basieren diese auf Geld.
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