-
Eine gottgemäße Ansicht über sittliche ReinheitDer Wachtturm 2000 | 1. November
-
-
Eine gottgemäße Ansicht über sittliche Reinheit
„Ich, Jehova, bin dein Gott, der dir zum Nutzen dich lehrt, der dich auf den Weg treten läßt, auf dem du wandeln solltest“ (JESAJA 48:17).
1, 2. (a) Welche Haltung zur Sexualmoral ist heute üblich? (b) Welche Ansicht haben Christen über die Sexualmoral?
VIELERORTS gilt heute das sittliche Verhalten als Privatangelegenheit. Geschlechtsbeziehungen werden als ein natürlicher Ausdruck der Zuneigung angesehen. Man meint, sie seien nicht Ehepaaren vorbehalten, sondern man könne sich ihnen nach Belieben hingeben. Solange es niemand anders schade, sei es nicht verkehrt, selbst zu bestimmen, wie man sich verhalte. Nach dieser Ansicht solle man in Fragen der Moral nicht über andere richten, schon gar nicht, wenn es um Sexualität gehe.
2 Personen, die Jehova kennengelernt haben, denken anders darüber. Weil sie ihn lieben und ihm gefallen möchten, folgen sie gern biblischen Richtlinien. Sie erkennen, daß Jehova sie liebt und daß seine Anleitung zu ihrem Guten ist, ihnen wirklich nützt und sie zufrieden macht (Jesaja 48:17). Da Gott der Quell des Lebens ist, ist es vernünftig, daß sie sich an ihn wenden, um zu erfahren, wie sie ihren Körper gebrauchen sollen, besonders in einer Angelegenheit, die sehr eng mit der Weitergabe von Leben zusammenhängt.
Ein Geschenk eines liebevollen Schöpfers
3. Was ist vielen, die zur Christenheit gehören, über Geschlechtsbeziehungen gelehrt worden, und was lehrt im Vergleich dazu die Bibel?
3 Im Gegensatz zu den Ansichten der nichtreligiösen Welt von heute steht das, was einige in der Christenheit seit langem lehren: Geschlechtsbeziehungen sind schändlich, sündhaft, und der „Sündenfall“ im Garten Eden war die geschlechtliche Verführung Adams durch Eva. Diese Ansicht widerspricht der Aussage der inspirierten Schriften. Der Bibelbericht spricht von dem ersten Menschenpaar als ‘dem Menschen und seiner Frau’ (1. Mose 2:25). Als Gott zu ihnen sagte: „Seid fruchtbar, und werdet viele, und füllt die Erde“, wies er sie an, Kinder hervorzubringen (1. Mose 1:28). Es wäre unverständlich gewesen, wenn Gott Adam und Eva erst geboten hätte, Kinder hervorzubringen, und sie anschließend bestraft hätte, weil sie seine Anweisung ausgeführt haben (Psalm 19:8).
4. Wozu gab Gott den Menschen die Fortpflanzungsfähigkeit?
4 Dieser Auftrag, den unsere Ureltern erhielten und der erneut an Noah und seine Söhne erging, läßt den Hauptzweck von Geschlechtsbeziehungen erkennen: das Hervorbringen von Kindern (1. Mose 9:1). Aus der Bibel geht jedoch ebenfalls hervor, daß verheiratete Diener Gottes Geschlechtsbeziehungen nicht auf das Hervorbringen von Kindern beschränken müssen. Solche Beziehungen sind durchaus dazu angetan, emotionale und körperliche Bedürfnisse zu befriedigen und Verheirateten Freude zu bereiten. Für sie ist es eine Möglichkeit, tiefe Zuneigung zueinander zu zeigen (1. Mose 26:8, 9; Sprüche 5:18, 19; 1. Korinther 7:3-5).
Göttliche Einschränkungen
5. Welche Verbote hat Gott für das Sexualleben ausgesprochen?
5 Die Sexualität ist zwar eine Gabe von Gott, doch sie darf nicht hemmungslos zum Ausdruck kommen. Dieser Grundsatz gilt sogar innerhalb der Ehe (Epheser 5:28-30; 1. Petrus 3:1, 7). Geschlechtsbeziehungen außerhalb der Ehegemeinschaft sind nicht erlaubt. In dieser Angelegenheit ist die Bibel recht eindeutig. In dem Gesetz, das Gott der Nation Israel gab, hieß es: „Du sollst nicht ehebrechen“ (2. Mose 20:14). Später reihte Jesus „Hurereien“ und „Ehebrüche“ unter die ‘schädlichen Überlegungen’ ein, die aus dem Herzen hervorgehen und einen Menschen verunreinigen (Markus 7:21, 22). Der Apostel Paulus ermahnte die Christen in Korinth unter Inspiration: „Flieht vor der Hurerei“ (1. Korinther 6:18). Und in seinem Brief an die Hebräer schrieb Paulus: „Die Ehe sei ehrbar unter allen, und das Ehebett sei unbefleckt, denn Gott wird Hurer und Ehebrecher richten“ (Hebräer 13:4).
6. Was schließt das biblische Wort „Hurerei“ alles ein?
6 Was bedeutet das Wort „Hurerei“? Es ist eine Übersetzung des griechischen Wortes pornéia, das manchmal auf sexuelle Beziehungen zwischen Unverheirateten angewandt wird (1. Korinther 6:9). An anderer Stelle, wie zum Beispiel in Matthäus 5:32 und 19:9, hat der Ausdruck eine umfassendere Bedeutung und bezeichnet zusätzlich Ehebruch, Inzest und Sodomie. Andere sexuelle Praktiken zwischen Unverheirateten, wie oraler und analer Verkehr sowie die sexuelle Manipulation der Genitalien einer anderen Person, können ebenfalls als pornéia bezeichnet werden. Alle diese Praktiken werden in Gottes Wort entweder direkt oder indirekt verurteilt (3. Mose 20:10, 13, 15, 16; Römer 1:24, 26, 27, 32).a
Aus Gottes Sittengesetzen Nutzen ziehen
7. Welchen Nutzen trägt es ein, sich sittlich rein zu erhalten?
7 Unvollkommenen Menschen kann es sehr schwer fallen, Gottes Anweisungen für sexuelles Verhalten zu beachten. Der berühmte jüdische Philosoph Maimonides schrieb im 12. Jahrhundert: „Kein Verbot der gesamten Thora [des mosaischen Gesetzes] ist so schwer zu befolgen wie das Verbot unerlaubten Verkehrs und unreiner sexueller Beziehungen.“ Wenn wir dennoch Gottes Anleitung folgen, werden wir großen Nutzen daraus ziehen (Jesaja 48:18). Beispielsweise trägt der Gehorsam auf diesem Gebiet zum Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten bei, von denen manche unheilbar sind und tödlich verlaufen.b Auch ist er ein Schutz vor außerehelichen Schwangerschaften. Die göttliche Weisheit anzuwenden fördert zudem ein reines Gewissen. Dies wiederum steigert unsere Selbstachtung und trägt uns die Achtung anderer ein — der Verwandten, des Ehepartners, der Kinder und der Glaubensbrüder und -schwestern. Außerdem wird in uns eine gesunde, positive Einstellung zur Sexualität gefördert, was zum Glück in der Ehe beiträgt. Eine Christin schrieb: „Die Wahrheit aus Gottes Wort ist der beste Schutz, den es gibt. Ich warte bis zur Ehe, und dann kann ich dem christlichen Mann, den ich heirate, stolz sagen, daß ich keusch geblieben bin.“
8. Auf welche Weise könnte sich unser keuscher Wandel günstig auf die wahre Anbetung auswirken?
8 Durch einen keuschen Wandel können wir viel dazu beitragen, irrige Auffassungen von der wahren Anbetung zu entkräften und Menschen für die Anbetung unseres Gottes zu gewinnen. Der Apostel Petrus schrieb: „Führt euren Wandel vortrefflich unter den Nationen, damit sie in dem, worin sie gegen euch als von Übeltätern reden, zufolge eurer vortrefflichen Werke, von denen sie Augenzeugen sind, Gott verherrlichen mögen am Tag seiner Besichtigung“ (1. Petrus 2:12). Selbst wenn diejenigen, die Jehova nicht dienen, unseren keuschen Wandel weder bemerken noch gutheißen, können wir sicher sein, daß unser himmlischer Vater es sieht, gutheißt und sich sogar darüber freut, daß wir bemüht sind, seiner Anleitung zu folgen (Sprüche 27:11; Hebräer 4:13).
9. Warum sollten wir Vertrauen in Gottes Anleitung setzen, selbst wenn wir seine Gründe nicht ganz verstehen? Erkläre es.
9 An Gott zu glauben schließt das Vertrauen ein, daß er weiß, was das Beste für uns ist, selbst wenn wir nicht ganz verstehen, warum er uns auf diese oder jene Weise leitet. Nehmen wir ein Beispiel aus dem mosaischen Gesetz. Eine Anordnung in bezug auf Heerlager besagte, daß Exkremente außerhalb des Lagers zu vergraben seien (5. Mose 23:13, 14). Vielleicht fragten sich die Israeliten nach dem Grund für diese Anweisung; einige hielten sie womöglich für überflüssig. Mittlerweile hat jedoch die medizinische Wissenschaft erkannt, daß dieses Gesetz dazu beitrug, das Trinkwasser vor Verunreinigung zu schützen, und daß es Schutz vor zahlreichen, durch Insekten übertragbare Krankheiten gewährte. Entsprechend hat Gott geistige, soziale, emotionale, körperliche und psychische Gründe für das Gebot, Geschlechtsbeziehungen auf die Ehe zu beschränken. Wir möchten nun einige biblische Beispiele von Menschen betrachten, die sittlich rein geblieben sind.
Joseph — für seine Moral gesegnet
10. Wer wollte Joseph verführen, doch was erwiderte er?
10 Wahrscheinlich ist uns aus der Bibel bekannt, welches Beispiel Joseph, der Sohn Jakobs, gab. Im Alter von 17 Jahren war er ein Sklave Potiphars, des Obersten der Leibwache des Pharaos von Ägypten. Jehova segnete Joseph, und mit der Zeit wurde er über den ganzen Haushalt Potiphars gesetzt. Mittlerweile war Joseph ein junger Mann Anfang Zwanzig, „schön von Gestalt und schön von Aussehen“. Die Frau Potiphars wurde auf ihn aufmerksam und versuchte, ihn zu verführen. Joseph machte ihr seinen Standpunkt klar, indem er erklärte, daß dies nicht nur Verrat an seinem Herrn wäre, sondern auch eine ‘Sünde gegen Gott’. Warum argumentierte Joseph auf diese Weise? (1. Mose 39:1-9).
11, 12. Warum argumentierte Joseph offenbar auf diese Weise, obwohl es kein geschriebenes göttliches Gesetz gab, das Hurerei und Ehebruch verbot?
11 Ganz offensichtlich beruhte Josephs Entscheidung nicht auf der Angst, daß andere dahinterkommen könnten. Josephs Familie lebte weit weg, und sein Vater hielt ihn für tot. Wenn Joseph sich unmoralisch verhalten hätte, hätte seine Familie niemals davon erfahren. Eine derartige Sünde hätte sich wahrscheinlich auch vor Potiphar und dessen männlichen Dienern verbergen lassen, da es Zeiten gab, wo sie alle außer Haus waren (1. Mose 39:11). Allerdings wußte Joseph, daß sich ein solches Verhalten nicht vor Gott verbergen läßt.
12 Joseph muß an Hand dessen argumentiert haben, was er über Jehova wußte. Zweifellos war ihm bekannt, was Jehova im Garten Eden verkündet hatte: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen, und er soll fest zu seiner Frau halten, und sie sollen e i n Fleisch werden“ (1. Mose 2:24). Wahrscheinlich wußte Joseph auch, was Jehova einem Philisterkönig mitgeteilt hatte, der vorhatte, Sara, Josephs Urgroßmutter, zu verführen. Jenem König sagte Jehova: „Siehe, du bist so gut wie tot wegen der Frau, die du genommen hast, da sie einem anderen Besitzer als Ehefrau zu eigen ist. . . . ich hielt dich auch davon zurück, gegen mich zu sündigen. Darum gestattete ich nicht, daß du sie berührtest“ (1. Mose 20:3, 6). Jehova hatte zwar noch nicht für ein geschriebenes Gesetz gesorgt, aber wie er über die Ehe dachte, war unmißverständlich. Josephs sittliches Empfinden, gepaart mit dem Wunsch, Jehova zu gefallen, ließ ihn Unmoral zurückweisen.
13. Weshalb konnte Joseph der Frau Potiphars wahrscheinlich nicht aus dem Weg gehen?
13 Potiphars Frau gab allerdings nicht auf und redete „Tag für Tag“ auf ihn ein, bei ihr zu liegen. Warum ging Joseph ihr nicht einfach aus dem Weg? Nun, als Sklave mußte er seinen Pflichten nachkommen und konnte an seiner Lage nichts ändern. Archäologische Hinweise auf den Grundriß ägyptischer Häuser lassen erkennen, daß der Weg in die Lagerräume durch den Hauptteil des Hauses führte. Für Joseph war es deshalb vielleicht sogar unmöglich, Potiphars Frau aus dem Weg zu gehen (1. Mose 39:10).
14. (a) Was geschah mit Joseph, nachdem er Potiphars Frau entronnen war? (b) Wie segnete Jehova Joseph für seine Treue?
14 Eines Tages waren sie allein im Haus. Potiphars Frau griff nach Joseph und flehte ihn an: „Leg dich zu mir!“ Joseph lief davon. Von der Abweisung tief getroffen, beschuldigte sie ihn der versuchten Vergewaltigung. Wie ging es weiter? Belohnte Jehova Josephs Lauterkeit sofort? Nein. Er wurde ins Gefängnis geworfen und in Fesseln gelegt (1. Mose 39:12-20; Psalm 105:18). Jehova sah die ungerechte Behandlung und erhöhte Joseph schließlich dadurch, daß er den Gefangenen zum Bewohner eines Palastes machte. Er stieg zum zweitmächtigsten Mann Ägyptens auf und wurde mit einer Frau und Kindern gesegnet (1. Mose 41:14, 15, 39-45, 50-52). Außerdem wurde der Bericht über Josephs Lauterkeit vor 3 500 Jahren aufgezeichnet, so daß Gottes Diener sich seither damit befassen konnten. Welch wunderbare Segnungen für treues Festhalten an Gottes gerechten Gesetzen! Vielleicht spüren auch wir heute nicht immer sofort den Nutzen, wenn wir an moralischer Integrität festhalten, aber wir können sicher sein, daß es Jehova nicht entgeht und daß er uns zu seiner Zeit belohnen wird (2. Chronika 16:9).
Hiobs ‘Bund mit seinen Augen’
15. Was war Hiobs ‘Bund mit seinen Augen’?
15 Ein anderer Mann, der seine Lauterkeit bewahrte, war Hiob. Während der Prüfungen, die der Teufel über ihn brachte, dachte er über sein Leben nach, und er zeigte sich bereit, sogar harte Bestrafung auf sich zu nehmen, falls er unter anderem Jehovas Moralprinzipien mißachtet hätte. Hiob sagte: „Einen Bund habe ich mit meinen Augen geschlossen. Wie also könnte ich mich einer Jungfrau gegenüber aufmerksam zeigen?“ (Hiob 31:1). Damit meinte Hiob, daß es für ihn auf Grund seiner Entschlossenheit, Gott gegenüber lauter zu bleiben, undenkbar war, eine Frau auch nur begehrlich anzuschauen. Natürlich sah er täglich Frauen und war bei Bedarf sicherlich auch hilfsbereit. Aber ihnen gegenüber in der Absicht aufmerksam zu sein, eine erotische Beziehung anzubahnen, kam für ihn nicht in Frage. Vor der Zeit seiner Prüfungen war er ein sehr wohlhabender Mann, „der größte von allen Orientalen“ (Hiob 1:3). Er benutzte die Macht des Reichtums allerdings nicht dazu, den Frauen zu gefallen. Er liebäugelte eindeutig niemals mit dem Gedanken, sich unerlaubten Geschlechtsbeziehungen mit jüngeren Frauen hinzugeben.
16. (a) Wieso ist Hiob ein gutes Beispiel für verheiratete Christen? (b) Inwiefern verhielten sich Hiob und die Männer zur Zeit Maleachis grundverschieden, und wie ist es heute?
16 Sowohl in günstigen als auch in schwierigen Zeiten bewahrte Hiob seine Lauterkeit. Jehova sah dies und segnete ihn reichlich (Hiob 1:10; 42:12). Welch hervorragendes Beispiel Hiob doch für verheiratete Christen ist, für Männer und Frauen! Kein Wunder, daß Jehova ihn so liebte! Im Gegensatz dazu erinnert das Verhalten vieler Menschen heutzutage eher an die Verhältnisse zur Zeit Maleachis. Dieser Prophet beklagte, daß viele Männer sich von ihrer Frau trennten, oft, um eine jüngere zu heiraten. Die Tränen der verlassenen Frauen bedeckten den Altar Jehovas, und Gott verurteilte diejenigen, die an ihrer Ehefrau so „treulos gehandelt“ hatten (Maleachi 2:13-16).
Die sittliche Reinheit einer jungen Frau
17. Inwiefern war die Sulamith wie „ein verriegelter Garten“?
17 Das dritte Beispiel ist das einer jungen Frau, der Sulamith, die ebenfalls die Lauterkeit bewahrte. Die hübsche junge Frau gewann nicht nur die Zuneigung eines jungen Hirten, sondern auch die Zuneigung Salomos, des reichen Königs von Israel. In der gesamten schönen Geschichte, die im Hohenlied erzählt wird, bleibt die Sulamith keusch und erwirbt sich die Achtung derer, die mit ihr zu tun haben. Obwohl Salomo von ihr zurückgewiesen wurde, schrieb er unter Inspiration ihre Geschichte nieder. Ihr geliebter Hirte achtete ebenfalls ihren keuschen Wandel. Einmal beschrieb er die Sulamith poetisch als ‘einen verriegelten Garten’ (Hoheslied 4:12). Im alten Israel gab es schöne Gärten mit einer herrlichen Vielfalt an Gemüse, duftenden Blumen und stattlichen Bäumen. Normalerweise waren solche Gärten von einer Hecke oder einer Mauer umgeben und konnten nur durch ein verschließbares Tor betreten werden (Jesaja 5:5). In den Augen des Hirten glichen die sittliche Reinheit und die Anmut der Sulamith einem außergewöhnlich schönen Garten. Sie war völlig unberührt. Ihre innige Zuneigung würde nur ihrem künftigen Ehemann offenstehen.
18. Woran erinnern uns die Berichte über Joseph, Hiob und die Sulamith?
18 Die moralische Integrität der Sulamith ist ein hervorragendes Beispiel für Christinnen heute. Jehova beachtete die Tugendhaftigkeit der jungen Sulamith mit Wertschätzung und segnete sie, so wie er auch Joseph und Hiob gesegnet hatte. Der in Gottes Wort enthaltene Bericht über ihre Taten der Lauterkeit dient uns als Anleitung. Unsere persönlichen Anstrengungen, die Lauterkeit zu bewahren, sind zwar nicht in der Bibel aufgezeichnet, aber Gott hat ein „Gedenkbuch“ für all diejenigen, die seinen Willen tun möchten. Vergessen wir nie, daß Jehova ‘unablässig aufmerkt’ und es ihn erfreut, wenn wir uns loyal bemühen, sittlich rein zu bleiben (Maleachi 3:16).
19. (a) Wie sollten wir über sittliche Reinheit denken? (b) Was wird im folgenden Artikel besprochen?
19 Trotz des Hohns ungläubiger Menschen gehorchen wir freudig unserem liebevollen Schöpfer. Wir haben eine höhere Moral, einen göttlichen Sittenmaßstab. Das ist ein wertvoller Schatz, auf den wir mit Recht stolz sind. Dadurch, daß wir einen sittlich reinen Stand bewahren, genießen wir den Segen Gottes und bewahren uns eine strahlende Hoffnung auf endlose künftige Segnungen. Was können wir aber in praktischer Hinsicht tun, um sittlich rein zu bleiben? Diese wichtige Frage wird im folgenden Artikel besprochen.
[Fußnoten]
b Leider kommt es vor, daß sich ein unschuldiger Christ eine sexuell übertragbare Krankheit zuzieht, weil sich sein ungläubiger Ehepartner nicht an Gottes Anleitung gehalten hat.
-
-
Wir können sittlich rein bleibenDer Wachtturm 2000 | 1. November
-
-
Wir können sittlich rein bleiben
„Darin besteht die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer“ (1. JOHANNES 5:3).
1. Welcher Gegensatz ist heute zu beobachten?
VOR langem sagte der Prophet Maleachi unter Inspiration eine Zeit voraus, in der ein krasser Gegensatz zwischen dem Lebenswandel des Volkes Gottes und dem Lebenswandel derjenigen, die Gott nicht dienen, zu beobachten wäre. Der Prophet schrieb: „Ihr werdet bestimmt wieder den Unterschied zwischen einem Gerechten und einem Bösen sehen, zwischen einem, der Gott dient, und einem, der ihm nicht gedient hat“ (Maleachi 3:18). Diese Prophezeiung erfüllt sich in unserer Zeit. Gottes Gebote zu halten, auch die, die sittliche Reinheit erfordern, ist das klügste und einzig Richtige im Leben. Aber es ist nicht immer leicht. Mit gutem Grund sagte Jesus, daß Christen danach ringen müssen, Rettung zu erlangen (Lukas 13:23, 24).
2. Welcher äußere Druck erschwert es manchen, sittlich rein zu bleiben?
2 Warum fällt es schwer, sittlich rein zu bleiben? Ein Grund ist der Druck von außen. Die Unterhaltungsindustrie stellt unerlaubten Sex als tollen Spaß für Erwachsene dar, wobei die schädlichen Folgen praktisch ignoriert werden (Epheser 4:17-19). Die meisten intimen Szenen zeigen unverheiratete Paare. In Kino- und Fernsehfilmen ist der Rahmen der sexuellen Handlungen oft eine unverbindliche Gelegenheitsbekanntschaft. Menschliche Wärme und gegenseitiger Respekt fehlen. Diese Botschaft wird vielen bereits seit ihrer Kindheit vermittelt. Zusätzlich besteht ein starker Gruppenzwang, sich dem freizügigen moralischen Klima von heute anzupassen, und wer das nicht tut, wird zuweilen verspottet oder gar beschimpft (1. Petrus 4:4).
3. Weshalb handeln in der Welt viele unsittlich?
3 Der innere Druck erschwert es ebenfalls, sittlich rein zu bleiben. Jehova hat den Menschen mit einem sexuellen Verlangen erschaffen, und dieses Verlangen kann stark sein. Was wir begehren, hängt eng damit zusammen, was wir denken, und Unsittlichkeit ist mit Gedanken verknüpft, die nicht mit Jehovas Gedanken übereinstimmen (Jakobus 1:14, 15). Beispielsweise zeigt eine aktuelle Studie, die im British Medical Journal veröffentlicht wurde, daß viele ihren ersten Geschlechtsverkehr aus bloßer sexueller Neugierde hatten. Andere dachten, die meisten Gleichaltrigen seien bereits sexuell aktiv, und wollten deshalb ebenfalls nicht länger unberührt bleiben. Wieder andere gaben an, einfach im Überschwang der Gefühle gehandelt zu haben oder „zur betreffenden Zeit angetrunken“ gewesen zu sein. Wer Gott gefallen möchte, muß anders denken. Welche Denkweise ist eine Hilfe, sittlich rein zu bleiben?
Zu soliden Anschauungen gelangen
4. Was müssen wir tun, um sittlich rein zu bleiben?
4 Sittlich rein zu bleiben erfordert, diese Lebensweise als lohnend zu betrachten. Das ist im Einklang mit dem, was der Apostel Paulus den Christen in Rom schrieb: ‘Stellt durch Prüfung fest, was der gute und annehmbare und vollkommene Wille Gottes ist’ (Römer 12:2). Anzuerkennen, daß sich sittliche Reinheit lohnt, bedeutet mehr, als lediglich zu wissen, daß Gottes Wort Unmoral verurteilt. Es bedeutet, zu verstehen, aus welchen Gründen sie verurteilt wird und was es uns nützt, Unmoral zu meiden. Einige dieser Gründe wurden bereits im vorhergehenden Artikel behandelt.
5. Aus welchen Gründen möchten Christen vor allem sittlich rein bleiben?
5 Die stärksten Gründe für Christen, sexuelle Unmoral zu meiden, ergeben sich allerdings in Wirklichkeit aus ihrem Verhältnis zu Gott. Wir haben gelernt, daß er weiß, was für uns das Beste ist. Unsere Liebe zu ihm hilft uns, das Böse zu hassen (Psalm 97:10). Gott ist der Geber ‘jeder guten Gabe und jedes vollkommenen Geschenks’ (Jakobus 1:17). Er liebt uns. Wir zeigen unsere Liebe und Wertschätzung für alles, was er für uns getan hat, indem wir ihm gehorchen (1. Johannes 5:3). Niemals wollen wir Jehova dadurch enttäuschen oder kränken, daß wir seine gerechten Gebote mißachten (Psalm 78:41). Wir möchten nicht, daß wegen unserer Handlungsweise von seiner heiligen und gerechten Anbetung schlecht gesprochen wird (Titus 2:5; 2. Petrus 2:2). Wenn wir sittlich rein bleiben, erfreuen wir den Höchsten (Sprüche 27:11).
6. Warum ist es eine Hilfe, andere unsere Sittenmaßstäbe wissen zu lassen?
6 Wenn wir uns entschlossen haben, sittlich rein zu bleiben, ist es ein zusätzlicher Schutz, anderen unseren Standpunkt mitzuteilen. Lassen wir andere wissen, daß wir Diener Jehovas sind und entschlossen an seinen hohen Maßstäben festhalten. Es ist unser Leben, unser Körper und unsere Entscheidung. Was steht auf dem Spiel? Das kostbare Verhältnis zu unserem himmlischen Vater. Lassen wir keinen Zweifel daran, daß an unserer Lauterkeit nicht zu rütteln ist. Seien wir stolz darauf, für Gott einzustehen, indem wir an seinen Grundsätzen festhalten (Psalm 64:10). Schämen wir uns niemals, anderen unsere Anschauungen in bezug auf Moral zu erklären. Durch freimütiges Reden können wir selbst Kraft und Schutz erlangen und andere anregen, unserem Beispiel zu folgen (1. Timotheus 4:12).
7. Wie können wir an unserer Entschlossenheit, sittlich rein zu bleiben, festhalten?
7 Nachdem wir uns entschlossen haben, uns an einen hohen Sittenmaßstab zu halten, und anderen unseren Standpunkt mitgeteilt haben, müssen wir Maßnahmen treffen, um sicherzustellen, daß wir an unserem Entschluß festhalten. Eine Möglichkeit ist, uns unsere Freunde sorgfältig auszusuchen. „Wer mit Weisen wandelt, wird weise werden“, sagt die Bibel. Schließen wir uns denjenigen an, die uns stärken, weil sie unsere sittlichen Wertmaßstäbe teilen. In dem Bibeltext heißt es weiter: „Wer sich aber mit den Unvernünftigen einläßt, dem wird es schlecht ergehen“ (Sprüche 13:20). Meiden wir, so gut es geht, Personen, die unsere Entschlossenheit schwächen könnten (1. Korinther 15:33).
8. (a) Warum sollten wir uns mit guten Dingen befassen? (b) Was sollten wir meiden?
8 Außerdem müssen wir uns mit Dingen befassen, über die gut gesprochen wird und die wahr, von ernsthaftem Interesse, gerecht, keusch, liebenswert, tugendhaft und lobenswert sind (Philipper 4:8). Das bedeutet, bei der Auswahl von Lesestoff und Musik sowie von Filmen wählerisch zu sein. Zu sagen, unmoralischer Lesestoff übe keinen verderblichen Einfluß aus, wäre so, als ob man sagte, guter Lesestoff übe keinen positiven Einfluß aus. Denken wir daran, daß unvollkommene Menschen leicht unsittlich handeln können. Bücher, Zeitschriften, Filme und Musikstücke, die sexuell erregend wirken, wecken also falsche Begierden, und diese können schließlich zur Sünde führen. Um sittlich rein zu bleiben, müssen wir göttliche Weisheit in uns aufnehmen (Jakobus 3:17).
Schritte, die zu Unsittlichkeit führen
9—11. Welche Schritte führten, wie Salomo berichtete, nach und nach dazu, daß ein junger Mann unsittlich handelte?
9 Häufig führen erkennbare Schritte zu Unsittlichkeit. Mit jedem Schritt fällt es schwerer, umzukehren. Beachten wir, wie dies in Sprüche 7:6-23 beschrieben wird. Salomo beobachtet einen jungen Mann, ‘dem es an Herz mangelt’, das heißt, der keinen guten Beweggrund hat. Der junge Mann ‘geht auf der Straße dahin, in der Nähe ihrer [einer Prostituierten] Ecke, und den Weg zu ihrem Haus beschreitet er in der Dämmerung, am Abend des Tages’. Das ist sein erster Fehler. In der Dämmerung lenkt ihn sein „Herz“ nicht in irgendeine Straße, sondern in eine Straße, wo seines Wissens gewöhnlich eine Prostituierte zu finden ist.
10 Als nächstes lesen wir: „Siehe, eine Frau kam ihm entgegen im Gewand einer Prostituierten und listigen Herzens.“ Jetzt sieht er sie! Er könnte sich umdrehen und nach Hause gehen, aber das fällt ihm schwerer als vorher, zumal er moralisch labil ist. Sie erfaßt ihn und gibt ihm einen Kuß. Nachdem er sich von ihr hat küssen lassen, hört er auf ihre verführerischen Worte. Sie sagt: „Gemeinschaftsschlachtopfer lagen mir ob. Heute habe ich meine Gelübde bezahlt.“ Zu Gemeinschaftsschlachtopfern gehörten Fleisch, Mehl, Öl und Wein (3. Mose 19:5, 6; 22:21; 4. Mose 15:8-10). Durch die Erwähnung dieser Opfer will sie vielleicht eine gesunde geistige Gesinnung erkennen lassen und deutet gleichzeitig an, daß es in ihrem Haus viel Gutes zu essen und zu trinken gibt. Sie fleht ihn an: „Komm doch, wir wollen uns an Liebe satt trinken bis zum Morgen; laß uns doch einander mit Liebkosungen erfreuen.“
11 Der Ausgang ist nicht schwer zu erraten. „Durch die Glätte ihrer Lippen verführt sie ihn.“ Er folgt ihr nach Hause „wie ein Stier, der sogar zur Schlachtung kommt“, und „so wie ein Vogel in die Falle eilt“. Salomo schließt mit den ernüchternden Worten: „Er hat nicht gewußt, daß es um seine Seele selbst geht.“ Es geht wirklich um seine Seele, um sein Leben, denn „Gott wird Hurer und Ehebrecher richten“ (Hebräer 13:4). Welch eindringliche Lektion für Männer und Frauen! Wir sollten bereits die ersten Schritte auf einem Weg vermeiden, der Gottes Mißfallen einträgt.
12. (a) Was bedeutet die Wendung ‘Mangel an Herz’? (b) Wie können wir moralische Stärke erlangen?
12 Beachten wir, daß es dem jungen Mann in dem Bericht „an Herz mangelte“. Diese Wendung läßt erkennen, daß seine Gedanken, Wünsche, Zuneigungen, Gefühle und Ziele im Leben nicht mit dem übereinstimmten, was Gottes Wohlgefallen findet. Seine moralische Schwäche hatte tragische Folgen. In den heutigen kritischen „letzten Tagen“ moralische Stärke zu entwickeln erfordert Anstrengung (2. Timotheus 3:1). Gott hat Vorsorge getroffen, um uns zu helfen. Er sorgt für Zusammenkünfte der Christenversammlung, die uns auf dem richtigen Weg stärken und uns mit anderen zusammenbringen, die das gleiche Ziel haben wie wir (Hebräer 10:24, 25). Dort gibt es Versammlungsälteste, die uns als Hirten dienen und uns die Wege der Gerechtigkeit lehren (Epheser 4:11, 12). Wir haben Führung und Anleitung durch Gottes Wort, die Bibel (2. Timotheus 3:16). Und jederzeit können wir um Hilfe durch den Geist Gottes beten (Matthäus 26:41).
Aus den Sünden Davids lernen
13, 14. Wie kam es, daß König David schwer sündigte?
13 Leider haben sogar herausragende Diener Gottes unsittlich gehandelt. Einer von ihnen war König David, der Jehova jahrzehntelang treu gedient hatte. Es kann keinen Zweifel daran geben, daß er Jehova innig liebte. Aber dennoch verstrickte er sich in einen sündigen Lauf. So wie bei dem jungen Mann aus der Schilderung Salomos gab es auch in Davids Fall Schritte, die zur Sünde führten und sie noch verschlimmerten.
14 David war damals im mittleren Alter, vielleicht Anfang Fünfzig. Vom Dach seines Hauses erblickte er die schöne Bathseba beim Baden. Als er sich nach ihr erkundigte, stellte sich heraus, daß ihr Mann Uria an der Belagerung der ammonitischen Stadt Rabba teilnahm. David ließ Bathseba in sein Haus holen und hatte Verkehr mit ihr. Aber dann wurde es kompliziert: Es stellte sich heraus, daß sie von David schwanger war. In der Hoffnung, Uria würde die Nacht mit seiner Frau verbringen, ließ David ihn aus dem Krieg nach Hause rufen. Dadurch wäre der Eindruck entstanden, Uria sei der Vater von Bathsebas Kind. Uria ging jedoch nicht nach Hause. In dem verzweifelten Versuch, seine Sünde zu vertuschen, schickte David Uria nach Rabba zurück — mit einem Brief an seinen Heerobersten, in dem er ihn anwies, Uria an einen Platz zu stellen, an dem dieser fallen würde. Auf diese Weise kam Uria ums Leben, und David heiratete die Witwe, noch bevor ihre Schwangerschaft bekannt wurde (2. Samuel 11:1-27).
15. (a) Wie wurde Davids Sünde offenbar? (b) Wie reagierte David auf die geschickte Zurechtweisung durch Nathan?
15 Davids Rechnung schien aufgegangen zu sein, die Sünde blieb verborgen. Die Monate vergingen. Das Kind, ein Sohn, kam zur Welt. Falls David bei der Abfassung des 32. Psalms an diese Ereignisse dachte, wurde er eindeutig von seinem schlechten Gewissen gequält (Psalm 32:3-5). Vor Gott blieb seine Sünde jedoch nicht verborgen. Die Bibel sagt: „Die Sache, die David getan hatte, erwies sich als böse in den Augen Jehovas“ (2. Samuel 11:27). Jehova sandte den Propheten Nathan zu David, der ihm geschickt seine Verfehlung deutlich machte. David bekannte sofort seine Schuld und bat Jehova um Vergebung. Wegen seiner aufrichtigen Reue konnte er mit Gott versöhnt werden (2. Samuel 12:1-13). David wies die Zurechtweisung nicht zurück. Statt dessen zeigte er die Einstellung, die in Psalm 141:5 beschrieben wird: „Sollte der Gerechte mich schlagen, es wäre liebende Güte; und sollte er mich zurechtweisen, es wäre Öl auf das Haupt, das mein Haupt nicht zurückweisen möchte.“
16. Welche Warnung und welchen Rat gab Salomo bezüglich Übertretungen?
16 Vielleicht hat der zweite Sohn von David und Bathseba, Salomo, über diese düstere Episode im Leben seines Vaters nachgedacht. Später schrieb er: „Wer seine Übertretungen zudeckt, wird kein Gelingen haben, doch dem, der sie bekennt und läßt, wird Barmherzigkeit erwiesen werden“ (Sprüche 28:13). Wenn wir eine schwerwiegende Sünde begangen haben, sollten wir diesen inspirierten Rat beachten, der sowohl eine Warnung als auch ein Hinweis ist. Wir sollten Jehova unsere Sünde bekennen und die Versammlungsältesten um Hilfe bitten. Die Ältesten haben die große Verantwortung, diejenigen, die Missetaten verübt haben, wieder zurechtzubringen (Jakobus 5:14, 15).
Die Folgen der Sünde tragen
17. Wovor bewahrt Jehova uns nicht, obwohl er Sünden vergibt?
17 Jehova vergab David. Warum? Weil David sich durch Lauterkeit auszeichnete, weil er gegenüber anderen barmherzig war und weil seine Reue echt war. Dennoch blieben David die katastrophalen Folgen nicht erspart (2. Samuel 12:9-14). Das gleiche gilt auch heute noch. Jehova bringt zwar kein Leid über jemand, der bereut, aber er unternimmt nichts, um ihm die Folgen seiner verkehrten Handlungen zu ersparen (Galater 6:7). Die Auswirkungen sexueller Unmoral können unter anderem Scheidung, unerwünschte Schwangerschaft, eine sexuell übertragbare Krankheit und Verlust von Vertrauen und Respekt sein.
18. (a) Wie sollte die Versammlung in Korinth gemäß dem Rat des Paulus auf einen Fall von schwerem sexuellem Fehlverhalten reagieren? (b) Wie erweist Jehova Sündern Liebe und Barmherzigkeit?
18 Wenn wir uns persönlich einer schweren Verfehlung schuldig gemacht haben, könnten wir angesichts der Folgen unseres Fehlverhaltens leicht entmutigt sein. Wir sollten uns jedoch durch nichts davon abhalten lassen, zu bereuen und wieder mit Gott versöhnt zu werden. Im ersten Jahrhundert wies Paulus die Korinther an, einen Mann, der blutschänderische Hurerei trieb, aus der Versammlung zu entfernen (1. Korinther 5:1, 13). Nachdem dieser Mann echte Reue bekundet hatte, wies Paulus die Versammlung an: ‘Ihr solltet ihm jetzt verzeihen und ihn trösten und eure Liebe zu ihm bestätigen’ (2. Korinther 2:5-8). In diesem inspirierten Rat erkennen wir die Liebe und die Barmherzigkeit Jehovas gegenüber reumütigen Sündern. Sogar die Engel im Himmel freuen sich, wenn ein Sünder bereut (Lukas 15:10).
19. Welche guten Auswirkungen mag aufrichtiges Bedauern über ein falsches Verhalten haben?
19 Wir mögen zwar wegen unseres unrechten Verhaltens betrübt sein, aber das Bedauern, das wir empfinden, kann uns helfen, ‘auf der Hut zu sein, daß wir uns nicht erneut Schädlichem zuwenden’ (Hiob 36:21). Die bitteren Folgen der Sünde sollten uns davon abhalten, ein Unrecht erneut zu begehen. David nutzte seine traurige Erfahrung zudem, um anderen Rat zu erteilen. Er sagte: „Ich will die Übertreter deine Wege lehren, daß selbst Sünder gleich zu dir umkehren mögen“ (Psalm 51:13).
Jehova zu dienen macht glücklich
20. Wie wird Gehorsam gegenüber Gottes gerechten Anforderungen gesegnet?
20 „Glücklich sind . . . die, die das Wort Gottes hören und es bewahren“, sagte Jesus (Lukas 11:28). Durch unseren Gehorsam gegenüber Gottes gerechten Anforderungen werden wir schon heute und bis in alle Zukunft glücklich sein. Wenn wir bisher sittlich rein geblieben sind, wollen wir diesen Weg weiterhin gehen, indem wir alle Hilfen nutzen, die Jehova uns gibt. Wenn wir unsittlich gehandelt haben, wollen wir Mut fassen, weil wir wissen, daß Jehova bereitwillig vergibt, wenn wir aufrichtig bereuen. Seien wir auch fest entschlossen, die Sünde nie mehr zu wiederholen (Jesaja 55:7).
21. Wie können wir gemäß der Ermahnung des Petrus sittlich rein bleiben?
21 Bald wird die heutige ungerechte Welt mit ihren unsittlichen Ansichten und Handlungsweisen vergehen. Sittlich rein zu bleiben wird uns heute und in alle Ewigkeit zum Nutzen sein. Der Apostel Petrus schrieb: „Geliebte, da ihr diese Dinge erwartet, tut euer Äußerstes, um schließlich von ihm fleckenlos und makellos und in Frieden erfunden zu werden. Ihr . . ., die ihr dies im voraus wißt, hütet euch, damit ihr nicht durch den Irrtum derer, die dem Gesetz trotzen, mit ihnen fortgerissen werdet und aus eurem eigenen festen Stand fallt“ (2. Petrus 3:14, 17).
-